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Bas-Vorschlag zur RenteLieber weniger Beamte

Kommentar von

Gunnar Hinck

Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will die Pensionen abschaffen. Besser wären deutlich weniger Beamte, deren hohe Zahl sich nicht mehr vermitteln lässt.

S PD-Arbeitsministerin Bärbel Bas will, dass Beamte in die Rentenkasse einzahlen und keine Pension mehr bekommen. Fast noch bemerkenswerter ist die etwas untergegangene Forderung des eigentlich sehr konservativen Chefs der Jungen Union, Johannes Winkel, die jährlichen Erhöhungen der Pensionen zu dämpfen. Die CDU war immer die größte Besitzstandbewahrerin für die Beamten. Keine Frage: Deren Sonderstatus wird zunehmend hinterfragt.

Bei den Pensionen liegt das natürlich an den jedes Jahr steigenden Kosten, die derzeit – konservativ gerechnet – bei stolzen 60 Milliarden Euro liegen. Hinzu kommt die Gerechtigkeitsfrage: Seit der rot-grünen Rentenreform vor über 20 Jahren soll die gesetzliche Rente nicht mehr den Lebensstandard halten (das soll in der Theorie mit privater und Betriebsrente funktionieren), bei den im Schnitt viel höheren Pensionen ist das aber noch der Fall – das ist gesellschaftlicher Sprengstoff.

Für Rentenkasse und Staatshaushalt hätte Bas’ Plan aber nur Sinn, wenn die Renten der Beamten gerade des höheren Dienstes deutlicher kleiner wären als deren heutige Pension – das sagt sie aber natürlich nicht, um sich bei dieser Klientel nicht unbeliebt zu machen. Seltsam ist auch ihr Argument, dass die Rentenversicherung durch die dann einzahlenden Beamten „mehr im Topf“ hätte. Sie erwerben damit ja auch Ansprüche.

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Sinnvoller ist da tatsächlich Winkels Vorschlag. Die regelmäßige Erhöhung der Pensionen ist an die Tarifentwicklung gekoppelt, was besonders absurd ist, weil so die streikenden und damit ins Risiko gehenden Angestellten indirekt für höhere Pensionen und Beamtenbezüge sorgen. Auch bei einem anderen Punkt hat der JU-Chef recht: Es sind in den vergangenen Jahren zu freigiebig und zu viele (höhere) Beamtenstellen vergeben worden, was sich in einigen Jahrzehnten durch die Pensionslasten rächen wird. Die Beschränkung des Beamtenstatus auf einige wenige, klar definierte Aufgaben ist dringend nötig. Die Bundesregierung sollte besser an diese Grundsatzfrage herangehen – und selbst mit gutem Beispiel vorangehen.

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Gunnar Hinck

ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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78 Kommentare

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  • Zu viele Beamte sind eher nicht das Problem. Das Hauptproblem ist die Aufgabenflut für die öffentliche Verwaltung, die eigentlich immer mehr Beamte notwendig macht.

    Wenn der Staat alles regeln und kontrollieren soll, und im Verstoßfall am Besten auch noch mit dem Büttel ahnden, dann braucht man wenig Fantasie, dass diese Arbeit auch irgendwer verlässlich tun muss.

    Jede Vorschrift hat natürlich irgendwo einen guten Grund gehabt, weshalb man sie einführen zu müssen glaubte. Aber manche davon könnte ersatzlos ohne faktische Einbußen gestrichen werden, weil sie faktisch ohnehin mangels Personalkapazität nicht vollzogen oder ihre Einhaltung nicht mal konsequent kontrolliert wird.

    Das Verständnis, was alles "der Staat" zu tun habe, ist in den vergangenen Jahren uferlos geworden.

    Das geht sogar weit, dass unzufriedene Kunden ihre Dienstleister oder Gewerbetreibende die Konkurrenz eher bei der Verwaltungsbehörde anschwärzen, als nach dem BGB oder UWG selbst ihr Recht zu verfolgen oder die dafür geschaffenen Verbraucherzentralen einzuschalten.

  • Das ganze ist mE eine populistische und wohlkalkulierte Neiddebatte (teile und herrsche!), wie man ja auch in der Diskussion hier unschwer erkennen kann, die aber maximal kurzfristige Wirkung hätte. Das Einbeziehen der Beamten (mwd) in das gesetzliche Rentensystem würde das grundsätzliche Problem gar nicht lösen, sondern nur kurzfristig abmildern. Die gesetzliche Rente ist aufgrund des demographischen Wandels, der andauernden Wachstumsschwäche und der daher leeren öffentlichen Kassen (weniger Steuereinnahmen bei tendenziell steigender Zinslast) langfristig gefährdet. Nach wenigen Jahren wäre festzustellen, dass trotz zusätzlicher Beitragszahler (die aber auch noch überdurchschnittliche Auszahlungsanspüche haben werden) die Kassenlage wieder defizitär sein wird. Allenfalls hätten gerade ältere Arbeitnehmer etwas davor, die in den nächsten paar Jahren in den Ruhestand gehen (vielleicht diejenigen, die hier pro Bas schreiben?). Danach wieder gleiche Ausgangslage.



    Jede Maßnahme, die hilft, die Anzahl der fair bezahlten Arbeitskräfte in DE (Geburtenrate, Migration, Aus- und Weiterbildung) und die Wachstumsraten zu stabilisierten resp zu steigern hilft langfristig deutlich mehr.

  • Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung¹ zahlen die reichsten 10% der Bevölkerung 42% der Steuern, aber nur 22% der Sozialbeiträge.

    Die unteren 50% zusammen zahlen 3,8% der Steuern aber 21% der Sozialbeiträge.

    Beamte statt über Pensionen aus der Rentenversicherung zu zahlen bedeutet also, dass die reichsten 10% nur noch halb so viel von der Finanzierung übernehmen und die unteren 50% deutlich mehr zahlen.

    ¹ www.boeckler.de/fp..._study_hbs_347.pdf (Seite 31, Tabelle 4)

  • Das ist nicht das Thema.



    Das sind alles Ausweich - Ersatz-Vorschläge, um nur eines nicht anzugehen: die soziale Ungleichheit der Lebenschancen durch Umverteilung nach unten.



    Die Einsparungsideen der letzten Monate bringen allen Ärmeren Härten und Stress, sie sparen aber nichts ein.

  • "Die CDU war immer die größte Besitzstandbewahrerin für die Beamten."

    Das ist so aber nicht richtig.



    Beamt*innen wählen erstmal vorwiegend die Grünen, weil sie es sich leisten können.



    Die CDU ist da komplett durchschnittlich vertreten.



    In meinem Umfeld sind unter den lauten SPD-Anhänger*innen überproportional verbeamtete Lehrer*innen oder Schulsozialarbeiter*innen.

    Besoldungs-Politik für Beamte und vor allem Lehrer ist ein SPD-Thema.

  • Vorsicht: durch die Steuerfinanzierung von Pensionen werden hohe Einkommen viel stärker zur Finanzierung von Pensionen herangezogen werden als kleine. Denn Steuern sind progressiv, Abgaben für die Rentenversicherung nicht.

    Wenn Beamte aus der Rentenkasse bezahlt werden, entlastet das Vielverdiener und belastet dafür Wenigverdiener mehr.

  • Beamte, insbesondere Lehrerinnen und Lehrer, sind die letzte große Wählergruppe der SPD. Ob sie es dann auch noch mit denen verderben will?

    • @Offebacher:

      "letzte große Wählergruppe der SPD. Ob sie es dann auch noch mit denen verderben will?"



      /



      Das ist vielleicht schon historisch, oder?



      /



      bundestagwahlumfra...hlverhalten-beruf/



      /



      Offensichtlich gelten die alten Erkenntnisse oder Regeln nicht mehr, auch hier entstehen disruptive Tendenzen in Zeiten einer Parteienlandschaft im Wandel.

  • Ist natürlich reinster Quark: Als die Post noch Behörde war, war sie günstig und leistungsfähig. Das gleiche gilt für Bahn und den öffentlichen Bausektor u.a. sozialem Wohnungsbau.



    Die Ausdünnung der Verwaltungen hat dazu geführt, dass Steuergeld statt in Taten in private Geschäftsführergehälter, überzogene Managergehälter inkl astronomischer Boni und astronomische Gewinnausschüttungen fließen. Anstatt effektiv zu arbeiten wird gepfuscht, verprasst und abgezockt: Mobilfunkausbau, Glasfaserausbau, Stuttgart21 sind Anschauungsunterricht pur dafür, die Liste ließe sich unendlich weiterführen. Auch Steuerhinterziehung und massiver Steuerbetrug durch vorsätzlich eingesparte Beamte bei den Finanz- und Ermittlungsbehörden ließen sich nennen.

    Die Pension der Beamten ist der Lohn für lebenslange Unterbezahlung bei Spitzenleistung. Wir brauchen also mehr Beamte und die Pensionen sollten uns das Wert sein !!!

    • @Unvernunft:

      "Die Pension der Beamten ist der Lohn für lebenslange Unterbezahlung bei Spitzenleistung."



      Sind Sie selbst verbeamtet? Ich stelle fest, dass die (meisten) Beamten genau wie "normale" Angestellte arbeiten und weder unterbezahlt sind noch Spitzenleistungen vollbringen.



      1. Das Beamtentum muss eingedämmt werden, da die folgekosten für uns alle extrem hoch sind. Warum muss z. B. ein Lehrer Beamter sein?



      2. Der Staat muss für "seine" Beamten so wie bei jedem Angestellten jeden Monat in die Rente-/Pensionskasse einzahlen damit die Kosten nicht erst am Ende der Lebensarbeitzeit anstehen.



      3. Die Höhe der Pensionen muss sich an den realen Renten orientieren. Wie kann es sein, dass bei dem Einen die Rentenpunte zählen und bei dem Anderen das letzte Gehalt? Es ist noch nicht lange her da war es möglich mehr Pension zu bekommen als das letzte Gehalt. Dieses System ist extrem unsolidarisch gegenüber den "normalen" Arbeitern der Rente noch aufgestockt werden muss.



      4. Es gibt Menschen die wollen einen bestimmten Beruf ergreifen weil der Beamtenstatus winkt. Mir selbst ist eine Lehrerin bekannt die ihren Beruf nur deshalb ausübt. Das ist wohl der falsch Anreiz.



      . . .

    • @Unvernunft:

      Korrekt! Eine hohe Staatsquote ist kein Armutszeugnis, sondern Ausweis eines funktionierenden Gemeinwesens.

    • @Unvernunft:

      Frau Bas will den öffentlichen Dienst nicht privatisieren. Sie will nur den Unterschied zwischen Beamten und Angestellten aufheben. Und auch das nur schrittweise.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Naja, ob man sich da so den gefallen tut? Zum einen hat man die Kosten für die Beiträge zur Rentenversicherung bei angestellten in der Gegenwart, während die Kosten bei Beamten ein Problem für zukünftige Generationen sind.

        Zum anderen sind Beamte im gehobenen und höheren Dienst relativ günstig. Wer würde denn in der Privatwirtschaft für eine A15 oder A16 Besoldung eine Behörde bzw. in dem Fall ein Unternehmen leiten?

    • @Unvernunft:

      Danke für diesen Beitrag!

      • @Bussard:

        Die Post war niemals günstig, sie wurde eben nur aus Steuergeldern bezuschusst.



        Effizient, na ja, ich habe sehr viel Zeit in Schlangen in den alten Postfilialen zugebracht.

  • Der Vorschlag von Frau Bas würde den Staat sofort viel Geld kosten. Neue Beamte müssten sofort bei der Rentenversicherung versichert werden, das bedeutet, der Staat muss sofort die Arbeitgeberbeiträge abführen. Und er muss die Beamtenbesoldung erhöhen, da ein Arbeitnehmeranteil vom Beamten bislang über eine reduzierte Besoldung geleistet wird. Also auch hier muss der Staat sofort mehr zahlen. Dem gegenüber steht die Ersparnis der Pensionskosten in 40 Jahren.

    Abschließend noch ein paar Fakten zum Thema Pensionserhöhung, die ist mit der Beamtenbesoldung an die Tarifabschlüsse im Öffentlichen Dienst gekoppelt. Im Artikel wurde das Thema Rentenerhöhung völlig vergessen. Die reflektiert die Tarifabschlüsse in der Gesamtwirtschaft. Für das Jahr 2026 steigen die Pensionen (Bundesbeamte) um 2,8%, die Renten steigen um 4,24%. Im Jahr 2025 stiegen die Pensionen um 3,0%, die Renten stiegen um 3,74%.

    • @Gesunder Menschenverstand:

      @GesunderMenschenverstand



      👍👍



      Sehr gut verdeutlicht - Danke dafür

    • @Gesunder Menschenverstand:

      Warum muss die Besoldung erhöht werden? Der Nettoverdienst von irgendwelchen Ministerialbeamten ist doch kein Natur- oder Grundgesetz, der nicht (nach unten) angepasst werden kann.

  • Alle Erwerbstätigen müssen in die Rentenversicherung einzahlen, also Politiker, neue Beamte und Selbstständiige auch. Das ganze Beamtenparadies kann sich unser Land überhaupt nicht mehr leisten.

    • @KLaus Hartmann:

      Wenn Sie im Beamtentum paradiesische Verhältnisse vermuten, bemühen Sie sich gerne darum, einer zu werden. Habe gelesen, dass der Schuldienst z.B. händeringend nach qualifizierten Quereinsteigern sucht , die sich das noch antun wollen. Auch bei anderen Institutionen sieht es wohl in Zeiten von Geburtenrückgang und Boomerrente nicht ganz so rosig aus bezüglich personellem Nachwuchs.

      Wir können natürlich alle Beamte in die Rentenkasse einzahlen lassen. Das wird dann SOFORT sauteuer für den Bund und die Bundesländer als Arbeitgeber, und hinten raus dann noch mal sauteuer für die Kassen, weil die Beamte dann mit rechtmäßig erworbenen Ansprüchen kommen. Wer dann sogar deren rechtmäßig erworbene Ansprüche widerrechtlich kappen will, zeigt, wie dreckig er denkt und mit seinen Leuten umspringt.

      Man kann natürlich auch, wie so oft gefordert, z.B. Lehrer nicht mehr verbeamten - und damit die heutzutage ohnehin schon nicht mehr so besonders große Attraktivität des Berufs und die Bewerberzahlen noch weiter reduzieren - in Zeiten von akutem Lehrermangel wohlgemerkt.

      Alles Top-Ideen. Wir sägen ja inzwischen nicht mehr nur am Ast, sondern am ganzen Baum, auf dem wir als Gesellschaft sitzen.

      • @Bussard:

        Also Quereinsteiger als Lehrer werden nicht häufig verbeamtet. Und wenn das mit dem Akademikerüberschuss so weitergeht, wird der Lehrerberuf schon wieder attraktiv, mangels Alternativen auf dem Arbeitsmarkt.

  • Man sollte aber auch Berücksichtigen, für viele Menschen ist bei der Berufswahl , sich für eine Beamten Karriere zu entscheiden der Aspekt, der in Aussichtsehenden gesicherten Pension auch Ausschlaggebend für ihre Entscheidung fürs Beamtentum. Sie verdienen als Beamte erstmal nicht so viel wie in der freien Wirtschaft, genießen später halt die gute Pension.



    Hinzu kommt, sollten die Beamten von ihrer Besoldung in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen sollen, würde sich ihrer Besoldung um die geforderten Rentenbeiträge erhöhen müssen, da diese Beitragäge quasi zur Zeit über den Staat, zur Zeit der Berufstätigkeit [ fiktiv ] geleistet werden. Also den Staat kostet es so oder so den gleichen finanziellen Aufwand. Im Bundeshaushalt ist dadurch nicht mehr Geld. In der Konsequenz nehmen die Renten - Forderungsberechtigten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, durch die Beamten also massiv zu. Die Ansprüche der Beamten aus der Rentenversicherung verringern sich ja nicht.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Es ist auch nicht Schuld der Beamtinnen und Beamten, wenn die Regierungen und Parlamente über Jahre verfassungswidrig zu niedrige Besoldungen beschlossen haben.

      Und es ist auch nicht die Schuld der Beamtinnen und Beamten, wenn Rückstellungen für die Pensionen aufgrund politischer Befindlichkeiten lieber für andere Dinge aufgebraucht oder nicht in der erforderlichen Weise geschaffen wurden. Nach dem Motto: "Das machen wir dann einfach über Neuverschuldung!"

      Diese - rein politischen - Weichenstellungen sind nicht aus der Verwaltung entschieden worden.

  • "Pensionen" heißen m.W. nicht "Pensionen" sondern "Ruhegehalt", Denn im Beamtenrecht ist m.W. es so , dass der/die Beamte vom Dienstherren wieder zum aktiven Dienst gerufen werden kann , wenn der Dienstherr das für notwendig hält. Das ist eine der politischen Begründungen für die Höhe des Ruhegehalts im Vergleich zur Rente.

    Der Ruhegehaltssatz erhöht sich für jedes volle Dienstjahr um 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge.



    Höchstsatz: Der maximale Ruhegehaltssatz ist bei 71,75 Prozent gedeckelt. Dieser Höchstsatz ist nach 40 ruhegehaltfähigen Dienstjahren erreicht. Jede darüber hinaus abgeleistete Dienstzeit führt zu keiner weiteren Steigerung. Mindestversorgung: Das Ruhegehalt beträgt mindestens 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge.

    Das Bundeseisenbahnvermögen bündelt die Versorgungsansprüche aller bei Übergang in die AG auf Lebenszeit beamteten Bahnmitarbeiter. Wer wissen will welche generationenübergreifend praktischen Folgen ein derartiger Übergang hat kann sich das dort ansehen ( s. "Ansprüche" im Text).

    Obwohl es viel einfacher wäre, wird es niemand geben, der 1,79375 zu 1,79374 machen wird. Das als Maß der Ernsthaftigkeit der Vorschläge.

    • @Hans - Friedrich Bär:

      Danke, sachlich aufgestrippt. 👍

  • Völlig falsche Fragen getreu dem Motto "Wir leisten uns in Deutschland die dümmsten Debatten". Hinterfragen wir wirkmächtig die Versorgung von Vermögenden? Hinterfragen wir (Geld-)Anlagen? Leistungslosigkeit von Vermögenden?

  • Man geht davon aus, dass es ein Vorteil wäre, wenn Beamte in die Rentenversicherung aufgenommen werden. Ist das auch so? Das wird aber nicht funktionieren ohne höhere Personalkosten. Denn natürlich müssen dann die öffentlichen Arbeitgeber auch die Arbeitgeberbeiträge übernehmen usw.



    Hat das schon mal jemand genau durchgerechnet?

    • @celcon52:

      Bloß nicht durchrechnen, dann geht Treibstoff beim Beamtenbashing verloren.

    • @celcon52:

      wenn dafür mehr Geld in die Rentenkasse fliesst und damit der Zuschuss aus dem Regulären Haushalt sinken kann, ist das ja kein Minusgeschäft. Wenn Beamte dann Rente in der normalen Höhe bekommen, statt der höheren Pensionen, spart der Staat selbstverständlich Geld. Weniger Ausgaben heisst man spart unter dem Strich.

  • Ich bin Soldat und habe mir die gute Versorgung verdient. 11 Versetzungen in bisher 36 Dienstjahren, seit 2000 mit Frau und dann Kindern. 4 x 6 Monate im Einsatz Afghanistan, Kosovo, Sudan. 41Wochenstunden, Übungen, Lehrgänge etc und keine zusätzliche betriebliche Altersversorgung. Karriere der Ehefrau hätte ohne Umzüge besser laufen können, dankbarerweise hat sie mitgemacht. Die Pension kommt uns gleichermaßen zugute. Es geht uns gut, beiden, da wir unser Gehalt als 1 gemeinsames betrachten - aber das haben wir uns verdient!

    • @Charlie Foxtrot:

      "Das haben wir uns verdient" gilt für jeden, der gearbeitet hat. Soldat ist etwas besonderes, hier geht es darum in Ausübung seines Berufes systematisch in Lebensgefahr gebracht zu werden. Deswegen ist "die gute Versorgung" , und die frühe Versorgung auch ein Lohn der Angst. Die vielen Versetzungen waren schon immer Bundeswehr typisch, und es wurde schon immer gefragt, ob das sein muss. Wegen zunehmender Mobilität wird das aber auch vielen anderen ohne Arbeitsplatzgarantie abverlangt, Lehrgänge, Kongressteilnahmen, Qualifikationen müssen in anderen Bereichen von den Teilnehmern sogar selbst bezahlt werden. "Das haben wir uns verdient!" gilt auch für die "Putzfrau" am Standort, für die 24/7- und Blaulichtberufe..... ich meine damit, man soll nicht nur froh sein, dass man gesund und sicher in den Ruhestand kann, sondern auch einen Blick auf Andere, z.B. gleich alte Andere haben.

  • Die Beamten ins System zu holen, macht Sinn.



    Es wird die Herausforderung nicht vollständig lösen.



    Aber es wäre ein guter, ein richtiger Schritt.



    Das Problem bei der Rente ist nicht die Anzahl der Arbeitnehmer und die Anzahl der Rentner, sondern es liegt in den ideologischen Linien, seitdem die SPD eine Rentenformel entwickelt hat, die bis 39 oder 40 Prozent Rentenniveau sinken kann, wächst automatisch die Anzahl armer Rentner, die dann widerum Anspruch auf SGB 2-Leistungen oder andere Transferleistungen kriegen.



    Die Rente war immer eine Frage der Gerechtigkeit.



    Bis in die 1990er hieß es stumpf, die Rente ist sicher (Blüm) und viele Rentner wählten auch CDU/CSU.



    Dann kam Schröder und Riester, die sagten, die Rente ist sicher, wenn Du privat vorsorgst, dann kannst Du 50 oder 55 Prozent Rentenniveau halten, dann geht es Dir gut.



    Inzwischen hat Deutschland einen der größten Niedriglohnsektoren in der EU und entsprechend verlagert sich Armutsarbeit in eine Rentenarmut. Dazu kommt jetzt aktuell eine sehr schwache Entwicklung des BIPs hinzu.



    Insofern wären Beamte als Beitragszahler ein Schritt nach vorne. Aber die Gesellschaft muss definieren, was eine humane Rente sein kann/soll.

    • @Andreas_2020:

      Sie gehen der Spaltungsindustrie mutmaßlich auf den Leim. Es kommt bei jeglicher Finanzierung solcher Versorgungsaufgaben darauf an, welchen Anteil vom gemeinsam erwirtschafteten Erfolg, wir bedienen uns heute des BIP, wir aufwenden. Die korrekte Fragestellung bzw Forderung lautet, die Versorgungen nach Oben anzugleichen. Es wird vielmehr Zeit, diese Frage mit den anderen sozialen Fragen zu einer einheitlichen Fragestellung zu verknüpfen. Bislang nennen wir das mehrheitlich "Gerechtigkeit".

  • Es sollte nicht vergessen werden, dass beide Maßnahmen erst in vielen, vielen Jahren greifen werden.



    Erst dann sind die aktuellen Beamten aus dem Dienst ausgeschieden.



    Generell wird der Staat bei der gesetzlichen Rente sparen, wenn sie nur Rente in Höhe der "normalen" Rentner bekommen



    Wenn dem nicht so wäre, müssten alle angestellten Lehrer und auch Angestellte des öffentlichen Dienstes in den Beamtenstatus überführt werden

    • @Michael Sadlowski:

      Das ist doch alles ganz billige Flickschusterei, um sich vor einer richtigen Reform zu drücken. Natürlich werden die Beamtenbezüge dann so angepasst, dass eine Einzahlung in die Rentenkasse keine großen Nachteile mitsichzieht. Dann hat man zwar mehr Einzahler, aber auch mehr die rausbekommen. Das demografische Problem, das heute viel weniger Einzahler eine viel größere Menge an Empfängern finanzieren müssen, wird da nicht mal im Ansatz angegangen. Die Rente rein über die Arbeitsnebenkosten zu finanzieren ist nicht mehr funktiuonal.



      In allen Ländern, die das so handhaben und das System stabilisiert haben, ist das nur ein kleiner Baustein unter vielen. Da wird überall auf mehrere Säulen gesetzt. Dazu gehören flächendeckende Betriebsrenten (oft mit hohem Aktienanteil), private Zusatzvorsorge und staatlich angelegte Aktienfonds. Das ist in Skandinavien so, wie auch in den Niederlanden, in Australien oder der Schweiz. Für mich ist die Fixierung auf die Beamten reiner Populismus, weil man damit sugeriert irgendwelche vermeintlich Bessergestellten endlich mit zur Kasse zu bitten.



      Der Ansatz weniger zu verbeamten, ist unabhängig davon ein sinnvoller.

  • "Lieber weniger Beamte."



    Wichtig dabei ist - wie immer - nicht alles in einen Topf zu werfen. Es gibt große Unterschiede in den "Besoldungsklassen". (Es ist lange her, aber ich weiß noch, dass etliche meiner verbeamteten Kollegen weniger Nettoverdienst hatten als die Tarifkräfte.)



    Die höheren Pensionen sind bei vielen Beamten zusätzlich Entschädigung dafür, dass sie flexibler sein müssen, - was u. a. den jeweiligen "Arbeitsort" und die Arbeitszeit angeht. Die jeweiligen "Dienstherren" dürfen ihren Untergebenen bei Bedarf erheblich mehr zumuten als die Privatwirtschaft. Was ein guter Grund ist, in bestimmten Bereichen Beamte einzusetzen. Gut für uns alle.

    • @Woodbine:

      Über planbare Arbeitszeiten dürfen wir angestellten Ärzt*innen (und auch die Kranken- und Altenpflege) getrost mal herzhaft lachen! Oft auch bei größeren Konzernen über den Arbeitsort.



      Und ich fürchte, in den prekären Zustell- und sonstigen Jobs (früher gab es Postbeamt*innen!) wird's nicht viel anders sein, nur für noch weniger Lohn und definitiv garantiert für eine spätere Rente in Altersarmut.



      "Gut für uns alle."

  • Da Deutschland stolz ist auf den Niedriglohnsektor, den es in nie gekannter Größenordnung geschaffen hat, soll es die Rentenlücke, die durch die paar Boomerjahrgänge vielleicht entsteht, aus dem Staatshaushalt schließen. Ein gerechtes Steuersystem sorgt dafür, dass alle, die vom Niedriglohnsystem profitieren, über Steuern auch ihren Beitrag leisten.

  • Historische und aktuelle Kürzungsmaßnahmen bei Beamtenbezügen und Pensionen:



    Weimarer Republik: Zur Deflation Krisenbewältigung senkten die Regierungen Brüning und von Papen (1930–1932) per Notverordnung die Beamtenbezüge und Pensionen drastisch um rund 19 % bis 23 %. Dies relativierte verfassungsrechtlichen Schutz für Beamte.



    Agenda 2010: Unter Kanzler Schröder (SPD) kürzte 2003 mit „Hartz IV“ die Leistungen für Arbeitslose massiv, wirksam ab 2005. Die Streichung staatlicher Rentenbeiträge für Langzeitarbeitslose führte 2011 unter Kanzlerin Merkel (CDU) zu einem massiven Einbruch ihrer Rentenanwartschaften.



    Systemkluft: Beamte und Bundestagsabgeordnete (MdBs) blieben von diesem gesetzlichen 30 % Renten-Sichelschnitt ausgenommen. Da ihre Pensionen aus Steuermitteln statt aus Beiträgen finanziert werden, sichern sie bis zu 71,25 % des Letztgehalts – während gesetzliches Rentenniveau von 53 auf 48 % abgesenkt wurde. Reformansatz Bas: Angesichts dieser Kluft fordert SPD-Politikerin Bärbel Bas eine Erwerbstätigenversicherung. Neu eingestellte Beamte und Mandatsträger sollen in gesetzliche Rentenkasse einzahlen, um das System zu stabilisieren und Pensionen an Rentenniveau anzunähern

    • @Joachim Petrick:

      Bis etwa 2000 betrug übrigens die max. Pension 75%, wurde damals schon abgesenkt, daneben wurden Abrechnungszeiten im Studium usw. eingeschränkt.

  • "Es sind in den vergangenen Jahren zu freigiebig und zu viele (höhere) Beamtenstellen vergeben worden, was sich in einigen Jahrzehnten durch die Pensionslasten rächen wird. Die Beschränkung des Beamtenstatus auf einige wenige, klar definierte Aufgaben ist dringend nötig."



    Im Bundestag sitzen doch einige Beamte (m,w,d) o. deren Angehörige, Lehrer*innen, Jurist*innen im Staatsdienst u. Professor*innen beispielsweise.



    Der aufgeblähte Apparat ist u.a. auch ein Produkt d. Föderalismus u. einer Überregulierung durch d. Gesetzgeber.



    Dass in Brüssel der Schlüssel f. einen weiteren "Moloch" liegt, haben viele schon erkannt.



    In Zeiten von Digitalisierung u. KI sind manche Jobs heute einfach nicht mehr adäquat besetzt oder ausgestattet.



    "Projekte wie F13, LLMoin und MUCGPT zeigen, dass große Sprachmodelle in vielen deutschen Kommunen angekommen sind, derzeit meist als Chatbots mit Recherche-Funktionen (RAG). KI-Agenten gehen einen Schritt weiter. Sie ermöglichen nicht nur die Generierung von Inhalten, sondern auch automatisierte Handlungsabfolgen in bestehenden Prozessen – von der Bearbeitung verwaltungsinterner Vorgänge bis hin zur Steuerung von Smart-City-Anwendungen."



    b. iese.fraunhofer.de

    • @Martin Rees:

      Nur halten sich die KI-Agenten nicht unbedingt an Anweisungen. Tragen aber keine Verantwortung für ihre Entscheidungen.

  • Das eine: weniger Beamte. Schließt das andere: alle in die gesetzliche Rentenkasse, nicht aus



    Einfach mal über den eigenen Tellerrand hinaus schauen und von anderen Länder lernen!

    • @degouges:

      Sie hat ganz klar gesagt, dass es nicht nur um die Beamten geht sondern um alle die nicht einzahlen: Freiberufler, Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler... Und es ist ganz klar mehr Geld im System, wenn neue Beamte (und die anderen Schwerverdiener) zwar einerseits ihre sehr fetten Bezüge im Monat bekommen, davon andererseits aber nur eine nicht Lebensstandard sichernde, gesetzlich gedeckelte Rente beziehen können statt einer amtsangemessenen Pension.

  • Herrlich. Diese Schwätzerin. Schon mal die Entwicklung unter der rot grün gelben Bundesregierung untersucht?

  • Würde der Staat die Beamten in die Rentenversicherung aufnehmen müsste er ihben zusätzlich eine betriebliche later Vorsorge anbieten. Am Ende würde es vermutlich gleich viel kosten.

    • @Machiavelli:

      Die Beamten zahlen nicht in die Rentenkasse ein, es würden auf jeden Fall zusätzliche Beitragszahler dazu kommen. Und Zusatzvorsorge im Öffentlichen Dienst haben fast alle Länder und der Bund auch. Es geht ja nicht um die Kosten, sondern um die Stabilisierung des Beitragsaufkommens. Das wäre verbreitet und ergiebiger.

    • @Machiavelli:

      Nein!



      Ihre Vermutung wird nicht richtig sein.

      Dann müsste es für den Staat egal sein, ob er Lehrer im öffentlichen Dienst einstellt oder verbeamtet

    • @Machiavelli:

      Ist das so?



      Pensionen betragen heute bis zu 71,75% nach 40 Dienstjahren, Rentner bekommen im Schnitt 48% nach 45 Dienstjahren soviel ich weiss 🤔

      • @Grenzgänger:

        Dafür ist das Einstiegsgehalt mit als Master im Referendariat nur 1700 im Monat, während in der freien Wirtschaft locker 2500 geboten werden...

        • @FriedrichHecker:

          Ja, wieviel bleibt denn jeweils netto? 1700 ohne Rentenbeitrag könnte gar nicht so weit weg von 2500 mit Rentenbeitrag liegen ...

  • Keine Verbeamtung bedeutet, sie haben Streikrecht. Dann nicht jammern, wenn sie es wahrnehmen und was Wichtiges stillsteht.

    Keine Pensionen bedeutet, dass Beamte nach ihrem Dienst nicht mehr auf Staatstreue verpflichtet sind, und auch im Dienst nur bis zum nächsten Job denken müssen. Dann nicht jammern, wenn es noch mehr Drehtüren gibt.

    • @Arne Babenhauserheide:

      Bei den aktuellen Gehältern der Beamten muss schon eine sehr große Menge Wasser den Fluss runter fließen, damit diese Anerkennung für einen Streik bekämen. Es ist ja nicht so, als würden die Beamten schnell arbeiten. Die Prozesse dauern ewig.



      Ja dann sind sie es nicht, aber wenn ein Beamter nicht mehr als Beamter arbeiten will, dann kommt er auch jetzt schon raus.



      Beamte nur dort wo man wirklich Beamter sein sollte. Aber momentan wird ja jeder im ÖD fast schon verbeamtet. Das geht so nicht.

      • @Walterismus:

        Das hindert Piloten auch nicht am Streiken.

        Und nein, es wird nicht jeder im ÖD automatisch verbeamtet.

    • @Arne Babenhauserheide:

      Ach diese Staatstreue.



      Die würden alle Aufwiegler, Verschwörungstheoretiker oder gar Terroristen.



      Bei den Beamtenprivilegien würden Nicht-Beamte gerne auf das Streikrecht verzichten.



      Wofür sollte noch gestreikt werden?

      • @Michael Sadlowski:

        ‚Wofür sollte noch gestreikt werden?‘

        Die Inflation der letzten paar Jahre, und was die mit den realen Löhnen gemacht hat, schon wieder vergessen?

  • Ein Gesamtpaket wäre sinnvoller. Beamte und vor allem Selbstständige in die Renten- und Krankenversicherung einzahlen zu lassen. Hatte die SPD nicht mal die Idee einer allgemeinen Bürgerversicherung oder hat sie die schon längst aufgegeben? In einer solidarischen Finanzierung mit paritätischen Möglichkeiten? Genau hier könnte die SPD tatsächlich punkten, wenn sie ihr Image als Volkspartei noch retten möchte. Das wäre doch mal ein Vorschlag. Ansonsten folgt leider nur wieder die übliche Sparpolitik, die auch die SPD in der Regierung mit zu verantworten hat.

    • @Hamburger in Istanbul:

      Jeder erwerbesfähige Mensch sollte Rentenbeiträge zahlen. Das müsste das Ziel sein.



      Da haben Sie recht, aber als erster Schritt wären Beamte schon ein Schritt nach Vorne.

  • Parteipolitik vor Inhalt?



    Der Artikel ist ein gutes Beispiel dafür.



    Der Ansatz ist geradezu revolutionär. Anders als vom Autor dargestellt haben sich in der Vergangenheit EntscheidungsträgerInnen nämlich nicht getraut, den Beamtenstatus anzutasten.



    Schließlich handelt es sich sozusagen um die „eigenen Angestellten“, bei denen man*frau sich damit unbeliebt macht.



    Bärbel Bas ist somit mutig genug und entwirft einen Plan für die Gesellschaft und nicht nur für die eigene Klientel,



    Ganz anders der Hinterbänkler der CDU, der die Renten kürzen will um das Bafög zu finanzieren,



    Dass Jemand, der einen derartigen gesellschaftlichen Graben aufwirft, im Artikel gelobt wird, ist „erstaunlich“.



    Natürlich erhielten Beamte auch Rentenansprüche, doch dies würde erst ab 2070 zum Tragen kommen.



    Das erscheint doch als völlig ausreichender Zeitraum für eine zukunftsfähige Planung.



    Es kann natürlich darüber theoretisiert werden. Ob es zu viele Beamt*Innen gibt, doch dies rückgängig zu machen ist schwierig.



    Wäre es angesichts der Sicherheitslage mit hybriden Angriffen und Wegwerfagenten tatsächlich hilfreich, weniger Beamt*Innen zu beschäftigen?



    Ich denke nicht.

    • @Philippo1000:

      bitte genauer lesen: der Artikel lobt eine Forderung zu den Pensionen, nicht zu den Renten. Pensionen langsamer zu erhöhen, um das Bafög nicht kürzen zu 'müssen', fände ich tatsächlich lobenswert. Nebenbei: Einsparungen bei den Beamtenpensionen freut auch in großem Maße die Länder.

    • @Philippo1000:

      Diese Rentenansprüche wären auch viel niedriger als die Pensionen oder sollte in dem System auch eine Zweiklassengesellschaft eingeführt werden

      • @Michael Sadlowski:

        Dann müssten die Beamten allerdings Lohn nachfordern. Denn oft ist der Lohn niedriger als der bei vergleichbarer Qualifikation in der Privatwirtschaft.

        • @Arne Babenhauserheide:

          "Forderungen" bringen am (Arbeits-) Markt kaum was.



          Die Lohnhöhe hängt nicht (direkt) an der Qualifikation, sondern an gewachsenen Tarifhistorien, Zugangsbeschränkungen wie Voraussetzungen, z. B. eine deutsche Staatsangehörigkeit zu haben, um überhaupt verbeamtet werden zu können, und Streikkraft / Organisationsgrad / politischer Streitbarkeit / Lobbyismus. Auch sind Sparten mit hohen Frauenantelen schlechter bezahlt und weniger streikfreudig in (West-) Deutschland (wo sie sich immer noch zu relevant großen Teilen als Nebenverdienerinnen an männliche Hauptverdiener binden und sich dem existenziellen Stress eines Arbeitskampfs weniger gern stellen, weil sie weniger existenziell drauf angewiesen zu sein meinen wegen des männlichen Backups in den Beziehungen).

  • Aufrufe an die herrschenden Klasse, doch bitte ein wenig bei sich selbst zu sparen, sind irgendwie drollig.

  • Ich verstehe nicht ganz, warum Bärbel Bas sich auf die Öffnung der Rentenversicherung für Beamte versteift.



    Viel sinnvoller wäre, Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung aufzunehmen.

    Bei der Rentenversicherung gibt es das Problem, dass man das, was man einzahlt, im Alter ungefähr wieder herausbekommen müsste (natürlich mit Inflationsausgleich). Da Beamte jedoch älter werden als der Durchschnitt der Bevölkerung, wird das wahrscheinlich kein gutes Geschäft.



    Beamte in die GKV aufzunehmen, wäre jedoch interessanter, da gut verdienende Beamte i. d. R. gesünder sind als der Durchschnitt der Bevölkerung und relativ viel einzahlen würden.

    • @Aurego:

      Jetzt bekommen die Beamten viel mehr raus ohne was einzuzahlen

    • @Aurego:

      Die Beamte in das Rentensystem zu integrieren, da bin ich auch skeptisch. Sind die „Pensionskassen“ so gut gefüllt, dass dies für die Rentenkasse auskömmlich wäre?

      Es ist ja immer auch ein Summenspiel. Was kommt dann zusätzlich an Beiträgen von Beamten in die vorhandene Rentenkasse und was geht an Pensionen wieder raus.

      • @Sole Mio:

        Der Umstieg wäre ja gestaffelt. Neue Ansprüche müssen erstmal erworben werden. Bis dahin wird erstmal eingezahlt.



        Und Nennenswerte Auszahlungen werden dann entstehen, wenn der demographische Wandel abgeschlossen und die Boomer aus der Rente wieder raus sind.



        Man hätte idealerweise vor wenigen Jahren damit anfangen müssen. Zu früh wäre ebenso schädlich wie zu spät. Aber noch sind wir in dem Fenster, in dem der Umstieg sich lohnt.

    • @Aurego:

      Das klingt nach Rosinen picken. Beamte nur da aufnehmen, wo sie sich ein Plus statt Minus erhoffen...



      Tatsächlich bin ich auch für eine einzige Krankenversicherung. Basta. Würden wir uns ungefähr 100 Verwaltungsapparate der ganzen Anbieter sparen.



      Allerdings wird es schwierig die Leistungen der Beamten aus den PKVs im gesetzlichen Modell abzubilden.



      Bestandsbeamte haben aber Verträge bezüglich dieser Leistungen. Die kann man als Gesetzgeber ja nicht einfach abräumen.



      Insofern würde eine Überführung wohl nur für neue Beamte gehen - das hieße aber, erhöhte Kosten während der Phase, wo noch Bestandsbeamte in der PKV sind und ihre Leistungen einfordern...

      • @Astrid Sehnefeld:

        Das hat nichts mit Rosinen picken zutun. Es geht um Realitäten. Es bringt nichts, ein System zu reformieren und es damit schlechter zu machen - für alle.



        Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung zu ziehen, hat halt einige Fallstricke. Zum einen die Tatsache, dass viel mehr ältere Menschen verbeamtet sind und damit schlicht keine Entlastung stattfinden würde...



        Zum anderen die Tatsache, dass ein Beamter eben auf Lebenszeit ernannt wird und auch während seine Ruhestands (nicht Rente!) nicht seine Pflichten als Beamter verliert.



        Insgesamt ist die Finanzierung der Rente ja schon etwas anderes. Hier finanziert klar der arbeitende Angestellte den Angestellten, der in Rente ist.



        Bei der KV finanziert quasi jeder, der nicht privatversichert ist. Also egal ob Angestellter oder Renter, der von seine Rente weiterhin auch die KV berappt.



        Hier eine klar existierende Zweiklassengesellschaft aufzulösen hat viel mehr Ansatzpunkte, als das Thema Rente und Pension.



        Da ist eher die Frage: Kann man es sich leisten, die Rente zu nicht einmal mehr einer Grundversorgung zu degradieren, während der Beamte 70% seiner letzten Bruttobezüge bekommt.

    • @Aurego:

      Wenn Beamte stattdessen – wie Angestellte – Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen würden:



      würden die Kosten stärker über Beiträge verteilt,



      entstünden langfristig geringere direkte Pensionslasten für Bund und Länder,



      wäre die Finanzierung transparenter.



      Besonders Länder mit hohen Versorgungsausgaben sehen darin einen möglichen Vorteil.Stabilisierung der Rentenversicherung



      Beamte gehören meist zu Gruppen mit:



      stabilem Einkommen,



      geringer Arbeitslosigkeit,



      langen Erwerbsbiografien.



      Dadurch würden sie relativ verlässliche Beitragszahler sein. Mehr Einzahler könnten helfen, die Finanzierungsbasis der gesetzlichen Rentenversicherung zu verbreitern.Viele Menschen empfinden die Unterschiede zwischen Pensionen und gesetzlichen Renten als ungerecht:



      Beamte zahlen keine Rentenbeiträge,



      erhalten oft höhere Altersbezüge,



      und haben andere Absicherungen bei Krankheit und Versorgung.



      Eine gemeinsame Versicherung könnte das System vereinheitlichen und das Gefühl stärken, dass alle Erwerbstätigen nach ähnlichen Regeln abgesichert sind.Beamte erhalten im Ruhestand Pensionen, die direkt aus Steuermitteln bezahlt werden. Wegen der alternden Bevölkerung steigen diese Kosten stark an.

  • Also ich sehe schon, dass eine Bundesverwaltung durch Beamt:innen im HD getragen werden sollte, die in der Mehrzahl meiner Einblicke nach schon einiges wegschaffen.

    Was ich nicht sehe ist, dass Lehrer:innen verbeamtet sein sollten, die meiner Einblicke und vereinzelter Berichte über Überarbeitung eher wenig gebacken kriegen, weil wirklich die Mehrzahl das wirklich für „ruhige Kugel und sichere Pension“ studiert und bereits Studium schon durch eher geringe Fähigkeiten auffällt. Lehramt ist nach wie der paradigmatische Beruf für die Optimierung des Verhältnisses von Aufwand und Vergütung. Meine Daten: fünf Jahre mit Lehramtsstudierenden studiert und über zehn Jahre Lehramtsstudierende in meinen eigenen Veranstaltungen gehabt und dabei gesehen, wie nachfolgende Generation immer dümmer und aber auch immer dreister nach- und trotzdem irgendwie durchkommen. Es gibt immer Ausnahmen, keine Frage, aber für den Großteil trifft das mAn zu.

    Das Lehrertum ist ein riesiger Posten in den klammen Haushalten der Länder und muss dringend abgeschafft werden. Wenn sich alle Länder (außer Bayern natürlich, lol, und möglicherweise noch BW) zusammentun, könnte daraus was werden.

    • @Hektor Rottweiler:

      Dann streiken die Lehrer halt mal einen Monat. Ohne verbeamtete Lehrer stehen dann die Schulen still und in den meisten Familien fällt mindestens eine Person zur Kinderbetreuung aus.

      Viel Spaß dabei, das den Unternehmen zu erklären.

    • @Hektor Rottweiler:

      Also aber auch Streikrecht für Lehrer. Und dann nicht jammern, wenn die Eltern ihre Erstklässer dann aber beaufsichtigen müssen oder das Abitur ins Wasser fällt. Nicht nur Rosinen-Oicken, dann das Komplettpaket.

  • Nach meiner Meinung wäre es vollkommen in Ordnung, wenn auch Beamte in das Rentensystem einzahlen.

    Das sollte dann jedoch nur für Neubeamte gelten. Und die Nettobezüge sollten gleich bleiben.

  • Noch wichtiger als dass Beamte in die Rentenkasse einzahlen, wäre, dass Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder in die Rentenkasse einzahlen. Nicht, weil das viel Geld bringt. Aber wenn sie selbst in der Rentenkassr sind, spüren sie jede Kürzung und jede sachfremde Leistung, die aus der Rentenkasse entnommen wird, selbst.