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Wohnungspolitik der BundesregierungDer Bau-Fetisch löst nicht das eigentliche Problem

Jonas Wahmkow

Kommentar von

Jonas Wahmkow

Die Antwort, die Schwarz-Rot für den Wohnungsmangel parat hat, lautet: Mehr bauen. So entstehen zwar Wohnungen, aber keine bezahlbaren.

Zu wenig und zu teuer: Wohnungsneubau in Leipzig Foto: Jan Woitas/dpa

W as tun gegen den Mangel an bezahlbaren Wohnraum? Die Antwort auf dem diesjährigen Wohnungsbau-Tag – einem Kongress von Immobilienbranche, Bauwirtschaft und Mieterbund – ist wenig überraschend: Mehr bauen, billiger bauen und schneller bauen.

Dieser fetischhafte Fokus auf Neubau lässt den größten Hebel für die Lösung der Wohnungskrise außer Acht: Problematischer als der Mangel an Wohnraum ist dessen ungerechte Verteilung. Schwarz-Rot kündigte bei Regierungsantritt an, jährlich 400.000 Wohnungen bauen zu wollen. Dass es im vergangenen Jahr nicht einmal 240.000 Wohnungen waren, wird viel kritisiert.

Wer diese Wohnungen baut und ob sie überhaupt für die bezahlbar sind, die sie am nötigsten brauchen, scheint hingegen kaum jemanden überhaupt zu interessieren. In Großstädten wie Berlin stehen ganze Wohntürme leer, weil Bauherren bei den aktuellen Baukosten selten unter 20 Euro-Netto kalt vermieten können. Über drei Viertel aller Neubauten in Deutschland entstehen durch private Investor:innen.

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Das Viertel an öffentlichen und damit noch bezahlbaren Wohnraum, der entsteht, ist viel zu wenig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es schlicht nicht unendlich Flächen gibt, die bebaut werden können. Für jedes Neubaugebiet müssen wertvolle Biotope, Ackerflächen oder alternative Freiräume weichen. Doch dass so wenig neu gebaut werden sollte wie nötig, ist noch nicht im politischen Diskurs angekommen. Es gab noch nie mehr Wohnfläche in Deutschland als heute, obwohl die Bevölkerungszahl nur leicht steigt.

Größere Wohnung statt Mieterhöhung

Gerecht verteilt ist dieser Wohnraum nicht. Das Bündnis merkt an, dass 9,9 Millionen Menschen in beengten Wohnverhältnissen leben. Während sich Gutverdiener eine Zweitwohnung leisten, zwängt sich eine vierköpfige Mittelschichtsfamilie in eine Zweizimmerwohnung. Viele ältere Menschen leben allein in riesigen Wohnungen, weil eine Verkleinerung nur mit einer Mieterhöhung einhergehen würde.

Klar ist: Der Markt ist komplett ungeeignet für die Aufgabe, Wohnraumversorgung bedarfsgerecht zu organisieren. Was es braucht, um wirksame Maßnahmen umzusetzen? Deutlich mehr Wohnungen in öffentlicher Hand. So ließen sich viele Ideen für eine gerechte Wohnraumverteilung erst umsetzen. Wuchermieten? Einfach deckeln! Wohnungstausch? Kein Problem, da die Mieten flächendeckend günstig sind.

Eine Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen, wie es etwa die Berliner Kampagne DW enteignen fordert, wäre da ein erster Schritt. Parallel sollte sich die Politik nicht davor scheuen, private Vermieter stärker in die Pflicht zu nehmen: etwa durch eine Sozialwohnungsquote, die Eigentümer verpflichtet, einen bestimmten Anteil der Wohnungen Menschen mit geringen Einkommen zur Verfügung zu stellen.

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Jonas Wahmkow
Redakteur für Arbeit und Soziales im Berlin Ressort.
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102 Kommentare

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  • Um vorhandenen Wohnraum zu nutzen, braucht es dringend auch eine sinnvolle Verkehrspolitik. Ein typisches Beispiel ist Lüneburg. Wohnraumknappheit in der Stadt, im dörflichen Umfeld schon jetzt und mittelfristig Bevölkerungsverluste, allein für den Heidekreis >10% (Statistik Nds. Landesamt). Dort gibt es Wohnraum für den keine Biotope oder Ackerflächen weichen müssen, aber der muss auch ohne Auto erreicht werden können.

    Besonders absurd: Da wird eine Bahnstrecke von Lüneburg nach Soltau für rund 80 Millionen € reaktiviert, aber anstelle einer sinnvollen Regio-S-Bahn sollen die Züge durch die Dörfer rauschen. Die schnelle Erreichbarkeit nur von Mittelzentren, eine planerische Obsession und die Politik- obwohl Auftraggeber – akzeptiert das unwidersprochen.

    Allein die Gesundheitsholding Lüneburg hat 4.000 Beschäftigte, von denen viele bei einer verlässlichen Anbindung von günstigeren Mieten und ländlicher Lage profitieren könnten…

  • Ressourcenallokation sieht selbstverständlich anders aus. Auf ein wirksames Überangebot, darauf läuft es ja hinaus, hinzuarbeiten, das ist zumindest hier eine abgedroschene Mottenkiste.

  • Unter der Prämisse des neoliberalen Kapitalismus mit weitestgehender Vertragsfreiheit kann nicht für eine ausreichende Versorgung mit Wohnraum gesorgt werden, noch ist es politisch gewollt. Diese Krise dauert schon seit 12 Jahren an, noch weit bevor Geflüchtete in das Land kamen. Dazu kommt ein Leerstand von fast 1 Million Wohnungen, bei denen nur ein geringer Teil sanierungsbedürftig ist und ein wesentlicher Teil aus Spekulationsgründen leer steht.



    Neubau ist ein erheblicher Klimakiller und versorgt nur die reichsten 10% großzügig mit Flächen im oberen Segment.



    Möbliertes Wohnen entzieht im Altbau-Segment bezahlbaren Wohnraum zu überhöhten Wucherpreisen. Für Nebenräume, wie Keller, dürfen seperate Verträge geschlossen werden, um den Mietspiegel zu umgehen, um höhere Preise zu erwirken.



    Die Berechnungs-Methoden qualifizierter Mietspiegel sorgen für eine stetigen Preisanstieg im Bestand, obwohl sich an der Leistung an sich nichts verbessert/verändert hat. Die Gesellschaft verhält sich nach dem Motto: Deal with it.



    Eigentlich wäre ein Generalstreik fällig. Oh wait, dürfen wir nicht.

  • Natürlich hat die Merz-Klingbeil-Regierung keine Antworten auf die realen Probleme: Kein Interesse (man beschäftigt sich lieber mit "Returnhubs" und verleumdet Muslime), es wäre auch zu kompliziert und vor allem nicht im Interesse "der Wirtschaft".

  • meine Nachbarin hätte längst eine große Wohnung (120 qm, früher mal überbelegt) frei gemacht und wäre in ein Altersheim gezogen, wenn Altersheime nicht so sausack teuer wären.



    Statt neue Wohnungen brauchen wir dringend attraktive kostengünstige Altersheime für die Boomergeneration (am besten aufs Land locken). Dann wird das Wohnen für die jungen Leute in der Stadt bezahlbar.



    Eine kleine Einzimmerwohnung (nur die Miete ohne Leistung) im "betreuten wohnen" kostet die 5 fache Miete, wie das was meine Nachbarin bezahlt. Sie hätte ihre Wohnung schon vor 15 Jahren frei gemacht, aber es ist einfach zu teuer. So lässt sie alles wie es ist und schlägt sich durch. Und mehrmals will sie in ihrem Alter nicht mehr umziehen.

    • @Kurt77:

      Warum möchten Sie die Alten denn aufs Land "vertreiben"?



      Warum nicht dann auch die jungen Leute?



      Es gibt kein Recht auf Wohnen in der Stadt. Für niemanden, weder für alt noch für jung.

  • Diese Wiederholung von Unsinn in Endlosschleife ist ermüdend liebe tazzies. Gerne nochmal zum Mitschreiben:



    "Der Bau-Fetisch löst nicht das eigentliche Problem" - Doch, bauen löst genau das zu Grunde liegende Problem, den Wohnraummangel. Enteignungen tun das dagegen nicht. Dass die Wohnungen teuer sind ficht das nicht an, da die Leute, die sich diese Wohnungen leisten können ihrerseits günstigere Wohnungen frei machen. Wer günstiger bauen will muss den Bau entregulieren, die Baustandarts senken und den Mindestlohn schleifen. Will man aber nicht. So soll denn nach Art des Sozialismus der Pelz gewaschen werden, ohne diesen Nass zu machen. Die DDR hat gezeigt, dass das nicht funktioniert.

    • @Samvim:

      Fast 1 Million Wohnungen steht leer in diesem Land, ein geringer Teil ist sanierungsbedürftig, ein erheblicher Teil steht aus Spekulationsgründen leer, weil eine leere Wohnung sich besser verkaufen lässt, als eine vermietete Wohnung. Ein weiterer Teil ist als Airbnb dem allgemeinen Wohnungsmarkt nicht zugänglich oder wird möbliert zu überzogenen Wucher-Preisen vermietet



      Daher ist eine staatlich organisierte Umverteilung dringend geboten, nur politisch nicht durchsetzbar.



      Gesellschaftliche Ressourcen müssen sinnvoll allokiert werden.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        "ein geringer Teil ist sanierungsbedürftig, ein erheblicher Teil steht aus Spekulationsgründen leer [...] Ein weiterer Teil ist als Airbnb[...]"

        Sie vergessen einen weiteren wesentlichen Teil, der schlicht und ergreifend am falschen Ort steht - die Wohnungsnot ist nicht so groß, dass jemand in Hinterposemuckel eine Wohnung suchen würde...

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Gegen Airbnb vorzugehen bin ich dabei. Aber der Leerstand ist ein Strohmann. Wo ist denn der Leerstand vor allem? Im nirgendwo von Thüringen, MV und Brandenburg. Sie dürfen ja gerne aus Berlin oder München dorthin ziehen wenn sie möchten.



        Aber der Leerstand dort wo der Wohnraum knapp ist, ist zwar vorhanden. Aber nicht im vergleichbaren Ausmaß. Und hilft daher so gut wie gar nicht. Es muss mehr, und billiger gebaut werden.

  • "Viele ältere Menschen leben allein in riesigen Wohnungen, weil eine Verkleinerung nur mit einer Mieterhöhung einhergehen würde."

    Und durch "DW enteignen" kann man dann die älteren Menschen einfacher aus ihren Wohnungen werfen? 🤔

  • ""......r Wohnungen, aber keine bezahlbaren. "



    =



    Seltsam - mit Sicherheit ein extrem halbgarer Versuch eine Lösung gegen überteuerte Mieten zu entwickeln. Das Bundesinstitut für Raumforschung (BBSR) verortet den jährlichen Neubaubedarf allein für Berlin bei ca. 23.000 Wohnungen - wobei die Neubautätigkeit weit unter diesem Bedarf liegt.



    Das bedeutet:



    Das Wohnraumproblem wird auch in entfernter Zukunft katapultiert und verteuert Mieten weiter -- wie aktuell.



    =



    Das einzig funktionierende Rezept für preisgünstige Mieten ist ein Bestand an Wohnungen der mindestens leicht über dem Bedarf liegt. Das ist die einzig wirksame Massnahme auch in Zukunft bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen.



    =



    Ein zentrales Element ist der neue § 246e Baugesetzbuch (BauGB). Er erlaubt es Kommunen, verbindliche Bebauungspläne zugunsten dringender Wohnprojekte aufzuweichen. Für



    ==



    GENOSSENSCHAFTEN,



    ==



    die häufig komplexe Quartierslösungen oder Mehrprojekt-Vorhaben umsetzen, ist das ein echter Vorteil. Die Möglichkeit, schneller, preisgünstiger und flexibler zu planen, kann entscheidend zur Realisierung für bezahlbaren Wohnraums beitragen.

  • Moin,



    vielleicht mal darüber nachdenken wieviele leerstehende Häuser und Wohnungen es in einer Stadt/Gemeinde gibt bevor neue Baugenehmigungen erteilt werden. Die Stadt Landau in der Pfalz ermittelte erstaunliche Zahlen... (SWR-Bericht vom 13.10.2025)



    Auch der Gesetzgeber könnte eine derartige Erhebung verpflichtend vorschreiben...

  • In einer linken Zeitung wird der Wohnungsmangel kritisiert, sowie dass Wohnungen unbezahlbar bleiben.

    Die Reaktionen darauf fallen sehr neoliberal und z.T. menschenfeindlich aus. Mangel sei doch nötig sogar mit Verweis auf die DDR, Angebot und Nachfrage, Mietnomaden und Messis zerstören den Wert, usw.

    Dauert nicht mehr lange, dann unterwirft sich auch der letzte Sozialist dem Kapitalismus.

    Ich bleibe dabei: Wohnen ist ein Grundrecht und muss bezahlbar bleiben. Maximal 10% des Lohnes oder des Bürgergeldes.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Ich bin da prinzipiell bei Ihnen. Umso mehr ... je größer Ihnen die Ablehnung um die Ohren weht. Sollen die anderen doch einmal offenlegen, wie sie zum Beispiel mit schwindenden Materialien, Preisen am Bau, Umweltzerstörung und sozialem Ausgleich umgehen wollen. Nur zu!

    • @Troll Eulenspiegel:

      Für 10% des Lohnes eines potentiellen Mieters würde ich meine Wohnung aber niemals vermieten. Dann lieber leer stehen lassen oder hochwertig sanieren und in eine Eigentumswohnung umwandeln.



      Selbst wenn die Wohnung bereits komplett abbezahlt ist, decken diese 10% niemals die laufenden Kosten und Sanierungsrücklagen.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Ist nicht gar alles irgendwie ein Grundrecht? Nahrung, Strom, med. Versorgung, Arbeitsplatz, Wasser, Wohnung, Mobilität.... da bleibt halt mit derlei Argument von Ihnen nix Privatwirtschaftliches mehr übrig. 'Staatswirtschaft total', ist denke ich keine gute Idee.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Ab wieviel qm hört dann ihr Grundrecht auf?



      Immerhin haben die Einwohner Deutschlands auch beim Wohnen mit den weltweit größten Fußabdruck.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        Guter Einwand mit der Wohnungsgröße, auch wenn ich einen ironischen Unterton lese.

        100 Quadratmeter bei Familien mit Kindern sowie bei Wohngemeinschaften, 75 Quadratmeter bei Paaren, 50 Quadratmeter bei Singles.



        Ausnahme: Hausbesetzerprojekte, da Hausbesetzer die Missstände der Wohnungsspekulation in Frage stellen dürfen.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Dann bauen/kaufen Sie doch Wohnungen und vermieten Sie sie gegen 10% des Gehalts der jeweiligen Mieter.



      Blöde Idee, weil es Ihr finanzieller Ruin wäre? Hm, warum sollten andere dann diesen Weg dann gehen?

  • "Mehr bauen. So entstehen zwar Wohnungen, aber keine bezahlbaren."



    Aktuelles Gegen-Beispiel gefällig?



    "Ein Beispiel für kostengünstiges Bauen in NRW gibt es in Witten. Dort baut gerade eine Wohnungsgenossenschaft eine Siedlung mit Häusern des sogenannten Gebäude-Typs E. Bei diesem Bauvorhaben wird auch zusätzlich auf Standardisierung gesetzt und modulares Bauen angewendet"



    www1.wdr.de/nachri...nigen-nrw-100.html

    • @Martin Rees:

      Das sind aber leider eine seltene Ausnahme.

      Natürlich sind Genossenschaften eine Möglichkeit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Aber statt offensiv dafür zu werben und zu unterstützen, schweigen sich die meisten Politiker bei dem Thema aus. Vielen Tritt beim Wort "Genossenschaft" der Angstschweiß auf die Stirn. Für sie ist das schon fast Kommunismus.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        "..."Genossenschaft" der Angstschweiß auf die Stirn. Für sie ist das schon fast Kommunismus."



        Aber längst nicht alle sind aus diesem Holz geschnitzt.



        Und bei der taz o. der GLS haben oder hatten auch einige ihre Verbindungen.



        Ein lokales Beispiel:



        "1893 gegründet, betreut die Spar- und Bauverein eG Dortmund als standortgebundene Wohnungsbaugenossenschaft nahezu 12.000 provisionsfreie Wohnungen, rund 2.500 Garagen sowie über 80 Gewerbeobjekte im Großraum Dortmund. Dabei sit sie mit ihren Wohnungen in nahezu allen Stadtteilen Dortmunds vertreten. Den Mitgliedern und deren Angehörigen bietet sie außerdem die Möglichkeit, Geld in einer eigenen Spareinrichtung anzulegen: sicher, dauerhaft werthaltig und mit planbarer Rendite."



        www.wohnungsbaugenossenschaften.de



        Überraschend?:



        "Mein Appell an die Wohnungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen: Geben Sie Ihrem alten Wohngebäude eine neue Zukunft bei gleichzeitiger Sicherung der Bezahlbarkeit von Mieten,“ erläutert Ministerin Scharrenbach.



        „Energetische, soziale und zukunftsfähige Quartiersentwicklung zu bezahlbaren Mieten, das ist die Idee der ‚Modernisierungsoffensive+‘ des Landes Nordrhein-Westfalen“, ergänzt..."



        Quelle sparbau-dortmund.de

        • @Martin Rees:

          "Aber längst nicht alle sind aus diesem Holz geschnitzt."

          Natürlich. Und vor ein paar Jahrzehnten hat sie Politik auch im Westen aktiv unterstützt. Bei den aktuellen Politikern sehe ich das Problem. Dort ist weitgehend Funkstille.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Die SPD Berlin begrüßt ausdrücklich das Engagement der Berliner Wohnungsgenossenschaften als verlässliche Partner für eine soziale und ökologische Stadtentwicklung. Die Genossenschaften sichern mit über 200.000 Wohnungen in Berlin bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten, liegen im Schnitt unter den Mieten der städtischen Wohnungsbaugesellschaften und dies in allen Berliner Bezirken.



        P.S.



        SPD Initiativen zur Gründung kommunaler Wohnungsbaugenossenschaften als Massnahme gegen Mietenexplosion & Wohnungsnotstand gibt es in vielen Bundesländern - sogar in NRW wo die SPD nicht regiert.

        • @zartbitter:

          Und warum hört man davon vor allem im Bund so wenig davon? So etwas gehört ganz vor und in Großbuchstaben ins Wahlprogramm. Dann wäre die SPD vielleicht wieder wählbar.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das Genossenschaftsmodell ist doch eigentlich nur zu Zeiten günstiger Zinsen und Baukosten eine Alternative. Bei den derzeit horrenden Kosten für Baugrund und Erstellung eines Gebäudes ist es für "junge" Genossenschaften doch nahezu unmöglich, genügend Eigenkapital zu mobilisieren, um überhaupt mit dem Bau zu beginnen.

        • @Cerberus:

          ""Das Genossenschaftsmodell ist doch eigentlich nur zu Zeiten günstiger Zinsen und Baukosten eine Alternative....""



          =



          Erbbaurecht = 99 Jahre beträgt in der Regel die Nutzungszeit der Grundstücke. Danach erlischt das vereinbarte Erbbaurecht und das Grundstück geht an den Eigentümer zurück. Das bedeutet das der Staat auf eine Methode aus den Zwanziger Jahren (letztes Jahrhundert) zurück greift und in seinem Besitz befindliche Grundstücke kostengünstig über 99 Jahre an Genossenschaften verpachtet . Damit fällt der Schweinepreis (Grundstückskauf) an den Gestellungskosten weg.



          =



          siehe Industrialisierung des 19. Jahrhunderts



          • Massive Landflucht und Verstädterung



          • Akuter Wohnungsmangel in den Industriestädten



          • Hohe Bodenpreise in den Städten



          führten vor 100 Jahren zum Bedarf nach neuen Finanzierungsmodellen



          =



          2.. Die Planung und der Bau von Gebäuden muss zusätzlich neu gedacht und durchgeführt werden - in Richtung modularer Grundbau und wenn eine Familie über 99 Jahre ihre Wohnung oder Gebäudeteil abzahlen wird kann sie auch bei der Erstellung des Gebäudes den Innenausbau selbst finanzieren und Eigenarbeit einbringen. (Malerarbeiten, Küche, Fussboden, etc.)

        • @Cerberus:

          Ist eben auch eine Frage des politischen Willens und der Unterstützung. Gemeinden könnten z.B. Bauland zur Verfügung stellen. Nach dem Krieg ging das. Auch im Westen.

  • Eigentlich dürfte nicht nur die tatsächlich gezahlte Miete den Mietwert bestimmen, sondern auch der ortsübliche Lohn, im Median.

    Ein weiteres Instrument könnte die verpflichtende Mitteilung der Wohnkosten bei amtlicher Meldung des Wohnsitzes sein, die dann auf starke Sprünge automatisch geprüft werden könnten.

    Bauen ist schon notwendig. Selbst wenn alle Wohnungen einen identischen Mietpreis pro Quadratmeter hätten und bedarfsgerecht zugewiesen würde, an einigen Orten würde es mehr Bewerber als Wohnungen geben. Einige Leute, die dann in umliegende Gemeinden ausgewichen sind, würden eben auch wieder hineinzählen. Und wichtig wäre auch, dass Menschen, die seit Jahren an einem Ort zuhause sind und dort bleiben wollen, das auch dann tun können, wenn sie eine größere oder kleinere Wohnung benötigen, weil sie eine Familie gegründet haben oder die Familie ausgezogen ist. Dafür bräuchte es eigentlich ein Vorrecht, damit die Leute sich auch trauen können, ihre Wohnung aufzulösen - und damit soziale Gemeinschaft nicht ständig erstickt, weil wieder jemand verdrängt wurde.

  • Vielleicht war es doch keine so gute Idee, dass so viele kommunale Wohnungsunternehmen bzw Genossenschaften privatisiert wurden.



    Man hat gesagt, die sind ineffizient und die Kommunen können das Geld anderswo besser einsetzen, was sie durch den Verkauf einnehmen. Heute sieht man das ganze wohl etwas anders, auch da man sehr vielen Leuten Wohngeld zahlen muss, auch aus Steuergeldern. Vielleicht sollte man diese kommunalen Wohnungsgesellschaften doch wieder aufleben lassen.

    • @T-Rom:

      In Berlin war das übrigens eine rot-rote Landesregierung unter einem gewissen Klaus W. - die gleichen Gesellen wollen heute durch "Vergesellschaftung" das durch sie selbst geschaffene Problem auf Kosten anderer lösen. Augen auf beim Wählen...

  • Natürlich hilft Bauen. Und natürlich wird immer am oberen Preiseende gebaut. Wer baut schon verlotterte Bruchbuden zu Niedrigmieten. Der Witz ist, dass Leute die in einer günstigen So-lala-Wohnung wohnen und Geld haben dann ausziehen. Ein Kollege von mir in Hamburg hat in seiner 2-Zimmer-Studentenbude gewohnt, warm 700€. Dann hat er sich eine 400.000€ neu gebaute Eigentumswohnung gekauft und ist aus seiner alten Wohnung ausgezogen. Der Vermieter hat sie sicher gleich wieder vermietet, vermutlich 100€ teurer aber immer noch günstig. Ein neuer Student findet sie, mietet sie und ist happy. Alle sind glücklich, der Immobilienprojektierer für den Neubau, mein Kollege, der Vermieter der alten Wohnung und der neue Mieter der die Wohnung sonst nicht bekommen hätte. Wenn viel gebaut wird, können Besserverdienende, z.B. ehemalige Studenten die billigen Wohnung freimachen. Und je höher das Angebot an Neubauwohnungen ist, desto moderater sind dort die Preise, desto eher zeiht jemand aus einer günstigen Wohnung aus (oder auch aus einer Sozialwohnung mit Fehlbelegungsabgabe).

    • @wie_auch_immer:

      Zitat: - "Der Vermieter hat sie sicher gleich wieder vermietet, vermutlich 100€ teurer aber immer noch günstig." -- Nein, der Vermieter hat gewiss nicht 100 € draufgelegt, sondern den höchsten in Hamburg (in diesem Wohnsegment) erzielbaren Mietpreis herauszuschlagen versucht. Eine Verdopplung ist realistischer als nur 100 € drauf. Wenn jemand aus einer günstigen in eine neugebaute teure Wohnung zieht, dann gibt es im Ergebnis DIESES Neubaus nicht eine günstige Wohnung mehr, sondern im Gegenteil eine weniger.



      .



      Zitat: - "Und je höher das Angebot an Neubauwohnungen ist, desto moderater sind dort die Preise" -- Nein, abseits von gefördertem Wohnungsbau und Quersubventionierungen kann der Mietpreis im Neubau nicht günstiger sein als die Kostenmiete. Und die ist angesichts von Grundstückspreisen und Baukosten für einen Großteil der Bevölkerung nicht leistbar.



      .



      Dennoch ist Neubau sinnvoll und nötig, aber eben nicht im hochpreisigen Segment, sondern unter Nutzung aller möglichen Einsparpotenziale. (Das können große kommunale Unternehmen gewiss besser.) Und gleichzeitig braucht es strikte Mietpreisregulierung im Bestand. Entscheidend im Kampf gegen die Wohnungsnot ist der (Alt-)Bestand.

      • @Kohlrabi:

        "...Nein, der Vermieter hat gewiss nicht 100 € draufgelegt, sondern den höchsten in Hamburg (in diesem Wohnsegment) erzielbaren Mietpreis herauszuschlagen versucht..."

        Ja, das ist wahrscheinlich. Aber diese Abzocke ist nur möglich, weil Mietwohnungen Mangelware sind. Wenn das ganze (solventer Mieter zieht aus einfacher Wohnung in teure Neubauwohnung, Student übernimmt die einfache Wohnung) hunderte Male passieren würde, gäbe es statt eines Anbietermarktes einen Nachfragemarkt, der die Mietpreise drücken würde. So kann selbst teurerer Wohnungsbau den Markt der einfachen Wohnungen entlasten.

        Ins Extreme überzeichnet: Gäbe es deutlich mehr Wohnungen als Interessenten, würden alle, auch die teureren, Wohnungen billiger werden, garantiert. Dass die aberwitzig teuren Neubauwohnungen leer bleiben, ist nicht zu erwarten. Die hier in Reinickendorf angebotenen waren immer sofort verkauft oder vermietet.

  • Bei den Bauvorschriften in Deutschland kann man nicht billig bauen und deshalb auch nicht billig vermieten.

    • @Filou:

      Umbau und Aufstocken geht aber alternativ zum Neubau:

      • @Martin Rees:

        Ist halt blöderweise häufig nicht günstiger als Neubau.

      • @Martin Rees:

        Bei bundesbaublatt.de



        "Die Wohnungspolitik in Deutschland steht vor einer gewaltigen Aufgabe



        Chancen und Perspektiven von Dachaufstockung und -ausbau"



        Weiter dort:



        "Um die als Kostentreiber wirkenden rechtlichen Hemmnisse von Dachaufstockung und Dachausbau zu verringern, ist politische Unterstützung gefragt. Die gute Nachricht: Vielfach wird sie bereits gewährt. So ist beispielsweise Ende März 2017 eine Novelle des Bauplanungsrechts in Kraft getreten. Diese gibt Städten und Gemeinden mehr Flexibilität bei der Planung von Innenstadtquartieren mit gemischter Nutzung. Herzstück der Reform ist die neue Gebietskategorie „Urbanes Gebiet“, die verdichtetes Bauen und Dachaufstockungen erleichtert und eine hohe Durchmischung von Wohnen, Arbeit und Freizeit ermöglicht."

        • @Martin Rees:

          Blöd nur, dass die in Betracht kommenden Gegenden alle schon längst beplant sind. Und die Menge an angeblich nicht störendem Gewerbe ist auch begrenzt. Man hätte schon die BauNVO abschaffen (oder wenigstens deutlich zurückstutzen) müssen, um eine spürbare Verbesserung zu erzielen.



          Eine Dachaufstockung scheitert zudem oft nicht am Gebietscharakter, sondern an der Stockwerksbegrenzung, der Geschossflächenzahl oder an der Statik oder den Erhaltungsvorschriften hinsichtlich der Fassaden. Nicht zu vergessen sind ImmSchG und TALärm, die viele Gegenden der Wohnnutzung verschließen – großenteils zu Recht, da Lärm krank macht.



          Auch nicht zu vergessen sind die Vorschriften zu den Kfz-Stellplätzen: Daran sind schon einige Wohnbauprojekte gescheitert, weil zwar alle die Verdichtung wagen wollten, aber am Ende die Angst gewann, Mieter:innen ohne Stellplatz zu haben, die sich beschweren oder gar klagen.



          Ich finde die Idee gut und richtig, aber es muss sich eben noch viel mehr tun, um da richtig Bewegung reinzubringen.

    • @Filou:

      Das sind die Folgen unserer Politik. Andere Laender muessen ihre Immobilien nicht teuer "luftdicht" verpacken, denn andere Laender betreiben ihre Waermepumpen mit klimaschonenden Gundlaststrom. Wer nicht ausreichend Wasserkraft oder Geothermie hat, nutzt dafuer Kernkraft, wie vom Weltklimarat empfohlen.

      Wer aber eine Energiewende in umgekehrter Richtung vollzieht (Kernkraft -> Kohle -> Pipelinegas -> Fracking-LNG), der zahlt dafuer eben die Rechnung.

      Deshalb sind wir noch nicht aus der Kohle draussen, im Gegensatz zu anderen Laendern wie zB GB oder Frankreich. Deshalb sind wir mit Polen an der Spitze der europaeischen Drecksschleudern was den CO2-Ausstoss pro erzeugter kWh betrifft. Aber immerhin haben wir dafuer mit den teuersten Strom. Ist doch auch was. Und dafuer sollten wir dankbar sein. In Zukunft gibts laut Habeck eine angebotsorientierte Energieversorgung. Dann gibts nicht mal teuren Strom wenn das Wetter nicht mitspielt.

      Und wenns richtig Dicke kommt und im Winter das Stromnetz zusammenbricht, dann warten wir am besten bis zum Sommer, denn mit Windkraftraedern kann man kein Stromnetz aufbauen, da sie ohne Strom nicht funktionieren.

      • @elektrozwerg:

        Den teuersten Strom hat Frankreich, der Preis wird nur durch MASSIVE staatliche Subventionen und verschleppte notwendige Modernisierung/Sanierung gedrückt.



        .



        Gäbe es in Deutschland mehr Atomstrom, wäre der Preis höher, oder das Geld würde im Haushalt an anderer Stelle fehlen.



        .



        Der Strompreis ist teuer wegen dem Merit Order Prinziep, wegen Oligopolstellungen bei Netzbetreibern, uvm.



        In GB bestimmt, wie in Deutschland, auch der Gaspreis den Strompreis.



        .



        Feldheim in Brandenburg zeigt seit 2010 wie 100% Erneuerbare Versorgung von Gemeinden potentiell ausehen kann. Und wie billig dann der Strom wäre!



        .



        Ja die frühzeitige Abschaltung der AKWs war falsch, ein Neubau jedoch ein Loch ohne Boden für Steuergelder. Siehe Frankreich, siehe GB!

        • @sociajizzm:

          P.S. Tschechien liegt noch zwischen Polen und Deutschland, die hatte ich nicht im Kopf, mea culpa.

        • @sociajizzm:

          Hier der CO2-Ausstoss in g pro produzierter kWh der letzten 12 Monate im Vergleich:



          Deutschland: 380



          GB: 161



          Frankreich: 27



          Spanien: 105



          Portugal: 102



          Niederlande: 265



          Daenemark: 123



          Oestereich: 180



          Schweiz: 59



          Griechenland: 245

          Das ist die Realitaet nach 25 Jahren Energiewende mit Atomausstieg ohne Schoenfaerberei, wohlgemerkt nachdem schon ein Teil der deutschen Industrie gefluechtet ist oder am Boden liegt.

          app.electricitymap...ne/AT/12mo/monthly

        • @sociajizzm:

          Feldheim nutzt Biogas fuer windstille Zeiten im Winter, genau das Biogas, was die Regierung nun Gas beimischen will und von dem wir garnicht genug haben. Deshalb mag das fuer ein kleines Dorf ohne Industrie funktionieren, laesst sich aber nicht auf das Land hochskalieren.



          Ich sehe das nicht so, dass bei einem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke der Strom so teuer waere wie aktuell. War er vor dem Austieg ja auch nicht.



          Der Strompreis ist zum einen aufgrund des teuren Fracking-LNG aus den USA so teuer, wovon besonders die gruene Stromlobby profitiert, wenn schon nicht das Klima. Dazu werden die Folgekosten des wetterabhaengigen dezentralen Stroms fuer Netzausbau und Speicherinfrastruktur sozialisiert, waehrend die Gewinne privatisiert werden.

          Aufgrund des Atomaustiegs bauten Schroeder und Trittin Northstream, um mit HIlfe von Putins Gas als Uebergangstechnologie aus der Kohle rauszukommen.

          Diese Energiewende hat mit dem verfruehten Atomausstieg den Ukrainekrieg finanziert und uns zur CO2-Dreckschleuder gemacht, vertreibt die Industrie und unseren Wohlstand und verhindert den Bau bezahlbarer Wohnungen.



          Wir haben uns 25 Jahre eine Grube gegraben aus der es keinen schnellen Ausweg gibt

    • @Filou:

      Natürlich ginge das, aber privatwirtschaftlich agierende Vermieter haben natürlich gar kein Interesse dran.

      • @Bussard:

        Klar haben privatwirtschaftlich agierende Investoren Interesse an niedrigen Baukosten - die wären aber nur mit absolut offensichtlichen Verstößen gegen die amtliche Auslegung der Bauvorschriften zu erreichen...

  • Wie in vielen Bereichen, der Markt funktioniert für die Starken, wobei zu dieser Kaste im Bereich Wohnungen immer weniger Menschen gehören.



    Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen, hier den Markt vor sich hinwerkeln zu lassen führt am Ende zu nichts, zumindest für die mit dem mittleren oder niedrigen Einkommen. Der Fehler aus den 90ern, die eigenen Wohnungen zu verscherbeln, darf die öffentliche Hand nicht nochmal machen. Selbst Wohnraum schaffen, bereitstellen, ohne damit Gewinn erzeilen zu wollen, das muss die Maxime sein. Gleichzeitig kann man Genossenschaften fördern und Wohnraum anbietende Privatfirmen zu Standards verpflichten.



    Die Wohnung oder das Haus als möglichst viel erwirtschaftendes Anlageprojekt muss restriktive Ausnahme bleiben.

  • Ja, wer kennt sie nicht, die unglaublichen Wuchermieten von Vonovia, DeuWo und Co., wegen derer vom Durchschnittsverdiener bis zum Prekariat niemand eine Wohnung findet. Von deren spekulativem Leerstand in bester Lage ganz zu schweigen.

    Für eine letztlich machtlose (dafür umso mehr auf Samariter machende) Bewegungs-Liberallinke ist diese "DeuWo & Co Enteignen"-Geschichte zum sinnstiftenden Fetisch geworden, egal ob sie tatsächlich zielführend ist oder auch nur das Ziel überhaupt korrekt analysiert.

    • @Kawabunga:

      Die Durchschnittsmiete in Deutschland von Vonovia liegt im Moment bei € 8,05 bis € 8,13. Also weit unter Neubauniveau. Das Wohnungen in Berlin, Frankfurt und München pro qm teurer sind als in Pusemuckel, und auch Vonovia neue Wohnungen nicht unter den Erstehungskosten vermieten kann, dürfte klar sein.

      • @Vladimir Z.:

        Guten Tag Vladimir Z.



        Die Vonovia, wie auch Deutsche Wohnen und andere sind nicht einfach Wohnungsvermietungsgesellschaften sondern Konzernkomplexe, in denen auch Servicegesellschaften enthalten sind. Die zwischen Konzernteilgesellschaften untereinander erbrachten Leistungen sind für Mieter oft intransparent und nachweislich oft zu teuer in den NK-Abrechnungen



        eingestellt. Das hat zur Folge, dass mittelmäßige Instandhaltung kombiniert mit überhöhten Nebenkosten maximalen Profit für Anteilseigner bedeutet. Das ist eines der schwerstwiegenden Probleme mit diesen Konzernen.



        Die Durchschnittsmiete sagt da wenig aus.

      • @Vladimir Z.:

        Ich schlage vor, dass Sie meinen Beitrag nochmal in Ruhe lesen ;-)

  • Was bitte würde eine Enteignung ändern? Richtig, genau nichts. Nicht eine Wohnung mehr wäre vorhanden. Nur durch ständige Wiederholung wird eine Falschbehauptung noch lange nicht war. Ja, die Politik könnte was tun indem sie bauen billiger macht. Zuletzt hat sie mit immer neuen Auflagen für das Gegenteil gesorgt. Der Autor schreibt doch selbst, dass es nicht möglich ist derzeit für unter 20 EUR/m2 vermieten können aufgrund der Baukosten.

    • @Fran Zose:

      @Fran Zose



      Selbstverständlich würde eine Umstrukturierung der Eigtumsverhältnisse von Wohnungsgesellschaften wie Vonovia & DeuWo in staatlichen Wohnraum etwas ändern. Da nicht mehr übermäßig profitorientiert, im Sinne der Anleger vermietet werden muss, bleiben die Mieten moderat und steigen nicht unermesslich.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Wie kommen Sie darauf? Dafür gibt es erstmal wenig Anhaltspunkte; wahrscheinlich würde eine ineffiziente, aufgeblähte Verwaltung die Kosten erhöhen. Abgesehen davon kann ich Deutschland zum Glück nicht entschädigungslos enteignet werden, so dass allein die Zinskosten höher wären als jede Dividende. Dann soll der Staat doch von dem Geld lieber neue Wohnungen bauen.

        • @Fran Zose:

          Ich frage mich ja wieviel mehr eine ineffiziente Verwaltung die Preise treibt als schlichte Gier.

          Am Angebot wirds freilich nur wenig ändern.

          • @metalhead86:

            Ich gebe gerne zu: das mit der ineffizienten Verwaltung ist eher eine überspitze Replik auf die fromme Staatsgläubigkeit gedacht gewesen, wonach es nur Enteignung bräuchte und alles würde gut. Der entscheidende Punkt ist das Angebot.

          • @metalhead86:

            Ich gebe gerne zu: das mit der ineffizienten Verwaltung ist eher eine überspitze Replik auf die fromme Staatsgläubigkeit gedacht gewesen, wonach es nur Enteignung bräuchte und alles würde gut. Der entscheidende Punkt ist das Angebot.

        • @Fran Zose:

          @Fran Zose



          " Dann soll der Staat doch von dem Geld neue Wohnungen bauen "



          Ach, und die neuen Wohnungen soll der Staat dann, Ihrer werten Ansicht nach, ineffizient mit einer aufgeblähten Verwaltung verwalten.

          Merken Sie selbst, oder ?



          Erfolgversprechender wäre, die vorhandenen Wohnungen von Vonovia & DeWo in Genossenschaften umzuwandeln, an denen die Bewohner beteiligt werden und somit in Mitverantwortung treten.

          • @Alex_der_Wunderer:

            Sind Güter knapp, steigen die Preise. Ein simpler Mechanismus. Enteignen sie Wohnungen, so wechselt nur der Eigentümer aber es kommen keine neuen hinzu. Die Knappheit bleibt bestehen, Preise werden nicht sinken; und dass trotz der Milliarden, die für die fällige Entschädigung ausgegeben wurde. Und selbst wenn der Staat als neuer Eigentümer beschließen würde die Mieten unter den Selbstkostenpreis zu senken, so würden davon nur jene profitieren, die bereits eine Wohnung gemietet haben. Nimmt er dagegen das Geld und baut neue Wohnungen, wie ineffizient auch immer, steigt das Angebot. Am effektivsten wäre es, wenn der Staat dafür sorgen würde, dass Bauen wieder billiger werden würde durch weniger strikte Vorgaben und schnellere Verfahren. Dann müsste er die auch gar nicht selber bauen. Aber das bleibt wohl ein frommer Wunsch.

            • @Fran Zose:

              @Fran Zode



              Der Staat sind ja wir Bürger, kommen wir zu unseren Regierenden, Diese Parlamentarier, die von uns Wählern legitimiert werden, um im Interesse der Wähler aktiv zu agieren, könnten, müssten und sollten Regularien für die Mietpreise erarbeiten. Nicht jeder vorhandene Wohnraum ist die genannten 20,-- Euro pro qm Wert. Baujahr, Ausstattung der Technik und Sanitärenanlagen sind oftmals Meilenweit von Wohnung zu Wohnung auf unterschiedlichstem Niveau, sprich sehr unterschiedlich. Würden hier Parlamentarier die längst überfälligen Richtwerte/ Richtlinien zur differenzierten Mieterhebung für unterschiedlichen Wohnraum entwerfen, würde es schon eine Menge Bewegung, zum Vorteil für die Mieter, auf dem Wohnungsmarkt geben.



              Es gibt hochwertigen Kaffee und minderwertigen Kaffee, dementsprechend hoch oder niedrig ist der Preis und nicht jede Sorte Kaffee wird gleichpreisig auf dem Markt angeboten / verkauft.



              Die Erstellungskosten von Wohnraum sind sicher durch verschiedenste Faktoren senkbar, da stimme ich Ihnen absolut zu. Sehr vieles wurde von unseren Parlamentariern, aufgrund zu starker Beeinflussung in einseitige Richtung durch Lobbyisten, von unserer Regierung entschieden.

              • @Alex_der_Wunderer:

                Sie haben recht, nicht jeder Bestand ist die 20 EUR/m2 wert. Aber es geht auch nicht um den Bestand, sondern um den Neubau. Unter 20 EUR/m2 lässt sich offensichtlich nicht kostendeckend bauen wie im Artikel erwähnt. Ich nehme mal an, dass das stimmt, würde es wesentlich billiger gehen, hätte der tendenziöse Artikel das sicher erwähnt um auf die bösen Vermieter einzudreschen. Der Mangel an Wohnraum lässt sich nur mindern, wenn entweder die Nachfrage fällt (in den Ballungsräumen unwahrscheinlich) oder eben das Angebot steigt. Also muss gebaut werden. Um dabei geringere Baukosten zu erreichen wäre es definitiv hilfreich, wenn der Staat (umfasst für mich neben den Parlamentariern vor allem auch die Behörden) die Grundlage schaffen würden, dass billiger gebaut werden kann. Meine Erwartung an den Staat ist nicht, dass er den Mangel verwaltet, sondern vielmehr dass er die Vorraussetzungen schafft, dass der Mangel behoben wird. Und es richtig ist: die Baukosten sind teilweise auch stark getrieben von an sich guten Intentionen wie Energieeffizienz, Nachhaltigekit etc; halt der deutsche Hand zur Goldrandlösung. Die Frage ist, was wir’s uns im Angesicht der Krise noch leisten können und wolle

          • @Alex_der_Wunderer:

            Sind Güter knapp, steigen die Preise. Ein simpler Mechanismus. Enteignen sie Wohnungen, so wechselt nur der Eigentümer aber es kommen keine neuen hinzu. Die Knappheit bleibt bestehen, Preise werden nicht sinken; und dass trotz der Milliarden, die für die fällige Entschädigung ausgegeben wurde. Und selbst wenn der Staat als neuer Eigentümer beschließen würde die Mieten unter den Selbstkostenpreis zu senken, so würden davon nur jene profitieren, die bereits eine Wohnung gemietet haben. Nimmt er dagegen das Geld und baut neue Wohnungen, wie ineffizient auch immer, steigt das Angebot. Am effektivsten wäre es, wenn der Staat dafür sorgen würde, dass Bauen wieder billiger werden würde durch weniger strikte Vorgaben und schnellere Verfahren. Dann müsste er die auch gar nicht selber bauen. Aber das bleibt wohl ein frommer Wunsch.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Vielleicht, oder sogar wahrscheinlich, stiegen die Mieten langsamer oder gar nicht.

        Mit den weniger erwünschten Nebenwirkungen, dass nichts mehr modernisiert wird, und die Mieten außerdem massiv quersubventioniert werden müssten aus Steuergeldern. Hatten wir alles schon einmal in der DDR - war dann doch nicht so toll.

        • @NN:

          @ NN



          Die DDR war ja auch ein undemokratischer SED geführter, diktatorischer Unrechtstaat. Wohl kaum mit der demokratischen Bundesrepublik Deutschland in Vergleich zubringen.

          • @Alex_der_Wunderer:

            Ändert aber nichts an den aufgezeigten Problematiken entweder die wohneunge verfallennnach kurzer Zeit oder die mieten stiegen da wie überall oder es werden exklusive Wohnungen die günstigste als der fest sind und queerfinanziert werden. Vorallem von jenen die viel teurer mieten. Verstaatlichen bring nichts. Mur ein Überschuss wird Preise in der breiten Masse senken.

  • Der "Staats-Fetisch" löst nicht das eigentliche Problem.



    Auch der Staat kann nicht unter Kostendeckung vermieten. Wenn die Kosten nicht über die Mieten gedeckt werden, dann muss Steuergeld ran. Das sollte man ehrlich kommunizieren und auch gleich sagen, werd das bezahlen wird. Die üblichen Nebelkerzen von wegen "das zahlen die Reichen" reichen nicht.



    In der DDR war auch alles fair und günstig bepreist, jeder konnte sich "alles" leisten. Theoretisch. Das Geld war da. Die Ware aber nicht.



    Was nützen günstige Wohnungen, wenn sie Mangelware sind?



    Ein Dach über dem Kopf ist ein Existenzbedürfnis. Wer die Macht über die Verteilung von Wohnraum hat, hat einen mächtigen Hebel. Man konnte ja mal als „Systemfeind“ versuchen, in der DDR eine neue Wohnung zu bekommen.



    Das ist das eigentliche Ziel der Enteignungsdebatten. Und dieses Ziel kann nur erreicht wedren, wenn die Wohnraumknappheit bis dahin aufrecht erhalten wird. Nur so kann man die Massen mit diesem Thema mobilisieren.



    Die Grünen mahnen: Was ist mit den Wahlergebnissen passiert, nachdem das Kernthema "Atomausstieg" durch war?



    Deshalb gibt es Parteien, die den Wohnraummangel nach aussen verurteilen, nach innen zementieren wollen

    • @Desdur Nahe:

      Die Kosten müssen gedeckt werden, aber eben kein Gewinn erwirtschaftet werden.



      .



      Der Staat kann auch billigere Kredite bekommen => weniger Zinskosten.



      .



      Die Verwaltung kann ausgelagert werden, um Kosten zu sparen, wie das auch private Vermieter mit größerem Portfolio machen.



      .



      Diese Faktoren würden schon erheblichen Einfluss auf den Mietpreis haben.

      • @sociajizzm:

        Für eine konstante Miete muss man schon etwas Gewinn einplanen, sonst läuft man bei jeder Kleinstreparatur ausser der Reihe ins Minus.

        "Diese Faktoren würden schon erheblichen Einfluss auf den Mietpreis haben." - Leider nein. Selbst wenn sie ihr eigenes Vermögen komplett selbstlos einsetzen und ohne jeden Gewinn und ohne Kredit Wohnraum schaffen, müssen sie bei Baukosten von 5000 pro Quadratmeter eine Kaltmiete von knapp 17 € pro qm nehmen (Rückzahlung der Investitionssumme über die geschätzte Standzeit des Gebäudes von 50 Jahren + Instanthaltung von 2% pro Jahr). Und die Miete muss steigen, weil die Instandhaltungskosten weiter steigen. Und trotzden machen sie dabei machen sie genau genommen noch Verlust, weil ihr Geld in den 50 Jahren massiv an Wert verloren hat. Wollen sie mit der Miete auch nur 2% Inflation ausgleichen landen sie bei 25€ pro qm. Die will niemand zahlen, weshalb derzeit kaum jemand baut, auch der Staat nicht. Die Bauprojekte, die es derzeit gibt sind hochspekulativ, weil die Bauherren auf massiv steigende Mieten und Immobilienpreise setzten. Insofern sind Mieter derzeit sogar Profiteure der Spekulanten. Klingt komisch, ist aber so.

        • @Samvim:

          Guten Tag Samvim



          Möglichst mit den richtigen Zahlen argumentieren.



          €5000/m² sind höchstes Luxuswohnungsniveau



          Standard liegt bei etwa € 2700/m²



          Dementsprechend ließe sich nach ihrer Berechnung ein Mietpreis unter €10/m² realisieren. Wenn es denn nicht um Renditemaximierung ginge. Zumal in beiden Fällen die umfangreichen staatlichen Fördermittel und Steuervorteile unerwähnt bleiben, die auch Kapitalinvestoren gerne einstreichen.

  • Mich würde das "ganze Wohntürme stehen leer" mal mit genaueren Quellen interessieren. Berlin hatte in den letzten Erhebungen eher so Leerstandquoten um die 2-3%, und ca. 0,4% AirBnB und co.

  • " Für jedes Neubaugebiet müssen wertvolle Biotope, Ackerflächen oder alternative Freiräume weichen."

    Das stimmt zwar, aber wenn die gleichen Investoren die gleichen Naturflächen für große Solarparks oder Windparks zubauen gilt das als praktizierter Umweltschutz.

    Und die immer wieder aufkommende Forderung nach Vergesellschaftung. Hört sich vielleicht besser an als Verstaatlichung, ist aber das Gleiche.



    Und angesichts des Zustandes der Wohnbausubstanz am Ende der DDR sollte es doch Allgemeinbildung sein. daß der Staat, also die dort entscheidenden Funktionäre, es auch nicht besser hinbekommen als der Markt.



    Deshalb wurde mal die soziale Marktwirtschaft erfunden, d.h. der Staat macht Vorgaben und agiert ggf. auch selbst am Markt.



    Aber von der ist leider nicht mehr viel zu sehen.

    • @Don Geraldo:

      "Das stimmt zwar, aber wenn die gleichen Investoren die gleichen Naturflächen für große Solarparks oder Windparks zubauen gilt das als praktizierter Umweltschutz."

      Ersten snd es nicht die gleichem Investoren, zweitens dient nicht Versiegelung dem Klimaschutz sondern regenerative Energien. Dritten sind die Flächen dafür marginal groß.

      Es ist meines Erachtens nicht Aufgabe des Staates für Wohnungen für für Zugezogene in den bestbezahlenden Metropolen Deutschlands zu sorgen. Wo man 10.000 mehr im Jahr verdient im Schnitt dürfen ach die Mieten dann höher sein.

      Der Staatsoll sich um Wohnungen allen für die sozial Schwachen kümmern, die dabei unter die Räder kommen.

    • @Don Geraldo:

      Wohngenossenschaften ohne zweistellige Renditesaug-Wünsche könnten da der dritte Weg sein. Die Solarpanele können die sich gleich mit aufs Dach setzen.



      Wien ist ein weiteres Beispiel, dass es drauf ankommt.



      Wohnen ist schon daher ein besonderes Gut, weil eine Marktteilnahmeverweigerung aka Obdachlosigkeit eigentlich keine Alternative ist.

    • @Don Geraldo:

      Ach die meisten städtischen Gesellschaften kriegen das besser hin als die DW. Vielleicht schauen sie sich diese Wohnungen mal an. Ich habe mehrere solcher verschimmelten Wohnungen gesehen. Hauptsache die Dividende stimmt ist dort die Devise.

      • @Ramelow Cathrin:

        Haben nicht mal einige der Wohnungen von DW der Stadt bzw dem Land Berlin gehört?



        Kommt also auf Stadt an.

  • Das ist doch alles schon durchdiskutiert. Eine Enteignung kostet reichlich Geld, die Variante der Kampagne DW enteignen, nach welcher zinsfrei gestundet wird, ist mit erheblichen Risiken behaftet, Mietendeckel ist Bundesangelegenheit und nicht in Sicht, für eine Sozialbindungsquote privater Vermieter fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage.

    Wie wäre es statt dessen mit einer Flächenbeschränkung bei vermietem Wohnraum mit entsprechnder Fehlbelegungsabgabe? Zuständigkeit liegt bei den Ländern und könnte schnell umgesetzt werden.

    Ferner Bebauung des ex-Flughafens Tempelhof, der Elisabeth-Aue und der zahllosen Kleingarekolonien.

    • @DiMa:

      Beschränkung: Es muss ja nicht so deutlich wie nach dem Krieg sein, wo der Solidarität mit Zwangseinweisung nachgeholfen wurde. Und wieso nicht?



      Dafür werden wohl aber noch andere politische Mehrheiten nötig sein.



      Ob Frischluftschneisen geschlachtet werden? Mmh, vielleicht doch mal z.B. die Autos wieder aus dem öffentlichen Raum zuerst.

      • @Janix:

        "wo der Solidarität mit Zwangseinweisung nachgeholfen wurde", fragen Sie mal Personen die das noch erlebt haben wie viele Menschen da in einem Raum wie untergebracht wurden. Bei uns in der Gegend haben, mussten, sich dann die Vertriebenen selber ihre kleinen, sehr einfachen Häuser, bauen oder zumindest mithelfen. Wäre ja auch noch eine Lösung für das Wohnungsproblem ...

  • Meine Rede: die Falschen bauen das Falsche für die Falschen.

  • In Großstädten wie Berlin stehen ganze Wohntürme leer, weil Bauherren bei den aktuellen Baukosten selten unter 20 Euro-Netto kalt vermieten können.

    Ist der Leerstand für den Eigentümer günstiger, als eine Vermietung unter Preis? Klingt für mich unlogisch.

    • @Xanyd:

      Ist es nicht. Die Behauptung des Autors ist schlicht unwahr.

    • @Xanyd:

      Da gibt es steuerrchtlich garantiert Möglichkeiten für Abschreibungen aufgrund Leerstandes. Und das wird billiger sein als günstig zu vermieten.

      • @Minion68:

        Nein, die gibt es nicht. Sie können allenfalls Leerstandsverluste absetzen, nur gibt es nix blöderweise als Verluste zu machen, um diese dann abzusetzen.

    • @Xanyd:

      Möglicherweise sind diese Wohntürme noch gar nicht in einem Zustand, daß Mieter einziehen könnten.



      Überhaupt keine Einnahmen zu erzielen kann immer noch günstiger sein als zusätzliches Geld einzusetzen, um dann Einnahmen zu erzielen.

    • @Xanyd:

      Laufende Kosten wie Abnutzung sollten überschaubar sein. Und spätere Mieterhöhungen durchsetzbar. Im Gegenteil: dann würde da ordentlich geheizt und gelüftet.



      Es war schon Miete, dies Beispiel, nicht der Versuch, den Leuten mit arg viel und vielleicht auch dubiosem Geld eine weitere Immobilie zu verkaufen? Dann wird mieter"frei" oft bevorzugt.

      • @Janix:

        @ all

        Man sollte die Möglichkeit nicht ausschließen, dass besagte Wohntürme nicht gebaut bzw. gekauft wurden, um Mieteinnahmen zu erzielen, sondern als reine Spekulationsobjekte dienen.



        Also erwerben, eine Weile halten und wenn die Immobilienpreise gestiegen sind an den nächsten "Investor" weiter verkaufen. Mieter sind bei diesem Spiel, das der Gesetzgeber nicht unterbindet, nur ein Störfaktor.

  • Billiger bauen - das hört die Baustoffindustrie gar nicht gerne.



    Die würde verlangen, dass der Beton mit San Pellegrino angerührt werden muss, um die Kosten in die Höhe zu treiben.

    • @Erfahrungssammler:

      Das ist Gewinde gesagt Schwachsinn. Sicher haben sie ein Interesse an einher guten Marge, aber sicher nicht an hohen Kosten. Aber Hauptsache wieder einen rausgehauen gegen die böse, böse Industrie.

      • @Fran Zose:

        Na und? Gegen die gute Industrie habe ich absolut nichts.



        Und ich bin überzeugt, dass Kosten mutwillig in die Höhe getrieben werden, um Reibach zu machen - nicht nur in der Baubranche.

  • Es gibt unzählige Synonyme für "Versagen".



    "Wohnungsbaupolitik" ist eines davon.

  • gestern erst wieder in sozialen netzwerken gesehen: wohnungsangebot. 25qm, möbliert, nicht saniert nichts. Kalt 310€.

    Möbliert weil man sich dann nicht an den mietspiegel halten muss.

    das ist die Realität wieso Leute sich nicht verkleinern. Wieso soll eine Omi mit kaum Rente aus der billigen Wohnung in eine kleinere ziehen wo sie sich dann kein essen mehr leisten kann?

    Wir haben keine fairen Voraussetzungen und damit sind alle diese Gedanken spiele eben nicht drin.

    • @Welt Bürger:

      Das ist wenig. Ein wenig aufgmotzte möblierte Appertments kosten in Großstädten ab 800 Euro aufwärts.

      Die Kette fizz ist auf Studenten spezialisiert. Vermögende Eltern mieten ihren Kids hier Kleinstappartments. Auf dieses Vermietungsmodell haben sich etliche Konzerne spezialisiert, weil mit Kleinstwohungen Riesengewinne zu machen sind. Der Staat schaut tatenlos zu.

      www.the-fizz.com/

      Flächendeckend werden in Großstädten möblierte Kleinstwohnungen zu Wuchermieten in den Internetportalen angeboten.



      Hamburgs Behörden taten ein Jahr lang nichts gegen den Missbrauch, der in einem von der Stadt eigens eingerichteten Meldeportal für Bürger gemeldet wurde.

      Die riesige städtische Hamburger Saga, nimmt ihre Mieter unter einer SPD-Regentschaft regelrecht aus: fast 300 Millionen Euro Gewinn, der in den Staatshaushalt geht. Die Saga treibt das Mietniveau in Hamburg, statt es zu dämpfen.

      Das Wohnungsproblem (bezahlbar) ist nur mit einer einer Rieseninvestition des Bundes durch neue Schulden für staatliche Wohnungen zu lösen.



      Geschehen tut exakt nichts, es wird gerade mal der Status Quo gehalten, weil zu viele Sozialwohnungen aus der Sozialbindung fliegen.

    • @Welt Bürger:

      Kommt darauf an, wo die Wohnung ist.

      In Berl7n liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 13, 11 € pro qm.

      Da wäre das eine angenehm billige Wohnung.

      • @rero:

        Die durchschnittliche Nettokaltmiete in Berlin liegt bei 7,16€!



        .



        Nur werden keine Wohnungen für den Preis angeboten.



        .



        Wer jetzt eine Wohnung in Berlin mieten möchte zahlt im Durchschnitt tatsächlich13.11€ pro qm, bei Neubau sogar fast 20. Die Mietpreisbremse ist faktisch wirkungslos.



        .



        Also ja es ist "normal", aber eben nur weil Mietwucher "normal" ist. Und ja in teuren Gegenden bekommt man für den Preis nicht einmal ein Zimmer, geschweige eine möblierte 1 Zimmerwohnung!



        .



        Und daher zieht auch niemand aus zu großen, aber billigen Wohnungen aus, wie Weltbürger schon sagt.

    • @Welt Bürger:

      Patentlösung gesucht: Die Marktspaltung in Alt- und Neumiete ist nicht gesund und kann zu dem führen, was sie beschreiben.



      Altmieten also etwas höher, Neumieten niedriger, damit völlig sinnvolle Umzüge zu mehr oder weniger Fläche auch stattfinden. Was übrigens auch für Eigentum gilt. Ideen für das Wie würden auch mich interessieren. Vielleicht brauchen wir eine Renaissance von Genossenschaftsbau und konsequente Abschöpfung der Grund-Rendite, aber vor allem Umbau des Bestehenden, dass wieder trotz aller Demografie weniger Fläche "gebraucht" wird.

      Die Omi d/w/m bräuchte vermutlich eine überschaubar zu pflegende Miniwohnung, also kleiner, ideal barrierearm, oder auch ein klug geschnittenes Mehrgenerationenhaus mit Gemeinschaftsnutzungen, doch am besten so, dass sie ihre verbliebenen Freunde und Verwandten auch noch einfach sieht, also dann doch noch eher in der Nähe und nicht irgendwo bei Swinemünde oder Säckingen.

  • Gerecht ist ein wichtiger Punkt und bewegt viele.



    Um auch die anderen zu gewinnen: Es ist hochgradig ineffizient, wenn eine Witwe das große Einfamilienhaus pflegen und putzen muss, während die Kinder längst in München, Calgary und Hamburg weilen. Wenn nur für den einen Besuch bei der Oper im Jahr Graf Koks sein Fünft-Appartment sonst leerstehen lässt (die Mieter von heute, ach, Sie wissen schon). Zersiedlung lässt uns guten Ackerboden und Grün verlieren.



    Zugleich brauchen wir weniger Transaktionskosten - den Notaren, Maklern und andere Immobilienhaien weniger Futter ins Becken, damit häufiger in die jeweils passende Haus-/Wohnungsgröße gewechselt wird, wie in anderen Ländern die Regel. In den Niederlanden ist es das Beginnerhuis, dann für die Familiengründung mehr, später dann etwas praktisch Kleines für die Zweisamkeit.



    Wo mensch anpacken könnte, ist, dass auch etwas für diese Passgenauigkeit in der Nähe vorhanden ist. Einfamilienhausghettos am Ortsrand sind auch deswegen unklug, weil da das praktisch Kleine in der Nähe der alten Freunde und Nachbarn nicht vorhanden ist. Einliegerwohnungen etc. können da manchmal helfen und auflösen.



    Quadratmeter hätten wir eigentlich genug.

    • @Janix:

      Das stimmt eigentlich. Quadratmeter sind reichlich da, aber meistens halt dort, wo diese nicht (mehr) benötigt werden.



      Warum sollte ich meinen Vater zwingen, sein selbst gebautes Haus zu verlassen? Und wohin mit ihm? Ins Altenghetto sicher nicht. ich habe selber mal dort gearbeitet. das Wort Seniorenresidenz ist nur ein Hohn. Eher Abstellkammer mit Minimalstversorgung bis zur biologischen Klärung. Außerdem ist er geistig noch fit und möchte sein Haus und seine Umgebung nicht verlassen. So wohnt er halt allein auf 180qm.

      • @Oleg Fedotov:

        Ja, auch das.



        Wenn das Haus so gebaut ist oder umgebaut werden kann, dass da noch jemand wohnen kann, dann hat ihr Vater jemanden, der auch mal einkaufen fährt, und etwas mehr Geld locker, evtl. Anregung im Alter. Und die andere Person (oder bei 180 m² ja wohl auch: Familie?) hat ein Dach über dem Kopf und freut sich auch. Vielleicht jemand mit Work-from-Home-Chance und Freude an Platz oder ein Azubi, womöglich packt der/die beim Garten mit an. Später ist das vielleicht jemand, dem Dinge zeitig auffallen würden.

        • @Janix:

          „ …dass da noch jemand wohnen kann, dann hat ihr Vater jemanden, …“



          Dummerweise möchten das Wenigsten. Meist gab es im Leben genug Unruhe, so dass nun eher Ruhe angesagt ist. Ob das gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Hier im Dorf haben auch viele EFH Einliegerwohnungen. Die sind schon länger leer…. Ok, ein paar haben an Ukrainer vermietet.

          Aber, positiv, die Wohngebiete sind im steten Wandel. Es sind durchaus wieder neue Familien in den alten Häusern und es stehen immer mehr Luft-Wärmepumpen vor den Häusern.