Die Wahrheit: Auf eine Zigarette mit dem All
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über rauchende Galaxien erfreuen.
Der Kosmos raucht! Man hat's genau gesehn,
durch Spiegellinsen großer Teleskope.
(Genauigkeit plus/minus eine Halb-Synkope).
Man weiß: Das Universum wird bald untergehn.
Noch lauschen Sterne strahlend zwar der letzten Stille,
noch ziehn Planeten ruhig schwimmbadgleiche Bahn,
noch ziehn die Monde mit. Und wie ein leberkranker Schwan
so schön scheint noch der Sonne gelbliche Pastille.
Noch! – Aber seht: Der Kosmos inhaliert auf Lunge.
Schon hat er schwarze Löcher mehr als zur Genüge.
Und die bezeugen: Nur noch ein paar Züge,
dann hängt ihm aus dem Hals die Zunge.
Es rummst und brummt in himmlischen Gebälken
Es röhrt und röchelt dezibellen schrill.
Dagegen war sogar der Urknall still:
Akkustisch ist die Hölle los, wenn Himmel welken.
Erst blähen sich die Galaxien riesengroß,
dann sind sie zwergenklein. Ein Ächz und Uff!
Zwei, drei Sekunden – dann ein Puff!
Danach ist nichts mehr da und nichts mehr los.
Drum dies als letzter Aufruf noch von mir: Es rette
sich jetzt, wer kann! Ich kann es leider nicht.
Es hilft nichts, nicht mal ein Gedicht –
das Weltall raucht die letzte Zigarette.
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Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
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