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Neue Vorwürfe gegen Elif Eralp Die Rote Hilfe ist wichtiger denn je

Marie Frank

Kommentar von

Marie Frank

Eine linke Juristin war Mitglied einer linken juristischen Organisation, wo ist der Skandal? Elif Eralp muss sich für nichts schämen – im Gegenteil.

D ie Bemühungen bürgerlich-konservativer bis rechter Kräfte, eine von der Linkspartei geführte Landesregierung in Berlin zu verhindern, sind fast schon lächerlich, so durchsichtig und verzweifelt muten sie an. Der neueste „Skandal“: Die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp war Mitglied der Roten Hilfe. Schockschwerenot, eine linke Juristin ist Mitglied einer linken juristischen Organisation, wo gibt’s denn so was?

Als Mitglied der Roten Hilfe sage ich: Das klingt sympathisch. Schließlich ist es in Zeiten des allgemeinen Rechtsrucks wichtiger denn je, sich für linke Ak­ti­vis­t:in­nen einzusetzen, die unter politischer Verfolgung, Polizeigewalt, rechtem Terror leiden. Antifaschismus steht derzeit massiv unter Druck, dagegen ist Solidarität die wichtigste Waffe. Zumal juristischer Beistand für angeklagte Personen in einer Demokratie selbstverständlich und wünschenswert ist, auch wenn es um Linke geht, denen Straftaten vorgeworfen werden. Lobbyarbeit für die eigene Sache ist in der Zivilgesellschaft ebenfalls ganz normal, auch wenn die Sache Antifaschismus heißt.

Warum also die Aufregung? Weil der Verfassungsschutz die Rote Hilfe als „linksextremistisch“ einstuft. Nun ist diese Einschätzung einer Behörde, die seit dem Nationalsozialismus von Nazis durchwandert ist wie keine andere, deren Aufgabe darin besteht, rechten Terror zu verharmlosen und Antifaschismus zu kriminalisieren, wenig überraschend. Für Linke sind Einschätzungen des Verfassungsschutzes, der längst abgeschafft gehört, nichts wert. Auch wenn sich scheinheiligerweise trotzdem positiv auf sie bezogen wird, sobald es um ein AfD-Verbot geht.

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Auch wenn der Verfassungsschutz das anders sieht: Links oder auch linksradikal zu sein, für eine andere, bessere, solidarische Gesellschaft einzutreten, ist nicht per se verfassungsfeindlich. Im Grundgesetz ist nicht festgeschrieben, dass wir für immer in einer kapitalistischen, inhumanen Ellbogengesellschaft leben müssen. Auch wenn manche das glauben machen möchten.

Die Rote Hilfe ist nicht verboten, eine Mitgliedschaft darf daher kein Ausschlusskriterium für ein Regierungsamt sein, wie derzeit kolportiert wird. Schade also, dass Eralp in vorauseilendem Gehorsam vor einem Jahr dort ausgetreten ist und sich für ihre Mitgliedschaft rechtfertigt, statt den Verein weiterhin zu unterstützen.

Im Gegensatz zum CDU-Politiker Kurt Georg Kiesinger, der Mitglied der NSDAP war, muss sich Eralp für nichts schämen – und Kiesinger ist sogar Bundeskanzler geworden. Im Gegenteil: Den Einsatz gegen rechts, dem die An­wäl­t:in­nen der Roten Hilfe und ihrer Vorgängerorganisation seit der NS-Zeit verpflichtet sind, würde man sich auch von so manchem Politiker wünschen. Dann würden sich sicher auch die Wahlerfolge rechtsextremer Parteien in Grenzen halten. Die sind eine weitaus größere Gefahr für die Demokratie als antifaschistische Jurist:innen.

Marie Frank

Marie Frank Redakteurin

Redakteurin bei der taz mit Schwerpunkt soziale Bewegungen, Migration, Klassenkampf und soziale Gerechtigkeit. Hat politische Theorie studiert, ist aber mehr an der Praxis interessiert.
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48 Kommentare

  • Filou

    Der Verfassungsschutz macht nach meiner Meinung genau das, was das Innenministerium will, denn diesem ist er unterstellt. Er kann deshalb nie ansolut neutral handeln.

  • Andreas_2020

    Ich wäre definitiv nicht der größte Anhänger der Roten Hilfe, aber selten konnte ich so eindeutig sagen, ja die Rote Hilfe wird noch gebraucht. Vermutlich geht es jetzt erst richtig los. Eine sonderbare sehr rechte, sehr neobliberale CDU/CSU tritt gegen eine rechtsextreme AfD an. Und die SPD bringt kaum noch was. Das dürfte auch zu Konflikten, Gerichtsverfahren und Haft führen. Wünschen tue ich mir das nicht. Aber darauf läuft es doch hinaus.

  • Jürgen aus Nürnberg

    Hans Litten applaudiert aus seinem Grab für diesen Artikel !

  • JMarius

    Also, so lange Extremismus für den selbst definierten "richtigen" Grund praktiziert wird, ist es in Ordnung?



    Auch bezeichnend finde ich, dass sich die Verfasserin des Artikels und weite Teile der radikalen AfDler einig sind, dass der Verfassungsschutz abgeschafft gehört. Ein Musterbeispiel für die Hufeisentheorie.

    • Francesco

      @JMarius:

      Gibt es für Extremismus eigentlich eine inhaltliche Definition? Außer dass es um Positionen geht, die an den Rändern des politischen Spektrums liegen?

    • Axotono

      @JMarius:

      Natürlich ist der Grund das wichtigste, was denn sonst bitte?

  • Don Geraldo

    Wenn man von linker Warte aus die Erkenntnisse des Verfassungsschutzes zur Roten Hilfe ignoriert bzw. als irrelevant abtut kann man das ruhig machen.

    Aber dann sollte man sich in Zukunft die ständige Erwähnung der AfD als "gesichert rechtsextrem" aufgrund von Erkenntnissen des gleichen Verfassungsschutzes verkneifen.

  • Deep South

    "Für Linke sind Einschätzungen des Verfassungsschutzes, der längst abgeschafft gehört, nichts wert. "

    Na klar. Und weil das "den Linken" Alles "nichts wert" ist, stellt man hier der AfD durchweg die Adjektivgruppe "gesichert rechtsextrem" voran, die sich wortwörtlich auf eine Einschätzung des Verfassungschutzes bezieht. Und genau diese Einschätzung ist auch das Hauptargument, das regelmäßig für ein Verbotsverfahren vorgebracht wird.



    Aber wenns grad mal nicht in de Kram passt, dann gehört er "abgeschafft". Klingt für mich nicht wirklich glaubwürdig.

    • Francesco

      @Deep South:

      Um den Rechtsextremismus der AfG zu belegen braucht man keine Berichte des Verfassungsschutzes. Diese werden nur zitiert, weil sie auf manche Leute besonders amtlich wirken.

  • Thomas Müller

    Am Ende geht es aber immer um die Frage, ob Straftaten begangen wurden.

  • Perkele

    Das ist ein Kommentar von Marie Frank, den ich sofort unterschreibe. Vielen Dank dafür - und mehr davon!!!

    • Beate Homann

      @Perkele:

      Schließe mich an!!!

  • Claus Stark

    Wenn sich nur mehr Juristen so engagieren würden :-)

    • behr Behr

      @Claus Stark:

      „Politisch motivierte Gewalt“ bleibt, solange wir eine Rechtsordnung haben, strafbar, wenn sie Strafnormen erfüllt.



      Warum soll man sich als Jurist für etwas engagieren, das



      für die „ideologisch richtige“ Gewalt Geld einsammelt zur



      Unterstützung wie zB für eine Frau Klette.

  • Zippism

    „Wo ist der Skandal?“ – Nun, vielleicht darin, dass die Rote Hilfe nicht einfach irgendein linker Juristenverein ist. Sie wird seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet und als linksextremistische Organisation eingestuft. Der aktuelle Bundesverfassungsschutzbericht bezeichnet sie als größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus.

    • My Sharona

      @Zippism:

      Was der Verfassungsschutzbericht aber nicht sagt, ist, dass es sich um eine Organisation handeln würde, die den gewaltsamen Umsturz plant.

      • Zippism

        @My Sharona:

        Behauptet auch niemand. Der Verfassungsschutz schreibt der Roten Hilfe keineswegs einen „gewaltsamen Umsturz“ als Ziel zu. Der aktuelle Bericht beschreibt vielmehr ausdrücklich, dass die Rote Hilfe Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung befürwortet und unterstützt, und ordnet sie als größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus ein.

        Diese Beschreibung dürfte für die politische Einordnung einer Organisation wohl auch ausreichend sein.

    • Desdur Nahe

      @Zippism:

      Übrigens gab es mit der HNG (Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene) ab 1979 mal ein rechtes Gegenstück.



      Wurde dann 2011 durch das Bundesinnenministerium verboten.

  • Dobro

    Ob sich jemand schämen muss oder nicht, ist eine ganz andere Frage und hier unrelevant: die Frage ist, ob politisch Andersdenkende Frau Eralp in der Regierung haben möchten. Da kann die Rote Hilfe natürlich ein wesentlicher Faktor sein.

  • Philipp Lobinger

    links oder linksradikal zu sein, ist nicht per se verfassungsfeindlich, aber ebenso ist es nicht per se verfassungsfeindlich rechts oder rechtsradikal zu sein. Das ist schwer auszuhalten und bei den Rechtsradikalen fehlt sicherlich das Moment der internationalen Solidarität und wird durch Völkisches ersetzt. Dennoch: es ist legal und aus der jeweiligen Sicht auch legitim das jeweils andere Lager mit friedlichen Mitteln zu bekämpfen. Eine wehrhafte Demokratie muss diese Spannungen aushalten. Und mit der Polizeigewalt: Sobald die Linke an der Macht ist wird sie die schmerzhafte Dialektik der Polizeigewalt erfahren. Missbrauch von Gewalt: ja, dem muss entgegengetreten werden, aber es bedarf schon der Gewaltenteilungen und auch Joschka Fischer hatte das dann schnell gelernt als er in Verantwortung stand.

  • Bolzkopf

    Die "Rote Hilfe" ist nicht verboten.



    Manche sind oder waren da Mitglied. Das interessiert die Öffentlichkeit.

    Burschenschaften sind nicht verboten Manche sind oder waren da Mitglied. Auch das interessiert die Öffentlichkeit.

    Also lasst uns doch mal nachschauen wer von den Schwatten sich da wo farbentragend und pflichtschlagend engagiert hat ...

  • MarsiFuckinMoto

    Warum der Verein als „verfassungsfeindlich“ eingestuft wird erschließt sich mir auf den ersten Blick auch nicht so richtig, etwas anderes finde ich dann aber schon ziemlich problematisch: Der Verein unterstützt unter anderem Daniela Klette, ehemaliges RAF-Mitglied. Eine Frau, die bis heute keine eigene Tatverantwortung übernommen hat, eine aktive Mithilfe bei der Aufklärung ist ebenfalls nicht belegt. Das kann man zwar machen, von einer zukünftigen Bürgermeisterin der deutschen Hauptstadt erwarte ich allerdings etwas anderes als Mitglied in einem Verein zu sein, der solche Personen aktiv unterstützt. Insbesondere wenn die Linke auch nach der Wahl immer wieder betont, man wolle die Gesellschaft Berlins „zusammenführen“ statt weiter zu „spalten“. Da frage ich mich wie das funktionieren soll. Selbstverständlich kommen solche Inhalte in der eigenen Bubble gut an, sieht man ja auch hier in den TAZ-Kommentarspalten, alles gut, insbesondere von dieser Klientel ist sie ja auch gewählt worden. Mit „zusammenführen“ hat das dann aber nichts mehr zu tun und es ist ein weiterer, unnötiger Angriffspunkt, der die politischen Gräben nur weiter vertiefen wird.

    • TheBox

      @MarsiFuckinMoto:

      Es ist das Prinzip der RH, die Unterstützung sofort und komplett einzustellen, und den Klienten in der Szene anzuschwärzen, sobald der/die Angeklagte zur Tat irgendeine Aussage macht, und sei es zur beweiskräftigen Widerlegung eines Anklagepunkts. Jede Zusammenarbeit mit der staatlichen Justiz ist für die RH ein no-go. Die RH wirkt also aktiv dabei mit, dass Frau Klette weiter schweigt, und bei der überschaubaren Zahl an verbleibenden Unterstützern dürfte sie sogar der entscheidende Faktor sein. Ich finde das sehr, sehr problematisch.

    • pumble

      @MarsiFuckinMoto:

      Die Rote Hilfe organisiert Rechtsbeistand. Auch Daniela Klette hat Anspruch auf Rechtsbeistand. Das nennt sich Rechtsstaat.

    • Dobro

      @MarsiFuckinMoto:

      Wird doch gemacht.

  • Rainer Wahnsinn

    Schockschwerenot: Auch Solidarität verträgt kritische Fragen. Rechtsbeistand für Beschuldigte ist selbstverständlich. Damit ist aber noch nicht jede Kritik an der Organisation beantwortet, die ihn unterstützt.

    Die Rote Hilfe erklärt selbst, dass sie nach Einzelfallprüfung Unterstützung wegen einer Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden oder einer Entschuldigung vor Gericht kürzen oder ablehnen kann. Ein privater Verein darf Bedingungen setzen. Warum eine Entschuldigung Unterstützung kosten kann, bleibt dennoch erklärungsbedürftig. Dafür braucht es keinen Verfassungsschutz: Die Frage ergibt sich aus den eigenen Kriterien des Vereins.

    Auch Kiesingers NSDAP-Vergangenheit kann doppelte Maßstäbe illustrieren. Heutige Einwände widerlegt sie nicht. Wer faire Beurteilung verlangt, muss zwischen berechtigter Kritik und politischer Instrumentalisierung unterscheiden.

    Eralps frühere Mitgliedschaft rechtfertigt keine automatische Disqualifikation. Sie macht konkrete Fragen aber auch nicht illegitim. Der Kommentar fordert Differenzierung für Eralp und verweigert sie ihren Kritikern. Er erklärt die Empörung für durchsichtig, bevor er die Einwände geprüft

  • Vigoleis

    Selbstverständlich steht jeder Person im Rechtsstaat ein juristischer Beistand zu. Es ist natürlich auch legitim, organisatorisch dafür zu sorgen.



    Was an dem Text allerdings bedenklich ist, sind die Vorbehalte gegen die Arbeit des Verfassungsschutzes. Dessen Beobachtung unx Bewertungen scheinen mir in jede Richtung des Radikalen und Extremistischen, mutmaßlich natürlich, dringender nötig als bisher.



    Leider, aber auch naturgemäß, singen alle mutmaßlich Betroffenen das gleiche Lied von der Abschaffung des Dienstes. Und daran erkennt man sie dsnn auch...

    • Kaboom

      @Vigoleis:

      "Was an dem Text allerdings bedenklich ist, sind die Vorbehalte gegen die Arbeit des Verfassungsschutzes. Dessen Beobachtung unx Bewertungen scheinen mir in jede Richtung des Radikalen und Extremistischen, mutmaßlich natürlich, dringender nötig als bisher."

      Nuja, bis Haldenwang übernahm, was IMO jedes Misstrauen berechtigt. Da ziehen sich braune Streifen von der Gründung bis hin zu Maaßen.



      Und der Wechsel der Führung bedingt ja nicht notwendigerweise einen Wechsel der Ideologie des Personals.

    • pumble

      @Vigoleis:

      Die Vorbehalte hat sich der Verfassungsschutz redlich verdient.

      Und in was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, dass Vorbehalte gegenüber der Staatsgewalt verwerflich sein sollen?

      • Vigoleis

        @pumble:

        Wie ich doch schrieb: Es sind immer diejenigen, die mutmaßlich nicht auf dem Boden der FDGO stehen und genau deshalb auch beobachtet werden, die sich, folgerichtig, möchte man meinen, über den Verfassungsschutz fundamental erregen (und sich dabei selbst noch für die besten Demokraten halten). Das war meine Pointe.



        Natürlich darf und muss der Dienst kritisiert und (parlamentarisch von demokratischen Vertretern und ggf. juristisch) kontrolliert werden. Die Kritiker sollten aber selbst auf ganz sicherem verfassungsmäßigem Terrain stehen, vor allem nicht selbst im Fokus stehen.



        Sonst hat die Kritik mindestens ein "Haltet-den-Dieb"-Geschmäckle...

      • Zippism

        @pumble:

        Niemand behauptet, dass Vorbehalte gegenüber staatlichen Institutionen grundsätzlich „verwerflich“ seien. Der interessante Punkt ist doch das argumentative Muster dahinter: Sobald eine staatliche Institution die eigene politische Szene beobachtet oder kritisiert, wird nicht zuerst über die konkrete Begründung gesprochen, sondern die Institution selbst grundsätzlich infrage gestellt.

        Und genau dieses Muster findet man eben auch am anderen politischen Rand: Verfassungsschutz, Gerichte, Polizei oder Medien sind plötzlich „politisch gesteuert“, „ideologisch“ oder grundsätzlich nicht vertrauenswürdig, wenn ihre Einschätzungen der eigenen Weltsicht widersprechen.

    • Blutsbruder WinnePuh

      @Vigoleis:

      Wenn der Verfassungsschutz nur beobachten und bewerten würde wäre ja (fast) alles gut. Aber er hat sich seit Jahrzehnten immer wieder als aktiver Player und Förderer von terroristischen Aktivitäten gezeigt. Peter Urbach --> RAF,



      Tino Brandt -->THS, NSU Komplex, usw, usf...

      • Vigoleis

        @Blutsbruder WinnePuh:

        Ich verstehe die Kritik. Aber das ist ein weites Feld. Da Geheimdienste immer in einer Grauzone operieren, ist kaum eine klare Grenze zu ziehen zwischen Beobachtung, Infiltrierung (auch personell) und "aktiver Förderung".



        In den von Ihnen genannten Fällen scheint es klare Grenzüberschreitungen gegeben zu haben. Sie sind wohl eher die Ausnahme.



        Die Bunsreplik Ditschl hat sich da so beholfen, den Geheimdiensten grundsätzlich nur leicht erweiterte Polizeibefugnisse zu geben. Die Folge ist allerdings eine im internationalen Vergleich geringe Wirkung und Aufklärungsquote und, im Zweifel fast immer auf die Hilfe verbündeter Dienste, die größeren "Spielraum" haben, angewiesen zu sein.

        • Francesco

          @Vigoleis:

          Die Geheimdienste haben gerade keine Polizeibefugnisse schon gar keine erweiterten.

  • Manfred MIlde-Büttcher

    "Für Linke sind Einschätzungen des Verfassungsschutzes, der längst abgeschafft gehört, nichts wert." - Für die AfD auch nicht. - Dann macht es wohl Sinn, dass Deutschland einen Verfassungsschutz hat.

    • Michael M

      @Manfred MIlde-Büttcher:

      Danke

  • Karl Heinz

    Wird ihr nun ihre Mitgliedschaft oder ihr Austritt aus der RH kurz vor der Wahl vorgehalten?

  • VDST

    Wünsche Ihr Erfolg wie Elke Kahr, Bürgermeisterin von der LH Graz.

    2023 von der City Mayors Foundation mit dem World Mayor Award ausgezeichnet.

    Details:

    de.wikipedia.org/wiki/Elke_Kahr

  • Balibär

    Dieser Artikel musste genauso geschrieben werden. 100 % Zustimmung. Und wenn ich mir die Steigbügelhalter der Konservativen in der Weimarer Republik ansehen und die Parteien jetzt (Wiederholungsgefahr), bin ich stolz dass Berlin so gewählt hat. Deshalb muss sie regierende Bürgermeisterin werden. VENCEREMOS

    • Zippism

      @Balibär:

      „Wiederholungsgefahr“, Weimarer Republik, „Steigbügelhalter“ – und zum krönenden Abschluss noch ein pathetisches „VENCEREMOS“. Fehlt eigentlich nur noch, dass jemand die Fanfare für den antifaschistischen Endkampf anstimmt.

      Und aus „Ich bin stolz, dass Berlin so gewählt hat“ wird dann gleich „deshalb muss sie regierende Bürgermeisterin werden“. Demokratie funktioniert zum Glück etwas nüchterner: Eine Wahl ist kein Freibrief und politische Unterstützung ersetzt auch keine Auseinandersetzung mit den konkreten politischen Positionen und Entscheidungen.

  • Sonnenhaus

    Für fast jeden erkennbar, eine konzertierte Aktion von Rechts und aus der Mitte gegen Links. Die Antidemokraten, Sie offenbaren sich. Das ist zumindest der erkennbare Vorteil aus den Statements der zurückliegenden Tage.



    Beinahe schon eine Werbekampagne für die Linke, wenn es diese Tage nicht Wichtigeres zu diskutieren gäbe.



    Der Antisemitismus und die Anbiederung an den neuen Faschismus durch Mitglieder in der Union ist mindestens genauso schlimm wie, die publizierten Aussagen der Linken in Neuköln. Nur scheint es keine Schlagzeile mehr wert zu sein, warum z.B. ein Aiwanger aufgrund seiner Vergangenheit Minister werden konnte, warum ein Söder dem Land Sachsen-Anhalt den Länderbeitrag nicht kürzen will, warum ein Dobrinth noch immer sein Amt ausüben darf, trotz engen Kontakten zu Terroristen, warum ein Merz die AfD verdoppelt, statt halbiert hat, usw. u.s.f.



    Es scheint wohl wieder soweit zu sein. Daher zieht Euch warm an liebe Linke und liebe Minderheiten in diesem Land, der alte, besiegt geglaubte menschenverachtende Horror scheint in unser Land wieder aufzustehen, trotz der vermeintlichen demokratischen Mitte. Aber das hat ja bekanntlich damals auch schon nicht geholfen.

    • rero

      @Sonnenhaus:

      Wahre Worte:



      Die Antidemokraten offenbaren sich.

      Und eine Werbekampagne ist es auch die ganze Zeit.

      Die Frage, wieviel Prozent der Antisemitismus der Linken in der Wahl gebracht, ist noch unbeantwortet.

      Whataboutismus ist oft das Hauptargument, wenn die Linke verteidigt wird.

      Dabei wird nicht mal geleugnet, dass die Vorfälle antisemitisch sind.

      Stattdessen wird gleichgesetzt.

      Da ist das aktuelle Tanzen zu Gewaltaufrufen mit Vernichtungswillen (beide Begriffe aus der Taz) dasselbe wie jahrzehntealte Flugblätter von Personen, von denen die jüdische Gemeinde heute sagt, sie erleben ihn heute als zuverlässigen politischen Partner.

      Ja, das ist nicht mehr in den Schlagzeilen.

      Wenn die jüdische Gemeinde gesagt hätte, sie kennen Kocak als Partner, wäre er auch raus aus den Schlagzeilen.

      Mehr als Kocak erschreckt mich, dass man offenbar mit Antisemitismus wieder Wähler hinter sich versammeln kann.

      Stimmt, es scheint wieder so weit zu sein.

  • pumble

    Der eigentliche Skandal ist die kriminalisierung der Roten Hilfe, die nichts weiter tun als den Rechtsbeistand zu organisieren, der in einem Rechtsstaat jedem zusteht - auch vermeintlichen Linksextremisten. Ein Angriff auf die Rote Hilfe ist ein Angriff auf die Fundamente des Rechtsstaats!

    • Zippism

      @pumble:

      Das Argument kann man tatsächlich 1:1 auf die andere politische Seite anwenden. Auch im rechtsextremen Spektrum gab es eine solche Organisation: die „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige“ (HNG). Sie wurde 2011 verboten, weil sie eben nicht nur neutral Rechtsbeistand bzw. Unterstützung organisierte, sondern nach den Feststellungen von Innenministerium und später Bundesverwaltungsgericht dazu beitrug, inhaftierte Rechtsextremisten in ihrer Haltung gegen die verfassungsmäßige Ordnung zu bestärken und die Szene zu stabilisieren. Das Verbot wurde vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt.

      Damit ist der entscheidende Punkt eigentlich ziemlich einfach: Rechtsbeistand für Beschuldigte ist ein fundamentaler Bestandteil des Rechtsstaats – unabhängig davon, ob der Beschuldigte links, rechts oder sonstwo im politischen Spektrum steht.

      • Francesco

        @Zippism:

        Die Rote Hilfe wurde bisher nicht verboten. Es scheint also wohl doch einen gravierenden Unterschied zu geben.

    • JAJA

      @pumble:

      Die Rote Hilfe hilft leider auch echten linksextremen, nicht nur vermeintlichen...



      Und ich zitiere mal aus der Berliner Zeitung: "Wer vor Gericht ein Geständnis ablegt, um beispielsweise eine Strafmilderung zu erwirken, oder sich von der linken Szene bzw. der Tat distanziert, verliert seinen Anspruch auf Unterstützung. Entsprechende Klauseln und Beschlüsse des Bundesvorstands besagen, dass solche Personen aus Sicht des Vereins kein Fall für die Rote Hilfe mehr sind."

      • pumble

        @JAJA:

        Auch echten Linksextremisten steht Rechtsbeistand zu.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @JAJA:

        "Die Rote Hilfe hilft leider auch echten linksextremen..."

        Rechtsbeistand steht jedem zu. Auch Extremisten.