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Entlastungspaket der BundesregierungRückwärtsgewandt und unwirksam

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Die Regierung will der Ölpreiskrise mit einem fossilem Weiter-so begegnen. Das ist absurd – aus ökonomischer wie ökologischer Sicht.

Die hohen Benzin preise belasten die Wirtschaft Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

W ie fantasielos kann eine Regierung sein? Rückwärtsgewandt und möglicherweise nicht einmal wirksam – so sieht das Entlastungspaket von Union und SPD aus. Die Bundesregierung will die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel für zwei Monate um 17 Cent pro Liter senken. Schon der Tankrabatt der Ampel hat nicht funktioniert, weil die Mineralölkonzerne die Steuersenkung nicht weitergegeben haben. Das könnte auch jetzt geschehen. Und was, wenn die Krise nach zwei Monaten nicht zu Ende ist?

Ein Stoppschild für die Spritpreise ist nötig, um Inflation und Wirtschaftskrise zu vermeiden. Aber es sollte auch wirken. Bei einem Preisdeckel nach Luxemburger Vorbild zum Beispiel wäre das der Fall. Der fällt auch länger als zwei Monate. Bei einem Tankrabatt ist die Gefahr groß, dass die Wirkung bei steigenden Weltmarktpreisen für Öl verpufft. Danach sieht es angesichts der Lage am Persischen Golf aus.

Die Ampel verband den Tankrabatt wenigstens mit dem 9-Euro-Ticket. Etwas Vergleichbares gibt es jetzt nicht, auch keine Senkung der Preise im Fernverkehr, wie sie die litauische Regierung beschlossen hat. Die deutsche lässt sich nicht einmal zu einem Appell an die Bür­ge­r:in­nen herab, Sprit zu sparen und das Auto stehen zu lassen. Dabei sind etwa Fahrgemeinschaften und ein Tempolimit auf Autobahnen geboten. Hält der Krieg an, werden Öl und Gas nicht nur noch teurer, sondern auch knapp.

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Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder lobt die Beschlüsse von Union und SPD als „echtes Autopaket“. Er meint: fossiles Autopaket. Genau das ist das Problem: Die Regierung will der Ölpreiskrise mit fossilem Weiter-so begegnen. Sie will das Verbrenner-Aus auf europäischer Ebene aufweichen und Vorgaben für den Einsatz von E-Autos verhindern. Das ist absurd. Die deutschen Autobauer verlieren so Zeit für eine Transformation. Ein schnellerer Umstieg auf E-Autos ist die richtige Antwort auf die derzeitige Lage. Aus Gründen des Klimaschutzes ist das ohnehin überfällig, spätestens jetzt aber auch aus ökonomischen.

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Anja Krüger
Parlamentskorrespondentin
Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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84 Kommentare

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  • Die NZZ mahnt auch ein Tempolimit an.

  • Ich habe auch nie ein Auto besessen. Ich lebe in beengten Verhältnissen. Das Straßenbahnnetz ist zu grobmaschig. Ich brauche solidarische oder besser öffentlich-rechtliche Strukturen, die Mobilität für alle ermöglichen.



    Ja, alles ist sehr dumm: zu viele Autos, zu viel Aggression, zu viel giftige Abgase, zu kurzsichtig.



    Mit gebührenfinanzierten Sammeltaxis die Pkws ersetzen. Nicht alle Strecken gehen mit Fahrrädern.

    • @Land of plenty:

      In gewissen Fällen wohl auch in Zukunft private Pkws, die aber eigentlich ein Indikator von Mangel sind. Mangel an ÖPNV-/Rad-/Fuß-Angeboten, Mangel an Infrastruktur in der Nähe.



      Kurze Wege also, statt mit Pendelpauschale in die Ferne ziehen oder in der Ferne arbeiten.



      Mobilität für alle sind Bus, Bahn, Rad, Fuß, Sammeltaxen. Irgendwann sind wir alle zu langsam und seh-eingeschränkt fürs Autofahren. Besser jetzt schon für die wirkliche Mobilität für alle streiten - sie ist Bus, Bahn, Rad, Fuß, Sammeltaxen, auch in der Fläche.

  • Habe nie ein Auto besessen, weil ich es aus meiner Sicht schlicht nie brauchte. Am Ort gearbeitet, die vier Kilometer 2x täglich mit dem Rad gefahren. Wollte lieber ein paar Euro pro Stunde weniger verdienen, als eine einzige Minute eigener Lebenszeit an Pendelei verschwenden...

    Für alle anderen Gelegenheiten und in Familie gibts Bahn und Bus. Nicht immer und überall. Und heutzutage oft schlechter als früher. Leider.



    Könnte also aus eigener Auto-Praxis wenig mitzureden haben.



    Bin allerdings als eher unterdurchschnittlich "bezahlter" Rentner an allen anderen Kostensteigerungen durchaus gut mitbeteiligt. Und an diese Gruppe hatte auch Rot-Grün-Gelb schon nicht gedacht, beim letzten Mal...



    Mal abgesehen davon, dass E-Mobilität eindeutig zukunftsweisender ist als das, was unsere ulkige Regierung für richtig hält, fürchte ich, es ist insgesamt auch nur Augenwischerei überhaupt auf ein "Weiter so" im lediglich anders angetriebenen Individualverkehr zu setzen.



    Das kann schlicht nicht die Lösung sein, wenn dereinst Energie für Produktion und Betrieb für ein paar Milliarden zusätzlicher E-Fahrzeuge weltweit gebraucht wird. Vom Straßenbau und all seinen Folgeerscheinungen mal abgesehen.

  • Es tut mir leid: WIR LEBEN ÜBER UNSERE VERHÄLTNISSE ! Der 'Wunsch' , möglichst günstig und ausreichend über die begrenzten Rohstoffe des Planeten verfügen zu dürfen, ist uns von Geschäftemachern aufgedrängt worden und (erst ?) jetzt stellen wir fest, wie abhängig sie uns gemacht haben und dabei gleichzeitig unsere Lebensbedingungen zerstören: Dabei wissen die PROFITeure des Systems selbst nicht mehr, wo sie das vermehrte Kapital (das dann nichts mehr wert ist, wenn sie es nicht anlegen können!) noch so einsetzen können, dass es sich weiter lohnt. Mehr Autos geht doch gar nicht, wenn wir nicht komplett Natur und Kultur zerstören wollen und gleichzeitig ist zu konstatieren, dass die Kaufkraft der Kunden gar nicht mehr ausreicht, diesen verschwenderischen Lebensstil zu finanzieren, weil die Profitmacher immer mehr raffen und mit den Abhängigen immer weniger teilen wollen (oder können, weil die Konkurenz drückt und die Margen enger werden) und zwar so lange, bis sie die Mitmenschen ihre Existenz (Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit) genommen haben, weil Maschinen sie ersetzen. Wer das nicht begreifen will, darf sich über rechte Verschwörer bitte nicht wundern. Zuviel ist Zuviel !

    • @Dietmar Rauter:

      Wenn sie schon "wir" sagen (und nicht jeder lebt über seine Verhältnisse), sollten Sie das "wir" auch auf die Verantwortlichen anwenden.

    • @Dietmar Rauter:

      Das haben wir alles seit Jahrzehnten freiwillig, mündig, selbstbestimmt und eigenverantwortlich zugelassen, obwohl jeder wusste, dass es alles genauso kommen musste!

      • @Dr. Enseleit Jürgen:

        Na ja, mit Freiwilligkeit ist das so eine Sache. Die Annahme, dass jeder von uns seine Lebens- und Konsumgewohnheiten frei wählen kann, ist eher abenteuerlich.



        Womit Sie aber recht haben. "Wir" haben Jahrzehnte Parteien gewählt, die die Prokrastination in ihren Wahlprogrammen stehen hatten.

  • Das wird nie was mit der in Zukunft steigenden CO2-Abgabe als Steuerungselement....

    Was jetzt angesagt wäre: Stromsteuer für alle runter, Tempolimit, günstigere Bahntickets im Fernverkehr, endlich die Einführung des Klimagelds.

    Ich hab es wirklich satt, so gefählrich rückwärtsgewandt regiert zu werden.

  • Na ja, sie machen zwar den gleichen Kram, wie Lindner in der Ampel - was ja schon so mittel-toll war. Aber immerhin machen sie es wenigstens noch schlechter. Ein Tankrabatt von 30 Cent mag wenig dort bewirkt haben, wo er wirken sollte, aber 17 Cent jetzt bewirken wenigstens noch weniger. Und nur zwei statt drei Monate. Und die unsägliche Zulage von 1000€, die Unternehmen "freiwillig" gewähren können, wobei natürlich Rentner, Studenten, und Menschen in nicht tarif-gebundenden Jobs sowieso leer ausgehen, ist immerhin auch niedriger als die 3000 € (war es nicht so?) von damals.

    Also der gleiche rückwärtsgewandte unoriginelle Kram, nur noch schlechter. Aber das ist wenigstens, was man von dieser Regierung erwarten konnte.

    Besonderes Highlight: den Tankrabatt aus der Erhöhung der Tabaksteuer finanzieren. Raucher findet man überproportional bei geringer Verdienenden. Also nochmal eine kleine "von unten nach oben"-Umverteilung zusätzlich.

    • @Jalella:

      Typische Schere-noch-weiter-öffnen-Maßnahmen, nichts anderes war zu erwarten.

  • Voll die kompetente Lösung, wie man sie von unsereren Möchtegerns / Politikern nicht anders erwartet hat. Ganze zwei Monate Unterstützung - Helau Alaf - Besonders raffiniert die Gegenfinanzierung, durch die Erhöhung der Tabaksteuer. So hätte unsere Regierung ja auch die enormen Verluste [ ca. 35 Milliarden Steuergeld ] unserer Steuergelder durch die CUM EX - Affäre, die letztendlich nur durch unsagbare Schlamperei unseres Steuersystem ermöglicht wurde, refinanzieren können. Empfehlung zur CUM EX - Affäre, wie unser Steuergeld sehenden Auges von unseren Regierenden verplempert wird - läuft zur Zeit ein Mehrteiler in der ZDF Mediathek.

  • Kaum dass der Spritpreis nach oben geht,



    Schon rufen alle: „Entlastungspaket!“



    taz.de/Die-Wahrheit/!5879774/

  • Wenn jetzt alle auf Eautos umsteigen würden innerhalb eines Jahres - wo kommt den dann der ganze Strom her?



    Einen Wind - oder Solarpark zu planen und dann zu bauen braucht es in Deutschland ca. 8 Jahre weil irgendwelche Umweltschützer klagen.



    Bei Südlink hat es zwischen Planung und Baubeginn 16 Jahre gebraucht - weil Umweltschützer klagen.



    Und wo kommt dann bitte so schnell zusätzlich benötigter Strom her wenn wir alle mit Strom fahren und heizen? Aus Erdgas! und dann gehen die Strompreise durch die Decke!



    Bitte nicht falsch verstehen - ich bin nicht gegen die Energiewende sondern nur dagegen, das es Egoisten erlaubt ist dringend benötigte Energiewende mit geldgierigen Anwälten zu verhindern.

    • @Bernd Simon:

      Es steigen nicht alle auf einmal innerhalb eines Jahres auf E-Autos um.

      • @sujall:

        Wie auch? Fängt ja schon bei der Anschaffung an...für ein mehr oder minder sinniges E-Auto (also keine Trümmerbüchse a la Dacia Spring...) müssen schon um die 35k€ kalkuliert werden. Und selbst dann bekommt man lediglich einen Kompaktwagen (oder schlimmer: Kompakt-Wannabe-SUV) mit einem Haufen Elektronik, der im schlechtesten Fall schon direkt nach der Anschaffung für jede Menge Stress sorgt.

        Und wie man die Problematik der ausreichenden Anzahl von Ladestationen in den real existierenden Hochhaussiedlungen Herr werden will, hat auch noch niemand schlüssig beantwortet. Aber selbst der Mieter auf dem Land hat mitunter schlechte Karten, wenn der Vermieter eine Wallbox ablehnt und die Alternative darin besteht, die Kündigung ins Haus zu bekommen, wenn man auf der Ladestation beharrt.

  • mal angenommen die Steuersenkung wird 1:1 weitergegeben, ich meine es geht dann um 15 ct . Dann ist meine Tankfüllung jetzt 10,50 Euro weniger teuer, aber immer noch 26,60 Euro teurer als vorher.



    Insgesamt 145,60 Euro.



    Ist das der große Wurf, hilft es mir, wenn ich alle paar Wochen 10,50 spare?



    Wer betrieblich diese Kosten stemmen muß, wird auch da noch stöhnen.



    Das Geld könnte man besser anlegen und die Spritpreise kostenneutraler (aus Staatsperspektive) deckeln.

    • @nutzer:

      @ nutzer



      Erstmal abwarten, die Freude wird doch für uns Verbraucher noch kommen, wenn ersteinmal die Lebensmittelpreise aufgrund dieser enormen Subventionen ins purzeln kommen. Auch der Besuch in der Gastro und Kulturveranstaltungen werden bestimmt wieder attraktiver für uns Bevölkerung, dank der enormen Weitsichtigkeit " unserer " Regierenden....

    • @nutzer:

      Fahren Sie langsamer. Sobald ich von Max 120 auf Max 100 heruntergehe, spare ich 30%. Das läppert sich.

      • @PeterArt:

        sie haben meinen Beitrag falsch gedeutet. Der Punkt ist, dass eine lapidar kleine persönliche Ersparnis einer ungemein großen gesamtgesellschaftlichen Ausgabe gegenübersteht.



        Sprich viel Aufwand , wenig Nutzen.



        Die Sache mit dem Tempolimit habe ich in einem anderen Kommentar schon genau dokumentiert bei mir sind es runde 42% mehr Fahrstrecke je Tankfüllung.

  • Es ist doch beim lesen der Kommentare erstaunlich, daß so viele der Meinung sind E-Autos sein ja so teuer das könne man sich ja gar nicht leisten. Wobei gleichzeitig die Autos in den letzten Jahren immer größer geworden sind.



    Der Gedanke sich evtl ein kleineres Auto zuzulegen, langsamer zu fahren, ein Tempolimit (was auch zu einer Preissenkung beitragen könnte), das Auto auch mal stehen zu lassen und auf Fahrrad oder den ÖPV umzusteigen scheint für viele offenbar ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

    ..lustig irgendwie..

    • @Wunderwelt:

      "...das Auto auch mal stehen zu lassen und auf Fahrrad oder den ÖPV umzusteigen scheint für viele offenbar ein Ding der Unmöglichkeit zu sein."



      Das wieder. Ich ahne, in was für einer Gegend Sie wohnen.



      Ich selber wohne nicht mal richtig auf dem Land. Dennoch - malsoalsBeispiel - ein Arbeitsweg von 15km mit dem Rad bei 0 Grad wollen Sie nicht ernsthaft als Dauerlösung anpreisen, oder? Wenn die öffentlichen deutlich länger als doppelt so lange wie das Auto brauchen...



      Aber na ja, diese Debatte wird immer wieder geführt und bringt nichts, weil die Lebensrealitäten auseinanderklaffen.

      • @Encantado:

        Mit der Einstellung hätten ich und viele andere norwegische Kinder nie eine Schule besuchen können.

        Im nordnorwegischen Winter über die vereisten Gebirgsstraßen mit dem Mountainbike, ausgestattet mit Suomi Tyres Ice Spikes bis runter nach Tromsø, war von meinem siebten bis zwölften Lebensjahr mein tägliches Fitnessprogramm. Und das bei Polarwind, Schnee und Temperaturen oftmals weit unter - 10 Grad. Alles machbar und hat auch Laune gemacht, besonders wenn es bergab ging.

        Ab dem zwölften Lebensjahr durfte ich dann eigenständig ein kleines Boot mit Außenborder steuern und konnte über die See nach Tromsø übersetzen. Sparte Zeit, nur 20 statt 45min, war im Winter aber auch alles andere als konfortabel. Das war unsere Lebensrealität und meiner Ansicht nach nicht die schlechteste.

        Machen die Kinder aus meiner Nachbarschaft heute teilweise noch genauso, wenn Muttis Fahrservice aufgrund der Witterung versagt.

        Erzieht zudem zur Selbständigkeit, das wurde bei Kindern an der Küste schon immer großgeschrieben. Auf sich gestellt zurechtkommen ist ein wichtiger Aspekt, wenn man es in der Natur mit der See und dem Gebirge zu tun hat.

        Alles nur eine Frage des Aufwachsens und der Gewohnheit

      • @Encantado:

        NurmalsoalsBesipiel: Ich bin während meinen letzten zwanzig Arbeitsjahren vor der Rente täglich mit dem Rad zur Arbeit gefahren.



        Zwar keine 15km sondern nur knappe vier, dafür aber auch bei unter minus zehn Grad...



        Zu allen Schichtzeiten, Früh, Mittags, Nachtschicht. Und klar: Es war nicht täglich so kalt.

        Gebe dennoch zu: das geht nicht immer und überall. Und ist selbstredend nicht jederfraus Sache.

      • @Encantado:

        Mein Weg ist tatsächlich 16km lang und mit der richtigen Kleidung sind auch -10° kein Poblem. Jeden Tag 30km Rad zu fahren, auch bei Wind und Wetter, ist nicht unmöglich sondern einfach nur unbequem, mal abgesehen von den gesparten Kosten wegen des deutlich fitteren Lebensstils.

        • @Faya:

          Alle Achtung! Ich glaube da hätte mir zur Nachtschicht dann doch die Motivation gefehlt - wenngleich ich Ihnen insgesamt gern zustimme...



          Im Übrigen waren +30° unter Mittag mitunter sogar unangenehmer als die Kälte... Spätestens wenn der Fahrtwind weg war...

  • Offensichtlich benötigen wir mehr Zeit für umweltschonende Verkehrsmittel. Basierend auf einer hoffentlich bald umweltgerechten Gewinnung der dafür benötigten Rohstoffe.

    Aktuell ist der Verbrenner für viele noch unverzichtbar. Beispielsweise Speditionen, von denen viele bereits am Abgrund stehen und die ersten bereits den viel zitierten Schritt weiter sind.



    Auch ich wohne ländlich, hab weder zuhause noch bei der Arbeit die Möglichkeit ein E-Auto zu laden.

    Es gibt Unternehmen und Menschen, die auf den Verbrenner angewiesen sind, dies auch noch lange sein werden und massiv unter den Preisen leiden.

    Auch ist die ganze Infrastruktur noch nicht bereit.

    Bitte diese nicht vergessen!

    • @Sole Mio:

      Wo leben Sie, in Pirna? Dort hat der neugewählte AfD Bürgermeister als erste Amtshandlung Ladesäulen abbauen lassen. Wie intelligent!



      Es gibt übrigens auch Speditionen, die mit E-LKW fahren, geht sogar bis Spanien.

      • @celcon52:

        🙅 Pirna ist es nicht!



        Es ist das grün regierte Baden Württemberg. Also ziemlich weit vorbei getroffen!



        Ein Mehrfamilienhaus bei dem es die Lage nicht zulässt eine Solaranlage drauf zu setzten und



        es auch nicht möglich ist in der gemeinsamen TG eine Wallbox zu installieren. Die nächste Ladesäule ist etwa 3km entfernt. Mein Auto benutze ich beruflich für den Außendienst in 3 europäischen Ländern. Das nächste Büro unseres Unternehmens mit Lademöglichkeit ist etwa 3,5-4h Fahrzeit entfernt. Deshalb arbeite ich vom Homeoffice aus.



        Haben Sie sich schon einmal mit den Kosten, den Ladezeiten und der Reichweite von E-LKW‘s auseinandergesetzt?

        Und ich habe es schon testweise im Winter mit einem E-Auto versucht. Ist nicht praktikabel. Ein Hybrid bringt nichts, weil relativ oft den Verbrenner bis zum ersten Termin oder dem ersten Hotel nützen müsste und deren Verbrauch hoch ist.

        Bin nun gespannt ob ich von Ihnen eine Antwort bekomme, die mir wirklich weiterhelfen wird. Oder ob es bei Ihnen nur um Idealismus und evt eine Abneigung um Pirna geht

        • @Sole Mio:

          Fragen Sie die Spedition Nanno Janssen in Leer, die fahren mit Ihren E-LKW in ganz Europa herum, wie die das machen. Anscheinend kommt man damit auch bis Andalusien und zurück.



          Auf der Suche nach Ladepunkten empfehle ich



          goingelectric.de

      • @celcon52:

        Spediteuren jetzt die Anschaffung eines E-LKW anzuraten, ist in etwa so hilfreich wie der Ratschlag an einen Obdachlosen, sich doch einfach eine Eigentumswohnung zu kaufen.

    • @Sole Mio:

      Tja, was für Umwelt und Kriegstreiben schädlich ist, sollte vielleicht auch angemessen kosten, finden Sie nicht? Ländlich und gar keine Lademöglichkeit ist übrigens eher die Ausnahme. Tankstellen gibt es auch noch.



      Wir haben über Jahrzehnte Verbrennerautoindustrie gefördert und leiden jetzt darunter. Also sollten wir mit der Förderung Schluss machen, dann wird es u.a. weniger Lang-Pendelei in die Städte und mehr Arbeitsplätze nahe an den ländlichen Wohnorten geben.

      • @Janix:

        Das was Sie da schreiben ist überhaupt nicht praktikabel.

        Würden Sie im Winter 3km zur nächsten Ladesäule laufen? Ich habs versucht, auch teilweise mit dem stündlich fahrenden Bus.

        Um die Pendelei in die Städte zu vermeiden wäre es doch eher sinnvoll den öffentlichen Verkehr auszubauen und für genügend Wohnraum zu sorgen.

        Oder wollen sie den Menschen die gezwungen sind zu pendeln anraten nicht mehr arbeiten zu gehen? Wie wollen sie es denn erreichen dass die Arbeitsplätze den jeweiligen Wohnorten folgen?

        Sorry, aber was Sie da schreiben, dem kann so wahrscheinlich kaum jemand folgen.

        • @Sole Mio:

          3 km wäre etwas für das Klapprad, den Gesundheits-Spaziergang oder die Joggingschuhe. Ich hätte aber eher das Buch mitgenommen oder die Online-taz und dort eine halbe Stunde geladen.



          ÖPNV ausbauen und Wohnungen kompakter, klar.







          Ich habe nur kurz eingeflochten, dass die Pendlerpauschale die Arbeitsplätze auf dem Land kaputtmachte, weil das Langfahren nicht nur nicht bepreist, sondern sogar extra belohnt wird. Das lässt sich beenden.



          Vielleicht habe ich mich umständlich ausgedrückt.

  • Das Deutschlandticket wird schon seit Jahren mit Milliardenbeträgen bezuschusst. Da ist es nur fair, auch mal andere Verkehrsteilnehmer zu unterstützen.

    • @Puky:

      Die Unterstützung erhalten die Mineralölgesellschaften, nicht die Verkehrsteinehmer.

    • @Puky:

      Wenn es bei denen überhaupt ankommt und nicht von den Ölkonzernen gefressen wird! DAS ist eigentlich das größte Problem daran! Dass dieses Geld vielleicht den Benzinpreis um 0 Cent senkt während es Milliarden kostet und nach ganz oben umverteilt wird!

    • @Puky:

      Tja, und wenn Sie mal beim Umweltbundesamt oder bei FÖST nachsehen, werden Sie die leider deutlich höheren teuren Beträge für Auto und Flug-Kilometer finden.



      Da ist es doch fair, Fuß, Rad und die weitere Grundversorgung an Mobilität für wirklich alle auszubauen und zu unterstützen, in der Fläche. Das wäre mal fair.



      (Könnte mensch auch in den taz-Artikeln bereits gelesen haben).

  • Nebenwirkungen der Union plus SPD: Lobbypolitik der obsoleten Fossil-Dinos.



    Es ist leider so teuer und so genau falsch herum.

  • Die Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin ist für Pendler und für alle, die auf das Auto angewiesen sind und nicht umsteigen können, z.b. die im ländlichen Raum leben, ein wichtiger entlastender Schritt und gutes Zeichen.

    • @Simon Engelhardt:

      Wo leben Sie? Öffnen Sie Ihre Augen und Sie werden Ladestationen sehen.

    • @Simon Engelhardt:

      Wenn die Konzerne das weitergeben...! MWn sind sie nicht dazu verpflichtet und die 'sind auch nicht die Wohlfahrt'...! Werden sie also nicht wenn sie es vermeiden können...

    • @Simon Engelhardt:

      Nö.



      Es ist teuer.



      Es geht in die falsche Richtung: mehr schädlicher Verbrauch statt weniger???

      Wir brauchen wieder Busse und Bahnen in der Fläche, Radwege, kürzere Wege, aus vielen Gründen zugleich.

  • Wer hat's gesagt?

    „Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind. Das führt zu Verwirrung und hilft den Verbrauchern nicht.“

    Da waren es wenigsten nur Vorschläge!

  • Fossiler Todesstoß für die deutsche Autoindustrie. Sie hat es nicht anders verdient. Sobald dann in 2 Monaten die 17ct oder was das sind wieder oben drauf kommen, wird der Treibstoff um 30ct teurer geworden sein weil die Konzerne hinten raus einfach wieder alles drauf schlagen wenn nich so genau gekuckt wird.



    Und die jetzige Maßnahme zeigt ma wieder dass diese Regierung garnix kann. Anstatt z.b einfach den ermäßigten MwSt Satz zu senken und ALLE an den Supermarktkassen zu entlasten, werden nun ausschließlich Autofahrer entlastet.



    Studis, Omis, Alleinerziehende etc, die kein Auto fahren, deren Lebensmittelkosten aber trotz einer temporären Senkung der Mineralölsteuer nicht billiger werden, Stichwort Landwirte-Dieselptivileg, kucken mal wieder in die Röhre.



    Die ganze Regierung soll Eier lecken.

    • @Jasmin Reeh:

      Die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmitteln zu senken, vorübergehend auf 0%, wäre durchaus eine gute Idee und Entlastung für alle gewesen. Allerdings betrifft die gegenwärtige Preisexplosion an der Zapfsäule nun mal erst die, die auf das Auto angewiesen sind sowie Speditionen.

    • @Jasmin Reeh:

      Von jedem Euro für Lebensmittel den ein Verbraucher ausgibt kommen ca. 10 Cent bei den Landwirten an. Wenn Sie jetzt das "" Diesel Priveleg"" streichen bleiben den Landwirten nur 8 oder 9 Cent, Sie bezahlen aber das selbe im Geschäft wie bisher. Aber das ist ja egal, Hauptsache die Landwirte haben weniger !!

    • @Jasmin Reeh:

      Prinzipiell d'accord. Aber als Alleinerziehende (mit Auto und die Oma hat auch eins) möchte ich nicht ständig in gesellschaftlichem Diskurs als Opfer herhalten, boah, wie das nervt. Unser aller Lebenshaltungskosten sind in dem letzten Jahren (inflationär) gestiegen, das trifft mich genauso wie andere - Zweiverdienerhaushalte mit Mindestlohn oder Haushalte mit GruSi sicherlich aber mehr als mich mit Tarifgehalt angelehnt an TVöD E9 und auch mehr als Pensionärinnen...

  • Die Regierung kann wenn sie will schnell hunderte an Milliarden für Pensionen von Politikern und neuenBeamte sparen. Einfach mit der Rentenreform 2026 Politiker und neue Beamte in die Rentenversicherung einzahlen lassen. Keine Extrawürste mehr für Staatsdiener. Können wir uns eh nicht mehr leisten. Da sind dann auch wieder ein paar Milliarden für weniger privilegierte Bürger möglich.

    • @KLaus Hartmann:

      Sehr einfach und so schlau:



      Also wollen Sie eine Gehaltskürzung von derzeit 9,3 Prozent für z.B. Polizisten, trotzdem steigen die Lohnkosten für den Staat um weitere 9,3 Prozent, wäre dann der Arbeitgeberanteil.

    • @KLaus Hartmann:

      Ich wäre dafür, doch bitte berechnen Sie bei so etwas auch die Ansprüche dadurch mit.

      Weniger privilegierte Bürgers sind die ohne Auto, um zum Artikelthema zurückzubiegen. Wer Autos wie derzeit mästet, fördert genau die Falschen.

  • Machen es die restlichen EU Länder besser ? Warum soll immer nur Deutschland alles anders machen, sind alle anderen inkompetent?

  • ...einfach mit Steuergeld der Mineralölwirtschaft ihre Gewinne bezahlen...

  • Das sehe ich etwas differenzierter.



    Natürlich ist das Ende des Verbrenners



    Ziel .



    Tatsache ist allerdings, dass die große Mehrheit immer noch Verbrenner fährt.



    Der Umstieg auf Elektromobilität ist für Viele kein ideologisches, sondern ein finanzielles Problem.



    Höhere Spritpreise treffen Alle.



    Es dürfte klar sein, dass Arme das deutlich schwerer trifft als Reiche.



    Die Entlastung wird sich allerdings allgemein auswirken und als positives Signal gewertet.



    Es braucht keinen Blick in die Glaskugel um voraus zu sagen, dass Untätigkeit Wasser auf die Mühlen der „afd“ wären.



    Ich bin positiv überrascht, dass die Koalition in so kurzer Zeit zu Lösungen gekommen ist.



    Auffallend ist , dass die Meinung der Wirtschaftsministerin bei den Maßnahmen offenbar keine Rolle mehr gespielt hat.



    Angesichts der Tatsache, dass Übergewinnsteuern drohen, glaube ich, dass die Mineralölkonzerne durchaus Entlastungen weiter geben werden.



    Trotzdem gilt für die, die es sich leisten können, dass sich der Umstieg zum EAuto langfristig lohnt und es ist gut, dass es dort weiterhin sozial gestaffelte Förderungen gibt.



    Die Verstetigung der Finanzierung des Deutschlandtickets macht sich jetzt doppelt bezahlt .

    • @Philippo1000:

      Nö. Autofahrers sind die Reicheren, und die werden wie die Autoindustrie auf Kosten der anderen seit den 1930ern teuer bezuschusst, indirekt und direkt.



      Finden Sie in den taz-Artikeln, beim Umweltbundesamt, ...

    • @Philippo1000:

      Der Umstieg auf Elektromobilität IST für Besitzer privat genutzter Dienstwagen ein ideologisches Problem. Wäre es ein finanzielles, gäbe es in diesem Bereich nur noch elektrische Autos. Da es sich hier um 70% aller Neuwagen handelt, ist das ein wirklich großes Problem.

  • "344,3 Millionen Euro für Berateraufträge an externe Firmen und Kanzleien soll die Bundesregierung in den ersten drei Quartalen gezahlt haben.



    Spitzenreiter seien das Innenministerium mit 128,3 Millionen Euro und das Finanzministerium mit 72,4 Millionen Euro, es folgen das Gesundheitsministerium und das Verkehrsministerium mit jeweils rund 30 Millionen Euro."



    Es werden rund 30 Millionen (!!) Euro investiert um von Experten einen durchdachten langfristigen Plan zu erstellen um danach mit diesem "Autopaket" aufzugkreuzen und es stolz zu präsentieren??



    Wen nehmen die noch ernst?



    Wahrscheinlich bloß sich selbst.

  • "Ein schnellerer Umstieg auf E-Autos ist die richtige Antwort auf die derzeitige Lage."

    Das kann Sich aber nur die UPPER CLASS leisten.

    • @J. G.:

      Nein, das können sich alle leisten, die jetzt irgend ein Monster-SUV fahren. Und das sind recht viele, wenn man sich mal auf der Autobahn umsieht...

      • @Jörg Schubert:

        "Nein, das können sich alle leisten, die jetzt irgend ein Monster-SUV fahren."



        Ich demnach nicht. Schade.



        Wohl doch nur die Bessergestellten.

    • @J. G.:

      Das stimmt nicht. E-Autos kosten auf die Dauer weniger. Wer sich das Benzin leisten kann oder muß, kann sich auch ein E-Auto leisten.

      • @Kahlschlagbauer:

        Wenn man sieht, was zb. ein id.3 oder Tesla Model 3 kostet, besonders mit einer akzeptablen Reichweite, kann man nicht wirklich sagen, das man sich das im gleichen Umfang leisten kann. Zudem ist Strom bei uns immer noch recht teuer und nicht jeder kann vor der eigenen Haustür laden.

  • Danke, sehr guter Kommentar.

    Das Erdöl und seine daraus hergestellten Stoffe knapp werden könnten, scheinen wirklich sehr viele einfach auszublenden.

    Einfach, weil es das in den letzten 50 Jahren kaum gab. Die Ölkrise Anfang der 70er ist zu lange her und die Ölknappheit durch den Ukraine-/Rußlandkrieg war ja sehr moderat, wurde schnell abgefedert durch Öltransporte über die Straße von Hormus.

    Doch die ist nun dicht. Und aus Rußland kauft die EU kein Erdöl.

    Einen Preis von 120-180 Dollar pro Barrel (159 Liter) Rohöl halten Analysten schon seit Wochen für möglich (für Mai/Juni).

    Der Literpreis Benzin/Diesel dürfte dann bei circa 2,50- 3 Euro in Deutschland sein. Heizöl bei circa 1,70 - 2 Euro/Liter.

    Kerosin ist weiterhin vollkommen steuerbefreit und damit noch am günstigsten. Langstreckenflüge werden trotzdem wohl deutlich teuer werden ab Mai, bleibt die Straße von Hormus weiterhin gesperrt.

    Wer kann, füllt noch seine Lager/Tanks auf.

    Wer schlau ist (und genügend Geld hat), stellt auf Erdwärme(pumpe), Solarzellen, Solarthermie und E-Antriebe um.

    Fossillobbyisten haben fertig.

    Jetzt mit der Brechstange. Damit's schneller geht.

  • Endlich gibt es eine Entlastung für die Pendler, die auf das Auto angewiesen sind, ebenso für alle im ländlichen Raum, die generell das Auto benötigen und schon im Allgemeinen den Gürtel enger geschnallt haben. Fahrgemeinschaften sind gut, aber vielfach nicht umsetzbar, die Forderung nach einem Tempolimit lächerlich.

    • @Simon Engelhardt:

      Es ist lächerlich ein Tempolimit abzulehnen.

    • @Simon Engelhardt:

      ich habe es in den letzten tagen probiert, mit maximal 120 auf der autobahn, möglichst langsam ansteigender beschleunigung und siehe da mein auto kommt mit einer tankfüllung 300 km weiter. das ist in skandinavien mit tempolimit und dem insgesamt ruhigerem verkehrsfluss übrigens schon immer so gewesen. in norwegen schaffe ich 1000km in Dtl. 700 km

  • Aber selbstverständlich ist ein „echtes Autopaket“ auch ein fossiles Autopaket. Ich meine, wo sind wir denn hier?



    Was macht denn derweil eigentlich der erste kommerzielle Fusionsreaktor den Söder versprochen hatte? Läuft der schon? Oder müssen wir demnächst wie von Merz angedeutet doch wieder Kohlekraftwerke anfeuern?



    Und wo bleibt die Straßenzulassung für den Ford Nucleon? Immerhin war doch "Techonologieoffenheit" zugesichert worden und warum sollte man so einen praktischen, emissionsfreien SMR nicht auch als Kfz-Antrieb nutzen?

  • Die Regierung setzt nunmal nicht die Preise fest. Und das ist auch gut so. Sonst besteht die reale Gefahr eines politischen Bieterwettbewerbs mit einem politischen Preis, der sich vom Verhaeltnis zum Oelpreises entkoppelt und zu einer Versorgungskrise fuehrt.

    Allerdings teile ich die Kritik an den jetztigen Massnahmen. Der hier nicht erwaehnte steuer- und abgabenfreie 1000 Euro-Betrag, soll vom Arbeitgeber gezahlt werden. Die Erfahrungen des "Corona-Geldes" haben doch gezeigt, dass bei denen, die es brauchen, davon oft nichts ankommt.



    Und statt einer 2-monatigen Symbolreduzierung der Mineraloelsteuer brauchen wir guenstigeren Strom. Unsere Wirtschaft kann mit hoeheren Mineraloelpreisen leben. Zum einen weil es eine befristete Situtation ist, zum anderen weil es auch die Konkurrenz betrifft. Ganz anders verhaelt es sich mit dem teuren Strom in Deutschland.

    Diese Panik ueber nun zeitweise hoehere Spritpreise steht in keiner Relation zu den Kostensteigerungen in den letzten Jahren. Pendelt jemand am Tag 100 km und verbraucht ca 8 Liter sind das knapp 90 Euro pro Monat. 90 Euro pro Monat koennen viel sein, aber was ist mit 300 Euro fuer den naechsten Werkstattbesuch? EIn Auto kostet!

  • „Das Kartell wird uns erpressen" (taz - Ingo Arzt , Juli 2017) Sie machen weiter. Immer weiter. Je weiter, desto pleiter:



    taz.de/Kommentar-Z...ndustrie/!5429102/

  • Es gibt ja bekanntermaßen Lösungen die an den Ursachen ansetzen und solche die an Symptomen herumdoktern.







    Die Spritpreissenkung gehört dabei ganz klar zur Symptombekämpfung.

    Die Regierung redet immer davon die strukturellen Probleme des Landes lösen zu wollen..nur müsste sie diese überhaupt erstmal ideologiefrei zur Kenntnis nehmen.







    Bei Merz & Co steht immer noch das Jahr 1999 im Kalender. Die zwingenden (langfristigen) Notwendigkeiten sich der Klimakrise, der Energiewende und der Abhängigkeit von Fossilimporten anzunehmen, sind dagegen nicht wirksam erkennbar.







    Anstatt jetzt den Handlungsdruck zu nutzen und die (in Krisen immer vorhandene) *Bereitschaft der Bürger:innen, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen*, in zukunftsweisende Regulierungen zu überführen, wird nur für viel Geld an Überkommenem festgehalten.







    Jetzt wäre die Gelegenheit Zukunftstechnologien nach vorne zu bringen, indem man:



    - die Preise wirken läßt.



    - die Stromsteuer für alle (und damit auch die Kosten für E-Autos und Wärmepumpen) senkt.



    - den ÖPV stärkt.



    - etc.



    - und finanziell nur den wirklich Bedürftigen hilft.







    Das wären wirklich mal, an den Ursachen ansetzende (strukturelle) Lösungsansätze.

  • Tja, viele Mitbürger dachten, mit der CxU zieht wieder Wirtschaftskompetenz ein. Da fällt mir nur der Satz mit X ein: Das war wohl nix. Wirtschaftskompetent hat nichts damit zu tun, die Interessen der fossilen Lobby zu bedienen.

    • @Minion68:

      Die Wirtschaftskompetenz von Merz und Co. beschränkt sich, allen anders lautenden Gerüchten zum Trotz, auf das fehlerfreie Lesen der Speisekarte in der Kneipe.

    • @Minion68:

      Die sind doch schon ziemlich kompetent dem Bürger das Geld zu entziehen und in die "Wirtschaft" zu pumpen, wo es ausschliesslich den Superreichen zu gute kommt.

  • Das wäre jetzt mal wieder ein Möglichkeitsfenster für die Einführung eines Klimabonus/Klimageld/Klimaprämie gewesen.

    • @Eric Manneschmidt:

      Schließe mich an.



      Es sollte ja eigentlich schon in der letzten Legislatur kommen, als Ausgleich für die zusätzlichen Belastungen durch das Klimapaket.



      Aber damals war dann auf einmal kein Geld dafür da. Nun scheint es ja wieder da zu sein. Also?



      Für den Anfang könnte man ja damit beginnen, erstmal nur einkommensschwachen Haushalte damit zu entlasten.

      Die Milliarden würden dann zumindest genau dahin wandern, wo sie gebraucht werden.

      • @Arafna:

        Mhm, ja, könnte man.



        Allerdings haben diese "gezielten Entlastungen" einige Nachteile, weshalb ich es für sehr viel besser halte, das Klimageld gleich an alle zu zahlen - in gleicher Höhe pro Kopf. Damit erreicht man wirklich alle, ohne Diskriminierung, ohne großen bürokratischen Aufwand und ohne Fehlanreize (sowohl in Bezug auf Verbrauch als auch auf Erwerbsarbeitsmotivation).

        Siehe auch:

        Universell und deswegen hocheffektiv: Das Prinzip „Gießkanne“ www.grundeinkommen...prinzip-giesskanne

        Geständnisse eines (früher) wahren Gläubigen von „Poverty Targeting“



        bge-rheinmain.org/...-poverty-targeting

        • @Eric Manneschmidt:

          Wenn man bedenkt, warum das Klimageld eingeführt werden sollte, haben Sie sicherlich recht.

  • Diese Regierung hat weder Durchsetzungsfähigkeit, noch eine Idee, wie es besser gehen könnte. Dieser Rabat wird einen marginalen Effekt haben, aber es muss dennoch bezahlt werden. Und da sind wir beim Ist-Zustand dieser Regierung: Es macht eigentlich keinen Sinn, dass Leute mit einem Auto fossile Energie verbrauchen. Es macht keinen Sinn, dass zu bezuschussen, wenn dann in Verbindung mit einem Ticket, da stimme ich der Autorin voll zu. Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber sind extrem wichtig und deswegen darf und muss das kontrolliert und zur Not auch reguliert werden. Das ist aber was anderes, als einen Rabatt zu geben, der eventuell zu 100 Prozent bei den Unternehmen landet, die eben die Preise antreiben und vor allem die Gewinne einstreichen. Aber das ist m.M. wieder der Aspekt Friedrich Merz - ein Mensch, der im Prinzip nur 10 oder 15 Prozent der Bevölkerung gut findet, wohlhabende, besitzende Menschen, die auf nichts angewiesen sind, weil sie alles schon haben. Und die SPD sitzt neben diesem Merz und macht mit.

  • Deja vu. Der wievielte Artikel zum Thema ist das jetzt? Verstehe, es ist ein Aufreger. Die Zielgruppe der TAZ wird sich da vermutlich einig sein, oder? Weil das hier aber das Internet ist, werden wieder zuhauf Kommentare gepostet werden, in denen Leute sagen, dass es aber ja viele gäbe, die auf ihr Auto angewiesen sind, weil sie auf dem Land wohnen, und der ÖPNV dort quasi nicht vorhanden sei (leider wahr) und viele dieser Landbewohner:innen die hohen Benzinkosten krass spüren würden, und überhaupt sei dieser Großstadtzentrismus von mutmaßlich Bessergestellten zum Kotzen.

    Und naja, wo sie recht haben.

    Wahr ist aber auch, dass es sich sehr viele aussuchen können, und offensichtlich können sich sich sehr viele von ihnen das Autofahren noch leisten. Zumindest in der Stadt verstopfen sie die Straßen, Geh- und Radwege mit ihren Riesenkarren und blockieren die Wege von Rettungswagen, Pflege- und Lieferdiensten, Handwerker:innen und allen anderen, die aus guten Gründen Auto fahren.

    Stimmt schon, dass E-Autos sicher eine bessere Alternative wären, aber grundsätzlich ist diese Art von Individualverkehr, wie sie der “deutsche Traum” zu sein scheint, einfach nicht zukunftsfähig.

  • Da das ganze von mir als Elektro-Fahrer ja quasi ohne Gegenleistung mitfinanziert wird könnte ich jetzt sagen "Gern geschehen, liebe Verbrenner", wäre aber gelogen.

    • @Volker Racho:

      So ist Leben.



      Schulze mitfanziert vielleicht Ihre Krankenversicherung und die Kinder vom Lehman dereinst Ihre Rente.



      Und irgendwer die Einspeisevergütung für den Strom für Ihren Stromer



      Vermutlich der Dieselfahrer von umme Ecke, der mit seinen diversen Steuern so manches finanziert, was Sie sich gern gönnen.

  • Da war die Koalition vorher schon schlecht, das Rad einfach zurückdrehen ist sowas von 90er, in den 2020ern eher nicht das richtige Mittel. Sie wird die Transformation nicht aufhalten, das besorgt der Markt. Aber sie bremst sie, zulasten der deutschen Wirtschaft, die Autos, die Infrastruktur, das Zubehör werden andere besser, billiger und schneller bauen.



    Angesichts der Krise müsste es heißen, die Transformation zu beschleunigen, die Koalitionäre, vor allem die Union sind mit dem Kopf mindestens zehn Jahre zurück, haben die Problematik offensichtlich nicht verstanden und versagen verzagt.

    • @FtznFrtz:

      "...vor allem die Union sind mit dem Kopf mindestens zehn Jahre zurück..."



      Nö, Merkel & Co waren vor 10 Jahren schon deutlich weiter als die, die sich jetzt versuchen. Ginge es nach deren "Heizhammer", wären neue Ölheizungen längst verboten.

      • @Jörg Schubert:

        Der Heizhammer war von der Ampel, da bringen sie was durcheinander.



        NEUE Ölheizungen wären dann verboten, natürlich völlig zurecht. Die alten hätten noch lange laufen dürfen. Aber gut, Union, Springer, Nius uvm haben ja erfolgreich alles zerdeppert, bravo.