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Brandmauer-DiskussionWer spaltet wen?​

Stefan Reinecke

Kommentar von

Stefan Reinecke

Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsident Albig will, dass die SPD die Brandmauer zur AfD einreißt. Damit macht er alles nur noch schlimmer.

Ins rechte Horn geblasen: Torsten Albig (SPD) Foto: Georg Wendt/dpa

D ie SPD soll die Brandmauer zur AfD einreißen. Das fordert Torsten Albig, der mal Ministerpräsident in Kiel war. Albigs Intervention bringt das Kunststück fertig, den Finger in eine schwärende Wunde zu legen und alles noch schlimmer zu machen.

Es stimmt schon: Die Sozialdemokratie neigt dazu, die AfD mit Symbolpolitik zu bekämpfen. Sie fordert auf Parteitagen ein AfD-Verbot, das nie kommen wird, und beschwört die Tradition des Antifaschismus. Die solide befestigte Abgrenzung nach rechts hat etwas Wärmendes und ist eine der wenigen verbliebenen verlässlichen Sinnressourcen der SPD. Wenn man schon nicht genau weiß, wofür die SPD in der Merz-Regierung steht, dann dank AfD immerhin wogegen. Ein Blick auf Wahlergebnisse und Umfragen zeigt, dass selbstreferenzielle Antifa-Rhetorik und moralische Selbsterhöhung eher stumpfe Waffen gegen die AfD sind.

Albig ist nicht der Erste, der der SPD rät, sich die dänischen Sozialdemokraten zum Vorbild zu nehmen und auf Migrationsskepsis zu setzen. Ob das der Königsweg ist, darf man bezweifeln. Denn die AfD ist weit rechtsradikaler als die dänische Dansk Folkeparti. Zudem muss man sich konkret vor Augen führen, was eine vergleichbare Annäherung der SPD an die AfD bedeuten würde.

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SPD sollte nicht Albigs Sandkastenspielen folgen

Es geht nicht um einen taktischen Move, sondern um die strategische Übernahme xenophober Haltungen. In Dänemark haben Sozialdemokraten und Rechtspopulisten in der Opposition gemeinsame Sache gemacht und die konservativ-bürgerliche Regierung vor 2019 zu einer noch härteren Migrationspolitik, weniger Integration, mehr Abschiebungen, getrieben.

Es ist nicht einfach, sich das als Erfolgsmodell für die SPD vorzustellen. Eine Seifenblase ist auch die Idee, dass die Mitteparteien mit einer punktuellen Zusammenarbeit die AfD in einen konservativen und einen rechtsextremen Flügel spalten können – und sich das Problem damit erledigt. Falls die SPD Albigs Sandkastenspielen folgt, wäre das Gegenteil der Fall: die Spaltung der SPD, deren linksliberaler Flügel die Flucht ergreifen würde.

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Stefan Reinecke
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Stefan Reinecke arbeitet im Parlamentsbüro der taz mit den Schwerpunkten SPD und Linkspartei.
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64 Kommentare

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  • Die ganze Entscheidungsgewichtigkeit ist doch völlig unausgeglichen und undemokratisch ausjustiert, wenn 1 % der Reichen Einfluss auf die politischen Entscheidungen der Regierenden nehmen, oder sogar direkte Vorgaben durch ihre explizite Sach - Experise, die den Politikern oftmals fehlen, machen und 99 % der Bevölkerung kann wählen was sie will, und es findet keine, oder nur ganz minimale Berücksichtigung statt.

  • Die hysterischen Reaktionen der SPD zeigen vor allem eines: Todesängste. Zurecht, wenn man die Entwicklung der Wahlergebnisse und -Umfragen in die Zukunft projeziert.

  • Die hysterischen Reaktionen der SPD zeigt vor allem eines: Todesängste. Zurecht, wenn man die Entwicklung der Wahlergebnisse und - Umfragen in die Zukunft projeziert.

  • "Eine Seifenblase ist auch die Idee, dass die Mitteparteien mit einer punktuellen Zusammenarbeit die AfD in einen konservativen und einen rechtsextremen Flügel spalten können"



    Das hätte vielleicht funktioniert, wenn man von Anfang an die AfD politisch eingebunden hätte, dann wäre das vielleicht möglich gewesen und wir hätten eine SPD und AfD von der Ausrichtung her wie in Dänemark.



    Die deutschen Parteien gingen aber bekanntlich den Weg der Brandmauer, was eine Einbahnstrasse ist.



    Von dieser Ächtung gibt es keinen Weg zurück und so sind nun verdammt dazu, dass Ruder irgendwie wieder rumzureißen.



    Leider fehlt es ALLEN demokratischen Parteien gerade an einer Galionsfigur, einem Weltpolitiker von Format wie Schmidt, Kohl oder Merkel, ja sogar Schröder - unabhängig von deren politischer Ausrichtung waren das einfach Leuchttürme.



    Der Mangel an Kompetenz und die anhaltende Dauer dieses Mangels ist das größte Pfund der AfD.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Ihre Glaskugel hätte ich auch gern. Letztlich ist es eher müßig darüber zu spekulieren ob eine Einbindung der seinerzeit noch eher marginalen Lucke-AfD, die ja aber auch schon für radikal anti-europäische Positionen stand, die mit jenen der demokratischen Mitte auch damals schon reichlich unvereinbar waren, zu irgendeiner Einhegung hätte führen können.



      Was man aber sicher sagen kann, ist, dass die immer krassere Radikalisierung der AfD vor Allem Resultat innerparteilicher Dynamiken war und ist. Man muss endlich mal damit aufhören die Schuld daran, dass die Rechten immer radikaler werden und immer mehr Zuspruch erhalten je radikaler sie werden den Demokraten anzulasten, und damit dann eben auch jene die diese Wahl tatsächlich konkret treffen aus der Verantwortung zu entlassen und als Opfer äußerer Umstände zu entschuldigen. Niemand ist durch schlechtes scharz-rotes Regierungshandwerk oder sonst irgendwas gezwungen rechtsextrem zu werden und zu wählen und wer es dennoch tut trägt auch die Verantwortung dafür.

      • @Ingo Bernable:

        Da bin ich nicht bei Ihnen.



        Die Demokraten tragen sicher keine Schuld an der fortwährenden Radikalisierung der AfD - die kommt von innen heraus.



        Die überblähte Bürokratie, die mittlerweile beinahe Unfähigkeit Reformen zu verabschieden und fortwährend handwerklich katastrophal schlechte Gesetze - vom Scheuer'schen Mautdesaster über Jahrzehnte verfehlte Migrations- und Integrationspolitik bis hin zu Katharina Reiche im hier und jetzt, all das verantworten sehr wohl alle demokratischen Parteien die daran mitgewirkt haben.



        Den Karren vor die Wand gefahren haben schon bzw leider Union, SPD, FDP und Grüne - das waren und sind die Regierenden.



        Die AfD ist die hämische Abrissbirne, nicht aber der Architekt der Misere.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Die agd fordert die Auflösung der Bundesagentur für Arbeit, tritt für die Abschaffung des aktuellen Rundfunkbeitrags ein. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll in seinem Umfang drastisch reduziert und auf wenige Bereiche beschränkt werden, Austritt aus der EU was zur Folge hat, das Millionen Ihre Jobs verlieren und die jetzigen sozialen Kürzungen ein laues Lüftchen sind gegen das was folgt. In Sachsen Anhalt wird die agd das gesamte Gesundheitssystem gegen die Wand fahren ... und .. und ..und .................



      =



      Warum sollten Parteien so bekloppt sein mit der Alternative gegen Deutschland auch noch zu koalieren? Es reicht doch wenn die Wähler nach der Machtergreifung ihre soziale Sicherheit und Jobs verlieren ..............................................

      • @zartbitter:

        Definitiv. Mit der heutigen AfD würde jegliche Koalition im Desaster enden.

  • Das sehe ich ziemlich genauso:



    Sowohl für die SPD als auch für die Union würde eine echte Zusammenarbeit mit der AfD zu einer existenzbedrohenden Krise führen.



    Es gibt eine lange Liste von Dingen, die leicht zu beginnen und schwer zu beenden sind, auch wenn das Ende überfällig ist:



    Das Rauchen, Kriege, Jongliertricks, Lockdowns, Liebesaffären, Triller, schlechte Erzählungen - und eben auch die sogenannte "Brandmauer".

  • Der Mann hat sich Gedanken gemacht, und natürlich wird jetzt auf ihn eingeschlagen. Die AfD kann aber ganz beruhigt sein. Die maßgeblichen Politiker der sogenannten demokratischen Parteien werden sich keine Gedanken machen und weiterhin stur an der Brandmauer festhalten, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Diese "Politik" ist ja auch so erfolgreich, leider aber nur für die AfD.

    • @Hans Hermann Kindervater:

      Also "freie Bahn für Zusammenarbeit mit AFD"?

      Ich weiß ja, es muss alles erst noch schlechter werden, bevor es besser wird, aber wer befreit uns dann dieses Mal von den Schlächtern, die uns einige dauermeckernde Kälber auf den Hals gewählt haben? Die USA scheiden dieses Mal aus, dort haben es die Wähler gerade selber kapital verbockt, und es ist nicht sicher, dass sich die dort angerichteten Schäden noch einmal wieder reparieren lassen.

  • Die SPD bekennt sich als GESAMTPARTEI ausdrücklich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik. Als eine der tragenden Säulen des parlamentarischen Systems ist das erklärte Ziel der Partei die Verteidigung der Demokratie, des Grundgesetzes und des Rechtsstaates gegen extremistische Bestrebungen



    =



    Auf Bundesparteitagen hat sich die Parteispitze dafür positioniert, die Demokratie offensiv zu verteidigen.



    =



    Rechtsextremismus ist die größte Gefahr -- vergiftet unser Zusammenleben und richtet seinen rassistischen Hass gegen Minderheiten.



    =



    Die agd macht daraus gezielt Politik.



    Mit ihren rechtsextremen Positionen, Angriffen auf das Grundgesetz und der Verachtung für demokratische Institutionen stellt sie die offene Gesellschaft und das demokratische System infrage.



    =



    Diejenigen die die Brandmauer ablehnen sprechen sich für eine Rückkehr zum Faschismus & nNationalsozialismus aus - und der schräge Vogel Albig, der seine SPD Mitgliedschaft geistig & moralisch bereits seit langem abgegeben hat treibt momentan als Cheflobbyist für den Tabakkonzern Philip Morris in Deitschland sein Unwesen.



    =



    Seit wann bestimmt ein vereinsamter Cheflobyist die Politik der SPD?

  • Die Seeheimer-Kreis-Politik schadet der SPD. Je schneller sie das erkennt, desto besser für sie. Jede andere Strategie, insbesondere grundlos mehr gesellschaftliche Ressentiments gegen Migranten zu schüren, hilft den Blaunen.



    Das lernt die Union unter Linnemann, Spahn und Konsorten jetzt hart, nicht dass es diese Betonköpfe wirklich beeindruckt.



    Ein Blick in die Geschichtsbücher würde helfen.

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      Der Zuwachs der AFD rührt nicht daher, dass in Deutschland plötzlich rechte Ansichten vom Himmel fallen, sondern sind ein Resultat aus der Frustration von immer mehr Wählerinnen und Wählern, die auf der Politik der letzten 10-15 Jahre beruht!

      Das will man nicht einsehen, denn was nicht sein darf, soll nicht sein!

      Man flüchtet sich ohne Einsicht in Floskeln wie jene, das man gute Politik macht, dies die Wähler aber nicht sehen, diese nicht gut verkauft wurde, usw. usw. Holt sich von Wahl zu Wahl die nächste Watschn ab und so geht es dahin!

      Dann versucht man es nach außen hin mit Einsicht, „wir haben verstanden“, „nun müssen wir liefern“….. und rennt wieder gegen eine Wand, weil den Worten keine Taten folgen!

      Und wenn man zu oft gegen eine Wand läuft hat man irgendwann einen Dachschaden…soweit, so befürchte ich, sind wir mittlerweile gekommen!

  • Die Brandmauer ist ein undemokratisches Konstrukt. Die Mehr Zeit der Wähler möchte eine sagen wir es mal so "konservativere" Politik. Deshalb gaben Sie Ihre Stimmen der CDU/CSU und leider auch der AFD. Was passiert durch die Brandmauer? Sie bekommen eine noch linkere Regierung als vorher mit der Ampel. Die SPD kurz vor der Bedeutunglosigkeit versucht immer mehr von Ihrem liken Gedankengut durchzusetzen, den einzigen Satz den ein Spd der kennen müssen : "Umverteilung und Fachkräftemangel" ... was wird die Folge sein, die Mehrheit der Bevölkerung bekommt nicht Ihre gewünschte konservative Politik sondern eine von der SPD diktierte Umververteilung. Was wird die Folge sein, viele sagen sich zukünftig eine Stimme für die CDU ist eine Verschwendung! und werden die AFD wählen und die absolute Mehrheit zu erreichen. Somit stützt die Brandmauer ganz sicher die AFD. Klar sehen das die SPD,Linken oder die Grünen nicht so, sie haben ja die Brandmauer erfunden, denn ohne Brandmauer gäbe es für diese Parteien mehrere Legislaturperioden keine Möglichkeiten mehr mitzuregieren. Die Brandmauer stärkt aber nur die AFD!

    • @Thomas Zwarkat:

      Wo wird in Deutschland durch SPD umverteilt? Die große Umverteilung läuft über Dividenden, und steuerfreie Erschaften etc? Die AfD ist auch nicht im traditionellen Sinne irgendwie konservativ. Es handelt sich um eine politische Kraft, die mit dem politischen Entwicklungen seit der Wende komplett brechen will. Die ÖDP können wir konservativ nennen, die CSU auch. Aber nicht die AfD! Und die Leute wählen sie auch nicht nur aus konservativen Impulsen, sondern sehr oft aus einer extremen Ablehnung des Status-quo.

    • @Thomas Zwarkat:

      "...und werden die AFD wählen und die absolute Mehrheit zu erreichen."



      Wer AfD wählt, hat keine 'konservativen Wertvorstellungen', es sei denn Sie rechnen vordemokratische Grundhaltungen dazu.

    • @Thomas Zwarkat:

      > Die Mehr Zeit der Wähler möchte eine sagen wir es mal so "konservativere" Politik.

      Wenn ich konstatiere, dass mit Ihrem Terminus 'Mehr Zeit' eigentlich 'Mehrheit' gemeint ist stellt sich mir die Frage, seit wann 30 oder auch 40% eine Mehrheit ist...🤔

      • @Grenzgänger:

        Momentan 28% AFD, 22% CDU plus 3-4% FDP. Sollte ne Mehrheit sein, oder? Grüne, Linke und SPD dagegen zusammen nur 37%.

    • @Thomas Zwarkat:

      Einspruch. Die Brandmauer ist als solche richtig, niemand bei Verstand arbeitet mit der AfD zusammen, es handelt sich nicht um eine "sagen wir mal konservative" Partei, sondern um eine RECHTSEXTREME.



      Mit Extremisten gibt es am Ende keine Kompromisse, oder will man etwa eine ein bißchen menschenfeindliche Politik? Darüber hinaus ist es für jede Partei auf Dauer suizidal, mit Rechtsextremen oder -populisten zusammenzuarbeiten, die Beispiele in Europa sind mannigfaltig.



      Aber: natürlich wird die Brandmauerpolitik einerseits konterkariert dadurch, dass man von Unionsseite (vor allem in der Migrationspolitik) nahezu 1:1 auf AfD-Politik einschwenkt und in manchen Äußerungen von den Nazis kaum zu unterscheiden ist. Darunter leidet natürlich die eigene Glaubwürdigkeit massiv. Warum Brandmauer, wenn man ja scheinbar das Gleiche will?



      Andererseits zahlt derzeit jeder Frust, den die Regierungskoalition ja leider durch eigene Unfähigkeit produziert aufs Konto der Blau-Braunen ein. Es geht nicht um "normale" Unzufriedenheit mit einer Regierung, sondern es hat sich ein höchst destruktiver Spaltpilz eingeschlichen, der das jetzige System insgesamt in Frage stellt.

    • @Thomas Zwarkat:

      Was ist jetzt an Umverteilung schlecht? Diejenigen, die am lautesten nach der AgD schreien, würden unfreiwillig am meisten davon profitieren. Die "stille" Mehrheit hat längst verstanden, dass es mit dem neoliberalen Theater von Steuersenkungen für Reiche nicht funktioniert und der gesellschaftliche Zusammenhalt auf dem Spiel steht, wenn gerade mal 10% der Gesellschaft mehr als 50% des Vermögens besitzen.



      Zudem halte ich die Behauptung, dass eine Mehrheit eine "konservative" Politik will, für ein Springer-Märchen.

      • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

        Die Umfragen sind doch eindeutig. Ca 54% für AFD, CDU und FDP. Nur ca. 37% für Grüne Linke und SPD.

    • @Thomas Zwarkat:

      Sie sagen, dass die aktuelle Bundesregierungen eine noch linkere Regierung wäre als die Ampel. Wer genau soll sie ernst nehmen?

  • "Falls die SPD Albigs Sandkastenspielen folgt, wäre das Gegenteil der Fall: die Spaltung der SPD, deren linksliberaler Flügel die Flucht ergreifen würde."

    Das wäre doch gut so für die SPD.



    Denn die linksliberalen bis linksradikalen Wähler, die dieser Flügel gerne repräsentieren würde, sind doch schon längst bei Grünen und Linken.

    • @Don Geraldo:

      Is scho richtig, wenn die CxU sich vom Christentum distanciert kann sich die SPD auch von der Sozialdemokratie verabschieden.

  • SPD schleift die Brandmauer, würde mich nicht wundern. Machtgeil bleibt machtgeil ! Nach der Wende hatten sowohl die SPD wie die Union einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die SED Nachfolgerpartei(en), die Union hält sich bis heute daran, die SPD hat es für Regierungsposten relativ schnell geopfert. So könnte es jetzt wieder laufen.

    • @Günter Witte:

      "Nach der Wende hatten sowohl die SPD wie die Union einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die SED Nachfolgerpartei(en), die Union hält sich bis heute daran..."



      Ja, so hat jede Partei ihre offenen Flanken. Die eine links, die andere rechts.



      Kleine semantische Anmerkung: wenn die WASG eine SED-Nachfolgepartei ist/war, dann ist die AfD eine Nachfolgepartei der NSDAP.

    • @Günter Witte:

      Was genau sind denn die heutigen SED-Positionen der SED-Nachfolgepartei die einen solchen Unvereinbarkeitsbeschluss notwendig macht? Wollen die immer noch zurück zu StaSi und Todesstreifen?

  • In "Männer die die Welt verbrennen" von Christian Stöcker (sehr lesenswert) wird beschrieben dass es die gleichen Agenturen sind welche seit Jahrzehnten für die Tabak-Industrie und für die Fossil-Energie-Industrie gearbeitet haben.

    Mich wundert es daher gar nicht, dass ein Tabak-Lobbyist mit einer Partei zusammenarbeiten möchte die Windkraftwerke abreißen will.

  • Die Parteien sollten sich schon sehr genau überlegen mit wem sie zusammenarbeiten, die AfD ist sicher nicht dabei.



    Nur wenn es halt um die eigenen Interessen geht wird das schwierig, auch bei den Grünen, die auch schon mit der AfD abgestimmt haben, da war nix mit Brandmauer

    • @Filou:

      Das Parteiensystem ist in die Hose gegangen. Andere Systeme wären wohl auch nur noch durch das Ego für den Augenblick gesteuert. Ich befürchte, es ist mittlerweile egal, auf welche Weise man möglichst schnell alles von unten nach oben schaufelt.

  • Wohl im Auftrag von Karin Prien [ CDU ], Bildungsministerin für Familie, Kinder, Jugendliche und Senioren, unterwegs - oder was geht da ab ❓️Frau Prien möchte ja wohl auch mit ihrerem Engagement, bezüglich der konsequenten Streichung der Fördergelder, die wichtig für unseren Erhalt & der Förderung unserer Demokratie erforderlich sind, der AfD in die Hände spielen.



    Aber nicht mit mit uns humanistischen Demokraten - ihr Parlamentarier ❗️

  • Wie wärs mit nem kleinen Parteiausschlussverfahren. Nur Mut, SPD!

    Albig kann dann ja die Wertsozen gründen als kleine Splitterpartei ganz für sich alleine. Dann kann er ein Koalition mit Lucke anstreben :-P

  • Alte Erkenntnis- anne Küste:



    Jau. Wen Gott will strafen - den schickt er nach



    Heiligenhafen!“ un hei dor born.



    de.wikipedia.org/wiki/Torsten_Albig



    Was eine Achterbahn 🎢 - MP & im Abgang -



    Lobbyist für Schmöckzeugs - das paßt schonn.



    Und ein Bärendienst für die SPD - paßt - Oh je •

  • Die SPD hat bei der letzten Bundestagswahl 800.000 Wähler an die Afd verlohren, ist doch klar das man die zurückholen will.

    • @Bernd Simon:

      Da kann man einfach abwarten, bis die Neubraunen im Osten regieren.

      • @Kaboom:

        Ob das klappt? Bis zu ihrer Abwahl kann AgD aber viel Schaden anrichten, den muss dann auch wieder jemand unpopulär aufarbeiten.

    • @Bernd Simon:

      Das Konzept AfD-Wähler mit AfD-Light-Programmatik zurückzuholen funktioniert ja bei der Union auch schon ganz hervorragend. Soweit man hört wurde die AfD damit unlängst halbiert. Höchste Zeit also für die SPD dieses höchst erfolgreiche Konzept zu kopieren.

      Aber ernsthaft, selbst wenn das irgendeine Aussicht auf Erfolg hätte, würde sich immer noch die Frage stellen ob man damitnicht mehr Wähler zur Abwanderung nach links bewegen würde als man von rechts zurückholen könnte.

      • @Ingo Bernable:

        Die andere und sehr notwendige Frage ist doch, was wäre mit der CDU passiert wenn sie NIICHT die "AfD-light Programmatik" wie Sie das nennen übernommen hätte. Hätte die CDU dann Wähler gewonnen oder etwa noch mehr Wähler verloren? Ich schätze eher das Letztere.

        • @Gerald Müller:

          "... CDU passiert wenn sie NIICHT die "AfD-light Programmatik" wie Sie das nennen übernommen hätte... Hätte die CDU dann Wähler gewonnen oder etwa noch mehr Wähler verloren?"



          Da die Frage eher lautet, ob die AfD mehr oder weniger Wähler hat, ist das sogar relativ irrelevant. Denn genau das ist das Problem: wer immer nur auf die eigenen Pfründe und Stimmanteile schielt, verliert die Gesamtauseinandersetzung.

        • @Gerald Müller:

          Mit Schätzungen und Bauchgefühl lässt sich natürlich vieles argumentieren. Der Blick in andere europäische Länder mit starken Rechts-Radikalen zeigt aber recht klar, dass diese Versuche der Annäherung durch moderat Konservative für diese selten gut ausgeht. Sarkozys UMP (heute LR) etwa ist mittlerweile pulverisiert, während Magyar in Ungarn mit konservativer Agenada und klarer Abgrenzung die Wahl gegen Orban gewinnen konnte.

        • @Gerald Müller:

          "was wäre mit der CDU passiert wenn sie NIICHT die "AfD-light Programmatik" wie Sie das nennen übernommen hätte"

          Man kann das sehr schön an den Werten der AfD sehen, bevor Merz Vorsitzender der CDU wurde. Man kann das des Weiteren sehr schön an den Umfrageergebnissen von Wüst in NRW und Günther in SH sehen.



          Oder anders gesagt: Die nackten Zahlen belegen, dass der Kurs von Merz, Spahn und Linnemann direkt verantwortlich ist für die ständig sinkenden Umfrageergebnisse der CDU.

        • @Gerald Müller:

          @Gerald Müller



          Es ist doch seit langem offensichtlich, die Parlamentarier spielen hier, parteiübergreifend mit ums Bevölkerung / Wähler taktisch " good guy - bad gay " .. Lassen Sie sich nur nicht täuschen ! Wählen Sie immer die Partei der Sie am nächsten stehen - nur auf keinen Fall die AfD oder die Unionsparteien. Bei der SPD momentan auf deren Entwicklung achten....

    • @Bernd Simon:

      "Die SPD hat bei der letzten Bundestagswahl 800.000 Wähler an die Afd verlohren, ist doch klar das man die zurückholen will."



      Ob ein Aufgehen mit und/oder in der AfD dabei hilfreich sein könnte, ist allerdings fraglich. Warum sollten AfD-Wähler (zurück) zur SPD wechseln, wenn die eh nur AfD-Politik macht?

      • @Encantado:

        Weil die SPD - anders als die AfD - keine neoliberale Wirtschaftspolitik vertritt.

        Irgendetwas muss die SPD ja ändern.

        Von " Aufgehen" hat Albig dabei nicht gesprochen.

        Linke Wirtschaftspolitik mit restriktiver Migrationspolitik ist nur halt ein Konzept, mit dem das BSW gerade gescheitert ist.

        • @rero:

          "Weil die SPD - anders als die AfD - keine neoliberale Wirtschaftspolitik vertritt."



          Die Wirtschaftspolitik der AfD ist m. E. nicht deren Hauptproblem...



          "Von " Aufgehen" hat Albig dabei nicht gesprochen."



          Nee. Aber das wird die Konsequenz sein, je mehr man sich nach rechts ankuschelt.

        • @rero:

          Linke Wirtschaftspolitik mit restriktiver Migrationspolitik funktionierte für die Sozialdemokraten in Dänemark aber ziemlich gut. Ich meine das nicht wertend und mir ist bewusst, dass Mette Frederiksen ihr Regierungsmandat nach den gescheiterten Verhandlungen abgegeben hat, trotzdem bleibt ein nicht zu leugnender politischer Erfolg der letzten Jahre mit diesem Kurs. Das manche SPD´ler in Deutschland dem nachfolgen wollen, bevor sie vollends in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, kann ich nachvollziehen (ich muss den Bumms zum Glück nicht beschließen). Und das BSW ist nun wirklich nicht an der Kombination Migration/Wirtschaftspolitik gescheitert, sondern zuallererst und vor allem an sich selbst.

          • @MarsiFuckinMoto:

            "Linke Wirtschaftspolitik mit restriktiver Migrationspolitik funktionierte für die Sozialdemokraten in Dänemark aber ziemlich gut. "

            In der realen Welt fahren die Rechtspopulisten in DK, die sich putzigerweise Sozialdemokraten nennen, die schlechtesten Wahlergebnisse seit Jahrzehnten ein.

            • @Kaboom:

              Mit 21,8 % stärkste Partei bei der Wahl 2026 geworden. Von solchen Ergebnissen können deutsche Sozialdemokraten nur noch träumen.

            • @Kaboom:

              Um mal kurz bei den Fakten zu bleiben: Das stärkste Ergebnis der dänischen Sozialdemokraten lag 2022 bei 27,5%, ansonsten bewegte man sich stets zwischen 26,3% und nun aktuell 22,0% (aktuelle Wahl). Die SPD hingegen lag im gleichen Zeitraum noch bei 34,2% (2005) und hat bei der letzten BTW 16,4% erreicht, bei der letzten Sonntagsumfrage erreichen die Genossen noch 12-13% (je nach Umfrageinstitut). Sie haben zwar recht mit den „schlechtesten Wahlergebnissen“, allerdings handelt es sich um einen Abstieg von maximal 5 auf nun aktuell 22 Prozent, davon träumt die SPD gerade...

      • @Encantado:

        Eine Frage ist „warum sind die 800.000 den krassen Schritt nach ganz rechts gegangen und dabei noch die politisch näher an ihnen stehende CDU „übersprungen“?

        So ein Verhalten hat einen Grund, doch den will die SPD nicht sehen. Im Gegenteil geht diese eher einen weiteren Schritt nach links und wird wieder mehr Anhänger verlieren.

        • @Sole Mio:

          "Im Gegenteil geht diese eher einen weiteren Schritt nach links und wird wieder mehr Anhänger verlieren."



          Das ist - leider - kein SPD-Patent. Die CDU geht denselben Weg.

        • @Sole Mio:

          "Im Gegenteil geht diese eher einen weiteren Schritt nach links und wird wieder mehr Anhänger verlieren."

          Welcher "weitere" Schritt? Die SPD ist in den letzten 30 Jahren massiv nach RECHTS gerückt.

          • @Kaboom:

            Das Gegenteil ist der Fall. Noch unter Schröder und erst recht unter Schmidt war die SPD linkskonservativ (und die Union rechtskonservativ).

            Sie trat ein für soziale Gerechtigkeit, betriebliche Mitbestimmung und Gleichberechtigung, aber auch für autogerechte Städte und restriktive Einwanderungspolitik ein.

            Irgendwann wollte sie "moderner" werden, stieß die konservativen Elemente ab und wandte sich mehr grünen Themen zu: Klimaschutz, Diversität, Gendern, offene Grenzen. Die mittlerweile erstarkten Grünen hatten inzwischen erreicht, daß diese Themen Teil des linken Wertekanons waren. Die SPD hatte ihr linkskonservatives Alleinstellungsmerkmal also aufgegeben zugunsten eines geschärften linken Kurses - dabei aber außer Acht gelassen, daß Wähler (genau wie auf der rechten Seite) lieber das Original wählen: Die Klima- und Genderbewegten die Grünen, diejenigen, denen soziale Sicherheit wichtig ist, die Linkspartei.

          • @Kaboom:

            @Kaboom



            Die demokratischen, humanistischen - noch selbstständig denkenden Wähler - gehen den einzigen, noch richtigen und wichtigen Schritt in die richtige Richtung - noch weiter links, zur noch wählbaren Partei " Die Linke " , um dieses Land nicht vollständig , von Egomanen der Unionsparteien, gegen die Wand, fahren zu lassen ❗️

          • @Kaboom:

            Wirtschaftspolitisch vielleicht, gesellschaftspolitisch sicher nicht.

  • Mit einigem "guten Willen" könnte man den Albig-Beitrag auch als Gegenposition im Sinne des sogenannten diskursrelevanten "Advocatus Diaboli" einordnen, aber eigentlich ist er wieder eine günstige Steilvorlage für die AfD, im Sinne von "Öl ins Feuer gießen", so meine Meinung.



    Appeasement ist keine gute Idee, zumindest nicht bei dieser Gemengelage.



    Historische Belege dafür liegen auch vor.



    Unsicherheit im Umgang mit Radikalen erhöht deren Agilität und verstärkt die eigene Fragilität.

    • @Martin Rees:

      》Unsicherheit im Umgang mit Radikalen erhöht deren Agilität und verstärkt die eigene Fragilität《



      .



      Der Umgang muss aber immer noch rechtsstaatlich und darf nicht selbst die Demokratie beschädigen: unverzeihlich, dass bisher kein Verbotsantrag in Karlsruhe gestellt worden ist.



      .



      Als Provisorium akzeptabel, wird nun die Brandmauer als Dauerlösung eine effektive Wahlhilfe für die AfD.



      .



      Frauke Brosius-Gersdorf hat im Interview mit Lanz die verfassungsrechtliche Fragwürdigkeit dieses Umgangs mit der AfD herausgearbeitet taz.de/AfD-gewinnt...bb_message_5176917 (link und Transcript der Passage)



      .



      Hinzu kommt, dass die demokratischen Parteien der Versuchung erliegen, mit Hinweis auf die Brandmauer legitime, wichtige politische Diskussionen zu ersticken



      .



      Wenn etwa die Grünen ihr früheres - grundsätzliches - "keine Waffen in Kriegsgebiete" von Beginn an nicht auf die Ukraine angewendet sehen wollen oder die Linke "palästinasolidarisch" auf Israel bezogenen Antisemitismus in Kauf nimmt, wird "antifaschistische" Kritik an der AfD für z.T. früher eigene Positionen unglaubwürdig.



      .



      Erst recht, wenn in der Flüchtlingspolitik schon längst die AfD die Agenda besti

  • Ein verzweifelter SPD-Mann . Wir suchen noch immer nach dem Heide-Mörder. Ja, Albig hat einen netten Job gefunden, dafür rackert sich die SPD-Garde ja auch für einen lohnenswerten 'Anschluß' ab. Mal sehen, wo Klingbeil landet, allerdings viel mehr als ein Ministergehalt wird er wohl nicht erreichen, der Marktwert der SPD-Garden ist inzwischen ziemlich gesunken (aber auch schon seit Gazprom-Gerd). Das gilt für Spahn, Söder und Frei ebenso, Amthor hatte es ja schon früher auf einem direkteren Weg probiert.... Alles wirklich verdienstvolle -vorwiegend- MÄNNER ! Ausnahme, aber unglaubwürdig: MRS. Reiche....

  • Was wären denn nach Albigs Vorstellung konkrete politische Vorhaben die die SPD gemeinsam mit der AfD umsetzen könnte für die sich innerhalb des demokratischen Spektrums keine Mehrheit organisieren lässt? Auch jenseits von der Migrationspolitik sind die Positionen der AfD irgendwo zwischen Neoliberalismus auf Steroiden und Sozialdarwinismus doch so ziemlich das komplette Gegenteil sozial-demokratischer Wohlfahrtsstaatlichkeit.

  • Albig sollte sich ein Beispiel an seinem Nachfolger nehmen. Daniel Günther hat klar erkannt, was passieren wird, wenn eine demokratische Partei mit den Faschisten zusammenarbeiten würde und tritt stattdessen für ein AfD-Verbot ein.



    Bei der SPD in der gegenwärtigen Verfassung spielt es aber sowieso keine Rolle, ob sie verdientermaßen geeint oder getrennt an der Fünfprozenthürde scheitert, ist doch völlig egal.

    • @Flix:

      Anschließe mich.



      Man legt doch auch in seiner eigenen Wohnung kein Feuer, um zu testen, ob der Rauchmelder funtioniert.

      • @Klaus Waldhans:

        Naja - wenn die Wohnung so richtig runtergewirtschaftet ist, hofft man vielleicht noch auf eine Rettung durch eine Versicherung, obwohl ich die in der derzeitigen Situation auch nicht sehe.

      • @Klaus Waldhans:

        Das stimmt. Abig testet doch ob überhaupt ein Rauchmelder vorhanden ist. Hab ich etwas gehört? Oder war da nix?