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Schwarz-rote RentenreformDie Kapitalrente ist nicht sicher

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Die Bundesregierung will die Vorschläge der Rentenkommission komplett übernehmen. Das ist fatal, denn es würde de facto eine Rentenkürzung bedeuten.

B undeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angekündigt, dass die schwarz-rote Bundesregierung die Vorschläge der Rentenkommission komplett übernehmen will. Das ist keine gute Botschaft. Die Kommission schlägt nämlich unter anderem vor, dass Beschäftigte und Ar­beit­ge­be­r:in­nen künftig bis zu jeweils 1 Prozent des Bruttolohns in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge zahlen sollen.

Denjenigen, die glauben, dass der Finanzmarkt generell besser ist als die gesetzliche Rentenversicherung, mag diese „Kapitalrente“ attraktiv erscheinen. Aber Vorsicht: Sichere Renditen von mehr als 3 Prozent pro Jahr wie in der gesetzlichen Rentenversicherung müssen am Kapitalmarkt erst einmal erwirtschaftet werden. Und dass sich die Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung für Jüngere nicht lohnt, stimmt nicht.

Vor allem: Die Kapitalrente ist nicht sicher. Aus guten Gründen hat Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) in den 1950er Jahren die Rente von der Kapitaldeckung auf das Umlageverfahren umgestellt. Nach zwei Weltkriegen war nicht mehr genug Kapital da. Abgesehen davon werden die Zeiten nicht friedlicher: Vor Börsencrashs ist niemand sicher. Die Reaktionen an den Börsen auf Trumps Kapriolen zeigen, wie schnell Finanzmärkte ins Wanken geraten. Und: Investieren am Kapitalmarkt ist nicht umsonst. Finanzdienstleister bekommen saftige Gebühren und Provisionen.

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Die gesetzliche Rentenversicherung ist stabil und krisenfest, auch wenn sie systematisch schlechtgeredet wird. In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt gesunken und keineswegs gestiegen, wie Studien etwa der Hans-Böckler-Stiftung zeigen. Reformdruck besteht allenfalls mit Blick auf die Altersarmut. Nötig wäre die Einführung einer Mindestrente, von der die Be­zie­he­r:in­nen leben können – finanziert etwa durch höhere Bundeszuschüsse. Dass künftige Generationen im Alter von Kapitalerträgen stark profitieren, ist nicht mehr als ein vages Versprechen.

Gleichzeitig soll die Lebensarbeitszeit steigen, indem das Renteneintrittsalter an die allgemeine Lebenserwartung geknüpft wird. Das ist nichts anderes als eine Rentenkürzung. Denn die Beschäftigten müssen entweder länger für dieselbe Rente arbeiten oder sie bekommen weniger.

Gleichzeitig ist es eine weitere Umverteilung von unten nach oben. Menschen mit geringerem Einkommen leben im Schnitt kürzer, gesetzlich Krankenversicherte sterben Jahre eher als Privatpatient:innen. Die Ärmeren sollen also die Renten der Wohlhabenderen noch mehr subventionieren, als sie es heute schon tun.

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Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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49 Kommentare

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  • Ich muss gestehen, dass ich mich im Gegensatz zu vielen anderen Kommentator*innen weder mit Rentensystemen noch mit den Finanzmärkten gut auskenne.

    Ich frage mich deshalb ganz naiv und laienhaft, ob es nicht möglich (oder sinnvoll?) wäre, die ganze Rentenversorgung auf ein staatliches, steuerfinanziertes Grundversorgungsmodell umzustellen?

    Mag ja eine Utopie sein und ich weiß es gibt kein System das nur Vorteile hat.



    Sicher bräuchte das jahrelange komplizierte Übergangsregelungen, bei denen es nicht nur Gewinner*innen gibt.

    Ich frage mich aber, ob es nicht gerechter wäre, wenn Arbeitseinkommen, Einkommen aus selbständiger Tätigkeit und Gewinne aus Unternehmen bzw. Finanztransaktionen in gleicher Höhe besteuert würden.



    Diese zweckgebundene Steuer in einen staatlichen Rentenfond einzahlen aus dem dann (im Alter oder bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit) jedem eine einheitliche auskömmliche Grundversorgung (Rente) pro Kopf ausgezahlt werden kann.

    Das könnte doch die Einnahmeseite auf eine breitere Basis stellen und es stünde darüber hinaus jedem der es sich leisten kann frei, sich zusätzlich abzusichern.

    Aber wie gesagt, ist nur so ein laienhafter Gedanke...

  • Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Autorin mal wirklich Börsenkurse angesehen hat, bevor sie diesen Artikel schrieb. Der S&P 500 ist in den letzten 5 Jahren um 71% gestiegen. Und davon war Trump großteils Präsident. Nicht auszudenken, was das für eine Entlastung gewesen wäre, wenn daraus Renten bezahlt werden könnten.

  • Der norwegische (-> nebenan) Staatsfonds erwirtschaftet eine durchschnittliche Rendite von über 6 % seit Gründung 1998. Und ist noch dazu – wie die AfD sagen würde – "linksgrünversifft", indem massiv Anteile von Unternehmen, die in regenerativen Energien oder auch im Kontext Umwelttechnik unterwegs sind, erworben wurden. Find ich gut.

    " Die Kapitalrente ist nicht sicher"

    Man benötigt bei einer solchen Rente in aller Regel nicht die gesamten oder große Teile der Einlagen zu einem definierten Zeitpunkt. Entsprechend ist das Risiko bei einem Staatsfonds dieser Größe IMO ziemlich gering, wie Norwegen oder Schweden belegen.

  • Ich Frage mich, wie man das schwedische Modell so aus Prinzip nieder reden will und ohne Ende Ängste schürt.



    Aber auf der anderen Seite die umlagefinanzierte Rente auf ein Podest stellt, gleichzeitig aber den Elefanten im Raum: Demographie, von einst 6 Arbeitnehmern die einen Rentner finanzierten zu einem Verhältnis von 1zu1. Und die Rentner werden immer älter, also beziehen auch die Rente immer länger.

    Manche argumentieren mit dem Entzug des Geldes für die Wirtschaft. Nicht ganz falsch, aber wenn die paar Arbeitnehmer demnächst 25% Rentenbeitrag bezahlen müssen konsumieren diese auch nix mehr.

  • Wie jetzt, Risiko?



    Es heißt doch immer, dass diese ganzen Aktienzocker ein "leistungsloses Einkommen" hätten? Jetzt doch nicht so safe und leistungslos?



    Und sonst wird sich immer darüber beschwert, dass die Kapitaleinkommen schneller steigen als die Löhne. Und jetzt soll die breite Masse daran teilhaben, und dann ist es plötzlich auch nicht recht?



    Verrückter Gedanke: Kann es sein, dass dieser Kritik der selbe Gedanke zu Grunde liegt wie der Idee, dass man für viel Geld lieber Konzernen die Wohnungen abkauft statt dafür neuen Wohnraum zu schaffen?



    Man stelle sich mal vor: Altersarmut und Wohnraumknappheit (und damit hohe Mieten) wären beseitigt. Linke Parteien hätten keine WählerInnen mehr...

  • Wenn die Aktienrente kommt, sollte man auch schauen, dass solche Investments die Aktienmärkte erheblich verändern.

    Fatal wäre da, aus Gier das Geld zB in die USA zu schieben (wie das idiotischerweise bei vielen aktienbasierten Betriebsrenten passiert). Wenn man das Geld in (M-/Tec-)DAX bzw. Eurostoxx investiert, würde das tatsächlich das Kapital der europäischen Firmen und den Wirtschaftsstandort stärken und die Aktienmärkte hier stabiler und attraktiver machen.

    Geld woanders hin zu schieben wäre dagegen fatal.

  • Nach der Beschimpfung verschiedener Gruppen dieses Landes kommt jetzt die praktische Anwendung.

  • Oh ja..der Kapitalismus und die wundersame Vermehrung des Geldes.







    Bereits heute gibt es eine Geldmenge die ein Vielfaches der real existierenden materiellen Werte repräsentiert.



    Da geht SpaceX trotz hoher aktueller Verluste an die Börse..und schwupps ist Elon der reichste Mensch der Welt.







    Aber gut..so lange die Gläubigen an den "Wert" des Geldes glauben funktioniert das *Schneeballsystem des Geldes* munter weiter.







    Fragt sich halt nur was passieren muß..oder besser wann..das mit dem Glauben nicht mehr funktioniert. Wenn wir schon heute 3 Erden brauchen um unseren Konsum zu bewältigen, dann rasen wir ganz offensichtlich auf das Ende der Klippe zu. Und wenn wir dann über die Klippe springen, dann ist es auch vorbei mit dem (Glauben an den) Wert des Geldes.







    Wer also glaubt, eine Kapitalgedeckte Rente wäre sicher, denkt entweder zu kurzfristig oder hat nicht verstanden in welch fundamentalen Widerspruch sich das Finanzsystem zu den WIRK-lichen Verhältnissen auf diesem Planeten befindet..

  • Natürlich verdienen an einer Kapitalmarktrente auch Finanzdienstleister mit, da ist im Endeffekt aber trotzdem noch ein deutlicher Gewinn für den Anleger. Natürlich ist die Kapitalanlage nicht komplett sicher, aber wenn man das Geld lange liegen lassen kann, dann ist es zumindest sehr sicher. Wenn man sich die ganzen großen Dellen der letzten Jahre anschaut, dann geht es irgendwann immer wieder nach oben.

    Und insgesamt halte ich die Meinung, der Rente gehe es quasi blendend, man muss also nur noch ein wenig mehr Geld reinstecken, für gewagt.

    Wo ich aber vollkommen zustimmen muss, ist die Einschätzung, dass längere Arbeitszeit de facto eine Rentenkürzung ist.

    • @Markus Schäfer:

      Für den einzelnen, der das Geld hat, um etwas davon für Jahrzehnte beiseite zu legen, geht diese Rechnung tatsächlich auf.



      Aber nicht für den Staat bzw die Rentenversicherung, der schon jetzt Kapital ausschütten muss, weil es jetzt schon Rentner gibt.



      Die Rentenversicherung kann kein Geld für Jahrzehnte beiseitelegen, um es je nach Marktsituation in 20 oder 25 Jahren zu benutzen. Sie braucht in jedem Jahr eine stabile Menge an Geld. Genau diese Stabilität bietet eine Aktienanlage nicht, dazu ist der Markt viel zu volatil.



      Die Umlagefinanzierte Rente ist das stabilste System, das bisher erfunden wurde. Natürlich gäbe es einige Dinge zu verbessern. Gerade mit dem Renteneintritt der Boomer-Generation. Aber das sind Feinheiten. Das System auf den Kopf zu stellen heißt, das Kind mit dem Bade auszuschütten.

      • @Herma Huhn:

        Die umlagefinanziette Rente ist im Prinzip ein Schneeballsystem.

        Der demografische Faktor sorgt dafür, dass es strukturell nicht mehr funktioniert.

        Nicht mehr funktionieren kann.

        Deshalb die derzeitigen Zuschüsse aus Steuermitteln.

    • @Markus Schäfer:

      "Wo ich aber vollkommen zustimmen muss, ist die Einschätzung, dass längere Arbeitszeit de facto eine Rentenkürzung ist."



      da muß man nicht zustimmen, das ist Mathematik.



      Um welche Summen geht es denn, wenn man eine relevante Stützung der Rente erreichen will? Wieviel muss an Dividende eingenommen werden um diese Beträge zu erreichen und wieviel muß in den Aktienmarkt investiert werden um auf diese Dividenden zu kommen?

    • @Markus Schäfer:

      "...aber wenn man das Geld lange liegen lassen kann..."

      Und genau das können die unteren Einkommensgruppen nicht. Die müssen dann das Kapital angreifen bzw. sogar aufbrauchen und die Kapitalrente löst sich in Luft auf.

      Aber das wurde schon 100 mal erklärt...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Also ich gehe mal davon aus, dass man an den Teil nicht ganz so einfach rankommt. Das soll ja vom Lohn abgehen und in eine staatliche kapitalbasierte Rente reingehen.

        • @Markus Schäfer:

          Ich rede von der Zeit, in der man schon Rente bezieht. Da ist man auf das Geld angewiesen und muss in Krisenzeiten entweder ans Kapital oder man versucht es bei der Tafel.

          Bis jetzt ist übrigens davon die Rede, dass man sich die Anlagen raussuchen kann und von staatlicher Garantie habe ich auch nichts gelesen.

        • @Markus Schäfer:

          Vorausgesetzt 7 % Rendite sind dauerhaft erreichbar, müsste man für einen Kapitalstock von 1 Billion € um in 10 Jahren mit der Auszahlung zu beginnen rund 4,1 % der beitragspflichtigen Bruttolöhne abziehen, zusammen etwa 72 Mrd. € pro Jahr.



          Um in 40 Jahren zu beginnen wären es etwa 0,3 %, zusammen rund 5 Mrd. € pro Jahr.



          Heraus kämen später etwa 271 € brutto pro Rentner und Monat.



          Diesen Kaufkraftentzug müsste die Wirtschaft erstmal verkraften ein minus von 72 Mrd. wäre eine Katastrophe, 5 Mrd. immer noch eine Kraftprobe. Und das für 271 Euro mehr Rente?



          Am Kapitalmarkt legt man überzähliges Geld an. Nichts anderes.

  • Der schwedische Staatsfond für die Rente investiert unter anderem in weltweite Aktien. Und hat in den vergangenen Jahren durchschnittlich eine zweistellige Rendite abgeworfen. Und die Schweden machen das seit Jahren.



    Und die Verwaltung und das Anlegen übernimmt dort eine Behörde. Und wenn man die Gebühren der Banken bei Fonds anschaut, liegen die bei bis 1,5 %. Wer mein Geld gut verwaltet, der soll ruhig etwas abbekommen. Geiz ist doch nicht geil

    • @Bernd Simon:

      der schwedische Rentenfond investiert unter anderem in den Berliner Immobilienmarkt, besonders in Vermietungen. Sprich Berliner Mieter bezahlen schwedische Rente, stellt sich nur die Frage, wo pressen wir das Geld heraus? Prag, Budapest, Warschau?

      • @nutzer:

        und apropos in 2026 erwirtschaftet der schwedische Rentenfond eine Rentenerhöhung von minus 2,60 € bis plus 5,90 € pro Monat und Rentner.



        Bei voraussichtlich gleichzeitigem Kaufkraftentzug von 5 Mrd. Euro in 2026, sprich diese Summe verdient die schwed. Wirtschaft weniger.



        Lohnt sich das?

        • @nutzer:

          Kaufkraft ist nicht alles für eine Wirtschaft. Export, Tourismus, Finanzdiesnstöeistungen etc. Spielen für viele Länder eine größere Rolle ein paar Milliarden weniger Kaufkraft sind nicht tragisch.

          • @Machiavelli:

            doch, die Kaufkraft ist alles. Export schöpft nur anderswo die Kaufkraft ab, das funktioniert eine Weile, das ist endlich. Finanzwirtschaft baut auf dem Realmarkt auf, wenn der in der Rezession ist, wirkt sich das auch auf den Finanzsektor aus.



            Was hat Tourismus damit zu tun? Fehlt die Kaufkraft, leidet als erstes der Tourismus.

        • @nutzer:

          Diese Daten, die auf Person und Monat heruntergerechnete Werte gesamtwirtschaftlichen Jahresdaten gegenüberstellen, sind jetzt nur bedingt hilfreich.

          Aber davon abgesehen, was wären denn die richtigen Rentenanstiege und sollten diese stattdessen durch steigende Beiträge der Umlagezahlungen finanziert werden? Vermögenssteuern mögen einen gewissen Anteil beitragen können, sofern man die Erträge für Renten ausgeben will, aber wie nachhaltig die Erträge durch solche Steuern steigen, ist ähnlich unsicher (und vermutlich an ähnliche Faktoren gekoppelt) wie die Entwicklung auf den Aktienmärkten, oder?



          Warum also nicht sowohl als auch?

          • @Outis:

            "Warum also nicht sowohl als auch?"

            weil eine Aktienrente dem Wirtschaftkreislauf aktiv Kaufkraft entzieht, erst in vielen Jahren relevante Erträge erbringt und dieses Geld jetzt aktiv etwas bewirken könnte,



            Der entscheidende Punkt ist aber, dass dieses Geld im Wirtschaftkreislauf fehlt und durch andere Quellen ersetzt werden muß, um eine Rezessionsverstärkung zu verhindern.

  • Bei einzahlungszeitraum von größer Als 15 Jahren hat es mit Aktienfonds niemals Eine negative Rendite gegeben. Vielmehr gab es immer mindestens 8%. Wenn man die gesetzliche Rente als Investment betrachten würde, dann hätte sie einen negativverzinsung

    • @Horst Sörens:

      Sorry, aber das ist Unsinn!

      Im statistischen Mittel verbleibt bei der deutschen Rente nach Abzug von Sozialabgaben (Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner) für Männer eine Nettorendite von etwa 2,3 bis 3,1 Prozent, für Frauen von rund 2,9 bis 3,6 Prozent.

      Klingt nicht viel, aber dafür ist die Rente staatlich garantiert und die Auszahlung zeitlich unbegrenzt (bzw. bis zum Tod). Welche Aktienanlage kann das von sich behaupten?

      • @Anders Heister:

        Aktien zahlen noch meinen Kindern Rendite aus wenn ich schon tot bin.

  • Das was ich in 30 Jahren am Kapitalmarkt an Erspartem angelegt habe, das hilft mir im Alter, Stand heute, das gleiche Einkommen zu haben wie zu Arbeitszeiten.

    Agenda: Eigentlich will doch Links aller Besitz dem Proletariat. Sagt man dann: Alle AGs ins Rentenportfolio.... also Sozialismus pur, dann will das keiner mehr. Verstehe ich nicht!

    • @Tom Farmer:

      Sie als Privatperson können das tun und es ist absolut sinnvoll. Das ist die ökonomische Mikroebene.



      Wenn es die Akteure auf der Makroebene tun funktioniert es nicht mehr, der (platte) Vergleich aus dem Fussball: Wenn wir beschließen, ab jetzt gewinnen alle Mannschaften, versteht jeder sofort den Widerspruch.

  • Das große Problem in Deutschland ist das duale Altersversorgungssystem. Die großen Unterschiede zwischen Pensionen und Renten zeigen wie wenig leistungsfähig das deutsche Rentensystem in Wirklichkeit ist. Die Aktienrente wird da für die meisten Rentner nur der Tropfen auf den heißen Stein sein. Rentenkommission, SPD und CDU haben die historische Chance, alle Erwerbstätigen in eine Rentenversicherung einzahlen zu lassen wohl verpasst. "Beamte bleiben außen vor", Arbeiter und Rentner werden die Zeche zahlen müssen. Das kommt dabei raus, wenn man Politiker, hohe Beamte, Professoren und Herrn Merz und Frau Bas, alles Menschen, die wohl nie Rente beziehen werden die Entscheidung über dies Thema überläßt. Politiker und die Beamtenlobby wollen eben keine Veränderungen im Pensionsrecht, basta. Keine Diskussion erwünscht. Das Pensionssystem ist dermaßen unterfinanziert und aus der Zeit gefallen, dass man das Problem am besten der Bevölkerung komplett verschweigt und aussitzt. Und sie kommen damit auch wohl noch durch. Gruselig, aber wohl mittlerweile Normalität in diesem Land.

  • Ich kann diese ständigen angstgetriebenen Warnungen vor einer kapitalgestützten Zusatzrente wirklich nicht mehr hören. Die Warnungen vor Börsencrashs widerspricht wirklich allem, was wir seit 1915 in den Renditen der Aktienmärkte sehen und mathematisch recht gut modellieren können.

    Alleine der Dow Jones 30 kommt im 110-jährigen Chart (seit Ende 1914) auf eine jährliche Wertsteigerung von ca. 6,4% (inflationskorrigiert 3,1%) - trotz zweier Weltkriege! Kann man bei macrotrends.net nachlesen.

    Das Einzige, was man auf keinen Fall machen sollte, ist, das Geld für eine kapitalgestützte Rentenkomponente komplett in Deutschland anzulegen. Das wäre ein großer Fehler. Man sollte es vielmehr breit gestreut in den kapital- und renditestärksten Märkten der Welt anlegen. Das sind die USA, die EU (inkl. GB, Schweiz, Norwegen) und Südostasien (Japan, China, Indien etc.).

    Wir sollten eine kapitalgestützte Rentenkomponente also unbedingt ausprobieren!

    • @Aurego:

      So viel Geld in Aktienmärkte zu stecken, verändert diese erheblich. Es wäre höchst töricht, soviel Kapital an andere Länder zu verschenken, statt den europäischen Wirtschaftsstandort zu stärken.

    • @Aurego:

      Rechnen Sie doch einmal vor, welche Summen durch den Staat investiert werden müssten, um überhaupt eine relevante Summe herauszubekommen. Dann zeigt sich die Praxistauglichkeit sehr schnell.

      • @nutzer:

        Wollen Sie damit sagen, dass Schweden, Norwegen sowie weite Teile der 401k US Beschäftigten und Rentner alle ein bisschen doof sind?



        Wenn jeder Bürger bis zur Rente irgendwie 100000€ bei 6% (langfristrendite) anteilig liegen hat.... bei 6% also 500€/mon. It easy das zu berechnen!

        • @Tom Farmer:

          Ich sage, wie im Fussball können nicht alle gewinnen, der eine kassiert, der andere zahlt.



          Ihre Rechnung ist etwas schief...



          um 500 Euro pro Monat zu bekommen, für 21,491 Mio. Rentner braucht man einen Kapitalstock von 2,15 Billionen Euro.



          Der Bundeshaushalt 2025 lag bei etwa 502,5 Mrd. €



          das 4,3-Fache eines gesamten Bundeshaushalts.



          Nichts einfacher wie dies, oder?

      • @nutzer:

        Relativ einfach zu berechnen: Bei einer jährlichen Rendite von 7%, was seit dem 2.Weltkrieg die im Durchschnitt durch breit gesteuerte ETFs jährlich erzielt wird, würden bei einer Investitionssumme von 1 Billionen Euro (Das doppelte dessen, was für die Verteidigung ausgegeben werden soll) ca. 70 Milliarden jährlich hängen bleiben, wenn man den Zinseszinseffekt ignoriert. Ansonsten jedes Jahr deutlich steigend.



        Im Jahr 2025 ist der Rentenhaushalt bei etwa 180 Milliarden.

        Sorry, aber wer ernsthaft Angst hat vor dem Kapitalmarkt, der ist auf Propaganda reingefallen.

        • @Walterismus:

          wir stecken also den doppelten Bundeshaushalt in den Aktienmarkt, um 271 Euro je Rentner und Monat herauszubekommen?



          Donnerwetter, da kann ja bald jeder Renter einmal zusätzlich ne Kaffeefahrt machen.



          Das ist wirklich lohnenswert.



          Aber nun Sie, woher nimmt die Politik den doppelten Bundeshaushalt, neben dem bestehenden, wenn wir keine Schulden machen wollen und wie bedienen wir dann diese Schulden? Womit? Mit noch einem Aktienfond?

          • @nutzer:

            Oder das doppelte dessen, was wir jetzt in die Verteidigung stecken. Das kann man schonmal in die Rente stecken. Zumal diese 1 Billionen ja nicht weg ist, sondern weiter als Vermögensgegenstand existiert.



            Zum anderen wird der Zinseszinseffekt dafür sorgen, dass mit jedem Jahr die Rentner pro Monat mehr raus bekommen. Langfristig der beste Weg. Und 271 pro Monat pro Rentner mehr zu haben ist richtig Geld. Über 3300 € pro Jahr.

            Sorry, aber wer jetzt nicht in den Kapitalmarkt investiert, obwohl er könnte, der soll bei Renteneintritt schweigen, wenn er meint zu wenig Rente zu bekommen.

            • @Walterismus:

              Es bleibt ein Widerspruch. Wenn allgemeiner Tenor ist, der Staat solle keine Kredite aufnehmen (Schulden machen) , es plötzlich aber ok ist, wenn es darum geht am Finanzmarkt zu investieren, dann hinkt da etwas gewaltig.



              Geld wird in der Realwirtschaft verdient, der Aktienmarkt baut darauf auf. Dort wird kein Geld erarbeitet, es wird anderswo im Realmarkt abgeschöpft.



              Aber noch zugespitzter, warum soll der Staat über den Umweg des Aktienmarktes auf Erträge in vielen Jahren hoffen, wenn das selbe Geld jetzt sinnvoll in die Realwirtschaft investiert, direkte Auswirkungen hätte, für Wirtschaft, für die Rente, für die Löhne.



              Aber das ist merkwürdigerweise verpönt.

    • @Aurego:

      Ja das sind aber doch bloß Fakten. Ein Blick auf fast jeden Chart genügt.

      Bei dem Thema gelten Meinung und Emotion doch viel mehr. Und etwas Antikapitalismus und schlecht reden als Vorwurf. (Ironie off)

    • @Aurego:

      Da gibt es arge Abhängigkeiten vom gewählten Startpunkt.

      Mit Start bei 1916 wären es schon nur noch 2,6% (Inflationsbereiningt).

      Und 1929 bis 2026 wären schon nur noch 2.1%.

      2.7% für 1966 bis 2026 (60 Jahre) aber 6,6% von 1982 bis 2026.

      Und nicht im geringsten Krisenfest: 1965 bis 1982 ist der Dow Jones im Schnitt jedes Jahr 7% gefallen -- wer 1982 die Rente aus einem Aktiendepot gebraucht hätte, hätte 2/3tel der Einlagen verloren.

      Denn bei den Renteneinlagen können wir nicht entscheiden, wann wir die entnehmen.

      www.macrotrends.ne...r-historical-chart

      • @Arne Babenhauserheide:

        Das ist eine komplett irrelevante Argumentation. Bei diesem Rentenmodell wird ständig jeden Monat etwas eingezahlt. Es gibt also nicht den einen, möglicherweise schlecht getimedten Einstiegspunkt, sondern man muss das 40-Jahr Mittel heranziehen.

  • Ein wesentliche Frage, die in Artikeln zur Kapitalrente immer wieder nicht gestellt wird, ist die, wohin das investierte Kapital fließt. Der norwegische Staatsfonds zB investiert viel in Firmen, die wesentlich mit der Nutzung fossiler Energien zu tun haben. Oder werden wir vielleicht unfreiwillig Minderheitsbeteiligter bei Musks Firmen? Wir haben jedenfalls dann selbst keine Kontrolle mehr in dieser Frage, jedenfalls solange wir nicht die (vielleicht) mögliche Opt-out-Option nutzen, die wohl die meisten von uns aber dann wieder darin überfordert, unser Aktienportfolio selbst zu managen.

    • @ExMac:

      Sie haben im jetzigen Umlageverfahren aber auch keine Kontrolle.

      Sie zahlen die Renten mit für Nazis, Hardcoreislamisten und AfD-Wähler.

      Sollten Beamten mit einbezogen werden werden in die Rentenkasse, zahlen Sie für Weidel und Höcke.

    • @ExMac:

      Die Frage woher die Rendite dann real kommt, das wird einfach in der gesamten Diskussion ausgeblendet, getreu dem Motto: Strom kommt aus der Steckdose und die Milch aus der Flasche.

      • @nutzer:

        Soweit ich weiß, basiert jede Rendite am Kapitalmarkt auf der Umverteilung von Mehrwert, der von Unternehmen erwirtschaftet wird, also auf der Ausbeutung von Arbeitskraft.



        Jede Investition am Kapitalmarkt ist somit für mich ausgeschlossen, egal ob die Rendite sicher ist oder nicht.

        Speziell auf die Rente bezogen: Die Idee ist, dass ein Teil unserer Rente in Zukunft durch die Ausbeutung von Arbeitern (möglichst aus Ländern, in denen die Arbeitskraft billig ist) finanziert wird?

        • @the-void:

          genau das ist der Hintergrund, über den überhaupt nicht gesprochen wird. In der Mainstreamdiskussion wird so getan als fiele das Geld am Aktienmarkt vom Himmel, rein und unbefleckt.



          Sie treffen genau den Punkt!

  • Wie kommt es dann, dass andere Medienerzeugnisse kein Wort dazu verlieren. Überall wird diese Lösung gehypt.



    Gibt es sonst keine Fachleute unter den Journalisten?



    Oder wollen uns die anderen Medien vorsätzlich belügen?

    • @Karl Heinz:

      Fachleute:



      Ulrike Herrmann



      Heiner Flassbeck

      andere Medien u.a. :



      surplus Magazin



      Makroskop



      Makronom

    • @Karl Heinz:

      Vielleicht gehören andere Medien Leuten, die kein Interesse daran haben, sich am Solidarsystem entsprechend zu beteiligen? Was soll dieses Geraune genau bringen?