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Hitzewelle und KlimapolitikDümmer als jeder Frosch

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Ein Hitzedom lässt Westeuropa glühen. Er wird Tausende Menschen das Leben kosten. Ein Krisenstab der Bundesregierung wäre überfällig.

K ennen Sie diese ausgelutschte Geschichte mit dem Frosch? Der, der im Topf mit sich langsam erhitzendem Wasser hocken bleibt, bis er gar ist, statt herauszuspringen? Die ist natürlich Blödsinn. So dumm sind Frösche nicht. Noch blöder aber ist, dass die Bundesregierung dümmer ist als jeder Frosch. Und angesichts der drohenden Klimakatastrophe einfach nichts tut. Nicht langfristig, nicht mittelfristig, nicht kurzfristig. Und damit sind wir beim Wetter, das als Folge des Klimawandels heißläuft.

Bis zu 40 Grad sagen die Meteorologen für den Süden und Westen des Landes noch im Laufe dieser Woche voraus. Das wäre – ach, man wird schon müde, es zu betonen – mal wieder ein Rekord. Nie dagewesen im Juni seit Menschengedenken. Und nein, es geht hier nicht darum, denjenigen, die Spaß daran haben, die Laune zu vermiesen. Wer ein funktionierendes Freibad oder einen noch nicht veralgten See oder wenigstens eine fette Portion Zitroneneis in der Nähe weiß, soll es genießen. Aaaah! Schön, oder?

Oder eben nicht für alle. Denn leider ist die Hitze ein gravierendes Problem, tödlich vor allem für ältere Menschen. Gefährlich für Kranke und Obdachlose. Vor gerade mal zwei Wochen warnten 150 Organisationen davor, dass die Bundesrepublik nicht angemessen auf Hitzewellen vorbereitet sei, dass ein sogenannter Hitzedom zu mehreren Zehntausend Toten binnen weniger Tage führen könne. Der dringende Rat ist, den Hitzeschutz in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren.

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Was klang wie ein fernes Katastrophenszenario, ist ruckzuck Realität geworden. In Frankreich gilt in vielen Regionen höchste Hitzewarnstufe. Atomkraftwerke werden abgeschaltet, weil Kühlwasser fehlt. Und in Deutschland? Wir haben ja keine AKW mehr. Glück gehabt.

Die viel gescholtene Bahn verteilt an solchen Hitzetagen gern mal Eis an ihre Kund:innen. Und die Bundesregierung? Hat sie schon einen Krisenstab eingerichtet, um Aktivismus wenigstens zu simulieren? Hat sie sich überhaupt schon zum Thema geäußert?

Es ist leider auch ein Problem der Wahrnehmung. Die Zahl der Menschen, die in den kommenden Tagen infolge der hohen Temperaturen ums Leben kommen, werden durch die erst rückblickend berechenbare Übersterblichkeit bekannt werden.

Und der Klimawandel wird immer noch viel zu oft in der fernen Zukunft vermutet. Dabei bedeuten die 3 Grad mehr bis zum Jahr 2100, auf die es derzeit hinausläuft, laut Berechnungen renommierter Klimaforscher rund 6 Grad in Deutschland.

Davon betroffen sind nicht erst die dann 80-Jährigen, die die heutigen Grundschulkinder sind. Denn der Klimawandel ist längst da. Und wird stärker. Jahr für Jahr. Doch im Autoland Deutschland wird Lebensqualität weiter nicht per Schattenindex gemessen, sondern in Kilometern pro Stunde. Vielleicht löst deshalb eine Meldung vom Wochenende die angebrachte Reaktion aus: Da mussten aufgrund von Hitze erste Spuren auf Autobahnen gesperrt werden.

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Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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54 Kommentare

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  • Journalismus und Medien könnten ihren Teil dazu beitragen und endlich damit aufhören, wirklich jeden Beitrag über Gluthitze mit positiv aufgeladenen Urlaubsfotos von entspannten oder im Wasser badenden Menschen zu bebildern.

    Das ist wirklich nicht normal, wie in allen Redaktionen reflexartig alles was mit Hitze zu tun hat, grundsätzlich mit Urlaub und Spaß in Verbindung gebracht wird

  • Wir sollten den Fokus vlt. auch mal auf das Thema Fleischproduktion lenken. Alles dort, die Futtermittelproduktion, die Viehzucht, trägt überaus stark zur Klimaerwärmung bei. Es gibt zig Studien über Wasserverbrauch und Treibhausgas Ausstoß - aber irgendwie ist das noch nicht in der Gesellschaft angekommen.... Schönen Grillabend noch!

  • Hätte unsere Regierung in den letzten 20 Jahren Interesse an uns Bürgern gezeigt (also nicht nur vor den Wahlen ein Interesse am Stimmvieh), dann hätten wir mehr Bildung, Infrastruktur und Gleichverteilung von Wohlstand.



    Dafür wurde aber nie etwas gemacht! Auch markige Reden, die es hin und wieder gibt, helfen nicht sondern man benötigt langfristige Strategien die auch umgesetzt werden.

    Warum sollte diese Unfähigkeit beim Thema "Klima" enden?



    Oder ist das systemimmanent? Gibt es zuviel Lobbyeinfluss? Zuviel Fokus auf Wirtschaft, Industrie usw, so dss kein Platz für Bürger mehr bleibt? Alles gut möglich, jedenfalls liegt das Problem tief verankert...

    • @realnessuno:

      "Hätte unsere Regierung in den letzten 20 Jahren Interesse an uns Bürgern gezeigt (also nicht nur vor den Wahlen ein Interesse am Stimmvieh), dann hätten wir mehr Bildung, Infrastruktur und Gleichverteilung von Wohlstand."

      Umgekehrt wird ein Schuh draus: hätten unserer Bürger in den letzten 20 Jahren Interesse an Politik gezeigt, dann hätten wir Regierungen gehabt die die Themen mehr Bildung, Infrastruktur und Gleichverteilung von Wohlstand angegangen wären.

    • @realnessuno:

      Natürlich ist der Fokus auf die Wirtschaft alles entscheidend. Denn ohne gibt es nur Armut für alle. Die Wirtschaft funktioniert nur, wenn sich die Mehrarbeit für die Leistungsträger lohnt.

      • @M.Knoth:

        Ich wusste gar nicht, dass - 2 Beispiele unter vielen - LKW-Fahrer im Nahverkehr oder auch Paketzusteller viel verdienen. Sie sind zwar Leistungsträger, und arbeiten ernorm viel, aber Verdienst?



        Wohingegen meiner Erfahrung nach viele, die sich selbst als Leistungsträger bezeichnen, Sesselfurzer sind, die andere für sich arbeiten lassen.

  • Diese Regierung macht alles, um die Energiewende, also die Hilfe für's Klima zu verhindern. Es ist die alte Leier: interessant sind Maßnahmen nur dann, wenn sie unmittelbar wirken und den Parteien Erfolg vor den nächsten Wahlen bringen. Was danach kommt, schau'n wir mal oder besser nicht wir, sondern die, die dann verantwortlich sind. Und die agieren genauso. Immer wieder werden die GRÜNEN -die sich als einzige Partei ernsthaft um solche Probleme scheren- wo immer möglich verhetzt, vor allem Habeck. Die Bemühungen (etwa Heizunsgesetz oder Tempolimit) gelten als toxisch und werden aktiv und hartnäckig bekämpft - allein aus ideologischen Gründen. Wirtschaftliche Gründe können es nur partikulär sein, etwa indem die Fossillobby befriedigt wird und die Autoindustrie eine extrem starke Lobby hat.

  • "Ein Krisenstab der Bundesregierung wäre überfällig." Na klar, mit Mister Solarium Merz an der Spitze!

  • Sehr bedauerlich ist auch, dass die Tiere in der Massentierhaltung jetzt noch mehr leiden.

    "Das Gute daran sind die billigen Preise für Tierprodukte." denken viel zu viele.

    • @tsitra:

      Heutige Ställe haben riesige Ventilatoren, die Tiere werden mit Wassernebel gekühlt, der Aufenthalt in solchen Ställen ist für die Tiere sicherlich viel angenehmer als wenn sie irgendwo auf einer freien Fläche stehen müssten. Ist alles schon lang bekannt, nur passt das halt nicht in ein vorgefasstes Weltbild !

  • Konrad Lorenz hat angeblich vor etwa 45 Jahren gesagt:

    "Der Mensch, das blöde Vieh, ist mit seinem Gehirn im Stande sich selbst und noch alle anderen (Arten) auszurotten!"

    Sieh' nur wie sie lustig viel (zu viel) fliegen, Auto fahren, Tierprodukte verzehren, Filme und Musik streamen, KI nutzen, Plunder einkaufen und wegwerfen, usw. usw.

    Der Mensch hat schwere Defizite.



    Wahrscheinlich vergrößert und verstärkt der Kapitalismus diese noch.

  • "Hitzesack" im Niederländischen.



    Besser den Dom in Kölle lassen und die Kohle unter der Oberfläche.



    Wir brauchen wohl mehr Grün politisch wie als Verschattung an den Straßen statt schwarz-heißer Blechkisten. Und wieder weniger Zynismus. Und beides können wir schaffen.

    • @Janix:

      Kuppel ist die richtige Übersetzung von englisch dome.

  • Hitzewellen, Starkregen, Klimawandel & die aktuelle Politik, geht scheinbar irgendwie nicht zusammen.

  • Würde vllt auch helfen solche Artikel nicht mit nem Freibad zu bebildern sondern mit nem Krankenwagen der Menschen wegen Hitzschlag einsammelt?

  • Was wäre den aus Sicht des Autoren eine "angebrachte Reaktion" bzw. Was sollte den bei einem solchen "Hitzegipfel" beschlossen werden?

    Wenn sich der Autor nur um ein paar Beispiele bemüht hätte, dann hätte er gemerkt, dass die von ihm angedachten Maßnahmen mit aller höchster Wahrscheinlichkeit Länderangelegenheiten sind. So ein Hitzegipfel wäre nix anderes als hitzigen Aktionismus. Sowas kennen wir zwar von berliner Grünen, bringt jedoch nixe nix.

    • @DiMa:

      Aufmerksamkeit auf das Problem lenke? Sie haben es ja auch gerade geschafft andere auf Ihr Problem aufmerksam zu machen.

      • @John Mc co.:

        Wenn eine Regierung die Aufmerksamkeit auf Probleme lenkt, dann wird von ihr im Allgemeinen auch eine Lösungsstrategie erwartet. Das wäre ja höchst kontraproduktiv.

  • Ich weiß darum geht es nicht, aber schön dass mal mit diesem Frosch-Mythos aufgeräumt wird...

  • ja, und macht jetzt jemand mal was? merz? talking to you

  • Ich vernehme immer wieder, dass eine Mehrheit der Bevölkerung für mehr Klimaschutz ist, z.B. durch Ausbau regenerativer Energiequellen, oder auch durch Absenkung allgemeiner Tempobeschränkungen auf unseren Straßen, oder durch Maßnahmen für Klimaverbesserungen in unseren Städten. Aber wenn's dann konkret wird, und es auch um persönliche Abstriche geht, die wohlgemerkt nicht existenzbedrohlich sind, sieht die Welt schon etwas anders aus: teuerere Flugreisen? regionale Wind- und Solarparks? höhere Parkgebühren in Ballungszentren? Rückbau autozentrierter Infrastruktur? ... Da fangen viele Mibürger sofort an, freizudrehen, nach dem Motto: nicht mit mir, nicht vor meiner Haustür.

    • @Minion68:

      „Klimaschutz ja – aber bitte nur, solange er nichts kostet, nichts verändert und vor allem woanders stattfindet.“



      Genau das ist das Problem. Die vielbeschworene Mehrheit für Klimaschutz schmilzt in dem Moment dahin, in dem der eigene Geldbeutel, der Parkplatz vor der Tür oder der Billigflug in den Urlaub betroffen ist. Dann wird aus Verantwortung schnell Empörung und aus Solidarität ein lautes Not in my backyard.

    • @Minion68:

      Es sind evtl. die etwas Reicheren, Einflussreicheren, die die Solidarität und das Allgemeinwohl nicht so beherrschen, im Schnitt. Doch ganz sicher nicht hier im taz-Forum, nein.

    • @Minion68:

      Nun, man könnte ja damit beginnen, in den Großstädten die Parkstreifen in den Nebenstraßen für PKW konsequent rückzubauen Das wären dann pro Straße einen Meter links und ein Meter rechts, die plötzlich frei werden .Kann man schön begrünen.(Schatten kühlt) Dazwischen Haltebuchten für Lieferantenfahrzeuge. Die Anwohner können ihre Privatfahrzeuge schließlich in Tiefgaragen oder Parkhäusern abstellen. Wenn man das konsequent durchzieht, kann man die Temperaturen in der Stadt bis zu 5 Grad und mehr reduzieren.



      Aber ich gebe Ihnen recht. Der Aufschrei der autofahrenden Anwohner wird so riesig sein, das wird kein Politiker auf sich nehmen. Also schwitzen lieber alle weiter.

      • @Arafna:

        Sie haben taz-Artikel zu dem Thema in Berlin plus Kommentarspalte nicht mitbekommen.

    • @Minion68:

      Ist halt die Frage, ob die dann freidrehenden Mitbürger tatsächlich die gleichen sind, oder eben doch nur eine laute Minderheit.

      • @schoenix:

        Ja, das ist die Frage. Manchmal habe ich den Eindruck, in diversen einschlägigen Medien wird im Sinne der fossilen Lobby diskutiert und eine schweigende Masse bzw. Mehrheit nimmt's schulterzuckend zur Kenntnis. Manchmal begegnen mir Meinungen ala "die haben doch nicht alle Latten am Zaun", wenn es um so ein Thema wie steigende Parkgebühren geht. Wenn ich dann Argumente für solche Maßnahmen anführe, dann ernte ich oft genug nur Unverständnis, allerdings meistens nicht von den Mitmenschen, die in der Gegend wohnen, in der die Gebühren erhöht werden.

        Und es begegnet mir noch zu oft ein Schwarz-Weiß-Denken, was Kompromisse erschwert.

    • @Minion68:

      Nicht gegen solche Klimaschutzmaßnahmen, aber gegen die Hitze in den Sommern der nächsten Jahre braucht es kurzfristig wirkende Verbesserungen und Anpassungen. Verschattung von Gebäude, Grünflächen statt versiegelten Plätzen und auch viel mehr Klimaanlagen zumindest in bestimmten Gebäuden.

  • Abgesehen von den im Artikel auch erwähnten Obdachlosen könnte man das Leben für alle diesbezüglich durch eine einzige Maßnahme erleichtern: flächendeckende Klimatisierung aller Gebäude. Während der Hitzeperioden gibt es Solarstrom im absoluten Überfluss, der Betrieb wäre also günstig. Einzig die Anschaffungskosten wären zu stemmen. Das dauert natürlich einige Jahre, ist aber sicherlich mit Abstand der größte Hebel, den wir zur Verfügung haben. In einem Aufwasch hätte man dann auch die Heizungen elektrifiziert.

    • @mm83:

      Super Idee. Klimaanlagen für alle, betrieben mit den Gaskraftwerken von Reiche. Aber für Dämmung für alle (hälfe übrigens auch gegen Hitze) damit Wärmepumpen effektiver sind, ist kein Geld da?

      • @Jalella:

        Wer bitte hat denn was von Gaskraftwerken gesagt? Ist Ihnen aufgefallen, dass wir derzeit in Phasen mit viel Sonne öfter mal Geld bezahlen müssen, damit das Ausland uns den ganzen Solarstrom abnimmt? Zufällig sind das genau die Phasen, wo Klimaanlagen am meisten helfen würden.

    • @mm83:

      Klimaanlagen reduzieren halt nur keine Hitze insgesamt, in Summe erhöhen sie sie sogar, dann wallt es zum Trottoir hinaus. Das also wohl nur gezielt einsetzen. Und besser Zeit und Geld in gemeinwohlförderlichere Maßnahmen stecken, wie schon oft genug vorgestellt: Groß gegen Klimaerhitzung, klein diese Kleinofen-Autos reduzieren, Bäume statt Blech, Markisen, Rollos, weiße Farbe, Trinkwasserbrunnen, ...

    • @mm83:

      Und was ist mit der Hitze, die die "flächendeckenden" Klimaanlagen an die Umwelt abgeben???

      • @Oskar Muster:

        Ich glaube, dass das wenig ins Gewicht fällt.

      • @Oskar Muster:

        Vorausgesetzt die Klimaanlagen werden mit Solarstrom betrieben, der zum größten Teil von den Dächern stammt, deren Gebäude durch die Anlagen gekühlt werden, wäre diese Hitze sowieso entstanden. Die Sonne scheint ja so oder so. Ob die Hitze durch den Umweg Solarzelle->Klimakompressor ensteht oder direkt, ist für die Temperatur völlig unerheblich. Energieerhaltung.

      • @Oskar Muster:

        Der Vorteil von Klimaanlagen (erträgliche Temperaturen für Menschen im Inneren) überwiegen vielfach die Nachteile wie abgegebene Hitze an der Fassade oder auf dem Dach der Häuser.

        Erst recht wenn Solarstrom verwendet wird.

  • Wollte nur mal anmerken dass die Wärmepumpe normalerweise im Sommer auch als Kühlung funktioniert, für die noch am Schwanken sind. Kombiniert mit ein paar Solarpaneelen...

    • @MarxhatteRecht:

      Dann haben sie hoffentlich eine Klimaanlage als Wärmepumpe oder eine sehr gute Wohngebäudeversicherung. Denn die klassische Wärempumpenlösung ist mit einer großen Flächenheizung versehen, also Fußboden- oder Wandheizung. Wenn sie anfangen die zu kühlen entstehen große Mengen an Feuchtigkeit in Estrich oder Mauerwerk, vgl. Kondensation. Die Folge ist großflächiger Schimmelbefall.

      • @Samvim:

        Man kann den Taupunkt berechnen und die Anlage darauf einstellen. I.d.R. sind >16°C bei Heizkörpern und > 12° Vorlauftemperatur bei Fußbodenheizung möglich. Es gibt soger Sensoren die die Anlage steuern kann und die Vorlauftemperaturen dürften dann nochmal tiefer sein.

        • @M.Knoth:

          Das funktioniert nur bei sehr niedriger Luftfeuchte und geringer Raumtemperatur, also wenn man die Kühlung eigentlich nicht braucht. Bei normalen sommerlichen Temperaturen liegt der Taupunkt weit über 12 oder 16 Grad Celsius

    • @MarxhatteRecht:

      >Wärmepumpe normalerweise im Sommer auch als Kühlung<

      Kalter Fußboden - sehr unangenehm - keine gute Idee.

    • @MarxhatteRecht:

      Vorsicht. Bei einer Klimaanlage wird auskondensierendes Wasser abgeschieden, bevor die abgekühlte Luft in den Raum geblasen wird.



      Bei einer Wärmepumpe mit Fußboden/heizung/kühlung kondensiert das Wasser in den Teppich, und der Schimmel wächst. Wenn es Radiatoren oder übliche Flächenheitkörper sind, tropft an denen das Wasser runter.



      Nicht immer ist das, was auf den ersten Blick einleuchtend erscheint, das Gelbe vom Ei.

  • taz: *Denn leider ist die Hitze ein gravierendes Problem [...] für Kranke und Obdachlose.*

    Richtig, denn die ca. 50.000 Obdachlosen - für die man keine bezahlbaren Wohnungen in Deutschland hat, weil nur noch teure Eigentumswohnungen gebaut werden - vergisst man auch immer gerne in unserer "Leistungsgesellschaft".

    Mit der Hitze wird es jetzt von Jahr zu Jahr schlimmer werden. Der Klimawandel spaßt nämlich nicht.

    Anstatt aber einen echten Volksvertreter zum Kanzler zu machen, haben wir jetzt einen BlackRock-Mann an der Spitze, der alles Soziale in diesem demokratischen Sozialstaat (Art. 20 GG) 'ausmerzen' möchte.

  • Ja, es ist ein Wahrnehmungsproblem -- wie vieles bei dieser Bundesregierung. Offenbar kann sich niemand in diesem Klub vorstellen, wie es ist, in einer schlecht isolierten Dachwohnung zu wohnen, in eine Schule zu gehen, in deren Klassenräumen ab 11:00 Uhr 32 Grad herrschen, bzw. an einem Arbeitsplatz zu stehen, an dem die Wärme von Maschinen und die Hitze zusammenkommen, weil die Halle den klimatischen Bedingungen nicht gewachsen ist.



    Vielleicht sollte einfach mal jemand die Klimaanlage in den Büros des Bundestags abstellen ... Aber das war dann sicherlich ein hybrider Angriff auf unsere Demokratie.

  • "In Deutschland wird Lebensqualität weiter nicht per Schattenindex gemessen, sondern in Kilometern pro Stunde"

    Hat auch etwas mit der Wahrnehmung in der Bevölkerung zu tun. In der Breite scheint diese beim Thema Klimawandel nicht sehr viel schlauer als ihre Regierung zu sein.

    Während meiner Zeit in Deutschland habe ich die Erfahrung gemacht, das temporäre Hitze hier eher als schönes Wetter betrachtet und der Deutsche sich selbst bei Temperaturen von 30 Grad am Abend noch mit Begeisterung hinter den Grill stellt.

    Viele städtische Einrichtungen scheinen diese Einstellung zu teilen, denn schaue ich mir die Zustände bei Hitze in deutschen Krankenhäusern oder im Nahverkehr an scheint Hitzeschutz nirgends soweit oben auf der Agenda zu stehen um die notwendigen Investitionen zu tätigen. Gleiches gilt auch für die erforderlichen städtebaulichen Maßnahmen im Zuge des Klimawandels.

    Mein Eindruck ist daher, das sich im Großen und Ganzen hier gleich zu gleich gesellt. Die Klimapolitik der Regierung spiegelt die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung wieder, die sich eben mehr für einen Tankrabatt begeistern kann, als für verkehrsberuhigte Innenstädte.

    • @Sam Spade:

      Sie reden von 30, hier geht es um 40 und mehr (heute hier in Bordeaux waren es 43), da braucht selbst der abgebrühteste Teutone keinen Grill mehr zum Barbecue, stellen Sie die Pfanne ne Viertelstunde in die Sonne, kühlen Sie sich in Ihrem SUV währenddessen ab (wie jeder dritte Deutsche mit Neuwagen) und los geht der Spaß.

  • Vermutlich würde Frau Reiche den Klimastab leiten.



    Ich finde jeder sollte sich mal fragen was er tun kann,



    jeden Meter fahren ? Urlaubsflüge ? Ölheizung aus dem Keller reißen ? richtige Partei wählen ............

    • @Opossum:

      Ja, diesen Gedanken hatte ich heute auch und hab dann wegen der Hitze erstmal meine Arbeitspause verlängert und öfter eingelegt. Soll ja durchaus Arbeitskraft retten. Die richtige Partei wähle ich schon seit Jahrzehnten - da habe ich keinen Zweifel, wenn ich mir die Realpolitik der letzten Monate ansehe. Und morgen geht es auf die internationale Solarmesse in München, damit übermorgen technologieoffen die bessere regenerative Lösung umgesetzt wird, trotz Reiche, denn Gas ist nur etwas für Reiche und für Menschen die mit Abhängigkeit Spass und Erfüllung verspüren - eben so wie Reiche . Tja und dann wird weiterhin jeden Tag etwas konstruktiv gegen den Klimawandel umgesetzt. z.B. PV-Anlagen, welche die zukünftigen Rentenbeiträge retten oder einen früheren Austieg ohne Abzüge aus dem Arbeitsleben ermöglichen.

  • Man kann wirklich nicht genug warnen, Hitze kann töten. Mir persönlich wird auch nicht genug vor Krieg gewarnt. Denn auch Kriege können für so manchen tödlich enden.

  • "... Ein Krisenstab der Bundesregierung wäre überfällig ..." Mal ehrlich, was soll das unter den derzeitigen Verhältnissen bringen? Der Bund holt bezahlte Berater oder Geschäftemacher und beschliesst das, was zu tun ist Ländersache ist und die geben das postwendend an die Kommunen weiter und die sind Pleite.



    In einem Land wo man sich drum streitet wer russische Provokationsdrohnen abschiessen darf, weil z.b. die Bundeswehr ja nur über eigenem Gelände, wenn überhaupt tätig werden darf und ansonsten das nächste Ordnungsamt zuständig ist, wird da nichts zu erwarten sein.

    • @Axel Schäfer:

      Da wurde eben mal wieder nicht fertiggedacht. ar wohl Freitag und die Merzens hatten Sitzungsschluss. Warum auch dann noch mehr arbeiten, die Pension wird doch eh von Steuergeldern bezahlt.

  • Ich würde hier gern ergänzen, dass die Situation auch für Kleinkinder und Säuglinge gefährlich ist. Wobei ich das Fehlen dieser Information nicht übelnehme, denn durch die im Artikel zu Recht angesprochene Ignoranz fehlt das so ziemlich in jeder Verlautbarung zu dem Thema.



    Das angekündigte Wetterwarn-Telefon als einzige Maßnahme für nicht kasernierte Rentner wird vielleicht helfen (wenigstens ist jemand drauf gekommen, das nicht als Push-Nachricht oder Email zu verbreiten). Wenn jetzt im Ernstfall noch die KI vorbeikommt, kann ja nichts mehr schiefgehen. Zum Glück sind noch ein paar Organisationen näher am Bürger und noch nicht finanziell ausradiert.



    Ansonsten freue ich mich gar nicht auf die in der Diskussion hierzu erwartbaren Beiträge von Klimaleugnern und werde deswegen hier nicht wieder vorbeischauen.

    • @Christine_Winterabend:

      Liebe Christine,



      angesichts des auch von uns als Besserwissenden verantwortenen 'Wandels' kann ich Deinen Sarkasmus gut nachvollziehen! Wir haben uns in eine Lage bringen lassen, bei der wir derart über unsere Verhältnisse leben (müssen !?!) , dass euner ChatGBT eigentlich schlecht werden müsste oder streiken, um sich solch einem lebenswidrigem Treiben, wie es uns 'DER Kapitalismus' untergejubelt hat, zu widersetzen....

    • @Christine_Winterabend:

      "... Zum Glück sind noch ein paar Organisationen näher am Bürger und noch nicht finanziell ausradiert. ..."



      Wer wäre das? Ich kenn nur welche die von der kaum noch vorhandenen Substanz zehren, bei den Finanzzuweisungen steht mittlerweile alles auf dem Prüfstand.