Finanzierung der Rente: Ist die Rente in der Krise? Von wegen, deutet diese Studie an
In wenigen Tagen stellt die Rentenkommission ihre Ergebnisse vor. Eine Studie widerspricht nun der Behauptung, die Rente sei nicht finanzierbar.
epd/afp | Laut einer Analyse der Hans-Böckler-Stiftung entwickelt sich die Finanzierung der Rente positiver als in der öffentlichen Debatte behauptet. Gemessen an der Wirtschaftsleistung seien die Ausgaben für die gesetzliche Rente heute niedriger als vor knapp 30 Jahren, hieß es in einer am Montag in Düsseldorf veröffentlichten Berechnung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Stiftung.
1997 hätten die Ausgaben der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bei 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen, 2024 bei 9,3 Prozent. Das sei umso bemerkenswerter, da die Zahl der Rentnerinnen und Rentner in dem Zeitraum um über drei Millionen Menschen gestiegen sei.
Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt derzeit 18,6 Prozent. Auch dies sei spürbar weniger als Ende der 2000er Jahre mit 19,9 Prozent oder Ende der 1990er Jahre mit 20,3 Prozent.
„Alarmistische Erzählung“
Rückläufig ist der Studie zufolge auch die Höhe der Bundeszuschüsse für die gesetzliche Rente – gemessen an den Einnahmen der Rentenversicherung insgesamt. 2003 habe dieser Anteil 34 Prozent betragen, 2024 nur noch 29 Prozent. In den 1990er Jahren sei der Anteil allerdings noch niedriger gewesen.
Florian Blank, Hans-Böckler-Stiftung
Setzt man die Zuschüsse für die Rente wiederum ins Verhältnis zu den Gesamtausgaben des Bundes, lag dieser Anteil 2024 mit 24,6 Prozent ebenfalls etwas niedriger als zur Jahrtausendwende mit 26,3 Prozent.
„Die Datenanalyse ergibt, dass das System der gesetzlichen Rente recht solide dasteht“, betonte der Leitautor der Studie, Florian Blank. „Alarmistische Erzählungen wie die, das System stehe vor dem Kollaps oder für Jüngere würden sich Beitragszahlungen nicht lohnen, lassen sich empirisch nicht belegen, im Gegenteil“, betonte er.
Die Untersuchung kommt etwa zu dem Ergebnis, dass die Rentenzahlungen der GRV jungen wie älteren Versicherten eine positive interne Rendite auf ihre eingezahlten Beiträge bieten. Die nominalen Renditen liegen der Analyse zufolge für alle Geburtsjahrgänge von Ende der 1940er bis 2010 nahe beieinander und betragen im Durchschnitt bei Männern etwa 3,1 bis 3,3 Prozent pro Jahr, bei Frauen knapp 3,6 bis 3,8 Prozent.
Die Bundesregierung plant umfassende Reformen am Rentensystem. Über Empfehlungen dafür berät derzeit eine von der Regierung eingesetzte Kommission, die am Montag zu ihrer letzten geplanten Sitzung zusammengekommen war. Die Beratungsergebnisse sollen in wenigen Tagen vorgelegt werden.
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