Proteste in Italien: Gewerkschaften machen gegen Meloni mobil
Aus Sorge vor Krawallen sind Sicherheitskräfte in mehreren italienischen Städten im Großeinsatz. Auch Schüler und Studierende gehen wieder auf die Straße.
dpa | Aus Protest gegen die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sind in Italien Zehntausende auf die Straße gegangen. Im Rahmen eines landesweiten Protesttags kam es zu Demonstrationen in Großstädten wie Rom, Mailand und Turin, aber auch in kleineren Gemeinden. Insgesamt sind in etwa 50 Städten Kundgebungen geplant, an denen sich vielerorts auch Schüler und Studenten beteiligen.
Zudem rief die Gewerkschaft USB zu Arbeitsniederlegungen in verschiedenen Bereichen wie dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr und dem Gesundheitswesen auf. Aus Sorge vor Ausschreitungen sind die Sicherheitskräfte im Großeinsatz. In Turin kam es am Vormittag zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizei.
Demonstranten gegen hohe Rüstungsausgaben
Die Proteste richten sich gegen Melonis Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien, die in Rom seit 2022 an der Regierung ist. Sie wird für eine hohe Inflation von aktuell 4,3 Prozent, niedrige Löhne und hohe Rüstungsausgaben verantwortlich gemacht. Die Schüler und Studenten fordern stattdessen mehr Geld für Schulen und Universitäten.
Im öffentlichen Nah- und Fernverkehr hielten sich die Behinderungen am Vormittag in Grenzen. Verkehrsminister Matteo Salvini hatte Streiks in Transportbereichen wegen des bevorstehenden Feiertags Allerheiligen am 1. November per Anordnung verboten.
Neue Ausschreitungen befürchtet
In zahlreichen Städten sind verstärkte Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen geplant, um Ausschreitungen zu verhindern. In Rom wird etwa das Kolosseum besonders geschützt, Italiens meistbesuchte Sehenswürdigkeit, und in Mailand der Dom in der Innenstadt. In der Vergangenheit war es nach friedlichen Kundgebungen vor allem in Mailand zu schweren Krawallen gekommen. An Demonstranten gerichtet gab es Appelle, keine Kapuzen oder Helme zu tragen.
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