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Transformation und StromnetzeEine Frage der Energiesouveränität

Dass Wind- und Solaranlagen überproduzieren, gehört zur Transformation. Anstatt zu viele Netze auszubauen, ist die Spitzenkappung ökonomisch sinnvoll.

Illustration: Katja Gendikova

W as haben Stromnetze mit Autobahnen zu tun? Nicht viel, aber ab und zu herrscht jeweils Stau. Der Unterschied ist: Es mag zwar nervig sein, wenn es zu Beginn der Schulferien regelmäßig Stau auf den Autobahnen gibt. Nur käme kaum jemand auf die Idee, sie so auszubauen, dass es nie Stau gibt – was wäre das für eine gigantische Geldverschwendung! Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) aber nutzt den Stau in den Stromnetzen als das zentrale Argument, um den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv auszubremsen.

Jetzt an Pfingsten wird es vermutlich wieder so weit sein: Viel Sonne, etwas Wind – ein Teil des Stroms aus erneuerbaren Energien kann nicht transportiert werden, die Anlagen werden daher abgeregelt. Reiche wird das als Beleg dafür nehmen, dass die Energiewende angeblich zu schnell geht und man jetzt nur noch in manchen Regionen Wind- und Solaranlagen bauen sollte. Doch das wäre grundfalsch, es würde teurer für alle werden.

Kurz zum Hintergrund: Aktuell liegt von Reiche das sogenannte Netzpaket auf dem Tisch. Darin geht es um eine scheinbar trockene Materie, nämlich die Anschlussbedingungen an das Stromnetz. Tatsächlich aber entscheidet sich hier das Wohl und Wehe der Energiewende. Denn nicht nur Wind- und Solaranlagen, sondern auch Stromspeicher, Industriebetriebe, Großwärmepumpen, Ladestellen für E-Autos und E-Trucks, Rechenzentren und Gaskraftwerke wollen Netzanschlüsse – und zwar schnell.

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Nun ist es so, dass es in Teilen Deutschlands Stromnetzengpässe gibt. Die Folge ist, dass in Zeiten von viel Wind und Sonne in diesen Regionen der Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen (übrigens auch teilweise Strom aus Gaskraftwerken) nicht vollständig abtransportiert werden kann. Um im Bild zu bleiben: Dann herrscht Stau auf den Stromlandstraßen und Stromautobahnen. Bislang ist es so, dass die Betreiber der Kraftwerke für diese Zeiten vom Netzbetreiber entschädigt werden.

Den optimalen Überbau anpeilen

Sie haben schließlich ihren Strom an einen Kunden verkauft und können nichts dafür, dass das Stromnetz nicht ausgebaut wurde. Drei Milliarden Euro zahle Deutschland so für Strom, der nicht genutzt werde – das könnten wir uns nicht leisten, so die Wirtschaftsministerin in einem offiziellen Video des Ministeriums. Bezahlt werden solle künftig nur, was auch gebraucht werde. Das sei, so die Ministerin, eine Frage der ökonomischen Vernunft.

Statt Dampf zu machen, damit Deutschland die Abhängigkeit von teurem Gas und Öl hinter sich lässt, tritt Reiche bei Erneuerbaren, Speichern und Netzen auf die Bremse

Das Argument klingt erst mal einleuchtend. Dass Wind- und Solaranlagen abgeregelt werden, statt den Strom zu nutzen, hört sich nicht gut an – und dass es für die nicht abtransportierten Strommengen auch noch Geld gibt, widerspricht erst recht dem Bauchgefühl nicht nur der schwäbischen Hausfrau. Und doch gilt: Abregelungen sind richtig. Es wäre im Gegenteil rausgeschmissenes Geld, das Stromnetz so auszubauen, dass jede Kilowattstunde aus Wind- oder Solaranlagen abtransportiert werden könnte.

Denn: Netzausbau kostet ja auch Geld, und zwar nicht zu knapp. Energieplaner überall auf der Welt diskutieren deshalb, was der optimale Überausbau ist, also, um wie viel höher als ihr Netzanschluss die Kapazität von Wind- und Solaranlagen sein sollte. Wenn richtig viel Wind weht und dazu noch die Sonne scheint, dann ist das eben wie Sommerferienbeginn auf der Autobahn, und ein Teil der Anlagen wird abgeregelt. Dafür ist das Netz in den anderen Stunden dann besser ausgelastet.

Das nennt man dann Spitzenkappung und das ist: ökonomisch vernünftig. Das Niveau der „optimalen“ Spitzenkappung steigt, je günstiger Wind- und Solaranlagen werden, je teurer die Kosten für Stromkabel sind und je mehr Wind- und Solaranlagen schon installiert sind. Alle drei Faktoren sind aktuelle Trends. Die meisten Experten halten daher mindestens 5, eher 10 Prozent Abregelung der Wind- und Solaranlagen für angemessen.

Investorinnen brauchen Sicherheit

So schlagen die großen Netzbetreiber etwa vor, dass die Wind-Offshore-Anlagen ihren Netzanschluss um 15 Prozent überausbauen sollen, was ihre Stromausbeute um 6,5 Prozent reduzieren würde. Das Bundesamt für Seeschifffahrt plädiert sogar für einen Überausbau von 20 Prozent, was auf eine Spitzenkappung von 10 Prozent hinauslaufen dürfte.

Das Absurde: Während die nachgeordnete Behörde der Wirtschaftsministerin bei Wind offshore eine Abregelung von 10 Prozent für optimal hält, will Reiche für Wind an Land und Solarfreiflächenanlagen eine 3-Prozent-Grenze etablieren. Ihr Vorschlag lautet, dass in allen Netzgebieten, in denen heute 3 Prozent Spitzenkappung stattfindet, neue Wind- oder Solarparks bei Abregelung keine Entschädigung mehr bekommen sollen.

Patrick Graichen

war Mitbegründer der Agora-Denkfabrik und Energiestaats­sekretär. Heute ist er Berater und Energie­blogger: „Von Mauern und Windmühlen“.

Die Folge wäre eine harte Investitionsbremse. In etwa der Hälfte Deutschlands ist diese 3-Prozent-Schwelle schon erreicht, dort würde keine Investition mehr stattfinden. Viele andere stehen kurz davor. Wenn eine Investorin nicht weiß, wie oft der Netzbetreiber es ihr versagt, ihren Strom zu verkaufen, wird jedes Projekt unkalkulierbar. Diese Regelung soll insgesamt zehn Jahre gelten – so lange soll der Netzbetreiber Zeit bekommen, sein Netz auszubauen.

Reiches Netz-Vorschlag hat mit ökonomischer Vernunft nichts zu tun. Im Gegenteil, er macht die Energiewende teurer, weil eben nicht das Optimum zwischen dem Ausbau der Erneuerbaren und dem des Stromnetzes gesucht wird – das läge vermutlich bei etwa 10 Prozent Spitzenkappung. Man ahnt, dass es eigentlich um etwas anderes geht: Ideologie. Ein Stromsystem auf Basis von Wind und Solar passt nicht ins rechte Weltbild, also soll der Ausbau zumindest gebremst werden – auf Kosten der Verbraucherinnen und der Wirtschaft, denn raus aus der Gaskostenfalle kommt Deutschland nur mit: schnell viel günstigem erneuerbarem Strom.

Mit dem Krieg wächst der Run auf Elektrifizierung

Damit ist man beim zweiten Problem des Netzpakets angekommen: der Frage, wer denn wann einen Netzanschluss gelegt bekommt. Der Irankrieg mit seiner Öl- und Gaspreiskrise sorgt dafür, dass immer mehr Menschen und Unternehmen elektrifizieren wollen – mit eigenen Wind- und Solaranlagen, industriellen Wärmepumpen und solchen fürs Einfamilienhaus, Elektroautos und E-Trucks und natürlich mit Stromspeichern. Das rechnet sich nämlich immer mehr und macht unabhängig von Donald Trump, Wladimir Putin und der Straße von Hormus.

Auch die Europäische Union ist unterwegs, so wird die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommenden Monat ein Elektrifizierungsziel für Europa vorschlagen. Schließlich sind Erneuerbare und Elektrifizierung für jede Region, die nicht über nennenswerte eigene Öl- und Gasvorkommen verfügt, eine Frage der Energiesouveränität – völlig losgelöst davon, dass es auch fürs Klima die richtige Strategie ist. Das Problem ist, dass viele deutsche Stromnetzbetreiber darauf nicht vorbereitet waren und von den Netzanschlussanfragen überfordert sind.

Darüber kann man sich zu Recht aufregen – und dann braucht es pragmatische politische Antworten. Als da wären: eine Digitalisierungsoffensive im Stromnetz, intelligente Netznutzungsregeln für Stromspeicher, die gemeinsame Nutzung eines Stromanschlusses durch verschiedene Netznutzer, ein Netzausbauturbo mit bundesweiter Standardisierung von Prozessen und ein Bonus-Malus-System für Netzbetreiber, je nachdem, wie schnell sie sind.

Dieses Paket würde übrigens auch die Abregelung reduzieren. Stattdessen schlägt die Wirtschaftsministerin vor, dass Netzbetreiber nach eigenem Ermessen eine Rangfolge der verschiedenen Netzanfragen bilden sollen, die sie dann nach und nach innerhalb der nächsten zehn Jahre (!) abarbeiten. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Statt Dampf zu machen, damit Deutschland schnell die Abhängigkeit von teurem Gas und Öl hinter sich lässt, will Reiche mitten in der aktuellen Energiekrise bei Erneuerbaren, Speichern und Netzen auf die Bremse treten.

Weg mit den Fossilen

So zerstört man Deutschlands Energiezukunft und treibt die Unternehmen da hin, wo Strom billiger ist. Zum Beispiel nach Spanien, wo Erneuerbare Gas in nur fünf Jahren fast vollständig aus dem Stromnetz verdrängt haben und wo aktuell die niedrigsten Börsenstrompreise in Europa herrschen. Bleibt die Frage: Sollte Strom, der im Pfingststau steckt, wirklich entschädigt werden? Nein, muss er nicht, hier hat die Wirtschaftsministerin ausnahmsweise einen Punkt.

Nur: Es muss vorher klar sein, wie oft abgeregelt wird. Wenn Investoren neuer Wind- und Solarparks das wissen, können sie kalkulieren. Wenn etwa in 10 Prozent der Stunden der Strom nur zur Hälfte abtransportiert wird, dann bedeutet dies nichts anderes, als dass ihr Strom 5 Prozent mehr kostet. Die Solarfreiflächenanlage muss ihren Strom dann für 4,2 Cent pro Kilowattstunde statt für 4 Cent kalkulieren. Das stört keinen großen Geist.

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Es setzt zugleich einen Anreiz, direkt neben den Solarpark einen Speicher zu bauen – und prompt geht die Spitzenkappung wieder runter. Die Lösung wäre ziemlich einfach. Der Umbau unseres Energiesystems hin zu Wind und Solar ist eine Herausforderung, ohne Zweifel. Zugleich gibt es genug kluge Lösungen, die allen helfen. Noch ist Zeit, Reiches Netzpaket-Unsinn durch gute Ideen zu ersetzen. Sie sollte genutzt werden.

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153 Kommentare

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  • >Ein Stromsystem auf Basis von Wind und Solar passt nicht ins rechte Weltbild

    Die Aussage ist nicht einleuchtend. Autarkie passt sehr wohl ins rechte Weltbild. Der einzige Grund weswegen die Rechten gegen Wind und Solar hetzen, ist weil sie ihren Sponsoren das Geschäftsmodell abgraben. Es kann mir niemand erklären, dass einzelne Bäume im Mittelgebirge Rechten mehr bedeuten sollten als ganze Dörfer im Braunkohlerevier - populistische Argumente werden zwar vorgebracht, erklären aber nicht die Positionierung der Partei. Klar hetzt die AfD gegen alles grün konnotierte um zu dämonisieren, aber was grün konnotiert, und was reine Physik ist, ist Definitionssache. Und bei dieser Definition helfen rechte Thinktanks, die von fossilen Konzernen bezahlt werden, damit diese ihr Geschäftsmodell fortführen und sogar ausbauen können.

    Allgemein ist ein Bündnis den hauptsächlich amerikanischen KI- Fossil- und Rüstungsindustrien aus Trumps Außen- und Industriepolitik sehr gut ablesbar. Und dass Palantirs KI-Überwachungsstaat kein demokratischer ist, ist naheliegend. Auf der Suche nach Sponsoren kann man da ruhig entgegen kommen.

    • @Marvienkäfer:

      @Marvienkäfer



      Das war reine Rhetorik von der AfD Führung im Wahlkampf, um entweder bei betroffenen Bürgern in den entsprechenden Waldgebieten, deren Stimmen abzufangen oder halt von uninformierten Mitläufern.



      Keinerlei Substanz, wie immer bei diesem Verein. Wissenschaft wird ignoriert, wie der ganze Klimawandel. Und überhaupt sind immer irgendwelche Leute an allem Schuld, dass ist die Kernaussage der AfD an ihre Sympathisanten,



      Sympathisanten die noch nicht einmal Aussagen zu hinterfragen gelehrt haben. Was braucht man Fakten, wenn es doch Behauptungen gibt ❗️

  • Es ist nicht wahr, dass Windstrom immer billiger wird. Das war einmal, aber neue Anlagen brauchen wieder um die 10 Cent pro kWh. Und das brauchen sie garantiert. Ohne die Garantie, baut niemand eine WEA zum Einspeisen.

    • @Otto Mohl:

      Die Einspeisevergütung onshore beträgt in den ersten 5 bis 15 Jahren (je nach windhöffigkeit) 7,49 Cent pro kWh und danach 4,17.

      • @Griffendorff:

        An anderer Stelle in dieser Zeitung steht, die EEG-Zahlungen betragen 6 Ct/kWh. Demnach ließe sich Windstrom nur für 1.5 Ct/kWh verkaufen. Da paßt etwas nicht zusammen.

      • @Griffendorff:

        Durch das Referenzertragsmodell ist man dann bei 10 Cent. Und das ganze auf 20 Jahre garantiert.

        • @Otto Mohl:

          Durch das Referenzertragsmodell kann man auch bei 3 Cent pro kWh landen.



          Die teuersten Zuschläge 2025 lagen bei 6,64 Cent. Beim höchsten Faktor des Referenzertragsmodells kämen Anlagen dieses Parks auf 8,57ct/kWh. Und bei einer mittleren jährlichen Teuerungsrate von 2% wären das über die 20 Jahre inflationsbereinigt im Mittel 7 Cent.

  • "Investorinnen brauchen Sicherheit"



    Was hier so logisch und unschuldig dahergesagt wird ist Dynamit für Die Linke, denn die glauben ja, Investoren müssen enteignet werden...🤷 - siehe die Berliner Linke und deren Enteignungsphantasien.



    War das hier im Artikel nur unbedacht formuliert oder ist genau da der unüberwindbare ideologische Graben zwischen den Grünen und Die Linke?



    Investoren ergo freie Wirtschaft versus Planwirtschaft.

  • Mir kommt vor allem eine Sache zu kurz, nämlich die Energieversorgung dezentral aufzuziehen, konsequent. Im Grunde passiert das längst, mittlerweile mit "BalkonKW" mit passendem Speicher bis 5KWh, obwohl die großen Player von Politik bis Industrie alles unternehmen, den Ansatz auszubremsen. Jüngster Sabotageversuch: die V2G-Entwicklung mit den lächerlichen Angeboten der Energieversorger, siehe aktuellen taz-Artikel zum Thema. In DE steht bereits massenhaft Speicherkapazität in Form von E-Autos bereit, die könnte man nutzen, das ist kein technisches Problem mehr. Aber die Kontrolle über die Profite ist nicht verhandelbar, nur darum geht es.

  • Das Ziel ist glasklar, wir müssen uns unabhängig machen von Fossilimporten..und dafür gibt es langfristig (nur) genau eine Lösung:







    -> Ausreichend Kapazitäten bei der erneuerbaren Stromerzeugung, gekoppelt mit ausreichender Speicherkapazität.







    Den bereits eingeschlagenen Weg nun zu verlassen oder zu verzögern, zeugt entweder von massiver Inkompetenz oder ideologischen Scheuklappen.







    Natürlich können Batteriespeicher zu Beginn ihrer Verbreitung naturgemäß nur einen kleinen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Aber daraus den Schluß zu ziehen, daß man am besten gar nicht erst damit anfängt, ist komplett absurd.







    Die Verbreitung von Speichern trägt bereits heute einen Teil zur Versorgungssicherheit bei..und es ist ein sehr dynamisches Feld.

    Vor 6 Jahren hieß es noch PV wäre doch viel zu teuer.. Und im Bereich Speicher werden wir eine ähnliche Entwicklung erleben..







    Zumal es neben Großspeichern auch eine ständig wachsende Zahl von Balkonspeichern und Autoakkus gibt.







    Und was die Dunkelflauten anbetrifft, wird gerne übersehen, daß genau zu diesen Zeiten auch weniger Auto gefahren wird..da hilft dann bidirektionales Laden um so einige Gaskraftwerke überflüssig zu machen.

    • @Wunderwelt:

      Bei Akkuspeichern werden wir uns dann wohl von China abhängig machen.



      Jedenfalls werden heute ca 2/3 aller hier verwendeten Akkus aus China importiert - Tendenz steigend.

      • @T-Rom:

        Auch hier wäre es an der Politik, die Rahmenbedingungen für verlässliche wettbewerbsfähige Produktion zu schaffen. Northvolt ist vor allem politisch blamabel. Tesla kann es ja scheinbar. Und das ohne staatliche Zuschüsse!



        Wir müssten also gar nichts.

        • @Gorch:

          welche Rahmenbedingungen fehlen denn aktuell?



          zu hohe Löhne?



          Energiepreise zu hoch?



          zu hohe Umweltauflagen?

      • @T-Rom:

        So geht's halt, wenn man wie die Bundesrepublik die eigene Industrie abwürgt. In den frühen 2000er Jahren war Deutschland bei Solarpaneelen weltweit führend. Jetzt nicht mehr.



        Aber die Abhängigkeit ist eine andere. Wenn die Batterie mal installiert ist, kann sie mit Erneuerbaren geladen werden. Für die Energie ist man nicht abhängig.

        • @Kahlschlagbauer:

          Da wurde nichts abgewürgt. Bei unseren Umweltschutzauflagen und Arbeitslöhnen lohnt sich das Produizeren von Solarpanelen nicht in Deutschland. Sind Sie dafür diese Standards zu senken? Im Gegensatz zu Solarpanelen sind Akkus technisch extrem schwierig herzustellen. Sieht man ja an den ganzen Pleiten, die es in Europa gibt. Zudem ist es energieintensiv und die Energie ist bei uns - auch dank der Energiewende - teuer.

          • @Strolch:

            Die Energiewende verteuert den Strom nicht. Inzwischen macht die Energiewende den Strom sogar billiger.

            • @Griffendorff:

              Ich bin ein Riesen Fan erneuerbarer Energien. Habe trotz technischer Schwierigkeiten Solar auf dem Dach und stelle auf Strom um, wo es geht. Heizung hapert es an den völlig überzogenen Kosten der Handwerker. ABER Wir brauchen Energie rund um die Uhr. Da bringt ein rechnerischer Satz von 8ct für die kWh Solarstrom nichts, wenn ich nachts teure weitere Kraftwerke brauche. Die Energiewende mag sehr langfristig günstiger Steom erzeugen. Aber nicht die letzten 20 Jahre.

              • @Strolch:

                Dass Sie nachts teuren Strom wollen ist nicht schuld der EE-Anlagen. Die laufen bei Dunkelflaute nicht marodierend durch die Lande und erpressen Schutzgelder von den konventionellen Kraftwerken.



                Während der Gaslieferengpässe durch den Ukrainekrieg wurden am Markt bis zu 40ct/kWh gezahlt - da bekamen die Windkraft- und Solaranlagen trotzdem nicht mehr als die vereinbarten Vergütungssätze. Ohne diese Anlagen wäre der Strom noch viel teurer gewesen.



                Und grosse Solaranlagen speisen teilweise für unter 5 ct/kWh ein.

      • @T-Rom:

        Da haben Sie definitiv einen Punkt. Allerdings ist der Weltmarkt für Batteriespeicher geradezu gigantisch..und der Zug ist noch keineswegs abgefahren.

        Deshalb wäre es so überaus wünschenswert, wenn dieses Land seine Expertise nutzen würde und auch groß mit in die Produktion einsteigen.

        Sehr geeignet wäre da z.B. die Natrium-Ionen Technologie, denn alle dafür nötigen Rohstoffe gibt es auch hier zu Lande reichlich. Sprich es ist keineswegs zwingend sich abhängig zu machen..von wem auch immer..

  • "Investoren brauchen Sicherheit" würde man diese Aussage auch 1:1 für den Wohnungsbau, d.h. hohe Mieten, übernehmen ??

  • Ich bin verwundert, wie durch Ideologie physikalische Grundlagen so ausblenden kann.

    Wir haben bereits - theoretisch - etwa 3x so viel Stromerzeugungs-Kapazitäten wie Frankreich.



    2025 haben wir aber grade einmal 56% der französischen Strommenge produziert.

    Zahlreiche Windenergie-Parks werden - ohnehin schon schwach ausgelastet - abgeregelt oder gehen nicht in Betrieb.

    Es ist unfassbar, was Herr Habeck mit diesem „Wind-an-Land-Gesetz“ angerichtet hat.

    Ohne Rücksicht auf Verluste werden auch in Schwach-Wind-Regionen in Süd-Deutschland große Windparks in teils Mischwäldern genehmigt.

    Niemand käme je auch nur auf die Idee, nur ein Windrad in D noch zu bauen, wenn es nicht Abermilliarden an Steuer-Geld gäbe, wenn die Dinger (wie meistens) stillstehen.

    Das ist so, als würde man einem Eismann im Hochwinter eine Abnahme-Garantie für seine Eiscreme geben: er steht zwar in der Wohnsiedlung, es kommt natürlich niemand, aber die 1,50€ pro Kugel bekommt er trotzdem für x-Anzahl „Kunden“ die sonst im Sommer Eis kaufen.

    Planwirtschaftlicher Unsinn auf Kosten der Natur, Landschaft und Umwelt. PS: ohne ein Mü an Nutzen für das „Klima“.

    • @Altlinker_Realo:

      Frankreich zahlt für seinen Atomstrom 3mal so viel wie wir für unsere Windkraft und Solarstrom - pro kWh.



      Und wir brauchen noch etwa 10mal so viel Solarstrom und Windkraft, um vollständig zu dekarbonisieren.

      • @Griffendorff:

        Frankreich subventioniert seinen Strom mit Milliarden € = niedrige Strompreise für Privatkunden und Industrie.



        Deutschland subventioniert seinen Strom mit Milliarden € = der höchste Strompreis für Privatpersonen in Europa, mit der höchste für die Industrie. Finde den Fehler ...

        • @Günter Witte:

          Das stimmt nicht. Die Summe der französischen Zahlungen liegt deutlich unter den ebenfalls aus Steuern entnommenen Zahlungen des EEG.

    • @Altlinker_Realo:

      @Altlinker Reallo



      Interessanter Nick übrigens - wer hat den denn für Sie, so völlig unpassend ausgewählt ?



      In Bayern und in der Regierung läuft es eben so - kleine Metapher zur Verdeutlichung : es werden erst Autos bis zum Abwinken auf Halde gebaut und dann fängt man an sich über die Planung der notwendigen Straßen ein Köpfchen zu machen...



      Alles paletti ?

  • Wichtig ist, zu schauen, _wo_ der Stau entsteht. In den örtlichen (Unter-)Verteilnetzen oder überregional?

    Das eine ist eine Frage des Netzausbaus. Das andere könnte auch eine Frage der Eigenstromversorgung sein. Wo viele Menschen mit staatlicher Förderung dicke speicherlose Solaranlagen auf das Dach gepackt haben, die bei Sonnenschein fleißig einspeisen, hat man ggf. ein Problem. Dort, wo Menschen ihren Grundverbrauch in den Nachtstunden durch ein Balkonkraftwerk mit Speicher abfedern und damit ihren Elektrischen Fußabdruck reduzieren, wird das lokale Netz sogar entlastet.

    Und bei entsprechender Fähigkeit zum netzdienlichen Laden von E-Auto oder PV-Speicher kann ein solcher Nutzer sogar helfen, die lokale Netzinstabilität zu lindern.

    Blankettforderungen nach immer nur noch mehr Ausbau der Erneuerbaren oder Installation von Wärmepumpen "für's Klima!" sind weder garantiert zielführend noch zeugen sie von einer vertieften Auseinandersetzung mit den dahinterliegenden Problemen. Man muss schon wissen, was man tut... und, welche Folgen es konkret hat.

    • @Metallkopf:

      Die Regierung Bayerns hat sich solange gegen den notwendigen Netzausbau gewährt, Bayern sollte jetzt in der Konsequenz für ihre desolate Politik, ordentlich Strafe in Milliarden Höhe an unsere Regierung zahlen ❗️



      Bekommt dieses Söderle halt mal ein paar Bratwürste weniger zwischen die Kiemen.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Bayern zahlt jetzt schon Strafgeld für gute Arbeit, nennt sich Länderfinanzausgleich.

        • @Günter Witte:

          @ Günter Witte



          Na, den Länderfinanzausgleich sollten wir jetzt aber nicht als Stafleistungen ansehen. Die Berechtigung für den Länderfinanzausgleich dürfte ja hinlänglich bekannt sein.

          • @Alex_der_Wunderer:

            Der ist bekannt, und Bayern hat sich mit seiner falschen unfähigen Politik vom Empfänger zum größten Geber gemausert. Vom agrar zum Technologie Standort. Andere Länder, besonders die wundervolle Hauptstadt mit ihrer fortschrittlich vorzeigbaren Rolle hängt am stärksten am Tropf. Wie wäre es da einmal mit Strafzahlungen. Zumal ich auch keine Windkraftanlagen am Tempelhofer Feld gesehen habe. Wie wäre es wenn die Energiewende zum Verbraucher kommt? So wie Luisa Neubauer die verspargelung für. Tirol gefordert hat.

            • @Georg Sonntag:

              Das ist ja richtig wundervoll, dass sich der Föderalismus auch noch dazu eignet, sich gegenseitig für alles mögliche zu beschuldigen. Das wird uns auf Dauer weiterbringen. Bis dahin kämpft Söder um den Kanzlerposten (der neueStyle alleine wird's vielleicht doch nicht bringen) und die Brandenburger müssen weiter für den bayrischen Netzausbau zahlen.

    • @Metallkopf:

      Wir werden bis zum Abschluss der Dekarbonisierung in Deutschland etwa 10mal so viel Solarstrom und Windkraft brauchen, wie wir jetzt haben.

      • @Griffendorff:

        Ob das sinnvoll ist, die x-fache Kapazität bereit zu stellen, die dann die meiste Zeit stillzulegen?



        Dann kommen wir beim CO2 Ausstoss mit Photovoltaik oder Windkraft wieder in die Region des Ausstosses von Gaskraftwerken, Speicher noch nicht mitgerechnet.

        • @Michel76:

          Im langjährigen Mittel wird 50% mehr Strom erzeugt werden müssen, als verbraucht wird. Weil es EE-reiche und EE-arme Jahre gibt, aber auch in EE-armen Jahren der Verbrauch gedeckt werden muss. Und Solarstrom und Windkraft sind viel viel zu billig, als dass es sich lohnen würde, auch noch für die letzte kWh erzeugten Stroms eine Verwendung zu organisieren. Die Geräte für die Nutzung des Stroms der allerhöchsten Erzeugungsspitzen würden nur extrem selten verwendet, alle paar Wochen bis alle paar Jahre. Das wäre 100mal teurer, als einfach mehr Solarstrom und Windkraft zu erzeugen und die nicht nutzbaren Anteile abzuregeln.

          • @Griffendorff:

            So wie ich das verstehe, wird das Abregeln nicht nutzbarer Anteile weder in dem Artikel noch in den Diskussionbeiträgen als technisches Mittel für unmöglich erklärt: Die meisten Experten halten daher mindestens 5, eher 10 Prozent Abregelung der Wind- und Solaranlagen für angemessen. Das ist aber nicht dasselbe, wie wenn man das als unschlagbares Argument gegen die Entwicklung bezahlbarer Lösung für diese Probleme verwendet und lieber bei der Nutzung fossiler Energien bleibt. Vor allem der Unwille zur Dezentralisierung (obwohl da so einiges billig zu haben und technisch bereits gelöst ist) zeigt doch eindeutig, was da das eigentliche Ziel ist: Abhängigkeit der Verbraucher und Gewinnsicherungl.

            • @Christine_Winterabend:

              Ganz im Gegenteil: Dass es auf Dauer unvermeidlich ist, im Mittel etwa 33% von Solarstrom und Windkraft nicht nutzen zu können, ist ein Argument FÜR(!) diese Formen der Energiegewinnung. Fossile und nukleare Kraftwerke vergeuden doppelt so viel der Energie der eingesetzten Brennstoffe. Man muss bei konventionellen Kraftwerken etwa 3mal so viel Energie hineinstecken, wie man dann als Strom herausbekommt.

          • @Griffendorff:

            "Im langjährigen Mittel wird 50% mehr Strom erzeugt werden müssen, als verbraucht wird. Weil es EE-reiche und EE-arme Jahre gibt, aber auch in EE-armen Jahren der Verbrauch gedeckt werden muss."

            Es geht hier nicht um schlechte Jahre, es geht auch nicht um den Jahresschnitt, schon gar nicht.



            Wenn Sie an regnerischen Tagen oder bewölkten, nebeligen Wochen im Winter genügend Strom aus EE gewinnen möchten, brauchen Sie ein Vielfaches an installierter Leistung, wie Sie an einem sonnigen Herbsttag benötigen.

            • @Michel76:

              Deswegen müssen wir trotzdem ausreichend EE-Anlagen haben, um zumindest den Jahresstrombedarf zu decken - und das werden Solar- und Windkraftanlagen mit etwa dem 10fachen Jahresertrag sein, wie wir bisher haben. Was darüber hinaus benötigt wird, steht auf einem anderen Blatt.

  • Das böse Wort Netzpreiszonen kommt nicht vor?



    Damit könnte die Lenkungswirkung wo investiert wird deutlich erhöht werden.



    Sowohl auf Netz als auch auf Erzeugerseite..

  • Der Punkt ist jedoch, dass das Projekt Stromverschwendung viel größer ist: die Menge neue Rechenzentren für die "KI" oder KüDu werden so viel unnötigen Strom verbrauchen, wie die "Quantencomputer". Dafür werden neue Erdgaslieferverträge geschlossen. Dabei sind diese Investitionen (in die Rechenzentren) hoch spekulativ. Es hat sich längst eine KI-blase gebildet. Dafür wird die Fossilokratie noch verlängert und vergrößert. Es ist übel! Und es gibt noch so viele Wohnhäuser, auf denen keine Solarpanels sind.



    Es ist eine Ideologie! Bei den Esoterikern wird eifrig die Erderhitzung negiert.

  • Ich habe keinen technisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund, daher ist das hier jetzt erstmal nur eine Frage:



    Inwieweit spielen andere ökologische Aspekte als der Klimawandel in dieser Diskussion eine Rolle?



    Wir haben ja auch bei den Erneuerbaren (und was damit zusammenhängt: Speicher, Netze, Elektrifizierung insgesamt) auch Bedarfe an Rohstoffen mit Knappheiten und Schäden am Ökosystem Erde. Neulich war hier in der taz z.B. ein Artikel über Kupferbergbau in Peru. Kann das aktuell überhaupt jemand überblicken, welcher Pfad ökologisch der sinnvollste ist?

    Müssen wir nicht immer auch über Suffizienz reden?

    Müssen wir nicht auch viel stärker über internationale Zusammenarbeit reden, z.B. ganz gezielt bestimmte Industrien dort hinverlagen, wo es sich wirklich rechnet (Ökologie ist Langzeit-Ökonomie)?

    Müssen wir also vielleicht auch über Macht bzw. Herrschaft reden, die nämlich auf vielen Ebenen Kooperationen erschwert und auch der Wahrheitsfindung bzw. der Suche nach Lösungen Steine in den Weg legt? (Man weiss ja auch nie, ob ein Vorschlag eher aus partikularen Wirtschaftsinteressen oder mit Gemeinwohl-Absicht lanciert wird...)

    • @Eric Manneschmidt:

      Eine moderne Windkraftanlage enthält einige Zentner Kupfer, aber um den Strom zu erzeugen, den die Anlage in ihrer Lebensdauer einspeist, müsste ein Kohlekraftwerk über 75.000t Steinkohle verbrennen oder 250.000t Braunkohle.



      Das Kupfer ist danach nicht "weg", sondern wird recycelt.

      • @Griffendorff:

        Recycling kostet freilich auch Energie und es bleibt jede Menge nicht recyclebarer Sondermüll.

        • @Metallkopf:

          Kupfer ist zu 100% recyclierbar. Und was für Sonermüll fällt an?

          • @Kahlschlagbauer:

            Rotorblätter bestehen aus glas- oder kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (GFK/CFK) und Epoxidharzen. Aufgrund des Materialmixes ist ein sortenreines Recycling sehr aufwendig. Etwa 10% einer Windkraftanlage sind derzeit Sondermüll.

  • Der Vergleich mit den Autobahnen beschreibt nicht das Problem des Stromüberschusses und ist belanglos. Es lohnt sich nicht weiter darauf einzugehen. Was sich zu fragen lohnt ist folgendes: war die Autobahntheorie ernsthaft das Niveau, auf welchem Graichen als Staatssekretär den Ex-BWM Habeck beraten hat? Dies würde einiges der gezeigten Inkompetenz erklären. Was hat Graichen während seiner Zeit als Berater des Vorgängers von Reiche getan, um die Probleme zu lösen, die er in seinem Artikel zu beleuchten versucht? Welche Rolle spielt bei Graichens Veröffentlichung seine Tätigkeit als ehemaliger Lobbyist und jetzige Tätigkeit im Aufsichtsrat von Ukrenerho?

    • @Rosa Roxanne:

      Ja, das hab ich mich auch gefragt.

      Schon damals als Graichen in einer der erste Reden als Staatssekretär den Rückbau bzw. die Zerstörung der deutschen Gasnetze forderte, konnte man den Lobbyismus und die fehlende ökonomische Sachlichkeit erkennen.

      • @Leo Onlin:

        Lobbyist für die Energiewende? Was ist daran falsch? Und welcher Zusammenhang besteht mit der Tätigkeit im Aufsichtsrat von Ukrenerho?

        • @Francesco:

          Lobbyist für Energiewendegewinner.

        • @Francesco:

          Interessenvertreter agieren nie neutral und objektiv. Um was es dabei geht, spielt keine Rolle.

          • @Michel76:

            Ich dachte immer, der Klimawandel bedroht uns alle und die Energiewende ist in unser aller Interesse. Liege ich da falsch?

  • Die deutsche Energiewende "funktioniert" also nur, wenn Subventionen auch für unverbrauchbaren Strom fließt?

    Was ist dann eigentlich, wenn in weniger als 20 Jahren für bestehende Anlagen die Förderung entfällt? Werden die dann abgeschaltet oder sind sie eh am Ende ihrer Lebensdauer?

    Da hat die Graichensche Lobby über die Jahre ganze Arbeit geleistet: niemand fragt mehr, wohin denn die Millionen und Milliarden der Einspeisevergütung fließen. Dabei wäre das (staatliche) Geld doch viel besser in eine (staatliche) Infrastruktur für alle investiert als in die (privaten) Taschen von wenigen Kleindach- und Großgrundbesitzern gesteckt.

    • @Leo Onlin:

      "Unverbrauchbaren Strom" gibt es, weil die Entwicklung dahin verhindert wird, dass man etwas damit machen kann. Ich lese gerade auf dem Bildschirm über den Anstieg der Firmenpleiten. Die Wirtschaft wird zerstört, wenn keiner mehr weiß, wie er sinnvoll investieren kann. Und genau das ist das Ergebnis von Frau Reiches Wirtschaftspolitik. Und es wird noch viel mehr Arbeitsplätze im Inland kosten.

      • @Christine_Winterabend:

        Die Spitzen der Erzeugung von Windkraft und besonders Solarstrom sind so hoch und schmal, dass es auf absehbare Zeit keine sinnvolle Möglichkeit geben wird, die zu nutzen.



        Noch dazu gibt es EE-reiche und EE-arme Jahre, aber natürlich müssen die EE auch in EE-armen Jahren den Energiebedarf decken. Von daher wird am Schluss der Dekarbonisierung im langjährigen Mittel 50% mehr Windkraft und Solarstrom erzeugt werden müssen als verbraucht wird.



        Bei konventionellen Kraftwerken hat sich daran aber niemand gestört, dass die fast dreimal so viel Energie verbrauchten wie sie als Strom erzeugten.

        • @Griffendorff:

          Wie ich gesagt habe, mit dem, was es gibt, kommen wir nicht aus, aber das ist kein Grund für gar nichts.

    • @Leo Onlin:

      Dann werden einige ihre Solaranlagen wieder abbauen, ja. Weil die unbedachte Solar- und Windförderung um der Solar- und Windförderung Willen ein erhebliches Maß an wirtschaftlicher Mitnahmementalität erzeugt hat. Warum auch nicht. Die Einspeisevergütungen werden ja effektiv vom allgemeinen Stromkunden bezahlt, und zwar auch dann, wenn gar kein Strom eingespeist wird, obwohl er eingespeist werden könnte (Stichwort: "Phantomstrom").

      Und wer hat solche Anlagen primär auf sein Dach gebaut und betrieben? Oder auf die landwirtschaftlich nicht genutzte Brachflächen? Spoiler: Es waren tendenziell nicht die sozial Schwachen und Geringverdiener...

    • @Leo Onlin:

      Nun ja, die Sache mit den Gaskraftwerken soll ja auch so funktionieren, dass die Erzeuger dafür bezahlt werden, im Zweifel gar keinen Strom zu produzieren....

    • @Leo Onlin:

      >>Die deutsche Energiewende "funktioniert" also nur, wenn Subventionen auch für unverbrauchbaren Strom fließt?

      • @Francesco:

        Sorry, da fehlt der halbe Beitrag. Im Artikelnsteht das Gegenteil:

        "Bleibt die Frage: Sollte Strom, der im Pfingststau steckt, wirklich entschädigt werden? Nein, muss er nicht, hier hat die Wirtschaftsministerin ausnahmsweise einen Punkt.

        Nur: Es muss vorher klar sein, wie oft abgeregelt wird. Wenn Investoren neuer Wind- und Solarparks das wissen, können sie kalkulieren. Wenn etwa in 10 Prozent der Stunden der Strom nur zur Hälfte abtransportiert wird, dann bedeutet dies nichts anderes, als dass ihr Strom 5 Prozent mehr kostet. Die Solarfreiflächenanlage muss ihren Strom dann für 4,2 Cent pro Kilowattstunde statt für 4 Cent kalkulieren. Das stört keinen großen Geist."

  • Wir müssen weg von den fossilen Brennstoffen, dafür aber hin zu den klimaneutralen Brennstoffen Efuel und Methan, die man in sonnenreichen Ländern synthetisch herstellen könnte. Sie sind angeblich zu teuer und bisher nicht ausreichend verfügbar. Beides könnte man ändern. Meiner Meinung nach wäre dafür nur eines nötig: Die Anerkennung dieser klimaneutralen Brennstoffe durch die EU und durch unser Land. Alles andere könnte man getrost den Ingenieuren und dem Markt überlassen.

    Mit den klimaneutralen Brennstoffen könnte man alle Motorfahrzeuge und alle Heizungen, auch die der noch vorhandenen Reste unserer Industrie- ohne technische Änderungen und ohne die riesigen Kosten für den Ausbau der Gas- und Stromnetze betreiben.

  • "Das Problem ist, dass viele deutsche Stromnetzbetreiber darauf nicht vorbereitet waren und von den Netzanschlussanfragen überfordert sind."



    Nun, wir hatten ja einen grünen Wirtschaftsminister. Wer hat die Stromnetzbetreiber "darauf nicht vorbereitet"?



    Die Energiepolitik damals hat mich an Maos "Großen Sprung nach vorn" der 1950-er Jahre erinnert: Stahlproduktion um jeden Preis. Dass der Stahl auch eine brauchbare Qualität aufweisen sollte, war unwichtig.



    Jetzt muss Reiche eben aufräumen, was Habeck versiebt hat. Dass da Netzstabilität und Versorgungssicherheit vor "Anschluss sofort für jeden, der will" steht, ist nachvollziehbar. Und wo es im Netz klemmt, das wissen wohl die Netzbetreiber am besten, da sie unmittelbar betroffen sind.

    • @sollndas:

      Wer hat denn in den letzten 20 Jahren hauptsächlich in Deutschland regiert? War das nicht die CDU? Und wer hat 2012 den Solarboom in Deutschland vermasselt, über 100.000 Solar-Arbeitsplätze (vor allem im Osten) vernichtet und das Feld China überlassen? Aber klar, die Grünen sind mal wieder Schuld...

    • @sollndas:

      Moment...



      Der grüne Wirtschaftsminister hatte einen Staatssekretär. Ein Mastermind. Dieser wollte mindestens genauso viele Gaskraftwerke bauen wie Ministerin Reiche. Allerdings ist dieses Mastermind darüber gestolpert das er die Familie samt Trauzeugen mit gut dotierten Posten versorgen wollte . Vieles was Herr graichen kritisiert ist sein eigenes Werk. Irgendwie kommt mir da ein Filmtitel in den Sinn: Er ist wieder da!

      • @Georg Sonntag:

        Äh, nee, wollte er nicht.....



        Ich fürchte Sie sind da übelster Propaganda aufgesessen....

    • @sollndas:

      Innerhalb von drei Jahren? Und was war mit rund 40 Jahren Konservativ, via "Kohl i Merkel"?! 😜

      • @Gerhard Krause:

        Helmut Kohl haben wir vor allem eine Rückständigkeit in anderen Bereichen zu verdanken, und zwar der einseitigen Fixation auf (v/A)DSL durch fehlende Modernisierung der Telekom- und Kabelnetze.

        Aber dass die Grünen mit dem EEG eine Geldpumpe vom Stromkunden in die Taschen von Besserverdienern und Großinvestoren geschaffen haben, daran sind nun wirklich nicht CDU und CSU schuld, sondern einzig und allein die Grünen selbst.

        • @Metallkopf:

          Das Konzept von paar dicken Leitungen zu paar dicken Erzeugern und eine für die Ewigkeit in Stein gemeißelte Verzweigung in Mittel-und Niederspannungsnetze wurde seitens der Wirtschaftsfreunde und -innen von CxU und SPD und FDP nie auch nur im Ansatz hinterfragt.

  • Um den gesamten Strombedarf zu decken, müssen so viele Solar- und Windkraftanlagen gebaut werden, dass die Spitzen der Einspeisung den momentanen Strombedarf manchmal übersteigen. Da die Spitzen der EE-Einspeisung sehr schmal sind, lohnt es sich weder ökonomisch noch ökologisch, auch die letzte kWh zu verwenden. Solarstrom und Windkraft selber sind inzwischen ja sehr billig.



    Noch dazu gibt es EE-reiche und EE-arme Jahr - der Strombedarf muss aber auch in den EE-armen Jahren gedeckt werden.



    Entsprechend werden so viele EE-Anlagen benötigt, dass im langjährigen Mittel etwa 30% der Erzeugung abgeregelt werden. Im Vergleich zu den 60 bis 70% der Energie der Brennstoffe, die in konventionellen Kraftwerken als Abwärme verloren gehen, ist das aber immer noch sehr wenig.

    • @Griffendorff:

      Eine gewisse Überkapazität (und seien es 30%) wäre doch ok und das wird selbst von Frau Reiche nicht bezweifelt.

      Es geht hier aber um den Wunsch (oder Forderung) von Herrn Graichen, dass auch unverbrauchter Strom bis zum Sanktniemerleins-Tag vergütet wird. Diese leistungsfreie Nehmerqualität ist eine typische Lobbyisten-Haltung, die es auch in anderen Wirtschaftsbereichen gibt.

      Ganz ähnliches werden wir demnächst im Gesundheitswesen beobachten können, wenn nicht genutzte medizinische Kapazitäten "vom Netz" genommen werden (müssen). Auch da laufen Lobbyisten sich schon warm und bald Sturm.

      • @Leo Onlin:

        Naja, wie wollen Sie denn entscheiden, welcher Windpark welche Turbinen abregelt, wenn zur Netzstabilisierung eine Überproduktion blockiert werden muss?

        Oder dito bei Freiflächensolar... eine Entschädigungslose Abregelung geht da wohl nicht. Deshalb ist auch Phantomstrom mit der größte Kostentreiber bei der Energiewende. Aber ohne Garantiepreise für die Einspeisung hätte ja keiner die nötigen Investitionen getätigt. Deshalb muss halt das Rentnerehepaar und der Hartz-IV-Empfänger über seine Stromrechnung dem Oberstudienräte-Ehepaar mit Eigenheim und Dachsolaranlage die fiktiv produzierten und aus Netzgründen nicht einspeisbaren kWh trotzdem vergüten...

        Freilich ist es wie fast immer bei öffentlicher Regulierung. Der Staat reißt mit dem Hintern ein, was er mit seinen angeblich so planvollen Händen schaffen möchte.

  • Dieser Beitrag und viele der Kommentare zeigen leider wieder, dass die meisten immer noch nicht über den Rahmen des Vorhandenen, also der wenigen momentan genutzten Technologien und der fortschrittsfeindlichen Strukturen der Energiewirtschaft hinaus denken können. Wen wundert's, solange kleinkarierte und lobbygesteuerte Politiker:innen ihre Themen nicht begreifen können oder wollen und statt dessen verschiedenste Institutionen für die fadenscheinigen Begründungen des Status quo bezahlen. Wissenschaftler, Ingenieure und Medien bemühen sich seit Jahren, Wissen zu verbreiten und sinnvolle Entwicklungen voranzubringen. Man kann nicht erwarten, dass ein so komplexer Vorgang wie die Energiewende im Selbstlauf gelingen kann, ohne Beteiligung und Berücksichtigung der Rechte aller Betroffenen. Dann wäre auch endlich der längst überfällige Schritt machbar, Techniken zur Nutzung sogenannter "überflüssiger" Energieerzeugung zu entwickeln - Unterstützung von Dezentralisierung, preiswerte Wasserstofferzeugung und neue Speichertechnologien eingeschlossen. Und - Frau Reiche - es wäre echt dumm, die Inhalte der Konferenz zur Energiesicherheit und des Energieministertreffens ignorieren!!!

    • @Christine_Winterabend:

      "Hinaus denken" kann man über vieles, aber von einem Land welches schon bei der Verkehrswende krachend scheitert und in dem schon Tempolimit und autofreie Innenstädte als tiefer Eingriff in die Freiheitsrechte verstanden werden, kann keiner erwarten, das die Einsichten irgendwann von selbst kommen. Da braucht es schon einen gravierenden Anlass und selbst dann werden nicht alle an einem Strang ziehen.

      Hier bei uns in Norwegen hat es 15 Jahre gebraucht um die Verkehrswende in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Seit einigen Jahren läuft es mit E Mobilität und verkehrsberuhigten Innenstädten, dafür wurden gewaltige Investitionen von staatlicher Seite getätigt.

      Ein paar Nummern größer war dann die Energiewende. Dabei kommen hier bereits seit den 80er Jahren flächendeckend schon Wärmepumpen/Wasserenergien zum Einsatz. Die Abkehr von fossilen Energieträgern mit Berücksichtigung der "Rechte für alle" hatte und hat enorme Förderungsmittel zur Folge um überhaupt Akzeptanz zu schaffen. Der Ausbau der Strukturen wie Wasserspeicher kommt noch dazu.

      Norwegen als reiches Land mit kleiner Bevölkerung kann sich derartige Maßnahmen, auch ohne Einschnitte, leisten. Deutschland nicht!

      • @Sam Spade:

        Diese Verkehrswende beschränkt sich auf subventionierte eAutos kaufen, Zweit- und Drittwagen. Bahn? Passiert nichts, ausgebaut werden Straßen. Wenn die ausgebaut sind, ca. 8 Jahre hinter Plan, wird Maut in einer Höhe kassiert, die langsam auch Norweger trifft. Straßenzustand sonst, naja, viel weniger Verkehr als in D, dafür hie und da harschere Gegebenheiten. Das merkt man. Was die Löhne betrifft, liegt Deutschland in Wahrheit nicht sonderlich zurück. Der Schnitt verdeckt die wachsende Kluft. Nicht jeder arbeitet auf der Ölplattform oder ist Direktor für irgendwas.



        Und Strom, die Wasserkraft, leere Staudämme werden langsam zum Standard. Strompreis fleißig subventionieren, wir haben ja Geld, statt insbesondere im Gebäudesektor mal Klimamaßnahmen zu ergreifen, wie war noch gleich zuletzt der Vergleich, für das Geld (dummerweise viel mehr als gedacht) hätte man 850000 Wärmepumpen installieren können. Flächendeckend, Standard sind e-Direktheizungen plus Holzofen - daher auch die Luftqualität in Oslo im Winter. Usw. - es ist so typisch, dass Norweger ihr Norwegen für unerreicht halten. Dabei hängt viel sehr zurück.

      • @Sam Spade:

        Ich würde empfehlen, mal darüber nachzudenken, dass wir mit ziemlicher Sicherheit aus dieser Situation nicht ohne beträchtliche Einschnitte rauskommen, jedenfalls der größte Teil der Bevölkerung nicht. Dass wir dafür tatsächlich weniger an verfügbarem Vermögen einzusetzen zu haben als Norwegen, sollten wir dringend alle verfügbare Kapazitäten erschließen und so gut wie möglich verhindern, dass die Wirtschaft weiter einbricht und/oder abwandert.

      • @Sam Spade:

        Norwegen und Deutschland sind Äpfel mit Birnen vergleichen. 1. Norwegen verfügt aufgrund des Gebirges über enormes Potential bei Wasserkraft. Die ist wesentlich zuverlässiger. Norwegen hat 5,5 mio Einwohner, ca 15 je km2. Deutschland 84mio und 225 . Kleine Länder sind anpassungsfähiger als große. Norwegen ist nicht von EU-Rechtsvorschriften betroffen, die es komplizierter machen. Norwegen verfügt über massiv Geld aufgrund von Öl.

      • @Sam Spade:

        ah Norwegen, das Land der Heuchler. Womit verdient Norwegen denn das Geld um sich diese Abkehr von den fossilen Energieträgern leisten zu können? Richtig, mit dem Verkauf von fossilen Energien, die 60-65% der gesamten norweischen Exporte ausmachen.. Eigentlich müsste man dem Geld das in Norwegen für Erneuerbare ausgegeben wird auch einen CO2 Ausstoß zuordnen, der allerdings anderso stattfindet und daher nicht umweltschädlich ist, Genau wie in D mit dem amerikanischen Frackinggas.

      • @Sam Spade:

        Aber nicht doch, es ist eine Frage des Interesses, aka "politischer Wille", jedoch nicht ein solcher, der vom Votum einer Wahl abhängig ist. Ich kann's nur immer wieder in Verwirklichung des "Bildungsauftrages" sagen: Geld ist nicht das Problem, sondern dass Regierungen von Staaten nicht (frei) handeln wollen. ..

        • @Gerhard Krause:

          "Geld ist nicht das Problem"

          Meine Eindrücke sind andere, wenn ich über Deutschlands Straßen fahre, Brücken passiere oder den Zustand vieler öffentlicher Einrichtungen betrachte.

          Denke kaum das es der politische Wille ist das Universitäten wegen Baumängeln geschlossen werden oder Bahnfahren hierzulande einem Roulettespiel ähnelt.

          Und wie bereits erwähnt, die Energiewende ist nochmal eine ganz andere Herausforderung als die Verkehrswende oder öffentliche Strukturmaßnahmen.

          Da einen Konsens zu finden der Wirtschaft und Bevölkerung keine zusätzlichen Ausgaben auferlegt und auch keine tiefgreifenden finanziellen Einschnitte bedeutet, ist bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland nicht in Sicht.

          • @Sam Spade:

            Eine bewegende Erzählung, welche natürlich Ihre Hintergrundbotschaft tragen soll. Selbstverständlich spreche ich systemisch vom Geld, aber auch - das kennen Sie doch - staatsrechtlich. Nennt sich u.a. Kreditaufnahme und Steuerrecht. .. Ferner muss sich kein Staat am Kapitalmarkt verschulden bzw die Zinsphantasien Dritter befriedigen. Es ist eine bewusste politische Entscheidung, genau wie die - wie sagten Sie in etwa - Schulen, Unis und andere Infrastruktur verrotten zu lassen, oder eben nicht auf "Erneuerbare" zu setzen. Dieses Land leistet sich nicht nur die dümmsten Debatten, sondern auch die dümmste Finanzpolitik.

          • @Sam Spade:

            @Sam Spade



            Aber ein klein wenig spielt es auch eine Rolle, welche Lobbyisten sich besser bei den gerade maßgeblichen Entscheidungsträgern in der Regierung durchsetzen - oder ?



            Es sei denn, die Lobbyisten sitzen schon direkt auf den entscheiden Ministerpöstchen...



            😉

  • Bin voll dabei! Wenn ich auf dem Weg in den Urlaub im Stau stehe, steht mit gefälligst auch Ausgleichsurlaub oder zumindest eine finanzielle Entschädigung zu! :-) Und wenn wir schon dabei sind: dasselbe bitte für den Weg zur Arbeit.

  • Das Bild mit dem Stau passt nicht.

    Angenommen die Stromnetze wären so ausgebaut, dass man alles "transportieren" kann.



    Dann bleibt immer noch die Frage wer denn den Strom verbraucht.



    Das ist eher so als ob man in einen Gartenschlauch auf einer Seite Wasser reindrückt aber auf der anderen Seite weniger ablässt. Nach kurzer Zeit platzt einem dann der Schlauch.

    Das Abregeln ist in dem Fall das einzige was übrig bleibt, wenn man nicht will das einem das Netz um die Ohren fliegt.

    So wie die Ausbau Pläne für Solar sind müssen an den entsprechenden Tagen dann ca 50% abgeregelt werden. (Sobald das Ausbauziel erreicht ist.)

    Jetzt ist einfach die Frage warum man denn dann auf das geplante Niveau ausbauen will.



    In der Nacht gibt es ja trotz Ausbau kein bisschen mehr Strom.

    Sinn macht das dann, wenn man irgendwie genug Speicher hat um am Tag Solarstrom zu speichern, um den gespeicherten Strom dann in der Nacht zu verbrauchen. Oder noch besser so im Sommer gespeicherten Strom im Winter zu verbrauchen.

    Nur wo dieser Speicher herkommen soll, das ist völlig unklar.

    • @lundril:

      @lundril



      👍 Bitte einfach einmal Kryospeicher & Kryoenergiegewinnung in die Suchmaschine Ihrer Wahl eingeben.

    • @lundril:

      Windkraft gibt es ja grundsätzlich bei Wind auch nachts. Just saying. Aber betreffend Solarstrom haben Sie sicherlich recht. Da lohnt sich die Verlegung vom Mittag in den Abend durch kurzfristige Speicherung lokal durchaus, weil der Verbrauch auch (in Grenzen) lokal gedeckt werden kann.

      Eine Stromspeicherung von Sommer in den Winter im Mega- bzw. Terawattbereich müsste aber in der Tat noch irgendwer plausibel erläutern.

    • @lundril:

      Alles völlig unklar? Genau das ist ja das Problem. Wenn man nicht anfängt, gegen einen Missstand vorzugehen, wird man auch nie den Weg finden, wie er zu beseitigen ist. Das, was es schon gibt, wird dafür nicht reichen, aber in die Entwicklung dessen, was notwendig ist, wird nicht inversitiert. Also wird man es auch nie kennenlernen.

      • @Christine_Winterabend:

        Und was genau soll der "Missstand" sein?



        Das wir es an bestimmten Tagen schon jetzt nicht schaffen den hergestellten Solarstrom zu verbrauchen?



        Dann ist doch die Forderung: Wir müssen mehr Strom verbrauchen. Die viel gelobten Norweger sind da ein gutes Beispiel: Die brauchen pro Kopf ca 4 Mal so viel Strom wie ein Deutscher.

        • @lundril:

          Als Missstand bezeichne ich, dass diese Regierung dafür sorgt, dass wir uns alle möglichen unbewiesenen Behauptungen gegenseitig auf die Köpfe hauen, weil die Verbreitung verlässlicher Informationen über einschlägige technische Entwicklungen genauso unterdrückt wird wie diese Entwicklungen selbst. Der Zweck dieser Politik ist, die gegenwärtigen Profitstrukturen zu rechtfertigen und zu sichern, statt ökologisch und sozial sinnvolle Strategien zur Energieversorgung zu entwickel und durchzusetzen.

  • In welcher seiner Rollen schreibt der Autor?



    Als früherer Chef einer Lobbybude, die sich viel zu lange gegen den massiven Ausbau von Batteriespeichern ausgesprochen hat?



    Als Oppositionspolitiker?



    Oder als Aufsichtsratsvorsitzender eines ukrainischen Energiekonzerns, der kürzlich vorgeschlagen hat dass Deutschland seine strategische Gasreserve in der Ukraine aufbaut, dessen Energiesysteme laufend Ziele der russischen Angriffe werden?

  • Katharina Reiche agiert rechts-ideologisch als Lobbyistin für fossile Energien und behindert durch komplizierte Verhinderungs- Gesetze eine zeitgemässe, unabhängige Industrieentwicklung in der BRD.

    Außerdem kann sie das Wort Technologie nicht aussprechen.

    Es mussten schon Ministerinnen für weniger gravierende Fehler ihren Hut nehmen.

    • @maria2:

      In meinen Augen handelt Frau Reiche nach physikalischen Gesetzen und eben nicht ideologisch. Man kann ein Windkraftwerk nicht mit einem Verlängerungskabel anschliessen; die Anschlusskabel müssen richtig ausgelegt sein.



      Genau hier liegt meiner nach der Fehler der Energiewende, die physikalischen Gegebenheiten wurden durch Ideologien ausgeblendet; ich finde den Ausbau der Wind- und Sonnenergie durchaus richtig, aber die Physik kann



      man nicht aushebeln.



      Zwar verstehe ich den Ansatz von Herrn Graichen mit den Autostaus, aber auch da liegt er physikalisch komplett daneben. Der Strom staut sich nicht, er wird höchstens abgeriegelt, aber er kommt nicht später an, wie ein Auto im Stau.

  • Es sollte mehr über Natrium ionen Speicher nachgedacht werden,denn das viele Lithium geht sicher nicht ohne viel Zerstörung für ausreichend Speicher abbauen. Wie könnte die Natrium Speicher Technologie hier Probleme besser lösen helfen? Natrium aus Meerwasser Entsalzungsanlagen ? wie gross müssenSpeicher sien, die für grüne Stahlproduktion - neben Hadrogen etwa - nutzbar wären ? Kreisläufe, auch um Flufzeuge zu elektrifizieren ? Viel zum nachdenken ....

    • @R.L.:

      Natrium kommt aus den niedersächsischen Salzstöcken...davon gibt es genug.



      (Siehe Kali-mandscharo)



      :-)

  • Neulich hat der Lies bei Lanz erzählt, wie VW gerade in China plötzlich mehr Autos verkauft und durch Kooperation die Innovationen auch her holen und hier ausbauen will. Das setzt eine Hyperdigitalisierung auch hier vorraus, deren Beginn als demokratisch regulierte mit den Smarmetern für die Bürgerenergie Einspeisungen + Speicherausbau bestehen könnte. Nur müssten die leute sich auch gegen die autoritäre Überdigitalisierung gleichzeitig wehren, wir wollen ja keinen Überwachungsstaat wie in China, oder eine US Version davon bei uns. Gegen die autoritäöre Variante des ulktraschnellen und zerstörerischen Ausbaus von Datenzentren wehren sie sich jetzt schon, was hier auch mit vernetztwerden sollte: Für Speicher und ausbau, aber im demokratisch-mitbestimmten autonomen Sinne ! Auch jammern sie ja ständig, dass sie zu wenig Strom für Stahlproduktion hätten, zuwenig, oder zu viel ?Smart fairteilen und regulieren !! Siehe :



    www.youtube.com/watch?v=XMNMHf5rHGA

  • Wir dürfen 'unsere' Versorgung mit Energie nicht den altbackenen Konzernen, die in fast allen Stadtwerken schon etabliert sind, überlassen, die uns weiter in Abhängigkeit lassen wollen und ihre Profite weiter generieren möchten: So ist Erdwärme eigentlich VIEL günstiger. einmal bohren, anschließen und mit wenig zusätzlicher elektrischer Energie heizen und duschen. Wärmepumpen erfordern dagegen viel mehr elektrischen Input, für das -sehr aufwändig- Leitungen verstärkt und teure Stromtrassen, die in den Händen der bisherigen Versorger bleiben, neu verlegt werden müssen. Geothermie lohnt sich oft schon für Einzelhäuser, aber noch mehr für Quartiere, Reihenhäuser und ganze Dörfer, nur eben nicht für Eon & Co und Reiches Kumpel, die um ihre Rendite fürchten, wenn wir uns kleinteiliger und auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten selbst versorgen. Eine Aufgabe für alle kommunal und gemeinschaftsorientierter denken und planen. Erdwärme ist die günstigste und CO²-freiere Versorgung, die unabhängig macht !

  • Jeder, der irgendetwas herstellt, seien es Kühlschränke, Fernseher oder Bücher, hat fast immer die Kapazität, bei starker Nachfrage die Produktion hochzufahren. Ein "abgeregelter" Betrieb ist also überall der völlige Normalfall. Nicht normal ist die Forderung, nicht nach dem bezahlt zu werden, was er tatsächlich verkauft, sondern nach dem, was er produzieren könnte, fände er denn Abnehmer dafür, oder gar die, "der Staat" oder die Allgemeinheit sei verpflichtet, ihm gegen volle Bezahlung alles abzunehmen, das ihm zu produzieren in den Sinn kommt.



    > Es muss vorher klar sein, wie oft abgeregelt wird.



    Woher leitet sich diese Forderung ab? Niemand, der zum Beispiel ein neues Automodell, ein neues Medikament oder eine neue Straßenbahnlinie entwickelt, kennt die genaue Nachfrage und den zukünftigen Absatz im voraus. Für die absurde Forderung nach staatlichen Abnahmegarantien gibt es keinen Grund und keine Parallele. Diese Garantien sind es, die Frau Reiche eindämmen will.

    • @Axel Berger:

      Die Forderung ist gerechtfertigt, da es im Stromnetz (neben Eigenverbrauch) erst mal nur genau ein Versorgungsnetz gibt, in das eingespeist wird (also ein Einkaufsmonopol), während sich dagegen das neue Medikament, das neue Auto usw an einen offenen Markt wenden. Wenn der Versorgungsnetzbetreiber bei Versäumnissen das Netz auszubauen zugleich willkürlich ohne Entschädigung abregeln kann, ist es für den Anlagenprojektierer (z.B. die Bürgerenergiegenossenschaft deren Mitglied ich bin) nicht möglich, die Wirtschaftlichkeit einer geplanten Anlage zu berechnen. Ähnlich schreibt auch Herr Graichen im Artikel: "Es muss vorher klar sein, wie oft abgeregelt wird [ich würde noch ergänzen: bzw wie entschädigt wird]. Wenn Investoren neuer Wind- und Solarparks [und großer Aufdachanlagen] das wissen, können sie kalkulieren."

      • @koretsu:

        Niemand weiß bei der Planung einer neuen Investition vorher genau, wie sich deren Erträge entwickeln. Die Stadt Köln zahlt gerade 5 Millionen an den Geschäftspartner einer Hafenentwicklung, weil ein Weiterverfolgen der Pläne noch teurer und noch verlustreicher würde. In der Privatwirtschaft ist das sehr oft genauso, nur (Ausnahme Monsanto) selten öffentlich. Ohne unternehmerisches Risiko keine erfolgreiche Wirtschaft.

      • @koretsu:

        Der Netzbetreiber kennt die Nachfrage auch nicht. Das Netz wird ja abgeriegelt, da es nicht genug Interessenten an dem Produkt gibt. Da liegt @AxelBerger schon richtig. Anders gesagt: Der Apfelbauer kann in einem guten Jahr nicht alles verkaufen, da alle anderen auch ein gutes Jahr haben und es zuviele Äpfel gibt. Zwar ist richtig, dass nicht klar ist, wer abgeriegelt wird. Aber der Grund für die Abriegelung liegt an mangelnder Nachfrage.

        • @Strolch:

          Aber auch die Landwirte bezahlen wir, damit sie Nahrungsautarkie bereitstellen (durch Außenzölle auf Lebensmittel z.B.), die Landschaft erhalten (Prämien für Flächenstilllegungen usw). Beim Apfel gibt's wohl keine direkte Ausfallprämie, bei Getreide schon (Interventionspreise). Genauso, ohne da jetzt drin zu, zeigt ja auch das Beispiel des Kölner Hafens so wie @AxelBerger schildert, dass die öffentliche Hand Entschädigung bezahlt, nachdem das Projekt ausfällt. Zurück zum Strom: Ähnlich bekommen auch die neuen Gaskraftwerke auch Geld, wenn sie grade kein Gas verbrennen, damit sie rentabel sind, um eine Kapazitätsreserve zu halten. In allen Fällen und auch bei Erneuerbaren-Anlagen gibt es trotzdem noch genügend unternehmerische Risiken: man muss ein Produkt/eine Anlage/einen Bau schon mit günstigen Materialien bauen und auch technisch in Schuss halten. Aber zuviel Risiken senken die Anreize, dass überhaupt jemand etwas machen will - bei Erneuerbaren-Anlagen wäre entschädigungsfreies und willkürliches Abregeln durch den Versorgungsnetzbetreiber ein solches Risiko. Und andersherum gesehen nimmt entschädigungsfreies und willkürliches Abregeln Anreize weg, die Netze besser zu gestalten.

      • @koretsu:

        Dasselbe gilt auch für kleine private Aufdachanlagen. Wonach soll man sich denn richten? Nach "Auweia, mein Nachbar macht sich auch eine, und dann produzieren wir viel zu viel Strom und machen Frau Reiche unglücklich?" Alle wissen, dass die Sonne nicht immer scheint und die Tage außer am Äquator unterschiedlich lang sind. Das Problem liegt ganz woanders: Die Wirtschaft wird zerstört, wenn keiner mehr weiß, wie er sinnvoll investieren kann und auf welche Randbedingungen man sich verlassen kann. Auch Stahlkonzerne können heute für sich allein weder mit fosslien Energien weitermachen noch die Energiewende in der Stahlproduktion vollziehen, wenn ringsherum z.B. Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt und Versorgung zusammenbrechen.

        • @Christine_Winterabend:

          Ich stimme Ihnen völlig zu, gilt auch für kleine private Aufdachanlagen! Da hatte ich zusehr "meine" Brille auf als ich "und großer Aufdachanlagen" schrieb, aber richtig wäre "und Aufdachlagen (allgemein)", es gilt für große und kleine Aufdachanlagen.

  • Ein Jahr hat 8760 Stunden. Spitzenströme entstehen vor allem durch Solaranlagen nur an wenigen hundert Stunden Im Sommerhalbjahr. Um diese Ströme ableiten zu können müßten Verkabelungen und Transformatoren bis auf Dorfebene verstärkt werden, obwohl diese teuren zusätzlichen Anlagen keine 10% der Zeit genutzt werden können.

    Der Bau großer zentraler Batteriespeicher Ist keine Lösung, da die zusätzlichen Kabel und Transformatoren weiterhin für die Zuleitung benötigt würden.

    Die kostengünstigste Lösung wäre, daß die Betreiber von Solaranlagen nur ein Drittel bis zur Hälfte Ihre maximalen Kapazität garantiert einspeisen dürfen. Den Überschluss müssen sie auf ihrem Gelände speichern. Sie können dann ein weiteres Drittel ihrer Stromproduktion am Abend ausliefern und das letzte Drittel am Morgen. Das Netz müßte dann deutlich weniger stark ausgebaut werden. Die Nutzungszeiträume der Erneuerbaren Energien würden sich verlängern. Die Auslastung der Netze wäre gleichmäßiger und wirtschaftlicher.

    Statt Entschädigung für abgeregelte Solaranlagen zu zahlen, sollte der Netzbetreiber die Stromabnahme auf spätere Zeiten verschieben dürfen.

  • Danke für die Fachkompetenz!



    Die ist bei der Wirtschaftsministerin offenbar nicht vorhanden .



    Kann aber auch sein, dass Sie schlichte Lobbyarbeit als ihre Aufgabe betrachtet.



    Wer eine solche Position im Land hat, sollte allerdings zum Wohle des Landes und nicht einiger Energiekonzerne handeln.



    Dass Unabhängigkeit die Maßnahme der Stunde ist, haben offenbar Alle begriffen, nur leider nicht Frau Reiche.



    In einer Zeit wirtschaftlicher Stagnation will sie einen der wenigen Wachstumsbranchen, die Regenerativen, ausbremsen.



    Das ist rückwärts gewandte Ideologie!



    Die Abwanderung unserer Industrie ist in vollem Gange. Energie aus regenerativen ist die günstigste Lösung und könnte energieintensive Branchen halten. Speicher gleich neben Windkraftanlagen oder Solarparks sind notwendig.



    Vielleicht ist es an der Zeit alte Zöpfe abzuschneiden und Jemanden mit volkswirtschaftlichem, statt vetterwirtschaftlichem Interesse im Wirtschaftsministerium zu installieren?

    • @Philippo1000:

      Vorsicht , Eigentor: der Herr Graichen ist über Vetternwirtschaft gestolpert, sie haben es also mit einem hochkompetenten Fachmann für Vetternwirtschaft zu tub

      • @Georg Sonntag:

        So, so.... Was hat er denn getan um in die eigene Tasche zu wirtschaften? Und wie steht das im Verhältnis zur engen Abstimmung der derzeitigen Ministerin mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber?



        Patrick Graichen ist nicht gestolpert. Ihm wurde ein Bein gestellt in Form einer widerlichen Hetzkampagne um den damaligen Minister zu beschädigen. Bewegt von denjenigen, die von der aktuellen Regierung/Ministerin bevorteilt werden.



        Leider sind so viele auf die damalige Propaganda reingefallen und wiederholen deren Mantra weiterhin unreflektiert.

        • @Life is Life:

          100%.



          Aber das schnallt keiner.

  • Anscheinend befürwortet Herr Graichen, dass weiterhin Strom, der nicht produziert wird, bezahlt wird. Das ist ein Unding. Plädiert Herr Graichen für höhere Redispatch- und damit auch höhere Stromkosten?



    Genau so gut könnte man Autofirmen die Autos, die sie dank Überkapazität produzieren könnten, aber wegen mangelndem Absatz nicht produzieren können, bezahlen. Sie müssen ihre Kalkulation eben dem Bedarf bzw. Absatz anpassen.



    Das Gleiche kann man von Kraftwerksbetreibern verlangen. Besonders angesichts dessen, dass Sonne und Wind angeblich die billigsten Stromquellen sind; da sollten ein paar Stunden Abschaltung doch in der Kalkulation unterzubringen sein.



    Man kann Geld nur einmal ausgeben. Geld, das für Redispatch ausgegeben wird, fehlt für den Netzausbau.

    • @sollndas:

      Geld, das endlich mal für einen konsequenten Netzausbau ausgegeben würde, braucht dann auch nicht mehr für Redispatch ausgegeben werden.







      Ein investitionsmäßig treffenderer als Ihr Auto-Vergleich wäre es übrigens jeden Tag für viel Geld im Restaurant essen zu gehen, weil die Anschaffung eines Herdes zu teuer wäre.







      Klar, Netzausbau ist teuer, Speicher sind teuer, aber wenn sie stehen, sind die laufenden Stromkosten auf Dauer bedeutend niedriger und darauf kommt es langfristig doch an. Und für phasenweise Überproduktion sollten sich vielleicht auch mal Lösungen finden lassen.







      ***







      Zu Ihrer Aussage "Anscheinend befürwortet Herr Graichen, dass weiterhin Strom, der nicht produziert wird, bezahlt wird.":







      Was glauben Sie denn, wie sich "Backup-Gaskraftwerke", die absehbar einen Großteil des Jahres gar nicht gebraucht werden, finanzieren werden? Erstens natürlich durch hin und wieder Stromproduktion, die dann aber viel teuer als aus Wind und Solar sein wird und zweitens erhalten die Betreiber über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren staatliche Garantiezahlungen (!), selbst für Strom, der nicht produziert wird.







      Und Ihr "angeblich" ist ein "tatsächlich"; leicht herauszufinden!

      • @Sisone:

        Ein Backup ist grundsätzlich und ausnahmslos von dem zu bezahlen, der es benötigt. Diese Gaskraftwerke sind unverzichtbarer Teil der solaren Stromversorgung und ihre Kosten Teil des Strompreises aus Photovoltaik. Und schon wird aus Ihrem "tatsächlich" schnell wieder ein "angeblich".

        • @Axel Berger:

          Dass Sonne und Wind in der Stromproduktion tatsächlich und nicht angeblich die billigsten Quellen sind, ist Fakt. Dass das drumherum mit Netzausbau, Speichern und Backup-Kraftwerken teuer ist, habe ich ja auch nicht bestritten. Und dass nicht nur die Photovoltaik und Windkraftwerke für nicht verwendeten oder produzierten Strom bezahlt werden, sondern auch Gaskraftwerke, ist der Punkt, auf den ich hinauswollte. Und auch für die Backup-Kraftwerke ist ein weiterer Netzausbau notwendig und man sollte nicht immer so tun, also ob es das Alleinstellungsmerkmal der Erneuerbaren ist.







          Wenn es Ihr Ziel wäre, in 20 Jahren für Jahrzehnte günstig hergestellten Strom haben wollen, würden Sie dann auch die Erneuerbaren ausbremsen, statt beim Netzausbau und Speicherinstallationen den Turbo anzuschmeißen? Sie selbst haben doch in einem anderen Kommentar darauf hingewiesen, dass Speicher sich lohnen (z.B. Pumpspeicher; aber eben auch zunehmend Batteriespeicher, für die massenhaft Netzanschlüsss beantragt wurden, aber erteilt werden), also sollten diese so schnell wie möglich ans Netz und dafür braucht es den Ausbau. Je früher, desto schneller können die Redispatchkosten abgebaut werden.

          • @Sisone:

            "...wurden, aber NICHT erteilt werden..."

          • @Sisone:

            Was zwingend dazugehört, gehört auch preislich dazu. Sonst könnte man die Preise von Verbrennungs- und Elektromotor vergleichen und den zwischen Akku und Benzintank als Problem anderer Leute auslagern. Schon wird der Elektroantrieb billig. Sie würden auch kaum akzeptieren, bei den Kosten eines Kohlekraftwerks die der Entschwefelung, Entstickung und Staubabscheidung wegzulassen.



            Man könnte natürlich auch Solar- und Windstrom ohne Lieferverpflichtung mit vertraglich genehmigten Dunkelphasen anbieten. (Für Wärmepumpen gibt es das in schwacher Form schon.) Dann könnte er wirklich billig sein. Viele Kunden würden für viele Zwecke trotzdem teurer woanders kaufen.

            • @Axel Berger:

              "...Was zwingend dazugehört, gehört auch preislich dazu..."







              Das gilt z.B. für Autos nicht.







              Die Kosten für Straßenbau und -sanierung, Parkplätze und -häuser, Autobahnen, Unfallfolgekosten, Straßenschilder, Ampeln, Gesundheitsschäden, werden nicht einmal zur Hälfte von der Benzinsteuer gedeckt.







              Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Um es nochmal zu betonen, sind mir die unmittelbaren Nebenkosten des Umbaus zu den Erneuerbaren (insb. Netzausbau) schon klar.







              Aber zu sagen, die Kosten für notwendige Gaskraftwerke sind Nebenkosten der Erneuerbaren, weil es ohne sie nicht geht, wäre vergleichbar mit der Aussage, dass sämtliche Kosten der Erneuerbaren zulasten der fossilen Energieträger gehen, weil es eben andersherum ohne die Erneuerbaren auch nicht geht.







              Der springende Punkt ist doch die Investition in die Zukunft. Steht das Netz erstmal und die Speichermöglichkeiten reichen aus, fallen jährliche Importkosten für fossile Energieträger von über 80 Milliarden zum großteils weg (lassen Sie es 50 Milliarden weniger sein), macht in 10 Jahren schon mal 500 Milliarden. Diesen zukünftigen Gewinn lassen Sie aus Ihrer Rechnung immer raus und sehen nur die unmittelbaren Kosten heute.

    • @sollndas:

      Ist es nicht so, dass für eine schwächelnde Autoindustrie auch mal eine Abwrackprämie ins Leben gerufen wird? Kümmern sich Autohersteller um Infrastruktur (jenseits von Lobbyarbeit)? Zahlt nicht die Allgemeinheit die Folgekosten für die CO2 Verklappung bei konventionellen Kraftwerken und den westlichen Anteil der Kosten für die Entsorgung radioaktiver Abfälle?



      Insofern sehe ich Abnahmegarantien für Strom als eine von vielen Subventionen, insbesondere wenn die notwendige Infrastruktur seit Jahren vernachlässigt und verzögert wird.

    • @sollndas:

      Der Unterschied zwischen Autos und Strom ist, dass Autos direkt an Millionen Kund/innen verkauft werden können. Beim Strom gibt es zwar auch einen Strommarkt, aber es sitzt das Netz eines einzigen Versorgungsnetzbetreibers dazwischen. Wenn dieser einzige Versorgungsnetzbetreiber abregelt, und das ohne Entschädigung ist, dann ist für die Kraftwerksbetreiber und -finanzierer ein Problem. Wenn die fossilen Importe bei ca 80 Mrd/Jahr und die Redispatchkosten ca 3 Mrd/Jahr sind, dann ist der Nutzen der Finanzierungssicherheit des weiteren Erneuerbaren-Aufbaus größer als die Kosten als eines möglicherweise etwas erhöhten Redispatch. (Es ist klar, dass man Redispatchthema natürlich auch parallel z.B. durch besseren Speicherausbau usw angehen sollte.) Geld was wir für fossile Importe ausgeben, fehlt halt auch für den Netzausbau.

      • @koretsu:

        Genau.

    • @sollndas:

      Nö, das Argument ist nur, das der Anbieter die Kappungen mit einpreist. Das macht die Bahn auch, mit nicht ausgelasteten Zügen. Oder ein Verkehrsbetrieb mit Bussen, die nicht voll sind. Kraftwerksbetreiber machen das heute schon, nur dass sie für die Vorhaltekapazitäten sogar direkt bezahlt werden.



      Aber Reiche meint ja dass es besser ist wenn wir weiter massenhaft LNG einkaufen, zu stark steigenden Preisen und von so berechenbaren Partnern wie USA oder Russland (ja da beziehen wir immer noch LNG).

  • Wir müssen uns unbedingt wesentlich intensiver als bisher mit Stromspeichern beschäftigen! Stromspeicher sind der Schlüssel jedes zukünftigen Ausbaus der Stromnetze. Für den Ausbau der Speicherkapazitäten müssen hinderliche gesetzliche Regelungen, die die Kosten von Großspeichern erhöhen, unbedingt beseitigt werden.

    Ich kann mich erinnern, wie eine Menge selbsternannter Experten damals über die vielleicht etwas ungeschickte Bemerkung von Frau Baerbock gelacht haben, weil sie meinte , Strom werde im Netz gespeichert. Diese selbsternannter Experten waren damals offensichtlich der irrigen Meinung, das Stromnetze ausschließlich aus Kupferkabeln bestehen, mit denen alleine Stromspeicherung natürlich schwerfällt. Stromspeicher als integralen Teil der Netzinfrastruktur zu verstehen, ist jedoch gar keine schlechte Idee.

    • @Aurego:

      Im Prinzip ja. Speicher kosten Geld und haben eine begrenzte Lebensdauer. Diese Kosten kommen zu denen für Erzeugung und Verteilung noch dazu. Würde es sich nicht trotzdem oft lohnen, gäbe es nicht schon sehr lange die Pumpspeicher. Wie so oft ist die Frage nicht "ob" sondern "wieviel" und wie fast immer gibt es dabei den Gegensatz zwischen einer quantitativen Betrachtung und Schlagwortweitwerfen.

      • @Axel Berger:

        Wie schon vorhin angedeutet, bin ich ja kein Freund des deutschen Berufsbedenkenträgertums, denn diese Zögerlichkeit und Langsamkeit ist es, die uns regelmäßig ins Hintertreffen geraten lässt.

    • @Aurego:

      ja natürlich, Stromspeicher sind eine gute Idee - im Prinzip. leider gibt es aber heute keine Speichetechnologie die die erforderlichen Mengen auch nur annähernd wirtschaftlich speichern kann. Hier die Zahlen:



      Deutschland braucht etwa 1400 GWh pro Tag. Davon werden 166 GWh von Biomasse und Wasserkraft abgedeckt. In Zeiten der Dunkelflaute haben wir tagsüber sehr wenig Solarstrom und auch sehr wenig Wind (so wie heute). Sagen wir solarstrom 50 GWh und Wind 2,3 (heute) x24 = 55 GWh. Bleiben also 1129 GWh. Eine SUV Batterie kann 100 kWh speichern und kostet 10.000 Euro. Wir bräuchten also, um auch nur einen Tag ohne konventionelle Kraftwerke und Importe auskommen zu können, Batterien im Wert von



      1129000 kWh / 100 x 10000 = 112.900.000 = 112.9 Mrd Euro. Plus Bau und Wartung. Ausserdem, soviel Lithium gibts nirgendwo zu kaufen. Und dann müssen die Batterien auch geladen werden, wir bräuchten also zusätzlich erneuerbare Energieerzeugung in großem Ausmaß. Die wir abregeln müssen wenn die Batterien voll sind. Und was passiert wenn eine Dunkelflaute 10 Tage dauert??



      Sie sehen das ist alles nicht sooo einfach wie einfach Stromspeicher zu fordern.

      • @Gerald Müller:

        "leider gibt es aber heute keine Speichetechnologie die die erforderlichen Mengen auch nur annähernd wirtschaftlich speichern kann."



        1. Das stimmt nicht. Bsp. Abu Dhabi baut mit 19 GWh den größten Batteriespeicher der Welt.



        2. Große Stromspeicher mit Lithium-Technologie sind Schnee von gestern



        3. Ist es wirtschaftlicher vorhandene Energie herunterzuregeln?

        • @Oskar Muster:

          "Ist es wirtschaftlicher vorhandene Energie herunterzuregeln?"



          Ja. Muss in jedem (auch in jedem konventionellen) Stromnetz gemacht werden. Sonst bricht es bei Spitzenlast zusammen.

        • @Oskar Muster:

          "Abu Dhabi baut mit 19 GWh den größten Batteriespeicher der Welt." ... der mit Solarstrom gespeist wird. Dieser Speicher kann in Äquatornähe täglich nachgeladen werden, da die Sonneneinstrahlung sich zwischen Sommer und Winter kaum unterscheidet. 365 Ladezyklen je Jahr heißen: Die Kosten können jährlich auf 365 Nutzungen verteilt werden.

          Hier in Deutschland kann der Speicher ab Herbst nicht mehr täglich nachgeladen werden. Erst an einem stürmischen Tag. Die mögliche Ladezyklen liegen weit unter hundert.

          Möchte man für jeden Tag im Winter Strom speichern, müßte der schon im Sommer eingesammelt werden. Das wäre ein Ladezyklus von "1". Die gesamten Kosten würden sich auf eine Nutzung im Jahr verteilen.

          Daher ist der nächste Schritt, stromintensive Verbraucher, wie Roh- und Elektrostahlfertigung sowie Chemiebetriebe in Regionen wie Abu Dahbi zu verlegen.

          Unser Energiekonzept funktioniert ab Spanien südwärts soviel besser (einfacher + billiger) als hier, daß keine Chance besteht, lange gegen solche Standorte gegenan zu subventionieren.

          Für einen Wettbewerb mit solchen Regionen hat Deutschland - geografisch bedingt- viel zu kurze Beine. Noch mehr Geld zu setzen, ändert nichts.

        • @Oskar Muster:

          Der 19 GWh Speicher in Abu Dhabi verwendet flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen LFP Speicher, also nix mit Schnee von gestern. Und mit 6 Mrd US$ ist er auch nicht gerade billig. Bei den Kosten sind die PV-Anlagen die fürs Laden gebraucht werden allerdings schon dabei. Eine 5 GW PV Anlage kostet etwa 4 Mrd US, also kostet der Speicher 2 Mrd. Meine SUV Batterien würden auch etwa 2 Mrd kosten. Die Kosten für solche Anlagen kann man nur decken wenn man jeden Tag einen Lade- und Entladezyklus hat. In Abu Dhabi ist es fast immer sonnig, so dass das der Fall ist. In Deutschland ist es jedoch nicht, so dass die Wirtschaftlichkeit selbst bei 24-Stundenzyklen (die das Problem der Dunkelflauten aussen vor lassen..) wesentlich geringer wäre. Für die Dunkelflauten bräuchte man dann noch zusätzliche Speicher mit Kosten im Billionenbereich.

      • @Gerald Müller:

        Dass es keine Speichertechnologie gebe, die die erforderlichen Mengen speichern könne, ist ein ziemlicher Unsinn. Wirtschaftlichkeit erreicht man durch Skalierung, also kein typisch deutsches kleinkariertes Denken, sondern "think big" ist angesagt.

        Folgerichtig steht der größte aktive Speicher z. Zt. in Kalifornien (wo sonst?) mit einer Kapazität von 3,3GWh (www.mortenson.com/...olar-plus-storage). In Abu Dhabi wird gerade ein Speicher mit einer geplanten Kapazität von 19GWh gebaut. Der größte deutsche hat eine Kapazität von lächerlichen 238MWh. In Sachsen-Anhalt soll einer mit 716MWh Kapazität gebaut werden.

        Aber wir sind hier ja schließlich im Land der professionellen Bedenkenträger.

        • @Aurego:

          "Dass es keine Speichertechnologie gebe, die die erforderlichen Mengen speichern könne, ist ein ziemlicher Unsinn."



          Um mal Ordnung in die Speicherdiskussion rein zu bekommen: Wie groß sind denn Ihrer Meinung nach die "erforderlichen Mengen"? Bitte einigermaßen plausible Angaben, in Terawattstunden oder so.



          Leider halten sich die Akkufans bei dieser grundlegenden Frage ziemlich bedeckt. Haben sie Angst vor den Zahlen, die da herauskommen?

          • @sollndas:

            Ich schätze den Gesamtbedarf mittel- bis langfristig z. Zt. auf 15-25TWh.

            • @Aurego:

              a) Damit und mit Wärmepumpen wollen Sie durch den Winter kommen? Viel Erfolg dabei :-)



              b) Schon damit wären wir bei Kosten von 1,5-2,5 Billionen Euro.

        • @Aurego:

          Meines Wissens sind alle diese Speicher modular aus kleinen Einheiten aufgebaut, also nicht groß sondern zahlreich, Was wir brauchen, ist das dezentrale Speichern dezentral einfallender Spitzen. Eine punktuelle Konzentration auf große Blöcke löst das Netzproblem gerade nicht sondern verschärft es.

        • @Aurego:

          Hier geht es nicht um Bedenkenträger, sondern schlicht um Zahlen. Ich nehme mal an, Sie sind kein Ingenieur oder Physiker. 3.3 GWh decken gerade mal 4.6 Minuten des Strombedarfes in Deutschland, 19 GWh entsprchend 27 Minuten. Und was kosten die Dinger? Ich habs mal nachgeschaut, 3 GWh kosten irgendwo zwischen 150 und 400 Mio Euro. Wir bräuchten 342 davon für einen Tag Speicherkapazität, das wären dann also bei durchschnittlich 300 Mio pro Speicher coole 102,6 Mrd Euro, also fast genausoviel wie ich mit den SUV Batterien berechnet hatte. Dazu kämen Solar- und Windenergieanlagen um die Speicher auch laden zu können, wobei die Anlagen dann wenn die Speicher voll sind bageregelt werden müssen und also auch wesentlich mehr Kosten verursachen. Wer soll denn das bezahlen??



          Und wieviel Sonne gibt es in Kalifornien und in Abu Dhabi verglichen mit Deutschland? Ich befürchte in Deutschland leben wir nicht im Land der Bedenkenträger sondern im Land der Wunschträumer...

          • @Gerald Müller:

            Mit Leuten, die anderen zuerst unterstellen, sie hätten keine Ahnung, rede ich ungern.



            Wenn Sie übrigens die Sonne als einzige Stromquelle identifiziert haben wollen, liegt die Ahnungslosigkeit ganz bei Ihnen.

          • @Gerald Müller:

            Bei den derzeitigen Kosten für Akkumulatoren wären Speicher für den Strombedarf einer Sommernacht ökonomisch sinnvoll, unter Berücksichtigung von Depth of Discharge (DoD), Alterung und Reserven. Die werden dann im Jahr für etwa 150 bis 200 Vollzyklen genutzt. Noch grössere Speicher würden in Sommernächten nicht mehr leer, und an Wintertagen nicht mehr voll - die zusätzliche Kapazität würde also nur für wenige Vollzyklen im Jahr genutzt.



            Windkraft erzeugt zu wenige Zyklen pro Jahr, um extra für sie Speicher zu bauen. Dagegen erzeugt Windkraft genug lange Zeiten hoher Erträge, um damit Wasserstoffelektrolyseure betreiben zu können. Moderne Windkraftanlagen erzeugen 40% der Zeit mehr als 36% ihrer Maximalleistung, wohingegen Solaranlagen in Deutschland nur etwa 15% der Zeit mehr als 33% ihrer Maximalleistung einspeisen.

          • @Gerald Müller:

            Wenn man mit SUV Batterien und Lithium rechnet, kann man die tollsten Dinge ausrechnen. Nur will niemand ernsthaft damit große Mengen Strom speichern. Es gibt, wie oben angemerkt, andere Möglichkeiten.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              In Zukunft werden wahrscheinlich eher Natrium- als Lithiumbatterien für Großspeicher verbaut werden.



              Desungeachtet ist der Lithiumpreis jedoch in letzter Zeit sehr deutlich gesunken.

              • @Aurego:

                Natürlich. Aber wer gegen Speicher wettert, ignoriert solche Tatsachen. Sonst funktioniert die fossile Propaganda nicht.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              habde leider keine dieser Möglichkeiten weiter oben gesehen, und kenne aus meiner beruflichen Praxis im Bereich Energietechnologie auch keine. können Sie das bitte erläutern?

              • @Gerald Müller:

                Das man Speicher nicht nur mit Lithium bauen kann, wurde mehrfach erwähnt. Und auch Pumpspeicher Kraftwerke wurden schon genannt.

                Worauf sonst niemand kam, ist Großspeicher aus SUV Batterien bauen zu wollen. Solche Ideen sind tatsächlich Unfug.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              "Es gibt.... andere Möglichkeiten."



              Ja, welche denn bitte? Bitte machen Sie mich schlau. Bitte mit Kosten, erforderlichen Kapazitäten, Speicherwirkungsgrad (Eisen/Luft ca.50 %), Realisierbarkeit (H2-Energiedichte).



              Ich kann das Internet und mein Gehirn ausquetschen wie ich will, ich komme immer wieder nur auf Bioenergie und E-Fuels als die am wenigsten unwirtschaftliche Variante. Wenn Sie es besser wissen, würde es mich freuen.



              BTW habe ich den Eindruck, dass die Sonne-Wind-Fans keineswegs damit rechnen, dass sie "große Mengen Strom" speichern müssen. Kopf im Sand.

              • @sollndas:

                s.o.

                • @warum_denkt_keiner_nach?:

                  Wo oben? Was Sie da genannt haben (Na-Ionenakkus, Pumpspeicher) ist völlig unzureichend.

  • >Wenn eine Investorin nicht weiß, wie oft der Netzbetreiber es ihr versagt, ihren Strom zu verkaufen, wird jedes Projekt unkalkulierbar.<

    Nein - die Kalkulation ist nur eine andere, als wenn die Abnahme garantiert wird. Strom, der am Markt nicht kostendeckend verkauft werden kann, sollte nicht staatlich gefördert werden. Es braucht Speicher-Möglichkeiten. Man sollte daher Speicher-Lösungen fördern. Das ist sinnvoller als nicht benötigte Stromproduktion zu fördern.

    • @test_name:

      So lange Deutschland noch nicht zu 100% aus Solarstrom und Windkraft versorgt wird, muss dafür gesorgt werden, dass ein starker kontinuierlicher Ausbau stattfindet. So lange noch emissionsbehaftete Kraftwerke am Markt teilnehmen, müssen emissionsarme Technologien gefördert werden. Es gibt nämlich einen menschengemachten Klimawandel (und weitere schädliche Effekte der Emissionen), nach 26 Jahre "Energiewende" könnte man das mal begriffen haben.

      • @Griffendorff:

        Auch nach 26 Jahren Energiewende zeigt sich, dass ein rein nationaler Ansatz physikalische und globale Grenzen hat. Selbst ein vollständig erneuerbares Stromsystem in Deutschland hätte keinen messbaren Einfluss auf den weltweiten Klimaverlauf, solange der überwiegende Teil der globalen Emissionen außerhalb Deutschlands entsteht und weiter wächst.

        Klimaschutz darf deshalb nicht als moralische Pflicht einzelner Staaten verstanden werden, sondern als international koordiniertes Handeln. Einseitige Vorleistungen können hohe wirtschaftliche und soziale Kosten verursachen, ohne dass der angestrebte Klimaeffekt eintritt.

        • @Zippism:

          Insgesamt steht auf der Erde 15mal so viel Windkraft wie in Deutschland allein, und 20mal so viel Solaranlagen.

          • @Griffendorff:

            Die schiere installierte Leistung sagt noch nichts über den klimarelevanten Effekt aus. Entscheidend sind die globalen Emissionen, nicht wie viele Windräder oder Solarmodule irgendwo stehen. Trotz des weltweiten Ausbaus steigen die CO₂-Emissionen weiterhin, weil fossile Energien parallel ausgebaut oder nicht ausreichend ersetzt werden.

            Genau das zeigt mein Punkt: Nationale Ausbauzahlen – auch hohe – reichen nicht, wenn sie nicht Teil einer koordinierten internationalen Strategie sind, die fossile Energieträger tatsächlich verdrängt.

            Klimawirksam ist nicht „mehr Erneuerbare irgendwo“, sondern weniger Emissionen weltweit. Ohne verbindliche globale Mechanismen, Technologietransfer und abgestimmte Rahmenbedingungen bleibt einseitiger Vorreiter-Ausbau teuer – und klimatisch nahezu wirkungslos.

  • Der Effekt ist dann hoffentlich dass die Erzeuger dann jeweils in Speicher investieren. Aus unproblematischen Materialen wie Eisen oder Salz. Dann einfach den Strom verkaufen wenn der Bedarf da ist.

    • @Gunnar Grannis:

      Ganz genau. Die Batterien kommen zwar aus China, weil Deutschland auch diesen Zug hat abfahren lassen, aber immerhin…



      Wird aber von Fr Reiche auch bekämpft.

      Energiespeicher geht übrigens auch mit Pumpspeichern. Die will aber niemand, besonders nicht im Süden der Republik, wo es die passenden Berge gäbe.



      Deshalb schicken wir den Strom halt nach Norwegen, um dort die Pumpspeicherkraftwerke zu bedienen. 😱

  • Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

    Subventionen sollen fördern, aber eben auch lenken. Das Windrad und die Solarfläche auf den Brachen in Berlin wäre zwar teurer aber wegen der Nähe zum Verbraucher subventionswürdiger als auf dem grünen Acker in Brandenburg.

    Subventionen für unverbrauchbaren (weil untransportierbaren) Strom ist doppelte Verschwendung. Schliesslich ist doch eine subventionsfreie Energieversorgung das Zeil.

  • Energie-Souveränität wie auch Gesamt-Volkswirtschaftlicher Nutzen sollten eine viel größere Rolle spielen.



    Aber auch - noch weitergehend- im Bereich Industrie: wir brauchen in Europa - nicht unbedingt in Deutschland eigene große überlebensfähige Zukunftsindustrie von PV Panels über Eisenbahn, Speicher und vor allem im Bereich IT, KI und Digitalisierung.



    Die wesentlichen Grundlienen sollten dann auch mal 2-3 Legislaturperiden halten.



    Der Atomaufstiegsbeschluss 2011 wurde parteiübergreifend mit 86,6 % zugestimmt. Da müssen wir wieder hinkommen.



    Auch in Europa.



    Die relative Klarheit und Verlässlichkeit Chinas sollte da in vielen Bereichen Vorbild sein.



    Wir brauchen langfristige Rohstoffpartnerschaften und mehr industrielle Unabhängigkeit.



    Daß wir in existentiel wichtigen Bereichen der künftigen Stromsysteme von einem Land - China - abhängig sind und über Jahre eigene Industrien haben kaputt gehen lassen bzw den Neuaufbau verhindern ist nicht nachvollziehbar!

    • @Andre Marg:

      >Der Atomaufstiegsbeschluss 2011 wurde parteiübergreifend mit 86,6 % zugestimmt. Da müssen wir wieder hinkommen.<

      Nach Ansicht von Merz - irgendwo in der gesellschaftlichen Mitte - war das ein Fehler. Die Abstimmung hätte heute wohl ein anderes Ergebnis. Atomkraft ist schlecht - aber einen Tod muss man sterben.

      • @test_name:

        Wir bekämen jedoch aus den Ländern, denen wir langfristig vertrauen, nicht so viel Uran, wie wir langfristig bräuchten. Selbst welches in Deutschland abzubauen, haben wir ja keine Lust, obwohl es noch ein paar Reserven gäbe. Das wäre ohnehin nur eine Übergangslösung und die drei letzten AKWs konnte man leistungsmäßig vergessen. Die waren nur ein Tropfen auf den heißen Stein und das Problem der Stromversorgung bliebe auch mit viel mehr AKWs, weil sich Kernreaktoren nicht nach Bedarf an- oder ausschalten lassen.

    • @Andre Marg:

      Wir brauchen langfristige Rohstoffpartnerschaften ....

      Der Meinung bin ich auch, aber das kann morgen als Vorwurf umgemünzt werden!



      Denken Sie an Merkel, Russland und das Gas/Öl. Damals in meinen Augen vernünftig, heute ein Dauervorwurf einer gewissen Klientel.