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Künftiger Gesundheitsminister LinnemannAhnungslos, aber ganz viel Meinung

Der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann macht aus seinem fehlenden Fachwissen kein Geheimnis. Im Gesundheitswesen will er erst mal aufräumen. Einfach mal machen.

Mit Blick auf sein neues Aufgabengebiet hat der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann jetzt überraschend festgestellt, dass da „ganz schön viel Musik drin“ ist. Aber er bittet um Geduld. „Hier und da“ müsse er als neuer Chef des Gesundheitsministeriums mit 22-Milliarden-Euro-Etat „einfach noch tiefer einsteigen“, sagte der scheidende CDU-Generalsekretär in einem Instagram-Video. Jedenfalls habe er „einen Höllenrespekt vor dieser Aufgabe“. Der Wirtschaftsliberale hätte auch sagen können: Ich habe keine Ahnung von der Materie.

Sinngemäß wiederholte er damit, was er bereits vor etwas mehr als einem Jahr dem Sender Phoenix zu Protokoll gegeben hatte. Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen mit der SPD war Linnemann seinerzeit bei der Vergabe der Ministerposten leer ausgegangen. Er wollte gern das Arbeits- und Sozialministerium übernehmen, das ging aber an die SPD. Im Interview mit Phoenix Anfang Mai 2025 erklärte der Paderborner schließlich, dass er sich auch ohne Ministeramt „pudelwohl“ fühle.

Und überhaupt: „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt: ‚Warum wird der Gesundheitsminister? Was hat der damit zu tun?‘ Und deswegen: Schuster, bleib bei deinen Leisten, mach das, was du kannst.“ Nun macht er also doch das, was er nach eigenen Angaben nicht kann.

Immerhin hat Linnemann viele Meinungen, auch zur Gesundheitspolitik. Etwa die, dass mal aufgeräumt werden müsse bei den Krankenkassen. „Wir haben immer noch über 90 Krankenkassen, die in der Regel die gleichen Leistungen anbieten. Riesen Verwaltungsvolumen, da müssen wir ran. Mindestens die Hälfte. Ich finde, 10 Krankenkassen in Deutschland reichen“, sagte er dem Sender RTL im April.

Arbeiten bis zum Umfallen

In der Bild-Zeitung legte er am Samstag nach: „Es wird nicht einfach werden“, erklärte Linnemann. Aber er werde die Reduzierung der Krankenkassenzahl „ganz klar“ angehen.

Linnemann hat sich in der Vergangenheit auch regelmäßig mit Klagen hervorgetan, die Menschen in Deutschland würden zu wenig arbeiten. Nichts gegen Work-Life-Balance, erklärte er 2025: „Aber man hat manchmal den Eindruck, dass es nicht mehr um Work-Life-Balance geht, sondern um Life-Life-Balance.“ Auch würden viel zu viele Rent­ne­r:in­nen mit dem Erreichen des Renteneintrittsalters auf der faulen Haut liegen, obwohl sie durchaus länger arbeiten könnten.

Der 48-jährige promovierte Volkswirt selbst arbeitete vor seiner Zeit als Abgeordneter ein Jahr in der Buchhandlung seiner Eltern in Paderborn und später – nach seinem Studium – noch einmal gut drei Jahre für die Deutsche Bank Research in Frankfurt am Main und die Deutsche Industriebank in Düsseldorf. Seit 2008 sitzt er für die CDU im Bundestag. Sein Fachgebiet ist Arbeit und Soziales. In den Koalitionsverhandlungen hat er gleichwohl die Themen Gesundheit und Pflege mitverhandelt.

Am Freitag wurde Linnemann von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als neuer Gesundheitsminister präsentiert. Er tritt die Nachfolge der künftigen Kanzleramtsministerin Nina Warken (ebenfalls CDU) an, die freilich bei ihrem Amtsantritt 2025 genauso wenig Ahnung von Gesundheitspolitik hatte. Mittlerweile, heißt es von Beobachter:innen, habe sie sich eingearbeitet. Das nützt nun auch nichts mehr.

Sehnsucht nach dem Adenauer-Haus

In seinem aktuellen Instagram-Post betonte Linnemann nebenbei, wie glücklich er doch als CDU-Generalsekretär war. „Jetzt melde ich mich nochmal aus dem Konrad-Adenauer-Haus, hier aus meinem, ja, super Büro“, sagte der Parteisoldat. „Der Kicker steht da noch, den werde ich vermissen, noch mehr natürlich die Kolleginnen und Kollegen im Haus, aber auch die ganze Aufgabe. Wer mich kennt, weiß, ich habe das hier einfach gerne gemacht, aber es kommt manchmal anders, als man denkt.“

Im Interview mit der Bild verwies er am Samstag darauf, dass sein bisheriges Hauptanliegen die Abschaffung des Bürgergelds gewesen sei. „Jetzt ist das Bürgergeld Geschichte.“ Deshalb könne er sich nun dem Gesundheitswesen zuwenden. Auch dort gebe es ja „einen erheblichen Reformdruck“. Das sei auch der Grund gewesen, „warum mich der Bundeskanzler gebeten hat, das Ressort zu übernehmen“.

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85 Kommentare

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  • Ich empfehle Carsten Linnemann den Artikel dazu auf der MDR Webseite, das ist recht einfach zu finden. Auch widerspricht das der CDU Linie dass Wettbewerb gut ist…



    Also ist seine Aussage korrekt: „Ich wäre kein guter Gesundheitsminister ;-)

  • Naja zumindest bei der Anzahl der Krankenkassen hat er völlig recht.

  • Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob wir wirklich Berufspolitiker für uns Bürger zur demokratischen Vertretung, als notwendig und erstrebenswert erachten, sollte endlich in die Debatte.

  • Überall Fachkräftemangel.



    Da kann man nichts machen.



    Man muss nehmen was man kriegen kann.

  • Da fällt mir ein Satz von einem ehemaligen Gesundheitsminister ein. Wie sagte Seehofer so schön? "Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden." Das ist natürlich Unsinn, ganz besonders, was den Bereich Gesundheitspolitik betrifft....

  • So einen Chef hatte ich in meiner 1. Ausbildung auch der meinte "einfach mal machen": der war Kaufmann und kein Handwerker und hatte Werkzeug für seine Monteure eingekauft, das billigste was er kriegen konnte. Das waren Schraubendreher mit 3eckigem Plastikgriff und ungehärtetem Stahl. Als ich den ansetzte und wegen des unergonomischen Griffs nur unter Schmerzen in der Hand drehen konnte, verdrehte sich die Klinge im Schraubenkopf. So ist das, wenn Kaufleute Werkzeug kaufen.



    .



    Wer spart, kauft zweimal...

  • Hier geht es nicht um Fachkompetenz, sondern um Parteiarithmetik. Linnemann wäre gerne Minister für Arbeit und Soziales geworden, aber dieser Job ging an Bärbel Bas. Also bekommt er jetzt ein Ressort, von dem er selbst sagt, dass er davon keine Ahnung hat. Dennoch wird er auch hier bestimmt Möglichkeiten finden, seine neoliberale Ideologie „konstruktiv“ einzubringen. Es wird höchste Zeit, dass man den sozialen Status eines Menschen wieder an seinem Zahnstatus ablesen kann.

  • Tiefes fachliches Wissen für Minister wird überbewertet. Sie müssen ein Ministerium führen können, Zusammenhänge verstehen und aufgrund von Ratschlägen ihrer Staatssekretäre Entscheidungen treffen. Lauterbach war Experte, aber völlig überfordert als Leiter eines Ministeriums. Welche Fachexperte war denn zuletzt aufgrund seiner Expertise ein guter Minister?

  • Ich finde, das Volk sollte das Recht haben, einen Minister per Volksentscheid abzuwählen.

    Es heißt ja eigentlich, wir leben in einer Demokratie und das Volk ist der Souverän. Aber wenn der Souverän machtlos ist, wenn man derartig unfähige Personen in seinem Namen Entscheidungen treffen lässt, dann hat das nicht sehr viel von einem Souverän.

    Es heißt zwar "repräsentative Demokratie", aber wenn dauernd eine Politik gemacht wird, mit der 80% und mehr der Menschen unzufrieden sind und dann ein Politiker mit einer Aufgabe betraut wird, für die er sich sogar selbst als nicht geeignet empfindet, dann ist das nicht sehr repräsentativ.

    Wenn das Volk einen Minister abwählen könnte, würde von heute auf morgen eine völlig andere Politik gemacht. Und dann würden auch nicht mehr so viele Menschen aus Verzweiflung über die Politik Parteien wie die AfD wählen.

    Das Argument, dass der Kanzler und die Parteien besser wüssten, was für die Bevölkerung gut ist als die Bevölkerung selbst, ist inzwischen wohl gründlich widerlegt worden.

  • Meine Güte, der Mann strotzt ja regelrecht vor Selbstüberschätzung. Ganz genau wie sein Chef...

  • Es kann nur noch schlimmer werden. "Einfach mal machen" erinnert mich an die FDP damals mit „Digital first, Bedenken second.“ mehr Quatsch bringt mehr Unsinn, Solche Menschen würde ich nicht mal Blumen gießen während des Urlaubes machen lassen, geschweige den ein Gesundheitsministerium führen lassen.

    • @BarfußimSommer:

      Immerhin ist die FDP inzwischen so ziemlich weg vom Fenster. Ein Schicksal, dass der Union durchaus auch zustehen würde.

  • Herr Özdemir war Digitalminister und Landwirtschaftminister. Welches Fachwissen hatte der. Hatte der einen Schrebergarten und ein Smartphone? Herr Habeck Wirtschaftsminister, der hatte aber kein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Der hat erfolgreich Germanistik, Philosophie und Philologie studiert.

    Frau von der Leyen, Frau Kamp Karrenbauer und Frau Lambrecht waren Bundesverteidungsministerinnen. Die waren aber nie Soldatinnen. Die müssen ja auch kein Panzer gefahren haben um das Amt auszuführen. Die müssen ein Ministerium führen.

    Und das Bundesgesundheitsministerium hat 1200 Mitarbeiter, und die arbeitem dem Minister zu. Erarbeiten, Gesetze Verordnungen usw. Wäre ein bisschen viel für einen Minister wenn er das alleine macht

  • "Wir haben immer noch über 90 Krankenkassen, die in der Regel die gleichen Leistungen anbieten. Riesen Verwaltungsvolumen, da müssen wir ran. Mindestens die Hälfte. Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen"



    Damit hat Linnemann recht und wahrscheinlich braucht es tatsächlich einen Hardliner wie ihn, der diesen Wahnsinn endlich mal radikal mit der Sense ummacht.



    Wenn er das schafft, Hut ab.



    Bezüglich allem anderen wirds definitiv nicht 'kundenfreundlicher' für Kranke. Linnemann liegt glasklar auf Linie mit Merz.



    Am besten also die nächsten ein zwei Jahre nicht krank werden oder direkt an die nächsthöhere Instanz wenden = der liebe Gott und beten 🛐



    Wer hier Satire vermutet kennt Linnemann nicht. Der ist mindestens ein Pitpull wie Spahn, nur im Gegensatz zu Spahn vollkommen loyal zu Merz.



    Linnemann wird die Milliardenlöcher schließen - so oder so.



    Im einfach-mal-machen Jargon heißt es wohl bald: "is nich, gibt's nich, ham wa nicht mehr - zahl selber."

    • @Astrid Sehnefeld:

      Ich stimme zu. Der Artikel zeigt, die Frage nach einer unabdingbaren jeweiligen Fachkompetenz zur Führung eines Ministeriums ist so ernst, wie folglich die Frage, ob Linnemann die im konkreten Fall hat. Der Vorgang produziert gerade ganz unfreiwillig Satirisches. Ein Zeichen dafür, das was mit dem pol. Vorgang dazu selbst nicht stimmt, denn für Satire ist er zu ernst. Das zeigte sich mir schon an der Politik der neuen Grundsicherung der CDU mit Linnemann als maßgeblichen Akteur. Zwar hatte die CDU da ein klares Ziel: Maßnahmen einer drastischen Verhaltensteuerung des einzelnen Erwerbslosen. Linnemann verfolgte dieses Ziel so verbissen, dass man ihm sogar aus den Reihen der CDU "Obsession" vorhielt, Pitbullverhalten. Die Misere dieser Politik: Das Ziel wurde erreicht aber nur als Zusammenstellung unverbundener Einzelmaßnahmen aber nicht durch ihr Zusammenwirken als stringentes, konzeptuell gestaltetes System. So wie von der Fachwelt seit Jahrzehnten schon gefordert! Ein strukturelles Versagen ist also vorprogrammiert. Dieser Sachverhalt war Linnemann u. der CDU erkennbar UNBEKANNT. Es liegt da tatsächlich fachliches Versagen vor. Und sowas nun also in der Gesundheitspolitik?

  • Der gehorsame "Kofferträger" von Merz bekommt jetzt also seine Belohnung, und zwar in Form eines lukrativen Ministerposten.

    Wie lange will der Steuerzahler solche CDU-Leute eigentlich noch mit fetten Diäten und mit noch fetteren Ministerposten durchfüttern? Eines kann man aber schon jetzt prognostizieren: 'Krank werden', wird für die Normalbürger demnächst eine sehr teure Angelegenheit. Und chronisch Kranke werden für ihre verschriebenen Medikamente auch mehr zuzahlen müssen.

    Die AfD reibt sich derweil ihre Hände, denn es werden mit diesem "Gesundheitsminister" wohl noch mehr Menschen zur AfD wechseln.

  • Vor ein paar Jahren wollte man auch den Strom im Netz speichern.



    So viel zum Thema ahnungslos und meinungsstark.

    • @Carsten S.:

      Nur weil Sie das nicht verstanden haben, ist das nicht falsch. Speicher gehören auf jeden Fall ins Netz. Und wenn man es ganz richtig macht, ist jedes angeschlossene Gerät mit einem Speicher (auch Akku genannt) Teil des Netzes und kann Strom ins Netz abgeben, wenn er anderswo gebraucht wird.



      Mit "Kupferkabeln" geht das aber nicht. Da muss die Infrastruktur gleich richtig aufgebaut werden. Es reicht z.B. nicht, einfach Ladestationen zu subventionieren sondern direkt dafür zu sorgen, dass nur bidirektionale Ladestationen gefördert werden.



      Ich würde das als Form von Daseinsvorsorge als zwingend staatliche Leistung betrachten.



      Leider haben dank Privatisierung in diesem Land Stromnetzbetreiber und Stromversorger nicht mehr die primäre Aufgabe, die Stromversorgung sicherzustellen sondern das Ziel möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen.....

    • @Carsten S.:

      Kommt darauf an, wie man Netz definiert. Meines Erachtens sind Speicher integraler Bestandteil eines Stromnetzes.

      • @Forist Grump:

        Gut gekontert.



        Da müssen wir hinkommen.



        Damals gab's das praktisch noch nicht.

      • @Forist Grump:

        Nö, sind sie nicht.



        Sie sind je nach Betriebszustand Verbraucher ( wie andere Verbraucher auch) oder Einspeiser (Kraftwerke). In beiden Fällen belasten sie das Netz.



        Bitte Begriffe nicht verwässern.

      • @Forist Grump:

        Darauf bezieht sich Herr S.:



        www.deutschlandfun...n-ich-bin-100.html



        (ziemlich weit unten)



        Die auswendig gelernte bündnisgrüne Strategie war zu der Zeit noch Erdgas als "Brückentechnologie" und dann irgendwas mit Wasserstoff und Speicher oderso, da ist das argumentatorische Rumrumpeln von Annalena Baerbock schon, äh, suboptimal gewesen. Daß die für "Kobold" anstatt Kobalt ausgelacht wurde, war unfair, zumal des zwei Schreibweisen für die gleiche Sache sind, Pumuckl ist da der bekannteste Vertreter.

    • @Carsten S.:

      Immer wieder wird dieser Unsinn ausgepackt.







      Niemand hat jemals behauptet, das Strom irgendwie in den Netz-Kabeln gespeichert wird. Zum Netz gehören auch Speicher, wovon Sie sicher schon mal etwas gehört haben. Und z.b. koordiniert Kühlhäuser bei tagsüber bei Überschuss-Strom auf -22° statt nur auf -20° herunterzukühlen, um dann nachts weniger oder gar keinen Strom für die Kühlung zu benötigen, ist auch indirektes Speichern "im Netz"; genauso könne bei relativem Strommangel die Kühlung auf 18° reduziert werden (und ganz konkret darum ging es in Baerbocks Aussage). Gilt auch bei Koordination der Supermarkt-Klimatisierung, der Warmwasseraufbereitung und ähnlichem.

      Grenzt an üble Nachrede, zu behaupten, dass eine führende Grüne bei dem Kernthema der Grünen schlechthin (der Energiewende) keine Ahnung hat, nur weil Sie einen Satz aus dem Kontext gerissen als Beleg anführen.

      recht-energisch.de...-gibt-es-wirklich/

  • Die Abschaffung des Bürgergeldes war ein Rückschritt. Ich verstehe nicht, wie die CDU darauf in Teilen stolz darauf ist.



    Die Einführung der Grundsicherung und Verschärfung der Regeln bis zum Verlust der Wohnung ist nach meiner Ansicht nach Verfassungswidrig.



    Ich erwarte von C.Linnemann nichts gutes.

    • @StevenK:

      Das Bürgergeld wurde von der absoluten Mehrheit der Bevölkerung als ungerecht empfunden und abgelehnt. Sogar eine Mehrheit der SPD-Wähler empfand das so. Ich hoffe das beantwortet die Frage.

  • Welche MinisterInnen der Regierung sind denn keine Fehlbesetzung?



    Sozialabbau, Aushöhlung des Asylrechts, stattdessen Informationsstoppforderungen, Rückbau von Umweltschutz, die Liste ist lang.



    Mit einem Satz - diese Regierung ist menschenverachtend und gibt denen, die mehr als genug haben.



    Was für ein Desaster für Deutschland!

    • @ Christoph:

      Absolut richtig!

      Und mit ihrer Politik werden sie dafür sorgen, dass die AfD an die Macht kommt, erst in den Ländern und dann im Bund.

      Und das wird dann noch schlimmer sein.

  • Da wurde definitiv der Bock zum Gärtner gemacht. Für uns Patienten heißt das nichts Gutes. Klar - Gesundheitsminister waren in der Regel immer ziemliche Pfeifen, aber Linnemann ist ein neoliberaler Hitzkopf und er macht nicht den Eindruck als sei er lernfähig.

  • Ich sehe es schon kommen, medizinische Grundversorgung nur noch für das Nötigste. Der Rest über Zusatzversicherungen, für jene die es sich leisten können. Nebenbei das Rentenproblem gelöst weil viele es nicht mehr über die Ziellinie schaffen und die SPD macht mit.

    • @Andreas J:

      Die SPD?? aber nicht mehr lang!

  • Zum Heulen. Vielleicht kann er mal nachrechnen, dass es volkswirtschaftlich strohdoof ist, Psychotherapieplätze um ein Drittel wegzukürzen und Psychotherapie nur noch bei "schweren Fällen" zu finanzieren. Was die CDU da macht (mit SPD Support), ist Förderung von chronifizierter Langzeiterkrankung durch ausbleibende Hilfeleistung. Bei Krebs wartet man doch auch nicht bis zum akut lebensgefährlichen Stadium, um eine Behandlung zu beginnen. Auch Suizide sind sowohl moralisch als auch volkswirtschaftlich desaströs. Aber Leben ist der Regierung wohl einfach zunehmend nicht viel wert.

  • Sehnsucht nach dem Konrad Adenauer Haus oder Carsten unter fremden Sternen.

    Nachdenklich, ja ein wenig bedrückt, schaut Carsten Linnemann aus dem Bürofenster des Gesundheitsministeriums hinaus in die abendliche Weite. Was mag wohl in ihm vorgehen? Welche Gedanken treiben den Gesundheitsminister um?

    *Es kommt der Tag, da will man in die Fremde



    Dort wo man lebt, scheint alles viel zu klein



    Es kommt der Tag, da zieht man in die Fremde



    Und fragt nicht lang, wie wird die Zukunft sein

    Fährt ein weißes Schiff nach Hongkong



    Hab ich Sehnsucht nach der Ferne



    Aber dann in weiter Ferne



    Hab ich Sehnsucht nach zu Haus



    Und ich sag zu Wind und Wolken



    Nehmt mich mit. Ich tausche gerne



    All die vielen fremden Länder



    Gegen eine Heimfahrt aus!* (1)

    (1) Freddy Quinn: „Unter Fremden Sternen“, Auszug. Quelle: Songtexte.com



    Link: www.songtexte.com/...kong-138e112d.html

  • Die wenigsten Minister irgendeiner Regierung sind oder waren vom Fach. Dafür haben sie ihre Referenten und Fachleute.



    Ich betrachte sie als Manager die einen klugen Kopf, Entscheidungsfreude und Durchsetzungsvermögen haben müssen.



    Warten wir mal ab was Linnemann drauf hat.

    • @Filou:

      Kürzungen für Kassenpatient:innen auf jeden Fall.

    • @Filou:

      "Die wenigsten Minister irgendeiner Regierung sind oder waren vom Fach. Dafür haben sie ihre Referenten und Fachleute."



      Das ist nicht Sinn eines Ministeriums. Der Minister ist der ranghöchste Fach- und Disziplinarvorgesetzte.



      Dazu muss er die fachliche Leistung der nachgeordneten Hierarchieebenen selbständig richtig bewerten können.



      Diese Bewertung muss er dann dem Parlament mit seinen Ausschüssen berichten. So ist das Prinzip.



      Das Parlament sind wir, denn wir wählen die Abgeordneten für die Ausschüsse.



      Ich habe mich geärgert, dass Frau Warken jetzt abgelöst wurde, kurz nachdem sie sich eingearbeitet und wir als Wähler allmählich erkannt haben wie sie vorgeht etc.



      Jetzt das ganz noch mal von vorn.



      Wir haben eine Wahlperiode von 4 Jahren und ob Herr Spahn etwas gemacht hat was seinen Fraktionskollegen nicht gefällt, warum sollen wir das ausbaden ? Das kann die Fraktion doch unter sich ausmachen. Da muss man doch nicht Regierung auf den Kopf stellen. Wir wollen sicher regiert werden, in der Sache und in der Person.

    • @Filou:

      Ich habe im Berufsleben tatsächlich die Erfahrung gemacht, daß es um so besser war, je weniger Ahnung ein Abteilungsleiter von der Materie hatte. Er hat sich dann gar nicht erst eingebildet, seinen Leuten reinreden zu können/wollen. Dafür verwendete er seine Energie darauf, seine Leuten im Konzerngetriebe den Rücken frei zu halten.

  • Mir fällt spontan keiner ein, dem ich weniger vertraue, die Gesundheitsversorgung von 84 Millionen Bürgerinnen und Bürgern sicherzustellen.

    Kann mir geholfen werden?

    • @Stavros:

      Ich schlage Friedrich Merz vor.

    • @Stavros:

      Jens Spahn?

    • @Stavros:

      Ich gehe einfach mal davon aus, dass Ihnen spontan einige der gängigen AfD Namen einfallen. Aber niemand, der schlimmer wäre als Linnemann? Hmm, schwierig.

    • @Stavros:

      Ich glaube, Lindner wäre ein Kandidat dafür, das noch schlechter zu machen. Aber Gott sei Dank verkauft der ja jetzt Gebrauchtwagen.

    • @Stavros:

      Ja bestimmt: Philipp Amthor!

  • "Aufgabengebiete wie z.B. das Gesundheitswesen werden von Politikern statt reinen Experten geleitet, weil politische Ämter demokratische Legitimation, gesellschaftliche Interessenabwägung und verbindliche Entscheidungen erfordern. Experten haben Fachwissen, aber Politiker treffen die Entscheidungen im Auftrag des Volkes."

    Da liegt doch das eigentliche Problem.



    Bevor wieder mal so ein "Nichtwisser" enorme Geldsummen für Experten ausgibt um dann nach politischer Interessenabwägung gegen und nicht für das Volk die Entscheidungen trifft, sondern für die z.B. die Pharmaindustrie, stehen demokratische Spielregeln außen vor, weil der Bürger benachteiligt wird.

    Für mich eine fundamentale Kritik an der politischen Entscheidungsfindung und der Rolle von Experten im Verhältnis zu demokratischen Prinzipien.



    Befürchtung, dass wirtschaftliche oder Lobbyinteressen (z. B. der Pharmaindustrie) das Gemeinwohl überlagern.



    Demokratische Legitimation: Zweifel daran, ob intransparente Beratergremien demokratisch kontrolliert und dem Bürger rechenschaftspflichtig sind.



    Politische Abwägung: Enttäuschung darüber, wenn politische Entscheidungen nicht den Willen oder den Nutzen der Mehrheit widerspiegeln.

    • @Andreas Flaig:

      Wenn sie denn wenigstens auf die Experten hören würden. Das tun sie aber nicht. Frau Warken hat sich aus den von Experten gemachten Vorschlägen diejenigen herausgepickt, bei deren Umsetzung sie wenig wirksamen Widerstand zu erwarten hatte. An die Dickschiffe hat sie sich letztendlich gar nicht herangetraut sondern die bereits von der Vorgängerregierung eingeleitete strukturelle Reform der stationären Behandlung weiter abgeschwächt.



      Mit Qualität hat das leider so gar nichts zu tun.

    • @Andreas Flaig:

      Im Prinzip wäre es schon gut, wenn Menschen darüber entscheiden, die demokratisch legitimiert sind, also im Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung handeln.

      Das Problem ist nur, dass das in unserem System nicht der Fall ist. Die Legitimation beruht darauf, dass die CDU/CSU an einem einzigen Tag 17% der Stimmen der Bevölkerung erhalten hat (=28% der Wähler). Inzwischen aber mehr als 80% der Menschen gegen die Politik, die da gemacht wird. Das kann man nicht demokratisch legitimiert nennen.

      Wenn wirklich das Volk der Souverän wäre, müsste sie zumindest einzelne Politiker wieder abwählen können, am besten die ganze Regierung.

  • Dann kann er ja jetzt sein Register einführen.



    dserver.bundestag....21/008/2100854.pdf

  • Fachwissen ist überbewertet, tick-tock sollte auch fürs Ministerium ausreichend sein.

  • Nichts Neues im Kabinett. Ein Mann mehr, der Aufgaben angeht, von denen er nichts versteht. Wundert sich noch jemand?



    Mit welchen Hoffnungen bin ich vor Jahrzehnten ins Leben gestartet, was bleibt da mit Ü70 von übrig?



    Ich habe mein fast 50jährige Arbeitsleben (nahezu ohne Krankheitstage) das gemacht, wovon ich mehr als nichts verstand, immer in der Hoffnung Humanität und Gerechtigkeit ist möglich. Aber es bleibt dabei, oben kennt man keine Scham.



    Ich möchte mal eine berühmte Äußerung umdrehen:



    „…., wer mit 70 noch kein Sozialist ist, hat weder Herz noch Verstand.“

  • 'Habemus magis ignari' wird es dann nächste Woche nach der Kabinettsumbildung heißen.



    Carsten Linnemann gehört ganz vorne mit dazu. Ein solch sensibles Amt wie die des Gesundheitsministers mit einer Person wie Linnemann zu besetzen, grenzt schon an 'fahrlässigen Amtsmissbrauch'.



    Aber auch sein Chef, darf sich den Titel des 'Ahnungslosen' ans Revers heften.



    Was reitet Merz eigentlich bei der Benennung der CDU Minister? Natürlich erstmal Loyalität ihm gegenüber, dann nicht aufmucken und still halten, als weiteres Duckmäusern und zu guter Letzt das gemeine 'Anusverhalten'. Diese Kompetenzen bringen die Allermeisten mit. Weitere sind nicht gefragt. Wann gabs eigentlich einen Minister oder eine Ministerin, die qua Kompetenz und Erfahrung ein Ministeramt bekleidete. Mir fällt in jüngster Vergangenheit nur Karl Lauterbach ein, und der war von der SPD.

    • @Klaus Waldhans:

      Ja, Lauterbach hat als ehemaliger Berater von Ulla Schmid jede Menge Erfahrung, z.B. wie man Krankenhäuser dazu animiert, nach wirtschaftlichen statt nach medizinischen Kriterien zu agieren. Mit seiner Unfähigkeit, über Risiken und Nebenwirkungen von gut gemeinten Maßnahmen nachzudenken, hat er seinen Beitrag zu einem teuren, ineffizienten Gesundheitssystem geleistet. Ich sage nur DRGs, die sind auf seinem Mist gewachsen. Aber dann kam Corona und er wohnte quasi im Studio von Lanz und wurde so zum Gesundheitsminister der Herzen.

    • @Klaus Waldhans:

      Herr "Professor" Lauterbach war ja zunächst in der CDU.

      Leider ist er dann in die SPD gewechselt.

      Sein größter Verdienst, als Professor, war wohl die Privatisierung der Rhön-Kliniken. Tantiemen mit eingeschlossen.

      Die von "Professor" Schwarz-Schilling die Privatisierung der Post. Blackrock freute sich sehr...

      Es wird einem Angst und Bange, was gewisse Professoren unter Lehrauftrag verstehen, zumal ich immer 10 Jahre von einem höchstpersönlich erzogen wurde. ( Oder dies versucht! )

  • Merz macht es Trump in den USA nach. Irgendwelche Lifestyle Typen mit viel Geld werden auf Ministerposten gesetzt und dürfen sich dann da neoliberal und herablassend austoben zu Lasten der Bevölkerung.

    Und die Bevölkerung hat ja soooo viel Angst vor den „Grünen“ und den „Linken“, die ihnen alles wegnehmen und verbieten wollen. Gute Nacht Deutschland.

  • Damit, dass 10 Krankenkassen für Deutschland locker ausreichen, bin ich einverstanden. Ich würde sogar sagen: 5 tun es auch schon.



    Vielleicht kommen wir ja dann doch auf die Idee, das ganze System auf eine Bürgerversicherung mit optionalen Zusatzversicherungen umzustellen.

    Wir wollen mal sehen, was Linnemann dann auch ohne erweiterte Ahnung hinbekommt. Die Leute mit Ahnung (z. B. Lauterbach) waren ja auch nicht sonderlich beliebt.

    • @Aurego:

      Nein.

      Die Krankenkassen und andere öffentlich rechtliche Körperschaften sind jetzt schon groß, dass sie die Kontrolle über ihre Mittel verloren haben.

      www.tagesschau.de/...lienfonds-100.html

      Dass es nicht mehr waren , hat die Versicherten in den anderen Kassen geschützt.

      M.a.W als Versicherter werden Sie bei einem weiteren Konzentrationsprozess mit Sicherheit noch mehr Geld verlieren, denn der Zweck des Konzentrationsprozesses ist es die Vertreter der Versicherten in den Aufsichtsräten/ Vertreterversammlungen zu überfordern.

    • @Aurego:

      Richtig wäre eine gesetzliche Kasse. Wenn man unbedingt mehr möchte, wäre 16 logisch. Eine für jedes Bundesland.

    • @Aurego:

      Wenn ich 90 Krankenkassen mit 100 Beschäftigte habe, dann ergibt das 9000 Beschäftigte. Und wenn ich 10 mit 900 Beschäftigte habe, ergibt das auch 9000 Beschäftigte. Denn die Fallbearbeitung wird ja nicht weniger. Ich finde die Auswahl gut. Das spornt einzelne Kassen an, einen besseren Service zu bieten, als andere Kassen. Wenn es nur sehr wenige gibt, bekommen die viel mehr Macht und können Druck auf die Patienten und die medizinische Versorgung ausüben. Das wäre äußerst ungesund für ALLE.

      • @Pico :

        Dummerweise sind es z. Zt. ca. 132.250 Vollzeitstellen bei allen 93 gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands für knapp 75 Mio. Versicherte. Zwar hat sich die Zahl der Angestellten um ca. 3% in den letzten 10 Jahren verringert, aber angesichts der Möglichkeiten, die Arbeit der Krankenkassen weiter zu automatisieren und die Systeme zu vereinheitlichen, gäbe es da sicher noch enorme Synergieeffekte, die sich realisieren ließen, ohne dass die PatientInnen darunter zu leiden hätten.

        Was jedoch auch anzugehen wäre, wäre die Eindämmung von Abrechnungsbetrug, zu dem die Abrechnungsmethode gerade der gesetzlichen Krankenkassen geradezu einlädt, da die Patienten nicht sehen, was ÄrztInnen bei den Krankenkassen abrechnen, obwohl sie die einzigen sind, die die Korrektheit bezeugen könnten. Hier wäre ein System ähnlich den privaten Krankenkassen angebracht.

        • @Aurego:

          Sorry, aber das ist wenig überzeugend. Ich halte es für sehr gut, dass es eine Vielzahl an Krankenkassen gibt. Den Effekt der angeblichen Einsparungen, könnte man sonst auf viele Bereiche anwenden. Zum Beispiel: Versicherungen aller Art. Hier zeigt sich doch deutlich: Gerade die Vielzahl macht den Unterschied. Nur Konkurrenz führt zu Wettbewerb. Ansonsten: Bitte alles verstaatlichen, Kassen, Kliniken, Arztpraxen.



          Beim Abrechnungsbetrug gehe ich mit. Da sollte zumindest genauer hingeschaut werden.

      • @Pico :

        90 Kassen bedeutet aber auch, dass ein Krankenhaus für die Leistungszulassung (z.B. für die Zulassung, eine bestimmte Operation vornehmen zu dürfen) mit 90 Krankenkassen verhandeln muss. Dabei kommen im Zweifelsfall 30 mal ja und 60 mal nein heraus. Und nun? Dem einen Patienten darf ich diese Leistung anbieten, dem anderen nicht?







        Genau dieses Problem haben wir im Fall von Trichterbrustkorrekturen. Ein paar Krankenkassen werten einen solchen Eingriff als rein kosmetisch (was Blödsinn ist), weshalb in jedem konkreten Fall erst aufwändige Widerspruchs-Bürokratie gegen die Ablehnung geführt werden muss (am Ende immer erfolgreich) und andere Kassen verstehen die medizinische Indikation und zahlen problemlos.







        Einfach mal machen, geht nicht, weil erst mal die Meinung der jeweiligen Krankenkasse eruiert werden muss.

      • @Pico :

        90 Krankenkassen haben aber auch 90 gutbezahlte Verwaltungsleiter-Teams, Qualitätsmangementbeauftragte, Rechtsabteilungen usw. mit jeweils gutbezahlten Vorständen.

        Echter Wettbewerb besteht im Grunde auch nicht, da die Pflichtleistungen (>95% der Leistungen) der Kassen vorgegeben sind und sich nur marginal in irgendwelchen besonderen specials unterscheiden (Homöopathie ja/nein, Bonusprogramme, Fitnessvereinzuschuss, Zahnreinigung einmal oder zweimal im Jahr u.ä.).







        In echtem freien Wettbewerb gäbe es schon längst viel mehr Zusammenschlüsse und Übernahmen von Kassen, um die Kosten zu senken. In der Realität ist es aber so, dass mit steigenden Kosten für alle Kassen oft einfach die Beiträge erhöht werden, statt dass das Fusionspotential genutzt wird.

      • @Pico :

        Das stimmt ganz genau.

        Die gesetzlichen Krankenkassen bieten seit der Einführung der Wechselmöglichkeiten am 01.01.1996 deutlich bessere als Leistungen als vorher. Die Leistungen entsprechen heute den Leistungen in der privaten Krankenversicherung und sind in den Bereichen Prävention und Rehabilitation sogar deutlich besser.







        Zusätzlich : Wenn Sie statt 90 Kassen mit 100 Beschäftigten 10 mit 900 Beschäftigten haben müssen Sie mindestens eine oder zwei Hierarchieebenen einziehen, um Anweisungen und Vorschriften durchzusetzen und die Einhaltung zu überwachen. Diese Heriarchieebenen kommen den Versicherten nicht zu Gute , im Gegenteil wären sie dann vor allem dazu da "Macht und Druck" auszuüben.

        Das Projekt "weniger Kassen" ist ein politisches Projekt um die Vorteile, die sich für die Versicherten seit 1996 ergeben haben rückgängig zu machen. Das haben die gesetzlich Krankenversicherten, die für dieses Projekt sind, nicht verstanden weil sie die Leistungsumfänge vor 1996 nicht kennen. Vorboten dieses langfristig angelegten Projekts waren z.B. die Fusionen Barmer/GEK 2010 oder AOK Rheinland/Hamburg 2006.

    • @Aurego:

      "Damit, dass 10 Krankenkassen für Deutschland locker ausreichen, bin ich einverstanden. Ich würde sogar sagen: 5 tun es auch schon."



      kann sein, 5 tun es wohl auch.



      Die viel wichtigere Frage ist aber: Wird dadurch eine Verbesserung erreicht? Über die Vorteile und Nachteile von mehr oder weniger KraKa`s gilt es zu sprechen, nicht über die genaue Anzahl.

      • @nutzer:

        Von der Anzahl her, wäre eine optimal.

        Vorteile:



        - weniger Verwaltungen



        - weniger Aufwand und Kosten der Wirtschaft, weil die Unternehmen nur noch mit einer Kasse zu tun haben



        - weniger weniger Aufwand und Kosten der Ärzte für die Abrechnung und mehr Zeit für die Patienten



        - weniger Aufwand und Kosten der Apotheken für die Abrechnung



        - Wegfall der Kosten für Werbung und irgendwelche Sonderleistungen (sind auch eigentlich Werbung)

        Nachteile:



        - habe noch keine gefunden

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Die reinen Verwaltungskosten (inkl. Gehälter) machen unter 4% der Ausgaben der GKK aus, das soll ein guter Wert sein. Selbst der Bundesrechnungshof schätzt das Einsparpotential hier für eher gering ein.

          • @Kawabunga:

            4% sind nicht nichts. Und es geht eben nicht nur um die Kosten bei den Kassen selbst. Die Kosten fallen, wie ich aufzählte, auch an anderen Stellen an.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          - weniger Verwaltungen?



          Da wird aus einer BKK eine "Fachgruppe" und der Chef der AOK xy wird Regionalleiter xy...

          - weniger Aufwand und Kosten der Unternehmen?



          Das wird im Wesentlichen von der Anzahl der Mitarbeiter und Krankheitsfälle bestimmt. Der Rest fällt unter den Rundungsfehler.

          - weniger weniger Aufwand und Kosten der Ärzte?



          Die rechnen pro Fall ab, Verteilung auf die Krankenkassen macht die KV. (Die mal wieder von keinem hinterfragt wird 🤔)

          - weniger Aufwand und Kosten der Apotheken?



          Die rechnen nach Rezepten ab. Und das Brimborium der Rabattverträge zwischen Kassen und Pharma könnte man auch ohne Zusammenlegung von Kassen hinterfragen.

          - Wegfall der Kosten für irgendwelche Sonderleistungen?



          Gehen Sie eher davon aus, dass dann jede Kasse alle Sonderleistungen zahlt, damit es keinen Sturm im Wasserglas gibt (ich sage nur: Globuli 😁)

          Und jetzt bitte realistische und ernsthafte Vorteile... 😇

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          In Österreich sollte die Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen eine Milliarde bringen. Real waren es dann etwas über 100 Mio. € Mehrkosten. Wer glaubt, in Deutschland liefe sowas besser, dem ist nicht zu helfen.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          "Nachteile:



          - habe noch keine gefunden"

          Die gesetzlichen Krankenkassen waren eine Erfindung von 1881.

          Eine genossenschaftliche Selbstverwaltung auf möglichst niederer Hierarchieebene sollte die Verwaltungskosten niedrig halten, da man der Meinung war, dass

          "...Der engere Anschluß an die realen Kräfte dieses Volkslebens und das Zusammenfassen der letzteren in der Form korporativer Genossenschaften unter staatlichem Schutz und staatlicher Förderung werden, wie Wir hoffen, die Lösung auch von Aufgaben möglich machen, denen die Staatsgewalt allein in gleichem Umfange nicht gewachsen sein würde."

          Also Selbstverwaltung statt Großorganisation.

          Das hat bis heut ganz gut geklappt, und sollte auch so bleiben.

          de.wikipedia.org/w...serliche_Botschaft

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          führt das sicher zu weniger Kosten im Gesundheitssystem, zu so viel weniger, dass sich dies in der Versorgung und in den Beiträgen bemerkbar macht? Ich weiß es nicht, das vorausgeschickt, aber ich meine einmal gelsen zu haben, dass die Verwaltungskosten ein kleiner Teil der Kosten im Gesundheitswesen sind. Kostensteigerungen bei Behandlungen, wegen gutem Vergütungslobbyismus fallen wohl eher ins Gewicht.

          • @nutzer:

            Es ist tatsächlich so, dass die Verwaltungskosten der Krankenkassen nur einen seeehr geringen Anteil an den allgemeinen Gesundheitskosten haben.



            Und die verringern sich auch nicht in der Skalierung, die man sich so vorstellt. Denn ein großer Teil dieser Kosten beläuft sich ja auf die Kosten für die Betreuung von Unternehmen und Versicherten. Und die werden ja insgesamt nicht weniger.



            Aber diese Verwaltungskosten sind eben eine beliebte Nebelkerze, die so schön davon ablenkt, in welchen Bereichen unsere Gesundheitsversorgung teuer und ineffizient ist. Nämlich da wo gewinnorientierte Unternehmen wie Apotheken, Arzneimittelhersteller und Klinikkonzerne sich reichlich bedienen.

          • @nutzer:

            Weniger ist erst mal weniger. Und bevor man an der Versorgung spart, muss man erst andere Möglichkeiten ausschöpfen.

            Die aktuelle "Strategie" ist, an der Versorgung zu sparen.

            Die Kostensteigerungen kommen oft aus der komischen Idee, dass Krankenhäuser Gewinn erwirtschaften müssen. Das führt dann zu sinnlosen Behandlungen usw. Natürlich gehört dieses ganze Abrechnungssystem auch gründlich geändert. Aber das ist eine zweite Baustelle. Deshalb lässt man die Erste nicht weg.

    • @Aurego:

      Dass es so viele Krankenkasse gibt, hat damit zu tun, dass man Wettbewerb und Konkurrenz haben wollte. Nach dem Motto: Je mehr Konkurrenz, desto billiger wird es.

      Mit 10 Krankenkassen oder sogar nur 5 hätte man keine Konkurrenz mehr, da für viele dann vermutlich nur 1 in Frage kommen würde.

      Das mit der Konkurrenz hat, soweit ich das erkennen kann, nicht geklappt. Trotzdem müsste man dann andere Mechanismen einbauen, um den Preis zu drücken. Eine Möglichkeit wäre, den Patienten mehr Informationen zu geben, damit die nicht auf die Sprüche von Kliniken und Ärzten reinfallen, dass die vorgeschlagene Gelenk-OP o.ä. nur mit geringen Risiken verbunden ist. Siehe z.B. Patientenrechte.org

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        "Dass es so viele Krankenkasse gibt, hat damit zu tun, dass man Wettbewerb und Konkurrenz haben wollte. "



        Stimmt nicht ganz . 1950 gab es ca. 2.000 gesetzliche Krankenkassen, die im Lauf der Jahrzehnte fusionierten.

        "Nach dem Motto: Je mehr Konkurrenz, desto billiger wird es...Das mit der Konkurrenz hat, soweit ich das erkennen kann, nicht geklappt. "

        Das stimmt für die derzeit 43 privaten Krankenkassen, diese erhöhen einkommensunabhängig die Prämien ca. 12 bis 18% / Jahr.

        Das stimmt nicht für die derzeit 93 gesetzlichen Krankenkassen. Diese haben seit 2015 einen stabilen Beitragssatz von 14,6% des Bruttoeinkommens, der Zusatzbeitrag wurde zum 01.01.2026 von 2,5 auf 2,9% erhöht.



        Das stimmt auch nicht für den Leistungsumfang: Der Leistungsumfang ist seit 1996 permanent angestiegen und liegt auf dem Niveau der privaten Krankenversicherungen, bei Prävention / Rehabilitation darüber. Wie gesagt bei äußerst stabilen , einkommensabhängigen Beitragssätzen. Das findet man sonst nicht so schnell.

        Es wäre deutlich besser die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen wieder zu erhöhen, Großfusionen rückgängig zu machen, als zu vermindern, da kleine Kassen früher effektiver waren.

    • @Aurego:

      Minister müssen selbst keine Ahnung haben, sondern in der Lage sein, Leute mit Ahnung (in den Ministerien) zu führen. Dazu braucht es etwas Lebenserfahrung und Führungsqualitäten.

      • @Leo Onlin:

        Nun, das hört man in der freien Wirtschaft auch öfter, ich durfte da schon ein paar Arbeitgeber persönlich erleben.



        Und die fachfremden waren meist eine Katastrophe...

      • @Leo Onlin:

        Und da ist jedenfalls das Linnemännchen mit seiner Erfahrung im Buchhandel eine Topp-Besetzung...

      • @Leo Onlin:

        Zwei Argumente mehr gegen Linnemann und quasi alle seine Kolleg:innen!



        Außer Kriecherei und überlangen Sitzungstagen lernt wan als Parteisoldat:in ja nichts, und das ist das Gegenteil von Führung und Lebenserfahrung.

  • "Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen mit der SPD war Linnemann seinerzeit bei der Vergabe der Ministerposten leer ausgegangen. Er wollte gern das Arbeits- und Sozialministerium übernehmen, das ging aber an die SPD."



    Gezerre der unterschiedlichen Kräfte im Gesundheitswesen, Lobbyismus u. Sparzwänge durch d. Haushalt, das wird eine Herkules-Aufgabe. Begeisterung sieht auch anders aus in Gegenwart d. Kanzlers u. der Presse.



    Die Messlatte liegt offenbar nach Warkens Vorarbeit ziemlich hoch für erfolgreiche Abschlüsse.



    Immerhin hatte er sich schon mal nicht vorschnell o. vorlaut allzu negativ geäußert zu seinen Aussichten und Absichten.



    Hier, auch in Bezug zu seinen eigentlichen Intentionen, hält Ex-Minister Nübel die rote Laterne wohl auf ewig.



    2010 bei deutschlandfunk.de



    "„Es ist immer gut, wenn man die Menschen überraschen kann“



    Erst wollte er das Ministerium abschaffen, nun sitzt er ihm selbst vor: Der ehemalige FDP-Generalsekretär Dirk Niebel verteidigt das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – und begründet dies damit, dass Auswärtiges Amt und BMZ dank FDP-Führung nun mit einer Sprache sprechen."



    Kleiner Tipp an Linnemann:



    Papst zu res novae

  • OK, dann ist ja auch bald das Gesundheitssystem Geschichte - oder wir sind alle bei der AOK zwangsversichert, statt bei einem serviceorientierten kleinen Versicherer unseres Vertrauens.

    • @PeterArt:

      Jede Art von Grundversorgung gehört in Staatliche Hand. Wie man sieht, der Markt regelt gar nix.



      Wer sich dann mehr leisten will und kann, soll sich zusätzlich versichern.



      In anderen Europäischen Ländern funktioniert das doch auch!!

    • @PeterArt:

      Bitte nichts gegen die spezielle AOK Plus in Thüringen, die mir als Therapeut ohne Kassenzulassung ohne großen Ärger zu machen, die Kostenerstattungsanträge auf Psychotherapie meiner Patientinnen, ohne Probleme zu bereiten, bisher anstandslos bewilligt hat.