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20.10.2026 , 11:26 Uhr
Ein Rathaus brennt, Geschäfte werden geplündert – und die taz erklärt die Frage, ob Gewalt gut oder schlecht sei, kurzerhand zur „falschen Frage“. Nein: Falsch ist ein moralischer Kompass, der bei Brandstiftung erst nach der gesellschaftlichen Botschaft sucht.
Wer gestohlene Hygieneartikel verteilt, ist kein Robin Hood. Er bleibt ein Plünderer. Und wer ein Rathaus anzündet, greift keine abstrakte „Elite“ an, sondern das Gemeinwesen, für das auch arme Bürger Steuern zahlen. Polizeigewalt ist ebenso konsequent aufzuklären – Unrecht rechtfertigt niemals Unrecht.
Dass Wahlen nicht jedes gewünschte Ergebnis liefern, macht den Parlamentarismus nicht „undemokratisch“. Demokratie ist kein Lieferservice für die eigene Gesinnung. Sie verlangt, Mehrheiten und Niederlagen auszuhalten, statt den Rechtsstaat unter Druck zu setzen.
Armut verdient Hilfe, Ausgrenzung politische Antworten. Aber soziale Not ist kein Freibrief für Gewalt. Wer Täter zu bloßen Opfern der Verhältnisse erklärt, entmündigt sie – und verhöhnt die tatsächlichen Opfer.
Ein Staat, der vor Gewalt kapituliert, verliert nicht nur Autorität. Er verrät diejenigen, die sich an seine Regeln halten.
zum Beitrag30.09.2026 , 23:31 Uhr
Schockschwerenot: Auch Solidarität verträgt kritische Fragen. Rechtsbeistand für Beschuldigte ist selbstverständlich. Damit ist aber noch nicht jede Kritik an der Organisation beantwortet, die ihn unterstützt.
Die Rote Hilfe erklärt selbst, dass sie nach Einzelfallprüfung Unterstützung wegen einer Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden oder einer Entschuldigung vor Gericht kürzen oder ablehnen kann. Ein privater Verein darf Bedingungen setzen. Warum eine Entschuldigung Unterstützung kosten kann, bleibt dennoch erklärungsbedürftig. Dafür braucht es keinen Verfassungsschutz: Die Frage ergibt sich aus den eigenen Kriterien des Vereins.
Auch Kiesingers NSDAP-Vergangenheit kann doppelte Maßstäbe illustrieren. Heutige Einwände widerlegt sie nicht. Wer faire Beurteilung verlangt, muss zwischen berechtigter Kritik und politischer Instrumentalisierung unterscheiden.
Eralps frühere Mitgliedschaft rechtfertigt keine automatische Disqualifikation. Sie macht konkrete Fragen aber auch nicht illegitim. Der Kommentar fordert Differenzierung für Eralp und verweigert sie ihren Kritikern. Er erklärt die Empörung für durchsichtig, bevor er die Einwände geprüft
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