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27.09.2026 , 22:59 Uhr
Richtig Die Aussage bezieht sich auf die Regelung zwischenmenschlicher Beziehungen, nicht Fragen wie die Kontrolle von Unternehmen. Gute Beziehungen werden im Alltag ausgehandelt, können nicht verordnet werden In seinem neuesten Buch („Misstrauensgemeinschaften“) über Extremismus und was dagegen hilft, empfiehlt El-Mafaalani Vertrauen statt Kontrolle. Wenn der Staat das Vertrauen seiner Bürger wolle, müsse er diesen auch vertrauen.
zum Beitrag27.09.2026 , 20:15 Uhr
Der Brite Goodhart verwendet in seiner Studie über den Aufstieg der Rechten („The Road to Somewhere“) anschaulichere Begriffe als die Amerikaner mit „PMC“ oder Reckwitz mit „alte/neue Mittelklasse“: „Anywheres“ sind die mobilen Akademiker:innen (pro Globalisierung, pro offene Grenzen, mobil und in jeder Großstadt zu Hause), „Somewheres“ diejenigen, denen zwischenmenschliche Beziehungen zu Familie, Nachbarn, Freunden, überschaubare Gemeinde etc. wichtig sind. Eigentlich ist das positive: Menschen, denen vertraute stabile zwischenmenschliche Beziehungen wichtig sind. Die Sozialdemokratie von Willy Brandt und Gerhard Schröder (Sohn einer alleinerziehenden Arbeiterin) hat noch deren Sprache gesprochen . Die heutige „linke“ Sprache stammt aus einem anderen Universum. Mir haben die Bücher von Goodhart ( über die Welt der beziehungsorientierten „Somewheres“, s.o.) und das Buch von Maria-Sibylla Lotter („Opfer“)(auch in der taz besprochen) über die Sprache der Linken in der Spätmoderne gezeigt, welche Lücke die Rechten ausfüllen. Die meinen das nämlich wirklich ernst mit „Gemeinschaft“, Familie, „Liebe“ etc.. Wir verlieren ohne Antwort auf „Einsamkeit“ , „Atomisierung“ und „Sinnkrise“.
zum Beitrag27.09.2026 , 00:47 Uhr
Dieser Text stellt die entscheidenden Fragen! Die AfD präsentiert sich derzeit als Partei der „Liebe“, der Familie, der guten Nachbarschaft, der Gemeinschaft, und feiert fröhliche Dorffeste, auf die jeder, der dazugehören möchte, gerne geht. Was bietet die Linke? Reckwitz nannte unsere schöne neue Welt „Gesellschaft der Singularitäten“, gemeint sind isolierte Einzelmenschen, denen die Maximierung einklagbarer „Rechte“ wichtig ist. Kann man es Menschen verdenken, dass sie zwischenmenschliche Beziehungen einem juristischen Denken vorziehen? El-Mafaalani schrieb, Gesetze sind „Leitplanken“. Ein Zuviel an Gesetzen zerstört den sozialen Zusammenhalt.
zum Beitrag28.07.2026 , 14:36 Uhr
Erfolgreiche Integration bedeutet, dass alle am Tisch sitzen, alle mitreden, kein Thema unterdrückt wird und alle sich zugehörig fühlen. Sowohl die UN-Charta der Menschenrechte als auch unsere Verfassung garantieren das öffentliche (!) religiöse Bekenntnis, einschließlich Worte wie „Sünde“ oder „haram“. Bitte denkt daran: Für die meisten Menschen dieser Erde ist Religion ihre zentrale „Identity“. Nordamerika und Europa sind ein Sonderweg. Mit globaler Migration kommt diese Welt nun zu uns. Heißen wir sie willkommen, auch wenn sie manchmal Sätze sagen, denen man absolut nicht zustimmen kann. Wer sich nicht zugehörig fühlt, sucht sich woanders seine Gemeinschaft. Zum Beispiel bei Islamisten. Besser, wir akzeptieren auch abweichende Meinungen als Teil unserer Gesellschaft.
zum Beitrag28.07.2026 , 13:38 Uhr
Hass auf Religion ist genauso zerstörerisch wie Hass auf Queere. Gelungene Integration bedeutet nicht, dass alle gleich sind. Sondern dass alle gleichberechtigt am Tisch sitzen (Aladin El-Mafaalanis Tisch-Metapher), alle mitreden dürfen und alle Themen auf den Tisch kommen. Konflikte sind völlig normal und ein Zeichen für gelungene Integration. Themen zu unterdrücken kann gefährlich werden. Eine offene Gesellschaft umfasst alle: Queere Menschen ebenso wie ihre religiösen Nachbarn (oder Mitschüler:innen, Kolleg:innen), die in queerem Leben eine Sünde oder haram sehen. Sowohl die UN-Charta der Menschenrechte als auch unsere Verfassung garantieren das öffentliche (!) Ausleben religiöser Bekenntnisse. Wenn Lehrer:innen religiöse Einstellungen und Äußerungen ihrer Schüler.innen nicht ebenso akzeptieren wie queeres Verhalten, treiben sie Religiöse in die Radikalisierung. Bitte denkt daran: Für die meisten Menschen auf dieser Welt ist ihre Religion die wichtigste Identität. Nordamerika und Europa sind eine große Ausnahme. Mit globaler Migration kommt diese Welt zu uns. Wenn wir diese Menschen nicht gleichberechtigt willkommen heißen, wenden sie sich ab und können gefährlich werden.
zum Beitrag22.03.2026 , 23:30 Uhr
Frage: Ich verstehe nicht, warum die Opfer sich vom Strafrecht Hilfe erwarten. Strafbar ist in einem Rechtsstaat immer nur etwas, was im Gesetz genau benannt wird. Das Strafrecht kommt damit systematisch immer viel zu spät angesichts der rapiden technischen Entwicklung. Viel einfacher ist es doch, seinen Schaden zivilrechtlich gelten zu machen. Warum wird auf diese Möglichkeit nicht hingewiesen?
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