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Parteiprogramm in Sachsen-Anhalt Noch kann man die AfD verhindern

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Die AfD in Sachsen-Anhalt gibt sich so siegesgewiss wie professionell. Teile ihres ideologischen Sofortprogramms sind umsetzbar, andere indes nicht.

R undfunkverträge kündigen, noch mehr Mi­gran­t:in­nen abschieben und dafür mehr Abschiebehaftplätze und einen speziellen Arbeitsstab schaffen. Kinder von Mi­gran­t:in­nen in „Sonderschulen“ unterrichten, die Regenbogenflagge verbieten, dafür die Deutschlandfahne in Schulen hissen. Mindestens zwei Ministerien abschaffen und – natürlich – eine Kampagne #deutschdenken starten. Das sind einige Punkte aus dem ideologisch aufgeladenen 100-Tage-Sofortprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt vom Parteitag am vergangenen Wochenende.

Die in dem ostdeutschen Bundesland vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei gibt sich so siegesgewiss, als hätte sie die Landtagswahl am 6. September schon gewonnen. Das Selbstbewusstsein ist so erschreckend wie entlarvend. Denn nicht alle Vorhaben sind so leicht umsetzbar, wie die AfD das behauptet. So kann das Land nicht einfach Menschen abschieben – dieser Teil der Migrationspolitik ist Bundespolitik. Länder und Kommunen hingegen sind für Maßnahmen wie Integrationskurse, die Unterbringung von Geflüchteten, Sozialleistungen zuständig.

Möglich sind allerdings Änderungen beispielsweise im Schulgesetz, weil das Ländersache ist. Wie massiv die AfD schon im Vorfeld daran arbeitet, zeigt die Causa Max Heckel. Der Lehrer in Stendal hat sich auf die Frage eines Schülers gegen die AfD positioniert – und wurde dafür vom Schulamt abgemahnt. Angesichts eines solchen vorauseilenden Gehorsams kann man hundertfach die Brandmauer beschwören, die Menschen auffordern, nicht gegen ihre eigenen Interessen zu stimmen, die Zivilgesellschaft in die Pflicht nehmen – es kommt am Ende eben auf alle an.

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Es ist leider so, dass die demokratischen Parteien gegen die mittlerweile starke Professionalität der AfD kaum ankommen. Man muss den kleinen Parteien in Sachsen-Anhalt, die laut Umfragen an der Fünfprozenthürde kratzen, wünschen, dass sie den Sprung ins Parlament schaffen – und damit eine AfD-Mehrheit verhindern. Noch ist dafür ein klein wenig Zeit.

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Simone Schmollack

Simone Schmollack Ressortleiterin Meinung

Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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108 Kommentare

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  • Ich vermute es ist zu spät

  • Das letzte Mal als die AfD in Umfragewerten so richtig schlecht dastand, war zu der Zeit als das 9 Euro Ticket eingeführt, viele andere Ideen von Rot grün gelb angekündigt wurden ( die Umsetzung ist ein anderes Thema) und medial kaum über die Partei geredet wurde. Da war diese Partei knapp über 6 Prozent.

    Vielleicht sollte man die Frage mal rumdrehen und analysieren, zu welchen Zeitpunkten die AfD geschwächelt hat und warum?...

    Zwei oder drei AfD Bundesländer im dünn besiedelten Osten könnte Deutschland theoretisch als Demokratie schon verkraften.



    Was mir Sorgen macht ist nicht die Afd in Sachsen Anhalt, was kaum mehr Einwohner hat als die Stadt Hamburg und nach einem Wahlerfolg vermutlich nochmal deutlich an Einwohnern verlieren wird, sondern der Rechtsruck und der Opportunismus von CDU, FDP und SPD.

    Wenn weiter der AFD in ihrer Logik nach dem Mund geredet wird, dann etabliert sich irgendwann wieder ein neues altes Denken in der Politik und Bevölkerung.

    • @R. Mc'Novgorod:

      Ich glaube Ihre Erinnerung trügt. Zuminstest die Zeitreihe der Sonntagsfragen/Wahlen kann das nicht bestätigen.

      Seit 2017 war die AfD nur einziges Mal unter 10% Zustimmung und das war im Mai 2020 - wahrscheinlich aufgrund der ersten Eindrücke zur Corona-Pandemie. Unter der Ampel ist sie von 10% (BTW 2021) auf über 20% (BTW 2025) geklettert.

    • @R. Mc'Novgorod:

      Das stimmt präzise. Durch das Nachäffen der AgD durch die csdU und auch teilweise der sPD wurde, das Gedankengut der Faschos gesellschaftsfähig gemacht. Logische Folge ist, dass die Wähler*innen dann lieber gleich das Original wählen und nicht eine Partei, die die Bevölkerung mit ihren "Reformen" immer weiter verärgert....

      • @Perkele:

        Nach der Logik dürfte es nur zwei Parteien geben und neue könnten garnicht entstehen...

  • Zum Glück gibt es in Deutschland freie und geheime Wahlen. So kann eine AfD-Regierung gewählt und abgewählt werden. Tatsächlich ist die Stimmung in der Bevölkerung gar nicht überwiegend pro AfD und auch in Sachsen-Anhalt werden die AfD-Bäume nicht in den Himmel wachsen.

    • @Leo Onlin:

      Hoffentlich haben Sie Recht. Es ist Bäumebeleidigung, soviel Besserwisserei sei mir an dieser Stelle erlaubt.



      Allerdings gibt es einen Björn Höcke, der sagt, er müsse nur eine Wahl gewinnen. Das bleibt eine ernste Gefahr.

  • Es ist doch die freie Entscheidung von der Bevölkerungin Sachsen-Anhalt, ob sie weiterhin zu Deutschland gehören möchten oder vom " Rest " unseren Landes, gemieden werden möchten. Die Folgen einer übermäßigen Zustimmung durch Wahlentscheidung pro AfD, von dann folgender ausbleibender Ansiedlung von Unternehmen aus Industrie & Wirtschaft, sowie keine Touristik mehr in Sachsen-Anhalt, müssen die Bewohner von Sachsen-Anhalt doch selber tragen.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Es irritiert mich, dass es immer noch Leser gibt, die glauben die Folgen eines deutlichen AfD-Wahlsieges blieben auf Sachsen-Anhalt beschränkt, die Propaganda verfinge sich in den Landesgrenzen und im restlichen deutschen Märchenland würde alles wieder gut werden wie dereinst beim dicken Ludwig Erhard.



      Kommen die Blauen auch nur einigermaßen klar und entzaubern sich nicht binnen Jahresfrist könnte das auf die angrenzenden Länder abfärben - durchaus auch zumindest auf einige Regionen weiter westlich.



      Was die Auswirkungen auf Tourismus und Wirtschaft betrifft: Es gibt Regionen (z.B. in Sachsen) die gelten schon seit Jahrzehnten als braunes Kernland. Dass es dort seitdem keine Touristen mehr gibt wird nicht einmal in Gerüchten behauptet. Und auch Nazis essen Döner oder gehen zum arabischen Barbier... Das Kapital (sprich: Teile des Unternehmertums) hat vor 1945 beste Geschäfte mit den braunen Parteigenossen gemacht. - Die Familienunternehmer haben ja schon immer mal vorgefühlt...

  • Die AfD oder eine andere Alternative in Sachsen-Anhalt?

    Aus meiner Sicht wäre dann nur eine von den Linken tolerierte CDU/(SPD)(SW)-Regierung möglich. Ich befürchte, dass bei diesem Experiment die Unzufriedenheit mit dieser Regierung explodieren würde, nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern deutschlandweit. Dazu liegen die politischen Überzeugungen von Linken und CDU zu weit auseinander. Ich bin überzeugt, dass es keine bessere Unterstützung für die AfD geben könnte.

    Unter diesem Aspekt halte ich eine AfD-Regierung (evtl. mit SW) für "deutschlich" besser. Vielleicht erweist sich die AfD in der Regierung als rechtsextrem und unmenschlich, dann wirkt es abschreckend für moderatere Wähler bei andere Wahlen. Oder die AfD ist zu "soft", dann werden Rechtsextrene nicht begeistert sein. Auf jeden Fall muss dann die AfD Farbe bekennen. Eine Regierung ist ein Lackmustest für die AfD. Ohne diesen Test halte ich einen weiteren Aufstieg der AfD für wahrscheinlich.

    • @Black & White:

      Ja ich weiß ich schwinge damit die Nazikeule, aber haargenau diese Denkweise hat 1933 (bzw genau genommen eigentlich schon Ende 1932) zur ersten Hitler-Regierung und dann zur Machtergreifung geführt. Klar auf Reichs- und nicht auf Länderebene, aber können wir es uns in DE wirklich erneut erlauben mit solch naiver Denke Rechtsextreme in exekutive Verantwortung zu lassen?

  • Noch kann man die AfD verhindern

    Wählen gehen.

    • @Donni:

      Jawohl - wir melden uns jetzt alle mit Erstwohnsitz in SA-Land an und wählen die ab.

      • @Il_Leopardo:

        Die AfD ist überall dort besonders stark, wo es eine große Abwanderung gab. Dabei gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen Ost und West bei vergleichbaren Regionen wie im Ruhrgebiet. Hätte man mal in den letzten Jahrzehnten nur ein einziges Mal versucht den Niedergang aufzuhalten. Bei uns wurden 40 Jahre lang alle Abijahrgänge abgezogen und danach mit spitzen Zeigefinger auf die Wahlergebnisse der Verbliebenen gezeigt.

  • Ach, waren das noch herrliche Zeiten, als es in der AfD um den Euro und die EU ging. Das Thema war so schön abstrakt und niemand hat's so recht verstanden - sprich: Man konnte nicht allzu viele Menschen für diese Sache gewinnen.



    Die jetzige Generation der AfD-ler ist da schlauer: Hätte es die Ausländer nicht schon gegeben, man hätte sie erfinden müssen. Zückt ein Deutscher das Messer - Schwamm drüber! Tut ein Migrant das Gleiche: Raus mit den Messer-Männern!



    Einfach herrlich - diese Dichotomie: Deutsch = gut, Mirgrant = böse!

    • @Il_Leopardo:

      "Zückt ein Deutscher das Messer - Schwamm drüber! Tut ein Migrant das Gleiche: Raus mit den Messer-Männern!



      Einfach herrlich - diese Dichotomie: Deutsch = gut, Mirgrant = böse!"



      Ihre Schlussfolgerung ist falsch. Es geht nicht darum wer gut oder böse ist, denn beide werden vor Gericht belangt.



      Es ist nur so, dass wir den Deutschen behalten müssen, weil er nunmal unser Staatsbürger ist, wohingegen wir den Migranten nach oder während Verbüßen der Haftstrafe abschieben können, weil er eben nicht unser Staatsbürger ist.



      Was auch folgerichtig ist und so von jedem anderen Land der Welt praktiziert wird. Schwerstkriminelle Ausländer - ihr Beispiel einer Messertat ist nun mal ein schweres Verbrechen - behält kein Land der Welt freiwillig.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Mit dem Begriff "Messermänner" will man Stimmung gegen Ausländer insgesamt machen. Ist Ihnen dies etwa völlig entgangen?

  • Wer bitteschön ist "man" in Sachsen-Anhalt? Diese Partei in SA können ausschliesslich und allein alle wahlberechtigten Personen dieses Bundeslandes in ihre Schranken weisen, Sie, ich und alle Kommentare schreibenden können das nicht.



    .



    "Man" kann doch nur hoffen, dass der zuvor genannte Personenkreis sich seiner Verantwortung bewusst ist und sich vor der Wahlentscheidung gut informiert, welche der demokratischen Parteien ihre Interessen glaubhaft vertreten wird.



    .



    Lebte ich in SA, wäre das weder die AfD noch das BSW:



    .



    www.spiegel.de/wis...-b3b6-5ac10cb62fdd

    • @Grenzgänger:

      Die offizielle Abkürzung für Sachsen-Anhalt ist ST, die für Niedersachsen z.B. ist ned NS oder NN sonden NI.



      ( ISO 3166-2:DE )

  • "Möglich sind allerdings Änderungen beispielsweise im Schulgesetz, weil das Ländersache ist."

    Aber Bildung ist ein Auftrag des Bundes soweit ich gehört habe. Da hätte man noch einen Keil evtl.

    Aber so oder so: da die jetzige Regierung den Sozialstaat nachhaltig zerstört und das, wie Studien schon lange zeigen, auf die Konten der Rechtsextremen einzahlt, wäre die Frage doch eher: wie stoppen wir die cdu/csU? Denn ohne diese Wegbereiter der AfD zu stoppen, die in weiten Teilen schon genau ihre Politik umsetzen, werden wir kein Resultat erzielen, das uns die AfD vom Leib hält.

    Die "gute" Nachricht: wer von der cdU/csU regiert wird, muss nicht mehr so dramatisch viele weitere Verschlechterungen befürchten. Die Hölle ist schon da. Die Deportationslager werden schon gebaut, Asyl ist quasi unmöglich, die Umverteilung von unten nach oben in vollem Gange, demokratische NGO werden gestoppt und sanktioniert, Menschen landen für ihre politische Überzeugung im Knast (Letzte Generation). Und wir haben sie gewählt (also ich natürlich nicht).

    • @Jalella:

      Alles leider, leider vollkommen richtig und dein Verweis auf die zahlreichen AfD-Rassisten in deutschen Amtsstuben leider auch. Die fallen ja nicht am Tag der 'Machtübernahme' vom Himmel, sondern sitzen da jetzt schon und tun, was sie können - oder gerne auch noch etwas mehr.



      Faschisten können sich halt nicht nur auf die menschenverachtenden, rassistischen Wähler verlassen, sondern auch auf ebendiese Beamten.



      Ein schreckliches Beispiel ist ICE, wo von heute auf morgen plötzlich zehntausende gewaltbereite Gefolgsleute für Trumps Schlägertruppe zur Verfügung sind. Und die waren ja auch schon vorher im Stastsapperat und mussten nicht extra neu rekrutiert werden.

      • @Tiene Wiecherts:

        Einige waren schon im Staatsapparat. Aber viele wurden jetzt in der Tat neu rekrutiert. Und da wurde schon ausgewählt, wen man da haben wollte.

    • @Jalella:

      Sie sprechen von Studien, die belegen, dass der Abbau des Sozialstaates der AfD immer weiter Wähler zutreibt.

      Könnten Sie diese Studien hier einmal konkret benennen?

  • Wünschen alleine wird nicht helfen. Das Reform-Programm der Bundesregierung wird im Gegenteil wohl eher noch für geringere Stimmen bei CDU und SPD und höhere Stimmen bei der AfD sorgen. Umso wichtiger wäre, dass man die Verfassung so vorbereitet, dass die Bevölkerung Sachsen-Anhalts die AfD zumindest nach einem Jahr oder so wieder abwählen könnte, falls die Menschen im Laufe der Regierungszeit der AfD sehen, dass das dann doch nicht das war, was man wollte.



    Dazu müsste man die Verfassung von Sachsen-Anhalt nur ergänzen mit einem Zusatz, den die Verfassungen von Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen und Rheinland-Pfalz. schon haben: Die Möglichkeit, durch ein Volksbegehren und Volksentscheid Neuwahlen auch vor Ablauf der 5 Jahren herbeizuführen. So wäre gewährleistet, dass die AfD nicht 5 Jahre lang regieren kann, selbst wenn eine große Mehrzeit der Bevölkerung dies nicht mehr will.

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      " nach einem Jahr oder so wieder abwählen könnte, falls die Menschen im Laufe der Regierungszeit der AfD sehen, dass das dann doch nicht das war, was man wollte."



      Das setzt voraus, dass sie das sehen. Das bezweifle ich. Wenn sie's sehen wollten, könnten sie's jetzt schon.



      Dazu den Aufwand, den die AfD außerdem nutzen würde, um ihren Opferstatus zusätzlich zu zementieren?

  • Das frisch verkündete „100-Tage-Sofortprogramm“ des gesichert rechtsextremistischen AfD-Landesverbandes ist kein politisches Konzept, sondern der blanke Fahrplan in die Autokratie! Wer dieses Papier liest, blickt in den Abgrund. Unter dem zynischen Slogan „Alles ist möglich“ plant die rechtsextreme Führung um Ulrich Siegmund den Totalumbau unseres Staates: Die gezielte Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch die Kündigung der Staatsverträge, die rassistische Kasernierung von Migrantenkindern in völkischen Sonderklassen und die radikale Streichung von Geldern für Demokratieprojekte wie „Schule ohne Rassismus“. Das ist die brutale Absage an Pluralismus, Inklusion und Menschenwürde.



    ​Wir stehen vor einer historischen Zäsur im September. Jetzt gilt: kein Zögern, kein Taktieren mehr! Ich rufe alle Demokraten – von den Parteien über Gewerkschaften und Kirchen bis zu jedem einzelnen Bürger – zum kompromisslosen, massiven Kampf auf allen Ebenen auf. Nutzt jedes juristische Mittel, geht massenhaft auf die Straßen, klärt auf! Wir dürfen nicht zulassen, dass Sachsen-Anhalt zum autoritären Testlabor einer faschistischen Bewegung wird!

    • @amigo:

      Jup.

    • @amigo:

      "und die radikale Streichung von Geldern für Demokratieprojekte wie „Schule ohne Rassismus“. "

      Oh. Es gibt also doch Ähnlichkeiten zur Merz-CDU.

  • Man darf sich hier nichts vormachen, die CDU verprellte mit ihren sogenannten Reformen gerade massiv ihre Kernwählerschaft. Ich befürchte eher, dass in Sachsen-Anhalt die AFD bis zur Wahl noch deutlich zulegen wird. Ich denke viele CDU-Anhänger werden der Partei einen Denkzettel verpassen wollen und die Risiken dabei in Kauf nehmen, in der Hoffnung, dass dadurch die CDU zur Vernunft kommt. Wenn wir das ehrlich analysieren, wird der harte Kern, den die CDU jetzt noch hat, sicher nicht zu den Grünen oder Linken wechseln, wenn er unzufrieden ist. Und die FDP, naja.....

    • @Mr. furture:

      "Ich denke viele CDU-Anhänger werden der Partei einen Denkzettel verpassen wollen und die Risiken dabei in Kauf nehmen, in der Hoffnung, dass dadurch die CDU zur Vernunft kommt"



      Vollste Zustimmung. Die Union lässt sich von der SPD am Nasenring vorführen.



      Trotz Merz, Spahn, Söder und Dobrindt ist das immer noch SPD light Politik.



      Die vier können es einfach nicht.



      Verrat an Partei und Idealen.

      • @Astrid Sehnefeld:

        "Die Union lässt sich von der SPD am Nasenring vorführen."



        Von der SPD, die relativ bereitwillig abnickt, was gegen SPD-DNA geht?



        Wer da wen führt... offenbar ein Kreislauf der Nasenringe.

  • Ich finde es immer sehr spannend, wenn angeführt wird, manches, was die AFD plane, sei ja von der Gesetzeslage her gar nicht umsetzbar.



    Das mag stimmen und die AFD wird es auch respektieren, aber schon das Gerede darüber ist wirksam. Genauso macht es doch Donald Trump. Er weiß auch, was illegal ist und was nicht, aber bis die Gerichte etwas einkassiert haben, vergeht eben Zeit und der Eindruck der Handlung bleibt.



    Beispiel Migration. Natürlich kann die AFD nicht alle Migranten des Landes verweisen, aber was für ein Gefühl bleibt wohl, wenn die ersten 200, wenn auch illegal, ausgewiesen werden? Tausende werden freiwillig folgen und schon ist das Ziel legal erreicht.



    Das Problem in Sachsen-Anhalt ist nicht die Gesetzeslage, sondern die Straße, und da liegt die AFD weit vorne. Leider.

    • @Dirk Osygus:

      Das ist sehr richtig. Ich gehe in der Regel sogar noch weiter. Nicht die AfD in der Regierung ist das naheliegende Problem (natürlich ist das eine Katastrophe), sondern die AfD-Anhänger, die schon längst in Behörden, Ämtern, Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichten sind. Die sind nämlich auch die Exekutive, nicht nur die Regierung. Die führen schon AfD-Politik aus soweit das geht. Und das geht sehr weit. Auf einer Behörde eine Genehmigung zu bekommen wenn man die falsche Hautfarbe und/oder den falschen Namen hat, ist schwierig wenn vor einem ein glühender AfD-Rassist als Sachbearbeiter sitzt.

      • @Jalella:

        @Jalella



        Es gibt ja durchaus die Möglichkeit der wirkungsvollen Dienstaufsichtsbeschwerden...

      • @Jalella:

        Da legt man Widerspruch ein und notfalls mithilfe eines Anwalts wird man seinen Genehmigung schon bekommen, sofern der Antrag objektiv genehmigungsfähig ist. Als ob ein popeliger Sachbearbeiter mir nichts, dir nichts, machen kann, was er will.

        • @migra:

          "...Da legt man Widerspruch ein und notfalls mithilfe eines Anwalts wird man seinen Genehmigung schon bekommen..."

          Und darin sehen Sie kein Problem? Wenn ich mir z.B. als junger Türke alle zwei Jahre als nicht EU-Bürger meine Aufenthaltserlaubnis verlängern lassen muss, geht das vielleicht rein schikanebedingt nur noch mit Widerspruch und Anwalt. Jedes mal, wenn ich als Nigerianer das Haus verlasse, werde ich von einer Polizeistreife willkürlich kontrolliert und anlasslos nach Drogen und Waffen untersucht und darf dann hinterher eine förmliche Beschwerde einlegen, die im Sande verläuft.







          Auch ohne rechtliche Änderungen kann sich das gesellschaftliche Klima in Deutschland ganz schnell aufheizen. Dann brauchts nicht mehr viel, bis es kracht.

    • @Dirk Osygus:

      Noch sehr viel schlimmer ist das Beispiel, welches unser Innenminister und viele seiner csdU Kollegen abgeben. Die haben den Duktus der AgD längst übernommen und so hoffähig gemacht. Viele arbeiten auf eine Koalition mit den Faschos hin, jetzt schon. Dass Dobrindt Gesetze schlicht und einfach ignoriert und sehr bewusst dagegen verstößt - das ist AgD Politik(bestreben) und die des durchgeknallen Potus in Washington.

    • @Dirk Osygus:

      Was für ein Gefühl es wohl sein wird, wenn Krankenschwestern und -pfleger oder Altenpfleger oder Ärztinnen mit Migrationshintergrund Sachsen-Anhalt verlassen, weil sie sich nicht mehr willkommen fühlen?

      Wir sollten Deutschland froh sein über jeden, der arbeitet.

    • @Dirk Osygus:

      Das Problem geht schon vor der Wahl los. Die AFD kündigt Dinge an, die -wie Sie richtig schreiben- gesetzlich garnicht machbar sind. Aber genau wegen dieser Ankündigung werden die Sachsen-Anhaltiner die AFD wählen. Und dann liegt das Kind im Brunnen, egal was umsetzbar ist und was nicht.

    • @Dirk Osygus:

      Das Problem ist nicht die Straße, sondern das Volk als Souverän.



      Wenn der Souverän in einer demokratischen Wahl mehrheitlich die AfD wählt, dann ist das so zu akzeptieren.



      Ich zitiere Christa Schyboll:



      Das Volk benimmt sich oftmals unmöglich. Es grenzt doch schon an kriminelle Energie, was seine Unberechenbarkeit für die Politik angeht. Insofern ist es also kein Wunder, wenn Bertolt Brecht sich zu Recht darüber beklagt, dass sich das Volk das Vertrauen seiner Regierung verscherzt hat.



      Natürlich wissen wir: Das Volk ist, nun ja, sagen wir einmal, recht schlicht und einfältig. Dumm, wollen wir nicht sagen. Denn immerhin hat es uns gewählt. Aber weiß es denn, wozu es wählt und wen es wählt? Weiß es überhaupt, was und dass es wählt, wenn es denn wählt? Immerhin leben wir ja schon in der Demokratie… wo es doch schon Spuren einer Ahnung hätte aufnehmen können.

      Doch was soll`s! Wir müssen das Volk wohl nehmen wie es ist. Ein besseres Volk haben wir derzeit nicht. Und es am Ende aufzulösen und ein anderes zu wählen, wie der kluge Durchblicker Brecht es rät? … Wir überlegen noch und tagen eine Weile hinter verschlossenen Türen, ob das die Alternative ist.

    • @Dirk Osygus:

      Die Verfasser des Grundgesetzes haben für solche Fälle im Grundgesetz den Artikel 37 konzipiert. Für den Bundeszwang müssen keine Gerichte bemüht werden, es reicht die Zustimmung des Bundesrates.

      Voraussetzung ist das ein Bundesland seine Bundespflichten nicht erfüllt, Gesetze nicht umsetzt oder ignoriert.



      Konkret würde es bedeuten, dass das Weisungsrecht auf den Bund überginge, was einer Entmachtung der Landesregierung gleich käme.

      Und auch für die Durchsetzung des Bundeszwangs haben die Gründungsväter in der Verfassung das passende Werkzeug mit dem Artikel 91 GG. Das Notstandsgesetz ermöglicht sogar den Einsatz der Bundeswehr im Inland.

      Deutschland ist zum Glück nicht ansatzweise vergleichbar mit Trumps Amerika. Die AfD hat eine ganze Reihe von Punkten im Falle einer Mehrheit angekündigt, welche die Anwendung des Bundeszwangs rechtfertigen würden.

      Es dürfte also selbst im Falle eines Wahlsiegs bei kleineren symbolischen Akten bleiben, der Rest dürfte eher unter die Rubrik Getöse fallen.

      Das weiß die AfD ebenso, wie das die Anwendung des Bundeszwangs in einem Parteiverbotsverfahren münden würde.

      Die Sorge der Deutschen vor einer AfD Landesregierung verstehe ich daher nicht.

      • @Sam Spade:

        Die Bereiche Bildung, Kultur, Medien z.B. sind Ländersache. Allein damit kann man schon jede Menge Unheil anrichten, und zwar ganz legal.

      • @Sam Spade:

        "Die Sorge der Deutschen vor einer AfD Landesregierung verstehe ich daher nicht."

        Regierungsverantwortung bedeutet nicht nur, man kriegt eine Legislatur lang Gesetze mit Mehrheit durch. Da werden Posten in Ministerien besetzt, Gelder umverteilt, Strukturen verändert. Im Falle der AfD ist davon auszugehen, dass das mit wenig Zurückhaltung geschehen wird. Ganz zu schweigen von den neuen Möglichkeiten, seine Positionen zu normalisieren und noch weiter zu verbreiten.

        Das Vierte Reich wird nicht ausgerufen, wenn die Blauen eine Landesregierung stellen, aber es ist ein gutes Stückchen mehr politischer Einfluss. Darauf haben die meisten immer noch wenig Lust.

      • @Sam Spade:

        Die Notstandsgesetze erlauben zwar Amtshilfe durch die Bundeswehr, aber schon der Bundeswehreinsatz etwa gegen einen bewaffneten Aufstand ist verfassungsrechtlich mindestens mal umstritten, der Einsatz gegen eine gewählte, wenn auch autoritäre und anti-demokratische Regierung dürfte kaum gedeckt sein.



        Und auch den Bundeszwang muss man wohl für eine eher theoretische Option halten, die Gefahr, dass der Versuch die Macht unter Einsatz von Bundespolizei gegen die dortige Regierung und Bevölkerung wieder in demokratische Hand zu bekommen zu einem Bürgerkrieg eskalieren könnte wäre viel zu groß. Und selbst wenn man unterstellt, dass Bundeszwang angewandt und friedlich durchgesetzt würde, bliebe immer noch das Problem, dass der Bund dann auch Ersatz für den kompletten Verwaltungsapparat des Landes bereitstellen müsste was ebenfalls praktisch kaum möglch sein dürfte.



        Die praktischen Hürden um ein Parteiverbot auf den Weg zu bringen wären sehr viel geringer als jene für die Anwendung des Bundeszwangs, aber selbst davor schreckt man bislang zurück.

        • @Ingo Bernable:

          "aber schon der Bundeswehreinsatz etwa gegen einen bewaffneten Aufstand ist verfassungsrechtlich mindestens mal umstritten"

          Welche Verfassungsrechtler behaupten das?

          Der Einsatz der Bundeswehr im Inland in Folge eines Inneren Notstands ist ziemlich klar geregelt. Siehe Artikel 87a Abs. 4 in Verbindung mit Artikel 91 Abs. 2 GG.

          Die Einleitung eines Parteiverbotsverfahren weist wesentlich mehr praktische und besonders juristische Hürden auf, als der Bundeszwang. Ein Verbot per Gerichtsentscheid zu erwirken birgt auch immer die Gefahr des Scheiterns in sich.

          Die Bundesregierung kann zudem die Entscheidung über den Einsatz des Bundeszwangs auch an das BVerfG deligieren.

          Es geht auch nicht um Freiwilligkeit wie bei einem Verbotsantrag.

          Artikel 28 Abs. 3 GG besagt, das der Bund gewährleistet, daß die verfassungsmäßige Ordnung der Länder den Grundrechten und den Bestimmungen entspricht gemäß Abs 1, Bewahrung des demokratischen Rechtsstaats und Abs. 2, Sicherstellung der kommunalen Selbstverwaltung im Rahmen der geltenden Bundesgesetze.

          Der Bund braucht zudem auch keinen personellen Ersatz für den Verwaltungsapparat zu stellen. Es reicht das Weisungsrecht.

      • @Sam Spade:

        "Die Sorge der Deutschen vor einer AfD Landesregierung verstehe ich daher nicht."



        Ich verstehe eher nicht wie man nicht besorgt sein kann...

        Wenn der Rassimus dann "offiziell" ausgelebt wird, wenn es kein Verständnis für andere Meinungen mehr gibt, wenn die aktuell vor den beiden Wahlen betriebene Meinungsmache dann offiziell von den Regierungsparteien betrieben wird, wenn ... dann wirds bestimmt nicht besser.



        Und ob die Wähler erkennen, dass sie die Falschen gewählt haben da habe ich auch so meine Zweifel, beim Gelben im Oval Office gibt es auch (immer noch) viel Unterstützung von Wählern die eigentlich langsam begriffen haben sollten, dass es ihnen wegen ihres Verhaltens an der Wahlurne immer schlechter geht. Aber hier wie da werden lieber andere beschuldigt oder die abstrusesten Theorien entwickelt statt auf das Offensichtliche zu schauen.



        Und das was unsere Bundesregierung aktuell treibt hilft auch nicht die Menschen umzustimmen sondern bewirkt eher das Gegenteil.

      • @Sam Spade:

        Hoffentlich haben Sie Recht.

      • @Sam Spade:

        "Die Sorge der Deutschen vor einer AfD Landesregierung verstehe ich daher nicht."



        Wird es verständlicher, wenn Sie davon ausgehen, dass es zu einem solchen Bundeszwang nicht kommen wird?



        So wie beim Verbotsverfahren rumgeeiert wird, ist davon auszugehen.

        • @Encantado:

          Deutsche Schwarzseherei. Beschäftigen sie sich einmal mit den Mechanismen, wenn Länder Bundesgesetze nicht umsetzen gegen diese Verstoßen oder Gerichtsentscheide des BVerfG ignorieren. Das fällt unter zwingendes Recht und verpflichtet daher zum Handeln.

          Deutschland ist gut aufgestellt gegen die Feinde der Demokratie, selbst dann, wenn sie in einem Bundesland die Regierung bilden.

          Ein Blick in die Nachbarländer ist auch hilfreich. Selbst in Regierungsverantwortung auf nationaler Ebene haben Rechtspopulisten keine gravierende Umgestaltung der demokratischen Strukturen vornehmen können. Weder in Österreich, noch in den Niederlanden oder gar in Polen.

          Eine Verfassung setzt man nicht so einfach ausser Kraft und was ständige Verstöße gegen EU Recht bewirken, kann man am Beispiel Ungarns sehr gut nachverfolgen.

          Aber gut, war eines der ersten Grundsätze die ich während meiner Zeit in Deutschland gelernt habe "das Glas hier ist stets halb leer, nie halb voll".

          Ist halt eine reine Mentalitätsfrage und auch nichts neues, hat schon Heine darüber geschrieben.

          • @Sam Spade:

            "Das fällt unter zwingendes Recht und verpflichtet daher zum Handeln.



            Deutschland ist gut aufgestellt gegen die Feinde der Demokratie, selbst dann, wenn sie in einem Bundesland die Regierung bilden."



            Ihr Wort in Gottes Gehörgang.



            Ich gebe zu bedenken (ja, ja, die deutschen Bedenkenträger), dass zu vorhandenen Mechanismen auch Amtsträger gehören, die diese Mechanismen nutzen. Die sehe ich so nicht...



            "Ist halt eine reine Mentalitätsfrage und auch nichts neues, hat schon Heine darüber geschrieben."



            Interessant wäre, was Heine angesichts der deutschen Exzesse des 20. Jahrhunderts dazu sagen würde. Ob er immer noch denken würde, so schlimm wird's schon nicht werden? Aber das ist blanke Spekulation.

        • @Encantado:

          Das Verbotsverfahren gibt es vor allem deshalb nicht, weil die AfD sich große Mühe gibt, an einer Verbietbarkeit immer haarscharf vorbei zu hetzen. Ähnlich wird sie es mit dem Bundeszwang handhaben - immer genau so hoch in Richtung bürgerliche Verträglichkeit springen, dass man die Latte ganz knapp nicht reißt.



          Aber das hemmt auch, und in der Regierung will das AfD-Wahlvolk eigentlich ENThemmung sehen. Sie wählen die Partei ja gerade, weil ihnen das Mimimi der anderen Parteien, wie wenig man doch ändern kann, als Tarnung für bösen Willen vorkommt.



          Es KANN gut sein, dass sich die AfD in dieser Zwickmühle verliert. Aber zum Einen ist das nicht gesagt, und zum zweiten wäre es natürlich wünschenswerter, wenn ihr der Souverän schon vorher eine Absage erteilte.

          • @Normalo:

            "Das Verbotsverfahren gibt es vor allem deshalb nicht, weil die AfD sich große Mühe gibt, an einer Verbietbarkeit immer haarscharf vorbei zu hetzen."



            Auch, aber nicht nur. Es sind zunehmend Sprüche zu hören, die ein Verbot verweigern, weil man dann ja die ganzen Wähler vom demokratischen Prozess ausschließen würde und so. Unabhängig ob die AfD nun rechtsextrem ist oder nicht, das spielt dabei kurioserweise keine große Rolle.



            Nein, das Zug für Verbot ist abgefahren, und die AfD beginnt auch durchaus Hemmungen zu verlieren.



            Der Zug für ein Rückgewinnen der Wähler durch echte Politik, die Probleme löst, ist leider nicht mal bis zum Bahnsteig gekommen.



            Und der Zug für überzeugendes Personal... na ja. Fachkräftemangel.



            Es wird nicht besser werden.



            Und die Aussagen, dass man die AfD halt mal machen lassen sollte, sind ebenfalls nichts als mehr oder minder versteckte Resignation.

            • @Encantado:

              @Encantado



              Unsere demokratischen Parlamentarier hätten schon längst unser Grundgesetz❗️



              bezüglich klarer Untersagung von Rechtsextremismus, ergänzen können und die AfD, wäre schon lange Vergangenheit ❗️

            • @Encantado:

              Es ist ja auch frustrierend, wenn ein so großer Teil der Wählerschaft den Teil der Realität, der dem Narrativ der AfD widerspricht, einfach "nach links wischt" (um eine in mehrlei Hinsicht erstaunlich treffende Metapher aus dem Onlinedating-Universum zu verwenden). Da kann ich die Lust, diesen Narrativ einfach mal aus der virtuellen Meckershäre rauszuholen und im Regierungsalltag auf genau diese Realität prallen zu lassen, durchaus verstehen. Ich habe nur meine Zweifel, dass damit die Linkswischerei aufhören würde, deshalb mein Schlussabsatz.



              Und was die abwiegelnden Sprüche zum Verbotsverfahren betrifft, reden wir wohl vor allem von einem "Fuchs und die Trauben"-Phänomen: Wenn ich weiß, das mir angesichts der mauen Beweislage der Gang nach Karlsruhe höchstwahrscheinlich um die Ohren flöge, dann rede ich natürlich lieber der einzigen verfassungsgemäßen Alternative eine politische "Richtigkeit" ein als platt einzugestehen, dass mir die Hände gebunden sind.



              Es gibt sicher Leute in der Union und anderswo die - gerade im Osten - regelrechte Aufstände befürchten, wenn jetzt "die Altparteien" der AfD juristisch den Hahn zudrehen würden, aber das ist allenfalls eine Minderheit.

              • @Normalo:

                "Es gibt sicher Leute in der Union und anderswo die ... regelrechte Aufstände befürchten, wenn jetzt "die Altparteien" der AfD juristisch den Hahn zudrehen würden, aber das ist allenfalls eine Minderheit."



                Das Problem dabei ist ja, dass mit den ständigen Hinweisen, ein Verbotsverfahren wäre im Erfolg zweifelhaft, die Partei zunehmend normalisiert wird. Wenn nicht mal versucht wird, das rechte Treiben zu unterbinden, kann's ja so verkehrt nicht sein, oder so...

                • @Encantado:

                  Genau mein Reden. Deshalb versuchen die Unionsleute ja, dieses Argument nicht zu hoch zu hängen und schwurbeln stattdessen, dass das Verbot nichts brächte und man die AfD "auf dem politischen Spielfeld schlagen" müsse.



                  Nur müssten halt auch die Verbotsbefürworter (meist links der Union) mal aufhören, ständig - in augenscheinlicher Ignoranz oder zumindest sturer Fehldeutung der Rechts- und Beweislage - auf dem bisherigen Fehlen eines Verbotsantrages herumzureiten und dieses der angeblichen Duckmäuserei oder insgeheimen AfD-Affinitität der Union unterzuschieben. Wenn diese Sau jedesmal durchs Dorf getrieben wird, sobald es um die AfD geht, dann bleibt halt nichts anderes übrig, als jedemal wieder darauf hinzuweisen dass das bisherige Belastungsmaterial nunmal ganz real NICHT REICHT - egal, ob das nun ein politisch opportunes Argument ist oder nicht.

  • Hoffnung ist wichtig, leider hier unberechtigt. Ja, die Demoskopen könnten wie schon passiert die AfD zu stark projizieren, aber die Stärke der Partei ist real und nur eine charismatische Person auf der anderen Seite (ja, soweit ist es) kann der AfD Wähler abjagen.

    • @FancyBeard:

      Vielleicht würde eine charismatische Person helfen. Aber in erster Linie würde eine Politik helfen, die weniger Menschen so viel Angst vor der Zukunft machen würde.

      Diese Regierung macht jetzt gerade aber das genaue Gegenteil.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Genau so sieht aus!

  • Zitat: "....eine AfD-Mehrheit verhindern. Noch ist dafür ein klein wenig Zeit."



    ---



    Leider nicht mehr, dafür wurde an allen Ecken zu lange geschlafen.



    Die Quittung dürfte auf dem Weg sein!

    Ziviler Ungehorsam müsste dann aber die Folge sein - oder um es mit Bettina Wegner zu sagen:



    " Grade, klare Menschen, wär'n ein schönes Ziel // Menschen ohne Rückgrat, ham wir schon zuviel!"

    • @Juhmandra:

      Geschlafen ist gut. Mit der Zerstörung des Sozialstaats an aber auch wirklich allen Ecken treibt man die Menschen ja geradezu zur AfD.



      Bitte keine Frage, warum die dann nicht die Linke wählen. Das ist schwierig und nicht zu verstehen, wenn man nicht unser Mediensystem unter die Lupe nimmt. Denn Medien vermitteln Meinung und Information. Und die ist Grundlage für die Wahlentscheidung. Und wenn man clickratengeil lieber fünf Seiten über "afghanische Messermörder" macht statt über Hitnergründe und Kriminalstatistiken zu berichten, dann weiß der Journalist am Ende des Tages, was er für die AfD getan hat. Wie die Linke auch vom ÖRR behandelt und verhetzt wird, kann man im Sommerinterview mit Ines Schwerdtner vom Sonntag genau ansehen. Das war unglaublich.

      • @Jalella:

        @ Jalella



        👍👍



        Da muss ich mich einfach anschließen 😎



        Danke für die klaren Worte !

      • @Jalella:

        "Bitte keine Frage, warum die dann nicht die Linke wählen"

        Ein paar Gründe (nicht meine Meinung):

        - Linke wollen mehr Konkurrenz für Durchschnittsbürger) auf dem Wohnungsmarkt und um Ressourcen wie beispielsweise GesundheitsLeistungen (Migration)

        - Linke sprechen nicht einmal die Sprache der Mehrheit (Gendern)

        - Linke haben wenig Ahnung von der Lebensrealität durchschnittlicher Bürger. (Akademiker-Parteien)

  • Sind das wirklich plausible und tragfähige Annahmen auf die man sich wenn es hart auf hart kommt wirklich verlassen kann? Kann man wirklich annehmen, dass ein MP "Sieg Mund!" wie er wohl von seinen Anhängern gerufen wird, am Tag 1 einer Amtszeit feststellen würde, dass die Zuständigkeit für das Kernanliegen seiner Partei eine ethnisch homogene "Volksgemeinschaft" zu schaffen gar nicht bei ihm liegt und es dann einfach bleiben lassen? Oder wäre nicht eher zu erwarten, dass die sich einfach für zuständig erklären und Fakten schaffen? Etwa in Form einer ICE-mäßigen 'Spezialgruppe Rückführungen' bei der Landespolizei zu der sich dann exakt jene Polizeibeamten versetzen lassen können die ganz genau darauf schon immer Bock hatten. Was dann? Würde man Bundespolizei schicken um eine derart extra-legal agierende Landespolizei an ihrem Tun zu hindern? Nötigenfalls mit Gewalt? Oder würde man nicht doch eher einen langjährigen Rechtsweg antreten, dessen Urteile dann aber von diesen Leuten möglicherweise auch einfach ignoriert werden?

    • @Ingo Bernable:

      "Oder würde man nicht doch eher einen langjährigen Rechtsweg antreten, dessen Urteile dann aber von diesen Leuten möglicherweise auch einfach ignoriert werden?"



      Sie vergessen die schärfste Waffe unseres politischen Personals: empörte Statements und entrüstete Gesichtsausdrücke. Das wird die AfD im Zaum halten.

      *sarkasmus off*

    • @Ingo Bernable:

      "Was dann? Würde man Bundespolizei schicken um eine derart extra-legal agierende Landespolizei an ihrem Tun zu hindern? Nötigenfalls mit Gewalt?"



      Nein warum denn, Dobrindt würde es heimlich feiern und eine Mehrheit steht der Zuwanderung ablehnend gegenüber (siehe Umfrage Tagesspiegel, summiert 76%) - und die Rückführung von Straftätern nach Afghanistan begrüßen 93% laut Umfrage (siehe Fokus).



      Was die AfD in Sachsen-Anhalt vor hat, genießt über weite Strecken breite Zustimmung - gerade und vor allem in der ländlichen Bevölkerung.



      www.tagesspiegel.d...htig-15069272.html



      www.focus.de/polit..._id_260017646.html

      • @Astrid Sehnefeld:

        "eine Mehrheit steht der Zuwanderung ablehnend gegenüber"







        Eine Mehrheit steht auch Steuererhöhungen ablehnend gegenüber. Die gleiche Mehrheit will aber auch Schulsanierung, gestopfte Schlaglöcher, bessere Gesundheitsversorgung, höhere Renten, funktionierende Bundeswehr, mehr Busse auf dem Land, mehr Polizisten auf den Straßen usw.







        Eine Mehrheit, die bei einer Zeitungsumfrage mal eben etwas bekundet, hat in aller Regel nicht in tiefer Gründlichkeit rational die Vor- und Nachteile bedacht.







        Es kommt doch immer darauf an, wer wen wie fragt.







        Fragen Sie mal einen Zuwanderungsablehner, ob er möchte, dass die syrischen Ärzte und ukrainischen Pflegerinnen abgeschoben werden, auch wenn dann sein einziges erreichbares Krankenhaus schließen muss; dann bewertet er die Sache schon ganz anders, als wenn er eben diese Menschen lediglich sein "Stadtbild verschandeln" sieht.







        Ich denke, diese Mehrheit würde Maßnahmen gegen Zuwanderer nur sehr kurz feiern, bis dann das große Heulen beginnt. Jede dritte erwerbstätige Person (ca. 12,5 Millionen Menschen !!! ) in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Wo stünde Deutschland wohl ohne diese Menschen? Bei der Pseudo-Umfrage mal dran gedacht?

      • @Astrid Sehnefeld:

        Wir sollten nochmal über Demokratie reden. Aus Unrecht wird nicht automatisch Recht, nur weil eine Mehrheit es befürwortet.

        • @Klabauta:

          Die Mehrheit bestimmt aber indirekt was Recht und Unrecht, indem es Volksvertreter durch Wahl legitimiert.



          Jene Volksvertreter sind zwar nicht an den Willen der Wählenden gebunden, werden dann aber zunehmend nicht wiedergewählt werden.



          Da stehen wir gerade.



          Die Menschen suchen sich Vertreter, die ihren Willen umsetzen.



          Das passiert ja an allen politischen Ufern - viele enttäuschte Grüne liefen zuletzt auch zu den Linken über.



          Der Aderlass von SPD und Union hingegen fließt mehrheitlich gen AfD.

          • @Astrid Sehnefeld:

            "Die Mehrheit bestimmt aber indirekt was Recht und Unrecht, indem es Volksvertreter durch Wahl legitimiert."

            Wenn also die Mehrheit dafür ist, die Todesstrafe wieder einzuführen, dann machen wir das eben?

            Auch Abgeordnete sind an Gesetze gebunden, die nicht willkürlich geändert werden können, Stichwort Länder- oder Bundeszuständigkeit, und erst recht nicht, wenn sie dem GG widersprechen.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Die logische Konsequenz aus diesen Umfragezahlen wäre die sofortige Rücknahme der Ratifizierungen von AEMR, GFK und EMRK, sowie die Entsorgung zentraler Teile des GG ins Altpapier.



        Oder eben die klare Haltung, dass nicht alles was eine Mehrheit findet auch umsetzbar oder auch nur legitim ist wenn es in Widerspruch zu Verfassung und Menschenrechten steht.

        • @Ingo Bernable:

          Keine Verfassung währt ewig.



          Ein Blick in egal welches Geschichtsbuch lehrt das.



          Egal welches Land, egal welche Zeit - stetig und ständig veränderten sich Gesetze und Herrschaftsform.



          Auch das Grundgesetz wird nicht ewig währen, da hilft auch keine Ewigkeitsklausel.



          Papier und Tinte sind geduldig und austauschbar.



          Es wäre das erste Mal in tausenden Jahren Menschheitsgeschichte, dass es anders wäre 🤷



          Das sehe ich nicht

          • @Astrid Sehnefeld:

            Na dann können wir uns ja den ganzen Sch*** gleich ganz schenken.



            Ihr zunehmend nihilistischer Standpunkt macht jede weitere Diskussion überflüssig.



            Ich würde mir ein einziges Mal etwas Konstruktives von Ihnen wünschen anstelle des andauernden "Hat eh alles keinen Sinn."

    • @Ingo Bernable:

      diese Landesregierung und mit ihr die gesamte Partei werden sich sofort daran machen die Axt an die Bundesregierung zu legen. Es wird versucht werden die Bundespolitik zu boykottieren, lahm zu legen, bis Neuwahlen anstehen.



      Das Einzige, was diese Partei daran hindern würde genau dies zu tun, wären schlechte Wahlumfragen auf Bundesebene, dann wenn Neuwahlen keine Macht versprechen. Genau dieses Szenario ist aktuell absolut unrealistisch.



      Die Reaktionen der Parteien auf diese Boykottierung sind auch absehbar, Kräfte in der CDU werden versuchen nach rechts zu gehen, um "die Leute da abzuholen, wo sie stehen " (Witz lass nach!!!) die SPD wird in Untätigkeit versinken, staatstragend CDU Positionen mittragen, bis es nicht mehr geht und die Bedenkenträger, die anmahnen, diese Politik (egal was, da real kommen mag, Stichwort ICE) sei nur im demokratischen Wettbewerb zu lösen, sind jetzt schon zu hören. Die Menschen, die sich zivilgesellschaftlich exponieren, werden dies später zu spüren bekommen (hoffentlich "nur" in Form von Benachteiligungen und nichts Schlimmeren).

    • @Ingo Bernable:

      "Das Selbstbewusstsein der [AfD] ist so erschreckend wie entlarvend."



      Es wäre denkbar, dass sich das Selbstbewusstsein der AfD gerade in einem Landesverband der neuen Bundesländer auf die von Ihnen gezeigte Art entlarvt. Ein schauriger Gedanke aber gerade deshalb, weil er neben den in m Artikel geäußerten, mir jedenfalls gar nicht so unrealistisch erscheint, leider.



      Ein taktisch u. strategisch bewusstes "extra-legales" Handeln der AfD, nicht nur im Feld Migration/Abschiebung? Dumm ist man in der AfD ja nicht. Ein politisches Handeln in einer solchen Grauzone ist leider vorstellbar. Eines, dass klug mal mehr mal weniger extrem vorzugehen ersteht. Und erst ein mal Verunsicherung in Land und Bund schafft und Vorteile daraus zu ziehen weiß.



      Stützen könnte man sich auf eine Wählerschaft, die zunächst bereit wäre, Erfolge ihrer Partei abzufeiern, die erst mal für sie direkt keinen Nutzen bringen. Die Deutschlandfahne vor der Schule ersetzt fürs Erste den weiterhin bestehenden Unterrichtsausfall. Hauptsache, "die Ausländer sind raus". Ob das dann der AfD-Wählerschaft ausreichen wird, an "gefühlten" Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen, die keine sind? Es wird schaurig werden.

    • @Ingo Bernable:

      Die vermeintlich betroffenen Migranten werden das Bundesland verlassen und einer Rückführung durch den Bundesinnen gerichtlich widersprechen. Also wird es sehr viel zu tun geben für die Gerichte. Landesgerichtsbarkeit schaft nicht immer abschließende Fakten, denn es gibt noch eine höhere Gerichtsbarkeit, die letztlich landespolitischen Unfug begrenzen kann. Die AfD Aktionen werden bestenfalls das Bundesland in ein mehr oder weniger grosses Verwaltungschaos drängen und die Probleme werden noch weniger gelöst werden. die "Normalbürger" werden wegen noch weniger Arbeitskräften in Pflege u.a. noch weniger Leistungen erhalten, oder vieles selbst kostenfrei übernehmen müssen. In der Zwischenzeit kassieren die AfD-Macher Steuergeld und verteilern auch noch gleich an Verwandte, denn die "Erntezeit" ist absehbar begrenzt. Das Chaos wird nur wenige Jahre möglich sein, bis die Mehrheit der Betroffenen aufwacht und bei der nächsten Wahl wieder eine neue politische Farbe wählt die etwas schönes verspricht, oder noch weniger zur Wahl gehen werden.



      So zerfällt unsere Demokratie in Raten in den nächsten Jahren auf kosten unserer Kinder, denn es gäbe viel zu tun für eine bessere Zukunft für sie.

      • @Sonnenhaus:

        "Die AfD Aktionen werden bestenfalls das Bundesland in ein mehr oder weniger grosses Verwaltungschaos drängen und die Probleme werden noch weniger gelöst werden."



        Und wer ist Schuld dran? Die Altparteien, die von außen alles sabotieren. Deshalb glaub ich auch noch nicht unbedingt daran, dass "die Mehrheit der Betroffenen aufwacht".



        "...und bei der nächsten Wahl wieder eine neue politische Farbe wählt die etwas schönes verspricht, oder noch weniger zur Wahl gehen werden."



        Das schon eher.

  • Viele AfD Wähler lieben diese Frau. Ruth Moschner, kein Fan der AfD, postet auf Instagram:



    "Ich weiß, dass mir hier viele folgen, die die AfD wählen. Ich verstehe die meisten so, dass ihr diese Partei wählt, weil sie euch Versprechungen für ein besseres, günstigeres Leben macht. Mehr Rente, bezahlbare Lebensmittel, Sicherheit, etc.



    Ihr nehmt dafür rassistische, antisemitische, menschenfeindliche Pläne in Kauf. Soweit eure Entscheidung.



    Was die AfD nie beantwortet, ist, von welchem Geld sie all das bezahlen will.



    Das Vorhaben ist schlicht finanziell nicht realisierbar. Alle Zahlen lassen sich widerlegen. Wer garantiert euch, dass ihr nicht die nächsten seid, die die AfD loswerden möchte. Menschenfeinde hassen Menschen. Dahinter steckt keine Logik. Und vor allem keine Garantie für Eure Sicherheit.



    Auch ich bin entäuscht von den demokratischen Parteien. Auch ich glaube, das intern hier nicht alle demokratisch handeln.



    Menschenhass und Ausgrenzung werden aber niemals Wohnraum schaffen, sondern Krieg und Elend. Lasst euch nicht verarschen von einer Partei, die ein altes System hochhält. Lasst uns lieber gemeinsam etwas Neues entwickeln. Als Gemeinschaft!"

    Vielleicht hilft es etwas.

    • @Andreas Flaig:

      "Ihr nehmt dafür rassistische, antisemitische, menschenfeindliche Pläne in Kauf. Soweit eure Entscheidung"



      ... sehr richtig.



      ... und als Zusammenfassung — ein ethisch, moralisch vollkommen verrottetes Parteipersonal. In großen Teilen korrupt und einem scheelen Blick auf die zu erwartende Staatsknete. Eine Wählerschaft deren größter gemeinsamer Nenner Hass, Neid und Missgunst ist — gewürzt mit den Pöbeleien, um aus der missgünstigen Seele Druck abzulassen.

      • @Fritz Müller:

        Genauso ist es.



        Und ihre Wählerschaft läuft zur Wahlurne um die Partei anzukreuzen, von der sie letztendlich selbst zermürbt werden.



        Da fällt einem nichts mehr ein.

  • Sollen das Trostpflaster sein, ihre Worte? Wenn CDU/CSU weiterhin den Verbotsantrag verweigern, dann machen sie sich mitschuldig an allem was dann kommt.

  • Welches 100 Tage Programm ist denn bitte nicht ideologisch aufgeladen?🤷



    Ausgerechnet da wo die AfD sich verhält wie alle anderen Parteien seht ihr ein Problem?



    Was wollte denn Merz in den ersten 100 Tagen erreichen? Stichwort Herbst der Reformen... - mittlerweile laufen wir auf den zweiten Herbst der Reformen zu und es ist immer noch nichts passiert...



    Auch die Ampel wollte ALLES anders machen und endete nach dreieinhalb Jahren mit ziemlich wenig...



    Im Ankündigen sind alle Parteien groß.



    Beim Umsetzen hingegen versagen sie alle seit langem.



    Und ich sehe wenig Gründe, warum die AfD da besser sein sollte - denn wie es der Artikel schon sagt: vieles davon ist eh nicht umsetzbar.



    Den Bürgern wird schnell ein Licht aufgehen, dass die schulischen Leistungen sich nicht ändern, ob da n Regenbogen, die Deutschlansfahne oder Sponge Bob vom Mast weht. Auch mehr Lehrer kommen dadurch nicht.



    Die AfD kocht auch nur mit Wasser.



    Am Beispiel BSW hat man sehr schön gesehen wie man mit Maulhelden umzugehen hat. Mitspielen lassen und entlarven. Thüringen, zack waren sie wieder bei 5%.



    Lasst die AfD machen. Der Fehler ist, sie so lange vom Trog gehalten zu haben.



    Fett ist sie nur wegen der Brandmauer

    • @Astrid Sehnefeld:

      "...Auch die Ampel wollte ALLES anders machen und endete nach dreieinhalb Jahren mit ziemlich wenig..."







      - Maximale Beschleunigung der Energiewende



      - Krisenmanagement Energie zum Beginn des Ukrainekrieges (kein kalter Winter)



      - 49-Euro-Ticket



      - Erhöhung des Mindestlohns



      - Wohngeld-Plus



      - Kinderzuschlag und BAföG-Reform



      - Cannabis-(Teil)legalisierung



      - Abschaffung Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche



      - Wahlalter 16 bei Europawahlen



      - Sondervermögen 100 Milliarden Euro Bundeswehr



      - Fachkräfteeinwanderungsgesetz



      - Gebäudeenergiegesetz

      Muss man nicht alles gut finden. Aber die haben nicht lange auf der faulen Haut gelegen und tatsächlich Dinge auf den Weg gebracht.







      Mit Reiche statt Habeck wären wir im Winter wahrscheinlich erfroren. Habeck, der "schlechteste Wirtschaftsminister aller Zeiten" hat mit viel Realismus und Tatkraft Dinge auf den Weg gebracht, Ideen geliefert, Probleme gelöst. Und das bei noch nicht komplett ausgestandener Corona-Krise und beginnendem Ukrainekrieg und trotz gelber Opposition als Koalitionspartner. KEINER aus der jetzigen Regierung kann da mithalten. Nicht umsonst geht der Spruch "Habeck hatte Recht" viral. Die Alternative ist grün und nicht blau!

    • @Astrid Sehnefeld:

      Es ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wird die AfD sich ziemlich schnell inhaltlich ad absurdum führen, andererseits kann sie auch im Scheitern viel Schaden anrichten. Dann bleibt noch die Frage, ob die Wähler der AfD sie nur deshalb wählen, damit es allen Anderen nur ja auch schlecht gehen soll und sie sich nicht dafür interessieren, dass es ihnen wirklich besser geht.

    • @Astrid Sehnefeld:

      "Beim Umsetzen hingegen versagen sie alle seit langem.



      Und ich sehe wenig Gründe, warum die AfD da besser sein sollte - denn wie es der Artikel schon sagt: vieles davon ist eh nicht umsetzbar."



      Es sei denn man tut es einfach, ohne sich um Rechtmäßigkeit oder so zu scheren. Und genau da dürfte sich die AfD von den anderen unterscheiden (wobei Dobrindt es ja sogar vormacht).



      Umsetzbar? Pfeif drauf.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Der Fehler war, dass sie nicht regiert hat, als die Partei noch gemäßigter war, da wäre sie mit der Realität kollidiert, jetzt ist es eine NPD 2.0, an den wichtigen Position sitzen rechtsradikale Ideologen, da wird nichts an der Realität zerschellen und abwählen, lassen sich die Leute auch nicht mehr freiwillig.



      Wo ist diese Partei in Thüringen bei 5% ?

      • @nutzer:

        Da meinte ich das BSW.



        Hat doch hervorragend geklappt.

    • @Astrid Sehnefeld:

      "Lasst die AfD machen" ist ein Satz, den man sich erlauben können muss, den sich aber nicht Jede*r erlauben kann.

      Migranten / Geflüchtete / Queers in erster Linie, aber auch alle, die dem Gedankengut der AfD kritisch gegenüber stehen, könnten das demnach etwas anders sehen, weil sie zu den ersten Leidtragenden ihrer Politik gehören würden.

      "Der Fehler ist, sie so lange vom Trog gehalten zu haben."



      >> Wie hätte sie denn vorher regieren sollen mit 10 % oder 20 % Stimmenanteil? Als Juniorpartner der CDU? Erst aufgrund massiver Zustimmung bei einer Wahl bekommt sie (wohl oder übel) einen Regierungsauftrag.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Man sollte nicht übersehen, dass das ein Konzept ist das reale Opfer haben würde.



      Und man sollte auch nicht übersehen, dass es das Risiko irreversibler Entwicklungen und dauerhafter Schäden am politischen System birgt.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Lasst sie machen? Das hat Franz von Papen '33 auch gedacht...

  • Die Probleme in Sachsen-Anhalt sind zum einen die totale Überalterung der Gesellschaft und die hohe Arbeitslosigkeit. Wenn überhaupt, sollte sich die AfD darum kümmern und nicht um die Beflaggung der Schulen und die Ausländer, deren Rate ohnehin nur halb so hoch ist, wie die in anderen Bundesländern.



    Merken die Menschen dort eigentlich nicht, wie sie durch die AfD verarscht werden?

    • @Il_Leopardo:

      "Die Probleme in Sachsen-Anhalt sind zum einen die totale Überalterung der Gesellschaft und die hohe Arbeitslosigkeit."



      Zahlen aus 2024:



      Jüngstes Bundesland, Hamburg, 42,2 Jahre, bundesweiter Schnitt 44,2 Jahre, Sachsen-Anhalt 48,3 Jahre.



      Tatsächlich sind nur die drei Stadtstaaten und Baden-Württemberg unter dem Bundesschnitt, der Rest drüber.



      Sachsen-Anhalt ist teils nur Monate älter als andere Bundesländer, auch nur 2 Jahre mehr als das Saarland oder Schleswig-Holstein...🤷



      Zwei Jahre Unterschied ist keine "totale Überalterung."



      de.statista.com/st...ch-bundeslaendern/



      Bei der Arbeitslosenquote liegen Sie völlig falsch. Da führen mit Abstand die drei Stadtstaaten, selbst Hamburg hat eine höhere Quote als Sachsen-Anhalt...



      Überhaupt liegt Sachsen-Anhalt auch in Bezug auf Arbeitslosigkeit nur marginal vor den restlichen neuen Bundesländerm, teils im 0,x% Bereich...



      Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein - haben alle nur 2% weniger als Sachsen-Anhalt.



      Ich glaube Sie und überhaupt viele im linken Milieu dichten sich was über Sachsen-Anhalt zusammen.



      So viel anders ist dort die Lage nicht.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Man kann die Sache auch statistisch so drehen, wie es zur eigenen Interpretation passt.







        Wie wärs z.B. damit:







        - Die zweitniedrigste Quote an Erwerbstätigen im Verhältnis zur Einwohnerzahl ( nur 46% ! ) hat Sachsen-Anhalt. Nur Brandenburg liegt noch knapp darunter. Bundesdurchschnitt liegt bei 55%. Spitzenreiter Hamburg bei 73%.







        - Die 5 höchsten Durchschnittsalter der Bundesländer sind: Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Brandenburg, Sachsen; alle neuen Bundesländer! So zu tun, als ob das Einfluss auf gar nichts hat, ist unlogisch.







        - Das Durchschnittseinkommen in Sachsen-Anhalt liegt rund 10.000 Euro unter dem Bundesdurchschnitt und 16.000 Euro hinter Hamburg. Zusammengenommen arbeiten im Vergleich zu Hamburg ein Drittel weniger Menschen zu einem um ein Drittel geringeren Lohn. Das macht gesamtwirtschaftlich ein ganze Menge aus.







        Wir können auch über Vergleiche bezüglich Ärztedichte, Geburtenquote und den ÖPNV sprechen und an jedem einzelnen Punkt können Sie weiter so tun, als ob die unterschiedlichen Lebensbedingungen marginal wären.







        Sind sie aber nicht.

    • @Il_Leopardo:

      Für Encantado und Carsten S.:



      Der gesichert-rechtsextreme Ulrich will ja Arbeitnehmer zu Hauf nach Sachen-Anhalt zurückholen. Meint er damit die Ärzte und Zahnärzte, die in die Schweiz gegangen sind, weil sie dort mehr Schotter machen können oder etwa diejenigen, die in irgendein exotisches Land ausgewandert sind, weil sie es hier nicht geschafft hatten.



      Ich lach' mich tot. Als Großhandelskaufmann sollte er besser wissen, mit welchen Zahlen man rechnen kann und mit welchen nicht. Alles nur populistisches Geschnatter.

      • @Il_Leopardo:

        "Als Großhandelskaufmann sollte er besser wissen, mit welchen Zahlen man rechnen kann und mit welchen nicht. Alles nur populistisches Geschnatter."



        Korrekt. Und wirkt.

    • @Il_Leopardo:

      "Überalterung der Gesellschaft und die hohe Arbeitslosigkeit. Wenn überhaupt, sollte sich die AfD darum kümmern"



      Die wissen genau, dass damit kurzfristig nichts zu holen ist. Und deswegen tun sie's auch nicht. Sind ja eh die Altparteien schuld.

    • @Il_Leopardo:

      Wenn zu der Überalterung noch Pflegebedürftigkeit hinzukommt, bin ich gespannt, wie die AfD das ohne Menschen mit Migrationshintergrund lösen will.

      Ich wünsche Herrn Siegmund und seinen Wählern jetzt schon viel Spass,

      • @Carsten S.:

        "...bin ich gespannt, wie die AfD das ohne Menschen mit Migrationshintergrund lösen will."



        Einfach. Ausländer sind dann keine vollberechtigten Staatsbürger, sondern werden zwangsweise rekrutiert. Damit können Rassisten erfahrungsgemäß prima leben.

        • @Encantado:

          Wie soll das gehen?



          Eine AfD-Landesregierung kann nicht das Grundgesetz ausser Kraft setzen.



          Ausländer sind übrigens Ausländer und waren noch nie vollberechtigte Staatsbürger (ausser im Land ihrer Staatsbürgerschaft.).



          ... und packen Sie die Rassismus-Keule bitte wieder ein.

          • @Carsten S.:

            "Eine AfD-Landesregierung kann nicht das Grundgesetz ausser Kraft setzen."



            Kann sie nicht? Und wenn sie's doch tut? Was dann?



            "packen Sie die Rassismus-Keule bitte wieder ein."



            *gacker*



            Im Zusammenhang mit der AfD?



            Ist das jetzt gelebter Dadaismus?

    • @Il_Leopardo:

      "Merken die Menschen dort eigentlich nicht, wie sie durch die AfD verarscht werden?"



      Die AfD hat noch nie regiert. Verarscht wurden die Menschen bisher nur von allen anderen Parteien.



      Es ist nicht die Schuld der AfD, dass Merz großkotzig erklärt hat, es reiche ein Herbst und alles wäre wieder im Lot.



      Die AfD kann auch nichts dafür, dass die Ampel zuvor so vieles versprach und so wenig lieferte...



      Die AfD kann auch nichts dafür das Merkel meinte "wir schaffen das" und dann jahrelang nichts auf die Kette brachte das wir es schaffen...



      Ich gehe völlig mit Ihnen konform, dass die AfD mutmaßlich nichts besser machen wird - aber die hohe Politikverdrossenheit, die haben allein alle Regierenden von Union bis Die Linke zu verantworten🤷

      • @Astrid Sehnefeld:

        "Die AfD kann auch nichts dafür das Merkel meinte "wir schaffen das" und dann jahrelang nichts auf die Kette brachte das wir es schaffen..."

        Es ärgert mich, dass das wieder und wieder behauptet wird. Auch wenn es hie und da geruckelt hat und noch lange nicht alles wunderbar ist, so haben wir es doch geschafft und sollten stolz darauf sein.



        Es gibt keine vollen Turnhallen mehr, es sind auch keine Slums entstanden, die meisten Geflüchteten sind inzwischen gut integriert und gehen einer geregelten Arbeit nach.



        Natürlich ist immer noch Luft nach oben, aber anstatt die immer wieder gleiche Schwarzmalerei zu betreiben, sollte man lieber daran arbeiten, dass das, was noch nicht gelungen ist, angepackt wird.



        Stattdessen langweilen sich auf Herrn Dobrindts Geheiß Bundespolizisten gesetzwidrig an den deutschen Grenzen, um das verhetzte Volk ruhigzustellen. Wie man weiß, vergebens.

        • @Klabauta:

          Stimme Ihnen in allen Punkten voll zu.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Das stimmt. Die Afd hatte bislang noch keine Gelegenheit, zu beweisen, dass sie es besser kann. Aber schon das, was die in den ersten 100 Tagen machen wollen, lässt ahnen, dass es ein absolut inkompetenter Haufen ist. Nach wie vor nur Sprüche zum "Deutschtum" und zur Migration. Nichts Substanzielles. Das meinte ich, als ich schrieb, dass die Anhängerschaft doch merken sollte, dass die Nichts zu bieten haben. Wenn ich dort als junger Mensch lebte, würde ich nach einem Sieg sofort meine Koffer packen und "rüber in den Westen machen".

  • Letztlich entscheiden die Bürger:innen in Sachsen - Anhalt, wie extrem sie gerne in Zukunft regiert werden möchten. Die Fakten liegen schon lange auf dem Tisch, scheinen aber eine recht große Anzahl der Wahlberechtigten nicht zu stören. Wenn eine so große Minderheit, oder vielleicht sogar die Mehrheit eine so extreme Alternative wünscht, muss man in einer Demokratie wohl damit leben. Die Wähler der AfD sollen nur bitte nach der Wahl nicht jammern, wenn es dann wirklich so wird, wie zu befürchten ist.

    • @vieldenker:

      "Die Wähler der AfD sollen nur bitte nach der Wahl nicht jammern, wenn es dann wirklich so wird, wie zu befürchten ist."



      Zuerst werden deren Nichtwähler zu jammern haben. Und wenn es an die Wähler geht, sind erstere nicht mehr zu hören.



      Wie war das? 'Als sie dich holen kamen, war niemand mehr da, um zu protestieren'. Brecht, glaub ich (sinngemäß).