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live +++ GenZ regelt +++Und dann geht’s doch noch ab: Pyro, Barrikaden, Polizeigewalt

Zehntausende demonstrieren für eine bessere Zukunft – mehrheitlich friedlich. Am Abend fliegen an einzelnen Orten Pyros und Flaschen, die Polizei greift an und verletzt einige Demonstrierende.

18.25 Uhr: Der taz-Ticker schließt

Wir danken allen fürs Mitlesen und schließen den Ticker für heute. Morgen geht's auf taz.de mit ausgeruhten Analysen zu GenZ regelt weiter. (lol)

18.00 Uhr: Polizei verletzt Demonstrierende in Frankfurt

In Frankfurt am Main ist die Stimmung hitzig. Die Polizei geht auf Demonstrierende los, angeblich wegen Pyro. Dann fliegen Böller auf die Polizei, diese setzt Gewalt ein. Es gibt mindestens zwei verletzte Demonstrierende, darunter eine Kopfverletzung. (cay)

17.40 Uhr: Kleines Kesselchen

Nachdem die Polizei auch eine neu angemeldete Kundgebung aufgelöst hat, will sie nun die Ludwigsstraße räumen. Dabei kesselt sie etwa 50 überwiegend sehr junge De­mons­tran­t:in­nen ein. Kurz darauf werden dort die letzten Rauchtöpfe gezündet. Drum herum stehen noch circa 200 Protestierende, die sich mit antifaschistischen Sprechchören solidarisieren. Dem Kessel wird vom Polizeilautsprecher erneut angeboten, sich zu entfernen. Doch erstmal passiert nichts. (tk)

17.30 Uhr: Rund 10.000 demonstrieren in Hamburg

In Hamburg verläuft es sich langsam. Auf dem Steindamm stehen noch Demonstrierende mit Polizei. Vereinzelt knallen Böller. Die Ver­an­stal­te­r*in­nen sprechen von mehr als 10.000 Teilnehmenden. Die Sprecherin der Demo zeigt sich zufrieden: „Es wurde geschafft, der generellen Unzufriedenheit eine Bühne zu bieten.“ Es habe mehrere Festnahmen gegeben, darunter einige willkürliche, verletzt sei niemand. (ak)

17.30 Uhr: In Berlin formiert sich eine neue Demo

In Berlin startet die zweite angemeldete Demonstration mit dem Namen „Gen Z hat genug“ am Rosenthaler Platz. Hier soll es härter zur Sache gehen, erwartet wird mehr „Aktionismus“. Die Polizei setzt schon die Helme auf. Ursprünglich ging sie von 500 Teilnehmenden aus, aktuell schätzt sie deren Zahl auf 300. Diese Demonstration hat nicht „Gen Z regelt“ organisiert. Angemeldet hat sie eine Privatperson. Dazu aufgerufen hat das Offene Rote Treffen Berlin (ORT) auf Instagram. Die Polizei ist mit ungefähr 1500 Beamten da und hat „alle zur Verfügung stehenden Gerätschaften in der Nähe“, sagt der Pressesprecher der taz. Auch ein Wasserwerfer, der sei bisher nicht genutzt worden. (mst)

17.24 Uhr: Polizei macht Stress

Dutzende Po­li­zis­t:in­nen rennen am Theodor-Heuss-Ring in Köln mit gezogenen Schlagstöcken auf Demonstrierende zu. Der Wasserwerfer rückt weiter vor. Auch der Gehweg soll jetzt geräumt werden. Ein anderes Bild gibt die Demo in der Innnenstadt ab: Sie ist jetzt in der Hohen Straße angekommen. Ein Ei fliegt auf ein Polzeiauto am Eingang der Straße. Die meisten Luxusgeschäfte sind verrammelt. Die Demonstrierenden sind laut, gut gelaunt und friedlich. Es entwickelt sich ein Katz und Maus Spiel. Die Polizei versucht die Wege zu blockieren aber ein großer Teil der Demo schlängelt sich durch eine Seitengasse raus und zieht weiter. (wyp/lex)

17.05 Uhr: Die Knüppel sind gezückt

Die Demonstration in München ist aufgelöst, doch immer noch halten einige Hundert Demonstrierende die Stellung auf der Ludwigstraße. Der Ton der Polizeidurchsagen, dass sich die Demonstrierenden entfernen sollen, wird ruppiger. Gelegentlich fliegt Klopapier aus der Demo hinter die Polizeiketten. Kurz gibt es Geschrei, als rechte Streamer auftauchen. Doch immer mehr Leute gehen nach Hause. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, wann die Polizei den Rest des Platzes räumt. (tk)

17.00 Uhr: Erste Festnahmen in Leipzig

Nach dem Ende der friedlichen Demo ziehen spontane Demozüge, teils mit mehreren hundert Leuten, vor allem in Richtung Leipziger Süden – die Innenstadt ist komplett abgeriegelt. Viele rennen, die Polizei hinterher. Es gibt erste Festnahmen. Barrikaden aus umgestoßenen Müllcontainern und Leihfahrrädern werden errichtet. (epe)

16.49 Uhr: Hamburg drängt Polizei aus Demo

In Hamburg geht es jetzt ab. Am Endpunkt der Demo brennen Barrikaden aus rot-weißen Absperrungen, vereinzelt fliegen Flaschen. Ein Polizist nutzt Strobolicht, das Videos mit der Handykamera unbrauchbar macht. Die Polizei wurde aus der Demo rausgedrängt. Dann stehen die Einsatzkräfte am Rand, ihnen gegenüber sehr junge vermummte Menschen. Dicker Rauch zieht Richtung Steindamm, Feuerwerk und Böller knallen. Dann rennt die Polizei in die Demo und drängt die Leute von der Straße. (ak)

16.48 Uhr: Aggressive Polizei

Am Marienplatz in Stuttgart hat die Polizei die Versammlung zusammen mit dem Versammlungsleiter aufgelöst. Daraufhin wird die Stimmung aggressiv. Die Polizei zieht einzelne Leute aus der Masse, diese skandiert. „Wo wart ihr in Hanau?“ (bst)

16.47 Uhr: Bielefeld bleibt friedlich

Die Demo ist laut Polizei „überwiegend friedlich“ verlaufen. Es habe keine Festnahmen gegeben und bis auf den Einsatz der Pyrotechnik, der einen „medizinischen Notfall“ ausgelöst habe, gab es keine Zwischenfälle. Hier läuft die Anzeige gegen unbekannt. Eine offizielle Zahl zu Teil­neh­me­r:in­nen gibt die Polizei nicht heraus. (and)

16.30 Uhr: Polizeikessel in Köln

In Köln gab es mindestens eine Festnahme, sagte ein Polizeisprecher der taz. Die Versammlungsleiterin hat die offizielle Demo am Konrad-Adenauer-Ufer aufgelöst. Dies habe die Polizei der 18-Jährigen Anmelderin nahegelegt, da sie sonst Verantwortung für Straftaten übernehmen müsse. Buhrufe. Gruppen mit roten und Palästina, MLPD- und Linkpartei-Fahnen demonstrieren weiter. Die Wasserwerfer der Polizei fahren vor, die Polizei kesselt die Demonstrierenden ein. Die singen „Ganz Köln hasst die Polzei“ und „Wo? Wo? Wo wart ihr in Hanau?“. Einzelne Feuerwerkskörper fliegen auf die Polizisten. Um 16.30 fährt einer der Wasserwerfer in die Menschenmenge und schießt mit Wasser auf die Demonstrierenden. Von den Uniformierten geht eine aggressive Stimmung aus – auch gegen unseren Reporter, auf den sie mit Schlagstöcken zurannten. (wyp/lex)

16.30 Uhr: 10.000 demonstrieren in Frankfurt

In Frankfurt hat die Teilnehmerzahl wie von der Initiative erwartet 10.000 erreicht. „Siamo tutti antifascisti!“-Rufe erklingen im Bankenviertel. (cay)

16.00 Uhr: Nazi nerven in Erfurt

Schon zu Beginn provozieren sechs Personen am Rande des Protests. Sie grölen Unverständliches und packen zwei Deutschlandflaggen aus. Ganz nüchtern wirken sie nicht. Laut Polizei handelte es sich um eine Spontanversammlung von sechs Personen. Sie folgen dem GenZ-Protest durch die Innenstadt. Nach dessen Ende löst sich auch die spontane Versammlung auf. Danach nimmt die Polizei die Identität zweier Teil­neh­me­r:in­nen auf. Auf Anfrage der taz erklärte die Landesdirektion der Polizei, es sei um eine Beleidigung gegangen. Außerdem hätten die beiden Personen Böller mit sich geführt. Festnahmen gab es in Erfurt keine. Die Polizei schätzt, dass in der Spitze bis zu 1.900 Personen an der GenZ-Demo teilgenommen haben. (dmn)

15.50 Uhr: Unternehmer öffnen Läden

Im Gegensatz zur Frankfurter Innenstadt sind die Geschäfte am Mainkai nicht verbarrikadiert. Das Café Sugar Mama hat heute geöffnet, stellt den Demonstrierenden seine Toiletten zur Verfügung und bietet ihnen Chai an. „Ich habe Vertrauen, dass die Proteste friedlich bleiben“, sagt Café-Besitzerin Kiki. „Wir unterstützen die Demo und haben uns entschieden, heute zu öffnen.“ (yec)

15.45 Uhr: Geld für Bildung, statt für Waffen

In der Christophstrasse sagen die Studentin Afua und die Schülerin Adjora der taz: „Wir finden es wichtig, dass Geld in die Schule investiert wird und dass jedes Kind eine Chance auf eine gute Zukunft hat.“ Außerdem seien sie für Frieden. „Wenn der Iran mit den USA Krieg führt, dann steigen die Ölpreise, und alles wird teurer, dann ist auch kein Geld für die Bildung da.“ Die Proteste nennen sie „ein bisschen chaotisch“, aber sie hätten in keinem Moment Angst gehabt. „Alles verlief friedlich, anders als vorhergesagt.“ (bst)

15.32 Uhr: Demo in Erfurt zu Ende

Die Demo in Erfurt kommt am Endpunkt, dem Hauptbahnhof, an. Die Innenstadt steht noch. Laut Polizei haben etwa 1.500 Menschen am Protest teilgenommen. Bis 16 Uhr folgen noch Redebeiträge gegen Merz und für Sozialismus. Eine 22-Jährige kritisiert, dass der Protest vorab kriminalisiert worden sei. „Ihr habt Angst um eure Schaufensterscheiben, wir haben Angst um unsere Zukunft!“, ruft sie. Sie habe verständnis für die Wut der jungen Menschen in Frankreich. Es sei an der Zeit, über die Gründe zusprechen. Dabei nennt sie unter anderem rassistische Gewalt. Ihre Familie sei aus Afghanistan geflohen, als sie 7 Jahre alt war. „Ich kenne Rassismus.“ Auch ohne AfD seien die Verhältnisse in Deutschland schon schlimm, Abschiebungen für viele Menschen eine reale Bedrohung. Auch dagegen sei die GenZ heute auf die Straße gegangen. (dmn)

15.30 Uhr: Weniger Teilnehmende als erwartet

Die Proteste sind am mit deutlich weniger Teilnehmenden als von den Organisatoren erwartet gestartet. Dabei blieb es zunächst überall friedlich, wie die Polizei mitteilte. In Köln sagte eine Polizeisprecherin, die Teilnehmerzahl der dortigen Proteste liege „deutlich“ unter den angemeldeten 15.000 Teilnehmern. In Berlin meldete die Polizei bisher 2700, in München 1800, in Frankfurt am Main rund tausend Teilnehmende. Für diese vier Städte hatten sich auf der Website von GenZ regelt mehr als 50.000 Menschen angemeldet.

In Berlin gibt sich Gen-Z regelt-Pressesprecherin Lina Friedrich zufrieden: „Ich kann das kaum glauben, wie viele Menschen hier sind. Wir sehen kein Zeichen von Gewalt. Das macht mich so glücklich.“ Weniger zufrieden ist Juli, Pressesprecherin von Schulstreik gegen die Wehrpflicht: „Die Stimmung ist nicht kämpferisch genug“, findet sie. (lol/afp/mst)

15.20 Uhr: Demonstrieren „macht keinen Sinn“

Am Rand der Münchener Demo hat man noch Schwierigkeiten, die Anliegen der Demos zu verstehen. „Ich find's gut, dass die Jugend mal ihre Stimme erhebt“, sagt eine ältere Frau der taz. Ihr Mann fällt ihr ins Wort. „Aber wogegen sind die denn eigentlich?“, fragt er. „Gegen die Wehrpflicht zu demonstrieren macht doch überhaupt keinen Sinn, die ist doch gut“, findet der Rentner. Wenn Putin hier an der Macht sei, könne man schließlich gegen gar nichts mehr demonstrieren. Und was habe das mit den Nazis zu tun, gegen die es hier auch gehe? „Die wollen doch einfach nur gegen alles sein“, murrt ein jüngerer Mann mit FC-Bayern-Schal. „Und der Kapitalismus ist schlecht, ganz schlecht, oder?“ Er winkt genervt ab. (tk)

15.17 Uhr: Peinliche Gewaltdebatte

„Es läuft einfach vieles wirklich nicht gut und nicht in unserem Interesse“, sagt in München ein Student aus dem fünften Semester der taz. Die Proteste in Frankreich hätten ihm Hoffnung gegeben. Dass eine ähnliche Bewegung auch in Deutschland entsteht, glaube er kaum. „Du kennst doch das Lenin-Zitat, dass die Deutschen die Revolution verpassen, weil sie erst noch eine Fahrkarte kaufen müssen“, sagt er und lacht bitter. Die Gewaltdebatte der letzten zwei Wochen habe er als „einfach peinlich“ empfunden – stattdessen hätte besser über die Ungerechtigkeit in Deutschland geredet werden können.

Unterdessen läuft bei der Demo Musik von Ikkimel. Plötzlich prägen, anders als auf der Auftaktkundgebung, linksradikale Gruppen das Bild. Es ist durchgängig laut, die Sprechchore sind kämpferisch. „Mit 18 an die Front, mit 70 noch ans Band? Gegen die Regierung und die AfD“ steht auf einem Transparent, „Merz stirb doch selber Ostfront“ auf einem anderen. Wegen diesem Spruch hatte die Polizei vor einiger Zeit Ermittlungen gegen eine Aktivistin der Schulstreiks gegen die Wehrpflicht aufgenommen.

Als auf der Leopoldstraße erste Rauchtöpfe gezündet werden, stoppt die Polizei den Zug sofort. Kurz darauf der nächste Rauchtopf. „Liebe Leute, bitte keine Pyrotechnik heute“, sagt ein Redner, „wir wollen doch dass es weitergeht“. Geht es dann auch, aber als der Redner die Demo dann auch noch auffordert, sich „mit ein bisschen Lärm bei der Polizei zu bedanken“, wird er vom Frontblock ausgebuht. „All Cops Are Bastards, ACAB.“ (tk)

15.10 Uhr: In Bielefeld knallts

Ein lauter Knall an der Unterführung der Mindener Straße. Und die Polizei rennt los wie von der Tarantel gestochen. „Wir gehen davon aus, dass es sich um Pyrotechnik gehandelt hat“, sagt ein Sprecher der Polizei der taz. Kurz nach dem Knall kam es zu einem Notarzteinsatz, ob dieser im Zusammenhang mit dem Knall steht, ist allerdings nicht unklar. (and)

15.08 Uhr: Ein kurzer Schreck

Pyros brennen in der Mönckebergstraße, dann zündet jemand einen Böller. Es hallt sehr laut zwischen den Hausern. Mehrere Leute erschrecken sich und rennen weg. Die Demo wird angehalten und die Polizei lässt darauf hinweisen, dass Pyrotechnik verboten ist. Dann setzt sich der Zug wieder in Bewegung, bis noch ein Böller knallt. Die Anlage am Lauti klingt übersteuert, die Stimmung wirkt zunehmend angespannt, aber Demo läuft weiter. (ak)

15.02 Uhr: Rund 4.000 demonstrieren in Hamburg

Mindestens 4000 Menschen laufen vom Jungfernstieg in die Mönckebergstraße. „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“, rufen sie. Eine junge Frau im rosa Onezie und mit Palifahne um die Schulten ist ganz aufgekratzt. Warum sie heute hier ist? „Offensichtlich, wir haben Probleme!“ Geld sei da, aber falsch verteilt. „Es muss mehr Geld in Bildung gesteckt werden, in Hamburg haben gerade Schulbegleitungen ihre Jobs verloren“, kritisiert sie. (ak)

14.53 Uhr: Die wahre Gefahr: 2,8 Grad Erderwärmung

„Die wahre Gewalt sind 2,8 Grad“, steht auf dem Schild von zwei Freundinnen in Bielefeld. Eine Anspielung auf die Gewaltvorwürfe im Vorfeld der Demos. Der Jugend Gewalt nachzusagen, nur weil sie demonstrieren will, sei eine „Frechheit“, findet Paula. „Das hier“, sie zeigt auf die Menge, „ist doch keine Gefahr. Aber die 2,8 Grad Erwärmung, auf die die Erde zusteuert, das ist eine Gefahr“. (and)

14.45 Uhr: Auch Kommunistische Gruppen am Start

In Leipzig laufen viele Jugendliche voran, deren rote Schlauchschals darauf hindeuten, dass sie Mitglieder kommunistischer Jugendgruppen wie der „Internationalen Jugend“ sind. Ein großes Transpi gegen die Fabrik des US-Raketenbauers Covenant, die in Leipzig gebaut wird. Dabei ist aber auch ein kleiner antiautoritärer Block mit Flaggen der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAU. Roter Rauch liegt in der Luft. Durch die Reihen wird ein „Parolen-Zettel gereicht. Darauf finden sich Evergreens wie „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“, ebenso wie Neuschöpfungen „Von Leipzig bis Paris – das regelt die Gen-Z!“ (epe)

14.38 Uhr: Der Lauti steckt fest

In Stuttgart steckt der Kampagnenwagen in der Fußgängerzone fest. Jetzt muss der Protestzug durch die engen Straßen. Aber ein Ziel haben sie erreicht. Sie sind mitten im Samstags-Getümmel und nicht zu übersehen. (bst)

14.25 Uhr: In Frankfurt geht's los

Die Demonstration hat am Mainkai, in der Nähe der Europäischen Zentralbank, begonnen. Bislang haben sich rund 2.500 Menschen versammelt. „Veränderungen“ kämen nicht durch eine einzige Demonstration zustande, sondern erforderten täglichen Einsatz, sagt eine Sprecherin bei der Auftaktkundgebung. (cay)

14.15 Uhr: Bielefeld ist abgefuckt vom Kapitalismus

Das Orga-Team beginnt die Kundgebung auf dem Jahnplatz. Was die Jugend hier umtreibt? Wehrpflicht, kaputte Schulen, hohe Mieten. „Unser Kampf fängt gerade erst an. Solange nicht jeder Mensch frei ist, ist niemand frei“, sagt der erste Redner. Man sei „abgefuckt“ vom Kapitalismus. „Angefangen in Frankreich, weitergetragen nach italien und in andere Ländern: Die internationale Jugend zeigt, dass sie keinen Bock mehr hat“, schwört er die Versammelten ein. Auf der Website haben sich für Bielefeld etwa 6500 Menschen angemeldet, das Orga-Team rechnet eher mit 3000 Menschen. (and)

14.12 Uhr: Auch Hamburger Großeltern demonstrieren

„Wir sind hier, weil wir Kinder und Enkelkinder haben und wollen, dass die jungen Leute 'ne ordentliche Bildung bekommen, dass sie ein lebenswertes Leben haben und dass keine Kinder in den Krieg ziehen müssen“, sagt Silvia Saß, 68 Jahre. Sie ist heute mit ihrem Mann zur Demo am Jungfernstieg gekommen. Es sei ihre Verantwortung als Alte, die Anliegen der Jugend zu unterstützen, findet sie. (ak)

14.10 Uhr: Berlin

Vor dem Brandenburger Tor wehen Flaggen mit dem Symbol der GenZ regelt-Proteste, dem orangenem Eichhörnchen. Außerdem zu sehen sind hier Fahnen der Antifa, für Palästina und mit Regenbogen sowie von der Sozialistischen Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ).

Eine Mutter hält ein Schild hoch mit dem Spruch: „Meinem Sohn reichen die Battles in Fortnite“ – einem Computerspiel. Sie erklärt, sie mache sich Sorgen, dass ihr 13-jähriger Sohn in einen Krieg gezogen wird, mit dem er nichts zu tun hat. „Darüber sollten sich Teenager keine Gedanken machen müssen“, sagt sie der taz.

Auch eine Gruppe von Studierenden beschäftigt die Bundeswehr. „Die Unis und Schulen fallen zusammen, während so viel Geld in die Bundeswehr fließt“, sagt eine Studentin und erinnert daran: „Friedrich Merz ist nicht nur Kanzler von seiner Wählergruppe“. (mst)

14.06 Uhr: Köln

Am Rheinufer wird es jetzt schnell voll. Mittlerweile sind sicher einige tausend Menschen vor Ort. In Sprechchören rufen sie „Alerta, Alerta, Antifascista“, „Tax the rich“ und „Merz leck Eier“. Auch die „internationale Solidarität“ lassen die meist jungen Leute hochleben. (wyp)

14.00 Uhr: Leipzig

In der Leipziger Innenstadt wimmelt es vor Polizei, auch hier haben Läden sich hinter Spanplatten verschanzt. Auf dem Augustusplatz stehen bislang etwa 1.500 Menschen. Wo einst Legida mit „Merkel muss weg“-Rufen demonstrierte, fordern nun Jugendliche „Merz muss weg“. Aus dem Lautsprecher des kleinen Lautsprecherwagens ist der Song des Rappers Disarstar „Siamo Tutti Antifa“ zu hören. (epe)

13.45 Uhr: Erfurt

In keiner anderen ostdeutschen Stadt haben sich so viele für den Gen Z Protest angemeldet wie in Thüringens Landeshauptstadt. Mehr als 10.000 Mal wurde laut der Website auf „Ich bin dabei“ geklickt. 15 Minuten vor Beginn ist davon wenig zu sehen. Ein Banner gegen Krieg, eine Pali-Fahne, ein Dutzend junger Menschen, die etwas unschlüssig auf dem Domplatz herumstehen. Aber: Während die Website für diesen Ort geworben hat, beginnt die Demo tatsächlich ein paar hundert Meter entfernt am Anger, einem anderen zentralen Platz in der Stadt. Als die kleine Gruppe den Post dazu auf Insta entdeckt, zieht sie um, der Pali-Fahne hinterher. (dmn)

13.40 Uhr: Hamburg

Am Jungfernstieg füllt sich der Platz. Antifafahnen, Palästinafahnen, und die „One Piece“-Fahne, die international zum Zeichen der Gen Z Proteste geworden ist, sind zu sehen. Eine 24-Jährige sagt der taz, sie habe das Gefühl, dass die Situation für junge Leute sich immer weiter verschlechtere. „Also ich in der Schule war, hatten wir ein Loch in der Decke“, nennt sie ein Beispiel für die schlechte Infrastruktur. Mit den neusten Sozialkürzungen und der Wehrpflicht sei die Kluft aus dem Anspruch an junge Menschen und dem, was für sie getan werde, endgültig zu groß geworden. Es sei wichtig, dagegen zu protestieren, findet die Studentin.

Tobias, 18 Jahre, und Nikita, 19 Jahre, haben sich für ihre erste Demo als Dragonball-Charaktere verkleidet. Sie hätten die Proteste in Frankreich gesehen, sich die Forderungen von Gen Z regelt durchgelesen und diese gut gefunden. Sie hofften auf Demos wie in Frankreich, nur friedlicher. Denn dort sehe man ja, dass das zu Ausgangssperren und Polizeigewalt führe. (ak)

13.20 Uhr: Die Spannung steigt

Noch zwanzig Minuten bis zum offiziellen Start: Von französischen Verhältnissen kann bislang nicht die Rede sein. Am Kölner Konrad-Adenauer-Ufer sind erst wenige hundert Leute. „Bessere Bildung, keine Waffen“ und „Faschismus stoppen“ steht auf ihren Plakate. Auch die Polizei hält sich hier personell noch zurück. Auch an der Planie, dem Platz, auf dem die Demo in Stuttgart beginnen soll, hält sich der Ansturm in Grenzen (wyp/bst)

13:05 Stuttgart

Am Neuen Schloss steht schon viel Polizei. Die Demo startet ein paar hundert Meter weiter, am zentralen Platz Planie. In Stuttgart war die Aufregung letzte Woche groß. Hier hatte sich Innenminister Manuel Hagel mit seiner Äußerung über den „gewaltbereiten Mob“ kraftmeierisch gegeben.

Die Organisatoren der Demonstration sind im Umfeld des Kommunistischen Aufbruchs (KA) zu verorten. Eine Vertreterin der Gruppe Internationalen Jugend hatte gegenüber der Südwestpresse erklärt, sie hätten mit den Betreibern der bundesweiten Website Generations-Z-Regelt nichts zu tun. Letztere hatten die Stuttgarter für deren Sturmmaskenlogo kritisiert. Die Vertreterin kritisierte: „Die versuchen für uns zu sprechen. Wir nehmen sie als externes Element wahr.“ Man lasse sich aber nicht „an der Gewaltfrage spalten.“ Der Landesschülerbeirat hat hier hingegen nicht zur Demo aufgerufen, weil man laut seinem Vorsitzenden nicht abschätzen könne, ob es zu Gewalt kommt.

Im einem offenen Brief an die Stadt hatten Ladenbesitzer in Stuttgart ihre Befürchtungen formuliert, dass sich Krawalle wie im Juni 2020 wiederholen könnten. Nun haben Stadt und Polizei die Demonstrationsroute verlegt. Der Zug wird jetzt nicht mehr vom Neuen Schloß durch die Innenstadt geführt, sondern an der Von der Planie über die Hauptatätterstraße zum Marienplatz. Damit an den Einkaufsstrassen der Fußgängerzone vorbei. (bst)

Nicht die Polizei empfiehlt Verbarrikadierung von Läden

Angesichts verbarrikadierter Schaufenster von Luxusboutiquen sagt ein Polizeisprecher aus München, dies geschehe jedenfalls nicht auf Empfehlung der Polizei. Es gebe keinerlei Hinweise auf Randale am Abend. Manche seien eben „sehr, sehr vorsichtig“. Es habe sich eine „gewisse Dynamik“ entwickelt, vermutet der Sprecher. Seit gestern Abend werden wie hier in der Maximilianstraße in vielen deutschen Innenstädten auf Hochtouren Spanplatten vor Schaufenster genagelt. Auch das Online-Shopping könnte eingeschränkt laufen, Kunden erhalten von Zustellern wie DPD Hinweise, dass ihre Pakete aufgrund der Proteste womöglich nicht ausgeliefert werden können. (tk/lol)

GenZ regelt distanziert sich vorab von Gewalt

Veronika Dinter, die Pressesprecherin von Gen-Z regelt in Berlin, distanziert sich bereits im Voraus von einer anderen Demonstration, die in der Hauptstadt für den späteren Nachmittag angemeldet ist: „Wir übernehmen nur Verantwortung für das, was wir angemeldet haben.“ Zu der Demonstration mit dem Namen „Gen Z hat genug“, um 17:30 Uhr am Rosenthaler Platz, ruft unter anderem das Offene Rote Treffen Berlin (ORT) auf. Die Polizei erwartet zwar, dass auch diese Demonstration friedlich verläuft. Insider erwarten dort jedoch durchaus Protestierende mit Interesse an „Aktionismus“. (mst)

Die taz ist für Euch vor Ort

Unsere Reporterinnen und Reporter schwirren aus und covern die heutigen Proteste in Hamburg, Berlin, Leipzig, Erfurt, Köln, Bielefeld, Frankfurt, Stuttgart und München.

Teilnehmen wollen laut der Website von GenZ aktuell die meisten Menschen in Köln, wo sich mehr als 16.000 Personen angemeldet haben. In Frankfurt sind es mehr als 14.000, in Berlin mehr als 12.000 und in München mehr als 9000 Zusagen. Ob tatsächlich alle, die sich angemeldet haben, auch auf die Straße gehen, wird sich zeigen. (taz)

Wuff, wuff!

In Städten wie Hamburg, Berlin und Frankfurt sollen jeweils mehr als 1000 Polizeikräfte eingesetzt werden. Stefan Müller, seines Zeichens Polizeipräsident von Frankfurt am Main, scheint sich aber eher wie ein Hundeherrchen zu fühlen. „Ich freue mich über den friedlichen Protest und dann kriegen sie von mir maximalsten Leine“, sagte er vorab bei einer Pressekonferenz – ganz so, als wären die Demonstrierende Hunde. Wenn es „kippe“ seien seine Leute da, um zu „beschränken“. (lol/cay)

Ein erster Erfolg

Etwas haben die „Gen Z regelt“-Proteste bereits erreicht, bevor sie überhaupt losgegangen sind: Zu zeigen, welche Ängste allein die Ankündigung eines Jugendprotestes nach französischem Vorbild in Deutschland auslöst. Gegen einen angeblich „gewaltbereiten Mob“ müsse man „mit aller Härte des Rechtsstaates zurückschlagen“, beschwor etwa der Innenminister von Baden-Württemberg, Manuel Hagel. Die Jungen Union wollte gar Soldaten gegen die Jugendlichen einsetzen. Ein Polizeigewerkschafter schürte ein rassistisches Bild, in dem er von „Krawallmigranten“ sprach, die „keine Gnade“ zu erwarten hätten, wochenlang wurde über eine Unterwanderung der Bewegung durch Linksextreme oder sogar Islamisten fantasiert.

Heute ist nun der Tag der Wahrheit. Gelingt es der neuen Bewegung, dieses Momentum nach Deutschland zu tragen? Oder bleibt es bei einem von vielen Versuchen linker Aktivist:innen, in Deutschland Sozialproteste auf die Beine zu stellen? Werden am Abend Bilder von bunten Schildern oder doch von brennenden Mülltonnen die Nachrichten beherrschen – obwohl „Gen Z regelt“ mehrfach friedliche Absichten betont hat? (tk)

Soziologe sieht Potenzial für größere Bewegung

Der Berliner Sozialwissenschaftler Christian Volk sieht in den geplanten „GenZ“-Demonstrationen das Potenzial für eine größere Protestbewegung. „Es ist enorm viel Druck im Kessel“, sagte der Professor der Humboldt-Universität der Nachrichtenagentur AFP. „Wohnungsnot, Kürzungen im Bildungsbereich, Wehrpflichtdebatte und gesellschaftlicher Rechtsruck – da kommt vieles zusammen.“ Die jungen Menschen forderten ein, „dass ihre politischen Erfahrungen und Zukunftserwartungen auch gehört werden“ (afp).

Worum geht's bei den Demos?

Unter dem Motto „Mehr Geld für Klima, Schulen, bezahlbares Leben für alle“ wollen am Samstag in 34 Städten junge Menschen auf die Straße gehen. Angemeldet haben sich auf der Website GenZ-regelt rund 180.000 Leute. „Alle sind willkommen, egal wie alt“, steht dort.

Die Initiative „Gen Z regelt“ besteht aus Einzelpersonen, die in Köln, Frankfurt, Berlin und München Versammlungen angemeldet hat. Weitere Proteste, die sich dem Aufruf angeschlossen haben finden zum Beispiel in Dresden, Aachen, Kiel und Freiburg statt. In den meisten Städten sind Proteste ab 14 Uhr angekündigt.

Unterstützt haben den Aufruf auch linke Polit-Gruppen, etwa durch Posts, die wiederum von Gen Z regelt verbreitet wurden. Daraufhin haben CDU und Polizeigewerkschaft mit einer Polizei ohne Gnade gedroht. Der Verfassungsschutz schwadronierte von einem linksextremistischem Einfluss. „Belastbare Erkenntnisse über gezielte extremistische Einflussnahme oder Steuerung der Gruppierung“ lagen der Polizei aber nicht vor. Andere Beobachter fürchten eher, dass die Bewegung so brav wird wie Fridays For Future es waren. Eine erste Blockade hatte es bereits am 12. Oktober im Französischen Gymnasium in Berlin-Tiergarten gegeben. Mehr über die Entstehung der Bewegung lesen Sie hier.

In Frankreich, aber auch Spanien, Italien, Albanien oder Portugal entlädt sich bereits seit mehreren Wochen die Wut der Jugend über kaputtgesparte Bildungs- und Sozialsysteme, das Totalversagen von Regierungen in der Klimakrise, über Aufrüstung und Krieg. (tk/lol)

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76 Kommentare

  • Franz Hofer

    liebe taz,



    auch ihr werdet von der Polizei beschützt, wenn es drauf ankommt und nicht von Pyrotechnikern und Steinewerfern. Ihr kultiviert ein Feindbild und steht dabei auf der völlig falschen Seite. Die Polizei hat sich während der friedlichen Demonstrationen ordnungsgemäss verhalten.

  • Land of plenty

    Sehr gut! Endlich größere Proteste gegen den Sozialkahlschlag, den die Rechtsfront unbeirrt weiter durchsetzen will.



    Linnemanns Programm ist besonders schlimm.



    Die Generation Z protestierte in Marokko bereits Anfang des Jahres: "Wir wollen Krankenhäuser und Krankenversorgung statt WM-Stadien!"



    Es geht also über die ersten Buhrufe gegen Merz hinaus.



    Von der Teilnahme von Young Struggle, Mao-Rote-Fahnen-Sekten und der Rede von "unterdrückten Völkern" bin ich nicht begeistert.



    Die Spaltungsmanöver der Regierungen und Polizeien in gute und schlechte Demonstranten ist dennoch abzulehnen.

  • Jochen Laun

    Als der hessische Innenminister kürzlich vor Gewaltausbrüchen in Frankfurt warnte, warf man ihm hier Panikmache vor. Nach den Ereignissen in Frankfurt dürfte außer Frage stehen, wer Panik gemacht und wer abgewiegelt hat.

  • Bürger L.

    Es scheint die Zeit der sprachlichen Nebelkerzen angebrochen zu sein.

    Geradezu ein Meisterwerk moderner Sprachakrobatik war zu besichtigen, als die Ankündigung Bundesweiter Demonstrationen jüngerer Menschen mit „Gen Z regelt“ überschrieben war.



    Dabei waren weder Adressat noch Absender klar zu erkennen, auch nicht, was denn von wem geregelt werden soll.

    Dass zur Generation Z die Gruppe der 14- 30 Jährigen zählt, dürfte längst nicht jedem Bürger klar sein. Auch der Katalog der sicher berechtigten Forderungen ließ viel Raum für Interpretation. So war abzusehen, dass sich auch Gruppen angesprochen fühlten, die ihre Hauptaufgabe darin sehen, sich Kämpfe mit der Polizei zu liefern.

    Politik und Medien setzten ihrerseits auf die „Nebelkerzen-Taktik“ und gingen, wenn überhaupt, nur in allgemeinen Nebensätzen auf die berechtigten Sorgen der Generation ein, deren Zukunft alles andere als rosig aussieht. Stattdessen wurde schon im Vorfeld der Fokus auf zu erwartende „Randale“ und Polizeiliche Gegenmaßnahmen gelegt.

    Der Hang, berechtigte Forderungen möglichst fantasievoll zu umschreiben, wird dem Ernst der Lage nicht gerecht. Stattdessen ist es heute notwendig klar Position zu beziehen

  • Hans Dampf

    Wofür steht das "regelt" bei "GenZ regelt"?



    Die GenZ protestiert und demonstriert, doch wo "regelt" sie irgend etwas?



    Ich finde es gut, dass sie auf die Straße geht, doch den Slogan "GenZ regelt" finde ich völlig misslungen, denn sie regeln bis jetzt gar nichts.

    • Günter Picart

      @Hans Dampf:

      Das ist Jugendsprache.

    • test_name

      @Hans Dampf:

      Dafür hat die genZ die ki erfunden:

      „Gen Z regelt“ ist eine umgangssprachliche Redewendung und bedeutet ungefähr:



      - „Die Generation Z kriegt das hin.“



      - „Die jungen Leute kümmern sich darum.“



      - „Wir haben das im Griff.“



      - „Die Gen Z macht's möglich.“



      Das Wort „regelt“ steht hier also für etwas in die Hand nehmen, lösen, organisieren oder erfolgreich erledigen.

      Es ist eine selbstbewusste, oft humorvolle Aussage. Man könnte beispielsweise sagen:



      - „Die Technik funktioniert nicht? Gen Z regelt!“



      - „Keine Ahnung, wie wir das schaffen sollen – aber Gen Z regelt.“



      Kurz gesagt: „Gen Z regelt“ = „Wir machen das schon!“ 😎

    • derzwerg

      @Hans Dampf:

      Das passt schon.

      Gerade der Slogan ist sehr gelungen, er macht sich lustig über die älteren Generationen. Die meinen, alles besser zu wissen und daher regeln zu müssen (daher verteidigen sie vor allem ihre Privilegien).

  • Hans Dampf

    Wofür steht das "regelt" bei "GenZ regelt"?



    Die GenZ protestiert und demonstriert, doch wo "regelt" sie irgend etwas?



    Ich finde es gut, dass sie auf die Straße geht, doch den Slogan "GenZ regelt" finde ich völlig misslungen, den sie regeln bis jetzt gar nichts.

  • Ricky-13

    taz: *Dutzende Po­li­zis­t:in­nen rennen [...] mit gezogenen Schlagstöcken auf Demonstrierende zu. Der Wasserwerfer rückt weiter vor.*

    So sieht Demokratie und das Recht auf Demonstration (Artikel 8 des Grundgesetzes) in diesem Land also schon aus. Junge Leute gehen für ihre Zukunft auf die Straße, aber einigen Politikern fällt nur wieder ein, daraus sofort eine "linksextreme Unterwanderung der Gen-Z-Proteste" herbeizureden.

    Nun ja, die USA macht es mit Trump seit einiger Zeit vor, Frankreich hat jetzt auch schon nachgezogen und jetzt muss der deutsche Staat natürlich auch 'Härte' gegen Demonstranten (oftmals Minderjährige) zeigen. Alles Weitere machen die konservativen und rechten Medien und ihre begeisterten Fans in den Kommentarspalten.

    • Ruhig bleiben

      @Ricky-13:

      Bitte noch andere Quellen lesen und nicht nur die taz.

  • Agarack

    Ich respektierte diese Bewegung mehr, könnte sie ein paar ehrliche und konkrete Anliegen benennen. Aktuell wirkt das Ganze eher ein bisschen wie: "Wir geben Pilatus 24 Stunden Zeit, den gesamten römisch-imperialistischen Staatsapparat aufzulösen".

    • Deep South

      @Agarack:

      Na ja, ich glaube nichtmal, dass das bereits wirklich eine echte Bewegung ist. Was ich gestern gesehen hab, war zumindest mal keine Schüler- oder Jugenddemo, sondern eher eine Mischung aus verschiedenen linken Gruppen und Friedensaktivisten. Die üblichen Kommunisten und Palestinafahnen und Bannner gegen Wehrpflicht und Friedrich Merz. Sowweit nix Neues und es waren weniger, als angekündigt. Das hat ganz andere Dimensionen, als das was FFF am Anfang auf die Beine gestellt hat.

      Vielleicht erwächst daraus wirklich mal ne Bewegung, die politisch Druck machen kann, vielleicht isses aber auch nur ein temporärer Hype, der sich an die Frankreichproteste hängt. Das wird man sehen.



      Was bis jetzt klar ist, dass das ganze Theater im Vorfeld zwischen Jugendrevolution und Randalewarnung in erster Linie ein völlig aufgeblähtes Mediending war. Viel Lärm um zielich wenig.

  • Martin Biermann

    Mir kommt die Wortwahl der Berichterstattung hier sehr einseitig vor.



    Wunder mich aber nicht, nachdem vor ein paar Tagen eine Autorin hier den Aufruf zu Gewaltverzicht kritisiert hatte, was mich sehr an RAF-Sprech erinnerte, so wie es mir aus meiner Kindheit in der Erinnerung liegt.



    Und das ist schade: Denn meiner Meinung nach hat die GenZ mit ihren Anliegen recht.

  • Benzo

    Ich sag’s frei raus: „GenZ regelt“? Bisher regelt da gar nichts!

    Die Demo-Reden so: Bildung schlecht! Alles scheiße! alles ungerech! Merz weg! mehr Geld! Frieden für alle! Antifa!

    ... und was jetzt konkret? Kein Ziel, kein Plan, keine Richtung.

    FFF hatte konkrete Anliegen.

    Das hier war nur ein peinlicher Kopie-Versuch der Proteste in Frankreich.

    • Mindɘrlɘistɘr

      @Benzo:

      Wow! Eine spontane Jugendbewegung, die noch nicht einmal einen Monat alt ist, hat noch kein detailliert ausgearbeitetes Programm und keine klare Organisationsstruktur! Nach Ihrer Logik sollte man sich Proteste dann wohl lieber sparen und erst einmal eine Grundsatzkommission einsetzen.



      #



      Im Übrigen bin ich froh, wenn die Demos hierzulande nicht genauso gewalttätig ablaufen wie in Frankreich, auch wenn es hier wieder Randalierer gab, welche die legitimen Proteste für sich vereinnahmen und zur Freude von Konservativen und Rechten diskreditieren.

      • Benzo

        @Mindɘrlɘistɘr:

        Der ursprüngliche Auslöser der Proteste in Frankreich war erstaunlich banal: fehlende Lehrer, konkrete Missstände an Schulen und ein fragwürdiges zentrales Schul System.

        Ich hätte auch protestiert.

        Aber welche Themen will GenZ regeln?

      • Astrid Sehnefeld

        @Mindɘrlɘistɘr:

        Die Bewegung mag spontan sein, ihre Anliegen sind es nicht.



        Es wird seit ewigen Zeiten von linken Jugendlichen und Studenten gejammert, dass der Bildungssektor unterfinanziert sei.



        Was und wie man es besser machen will, kann so eine Bewegung schon mal vortragen - vor allem wenn man das Wort REGELT im Slogan trägt 🤷



        Wer von sich behauptet etwas regeln zu wollen/können, der muss auch einen Plan vorlegen.



        Ich habe noch keinen gesehen, gelesen oder gehört von der 'Bewegung' - ich sah nur Palästina Flaggen, ACAB Sprechchöre und siamo tutti antifascisti.



        Optisch sah das aus wie jede x-beliebige linke Demo🤷



        Das da Schüler allgemein unterwegs waren kann ich kaum glauben, Jugendumfragen haben mehrfach belegt, dass beispielsweise auch die AfD großen Zuspruch unter jungen Menschen genießt. Demzufolge hätten da ja auch Deutschlandfahnen zu sehen sein müssen und nicht nur Palästina, wenns denn eine Bewegung der Schülerschaft wäre.



        So drängt sich mir der Verdacht auf, dass das die typische linke und migranrische Bubble ist, die im neuen Kleid auf die Straße geht.

        • Ruhig bleiben

          @Astrid Sehnefeld:

          Ach ja, die typisch "migrantische" Bubble. Wer ist das denn genau?

  • Lindenberg

    Ganz großes Danke an alle taz-Reporter für die hervorragende Berichterstattung!

  • Querbeet

    Die Poizei ist das Problem. Natürlich. Wer sonst. So erwartbar.

    • Lebenslauf

      @Querbeet:

      Schon 2015 merkte Gysi an: „Linksfraktionschef Gregor Gysi verdächtigt die Sicherheitsbehörden, auf politischen Demonstrationen gezielt Gewalt anzuzetteln. „Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber ich habe immer den Eindruck, dass bestimmte V-Leute geradezu zur Gewalt animieren, um das politische Anliegen totzumachen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Denn dann diskutieren wir hinterher bloß noch über die Gewalt - und nicht mehr über das eigentliche Anliegen.“ Man müsse herausbekommen, wer genau auf Demonstrationen Gewalt anwendeN.“

    • Filou

      @Querbeet:

      Na klar, nach Meinung der Linksextremisten ist die Polizei ja da um verprügelt zu werden ohne sich zu wehren, denn das wäre unverhältnismäßigige Polizeigewalt.

  • DerLurch

    In Köln wurde die Scheibe einer Kunstgalerie mit einem E-Roller eingeworfen. Das ist mal ein klares Zeichen fr mehr Solidarität und gegen die schlechten Schulfinanzierungen. Nehmt das, Eliten-Angehörende.



    Jetzt mal ehrlich, die Proteste waren doch wohl weder besonders groß, noch besonders breit. Es ging um Palästina und in Frankfurt offenbar auch um das plündern. Davon wird vermutlich nichts besser jetzt. Aber nice try

    • EffeJoSiebenZwo

      @DerLurch:

      Kenn jetzt die Galerie, um die es konkret geht, nicht. Aber idR geht es bei Galerien doch normalerweise hart um Business und Gewinn, und die Kunden-Zielgruppe sind aus der Sicht der Protestierenden wohl eher die oberen 1 bis 5 als die unteren 50 Prozent.

  • Moon

    Bedrückend: Die linken Gruppierungen, welche die Demos der genz-regelt instrumentalisieren, ihr Anliegen damit zerstören bevor es sich artikulieren kann, haben m. M. n. ein Defizit in ihrem linken Denken hinsichtlich des Verstehens, was Zivilgesellschaft ist in Kapitalismus, Staat, Demokratie u. Gesellschaft die wir sind. Diese Gruppen verstehen nicht, dass z. B. diese Demos von ihrem Impuls her schon deshalb voranschreitend, „progressiv“ sind, weil sie mit dem Aufruf zur Friedfertigkeit mit der Mahnung an die Staatsmacht, sprich Polizei verbunden haben, diese Demos zuerst zu schützen. Der Gedanke der jungen Leute zündet überzeugender als der Böller. Er verweist die Staatsmacht unmissverständlich auf ihre erste Aufgabe in diesem zivilgesellschaftlichen Geschehen: Zivilgesellschaftlich zu Handeln. Von Polizeigewerkschaftern u. Innenministern muss man erwarten können, dass zu begreifen u. sie daran erinnern. Wo ist demgegenüber „progressives“ Verstehen bei den erwähnten Linken? Es ist verlorengegangen im kaputt gedachten Verständnis der „Bürgerlichen Staates“ als Funktionsanhängsel des Kapitals u. einer aufzuklärenden Gesellschaft. Wer will so fast "reaktionär" schon links sein?

  • Kristina Vera

    Der Ticker der taz wurde sehr früh geschlossen. Mein Eindruck war, dass darin eher Polizeigewalt kritisiert wurde und größtenteils friedliche Demonstranten beschrieben wurden. Mit dem Fazit, das war' s und es gab keine größeren Zwischenfälle.



    Der Tag wurde damit vor dem Abend und der Nacht gelobt. In Frankfurt ist die Situation eskaliert, mit Plünderungen, Pyrotechnik, mindestens einem demolierten Polizeiauto, chaotischen Szenen durch teilweise vermummten Personen. Hauptwache, Zeil und Konsti wurden gesperrt. Die Polizei geht davon aus, dass sich die Randalierer im Lauf des Abends an die Demos angehängt haben und zum Teil der linksextremen Szene zuzurechnen sind, möglicherweise waren bereits einige gewaltbereite Demonstranten dabei.



    Da das Datum mit Halloween zusammen fiel, waren später auch junge Leute in Partylaune und Verkleidung unterwegs, manche waren irritiert über die Absperrungen und wurden erst durch die Polizei auf die Eskalation hingewiesen.



    Sicherlich wird morgen ein Fazit von allen Beteiligten - Demonstranten, Polizei, Stadtverwaltung - gezogen werden. Und es wird klarere Erkenntnisse geben. Auf zukünftige Demonstrantionen wird sich Frankfurt gut vorbereiten müssen.

  • Alex_der_Wunderer

    Wir sind mega Stolz auf unsere couragierten, rechtstaatlichen. demokratischen Jugendlichen.



    Unser Nachwuchs ! Unser aller Zukunft - die Zukunft Deutschlands.



    Sozialisiert, ihre Ansichten demokratisch Kund zu tun, ihre berechtigten Ansprüche an unseren Staat, vertreten durch die Parlamentarier, endlich mit aller Deutlickeit duch ihre klaren, berechtigten Forderungen an die Parlamentarier und deren , im zweiten Wahlgang gekürten Bundeskanzler im Bundestag, zu stellen. Chapeau ❗️

  • Ruhig bleiben

    Die Wortwahl und Rahmung hier ist doch sehr interessant.

    Da werden Flaschen und Böller geworfen, Pyro gezündet, Barrikaden angezündet usw. und dann heißt es:

    "Hamburg drängt Polizei aus Demo", "Polizei greift an", "Polizei macht Stress", "angeblich"(obwohl es von anderen Quellen ebenfalls berichtet wird) usw.

    "Das Kapital verbarrikadiert sich", statt Geschäfte schützen sich vor Verwüstung.

  • Pfennig

    Mein Eindruck in Stuttgart beim Start des Demonstrationszugs an der Planie war, dass Bildung und Lebenshaltungskosten auch irgendwie eine Rolle spielen, aber die hauptsächlichen Themen waren das übliche: Antifaschista, Antikapitalista, pro Palästina.

    • derzwerg

      @Pfennig:

      Schon nervig, diese Leute mit ihrer Palästinasolidarität, wo doch der Gazakrieg längst vorbei ist, die dortige Bevölkerung wieder versorgt wird und alle Krankenhäuser wieder aufgebaut worden sind.

    • DerLurch

      @Pfennig:

      Ja..dennoch prägen die Bilder von Schülern mit selbstgemalten schildern die Berichterstattung hier. Müssen wir uns denn echt so selbst belügen?

      • Querbeet

        @DerLurch:

        Es zählt nicht, was etwas ist, sondern was es scheint.

        Das ist das Leben. Heute mehr denn je.

  • Dadaesda

    In Stuttgart wurde die Demo leider von den üblichen Verdächtigen gekapert, die kein anderes Thema als Palästina kennen...

    • Jungle Warrior

      @Dadaesda:

      Das ist schon bezeichnend. In Hannover keine Pali Fahnen zu sehen, und es blieb friedlich.

  • Olaf Lingenhöle

    Ich war in Nürnberg bei der Demo und bin enttäuscht. Auf der einen Seite brüllen ein paar Vermummte "Viva, viva, Palästina!" auf der anderen Seite stehen ein paar Menschen und halten die Israel-Flagge hoch. Böller. Die Polizei steht dazwischen, will die beiden Gruppen auseinanderhalten. Andere Szenen sind nicht viel besser. Wenn das unsere Zukunft ist, dann gute Nacht. Für die Linke wird es eine große Herausforderung werden, all diese Menschen an einen Tisch zu bringen und sie für den Dialog zu öffnen. Mit Demos wird das nicht gelingen. Demos sind peinlich. Wer sie allerdings verbieten will, ist am allerpeinlichsten.

  • Alex Roe

    Protestzug ist durchgezogen. Wer hatte die größten Fahnen, wer war am lautesten? Natürlich die Palastina-Fraktion. Was die Jugend bedrückt, aufregt, empört war so nicht erkennbar. Gen-Z schläft.

  • uwe

    Zitat "angeblich wegen Pyro"



    und ein/zwei Sätze später "werden die letzten Rauchtöpfe gezündet"

    Meine Meinung: wer mit Pyro zur Demo geht, dem geschieht es völlig recht, wenn er Probleme bekommt. Sowas läuft bei mir unter gewalttätige Demonstranten und nicht unter gewalttätige Polizisten. Ursache und Wirkung.

    • Klabauta

      @uwe:

      Wochenende für Wochenende ziehen Fußballfans mit Pyro durch die Straßen und ins Stadion. Höchste Zeit, dass darüber ebenso aufgeregt berichtet wird wie über diese Demos.

      • Astrid Sehnefeld

        @Klabauta:

        In 99% der Fälle sorgen die aber für UMSATZ in den Bars entlang ihrer Marschroute und nicht für PLÜNDERUNGEN... - das ist der kleine aber feine Unterschied 😉



        Wenn es zu Ausschreitungen rund um Fußballspiele kommt, wird darüber "ebenso aufgeregt berichtet wird wie über diese Demos" - UND, wenn diese Randale innerhalb der Stadien geschehen, werden die Klubs mit Geisterspielen oder hohen Geldstrafen zur Rechenschaft gezogen - obwohl die Vereine nichts für das Fehlverhalten der 'Fans' können.



        Ich finde diese Anwendung sollte auf Demonstrationen übertragen werden: Anmelder zur Rechenschaft ziehen 🤷👍



        Wer eine Demo anmeldet haftet für etwaige Randale.



        Stattdessen zahlen wir alle für den Krawalltourismus einiger weniger Idioten, die unter dem Deckmantel legitimer Anliegen einzig ihren destruktiven Trieben freien Lauf lassen.

  • Il_Leopardo

    Ich bin echt froh, dass den Schaufenster der Luxusboutiquen nichts passiert - nein wirklich.

    • Astrid Sehnefeld

      @Il_Leopardo:

      Wie bitte schön stehen Luxusboutiquen in Konkurrenz zu Investitionen in Bildung???



      Luxusboutiquen erhalten KEINE staatlichen Subventionen.



      Sie generieren aber durch Ihre hochpreisige Ware HOHE Umsatzsteuererlöse - also Geld, dass dem Staat zufließt.



      Wer Luxusboutiquen demoliert entzieht dem Staat potentielle Einnahmen und schmälert somit in Folge auch mögliche Investitionen in den Bildungssektor.



      Diese Kausalkette erkennt man freilich nur mit einem unverblendeten Blick 😉

      • Warim Wilke

        @Astrid Sehnefeld:

        Das System selbst ist eines der Gewalt, indem es die Mehrheit von dem fernhält was das Leben lebenswert macht. Ich möchte damit nicht legitimieren, dass wer Schaufenster einwirft, nur ist ein derart seltener Ausbruch im Vergleich zur systemischen Gewalt zu vernachlässigen. Zudem ist ja das Problem, dass diejenigen die im Luxus schwelgen eben nicht genug zum Gemeinwohl beitragen, deshalb alle anderen unverhältnismäßig verzichten, selbst auf grundsätzliche Leistungen wie Bildung, gesunde Ernährung, eine vernünftige Bildung.

    • Jutta57

      @Il_Leopardo:

      Sind Billigläden den moralisch wertvoller?

      • uwe

        @Jutta57:

        hängt vom Umsatz ab.

  • Tiene Wiecherts

    Nach dem Ende der friedlichen Demo zückt die Polizei die Knüppel und produziert damit die Bilder, die die Tagesschau braucht. Und Millionen von Menschen werden sich einmal mehr durch Fakenews von ihren eigenen Interessen ablenken lassen.



    Also alles wie immer beim deutschen Michel.

    • Astrid Sehnefeld

      @Tiene Wiecherts:

      Ja stimmt, Baustellenabsperrungen anzuzünden, Schaufenster zerstören und Geschäfte plündern wurde durch die Polizei ausgelöst.



      Wäre die Polizei einfach nach Hause gegangen, wäre nichts angezündet und nichts zerstört oder geplündert worden.



      Völlig realistisches Szenario 👌

    • Offebacher

      @Tiene Wiecherts:

      Und die Molotowcocktails und die geplünderten Geschäfte auf der Zeil in Frankfurt? Sind ihrer Meinung nach alle Bilder wohl mit KI produziert und gefakt? Vielleicht schläft der deutsche Michel, aber Tiene albträumt.

  • Astrid Sehnefeld

    Der Text unter dem Titelbild ist übrigens maximale Wahrheitsverzerrung: "Hamburger Kids haben kein Bock auf Krieg"



    Mir ist KEINE Partei und KEIN Politiker in Deutschland bekannt, der für einen Krieg wirbt.



    Die Ukraine bettelt um Munition um sich irgendwie gegen Russland verteidigen zu können.



    Putin droht Europa in schöner Regelmäßigkeit mit nuklearer Zerstörung oder dem Einmarsch ins Baltikum.



    China bedroht Taiwan.



    Überall sind Demokratien weltweit von Diktaturen bedroht.



    Gerade die Jugend, in deren Altersgruppe LGTB+ und andere 'nicht genormte' Lebensmodelle am häufigsten ausgelebt werden, müsste ein äußerst hohes Interesse daran haben, ihre Freiheit und ihre Lebensqualität in Form von offenem Ausleben können behalten zu können.



    Despoten a la Putin und Xi Jinping, aber auch Islamisten beweisen tagtäglich, was sie von derlei Lebensvorstellungen halten.



    Das ausgerechnet einheimische Politiker und Parteien, die diese Rechte und diesen Staat gegen derlei Autokraten verteidigen wollen, als Kriegstreiber und Feindbild angesehen werden - und nicht die Despoten die mit Krieg und Zerstörung oder Kalifat drohen, zeigt für mich, wie unreflektiert die Jugend noch ist.

    • Deep South

      @Astrid Sehnefeld:

      Dem Meisten würde ich zustimmen. Aber weder glaube ich, dass hier "die Jugend" spricht, noch glaube ich dass die "Kriegstreiber" Rhetorik dieser entspringt.

      Das Thema Wehrpflicht ist sicher diskutabel und dass es unter Denjenigen, die es betrifft auch Ablehnung vorhanden ist, finde ich normal. Den Rest der ollen Parolen haben sehr ewachsene Ideologen in die Debatte eingebracht.

      Auf der ersten Anti-Wehrpflicht Demo in meiner Stadt haben Fahnen kommunistischer Parteien und Kleingruppen dominiert. Schaut man sich mal die Alterstruktur von MLPD, DKP und Konsorten an, dann ist das so ziemlich das komplette Gegenteil der Jugend.

    • Klabauta

      @Astrid Sehnefeld:

      Ich bin immer wieder erstaunt über Leute, die so eindeutig wissen, wo sie stehen. Mir geht das häufig nicht so. Im Fall des Ukraine -Kriegs: klar möchte ich, dass die Ukraine unterstützt wird, aber andererseits ist es verlogen, wenn unser aller BK behauptet, deshalb werde nirgendwo auch nur ein Euro weniger ausgegeben.



      Zudem: Haben Sie Kinder im wehrfähigen Alter? Wenn ja, befürworten Sie, dass diese u. U. in einen Krieg geschickt werden? Wenn nein, verlangen Sie das guten Gewissens von anderer Leute Kinder?



      Alles nicht so einfach, wie Ihre Antwort es suggeriert.

      • Astrid Sehnefeld

        @Klabauta:

        Ich habe drei Kinder.



        Alle wehrfähig, da das für mich keine Frage des Geschlechts ist - und es sollte auch auf Bundesebene keine sein.



        Gleichberechtigung bringt auch gleiche Pflichten mit sich.



        Und nein, kein Elternteil will, dass sein Kind in den Krieg muss. Ich auch natürlich nicht. Aber was ich noch weniger will ist vor Putin oder Xi Jinping zu knien.



        Europa wurde vom Joch der Nazis von Amerikanern befreit. Ohne die USA hätten die Nazis in Europa gewonnen.



        Was hatten die Jungs aus Iowa, Wyoming, Tennessee oder egal woher davon, irgendwo zwischen der Bretagne und der Elbe ihr Leben zu verlieren?



        Nichts. Richtig. Aber sie haben mit ihrem Blut Millionen befreit und zukünftigen Milliarden danach ein Leben in Freiheit ermöglicht.



        Ich verstehe es wirklich nicht, dass Linke nicht zur Bundeswehr wollen.



        Rechte hätten unter Putin kaum zu leiden, Linke hingegen würden alles verlieren - schauen sie doch mal wie Homosexualität oder Demonstrationen unter Putin gehandhabt werden...



        Diese Reflektion fehlt mir links völlig.



        Wenn einer einen Weg weiß, wie man Putin friedlich bekommt - bitte tue er ihn kund.



        Europa drängt seit 4 Jahren auf Frieden, allein Moskau will nicht, oder?

    • Carola Cieplik

      @Astrid Sehnefeld:

      Den Vorwurf, "die Jugend" sei unreflektiert, finde ich extrem ungerecht! Sämtliche Forderungen, die "GenZ regelt" aufstellt, siehe Webseite, hängen zusammen, und die Gründe für unterfinanzierte Bildung und Sozialsysteme liegen, außer im politischen Willen der handelnden Politiker*innen (!), derzeit auch im hohen Rüstungsetat. Es wird getan, als käme der Krieg in jedem Fall in den kommenden Jahren, Angst wird geschürt, hohe Summen Geldes werden ausgegeben, die woanders fehlen, und ich fürchte, das alles verändert im schlimmsten Fall die Denkweise der Menschen. Frieden wollen und aktiv fördern verträgt sich überhaupt nicht mit dieser "wir müssen kriegstüchtig werden"-Denke! Und Frieden und Sicherheit beginnen innerhalb einer Gesellschaft, und da sind wir wieder bei Bildung und Sozialsystemen ... Wir müssen verdammt aufpassen, daß nicht im Namen der o.g. Logik demokratische Grundrechte eingeschränkt, Überwachung hochgefahren, Mißtrauen geschürt wird.

    • Tom Tailor

      @Astrid Sehnefeld:

      Éiner der besten Kommentare in diesem Forum, der meine 100prozentige Zustimmung findet. Danke.

    • Markus Schäfer

      @Astrid Sehnefeld:

      Kann ich nur zustimmen. Es wird oft so getan, als ob wir gerade den nächsten Angriffskrieg vorbereiten. Wenn ich dann noch sowas wie "Das ist nicht mein Problem" höre, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Falls wir angegriffen werden, ist es ganz schnell auch euer Problem. Und da sollte man sich zumindest Gedanken machen, wie man dann reagiert. Es gibt da letzten Endes drei Möglichkeiten. Entweder man ergibt sich kampflos, man kämpft, oder man flieht. Bei letzterem muss man dann aber logischerweise die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Deutschland befürworten (werden viele tun, ich wage aber zu bezweifeln, dass es alle sind). Und wer sich ergibt, muss sich im Klaren sein, was das dann eben auch bedeutet. Jeder muss die Möglichkeit haben, zu verweigern (ich hab damals auch Zivildienst gemacht), das ist klar. Nichts anderes wird aber auch kommen. Außerdem haben wir eine Verteidigungsarmee, es wird also niemand ohne Zustimmung in irgendeinen Auslandseinsatz geschickt. Und so lange war die Wehrpflicht jetzt auch nicht ausgesetzt, das hört sich oft so an, als ob es das zum ersten Mal überhaupt in Deutschland geben soll.

  • Astrid Sehnefeld

    "Als auf der Leopoldstraße erste Rauchtöpfe gezündet werden, stoppt die Polizei den Zug sofort. Kurz darauf der nächste Rauchtopf. „Liebe Leute, bitte keine Pyrotechnik heute“, sagt ein Redner, „wir wollen doch dass es weitergeht“. Geht es dann auch, aber als der Redner die Demo dann auch noch auffordert, sich „mit ein bisschen Lärm bei der Polizei zu bedanken“, wird er vom Frontblock ausgebuht. „All Cops Are Bastards, ACAB.“"



    Rauchtöpfe und ACAB. Typische Utensilien von Schülern...



    Also werden die Demonstrationen wie von Polizei und den meisten Politikern vorhergesagt, von Krawallmachern unterwandert.

    • Carola Cieplik

      @Astrid Sehnefeld:

      Einzelne "Krawallmacher" diskreditieren nicht die berechtigten Anliegen der allermeisten friedlich Demonstrierenden! Mit solchen Kommentaren erledigen Sie das Geschäft derer, die versuchen, die berechtigten Anliegen untergehen zu lassen, indem sie nur über "Krawalle" sprechen.

      • Sabine Hofmann-Stadtländer

        @Carola Cieplik:

        Wir dürfen es natürlich nicht zulassen, dass die Anliegen von Gen Z ins Hintertreffen geraten, und tragen auch nicht dazu bei! Wir haben sie immer schon nach vorne gestellt und tun es weiterhin. Wir billigen auch nicht das Auftreten der Polizei. Und wir alle haben uns dagegen verwahrt, Gen Z schon im Voraus als gewalttätig zu diffamieren. Aber wir sollten es durchaus kritisch erwähnen, dass die Proteste der jungen Leute von Krawallmachern (bewusst ohne Gänsefüßchen geschrieben!) dazu genutzt werden, mal wieder ihr Mütchen zu kühlen. Wenn jemand Waffen aus einem Waffengeschäft plündert, finde ich das schon - gelinde gesagt - höchstproblematisch!

        Den Vorwurf, dass wir das Geschäft derjenigen betreiben, die die Anliegen am liebsten begraben würden, empfinde ich deshalb als unzutreffend. Den hat weder die taz noch haben die Forist*innen ihn verdient.

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    Ich habe mir gerade die Bilder aus meiner alten Heimat angeschaut: Ein solch - von der Austattung her - martialisches Auftreten der Polizei gegenüber Jugendlichen und jungen Menschen, die meine Enkel*innen sein könnten. Ich bekomme einen Schreikrampf!

    • uwe

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Ist ja schrecklich. Immerhin keine Pyro, keine Mollis, falls ich Sie richtig verstehe. Anderswo war das anders.

      • Sabine Hofmann-Stadtländer

        @uwe:

        Lieber Uwe, meine Antwort an Dich bezog sich auf meinen ergänzenden Kommentar von gestern Abend und nicht auf den vom Nachmittag. Nur dass Du das richtig einordnen kannst. Ich hatte mich da ein wenig vertöddert.

    • Sabine Hofmann-Stadtländer

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Wenn ich jetzt im Nachgang zu den Schüler*innendemos die Ausschreitungen von Demonstrant*innen, die wahrscheinlich keine Schüler*innen bzw. Gen-Z-Demonstrant*innen mehr sind, sehe, bekomme ich den nächsten Schreikrampf. Damit ist der eigentlich gerade in der Entstehung begriffenen Jugendbewegung gleich wieder der Stempel "gewalttätig" aufgedrückt und es kommen beim nächsten Mal noch weniger Demonstrierende. Um so besser für die Politik: sie muss sich nicht mehr um die Anliegen der jungen Menschen kümmern.



      Ich könnte weinen vor Zorn!

  • fly

    Gutes Titelbild. Demo der Jugend gegen Fremdbestimmung durch Ältere und frau demonstriert mit einem Motto mit dem der Sohn fremdbestimmt wird.

  • Filou

    Nur bundesweit 180.000 demonstrierende der Gen. Z. Habe ich das richtig verstanden ? Bei mindestens ca. 13 Mio Menschen der Gen.Z in Deutschland ist das nicht gerade überwältigend. Dass die 180000 die Gen. Z repräsentieren kann man wohl nicht sagen.



    Hätte man die Demos in die Schulzeit gelegt wären sicher mehr Schüler gekommen.

  • Detlev Beutner

    Wenn die Wehrpflicht wieder aktiviert wird, ist die Frage nicht mehr "Demonstrieren oder nicht" - sondern etwas härter "Kriegsdienstzwang nachkommen oder nicht" - denn auch der Zivildienst ist Wehrpflichterfüllung (§ 3 WPflG) und für den Krieg mit verplant (§ 79 ZDG). Wer die sog. "Wehrpflicht" und militärisches Denken ablehnt, dem bleibt eigentlich nur die Totale Kriegsdienstverweigerung - dann aber kommt das Strafrecht zum Zuge. Wie die Gerichte diesbezüglich in der letzten "Wehrpflichtperiode" dazu entschieden haben, ist gut dokumentiert nachlesbar auf uris-tkdv.de - damit kann man sich etwas besser auf kommende Zeiten vorbereiten...

    • behr Behr

      @Detlev Beutner:

      Ist Zivildienst eigentlich so eine schlimme Sache?



      Sollen doch die Boomer in Rente die staatlichen Defizite in



      sozialen Bereichen selbstverständlich „ehrenamtlich“ ausgleichen (was sie ja mit Millionen von geleisteten Stunden auch tun), bei uns in der Betreuung von Demenzkranken sind die „Ehrenamtlichen jedenfalls alle über 70 und machen das gerne!

  • KLaus Hartmann

    Die Demos der Jugend sind überfällig. Mietwucher, weltweit steigende Lebensmittelkosten, explodierende Kosten für Gas und Öl, mickrige Renten, Wohlstandverluste bei Jugendlichen, Arbeitern, Rentnern, Angst vor Arbeitsplatzverlust durch KI etc. Und was haben unsere Politiker, insbesondere die Merz-CDU noch zu bieten: Für die Masse nur leere Versprechen, für die oberen 5 % sieht es gut aus. Jugendliche, Arbeiter und Rentner müssen sich gemeinsam auf den Weg machen und dieser Regierung den Marsch blasen. Gerechte Reformen für alle sind diese Sozialreformen eben nicht. Die Reichen werden geschont, Schlupflöcher für Vermögende und Erben werden verteidigt und die Einsetzung der Vermögenssteuer läßt auf sich warten. Die heutigen Proteste dürfen erst der Anfang sein.

    • Jutta57

      @KLaus Hartmann:

      "Wohlstandverluste bei Jugendlichen" ..der ist gut. Ja, Benzin ist eindeutig zu teuer; für nen Molli allemal. "Angst vor Arbeitsplatzverlust durch KI "? ich glaub, dieses wirklich riesige Problem treibt die Schülis kaum auf die Straße. Wenn doch, würden mich Lösungen interessieren. Etwas provokant: KI könnte jetzt schon die Unis obsolet machen. Spart zumindest Lehrkräfte, Reinigungspersonal, Gebäudeunterhaltung etc.

      • Günter Witte

        @Jutta57:

        ... und sehr viele Studiengänge. Vor allem in den Geisteswissenschaften wird KI zu einen Kahlschlag führen.

  • xeiner

    Die Revolution fällt aus.

  • shitstormcowboy

    Meine Generation kneift bald den Arsch zu und verschwindet. Es geht in der Tat um die Zukunft der Jugend und da sieht es nicht so aus, als liege sie in den richtigen Händen. Die Zukunft, die sich Reiche, Merz und andere ausdenken, ist eine Zukunft für bestimmte Kreise. Einige Wenige, die sich aus dem Staub machen, wenn Ki die Jobs kostet, wenn der Klimawandel die Welt weitestgehend unbewohnbar macht, wenn Wohnen unmöglich wird, weil es zum Geschäftsmodell verkommen ist, wenn all die vom Neoliberalismus angelegten Krisen loslegen. Klar, Gewalt ist keine Lösung, aber eine zerstörte Zukunft ist auch Gewalt und auch diese Gewalt muss verhindert werden.

    • Tom Tailor

      @shitstormcowboy:

      Ihre Einlassung erinnert an dieselbe Litanei die vor 40 Jahren von meiner Generation der Regierung Kohl vorgeworfen wurde: Politik für die Ü-50jährigen, Angst vor Atomkrieg, AKW und saurem Regen, Ignoranz gegenüber der Jugend. Nun, 40 Jahre später überziebt die heutige Gen Z die "Boomer" mit nahezu identischen Vorwürfen. Quintessenz: die Jugend hat das Recht zu rebellieren. Sie hat aber auch die Pflicht es besser zu machen. Ideologie ohne Verantwortung ist aber halt am einfachsten.

    • Gila Rosenberg

      @shitstormcowboy:

      Sehe ich genauso. Neoliberalismus an sich ist schon Gewalt gegen Mensch und Natur. Dieses aktuelle System wird genauso leise weinend eingehen, wie der Sowjetkommunismus...Mark my words...

      • uwe

        @Gila Rosenberg:

        ach, wir leben demnach aktuell im Neoliberalismus? Wäre ich bei Staatsquote jenseits der 50% nie darauf gekommen.

    • Axel Schäfer

      @shitstormcowboy:

      Was ist denn Ihre Generation? (fragt der Boomer Jg.65)



      Merz und Konsorten sind aus meiner Sicht auch schon älter und machen eine noch ältere Politik und die AgD möchte was, das ist so gestrig, da war schon mein Uropa dagegen.



      Zukunft ist scheinbar auf das Ende der jeweilige Legislaturperiode beschränkt und Lebensperspektiven von Menschen unter 60 (die nicht zufällig Milliardäre sind) bleiben komplett unberücksichtigt.

      • Warim Wilke

        @Axel Schäfer:

        Das Problem ist keines der Köpfe (wenn einen die Unfähigkeit von Merz auch immer wieder erschüttern kann), sondern ein systemisches.