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Digitale Gewalt gegen FrauenEs gilt die Schuldvermutung

Lilly Schröder

Kommentar von

Lilly Schröder

Nach dem Fall Ulmen werden Sündenböcke gesucht. Geschlechtsspezifische Gewalt beginnt mitten unter Männern – jetzt müssen sie das Gegenteil beweisen.

Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg am 26. März Foto: Georg Wendt/dpa

E in weißer Mann verbreitet mutmaßlich aus einem Degradierungsfetisch heraus KI-generierte Deepfake-Pornos von seiner Frau – und offenbart damit eine neue Form digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt. Wer ist schuld? Zuwanderer, meint der Bundeskanzler. Die Staatsgewalt, sagen Systemkritiker. Die Betroffenen selbst, meinen fragile Männer und Frauenhasser. Eine Gruppe ist es auf jeden Fall nicht: Männer.

Während die rechtspopulistische Plattform Nius die Beweislage im Fall Ulmen infrage stellt, betont die Süddeutsche Zeitung die Bedeutung der Unschuldsvermutung. Ein Rechtsanwalt argumentiert auf X, dass keine Strafbarkeitslücken geschlossen werden müssten – obwohl bislang kein Straftatbestand für Deepfake-Pornografie existiert. Andere Männer machen die Betroffenen verantwortlich; Collien Fernandes sieht sich aufgrund von Morddrohungen ernsthaften Sicherheitsrisiken ausgesetzt.

In die Reihe fragiler Reaktionen von Männern fügte sich auch die des Bundeskanzlers, der die Debatte um sexualisierte Gewalt für seine rassistische Agenda instrumentalisiert und mit Femonationalismus versucht, die Verantwortung weißer Männer zu leugnen. Merz weiß genau: Patriarchale Gewalt ist kein importiertes Problem, es ist ein Männerproblem.

Während einige wenige Männer online bestehende Machtverhältnisse aktiv verteidigen, nutzen Flinta* ihre Feeds für Solidaritätsbekundungen und kritische Analysen. Doch der patriarchale Arm greift auch in der digitalen Sphäre: Ihre Beiträge wurden durch den Instagram Sichtbarkeitsalgorithmus (Shadowban) massiv eingeschränkt – Menschen könnten die „sensiblen Inhalte“ als „verstörend empfinden“, so die Begründung.

Das Schweigen der Männer ist laut

Der Großteil der Männer schweigt indes. Viele fürchten, als „performativ“ zu gelten – also sich nur zu Selbstvermarktungszwecken feministisch inszenieren. Die Sorge ist nicht unbegründet: In feministischen Debatten wird solidarisches Verhalten von cis-Männern mitunter vorschnell pauschal kritisiert. Gleichzeitig stimmt: Viele Opfer mussten in der letzten Woche Statements von Tätern ertragen, die sich nun als „gute Männer“ darstellen – der Podcaster, der immer 20 Jahre jüngere Freundinnen hat, der Kumpel, der sexistische Witze macht, der Schauspieler, der seine Ex geschlagen hat.

Außerdem drängt sich die Frage auf: Warum fürchten Männer so sehr, „performativ“ wahrgenommen zu werden? Performativ ist man nur, wenn man etwas darstellt, das man nicht praktiziert. Die Männer haben also nichts zu befürchten, wenn sie nicht über sexistische Witze lachen, übergriffige Freunde nicht decken und keinen Anteil an geschlechtsspezifischer Gewalt haben; wenn sie aktiv versucht haben, etwas dagegen zu unternehmen und mit ihren Freunden über ihren Anteil an der Bro-Culture sprechen.

Weil das nur die Wenigsten tun, gilt vorerst die Schuldvermutung – bis sie das Gegenteil beweisen. Wie? Sprecht mit euren Jungs über geschlechtsspezifische Gewalt, geht in den Arbeitskampf für mehr Lohn für Frauen, in den Häuserkampf für Räume für Frauen, setzt euch gegen die ausbeuterische Pornoindustrie und für Kinderbetreuungsmöglichkeiten ein, spendet Geld in Organisationen, die Flinta* helfen, die Gewalt erfahren, geht auf die Straßen. Und: Benennt geschlechtsspezifische Gewalt schon auf der niedrigsten Stufe – sie beginnt bei sexistischen Sprüchen und „Witzen“. Dann fühlt sich ein öffentlicher Kommentar vielleicht auch nicht so performativ an.

Seit Jahren kritisieren Flinta* den vermeintlichen Humor in Christian Ulmens Shows als frauenfeindlich und abstoßend. Ihnen wurde entgegnet: Das sei Satire, sie würden den genialen, Gegenwarts-kritischen Humor von Ulmen nicht begreifen. Heute zeigt sich: Es gibt keine versteckte Botschaft, keinen doppelten Boden.

Der misogyne Humor, den Ulmen als „Kunst“ inszeniert, entspricht eins zu eins seinen privaten Fantasien. Eine frühere Serie von ihm hieß „Who wants to fuck my girlfriend?“. Die Behauptung, man müsse Kunst und Künstler trennen, ist Bullshit. Wir müssen endlich aufhören „Satire“ und „Kunstfreiheit“ als Entschuldigung für Frauenhass zu missbrauchen. Männer, die Flinta* in Witzen, Liedern oder Filmen erniedrigen und entmenschlichen, haben diese Fantasien auch in der Realität. Sie sind es, die bloßgestellt werden müssen.

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Lilly Schröder
Redakteurin für Feminismus & Gesellschaft im Berlin-Ressort Schreibt über intersektionalen Feminismus, Popkultur und gesellschaftliche Themen in Berlin. Studium der Soziologie und Politik.
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138 Kommentare

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  • Vielen Dank für eure Beiträge, wir haben die Kommentarfunktion geschlossen. Die Moderation

  • Sehr gut 👍

  • "Ist das Kunst oder kann das weg" war jüngst die Frage bei der Diskussion über Minister Wolfram Weimer. Jetzt haben wir hier einen Entertainer, wo die Frage sehr akut ist. Wenn sie hier gestellt werden kann, dann eben auch bei den Situationen, die der Minister kritisiert hat. Und man muss sie nach der gleichen Systematik beantworten. Oder besser einw vernünftige Systematik aufbauen, sodass einerseits die Unabhängigkeit der Kunst gewährleistet ist und andererseits die Frage sauber geklärt werde , ob etwas Kunst oder aber Verbrechs- Beschönigen sei.

    • @Christoph Strebel:

      Das Kann der Herr Minister nicht entscheiden, sondern nur das Publikum. Ich bin durchaus für den Satz "in der Kunst ist alles erlaubt." Nur geht es hier nicht darum, sondern vielmehr, um einen Mann, der "Künstler" ist, aber diesen "Schutzraum" verlassen hat und sich im wirklichen Leben "vermutlich" strafbar gemacht hat. Ob sein Verhalten "strafwürdig" ist, wird demnächst in Itzehoe entschieden. Moralisch verwerflich ist es auf jeden Fall.

  • Läuft alles wie immer nach Drehbuch. Zwei Seiten stecken ihr juristisches Verständnis ab. Gilt die Schuldvermutung oder die Unschuldsvermutung?

    Dann wird über Kunstfreiheit gestritten werden, wobei selbstverständlich alle diskutierenden Personen vorgeben werden, die Machwerke von Christian Ulmen in und auswendig zu kennen.

    Hat er es nun getan oder nicht? Hat er Videos dieser Art im Bekanntenkreis verschickt?



    Wie wäre es denn herauszufinden, wer diese Bekanntem sind und diese Leute zu befragen? Das wäre doch mal mediale Recherchearbeit, die ihren Namen verdient.



    Dann wissen wir es auch zweifelsfrei und müssen keine Schuld oder Unschuld " vermuten".

    Das wäre jetzt mein Ansatz bei der ganzen Geschichte

  • Lasst von mir aus die Schuldvermutung gelten - bis es dann vor Gericht geht, da kommt man nicht an der Unschuldsvermutung vorbei.

  • Mir fehlen bei dieser ganzen Aufregung die Stimmen, die sich mal eingehender mit der Diskursführung an sich beschäftigen und betrachten, was diese für gesellschaftliche Folgen hat. Was ich gerade beobachte ist eine überwiegend extrem verkürzte, oft populistische Debatte, die wahrscheinlich wie alle Debatten dieser Art wie ein Strohfeuer schnell wieder ein Ende finden wird.



    Im schlimmsten Fall wird hier aber auch noch der Sache der Feministinnen ein Bärendienst erwiesen, wenn konservative Kräfte sich an der Art der Debatteführung richtig schön gesundstoßen konnten.



    Ich fände es schön, wenn wir uns wenigsten links im politischen Spektrum darauf einigen könnten, uns ein bisschen mehr beim Denken anzustrengen und uns dem Populismus nicht so kampflos ergeben würden.



    Und an die Medienschaffenden: wenn man in der Berichterstattung den gleichen Fokus hat, wie die Gala und die Bildzeitung, sollte man sich fragen, ob man eventuell was ganz wesentliches übersieht.

  • taz: *Der misogyne Humor, den Ulmen als „Kunst“ inszeniert, entspricht eins zu eins seinen privaten Fantasien. Eine frühere Serie von ihm hieß „Who wants to fuck my girlfriend?“.*

    Der Mann war wohl schon immer etwas merkwürdig.

    Merkwürdig ist aber auch, dass in diesem Land nur etwa 3 Prozent der sexuellen Übergriffe (z.B. Vergewaltigungen) polizeilich angezeigt werden. Es besteht oft die Sorge der Frauen, dass eine Anzeige keine Konsequenzen für den Täter hat oder es an Beweisen mangelt (Aussage gegen Aussage). Dann kommt noch die Angst dazu, das Trauma durch polizeiliche Vernehmungen und Gerichtsprozesse erneut durchleben zu müssen, was viele Frauen abschreckt eine Anzeige zu erstatten.

    Und was sagt unser Bundeskanzler zu sexualisierter Gewalt gegen Frauen? In einer Regierungsbefragung am 25. März 2026 bezeichnete Merz die Situation als "explodierende Gewalt" und verknüpfte diese primär mit Zuwanderergruppen. Er gab an, ein "beachtlicher Teil" der Täter komme aus diesen Gruppen.

    Unser CDU-Kanzler haut nur noch in die Kerbe der AfD, anstatt das Thema ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass betroffene Frauen durch polizeiliche Vernehmungen nicht noch mehr traumatisiert werden.

    • @Ricky-13:

      a 🥱 & a 🥱 - geb nochmal den ollen Cato!

      “…Es besteht oft die Sorge der Frauen, dass eine Anzeige keine Konsequenzen für den Täter hat oder es an Beweisen mangelt (Aussage gegen Aussage) Scheint‘s nicht nur!



      &



      “Schuldvermutung“? Vom Schwachsinn mal ab.

      Bei KritJur in Ffm “#me too - ist für mich moderner Pranger“ exRAF-Anwalt & ex-hess. JuMi Plotte von Plottnitz



      & Däh



      Feministisches Urgestein Claudia Burgsmüller



      - über jeden Zweifel erhaben, nickt und



      Ergänzt “Seither. Ich kann es meinen Geschlechtsgenossinnen nicht ersparen - besteht ein Großteil meiner Arbeit darin - ihnen eine Anzeige/Klage auszureden!



      Weil das Behauptete vorn & hinten nicht stimmt!“



      & schlimmer geht immer



      Unlängst auf dem RichterRatschlag die hamburger Kollegin Jugend/Erwachsenen Strafrichterin “Mehr als 70% der Anschuldigungen erweisen sich als frei erfunden! Und das trotz Vorfilter Polizei/RAn!“

      kurz - Finde es bezeichnend - daß die taz einschlägigen 🪶🪶🪶🪶 dazu (mehrfach)



      Keine Silbe verloren haben.



      & solche Sumpfblüten ala LÜGT wie Schuldvermutung inne Headline quaksen! 🥴



      “Unschuldsvermutung … solange als unschuldig gilt, bis ihre Schuld rechtskräftig nach…



      Gegenstück dazu ist die Schuldvermutung.

    • @Ricky-13:

      @Ricky-13



      Gute Gedanken von Ihnen. Kanzlers Statement war echt sehr von Schwäche dominiert.



      Unser BlackRocky hätte sich aber wirklich auch Larsi, dem Soldatensohn anschließen können und sich der Bevölkerung gegenüber dahingehend äußern können, diese Gewalttaten bestätigen nur, die Bevölkerung hat zuviel Zeit und muss unbedingt mehr arbeiten. 60 / 70 Stunden Woche wäre eine respektable, innovative Maßnahme, um in dieser Gewaltangelegenheit & Machtausübung mal eine sachdienliche Diskussion zuführen.

    • @Ricky-13:

      💯👍👍🏻👍🏽👍🏿 Danke für die gute Zusammenfassung all der Missstände, die ebenfalls nichts zu suchen haben in einer Demokratie. Das darüber noch debattiert werden muss ist echt traurig.

  • Natürlich muss man von einer pauschalen und kollektiven Schuldvermutung ausgehen, bei einem solchen System patriarchaler Gewalt und Herrschaft und dessen offensichtlichen Profiteuren ist das ebenso logisch wie naheliegend. Aber dann kann doch nicht - wie es der Artikel tut - die einzige Strategie zur Überwindung dieser Zustände darin bestehen an diese Profiteure und Täter zu appellieren sie mögen sich doch bitte ändern und solidarisieren. Der Absolutismus wurde ja auch nicht mit einer Bittschrift um Einführung der Demokratie nach Versailles abgeschafft, noch der Kapitalismus durch Appelle zum freiwilligen Verzicht an die Kapitalisten. Wo Herrschaft auf andauernder Gewalt und Unterdrückung gründet bleibt nur sie zu brechen und die Strukturen die sie ermöglichte nachhaltig zu zerstören.

    • @Ingo Bernable:

      Der Kapitalismus existiert doch noch?

      • @Sebomark:

        Sehr richtig erkannt, ein hervorragender Einwand. Nun fragen sie sich warum das so ist.

  • Sind die Religiösen Organisationen alle mit ihren Missbrauchsfällen beschäftigt, oder warum ist da, bezüglich gewalttätiger Menschen gegen andere Menschen, ihr Schweigen so laut ?



    Oder ist die Scham so groß ?

    Speziell im Fall Ulmen hilft ein Blick in die Vergangenheit und zeigt uns doch, ich möchte hier an den Fall Kachelmann erinnern, was unrechtmässige Vorverurteilungen gegen einzelne Personen bewirken können. Da sollten wir wirklich Zurückhaltung üben und Schweigen.



    Ansonsten sollten Männer und Frauen gemeinsam gegen jegliche Gewalt und Machtausübung aufbegehren.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Es geht nicht aus meiner Sicht weniger um die Frage, ob in diesem konkreten Fall der in Rede stehende Mann sich schuldig gemacht hat, sondern um das Phänomen an sich, um das mensch sich Sorgen machen sollte, denn deep fakes werden gerne gegen Frauen eingesetzt, sei es, um ihren Ruf zu ruinieren, sei es, um sich der Mühe zu entheben, eine Frau zu finden, die zu allem Möglichen freiwillig bereit ist, aber Gage kostet, die man(n) nicht zu zahlen bereit ist. Oder weil man gar keine Frau findet, die sich darauf einließe.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Jörg Kachelmann hat sich in den über 15 Jahren seit diesem Fall mehrmals öffentlich dagegen gewehrt, seinen Namen für diese unwürdigen Relativierungen hergeben zu müssen.



      Und hätte man Wein- und Epstein ebenfalls nicht vorverurteilen und deshalb über die Vorwürfe schweigen sollen?

      • @nihilist:

        Upps



        Quentin Tarantino natürlich?!

      • @nihilist:

        Genau



        Tranton Tarantino der überall rauf und runter gelobt wird hat jahrelang über die Machenschaften, über die er bestens informiert war ,seines Produzenten und Kumpels Weinstein ,geschwiegen.



        Aber , Schwamm drüber .

  • "Der Großteil der Männer schweigt indes." Es laufen doch jede Menge Männer auf den Demos mit. Muss sich jetzt jeder Mann zum Thema äußern? Wenn ja, warum? Frauen äußern sich auch nicht zu Allem.

    • @migra:

      Zum Beispiel in den Gruppen, Freundeskreisen, im sozialen Nahfeld kann sich jeder darüber äußern. Das enttabuisiert.



      Führt zu Auseinandersetzungen in den Köpfen und könnte dann zu einer Ächtung dieser Gewaltformen führen.



      Also zu einem moralischen Fortschritt.



      Im Schnellballprinzip können auch Männer erreicht werden, die mit diesem Verhalten eher zu tun haben als andere.

    • @migra:

      Zum Beispiel in den Gruppen, Freundeskreisen, im sozialen Nahfeld kann sich jeder darüber äußern. Das enttabuisiert. Führt zu Auseinandersetzungen in den Köpfen und könnte dann zu einer Ächtung dieser Gewaltformen führen. Also zu einem moralischen Fortschritt.

    • @migra:

      Frauen benehmen sich auch nicht in der Masse toxisch gegenüber Männern und fallen seltener durch Missbrauch auf.



      Die Tatsache, dass Sie die pauschale Verantwortung abstreiten ist wesentlicher Teil des Problems.

      • @DerLurch:

        Pauschale Verantwortung? Können Sie gerne übernehmen..Aber das ist ihre persönliche Entscheidung. Für mich und über mich haben Sie sich nicht zu äußern.

      • @DerLurch:

        Nein - die Tatsache, dass sie eine pauschale Verantwortung sehen, verhindert eine Lösung des Problems.

  • Ganz ausgezeichnet formuliert, danke Frau Schröder.

    • @Lotte Huber:

      Formuliert ist es nicht ausgezeichnet - die Sprache von Frau Schröder ist elitär.

      • @Sebomark:

        uiuiui, Sebomark.



        Sie outen sich ziemlich durch Ihre Kommentare.



        Nicht nur durch diesen, der einfach nur "dagegen" ist.



        Und-was möchten Sie eigentlich mit der Bezeichnung "elitär" sagen?



        Falls es ein Kompliment für Text und Autorin sein sollte, bitte ich um Verzeihung.



        Alle anderen Möglichkeiten-siehe oben.

        • @Lotte Huber:

          Ich oute mich gerne als jemand, der nicht einfachem Lagerdenken und intellektuellem Geschwurbel nachhängt.

          (Allein das Wort performativ, das die Autorin dann noch mal in Anführungszeichen setzt, weil sie selbst nicht mal was sie damit meint).

          • @Sebomark:

            Vorab- ich nehme Sie als Diskussionsgegner ernst. Ich habe den Text jetzt zum dritten Mal gelesen.



            Ich habe jedoch immer noch kein Geschwurbel gefunden, ich habe kein Lagerdenken gefunden, und ich habe jedes Wort verstanden.



            Ich muss allerdings befürchten, ganz im Gegenteil zu Ihnen. Oder tun Sie nur so?



            Was ist mit Ihnen oder Ihrer Bildung oder ihrer Lesekompetenz? Ihr Zitat, " allein das Wort performativ dass die Autorin dann noch mal in Anführungszeichen setzt weil sie selbst nicht mal was sie damit meint". Ich schenke Ihnen noch ein "weiß" für den Satzbau.



            Und im nächsten Satz erklärt die Autorin, was das genutzte Wort performativ bedeuten soll.



            Ich bleibe dabei, Ihnen mangelt es an Bildung fürs Textverständnis, Sie werfen mit abwertenden Schlagworten um sich, (hier: "intellektuell", Lagerdenken, Geschwurbel), und sind nicht in der Lage, hier einen sinnvollen Beitrag zu leisten.



            Dabei sehen manche andere Kommentare von Ihnen bezüglich geistiger Kapazität deutlich besser aus. Trollerei aus Freude am trollen?



            Und um das Thema perfekt zu machen, jetzt schreiben Sie mal noch, was ich hätte schreiben müssen, um Sie zu erreichen und einen Konsens zu ermöglichen.

          • @Sebomark:

            Versachlichen und entemotionalisieren wäre vielleicht eine Strategie, für alle eine Kompromisslinie in der Diskussion zu finden.



            Der Ton macht die Musik.



            Verhärtete Fronten schaffen nur neue Barrieren für den Versuch des herrschaftsfreien Diskurses.



            Habermas-Gedenken ist noch nicht verklungen.



            "Ein Leitfaden für die moderne Gesellschaft



            In seinem Hauptwerk Theorie des kommunikativen Handelns (1981) entwarf Habermas eine Art Handlungsleitfaden für die moderne Gesellschaft. Seiner Theorie zufolge liegen die normsetzenden Grundlagen einer Gesellschaft in der Sprache. Als Verständigungsmittel ermögliche sie erst soziales Handeln. In Erkenntnis und Interesse (1968) stellte er heraus, dass es keine „objektive“ Erkenntnis gibt. Sowohl in der Wissenschaft als auch in Politik und Gesellschaft sei sie abhängig vom jeweiligen Interesse."



            goethe.de



            Weiter dort:



            "„Er kann nicht nicht politisch denken“, betonte Yos.



            Gemeinsam, sagen Kenner seines Werks, war stets ein positives Menschenbild und der Glaube an die Macht der Vernunft, an die Kraft des besseren Arguments. Schon zu seinem 80. Geburtstag hatte Habermas beschlossen, sein Archiv der Universität Frankfurt zu überlassen."



            In diesem Sinne🙏

  • Also, ich habe den Artikel noch einmal gelesen. Meines Erachtens spricht die Autorin nicht davon, den juristischen Begriff der Unschuldsvermutung durch den der Schuldvermutung bei Tätern zu ersetzen. Vielmehr geht es wohl darum, dass all diejenigen Männer, die die vermutlichen Taten relativieren, generell leugnen und die Frauen bei ihren berechtigten Anliegen nicht unterstützen, sich (mitschuldig) machen. Statt abzuwiegeln, die Migranten verantwortlich für alles Schlechte in diesem Land zu machen (hatten wir doch schon mal), sollte sie genau hinsehen, was sie selbst und die Männer in ihrem Umfeld den Frauen tagtäglich antun.

    • @Il_Leopardo:

      Das ist keine gute Übersetzung, aus dem hochgestochenen, für mich undeutlichen Sätzen der Journalistin. Sie sollten mehr schreiben! Danke

    • @Il_Leopardo:

      Das trifft es - vielen Dank!

    • @Il_Leopardo:

      Danke für die wunderbare Zusammenfassung.

  • Es gilt die Dummfugvermutung. Zumindest bei solchen Artikeln, bei denen jemand seinen allgemeinen Weltschmerz in komplizierte Worte fasst.

    Interessant ist, dass man sich ausgiebig über die Milliarden von Männern beschwert, die einfach was anderes zu tun haben, als das Netz vollzuschreiben - obwohl sie das mitmaßliche Verhalten solcher Töter selbstverständlich zum Kotzen finden. Man reduziert aber lieber 5 Mrd Menschen zu Komplizen, Mittätern und Mitläufern. (Aber dass fast genauso viele Frauen sich kaum zu dem Fall äußern wird natürlich übersehen…)

    Das Problem des Netzfeminismus ist die eigene Engstirnigkeit. Es geht darum sich selbst als Oberfeministin mit seiner antipatriachalen, aber durchaus überprivilegierten Schlaumeiersprache in irgendwelchen Zeitschriften, Blogs und Podcast zu kaprizieren - aber nicht darum echte Antworten für ein Zusammenleben und die Lösung von Problemen zu finde .

    • @Sebomark:

      Schönes Beispiel für das oben angesprochene Problem. Danke für die leicht verständlichen Beispiele Ihrerseits. Das ist genau das Problem.

      • @DerLurch:

        Schließe mich Ihnen vollständig an. Danke.

    • @Sebomark:

      Zum einen gibt es nicht 10 Milliarden, sondern nur 8 Milliarden Menschen und die sind bei Weitem nicht alle im Netz unterwegs.



      Zum anderen fordert niemand, dass die jetzt alle Partei für die Frauen ergreifen. W e n n diese aber wenigstens ihre Waffel halten würden und z.B. nicht auch hier beim Kommentieren auf die Seite der Täter träten, dann wäre schon viel gewonnen.

      • @Il_Leopardo:

        Wer stellt sich denn hier auf die Seite der Täter? Natürlich ist meine Solidarität momentan bei Frau Fernandes! Trotzdem halte ich den Artikel von Frau Schröder für selbstbestätigendes und teilweise selbstgefälliges Gerede.

        Ich verstehe nicht, wo dieses „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“-Denken herkommt.

        (Dir 5 Mrd waren ein Tippfehler, da haben sie recht)

    • @Sebomark:

      Feminismus, generell Menschenrechte, sind ein Wettbewerb: Wer ist der Beste in Ausführen.

      Das ist aber nicht falsch, sondern diese Art von Wettbewerb fördert das Zusammenleben. Anstatt dass fünf Bauarbeiter einer Frau hinterhergaffen und keiner tut etwas dagegen, schaut nur einer und wird von den vier anderen moralisch belehrt, dass das nicht in Ordnung sei. Keiner von denen ist der Oberfeminist, keiner von denen sind Schlaumeier, sondern vertreten nur das Grundgesetz, wie es auch vom Bürger eingefordert wird.

      Doch bis die Menschheit ihre Intelligenz auch vernünftig nutzt, werden wohl noch viele Jahrhunderte vergehen. Besonders in der immer autokratisch werdenen Welt.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Es ist anmaßend und diskriminierend, wie sie über Bauarbeiter reden.

        Da liegt nämlich das Problem: Es geht ihnen im Kern nämlich doch darum sich moralisch für etwas besseres zu halten - und eben nicht um Solidarität.

        • @Sebomark:

          Und was ist nun das Problem, dass Menschenrechte eine erhöhte, moralische Position haben?

          • @Troll Eulenspiegel:

            Sie verwechseln das „was“ mit dem „wie“. Natürlich ist der Kampf für die Menschenrechte essentiell. Man kann ihn aber durchaus unterschiedlich führen. Er ist schlecht geführt, wenn man einem erheblichen Teil der Gesellschaft eine Kollektivschuld andichtet und sich selbst auf einen erhabenen moralischen Thron stellt. Der Sache ist dagegen vermutlich besser gedient, wenn man den Kampf immer eingedenk der eigenen Fehlbarkeit und einer Wertschätzung aller Menschen (auch der Bauarbeiter ;)) hat.

  • Da hier so vielen der satirische Ansatz des Artikels nebst Headline mal wieder komplett abgeht (Subtil ist kein Waschmittel 😉) & um die Redaktion nicht in den Wahnsinn zu treiben, lass ich mal das Antworten auf jeden Einzelnen (gendern unnötig 😉) der sich hier massiv stört an dem Konstrukt der „Schuldvermutung“. Erinnern möchte ich an Schuldvermutungen die Frauen in der Historie hinnehmen mussten beginnend bei so ziemlich allen Religionen die Frauen sinnbildlich für die Verkörperung des Bösen & allen Übels für SCHULDIG befunden haben, sie somit degradiert haben auf eine ewig sündiges Leben das sie nur durch untertäniges Sklavendasein kompensieren konnten. Frauen wurden zu Millionen der Hexerei als SCHULDIG überführt gefoltert, verbrannt oder anderweitig getötet, was waren da gleich die Rechtsmittel 🤔 ach ja, sie schwimmt auf dem Wasser, sie muss ein Hexe sein. Im Lauf der Medizingeschichte war die Frau einer mangelhaften Konstitution & ohnehin als minderwertiger Mann verpönt, SCHULDIG all ihrer Leiden, die lediglich histrionischer Natur sein können. Wobei im Lauf der Historie mal der Uterus, mal die Eierstöcke verantwortlich waren, je nach Quacksalber (gendern unnötig) usw usf

    • @Lou Andreas-Salomé:

      Warum greifen Sie als Beispiel für die Schuldvermutung auf eine seit Jahrhunderten nicht mehr geübte Praxis zurück, wo es doch zahllose Beispiele aus jüngster Zeit gibt, in denen die Öffentlichkeit aufgrund von bloßen Vorverurteilungen zu Unrecht annahm, der Betroffene sei längst enttarnt und überführt? Der Tod auf dem Scheiterhaufen griff auch im Vergleich zum Identitätsdiebstahl oder zur sog. digitalen Gewalt etwas tiefer in die Lebensbereiche der Betroffenen ein und betraf übrigens nicht nur Frauen, sondern auch Männer und sogar Kinder. Aber wenn beim Identitätsdiebstahl jemand in Wallung gerät, der im Forum Bild und Namen einer verstorbenen Philosophin für sich vereinnahmt, zeigt sich auch auf besondere Weise, dass die lautesten Kritikerinnen ebenfalls Teil dessen sein könnten, was sie selbst so hartnäckig kritisieren.

      • @Yes:

        Von welcher seit Jahrhunderten nicht mehr geübten Praxis reden Sie? Frauen wird nach wie vor nicht geglaubt, das ist heute so brandaktuell wie vor hunderten Jahren auf dem Scheiterhaufen, da hilft auch aller Whataboutism und Trivialisierung nichts. MeToo zerstört ja nur Männerexistenzen, die Frauen bilden sich das nur ein. Endometriose, Lupus, PCOS… sie haben keine Schmerzen und bilden sich das alles nur ein. Ihnen wurde kein Rohypnol verabreicht, Ihr Kollege hat sie nicht belästigt, der Fahrradfahrer hat ihnen nicht beim Joggen den Hinter gefilmt… DAS BILDEN SIE SICH ALLES NUR EIN. Merken Sie was? Ich mache lediglich deutlich, wie stark die gesellschaftlichen Reflexe greifen und das noch immer mit zweierlei Maß gemessen wird, wie Sie selber augenscheinlich beweisen wenn Sie die Aussagen von Frau Fernandes in Abrede stellen. Darüber hinaus, wie können Sie ermessen wie tief der Eingriff, der Schaden, die Belastung ist welche man durch Identitätsdiebstahl & Deep Fakes erfahren muss, sind Sie da vielleicht nicht etwas zu anmaßend das fremdbeurteilen zu wollen?

        • @Lou Andreas-Salomé:

          Sind Sie jetzt daneben auch noch Frau Fernandes? Ansonsten wüsste ich nicht, warum das nur Sie „fremdbeurteilen“ dürfen sollten.

          • @Yes:

            Interessante rhetorische Haken die Sie da schlagen, stellen wir klar:

            „Der Tod auf dem Scheiterhaufen griff auch im Vergleich zum Identitätsdiebstahl oder zur sog. digitalen Gewalt etwas tiefer in die Lebensbereiche!“

            Sie meinen den Eingriff beurteilen zu können.

            „Darüber hinaus, wie können Sie ermessen wie tief der Eingriff, der Schaden, die Belastung ist welche man durch Identitätsdiebstahl & Deep Fakes erfahren muss, …!

            Ich FRAGE lediglich, wie Sie das können und nun unterstellen Sie mir, das getan zu haben, wessen Sie sich SCHULDIG 😉 gemacht haben. Nämlich zu ermessen wie tief der Eingriff, Schaden or what ever ist. Ich möchte doch darum bitten die Debatte sauber zu halten, dem Gegenüber das Wort im Munde zu verdrehen ist kein tragendes Gegenargument!

            • @Lou Andreas-Salomé:

              Wenn Ihre Frage tatsächlich auf das Wie des „Fremdbeurteilens“ abzielte, ist die Antwort eine einfache Abwägung: Identitätsdiebstähle und Deepfakes greifen in das Allgemeine Persönlichkeitsrecht und im schlimmsten Fall wohl in das Vermögen ein, wohingegen eine Hexenverbrennung das Leben, also das komplette Dasein, zerstört. Das Persönlichkeitsrecht und evtl. auch das Vermögen wiegen für mich nicht so schwer wie das ganze Leben. Ich bin sicher, dass viele, die das bislang noch anders sehen, es sich spätestens kurz vor dem Scheiterhaufen auch noch einmal überlegen würden. Wie würden Sie sich entscheiden, wenn Sie dem sicheren Feuertod nur noch durch Deepfakes oder einem Missbrauch Ihrer personenbezogenen Daten (Identitätsdiebstahl) entgehen könnten?

    • @Lou Andreas-Salomé:

      Also Realsatire, ja.

    • @Lou Andreas-Salomé:

      Eine wie auch immer geartete Schuldvermutung hat in einem Rechtsstaat, hat in einer Demokratie einfach nichts zu suchen.



      Da bedarf es eigentlich keiner weiteren Debatte.

      • @Katharina Reichenhall:

        Warum muss eine Frau beweisen, dass er schuld war? Warum kann er nicht beweisen, dass er nicht schuld war? Warum wollen wir das System nicht umdrehen in diesen Fällen? Überhaupt bei Vergewaltigung. Warum soll es den Frauen schwer gemacht werden? Warum nicht den Männern?

        "Mein" Vergewaltiger wurde freigesprochen, weil er alkoholisiert war. Kein alkoholisierter Autofahrer wird freigesprochen, wenn ein Unfall baut.

        Und er hatte eine schlechte Kindheit, das heißt: er hat eine schlechte Mutter. Na die Frauen wieder... Selbst Schuld. 🙄

        Das sind unmögliche Auswüchse.

        • @Beatrice Ortlepp:

          "Warum wollen wir das System nicht umdrehen in diesen Fällen?"

          Weil es schon heute Richter:innen der ersten Instanz gibt, die die Vorladung von Alibizeugen verweigern und die Benennung dieser Zeugen als "Anzeichen krimineller Energie" werten - und das bei 'harmloseren' Delikten...

        • @Beatrice Ortlepp:

          Da Sie persönlich betroffen sind verstehe ich Ihre Einstellung aber wie soll denn ein Mann der z.B kein Alibi hat beweisen daß er unschuldig ist? Das Rechtsprinzip "In dubio pro reo" gilt doch aus gutem Grund. Auch wenn die Zahl der Falschanzeigen wohl sehr gering ist bin ich der Meinung daß lieber ein Schuldiger auf freiem Fuß sein soll als ein Unschuldiger im Gefängnis. Und außerdem fürchte ich würde bei einer Umkehr des Rechtsprinzips die Zahl der Falschbeschuldigungen ansteigen.



          Ein Freispruch wegen Alkoholisierung und schlechter Kindheit ist natürlich völlig absurd und macht einfach fassungslos.

        • @Beatrice Ortlepp:

          Das tut mir sehr leid zu hören, dass "Ihr" Vergewaltiger davon gekommen ist. Ich kann nachvollziehen, dass man das Vertrauen in den Rechtsstaat verlieren kann, wenn man so etwas erleben muss, also sowohl die Vergewaltigung als auch den Freispruch, da Sie ja wissen, was geschehen ist.



          Ich denke auch, dass wir gerade in diesem Bereich ein erhebliches Defizit bei der Rechtsauslegung vor Gericht haben. Vielleicht bedarf es Richter, die in diesen Fällen "Aussage vs. Aussage" mutiger urteilen. Aber dann müssen die Gerichte, die dann in der Berufung oder Revision das Urteil prüfen, da auch mitwirken.



          Ob das System jedoch gerechter wird, wenn wir dazu übergehen, dass ein Beschuldigter seine Unschuld beweisen muss, bezweifle ich dennoch. Das kann nicht der richtige Weg sein, um zu verhindern, dass die Ungerechtigkeit, die Ihnen widerfahren ist, weiteren Frauen widerfährt.



          Aber gefühlt habe ich auch den Eindruck, dass viel zu viele Vergewaltiger durch den Grundsatz "in dubio pro reo" freikommen. Aber das ist nur ein Gefühl, das ich habe.

        • @Beatrice Ortlepp:

          „Warum muss eine Frau beweisen, dass er schuld war? Warum kann er nicht beweisen, dass er nicht schuld war? Warum wollen wir das System nicht umdrehen in diesen Fällen?“

          Weil Männer und Frauen gleichberechtigt sind.

          • @Yes:

            Zynischer geht es wohl nicht auf den Beitrag von Frau Ortlepp.



            Gleichberechtigt.



            In unserem Justizsystem.



            Widerlich, mir fehlen die Worte.

            • @Lotte Huber:

              Mir auch.

        • @Beatrice Ortlepp:

          Danke für Ihren Mut und die offenen Worte 🙏 Meine Anerkennung und Bewunderung für Ihre Stärke sind mit Ihnen. Ich stimme Ihnen unumwunden zu, dass das Rechtssystem unzureichend fungiert und nach wie vor Täter schützt und Überlebende sich selbst überlässt.

  • Kein Kommentar zu dem vergewaltigten Mädel in Berlin, aber bei einer Promilady werden hunderte Texte geschrieben.



    Kommt das eigentlich nur mit schräg vor ?

    • @Donni:

      Wenn wir über jede vergewaltigte oder von ihrem (Ex-)Partner getötete Frau berichten würden, gäbe es wohl kein anderes Thema in den Medien mehr. Das sind alles schlimme Taten die viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und die Opfer in den meisten Fällen nie Gerechtigkeit erfahren. Fernandez kämpft seit Jahren gegen Gewalt im Netz und jetzt ist das Thema (endlich) groß und fordert in dem Zuge ja auch ausdrücklich generell mehr Schutz für Frauen, sei es im Netz oder offline.

    • @Donni:

      Man kann ja nicht jeden Artikel kommentieren.

      Zudem gibt es in Berlin ja eine "besondere Problemlage", die es für einige im linken Milieu schwer macht, eine Position zu finden oder gar öffentlich zu äußern.

    • @Donni:

      Nein, ich habe in meinem Kommentar ebenfalls darauf hingewiesen. Ich kann nur spekulieren, warum das so ist. Ich vermute, dass es daran liegt, dass sich der Fall in Berlin nicht so leicht in ein "Männer schlecht"-Narrativ pressen lässt, weil in diesem Fall laut Vorwurf des Jugendclubs eine Jugendamtsmitarbeiterin, die der Schirmherrschaft einer zuständigen Linken-Politikerin untersteht, die Vergewaltigung einer Minderjährigen unter den Teppich gekehrt haben soll. Das hieße im Ergebnis, Frauen, deren Aufgabe es gewesen wäre, hätten aus abwegigen Motiven beim Schutz eines Mädchens vor der Gewalt durch Männer (oder in diesem Falle mutmaßlich Jungen) absichtlich versagt. Das wäre eine Geschichte, die darauf hinweist, dass eine "Männer = Täter, Frauen = Opfer" Konstruktion zu simpel ist (so sie denn stimmt) - und das macht es natürlich schwerer, die Problematik sexueller Gewalt als Gesamtes zu einer ausschließlichen Problematik anderer Menschen (nämlich ausschließlich Männern) zu erklären.

      • @Agarack:

        Ich denke, das Problem liegt woanders. Das Mädchen und die beschuldigten Jungen gehören in diesem Fall zu unterschiedlichen, aber beide gesellschaftlich benachteiligten Gruppen (übrigens unabhängig davon, ob sie ggf. beide einer migrantischen Gruppe angehören). Vermutlich hat sich die Jugendamtsmitarbeiterin aus diesem Grund in einem Konflikt befunden - dass ihre Entscheidung, nicht dem Opfer beizustehen, falsch war, stimmt, aber es verwundert mich nicht so sehr, wie es bei manchen anderen Kommentatoren der Fall zu sein scheint.



        Es scheint mir dringend notwendig, dass sich die verantwortlichen Stellen weiterbilden und klare Handlungsleitlinien für solche Fälle entwickeln.

    • @Donni:

      Es geht nicht um eine "Promilady", sondern um die Millionen Frauen, die im Internet und im wirklichen Leben tagtäglich beleidigt und herabgewürdigt werden. Die "Promilady" arbeitet übrigens schon seit vielen Jahren daran, diesen Missbrauch zu bekämpfen.

      • @Il_Leopardo:

        Sie haben doch selbst in Ihrem Kommentar von gestern, 22:04 Uhr, geschrieben, dass Ulmens sexistische Performance vermutlich keine Kunst, sondern seinem realen Leben entsprungen sei. Fernandes war mehr als 10 Jahre mit Ulmen verheiratet und hat auch beruflich mit ihm zusammengearbeitet. An seinem öffentlich zur Schau getragenen Sexismus hat sie sich offenbar nicht gestört, solange sie nicht persönlich betroffen war. "Bekämpfen" sieht anders aus.

        • @Budzylein:

          Sie selbst hat dazu gesagt, dass sie lange Jahre nicht im Netz, also in den Sozial Media unterwegs war und erst sehr spät vom Tun ihres Ex erfuhr. Ich habe auch gelesen, dass sie schon seit Jahren gegen "sexistische Gewalt im Netz" einsetzt.

  • "gilt vorerst die Schuldvermutung – bis sie das Gegenteil beweisen."

    "In dubio contra reum"?

    Nach Meinung der Autorin müssen Männer also in Zukunft einen Entlastungsbeweis erbringen.

    Entspringt ganz der Linie einiger Staaten, die dieses Prinzip in anderen Bereichen anwenden und nicht nur in ihren Rechtssystemen die Beweislast umgekehrt haben.

    Kleiner Auszug von Staaten die nach der Praxis des Entlastungsbeweis verfahren: Aserbaidschan, Myamar, El Salvador, Katar, Saudi Arabien, Ägypten.

    In diesen Staaten ist es sehr wahrscheinlich, das selbst der Entlastungsbeweis keine entlastende Wirkung entfaltet, da das Urteil oftmals schon vorher feststeht.

    Gilt auch für den Bereich der öffentlichen Meinung, sofern überhaupt noch vorhanden.

    Ich bezweifel daher doch stark, das sich die Autorin mit diesem Umfeld gemein machen möchte und denke das sie damit ihrem Anliegen nicht gerecht wird.

    Bleibt nur die Empfehlung, sich noch einmal konkret mit Sinn und Zweck des Prinzips der Unschuldsvermutung vertraut zu machen.

    • @Sam Spade:

      Selbstverständlich bezieht sich die Autorin nicht auf das deutsche Strafrecht, sondern auf das zwischenmenschliche. Abseits des Strafverfahrens gilt dieser Grundsatz selbstverständlich nicht.



      Alternativ hätten auch wahlweise grundlegende Latein- oder Rechtskenntnisse diesen Kommentar verhindert.



      Bei dem auf die Schippe genommenen Rechtssatz handelt es sich ja gerade nicht um die Aussage „Du sollst zweifeln“, sondern um eine Entscheidungsregel, wenn Zweifel bestehen, dann ist zugunsten des Angeklagten zu entscheiden.

      Abseits des Gerichtssaals kann ich Sexualstraftäter ganz ohne Veruteilung als solche bezeichnen. Es gibt eben keinen Grund den geschädigten einer Sexualstraftat nicht zu glauben.

      • @Ralf Inkle:

        Am Thema vorbei, aber danke für die juristische Aufklärung. Beruhigend zu wissen, das in Deutschland zumindest im Strafrecht noch die Unschuldsvermutung gilt.

        In meinem Kommentar ging es allerdings um die Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft und die Folgen die es mit sich bringt, wenn die Schuldvermutung Einzug in den Alltag hält.

        Vielleicht wäre es in dieser Hinsicht nicht verkehrt, anstatt das deutsche StGB auswendig zu lernen, sich einmal mit den Frauenrechten in Saudi-Arabien zu befassen. Als Einstieg empfehle ich die Rechenschaftspflicht der Frau gegenüber ihrem Ehemann.

        Zu der Ausführung ihres letzten Absatz empfehle ich ihnen den Kommentar von @lowandorder weiter oben.

        Und zum lateinischen nur soviel, mit in dubio contra reum wird das Umkehrprinzip der Unschuldsvermutung beschrieben. Wird bestimmt auch in Deutschland im Jurastudium gelehrt.

        In diesem Sinne Herr Advokat, nichts für ungut und beste Grüße aus Norwegen.

  • Ich frage mich immer, was solche Beiträge eigentlich für eine Wirkung erzielen sollen, oder geht es nur um Frustabbau. Dass die "Bier und Schnitzel"-Männer und die BMW-Poser oder die regelmäßigen Bordellbesucher und Ballermann-Touristen damit nicht erreicht werden, ist ja sowieso klar. Aber gibt es überhaupt Männer, die sich auf dies Form des Angriffs hin Gedanken machen und etwas hinterfragen - oder schüren derartige Artikel nicht viel mehr klare Abwehrhaltungen, davon fühlt man sich doch nicht angesprochen.

    Und die meisten Frauen werden darin auch nicht wiederfinden, die sehen "den Mann" nicht als Feind oder als unterlegenes Wesen an, das vom weibilichen Geschlecht lernen muss.

    • @Dr. McSchreck:

      Es geht am Ende um ein wenig intelektuelle Selbstveweihräucherung. Mehr soll der Artikel nicht.

      Sonntagsreden bei denen man sich gemeinsam empört und auf die Schulter klopft. Aber kein Problem löst.

    • @Dr. McSchreck:

      Es ist wichtig, dass die Frauen auf die Straße gehen und die Öffentlichkeit mobilisieren. Wenn dann auch noch ein paar Männer mitmachten, kann das helfen. Wenn dann genügend Öffentlichkeit hergestellt ist, muss auch die Politik das Thema nicht mehr länger ignorieren, sondern muss vielmehr handeln. Auf diesem Weg werden dann am Ende auch die Männer erreicht, die diesen Missbrauch betreiben - und wenn es auch nur die Hand des Gesetzes ist, die sie erreicht.

      • @Il_Leopardo:

        Das ist doch komplett illusorisch. Durch so ein sellbstgefälliges Geschreibe wird kaum jemand auf die Straße gehen - man treibt eher mehr Leute in die Arme der AfD.

        Und vermutlich verhindert man auch keinen einzigen Fall sexualisierter Gewalt. Das Problem ist einfach deutlich vielschichtiger - so wie Gewalt eben auch generell.

        • @Sebomark:

          Sie sind bereits auf der Straße - siehe Bild oben!

          Und was am Artikel von Frau Schröder ist nun eigentlich "selbstgefällig"?

          • @Il_Leopardo:

            Ein paar Leute sind auf der Straße ;)

      • @Il_Leopardo:

        Danke für Ihre regelmäßig sehr feinen Kommentare.

        • @Lotte Huber:

          You just made my day! Oder auch: Das Lob einer klugen Frau ist mir sehr wichtig! Vielen Dank!

      • @Il_Leopardo:

        💯👍👍🏻👍🏽👍🏿

        • @Lou Andreas-Salomé:

          Schön, von Ihnen und Lotte Huber zu hören bzw. zu lesen. Wenn Sie beide nicht wären, würde ich mir hier so manches mal die Haar vor Verzweiflung raufen.

          • @Il_Leopardo:

            😂 Dito

          • @Il_Leopardo:

            Auch ich möchte mich für ihre Beiträge herzlich bedanken. die sind in der Ausrichtung klar und in der Argumentation abgewogen.

  • Um mit Dieter Nuhr zu sprechen: "Ich erlaube mir keine Position zu beziehen." Danke, daß sie meine Freiheit dazu respektieren. Wenn nicht: auch egal.

    • @GregTheCrack:

      @ GregTheCrack



      Dieter Nuhr, Dieter Nuhr - Dieter Nuhr...



      Sie meinen jetzt aber nicht diesen gealterten Seniorenbelustiger aus'm Fernsinn...



      Der hat sich noch nie etwas sinnvolles erlaubt. Der kann nur über Grüne & Linke, unqualifiziert herziehen.

  • Ähem, vielleicht schweigen "die Männer", weil sie erstmal abwarten, bis man weiß, was Sache ist. Die Autorin scheint sich ja in der Beziehung dieses Paares auszukennen. Ich nicht. Merkwürdig auch, dass die gleichzeitige nicht-virtuelle Mehrfachvergewaltigung in einem Neuköllner Jugendtreff keinerlei Aufmerksamkeit und Demos bei den Flintas hervorruft.

    • @Georg Uehlein:

      Das ist doch kein Beziehungsstreit.

      Eine bekannt/ berühmte Frau wird im Internet nackt ausgezogen und mehrfach veröffentlicht. Egal von wem, aber von der nahesten Person ist doch besonders schlimm.

      Welche Zweifel haben Sie an dieser Untat?

    • @Georg Uehlein:

      Leider passiert tagtäglich so viel Gewalt an Frauen in Deutschland, dass die Medienberichtserstattung wohl keine anderen Themen hätte wenn jeder Femizid berichtet würde. Das ist sehr traurig, aber umso besser dass gerade diese Debatte um Fernandez dazu führt, dass auf allen Ebenen mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt - ob digital oder nicht - gefordert wird und hoffentlich die Politik endlich etwas tut.

    • @Georg Uehlein:

      Ja, das hat mich auch gewundert. Die Verletzung von Persönlichkeitsrechten im Digitalen Bereich (zb durch gefälschte Videos / Stimmen etc) ist ein relativ neues Phänomen und muss entsprechend bekämpft werden.



      Dass aber diese Fall aus dem Berliner Jugendtreff nicht eine mindestens genau so grosse Debatte und Empörung ausgelöst hat ist schon befremdlich

  • "Es gilt die Schuldvermutung."



    Soll das der zielführend Ansatz sein?

    • @Querbeet:

      Er darf jetzt beweisen, dass er nicht schuld war. Ist doch gut.

      Oder wollen sie sagen, dass sie gelogen hat? Das es gar keine Nacktbilder von ihr im Netz gibt? Und dass das auch gar nicht Ihr Partner war?

      • @Beatrice Ortlepp:

        Ich sage überhaupt nichts dazu, was war oder was nicht war. Das ist die Aufgabe eines Gerichts, dies zu klären. Darum geht es.

  • „In die Reihe fragiler Reaktionen von Männern fügte sich auch…“

    das immense und erschreckende Aufkommen, MANNigfaltiger Kommentare unter betreffende Artikel.

    „Doch der patriarchale Arm greift auch in der digitalen Sphäre:... “

    wie zu bemerken, wenn weibliche Kommentare gecancelt werden, während Männer Abwehrmechanismen zu Hauf postulieren können.

    Von daher erwarte ich mit Spannung die Veröffentlichung und danke Frau Schröder für das Bullseye: die scharfe Beobachtungsgabe und präzise Reflektion des gesellschaftlichen Diskurs und seiner Abgründe.

    • @Lou Andreas-Salomé:

      Danke, @Lou Andreas-Salomé. Die meisten kommentierenden "Herren der Schöpfung" lassen sich triggern und eröffnen einen Nebenschauplatz, auf dem sie im gemütlichen Status des Beleidigtseins alles von sich weisen können.

      • @O. Falada:

        Ganz genau. Danke Ihnen.

        Mein erster Kommentar zu Ihrem Beitrag wurde leider zensiert, so muss ich umformulieren.

        Die von Ihnen genannten Herren illustrieren sehr hübsch den Inhalt des Beitrags, und dass er genau so angebracht ist, wie er geschrieben wurde.

        • @Lotte Huber:

          Ihren ursprünglichen Kommentar hätte ich sicherlich gerne gelesen.

  • Wer aufhört, Kunst und Künstler zu trennen, verabschiedet sich von der Kunst insgesamt. Man könnte sogar sagen, wer sowas fordert hat nicht wirklich verstanden, was Kunst eigentlich sein soll.



    Wobei man natürlich geteilter Meinung darüber sein kann, ob Herr Ulmen "Kunst" produziert hat.

    • @Brobdignag:

      Warum sollte man Kunst und Künstler trennen? Aus dem Künstler kommt die Kunst. Das hängt doch alles zusammen.

    • @Brobdignag:

      Ich fürchte, im Licht der Erkenntnisse kann man nur einer Meinung sein ob Herr Ulmen Kunst produziert hat oder nicht. Der langjährige Verlauf spricht allerdings gegen Kunst.

    • @Brobdignag:

      Wie es ausschaut, war das nicht Kunst sondern entsprang seinem realen Leben. Ein furchtbar unreifer Mann, von denen es mehr gibt als man allgemein denkt.

      • @Il_Leopardo:

        Und immer mehr blicken neidvoll zu denen hinauf, die sich eine derartige Unreife leisten können.

        • @Erfahrungssammler:

          Dieser sogenannte Schauspieler und Satiriker liebt weder Frauen, noch Männer. Sonst würde er nicht in die Rolle s(einer) Frau Schlüpfen, um andere Männer zu "verarschen". So etwas machen verwirrte Dreizehnjährige, aber doch keine reifen Männer. Und wer zu solchen Gestalten aufblickt, ist auch nicht besser.

          • @Il_Leopardo:

            Ich weiß nicht, ob es lediglich um "verarschen" geht oder doch eher um die Befriedigung niedriger Gefühle, in deren Abgründe kein normaler - oder was bisher als normal galt - Zeitgenosse zu blicken vermag.

  • "Weil das nur die Wenigsten tun, gilt vorerst die Schuldvermutung – bis sie das Gegenteil beweisen.":

    "Die Unschuldsvermutung – der Grundsatz, dass jeder Beschuldigte bis zum Beweis seiner Schuld als unschuldig gilt – ist ein zentrales Element des Rechtsstaates und der Demokratie. In faschistischen Regimen und Diktaturen wird dieser Grundsatz hingegen gezielt außer Kraft gesetzt, um Herrschaft zu sichern und Gegner zu verfolgen." (KI)

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    • @Josef 123:

      Kämpfe das Recht, kämpft für die Frauen, und nicht für übergriffige Männer!

  • "Weil das nur die Wenigsten tun, gilt vorerst die Schuldvermutung – bis sie das Gegenteil beweisen."



    Bekomme ich dann eine Lebensberechtigungsurkunde? Wo kann ich die beantragen?

  • Valider Punkt: Männer wie Frauen wie Diverse bekommen bitte die Schnute auf, wenn jemand für seine Abwertungen auch noch Faxengroschen haben möchte. Höflich wie deutlich ein Nein-danke zu so etwas.

    Ich möchte dabei immer noch Hrn. Ulmen erst dann mit bösen Namen belegen, wenn's wirklich geklärt ist. Nichts bitte, was ich nachher bedauern könnte.



    Zwischenzeitlich bleibt der Kampf für universale Rechte eine gute Idee.

    • @Janix:

      "Zwischenzeitlich bleibt der Kampf für universale Rechte eine gute Idee."



      Anschließe mich👍🏻



      "Nichts bitte, was ich nachher bedauern könnte."



      Auch anschlussfähig formuliert ❗

  • Die einzige Gruppe, die Schuld ist, sind die Täter (m/w/d). Anders als die Autorin meint, gilt insoweit auch die Unschuldsvermutung.

    • @DiMa:

      Haben Sie, gerne im beruflichen Kontext, gerne unter Akademikern, nicht auch schon viel zu oft einen Mann erlebt, der sexistisch und abwertend (gegenüber Patientinnen, und der eigenen schwangeren Ehefrau, nicht gegenüber der anwesenden Kollegin) ach so lustig ist, und all seine akademischen Geschlechtsgenossen drumherum, die entweder belustigt mitgegrinst oder einfach geschwiegen haben?



      Und ich spreche vom beruflichen Kontext, weil man den eben nicht freiwillig verlassen kann, wie es einem in Freundeskreis und Familie möglich wäre. Auch wenn man sich mit Protest natürlich nichts als Feinde schafft.

      Gerade diese anderen Männer, die nicht aufstehen, nichts sagen, heimlich grinsen, dem Täter leise Zustimmung signalisieren, sind alles andere als unschuldig.



      Man nennt es auch Mitläufertum.

  • Immerhin hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe das Verfahren gegen den mutmaßlichen Täter* Ulmen wieder aufgenommen. Der "mutmaßliche" Täter sollte sich also warm anziehen.

    *



    Man muss das "mutmaßlich" jetzt immer benutzen, sonst bekommt man Schwierigkeiten mit den Anwälten von Ulmen.

    • @Il_Leopardo:

      Und die haben bekanntermaßen und erwiesenermaßen !reichlich Erfahrung mit Medienrecht und dem Mandantenschutz, das ist kein Scher()z.

    • @Il_Leopardo:

      Finden Sie die Unschuldsvermutung in der deutschen Justiz albern, und hätten Sie diese lieber aus der Rechtsprechung entfernt?

      • @Birger Gerling:

        Ich finde es nur immer wieder "albern", wie man diesen Prominenten, Stück für Stück nachweisen muss, dass etwas dran ist an den "Vermutungen". Am Ende stehen sie dann mit gesenkten Kopf da. Warum haben die nicht den Mumm, zuzugeben, dass sie so gehandelt haben, um sich dann anschließend zu entschuldigen.

    • @Il_Leopardo:

      Nichts gelernt vom Fall Ofarim oder Gelbhaar? Da wart ihr doch auch ganz schnell mit dem Vorverurteilen und empört über jeden der auch nur das Wort Unschuldsvermutung gesagt hat.

    • @Il_Leopardo:

      Da haben Sie mutmaßlich recht :))

  • Liebe Autorin, wenn Du Dich für das Schweigen ernsthaft interessierst: Melde Dich. Ich kann aus meiner Lebenserfahrung davon erzählen.

  • "Die Behauptung, man müsse Kunst und Künstler trennen, ist Bullshit. Wir müssen endlich aufhören „Satire“ und „Kunstfreiheit“ als Entschuldigung für Frauenhass zu missbrauchen. Männer, die Flinta* in Witzen, Liedern oder Filmen erniedrigen und entmenschlichen, haben diese Fantasien auch in der Realität. Sie sind es, die bloßgestellt werden müssen."



    Daraus folgt:



    - Goethe wollte Kinder töten ("Erlkönig")



    - Büchner wollte Frauen töten ("Woyzeck")



    - Brecht wollte "minderjährige Witwen schänden" ("Moritat von Mackie Messer" aus "Dreigroschenoper")



    - Nabokov fand Pädophilie super ("Lolita")

    Ein solches Verständnis von Kunst und Kultur halte ich für ziemlich vulgär und abwegig. Es deckt sich aber gut mit der Trennschärfe einer "Analyse", die komplexe gesellschaftliche Problematiken auf einfache Zuschreibungen ("Männer sind Täter") reduziert.

    Ich finde es übrigens auch interessant, dass dies schon mindestens der vierte Meinungsbeitrag zur Causa Ulmen/Fernandes ist, den ich hier lese - aber die jüngste Entwicklung zur Vergewaltigung einer 16-jährigen in einem Jugendclub in Berlin bisher noch keinen Meinungsbeitrag wert war. Zählen prominente Opfer mehr als unbekannte Minderjährige?

    • @Agarack:

      Höchstwahrscheinlich fand Nabucco junge Mädchen lecker. Geht ja vielen Männern so. Wurde ja auch ein Hit.

    • @Agarack:

      Der große Unterschied zwischen den von Ihnen genannten "Giganten" und dem vermutlichen Täter ist, dass die Werke von Goethe, Büchner und Brecht reine Fiktionen sind, während der vermutliche Täter seine Phantasien vermutlich in Taten umgesetzt hat.



      Im übrigen musste ich über Ihren Vergleich der drei größten Dichter mit dem mir bis vor Kurzem völlig unbekannten "Darsteller" lauthals lachen. Sie scheinen den Unterschied zwischen Kunst und Kunst nicht zu kennen.

      • @Il_Leopardo:

        Es spielt für die Betrachtungweise "Kunst und Künstler nicht trennen" aber überhaupt keine Rolle, wie prominent ein Künstler ist, für wie begabt man ihn und für wie wertvoll man sein Werk hält. Es gibt etliche Pop Größen, die auf zigmal mehr Menschen Einfluss haben als Brecht oder Büchner.



        Und ob ein Kunstwerk reine Fiktion ist oder nicht, ist erstmal reine Spekulation. Selbst bei einigen große Werken wird heute noch über die Intention gerätselt und es gibt verschiedenste Interpretationen. Die Idee, man könnte von einem Thema in einem Werk grundsätzlich auf den Künstler schließen und müsse grundlegend zensieren, ist eine sehr gefährliche und zutiefst autoritäre Sicht. Genau so werden Künstler in Diktaturen zum Schweigen gebracht.

        • @Deep South:

          Selbstverständlich ist der Künstler mit seinem Werk verbunden und wird angetrieben von ihm oft sogar unbewussten Motiven. Nur wollen wir hier aber Fühlen und Denken von Handlungen unterscheiden. Nur in den großen Religionen wird zwischen "Gedanken, Worten und Taten" nicht unterschieden.



          Wenn der Künstler also in einer Szene die Brutalität eines Mannes gegenüber (s)einer Frau darstellt, so bedeutet dies doch keineswegs, dass er anschließend oder in Zukunft irgendwann einmal losziehen wird, um Frauen zu schlagen. Herr Ulmen hat diese Grenze überschritten, indem er "vermutlich" in die Rolle seiner Frau schlüpfte und Männer, oft genug Menschen aus seinem oder dem beruflichen Umfeld seiner Ex-Frau "vorführte". Dass diese Männer auf das "perfide Spiel" hereinfielen, spricht nicht gerade für diese. Schlimm finde ich jedoch, dass damit der Ruf seiner Ex schwer geschädigt wurde.



          Kurz und gut: Herr Ulmen hat es eben nicht bei "seiner Kunst" belassen, sondern hat real gehandelt und Menschen be- und geschädigt.

          • @Il_Leopardo:

            Ja, höchstwahrscheinlich war das bei Ulmen so. Aber wir sind uns ja sicher einig, dass der vorliegende Fall in erster Linie ein Aufhänger für eine grundsätzliche Debatte ist.



            Ich kann als Künstler auch ein Thema aus der fiktiven Sicht eines Täters behandeln, kann es persiflieren, allegerosieren,kann es satirisch überzeichen und kann selbst die brutalste Szene als häßlich Fratze der Realität abbilden, ohne irgendetwas zu verherrlichen.



            Wenn ich als Künstler davon abhängig bin, ob externe Betrachter die Intention des Werkes beurteilen und wie die Autorin schreibt "die Schuldvermutung gilt", dann kann ich mich dafür entscheiden, strafrechtlich relevant zu handeln oder kontroverse, nicht genehme Themen nicht zu behandeln. Das ist per se Zensur.



            Ich hab z.Bsp. Texte für Songs geschrieben, die die verschiedensten Abgründen der menschlichen Psyche behandeln, verafsst in einer surrealen, grotesken Form. Mein Antrieb dahinter ist das Grauen, dass ich selbst dabei empfinde und zu Verstehen, was das "Böse" im Menschen ausmacht, wie es Besitz ergreift, wodurch es hervorgerufen wird. Das ist meine Form der Auseinandersetzung damit.

      • @Il_Leopardo:

        Freut mich, dass ich Sie zum Lachen bringen konnte. Ich würde gerne mitlachen, das Problem ist, dass der "Vergleich", den Sie benennen, in meinem Kommentar gar nicht vorhanden ist (ich erinnere mich nicht, mal irgendwas von oder mit Christian Ulmen gesehen zu haben, so dass ich zu seinen Werken gar nichts sagen kann).

        Lassen Sie mich Ihnen mal mansplainen, was die kritisierte Passage und meine Antwort darauf aussagen sollen: Die Autorin sagt, die Trennung von Kunst und Künstler sei "Bullshit" - nicht in diesem Falle, nicht in manchen Fällen, sondern allgemein. Sie sagt zudem, dass Männer, die Flinta* in "Witzen, Liedern oder Filmen" (was ich mir erlaubt habe, als "Kunst" im Allgemeinen zu abstrahieren) "erniedrigen", diese Phantasien auch "in der Realität" haben (sie also in die Tat umsetzen möchten).

        Deshalb habe ich Beispiele von Männern genannt, die in ihrer Kunst Dinge darstellen, die diese Definition entweder direkt oder indirekt (durch Darstellung von Gewalt gegen andere marginalisierte Gruppen, hier: Kinder) erfüllen. Denn wenn die These der Autorin stimmt, dann ist sie in jedem Fall gültig - ob der Autor nun Goethe oder Ulmen heißt - also unabhängig von deren Qualität.

    • @Agarack:

      Nein, Ihre Schlussfolgerung ergibt sich nicht notwendigerweise aus dem zitierten Absatz. Die reine Behauptung, man habe sich mit einem Thema auf ironische Weise kritisch auseinandergesetzt und könne deshalb nichts Frauenfeindliches produziert haben, ist kein Garant dafür, dass das Produkt tatsächlich der vorgetragenen Intention folgt. Es gab und gibt sehr gute Gründe, "Who wants to fuck my girlfriend?" nicht als Satire oder Kritik einzuordnen.



      Weshalb Sie behaupten, es gäbe noch keinen Kommentar zu den Vorfällen im Jugendclub, erschließt sich mir nicht. Hier ist er: taz.de/Vergewaltig...dzentrum/!6166413/

    • @Agarack:

      Das war keine Kunst, sondern er hat seine Auffassungen dargestellt!

  • Sind das nun Neuigkeiten, Frau Schröder? Immer wird so getan, als ob gerade etwas vom Himmel gefallen sei - na ja - aus der Hölle. "Die Männer..." , ist Blödsinn ... , "...die Frauen" auch. Aber, keine Frage, es gibt Tendenzen... und die sind erheblich. Es gibt eine Masse an sozial frustrieren Menschen, die ihre Kränkungen mehr oder weniger ausleben, Männer und Frauen. Dort müsste man mal ansetzen, möchte man einen Hauch von Realität erwischen...

  • "Männer" ist eine hübsche Verallgemeinerung, die ansonsten verpönt ist. Aber wenn es gewünscht ist, Frauen stellen 50 Prozent der Bevölkerung, wenn sie wirklich etwas gemeinsam verbessern möchten, brauchen sie nicht einen einzigen Mann dafür. Ansonsten wäre es peinlich

    • @Nickalsname:

      Sie scheinen also zum Generalstreik aller Frauen aufzurufen. Gute Idee!!

    • @Nickalsname:

      Schon mal davon gehört, dass es auch unter den Frauen solche gibt, die sich nicht nach "vorne" trauen. Nur wenige haben den Mumm, für ihre ureigensten Interessen einzutreten - vielleicht weil sie die Wut der Männer fürchten.



      Insofern ist es wichtig, dass auch Männer für die Interessen der Frauen eintreten. Sie sollten nicht immer nur behaupten, dass sie ihre Frauen lieben, sondern die berechtigten Anliegen der Frauen unterstützen.

      • @Il_Leopardo:

        So wie Aristophanes mit Lysistra:



        www.scribd.com/doc...ISTRATA-FOR-REVIEW



        Es ist an der Zeit...



        Solange weit überwiegend Männer derselben Entourage die Zepter der Weltpolitik und der Wirtschaft in den Händen halten, werden wir als demokratisch verfasste Zivilgesellschaft viele Probleme nicht nur nicht lösen, sondern sogar (extrem?) verstärken.



        Cui bono? Tech-Bros z.B.!

        • @Martin Rees:

          Vielen Dank für den Link. Werde mir in Ruhe den ganzen Aufsatz ansehen (konnte ihn mit Hilfe des Snipping-Tools speichern). Ist vielversprechend!

  • Wenn man nun aber nicht dem Ideal der anderen Männer entspricht interessiert es sie nicht, ob man Kontakt mit ihnen will oder sie toll findet. Und die misogynen Typen finden jemanden, der Geschlechtergerechtigkeit unterstützt, sowieso komisch. (Ich bezeichne mich selbst nicht als Feministen - ich erkenne auch nicht-binäre Menschen und denke, dass Gerechtigkeit auch nichts ausschließlich weibliches ist, außerdem sollte der Begriff für mich ausschließlich für die Unterdrückung von Frauen gelten, um hoffentlich historisch Symbol von etwas zu bleiben, das man gut als eine sehr widerliche Zeit einordnen kann. Auch finde ich Ansichten befremdlich, die die verkorksten Rollen nur umdrehen wollen oder damit wieder extreme Rollen verbinden, die sich auch hinter diesem Begriff verstecken, wie TERFs und dergleichen).