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Linke Militanz Die linke Seite der Brandmauer

Gastkommentar von

Andreas Petrik

Linke Gewaltromantik schadet dem Kampf gegen Rechtsextremismus. Sie spielt denen in die Hände, die die wahren Feinde der Demokratie links ansiedeln.

U lf Poschardt ist einer der wirksamsten publizistischen Demokratiegefährder der Republik. In seinem Welt-Kommentar vom 6.7.2026 mit Rio-Reiser-Anspielung „Es ist vorbei, bye, bye, Antifa!“ zum AfD-Parteitag in Erfurt nutzt er linke Gewalt gegen Jour­na­lis­t:in­nen rechtspopulistischer Medien, um Zivilgesellschaft zu dämonisieren: antirassistische Initiativen, Gewerkschaften, NGOs, kritische Medien, Faktenchecker – sowie SPD, Grüne und Linkspartei als ihre politischen Stützen.

Poschardt fantasiert – anschlussfähig an Rechts­ex­tre­mis­t:in­nen – eine wirtschaftlich-kulturelle Zerstörung der Republik durch „linksliberale Verlierer“ und „Shitbürger“ herbei. Aber militante Linke haben ihm erneut die Vorlage geliefert – und damit all denjenigen, die die wahren Feinde der Demokratie links ansiedeln. Ausgerechnet jetzt, da Sachsen-Anhalt das erste rechtsextremistische Versuchslabor der Republik werden könnte.

Andreas Petrik

ist Professor für Politikdidaktik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Mitglied des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ). Er forscht zu demokratischer Identitätsbildung durch handlungsorientierte Methoden. Sein Spielfeld sind Schulen, Lehrerbildung, Verbände und politische Bildungsträger.

Daraus wird eine toxische Dreieckslage: reale Gefahr durch Rechtsextremist:innen, publizistische Stützung durch Pseudoliberale, Steilvorlagen von links außen. Die Brandmauer gegen Rechtsextremismus ist alternativlos. Die AfD lässt sich nicht durch Duldung, Kooperation oder eine Kopie ihrer Migrations- und Kulturkampfpolitik schwächen. Studien zeigen: Wenn demokratische Parteien rechtsextreme Positionen übernehmen, normalisieren sie diese – und stärken das Original.

Der antifaschistische Schutzwall braucht jedoch ein linkes Pendant. Nicht gegen die Lehramtsstudentin Lisa Poettinger: radikale Klima- und Kapitalismuskritik, Ablehnung von Profitmaximierung, Lützerather Baumbesetzungsprotest, schließlich strafrechtliche Vorwürfe nach den Räumungen. Bayern machte daraus zu Unrecht fehlende Verfassungstreue und ließ sie nicht ins Referendariat. Doch das Grundgesetz schreibt keine kapitalistische Wirtschaftsordnung fest.

Pluralismus und Rechtsstaat schützen

Die Grenze von legitimem Aktivismus liegt dort, wo ziviler Ungehorsam in Einschüchterung, Selbstjustiz oder Gewalt gegen politische Gegner kippt – und erst recht dort, wo Unbeteiligte leiden. Wie im Fall der ehemaligen RAF-Aktivistin Daniela Klette: bewaffnete Raubüberfälle, traumatisierte Opfer – und ein Solidaritätsmilieu, das Terrorgeschichte noch immer zu revolutionärem Widerstand verklärt. Oder Lina E.: Wegen Selbstjustiz an Neonazis zu über fünf Jahren verurteilt, aber wegen guter Führung und glaubhafter „Lossagung“ von Gewalt nach zwei Dritteln der Strafe entlassen.

Wer politische Gegner körperlich bestraft, schützt niemanden vor Faschismus

Nun sitzt sie wegen Verweigerung der Aussage zu mutmaßlichen Mittätern in Beugehaft. Politisch zeigen beide Fälle, wie Szeneloyalität innerlinke Aufarbeitung blockiert. Die doppelte Brandmauer ist kein Hufeisen. Linksextreme Gleichheitsutopien jenseits von Stalinismus und Avantgarde-Diktatur haben Schnittmengen mit Demokratie und Grundgesetz; rechtsextreme Ungleichwertigkeitsvorstellungen nie, selbst wenn sie gewaltfrei bleiben.

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taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Demokratiefeindlich wird Linksextremismus dort, wo er Pluralismus, Rechtsstaat und Mehrheiten durch Gewalt, Wahrheitsmonopol oder Erziehungsdiktatur ersetzt. Die größere Bedrohung der Demokratie kommt von rechts; Verfassungsschutzberichte und BKA-Zahlen stützen diese Asymmetrie. Aber lässt sich daraus ein Recht auf gewaltförmigen Widerstand in Demokratien ableiten?

Die Black Panthers zeigen die Ambivalenz von Militanz und Demokratisierung: Sie entstanden unter rassistischer Segregation und systematischer Polizeigewalt. Produktiv waren nicht Strafaktionen gegen politische Gegner, sondern Selbstschutz und soziale Infrastruktur: Polizeibeobachtung, Frühstücksprogramme, Gesundheitskliniken, Rechtsberatung, politische Bildung.

Gewalt führt nicht zu Mehrheiten

Der Hauptbefund der Protestforschung lautet: Wo Wahlen, Gerichte, Öffentlichkeit, Versammlungsfreiheit und legale Opposition noch real funktionieren, verringern gewaltförmige Taktiken oft Unterstützung, erleichtern Repression und beschädigen legitime Anliegen. Radikale Flügel können Moderate manchmal stärken; Gewalt selbst baut aber keine demokratische Mehrheitsmacht. Hingegen beteiligen gewaltfreie Bewegungen mehr Menschen und verändern eher Institutionen. Demokratie braucht Mehrheiten.

Wetten, die Demokratie gewinnt? ​

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.

Marx’ Revolutionsmodell lässt sich auf moderne Demokratien nicht übertragen. Es gibt kein einheitliches revolutionäres Subjekt, keine homogene Mehrheit, die nur von falschem Bewusstsein befreit werden müsste. Militante Linke verweisen auf reale, dringliche Krisen: Klimawandel, wachsende Ungleichheit, rechtsextremistische Aushöhlung der Demokratie. Und da die aus Ex­per­t:in­nen­sicht nötigen Maßnahmen zurzeit keine gesellschaftlichen und politischen Mehrheiten bekommen, erscheint ihnen Gewalt als legitime Notwehrstrategie.

Notwehr gegen rechtsextremistische Angriffe ist legitim und legal. Gewaltförmiger politischer Widerstand wird aber erst dort legitimierbar, wo demokratische Strukturen systematisch beseitigt werden und andere Abhilfe nicht mehr möglich ist. Das hat seinen guten Grund: Solange demokratische Institutionen noch tragen, bedeutet politische Gewalt fast immer, dass eine Minderheit sich über den Mehrheitswillen hinwegsetzt. Sie produziert so keine Aufklärung, sondern die sektenartige Selbstbestätigung einer Avantgarde des objektiven Interesses. So verliert sie den Anschluss an die Gesellschaft, die sie aus guten Gründen verändern will.

Wer politische Gegner körperlich bestraft, schützt niemanden vor Faschismus. Er verwandelt Täter in Opferfiguren, stärkt rechte Trotzmilieus und macht demokratischen Antifaschismus angreifbar. Faschismus bekämpfen heißt: bedrohte Menschen schützen, antidemokratische Netzwerke offenlegen, Institutionen verteidigen, pseudoliberale Steigbügelhalter enttarnen, mühsam Mehrheiten gewinnen.

Dazu muss die demokratische Linke mit linker Gewaltromantik brechen – so eindeutig, wie sie zu Recht von Konservativen die Abgrenzung vom Rechtsextremismus verlangt. Antifaschismus wird nicht stärker, wenn er nach alter RAF-Manier den Ausnahmezustand vorwegnimmt, auf den der Faschismus abzielt. Leider kann das neue Lied von Danger Dan genau so gelesen werden, zumal er darin Lina E. explizit grüßt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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75 Kommentare

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  • Abdurchdiemitte

    „Linksextreme Gleichheitsutopien jenseits von Stalinismus und Avantgarde-Diktatur haben Schnittmengen mit Demokratie und Grundgesetz; rechtsextreme Ungleichwertigkeitsvorstellungen nie, selbst wenn sie gewaltfrei bleiben.“



    Ein wichtiger, wenn nicht der zentrale Satz in diesem Beitrag von Andreas Petrick. Ich kann dem zu einhundert Prozent zustimmen.



    Leider werden die Unterschiede immer mehr verwischt, derweil die politische Mitte (in der irrigen Behauptung, unter Merkel sei die Gesellschaft nach links verschoben worden) immer weiter nach rechts rückt.



    Selbst manche taz-Foristen scheinen das nicht erkannt zu haben.

  • economista

    Extrem ist ein Zustand weitab von Norm und Mitte, während Extremismus laut Innenministerium und Bundeszentrale der politischen Bildung den demokratischen Verfassungsstaat und seine Normen ablehnt. Wenn nun Extreme zur Norm werden, und ich sehe diese Tendenz sowohl in der Akzeptanz der gewaltbereiten Linken, als auch im Erfolg der AfD, ist entweder der Verfassungsstaat nicht mehr demokratisch, oder er muss sich öffnen, um Extremisten wieder im Extremen zu verorten. Bisher hat niemand eine gute Lösung parat.

  • Andreas Flaig

    Aus diesem Artikel:



    share.google/HwLmCu8d0nGbOLfuI

    "Na klar klingt das dystopisch, weil wir uns auf eine Zukunft zu bewegen, die dystopisch ist. Spätestens, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt den Polizeipräsidenten stellt, können wir uns einfach nicht mehr sicher sein, dass der Staat ein Interesse an unserem Schutz hat."

    Wenn das schnaubende Monster des AfD Faschismus, in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die Oberhand gewinnt, haben nicht nur die Queers ein Problem. Deshalb, um jetzt noch mal dystopisch zu reflektieren, muss von der Gesellschaft eine Unterstützung ausgehen, dass die ausgesuchten Opfer, die Queers, die als idealer, weil schwacher Angriffspunkt von aggressiven Faschisten gesehen werden, reale Unterstützung finden. Wenn die Unterstützung ausbleibt, wenn Staat und Bürger zusehen, ist das der Nährboden faschistischer Ausweitung in denen sich im Zuge der Auseinandersetzungen militärisch georderte Organe bilden, wo der Staat, der sich im Gemenge nur noch mit staatlicher Polizeigewalt, den angefeindeten Gruppen gegenüberstellt, ein riesiges Problem offenbart.



    Was bleibt ist eine Gewaltspirale.

  • Agarack

    Politische Gewalt ist dann legitim, wenn das System, in dem man lebt, an einem Punkt angekommen ist, an dem es keine andere Möglichkeit mehr gibt, irgendeinen Einfluss auf die Politik zu nehmen. Würde jemand in einem Land wie Russland oder China politische Gewalt ausüben, könnte das - je nach Art und Ziel - durchaus legitim sein.

    In einem demokratischen Rechtsstaat hingegen ist politische Gewalt indiskutabel. Unser System gibt den Menschen die Möglichkeit, sich für friedliche Veränderung einzusetzen. Wer sich - wie ich es selbst tue - nachdrücklich für ein AfD-Verbot einsetzt, hat meine volle Unterstützung. Wer hingegen meint, er müsse heute "gewaltsamen Widerstand gegen den Faschismus" leisten, handelt genauso antidemokratisch wie die AfD selbst, weil er für sich in Anspruch nimmt, die Grundsätze des demokratischen Rechtsstaates ignorieren zu dürfen, wenn es gegen "die Richtigen" geht. Das ist ein Weg, der in der menschlichen Geschichte schon immer ins Verderben geführt hat.

    Politische Gewalt in einer Demokratie ist nicht falsch, weil sie strategisch dumm ist (auch wenn sie das ist). Sie ist falsch, weil sie inhärent unmoralisch ist. Egal, von wem sie ausgeht.

    • Ingo Bernable

      @Agarack:

      Faschisten von der Übernahme der Macht in einem demokratischem System notfalls auch mit Gewalt abzuhalten ist also grundsätzlich indiskutbabel und illegitim. Dieselben Faschisten nach der Übernahme der Macht notfalls auch mit Gewalt wieder von dieser zu entfernen aber nicht. Das scheint unlogisch und inkonsequent. Zumal das Ausmaß der Gewalt die nötig ist um ein einmal errichtetes totalitäres Regime wieder loszuwerden weitaus größer sein dürfte als jene die unter noch demokratischen Umständen erforderlich wäre.

    • Deep South

      @Agarack:

      Sehr gut zusammengefasst!

  • Nachtsonne

    Sorry, aber diese Studien sind offensichtlicher Gesinnungsstuss. Oder möchte jemand behaupten die AFD waere ohne Brandmauer jetzt bundesweit bei 40%?

    • Ingo Bernable

      @Nachtsonne:

      Selbst wenn das so wäre, würde es ja bedeuten, dass die AfD dann "nur" bei 25 oder 30% stünde, damit aber bereits an einer Regierungskoalition beteiligt wäre, ggf. auch als größerer Koalitionspartner, und damit ihre völkisch-nationalistischen Vorstellungen bereits heute in Gesetze und Gestaltung unserer Gesellschaft prägen könnte. Meinen sie ernsthaft, dass das die bessere Option wäre? Ich meine, dass das ein Szenario ist zu dem es niemals kommen sollte. Nie wieder!

  • Land of plenty

    Notwehr gegen rechtsextremistische Angriffe ist legitim und legal.



    Das lese ich hier.



    Danke Herr Petrik.



    Auch die weiteren Argumente finde ich schlüssig.



    Allerdings möchte ich betonen, dass das linke Spektrum sehr auseinander ist, und einige Gruppen sich gar nicht kennen.



    Als Ministerin Faeser "die Antifa" für die Feuerstromausfälle in Berlin verdächtigte, zeigte sie ihre Inkompetenz bzw. den Willen zur Pauschalisierung.



    Der Versuch "die Linke" haftbar zu machen, ist inhaltlich absurd und dient politisch der Abgrenzung von allen radikaleren politischen Zielen.

    • Jochen Laun

      @Land of plenty:

      Dass Notwehr gegen rechtsextremistische Angriffe legal ist, ist eine Binse. Notwehr gegen linksextremistische Angriffe ist auch legal. Jeder darf sich wehren, wenn er angegriffen wird.

    • Zippism

      @Land of plenty:

      Das ist schon eine bemerkenswerte Verdrehung. Petrik schreibt ausdrücklich, dass die demokratische Linke nicht mit radikaler Klima- oder Kapitalismuskritik gleichzusetzen ist. Seine Kritik richtet sich gegen politische Gewalt, Selbstjustiz und die Vorstellung, man dürfe politische Gegner körperlich „bestrafen“.

      Und dann kommt als Gegenargument ausgerechnet: „Das linke Spektrum ist sehr auseinander.“ Ja – eben! Deshalb ist es auch völlig legitim, zwischen demokratischer Linker und militanten Gruppen zu unterscheiden. Aber genau diese Unterscheidung wird hier anschließend benutzt, um jede Kritik an militanten Teilen des Spektrums als „Pauschalisierung“ abzuräumen.

      Der Verweis auf Faeser macht es nicht besser. Wenn eine Ministerin tatsächlich „die Antifa“ für einen konkreten Anschlag verantwortlich macht, obwohl die Verantwortlichkeit nicht geklärt ist, kann man das selbstverständlich kritisieren. Daraus folgt aber nicht, dass Kritik an linker Gewalt grundsätzlich eine Kampagne gegen „die Linke“ sei.

  • Günter Witte

    Ein Teil der Antifa war doch schon immer Gewaltbereit, auch ohne die AfD. Es wird immer Wahnsinnige geben die ihre Vorliebe für Gewalt unter einem Politischen Deckmantel verschleiern möchten.

    • Axotono

      @Günter Witte:

      "die Antifa", wer immer das sein mag, hat in den Baseballschlägerjahren Menschen das Leben gerettet, während der Staat die Nazis gestützt oder ignoriert hat. Wer das nicht erlebt hat, bitte still sein zum Thema

  • Klaus Franz

    Man kommt nicht zur Gewaltlosigkeit durch Gewalt. (Landauer)



    Die Frage ist, ob man überhaupt aufrichtig Gewaltlosigkeit anstrebt oder stetig aufs Neue die Gewalt der Anderen hernimmt, um die eigene Gewaltlosigkeit auf später zu verschieben, viel später - nie.

    • Thomas Kühnelt

      @Klaus Franz:

      Das möchte ich durch Mahatma Gandhi ergänzen:



      "Nur wer fähig ist Gewalt anzuwenden, kann Gewaltlosigkeit praktizieren."



      Denn es ist ein bewusster und genereller Akt des Verzichtes, aus Einsicht in die Notwendigkeit, nicht aus Feigheit oder fundamentalen Einstellungen die den Einsatz von Gewalt von vornherein ausschliesst.



      Das allerbeste Beispiel dafür ist die Geschichte vom Salzmarsch der Inder, der letztlich das Salzmonopol der Briten brechen konnte, ganz ohne selbst Gewalt anzuwenden.

      • Ingo Bernable

        @Thomas Kühnelt:

        Ist nicht auch symbolische Gewalt Gewalt? Der Salzmarsch führte eben nicht dazu, dass die Briten ihre Politik und Machtausübung reflektierten und ihr Monopol aus freier Entscheidung aufgaben, sie wurden durch den moralischen Druck der Öffentlichkeit, den breiten Boykott britischer Waren und der systemischen Überlastung der Kolonialjustiz durch die schiere Masse der Protestierenden dazu gezwungen.



        Die rohe, physische Gewalt in aller Vehemenz unter allen Umständen abzulehnen, gleichzeitig aber vollkommen blind zu sein gegen all die vielen anderen Formen von Gewalt ist ganz sicher keine praktizierte Gewaltlosigkeit und noch viel weniger ist es ein adäquates Mittel um der Gewalt von Faschisten zu begegnen.

  • Alex_der_Wunderer

    Wie soll denn " Linke Gewalt " mit dem humanistischen Anspruch, der auch explizit im Parteiprogramm der Linken manifestiert wurde, vereinbar sein ❓️

  • Peter Schütt

    Wenn es gegen Juden geht, dann scheint aber das Hufeisen oft genug zu stimmen.

    • Nachtsonne

      @Peter Schütt:

      Bei Andersdenkenden kann man schonmal pragmatisch beide Augen zudrücken.

  • Sole Mio

    Wer keine Argumente mehr hat, greift zur Gewalt. Ist bei kleinen Kindern manchmal so und scheint bei manchen, vom Alter her eigentlich Erwachsenen auch nicht anders zu sein.

    Wenn man sich dann noch ansieht von welchen Weltanschauungen diese ausgeht, landet man bei rechts und links.

    • Ingo Bernable

      @Sole Mio:

      An ausreichend guten Argumenten gegen die AfD fehlte es nie. Schon zu Luckes Zeiten musste man nun wirklich kein promovierter Volkswirtschaftler sein um sich über die Konsequenzen von deren Ideologie im Klaren zu sein. Und seitdem wurde es immer nur noch extremer und noch post-faktischer. Was wollen sie also Leuten die den Klimawandel leugnen, an den "Big Reset" glauben und von der ethnisch homogenenen "Volksgemeinschaft" träumen mit Argumenten kommen?



      Wenn der habermaßsche zwanglose Zwang des besseren Arguments tatsächlich (noch) funktionieren würde, dürfte eine Partei wie die heutige AfD doch niemals Stimmanteile über den Lunatic Fringe weit unterhalb der 5%-Hürde hinaus erhalten.

  • Ricky-13

    taz: "Ulf Poschardt ist einer der wirksamsten publizistischen Demokratiegefährder der Republik."

    Die Springer-WELT hat doch schon vor einiger Zeit einen großen Schritt 'nach rechts' gemacht.

    ***Gewährt eine Demokratie denjenigen absolute Freiheit und Toleranz, die diese Demokratie abschaffen wollen, nutzen die Intoleranten diese Rechte, um an die Macht zu gelangen und die Toleranz zu beenden.*** [Karl Popper aus seinem Werk "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde"]

    • Normalo

      @Ricky-13:

      Popper liegt natülich nicht falsch, aber er wird leider viel zu oft fehlinterpretiert oder auch regelrecht missbraucht, um eigene Intoleranz bzw. "wohlmeineden" Totalitarismus zu idealistisch zu verklären. JEDENFALLS reicht das blanke Zitat nicht aus, um nach oben offene Persilscheine für politische Gewalttäer zu verteilen.



      Konkret: Wenn "eine Demokratie" droht, von ihren sich zu frei bewegenden Feinden abgeschafft zu werden, dann ist es logischerweise an IHR - als ganzes -, diese Freiheiten mit demokratisch legitimierten Mitteln zu beschränken. Von selbstverordneten Missionen selbsterklärter Demokratie-Retter unter Verwendung selbstgerechtfertigter Mittel ist da nicht die Rede. Denn auch das ist letztlich antidemokratisch, und eine Demokratie, die das zulässt, begeht abermals den Fehler, sich durch zuviel Toleranz abschaffen zu lassen.

  • David Lejdar

    Ich bin allgemein gegen sogenannte Selbstjustiz bzw. Vigilantismus. Und bei dem wie es weitergehen soll... ich habe z.B. die Memoiren von Otto Braun gelesen, wo sich auch mit den Landtagswahlen von 1932 befasst - und es ist nicht so, dass zumindest im Nachhinein eine magische Formel gefunden hätte, mit welcher die Wahlen noch für die bürgerliche Mitte hätte gewinnen können, wenn so viele Wähler/innen dem nächsten Typen Mandat geben, um "diese Migranten zu entsorgen", u.ä.

    Und mein Ansatz ist da, dass man als Staatsoberhaupt von Preußen wohl Medienaufmerksamkeit bekommt, und so eher mal thematisiert, dass EU und Bund mit den Return Hubs zu sagen scheinen, dass Deutsche als Ausländer pauschal in ein solches Hub z.B. in Uganda abgeschoben werden können - und somit vielleicht eher mal sachliche Debatte, statt wie totaler Quark, der sich nicht weiter damit befasst, dass EU-Bürger viele Straftaten ausmachen, wo auch eher Kriminologie gefragt, statt Parolen.

    Auch weiteres, wie z.B. Nachbarschaftsversammlung aller hier lebenden Nationalitäten, womit man paar Dinge koordinieren kann, wie z.B. Unterstützung für Journalisten im Exil, und ziemlich andere Dynamik der Dinge.

    • Zippism

      @David Lejdar:

      „Sachliche Debatte statt Parolen“ klingt zunächst einmal vernünftig. Dann sollte man allerdings auch die unangenehmen Teile der sachlichen Debatte nicht einfach wegmoderieren.

      Dass Kriminalität etwas für Kriminologen ist, bestreitet doch niemand. Nur: Die PKS zeigt durchaus, dass Nichtdeutsche bei bestimmten Deliktsgruppen gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil überrepräsentiert sind. Das kann man feststellen, ohne daraus die absurde These abzuleiten, Migranten seien „von Natur aus kriminell“. Das BKA selbst weist beispielsweise auf den Einfluss von Alter und Geschlecht hin.

      Gerade deshalb wäre es doch sinnvoll, genau hinzuschauen: Welche Gruppen sind überrepräsentiert? Bei welchen Delikten? Welche Rolle spielen Alter, Geschlecht, soziale Lage, Aufenthaltsstatus, Wohnsituation und andere Faktoren?

      „EU-Bürger begehen auch viele Straftaten“ ist dagegen keine Widerlegung. Dass Kriminalität nicht ausschließlich ein Flüchtlings- oder Migrationsproblem ist, ist nun wirklich keine neue Erkenntnis.

  • Ingo Bernable

    "Linke Gewaltromantik" mag man kritisieren, gleichzeitig stellt sich aber schon die Frage ob die Vorstellung der bislang ungehinderte Aufstieg rechtsextremer Positionen bis hin in greifbare Nähe absoluter Mehrheiten ließe sich mit dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments aufhalten sich nicht inzwischen auch als bürgerliche Sozialromantik erwiesen hat. Und wo ist es denn bislang tatsächlich gelungen dem allgemeinen und dem diskursiven Rechtsruck durch linke Anschlussfähigkeit ans bürgerliche Lager etwas entgegenzusetzen?



    Kann man also wirklich plausibel annehmen die Black Panther hätten ihre Ziele nur mit Frühstücksprogrammen allein erreichen können?



    Und was sind die historischen Beispiele in denen die Spaltung des eigenen Lagers in legitime Moderate und illegitime Radikale eine Bewegung tatsächlich gestärkt und nicht in Abspaltungen und Lagerkämpfe geführt hätte?



    Und ist es tatsächlich gute demokratische Praxis dem Willen der Mehrheit nachzukommen, wenn diese von Populisten und Demagogen durch Lügen und Propaganda verführt in letzter Konsequenz das Ende der Demokratie will?

    • Agarack

      @Ingo Bernable:

      " Kann man also wirklich plausibel annehmen die Black Panther hätten ihre Ziele nur mit Frühstücksprogrammen allein erreichen können?"

      Haben die Black Panther ihre Ziele denn erreicht? Die zunehmende Abschaffung der offiziell sanktionierten staatlichen Diskriminierung war ein Verdienst der Gesamtheit der Bürgerrechtsbewegung. Die "Black Liberation"-Bewegung hat hingegen insgesamt sehr wenig erreicht, sondern eher dazu beigetragen, massig verhasste moderate Weiße ins Rechte Lager zu schieben und Nixon und Reagan komfortable Wahlsiege einzubringen.

      "Und ist es tatsächlich gute demokratische Praxis dem Willen der Mehrheit nachzukommen, wenn diese von Populisten und Demagogen durch Lügen und Propaganda verführt in letzter Konsequenz das Ende der Demokratie will?"



      Eine Demokratie funktioniert nur, wenn sie von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. Das funktioniert nur, wenn alle Leute, die die Demokratie befürworten, sich an ihre Spielregeln halten. Wenn man zur Rettung "unserer Demokratie" zu Gewalt und Attentaten aufruft und damit letzten Endes die Grundsätze des Rechtsstaates einfach aufgibt, dann sägt man selbst an den Pfeilern der Demokratie.

      • Ingo Bernable

        @Agarack:

        Nach den gegenwärtigen Prognosen könnte bereits mit der nächsten Landtagswahl ein Zustand erreicht sein an dem die Mehrheit der Bevölkerung die Demokratie eben nicht mehr trägt. Man sollte also so langsam mal anfangen darüber nachzudenken was zu tun ist wenn die Einhaltung der "Spielregeln" nicht länger Konsens ist. Und da ist mir der Verweis auf Rechtsstaatlichkeit allein zu wenig, weil die eben auch nur die Abwesenheit von Willkürurteilen meint, aber keinerlei Aussage über Qualität und Legitimität der Gesetze trift die da angewandt werden.



        Und ich habe mit keinem Wort zu Gewalt und Attentaten aufgerufen (was im Übrigen auch strafbar wäre), aber der Hinweis, dass angesichts der realen Entwicklungen das Herunterbeten bourgeoiser Gewissheiten einer idealisierten und wohlgeordnet-heimeligen Setzkastenstaatlichkeit in der Institutionen und Normen die faschistische Bedrohung ganz von selbst in Luft auflösen werden nicht länger genug sind, ist eben dennoch nötig.

    • Zippism

      @Ingo Bernable:

      Das ist tatsächlich ein bemerkenswertes Demokratieverständnis: Wenn die Mehrheit in die „falsche“ Richtung läuft, darf man sich offenbar schon einmal vorsorglich überlegen, warum ihr Wille eigentlich nicht mehr maßgeblich sein sollte. Sehr praktisch – man muss dann nur noch definieren, welche Richtung die richtige ist und wer das beurteilt.

      Nur ist der entscheidende Zwischenschritt eben: Wer entscheidet, wann die Mehrheit tatsächlich das Ende der Demokratie will – und wann sie schlicht eine politische Entscheidung trifft, die einem selbst nicht gefällt?

      Genau an dieser Stelle wird aus dem angeblichen Schutz der Demokratie schnell ein ziemlich klassisches Muster radikaler Politik: Die eigene Seite weiß, was historisch notwendig ist, die Mehrheit ist leider verblendet – und deshalb darf man ihren Willen notfalls „korrigieren“. Demokratie ist dann offenbar so lange gut, wie sie das richtige Ergebnis produziert.

      • Axotono

        @Zippism:

        Demokratie heißt auch und vor allem die Minderheit gegen die Tyrannei der Mehrheit zu schützen. Sonst wäre der Mob ja gleich zur Stelle.

      • Ingo Bernable

        @Zippism:

        Wenn sie Vladimir Putin fragen wird der ihnen sicher gern bestätigen, dass die Russische Föderation selbstverständlich eine funktionierende Musterdemokratie ist. Und auch wenn eines Tages ein Kanzler Höcke die "Altparteien" verbieten und die "millionenfache Remigration" Mangels ausreichender Passagiermaschinen mit Viehwagons durchziehen sollte würde auf all dem wohl immer noch das Etikett "Demokratie" kleben. Darauf zu warten, dass irgendwann von offizieller Stelle das Ende der Demokratie zertifiziert wird, wird nicht funktionieren.



        Demokratie ist nicht die bedingungslose Unterwerfung unter die Diktatur der Mehrheit, sondern die Selbstregierung mündiger Bürger. Die Unterstellung, dass die Unterscheidung von demokratischen und anti-demokratischen Positionen grundsätzlich unmöglich und willkürlich wäre ist nicht nur falsch, sondern folgt genau jener Strategie der AfD ihre anti-demokratische Programmatik als legitime demokratische aber vom "Altparteienkartell" gecancelte Mehrheitsmeinung zu verkaufen. Also ja, das ist verblendet und dem muss man entgegentreten, so zivilisiert und demokratisch wie möglich, aber eben auch so militant wie nötig.

    • Normalo

      @Ingo Bernable:

      Ob das Argument tatsächlich nicht wirkt, kommt wohl auf das Argument an. "Erfolg" wäre ein Argument, das man mal ausprobieren sollte. Aber dazu bedürfte es ebenso einer Aufweichung der "innerdemokratischen" Fronten wie einem ehrlichen Interesse , wie "Erfolg" aus Sicht Jener, die bei der nächsten Wahl auch noch zu den Rechten überlaufen könnten, denn nun eigentlich aussähe.



      Ungekehrt kann man nicht oft genug betonen, dass die beobachtete Unwirksamkeit bestimmter demokratischer Methoden weder eine Rechtfertigung noch ein Beweis der Wirksamkeit von UNdemokratischen Methoden ist. Wer so argumentiert sucht nach einer Ausrede, nicht nach einer Lösung.

  • Dr. McSchreck

    Die wahren Feinde der Demokratie sind nicht "links oder rechts", sondern in den Extremen "links und rechts" - und beide Seiten bekennen sich ja auch dazu.

    Trotzdem guter Artikel.

  • Tiene Wiecherts

    Die Argumentation ist die gleiche wie damals:



    Demokraten, Linke, fügt euch allen Gewaltexzessen der Nazis, lasst euch abschlachten, wenn es sein muss. Hauptsache ihr liefert den Faschisten und ihren Helfershelfern keine Argumente; auf das sie vollkommen ohne Gegenwehr ihren faschistischen Staat errichten können.



    Aber die Hoffnung dieser Helfershelfer, die Faschisten würden sich dafür dankbar erweisen, wird genauso verfliegen, wie seinerzeit die gleiche Hoffnung der Zentrumsleute, die damals in Zuchthaus und KZ geendet sind.

    • Deep South

      @Tiene Wiecherts:

      Wie kommt man auf den extrem schmalen Trichter, dass es zwischen aktiven Gewaltangriffen auf politische Gegner und sich "ohne Gegenwehr abschlachten lassen" keinen Handlungsspielraum gibt? Wehrhaftigkeit hat nicht im Geringsten etwas mit Gewaltätigkeit zu tun.



      Und eine Frage hab ich hier schon mehrfach gestellt und nicht einmal eine Antwort bekommen. Welchen zählbaren Nutzen haben die z.Bsp. die Angriffe in Budapest für den Kampf gegen Rechtsextremismus geleistet? Hat man jetzt irgendwelche Nazis bekehrt? Gibt es jetzt auch nur einen AfD Wähler weniger? Hat man irgendwen außerhalb der eigenen Bubble damit überzeugt, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren?



      Die Menschen um Lina und Konsorten haben jetzt ihre Möglichkeit, sich gegen rechte Umtriebe gesellschaftlich zu engagieren gegen eine Zelle eingetauscht, Dobrindt und Co. haben eine weitere Steilvorlage. Das wars. Das ist das, was am Ende als Ergebnis steht.

    • Zippism

      @Tiene Wiecherts:

      Ja, genau. Wer fordert, dass sich Demokraten von politischer Gewalt distanzieren, möchte selbstverständlich, dass sie sich widerstandslos ins Zuchthaus oder KZ prügeln lassen. Der historische Vergleich mit dem Zentrum macht das Argument natürlich gleich viel überzeugender.

      Nur gibt es zwischen „politische Gewalt ablehnen“ und „sich widerstandslos abschlachten lassen“ noch ein ziemlich großes Spektrum namens Rechtsstaat, Polizei, Justiz, Wahlen und demokratischer Widerstand.

      Und wenn wir schon bei der Opferrolle sind: 2025 wurden laut Bundesregierung 1.852 Straftaten gegen AfD-Parteirepräsentanten bzw. -mitglieder registriert – mehr als gegen jede andere im Bundestag vertretene Partei. Darunter waren 121 Gewaltdelikte, ebenfalls mit deutlichem Abstand mehr als bei den anderen Parteien.

      Das macht die AfD weder automatisch zu einem Opfer noch rechte Gewalt irgendwie weniger problematisch. Es macht aber die Erzählung etwas schwierig, politische Gewalt immer nur als Problem der jeweils anderen Seite zu betrachten.

      • Sam Spade

        @Zippism:

        Mit statistischen Werten zu argumentieren ohne sie auf ihre Aussagekraft hin zu überprüfen, ist so eine Sache.

        Von den 121 Gewaltdelikten gegen AfD Parteirepräsentanten waren 92 Blockadedelikte im Zusammenhang mit Parteientagen und Veranstaltungen der AfD.

        Die Hinderung am Zugang solcher Veranstaltungen durch Blockaden wird gemäß § 240 StGB als Nötigung durch Gewalt gewertet.

        Auch ihre Anführung der Kriminalstatistik in ihrem anderen Kommentar verharrt an der Oberfläche.

        In der PKS werden alle Tatverdächtigen ohne deutschen Pass der Ausländerkriminalität zugeordnet. Dazu zählen ausländische Touristen ebenso wie Straftäter die ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben. Zieht man diese Faktoren ab relativiert sich der Anteil der im Inland lebenden Tatverdächtigen drastisch. In den meisten Bereichen gibt es keinen gravierenden Unterschied zwischen der Anzahl der einheimischen deutschen und der nichtdeutschen Tatverdächtigen.

      • Axotono

        @Zippism:

        Ja und was wenn die achso hochgehaltenen "Rechtsstaat, Polizei, Justiz, Wahlen und demokratischer Widerstand" versagen und einverleibt sind?

      • Systemknecht

        @Zippism:

        Mal wieder die klassische Verwechslung (?) von Anzeigen und bewiesenen Straftaten. Alle paar Tage stellen sich Gewaltvorwürfe seitens irgendwelcher AfDler als erlogen heraus. Statt (Gegen) Gewalt sollten Linke vielleicht eher daran denken, auch Schwalben zu inszenieren, man kann ja im Diskurs hier sehen, wie gut und nachhaltig das funktioniert.

    • Günter Witte

      @Tiene Wiecherts:

      In dem "damals" von dem Sie schreiben hatten auch die Linken ihre Schläger/Mörder Trupps. Währen die Linken "damals" an die Macht gekommen hätten sie auch alle Politischen Gegner verhaftet/ermordet, das haben sie ja in allen Ländern wo sie an der Macht waren deutlich gezeigt. Dieser Wahnsinn war damals verkehrt und ist es heute auch noch !!!

    • Ruhig bleiben

      @Tiene Wiecherts:

      Soll hier Gewalt gegen Andersdenkende legitimiert werden? Uff....

    • rero

      @Tiene Wiecherts:

      Wen wollten Sie mit diesem Strohmann überzeugen?

      Wo stand im Artikel, man solle sich Gewaltexzessen fügen?

      Das Gegenteil ist im Artikel zu finden.

  • Wolferich

    Was mir hier fehlt, ist wie man die AfD-Wähler zurückgewinnen möchte. Denn das sollte das Ziel sein. Die Strategie derAusgrenzung der AfD und somit auch der AfD-Wähler ist jedenfalls krachend gescheitert. Man holt AfD-Wähler jedenfalls nicht zurück, indem man ihnen sagt: "Du böser Nazi, du wählst eine rassistische Partei". Ich bezweifle stark, dass alle Wähler der AfD rassistisch sind. Die AfD würde aktuell auf 29% der Stimmen kommen, wenn Bundestagswahl wäre. Und man darf nicht vergessen, dass es auch poltisch-konservativ eingestellte Menschen gibt, die den gleichen Respekt wie andere Wähler verdienen, statt sie zu diffamieren und und auszugrenzen. Denn genau das treibt diese Menschen in die AfD.

  • Tiene Wiecherts

    Es ist die gleiche Debatte wie vor knapp 100 Jahren. Aber genauso wie die Faschisten diese Zeit nochmal genauso wiederholen wollen, müssen ja nicht auch die Linken diesen gewaltvollen Untergang auch wieder genauso erleben müssen.

    • Normalo

      @Tiene Wiecherts:

      Und wie vor 100 Jahren gibt es auch heute Unbeirrbare, die meinen, Schlägertrupps mit Schlägertrupps zu beantworten, führe zum Sieg über die Faschisten. Wir alle wissen, dass das seinerzeit mindestens genau so wenig geklappt hat, wie die "zu zahme" Gegenwehr der Demokraten.



      Folgendes Problem: Damals haben die Faschisten den Kampf auf der Straße zwar geführt, aber die Macht haben sie an der Wahlurne gewonnen. Und dass man so einen Sieg durch gewaltsames "Dagegenhalten" auf der Straße nicht gewinnt, hat sich bis heute nicht geändert. Der mit linker Gewalt konfrontierte rechtslastige Wähler macht sein Kreuzchen bei nächster Gelegenheit doch nicht auf einmal bei Linken.

    • rero

      @Tiene Wiecherts:

      Manche Linke geben sich aber viel Mühe, den gleichen Fehler zu wiederholen.

      Straßenkämpfe, Demokratieverachtung, keine bürgerlichen Bündnispartner suchen

  • Stefan Haker

    Sehr guter Artikel. Für mich stellt sich hier die Frage, was führt Menschen zu solchen Taten? Die glauben wohl kaum, „ich haue jetzt mal ein paar Nazis mit dem Hammer auf den Kopf, dann ist die Welt ein Stück besser“. Da müsste ,man wohl schon sehr verzweifelt sein und hat die Demokratie quasi schon ad acta gelegt.



    Das Rechtsradikale*r niemals befürchten müssen unter einer Linkspartei geführten Regierung zu leben liegt sicher auch an solcher Form vom Bärendienst und die „Wir sind ja gegen Gewalt, aber…“-Rhetorik zerlegt dann den Rest linker Glaubwürdikgeit.

    • rero

      @Stefan Haker:

      „Die glauben wohl kaum, „ich haue jetzt mal ein paar Nazis mit dem Hammer auf den Kopf, dann ist die Welt ein Stück besser“

      Weshalb sollten sie das nicht glauben?

      Ja, man müsste dazu die Demokratie ab Acta gelegt haben.

      Warum schließen Sie das mehr oder weniger aus?

  • DiMa

    Der Autor ist also nicht gegen Gewalt, weil Gewalt ganz grundsätzlich schlecht ist, sondern weil sie keine Mehrheiten bringt und dem falschen nützt.

    Ich lehne einfach jede Form von Extremismus ab - egal ob links oder rechts.

    • Axotono

      @DiMa:

      Grundsätzlich gegen Gewalt zu sein ist nur narzisstisch moralische Selbstvergewisserung und völlig geschichtslos. Man beseitigt Tyrannen nicht mit Pazifismus

  • Sybille Bergi

    Man sollte als demokratisch gesinnter Mensch prinzipiell keine Gewalt anwenden gegen die politische Konkurrenz

  • Hymynameis

    Mir fehlt hier:

    · Eine Abgrenzung von Gewalt und Militanz.

    · Eine klare Definition linker Gewalt anhand von Beispielen. "Hammerbande"? RAF? Erstere eine Kleinstgruppe ohne breite Unterstützung, letzere seit '98 aufgelöst.

    · Die Benennung institutionalisierter rechter Strukturen (hoher Anteil von Faschos bei Polizei, Feuerwehr, VS, …) einerseits, versprengter Grüppchen von (lauten) Aktivistis (jedoch ohne nennenswerte Macht) andererseits.

    · Viele Faschos (zB der III. Weg) WOLLEN linke Gewalt, um darauf ihrerseits a) gewaltsam reagieren zu können und b) ALLE Linken als schlecht darzustellen.

    · Und dann zu guter letzt die Frage, warum Menschen überhaupt militant werden?

    Ich lese den Artikel als eine Warnung über eine brennende Kerze im Dachstuhl, während das Erdgeschoss bereits voll in Flammen steht.

    Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz bleibt für mich hier ein gebogenes Stück Metall erkennbar.

    Umfragen zufolge liegt die Zustimmung zu politischer Gewalt im einstelligen Prozentbereich. Also ~90% Ablehnung von Gewalt, übrigens über alle politischen Lager hinweg.

    Kritik an Gewalt ist notwendig, eine rhetorische Gleichsetzung via "linke Brandmauer" mMn völlig verfehlt.

    • test_name

      @Hymynameis:

      >(Hammerbande) Erstere eine Kleinstgruppe ohne breite Unterstützung,<



      .



      Ich erinnere die Diskussion rund um Maja T. anders. KGE



      besucht Maja T. im Gefängnis. Da reicht die Unterstützung schon weit in die Grünen hinein.

    • JK83

      @Hymynameis:

      Sofern diese 90% stimmen, ist das positiv und einer der vielen Belege, daß wir nicht vor einem neuen 1933 stehen. Dies finde ich falsch und hysterisch.



      Interessant aber ist, wie sich der Gewaltlosigkeitswunsch der Bevölkerung politisch ausbeuten lässt. Sie haben einen Anfang gemacht. Ich ergänze:



      Indirekte Aufrufe zur Gewalt oder Gewaltphantasien treffen oft nicht auf derartige Ablehnung, damit können Politiker spielen, mit Zweideutigkeiten.



      Im Hinblick auf Außenpolitik ist Gewaltlosigkeitswunsch mitunter Hemmnis und lässt sich ausbeuten von angeblich Friedliebenden.



      Bedrohungsgefühl -Gefühl, Opfer von Gewalt werden zu können - ist politisch gut ausbeutbar. Relativierung und Statistik helfen hier oft nicht.



      Gewisse Gewaltformen werden ausgenommen z.b. staatliche Gewalt gegen Kriminelle. Also muss man Gegner nur als Kriminelle markieren, und dann stört die folgende Gewalt viele Bürger nicht.



      Das Ende von Weimar ist komplex. KPD wollte Weimar auch beenden und KPD, SPD haben am Ende stillgehalten also bspw. kein Generalstreik (hätte wohl auch nicht mehr geklappt). Hatten schlicht erst schlechte (Strassenkampf, Hetze gegen Weimar) später gar keine Strategie. Das muss man vermeiden!

    • Zippism

      @Hymynameis:

      as ist schon eine bemerkenswerte Ansammlung von Relativierungen: „Kleinstgruppe“, „keine nennenswerte Macht“, „die Rechten wollen das doch“, „man muss erst verstehen, warum Menschen militant werden“ – nur die eigentliche Frage des Artikels wird dabei möglichst weit umfahren: Kann sich die demokratische Linke eindeutig von politischer Gewalt und Gewaltromantik distanzieren?

      Natürlich kann und sollte man zwischen Militanz und Gewalt unterscheiden. Und selbstverständlich ist rechte Gewalt in Deutschland ein erhebliches Problem. Aber daraus folgt doch nicht, dass linke Gewalt deshalb weniger kritikwürdig wäre oder man sich von ihr nur dann distanzieren darf, wenn die Gegenseite ebenfalls gerade genug Abstand hält.

      2025 wurden laut Bundestag 1.852 Straftaten gegen AfD-Parteirepräsentanten registriert – mehr als gegen jede andere im Bundestag vertretene Partei. Das macht die AfD keineswegs automatisch zum Opfer oder widerlegt rechte Gewalt. Es zeigt aber, wie absurd die Vorstellung ist, politische Gewalt lasse sich sinnvoll in „gefährliche Rechte“ und „eigentlich nur symbolisch militante Linke“ sortieren.

  • MichiMichi

    Spannender Artikel.

    Eine Sache erschließt sich mir aber nicht:



    „ Dazu muss die demokratische Linke mit linker Gewaltromantik brechen – so eindeutig, wie sie zu Recht von Konservativen die Abgrenzung vom Rechtsextremismus verlangt.“

    Also während Konservative diverse Positionen von rechts übernehmen und sich erneut zum Steigbügelhalter derer machen die ebenfalls keine Distanz zu Neonazis und Gewaltbereiten haben – sollen sich jetzt ausgerechnet Linke distanzieren.



    Ich verstehe den Vergleich, die Gleichsetzung nicht.



    Was hat die Distanzierung von radikaleren Positionen innerhalb der politischen Linken mit dem rechtsruck und kuschelkurs der Konservativen zu tun? Und wie soll das in irgendeiner Weise diesen Rechtsruck zurückdrängen? Ist es nicht einfach nur eine Fortführung des Rechtsrucks im eigenen politischen Lager?

    • Zippism

      @MichiMichi:

      Dass Konservative sich klar vom Rechtsextremismus und von rechtsextremer Gewalt abgrenzen müssen, steht doch überhaupt nicht im Widerspruch dazu, dass die demokratische Linke dasselbe mit linker Gewalt und Gewaltromantik tun sollte.

      Wenn ein Linker sagt: „Aber die CDU macht einen Rechtsruck“, ist die Antwort doch nicht: „Dann darf die Linke ihre eigenen Radikalen nicht kritisieren.“ Nach dieser Logik dürfte man innerhalb eines politischen Lagers überhaupt keine problematischen Positionen mehr kritisieren, solange irgendwo auf der anderen Seite ebenfalls etwas Problematisches passiert.

      Und nein, die Forderung nach einer Distanzierung von linker Gewaltromantik ist auch keine „Fortführung des Rechtsrucks“. Im Gegenteil: Wer demokratische Politik glaubwürdig vertreten will, sollte politische Gewalt unabhängig davon ablehnen, ob sie von rechts oder links kommt.

      • Hugo

        @Zippism:

        Nuja, unter konservativ wird einem von nem frommen Christenmenschen bis zum halbgaren Fascho alles verkauft...

    • Cornelia Gliem

      @MichiMichi:

      ... weil man vielleicht einfach vernünftiger und moralisch integrer sein sollte?

  • Encantado

    "Aber militante Linke haben ihm erneut die Vorlage geliefert – und damit all denjenigen, die die wahren Feinde der Demokratie links ansiedeln. Ausgerechnet jetzt, da Sachsen-Anhalt das erste rechtsextremistische Versuchslabor der Republik werden könnte."



    Offensichtlich mit recht bereitwilliger Unterstützung seitens Frau Wagenknecht, deren BSW angeblich links steht. Sollte nicht verschwiegen werden.



    "Dazu muss die demokratische Linke mit linker Gewaltromantik brechen."



    Ganz sicher, aber das reicht nicht, siehe oben.

  • Thomas O´Connolly

    Wenn der Widerstand gegen Autoritarismus und Faschismus nicht bürgerlich und handfest ist, wird er scheitern. Das ist leider so klar wie Kloßbrühe.

    • Zippism

      @Thomas O´Connolly:

      „Bürgerlich und handfest“ – eine bemerkenswert beruhigende Umschreibung im Kontext eines Artikels über linken Militarismus. Wenn damit demokratischer, entschlossener und rechtsstaatlicher Widerstand gemeint ist: wunderbar. Dann könnte man das allerdings auch einfach so schreiben.

      Wenn „handfest“ dagegen heißen soll, dass Widerstand gegen politische Gegner notfalls körperlich werden darf, wäre das tatsächlich ein ziemlich autoritäres Verständnis von Demokratie. Dann bekämpft man Autoritarismus nicht, sondern übernimmt kurzerhand dessen Logik: Der politische Gegner wird nicht mehr überzeugt, sondern bekämpft.

      Besonders ironisch wird es, wenn ausgerechnet beim Widerstand gegen Faschismus die Gewaltbereitschaft zum Maßstab für dessen „Handfestigkeit“ erklärt wird. Wer den Rechtsstaat verteidigen will, sollte vielleicht zuerst zeigen, dass er seine politischen Gegner auch ohne Faust versteht.

      • Thomas O´Connolly

        @Zippism:

        Mit „bürgerlich und handfest" meinte ich selbstverständlich das Handeln des Staates, Gesetzgebung und Exekutive, nicht der Bürger*innen.

        Bürgerliche Werte und individuelle Militanz schließen sich aus. Ich dachte dahingehend nicht, dass mein Kommentar missverständlich sein könnte.

  • Zippism

    Der Artikel kommt zu einem eigentlich ziemlich einfachen und richtigen Schluss: Wer politische Gegner körperlich bestraft, schützt damit keine Demokratie. Warum muss daraus aber unbedingt wieder ein kompliziertes „linke Gewalt ist problematisch, weil sie der Rechten in die Hände spielt“ gemacht werden?

    Gewalt gegen politische Gegner ist nicht deshalb falsch, weil sie der AfD nutzt. Sie ist falsch, weil sie Gewalt gegen politische Gegner ist. Punkt.

    Und genau diese Unterscheidung wäre wichtig. Wer Rechtsextremismus bekämpfen will, sollte nicht ständig erklären müssen, dass man linke Gewalt vor allem deshalb ablehnt, weil sie eine „Steilvorlage“ für die Rechte liefert. Das klingt fast so, als wäre die Gewalt unter anderen politischen Vorzeichen weniger problematisch.

    Eine Demokratie braucht keine Gewalt von links oder rechts, sondern Rechtsstaat, Meinungsfreiheit, politische Auseinandersetzung und Mehrheiten. Das ist eigentlich viel banaler als die ganze Hufeisen-Debatte – aber offenbar auch viel schwerer konsequent durchzuhalten.

    • Normalo

      @Zippism:

      Stimmt natürlich - verfängt nur bei den "Zweck heiligt Mittel"-Gewaltsympathisanten im Zweifel nicht so, an die sich der Artikel richtet. Denn um politische Gewalt zu rechtfertigen, muss man sich über das (nunmal offensichtliche) "Gewalt als politisches Durchsetzungsmittel ist IMMER falsch"-Argument ja bereits hinweggesetzt haben.

    • behr Behr

      @Zippism:

      Genauso ist es, das Strafrecht bildet die einzige zulässige



      Grenze legaler und verbotener Handlungen, es ist schon bezeichnend, wenn in einem Artikel diese rechtsstaatliche



      Grundlage nicht ein einziges Mal erwähnt wird. Und zB.



      wird bei Begriffen wie „ziviler Ungehorsam“ diese rechtsstaatl.



      Grenze ideologisch zurechtgebogen.

  • aujau

    Haudrauf kann als Lösung nicht funktionieren, auch wenn es noch so verführerisch ist. Nun müssen Notwehr und Schutz diskutiert werden.

  • Andreas_2020

    Die Antifa leistet schon gute Arbeit, aber sie kann auch schnell zu einem Irrschiff werden.



    Solange die AfD nicht verboten ist, muss selbst die Antifa diese Partei möglichst gut und sachlich bekämpfen, wenn man denen auch noch Schlagzeilen und Vorurteile selber liefert, ist das nicht zielführend.



    Und überhaupt, was ist eine gute Antifa.



    Das ist eine gute Frage, weil in ganz Deutschland demokratische Parteien nicht unbedingt besonders gut aufgestellt sind, die demokratischen Parteien machen aber das echte Gegengewicht gegen die AfD, Heimat und Neonazis aus.



    Das ist nicht besonders angenehm, in öden SItzungssälen zu sitzen, das Für- und Wieder einer Ampel zu diskutieren und sich Beschwerden von Bürgern reinzuziehen.



    Noch weniger geil ist es, in Parteien mit anderen zusammen zu arbeiten, die einem gerne abmessern möchten, auch das passiert in demokratischen Parteien.



    Am Ende ergibt die Summe aber eine gewaltige Leistung für dieses demokratische System.



    Und die Antifa mag ne Sitzblokade hinbekommen, besonders engagierte Aktivisten schaffen noch Infos ran, die selbst der Verfassungsschutz nicht hat, aber das löst das Grundproblem der Demokratie nicht: Engagement in Gremien.

  • GregTheCrack

    "Der antifaschistische Schutzwall braucht jedoch ein linkes Pendant."

    Am Jahrestag des Baus des antifaschistische Schutzwalles unbeabsichtigt sehr erhellend.

    • rero

      @GregTheCrack:

      Ja, dieses Wording ist krass.

      Der Mann ist Professor für Politikdidaktik der Uni Halle-Wittenberg. Dem Foto nach ist er bestimmt älter als 30.

      Ist das wirklich unbeabsichtigt?

  • elektrozwerg

    Dankeschoen. Treffender und benoetigter Artikel.

    Und fuer den naechsten Parteitag bitte keine Blockaden mehr. Bildet stattdessen Gassen, stellt jeweils jemanden mit ner Bimmel hin und ruft "Shame", aber ohne wie in der Vorlage was zu werfen.

  • AugenhöheStattTribalismus

    Danke für den Text! War sehr notwendig und tut der TAZ imagemäßig sehr gut, weil es eine Objektive jenseits von links und rechts herstellt.

    Ich klinge immer wie ein Papagei wenn ich in Foren rein schreibe: Solche Dinge lassen sich komplett über Tribalismus (Stammesdünkel) erklären. Nicht alle sind diesen neurologisch in uns verankerten Befindlichkeiten ausgeliefert - und man kann daran arbeiten.

    Fakt ist aber dass wir endlich global neu darüber diskutieren müssen und wir Tribalismus zurück treiben müssen.

    youtu.be/14XSzWT4v...i=ierg_-SnkTQR-A6E

  • Astrid Sehnefeld

    Sehr sachlicher und kluger Kommentar. Toll.

  • Frauke Z

    Dem Autor scheint Gewaltablehnung und andere Rechtsbrüche wichtiger zu sein, was mit der öffentlichen Meinung passiert.



    Ehrlich gesagt ist es ziemlich zweitrangig, welche politische Überzeugung Gewalttäter haben - oder ob sie "unpolitisch" sind. Wichtig ist vor allem, damit aufzuräumen. Was glauben Sie, wie findet jemand solche Traktate über die "Debatte", wer sich bedroht fühlt oder bereits Opfer geworden ist?

  • Don Geraldo

    Erstaunlich klare Worte, ich bin beeindruckt.



    Aber die Adressaten werden Augen und Ohren verschließen und den Appell ignorieren.