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Merz über Gewalt von MännernBleiben oder gehen?

Derya Türkmen

Kommentar von

Derya Türkmen

Kanzler Merz macht fragwürdige Aussagen über Gewalt und Migration. Daraufhin fragt sich die Oma unserer Autorin, was das für ihr Leben hier bedeutet.

„Alle sagen immer, die AfD, das seien die Nazis, die seien das Problem. Aber der Kanzler redet doch genau so“, sagt meine Großmutter Foto: Annegret Hilse/reuters

D as Telefon klingelt. Meine Großmutter ist dran. „Warum sagt er so was? Warum sind denn wieder die Migranten schuld?“, fragt sie. Gemeint ist Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Worte über „explodierende“ Gewalt von Männern in Deutschland, über einen „beachtlichen Teil“ von Zuwanderern, die diese Gewalt ausübten.

Er hat es im Bundestag auf die Frage gesagt, wie er sich zu der Debatte über Gewalt an Frauen im Internet äußern möchte. Aufgekommen ist die Debatte wegen der Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Bei den Vorwürfen geht es um digitale Gewalt, um das Erstellen von Fake-Profilen und pornografischen Deepfakes, aber auch um körperliche Übergriffe.

Es geht dabei um Macht, Grenzüberschreitungen und Verantwortungsübernahme. Migration spielt in diesem konkreten Fall keine erkennbare Rolle. Merz nimmt diesen gesellschaftlichen Moment, in dem man eigentlich überlegen sollte, wie Gewalt entsteht und sie verhindert werden kann, zum Anlass, um über Migration und Zugehörigkeit zu sprechen. Was bei meiner Großmutter ankommt: das Gefühl, wieder gemeint zu sein.

Sie kamen in den 1970er-Jahren nach Deutschland, wie viele andere. Haben gearbeitet, Familien gegründet, sich ein Leben aufgebaut. Leise und unspektakulär. Für Jahrzehnte leben sie in einer Kleinstadt in Niedersachsen, Fachwerkhäuser, ein ruhiger Alltag.

Auch in den Kleinstädten hat sich was verändert

Heute ist dort politische Realität, dass 27 Prozent die AfD wählen und 28 Prozent die CDU. Auch dort, sagen meine Großeltern, hat sich etwas verändert. Im Ton, im Blick, im Umgang. Deutschland war für sie nie eine offene Frage. Jetzt ist es eine. Verbunden mit Unsicherheit, die sich in dem Anruf meiner Großmutter zeigt: Warum sagt er so was? Was bedeutet das jetzt? Was kommt als Nächstes?

Denn bei solchen Aussagen kommen Erinnerungen auf. Erfahrungen, die sich eingeprägt haben. An die 90er-Jahre, an Brandanschläge von Mölln und Rostock-Lichtenhagen. Die Angst ist nicht neu, sagt meine Großmutter. Aber sie fühlt sich heute anders an.

Diffuse Angst

Die Angst hatte früher ein klareres Gegenüber. Täter, die benannt werden konnten, Ereignisse, die – so erschütternd sie waren – als Ausnahme galten. Was sich jetzt verändert, ist subtiler. Nicht mehr nur die Tat zählt, sondern der Ton. Die Verschiebung vom Einzelfall zur Verallgemeinerung. Wenn Gewalt pauschal mit Migration verknüpft wird, entsteht kein differenziertes Bild, sondern ein Klima – eines, in dem sich auch diejenigen angesprochen und mitgemeint fühlen, die mit dem konkreten Anlass nichts zu tun haben.

Mein Großvater spricht inzwischen vorsichtiger. Leiser. Überlegt, wann er Deutsch spricht.

Und mehr noch: Es entsteht ein Deutungsrahmen. Die Einteilung in gute und schlechte Migranten. Ein Muster, das politisch immer wieder genutzt wird – Menschen werden nach „nützlich“ und „problematisch“ sortiert. Auch innerhalb migrantischer Communitys wirkt das. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Zugehörigkeit, sondern darum, sich von anderen Mi­gran­t:in­nen abzugrenzen – die von der weißen Mehrheitsgesellschaft als „die anderen“ markiert werden. Meine Großeltern können sich dieser Logik nicht entziehen. Sie wissen, dass sie gemeint sein könnten – oder irgendwann vielleicht sogar gemeint sind.

Keine abstrakte Debatte

Mein Großvater spricht inzwischen vorsichtiger. Leiser. Überlegt, wann er Deutsch spricht und wann nicht, erzählt meine Großmutter am Telefon. Es sind kleine Verschiebungen im Alltag, kaum sichtbar – und doch entscheidend. Sie selbst sagt es einfacher: Man will ja nicht negativ auffallen. Und plötzlich steht eine Frage im Raum, die jahrzehntelang keine war: bleiben oder gehen?

Es ist keine abstrakte Debatte mehr. Es ist ihr Alltag. Denn genau das zeigt politische Sprache: Sie verschiebt nicht nur Debatten, sondern auch Lebensrealitäten.

Am Ende bleibt ein Satz meiner Großmutter, ruhig, aber bestimmt: „Alle sagen immer, die AfD, das seien die Nazis, die seien das Problem. Aber der Kanzler redet doch genau so, damit die Leute ihn weiterhin wählen. Dann ist die CDU doch auch ein Teil dieses Problems, oder etwa nicht?“

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Derya Türkmen
Ist seit Oktober 2023 bei der taz, schreibt am liebsten über Gesellschaftthemen, Filmpolitik, Migration und die türkische Diaspora in Deutschland. Hat TV- und Filmproduktion in Hamburg, Angewandte Medien in Mittweida studiert, sowie Asian Cinema und TV-Broadcast in Ayr/Schottland.
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121 Kommentare

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  • Wer Gewalt gegen seine Mitmenschen ausübt, übt Gewalt an der Menschheit aus, also letztlich auch gegen sich selbst.



    Warum Schweigen die Organisationen der Religionen so laut, sind sie noch mit ihren Gewalttaten in ihren Organisationen, Stichwort Missbrauch, beschäftigt ?



    Es liegt doch letztendlich an unserer Bevölkerung, wie wir mit Gewalttätern umgehen. Bei vielen Tätern würde schon die Androhung des Entzug des Führerscheins etwas bewirken und auch ein mögliches Ausgehverbot nach 18 h könnte uns die Gewalttäter, in den Innenstädten vom Hals halten. Familien können sich auch von ihren gewalttätigen Familienangehörigen fernhalten und den Kontakt einstellen, es gibt ein zu beantragendes Annäherungsverbot durch den Gesetzgeber. Freunde , Nachbarn und Arbeitskollegen können sich auch von Gewalttätigen distanzieren. Wenn Gewalttäter, Machtausüber keine Akzeptanz in der Bevölkerung, in den Medien eingeschlossenen, finden - könnte ein Umdenken bei Gewalttätern & Machtausübern stattfinden.

  • Ich verstehe diesen Text in erster Linie als Metapher für die Situation einer großen Gruppe von Menschen mit Einwanderungshintergrund. Aber völlig unabhängig davon, ob diese spezielle familiäre Situation genauso besteht, das Geschilderte auf den Punkt so vorgefallen ist, kann ich mich in die Lage der Leute hineindenken, mir ist klar, wie die Betroffenen sich fühlen müssen.



    Völlig ohne Belang: Wohin immer die sich zurückziehen müssten und ob sie das letztendlich tatsächlich vorhaben oder tun werden. Oder nur einfach Angst davor haben.



    Was indes ein immer wiederkehrendes Muster ist: Egal welches Problem gerade auftaucht - unser aller Kanzler kann einfach nicht umhin seine Lieblingsagenda zu bespielen, wenn es auch nur die Spur einer Gelegenheit dazu gibt. - Merkt er das eigentlich noch selbst? Ist das die verzweifelte Hoffnung einen Prozentpunkt in Umfragen auf der Beliebeitsskala der Politikerliste gut zu machen? Das hat doch bisher nicht geholfen - warum also jetzt?

  • Wenn ein Problem gelöst werden soll, muss zuerst einmal ohne irgendwelche Ängste und Scheuklappen vor dem Ergebnis eine Analyse erfolgen.

    Und exakt daran hapert es bei uns generell. Das scheitert meist aus politischen und ideologischen Gründen.

    So lange wir dazu nicht bereit sind wird es auch nix werden.

  • Natürlich gibt es Gewalt gegen Frauen auch unter Menschen mit Migrationshintergrund. Aber eben nicht nur. Ansprechen kann man das, dann muss man aber auch Lösungsansätze präsentieren. Dazu gehören Integrationskurs e für Migranten genauso wie Antiaggressionskurse an Schulen, n Jugendeinrichtungen usw, so dass alle Menschen (vor allem Männer) angesprochen werden. Aber was macht die Regierung in Anbetracht dieser Lage es kürzt die Mittel für die Jugendarbeit und Integration. Und sie Haut Mal wieder verbal auf die Migranten ein und nimmt billigend in Kauf, dass andere es nicht bei verbalen Attacken belassen. Nicht mein Kanzler, nicht meine Regierung.

    • @Sven Krüger:

      Genau so ist es!

      Wenn die Täter Menschen sind die beispielsweise gravierende Prägungen in der Kindheit hatten, helfen sicherlich Kurse und psychische Behandlungen.

      Wenn es Täter sind, die auf Grund ihrer Einstellung gegenüber Frauen Gewalt als legitim ansehen, hilft ein Kurs oder psychische Behandlungen weniger. Das sind Männer die meist nur klare, harte Konsequenzen verstehen. Manche ticken leider einfach so.

    • @Sven Krüger:

      Natürlich gibt es Gewalt gegen Migranten. Auch unter Menschen ohne Migrationshintergrund. Aber eben nicht nur. Ansprechen kann man das, dann muss man aber auch Lösungsansätze präsentieren. Dazu gehören Verhaltenstkurse für Menschen ohne Mihigru, genauso wie Antiaggressionskurse an Schulen, in Jugendeinrichtungen usw, so dass alle Menschen (vor allem weiße Männer ohne Mihigru) angesprochen werden. Aber was macht die ...... in Anbetracht dieser Lage es kürzt die Mittel für die Jugendarbeit und Männerkurse. Und sie Haut Mal wieder verbal auf die Menschen ohne Mihigru ein und nimmt billigend in Kauf, dass andere es nicht bei verbalen Attacken belassen. Nicht mein ....., nicht meine ........

  • In dem konkreten Fall geht es um einen ethnisch deutschen Täter und ein Opfer mit Migrationshintergrund.



    Das ist eine deutliche Verschärfung des Machtgefälles und ich bin mir sicher, das der öffentliche Aufschrei größer und die persönliche Hemmschwelle beim Täter größer gewesen wären, wenn es sich um ein ethnisch deutsches und prominentes Opfer handeln würde.



    Und ihr alle wisst genau, das die Hetze explodieren würde, wenn der Täter Migrationshintergrund hätte.

    Migration spielt in diesem Fall definitiv eine Rolle.

    • @KnorkeM:

      Ich glaube das Gegenteil ist der Fall. In viel krasseren Fällen haben die (linken) Frauenorgenisationen geschwiegen - eben weil der Täter nicht etnisch deutsch war.

      Und damit hat man den rechten das Feld überlassen, diese haben diese Themen (die es zu behandeln gibt) quasi exklusiv behandelt.

      Nun wo ein prominenter Buodeutscher was gemacht haben soll gibt es die ganzen Demos, schon bemerkenswert.

    • @KnorkeM:

      "...Und ihr alle wisst genau, das die Hetze explodieren würde, wenn der Täter Migrationshintergrund hätte...." Meinen Sie? Von diesen Fällen, Täter mit Mihigru, gibt es dieser Tage wieder erschreckende Varianten. Siehe Gruppenvergewaltigung Berlin Neukölln. Wo ist die Hetze? Wo ist die Aufregung, die Sie unterstellen? Zeigt die Realität nicht das Gegenteil?

  • ... Und Merz legt nach, heute will er gerne über "das Frauenbild im Islam sprechen" immer schön Schuldabwehr weg vom weißen deutschen Mann bzw. Familienvater.

    Obgleich Christian Ulmen nun doch sehr beispielhaft gezeigt hat, dass ein muslimischer Hintergrund für analoge wie digitale Gewalt gegen die eigene Frau völlig überflüssig ist....

    Andererseits dürfte genauso unstrittig sein, dass die religiösen Narrative der drei großen monotheistischen Weltreligionen schon vielen Tätern als Legitimation gedient haben. Deshalb galt ja gerade in der dominant christ(demokratisch) geprägten BRD Sex in unter Ehegatt*innen als eheliche Pflicht und in keinem Fall je als Vergewaltigung. Bekanntlich stimmte gerade der olle Fritz im Parlament gegen die Abschaffung dieses patriarchalen Missstandes .... Womit er 1997 zum Glück in der Minderheit war ...

    Das gewandelte Frauenbild hierzulande ist somit nicht Verdienst von Big Pascha Merz ... Der sich hier wohl mit manchem Muslimbruder einig wäre ...

    Im Kampf gegen sexistische Gewalt müssen Paschas & Allies ihre Machtmittel verlieren, seien sie Techbros, religiös Verblendete, mithelfende Familienangehörige oft Frauen, Vermögensverwalter ...

  • Gewalt gegen Frauen mit Migrationshintergrund ist der Gorilla im Raum, der auch von Linken geflissentlich ignoriert wird.



    .



    Die Körperliche oder sexuelle Gewalt durch aktuellen Partner**, also in der Regel Männer ist bei Einwohnern mit türkischer Herkunft doppelt so hoch wie bei Einwohnern mit deutscher Herkunft. Frauenhäuser sind vor allem voll mit Frauen mit Migrarionshintergrund.

    www.bmbfsfj.bund.d...ng-studie-data.pdf

  • Ich frage mich oft, wie man sich fühlt, wenn man sein ganzes Leben hier verbracht hat oder sogar hier geboren ist und trotzdem ausgeschlossen und diffamiert wird. Ich würde der Großmutter der Autorin gerne sagen, dass Leute wie Merz nicht in der Mehrheit sind, aber so langsam bin ich mir da nicht mehr so sicher.



    Trotzdem: Deutschland ist Ihre Heimat genauso wie die Ihrer Enkelin, und verdammt noch mal, die dürfen Sie sich von diesen Leuten nicht streitig machen lassen! Suchen Sie sich Verbündete! Es gibt sie.

    • @Klabauta:

      Es gibt nicht nur ein Deutschland. Das Deutschland in dem sie wahrscheinlich leben dürfte sich von dem Deutschland in dem ich über ein Jahrzehnt gelebt habe stark unterscheiden. Abgesehen vom beruflichen Umfeld war da gar nichts deutsch.

      Wird hier oftmals als Paralelgeselschaft bezeichnet, entspricht aber den Tatsachen. Nur sind die türkischen und syrischen Communities wesentlich größer als die Norwegische und sie sind gut miteinander vernetzt.

      Mein Rat an die Oma der Autorin wäre daher, nicht darum kümmern was die Leute sagen und nicht das Feld räumen. Kurz, sich so lange wie möglich seinen persönlichen Teil Deutschlands erhalten.

      Und traurig das sagen zu müssen, aber Leute wie Merz sind in der Mehrheit und waren es auch schon immer. Nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa. Es gab nur wenige Ausnahmen wie früher z.B. die Schweden oder die Niederlande.

      Geändert hat sich die Deutung des Begriffs Migranten, heute auf den arabischen - afrikanischen Raum bezogen, betraf es früher auch andere Gruppen wie Griechen, Jugoslawen oder Italiener. Die sind heute nicht mehr gemeint, wenn Merz von Zuwanderung spricht. Zeigt die ethnische Komponente des Diskurs auf - der Kulturkreis

      • @Sam Spade:

        @Sam Spade



        In den 70er/ 80er Jahren gab es noch den Begriff der " Gastarbeiter " in Westdeutschland. Dies suggerierte der Bevölkerung es handelt sich um " Gäste " - der Bevölkerung war oftmals nicht klar - und es wurde ihnen auch nicht von den Politikern offensiv vermittelt, wie sukzessiv die Regierung im Ausland, im Interesse von Industrie & Wirtschaft um Arbeitskräfte wirbt. Die einfachen Deutschen wurden in dieser Entwicklung sich selbst überlassen und hörten ab und an, über ihre Kinder von einzelnen, neuen Schulkameraden aus dem Ausland. Berührungspunkte gab es doch sonst gar nicht zwischen Alteingesessenen & Neubürgern.



        Migranten als kulturelle Bereichernung zu sehen, kam erst langsam in den Köpfe der Deutschen an. Oftmals durch die vielen neuen Restaurants mit ausgesprochen leckerer guter Küche.

      • @Sam Spade:

        Ergänz mal - fein beobachtet



        “betraf es früher auch andere Gruppen wie Griechen, Jugoslawen oder Italiener.“ Woll



        …& Spanier…



        So - als ich - 1978 im Westfälisch Sibirien aufschlug. Dem mit hervorragend beurteilten Kollegen der ua AuslR-Kammer waren das Untermenschen.



        Nur weil die Kammer heillos abgesoffen waren hatte ich mit Duldungsvergleichen carte blance!



        (Rechtsberater vom FDP-🪂 / mit Präsi war nix weil FDP ex LT. ließ dann Asyl verschärft in Karlsruhe arbeiten!) - 🙀knarrende Lloyds👎



        So geht das ©️ Kurt Vonnegut



        „ Wir sind, was wir vorgeben zu sein, deshalb müssen wir vorsichtig sein, was wir vorgeben zu sein .“

      • @Sam Spade:

        Sicher ist es auch immer abhängig von dem Ort, an dem man lebt. Das Leben in meiner kleinen Großstadt, in der ein Viertel der Einwohner keinen deutschen Pass besitzt und ein großer Anteil der Deutschen einen Migrationshintergrund hat, verläuft im Großen und Ganzen friedlich, kulturelle Konflikte gibt es kaum. Das sogenannte „Stadtbild“ ist multikulturell geprägt. Die Grünen sind seit Jahren stärkste Partei und die AfD bleibt, obwohl auch hier stärker geworden, unter 10 Prozent (Stand 2026).



        Ich halte all das für nicht selbstverständlich im Jahr 2026 in Deutschland und für ein Privileg, in diesem meinem „persönlichen Teil Deutschlands“ leben zu dürfen.

        • @Klabauta:

          Was für eine kleine Großstadt ist das? Ich lebe in einer ostdeutschen (Klein-=Stadt. Migranten sind dort weniger erwünscht, man ist stramm deutsch.

          • @ja wirklich?:

            Für mich eine schreckliche Vorstellung.



            Und es beweist einmal mehr, dass das beste Mittel gegen Deutschtümelei und Rassismus die Begegnung und das Zusammenleben mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ist (und zwar nicht nur im Urlaub). Das weitet den Horizont :-)

    • @Klabauta:

      Das wäre wirklich schlimm, wenn man ausgeschlossen und diffamiert würde. Aber hat Merz das getan? Nein. Aber wenn man will (und von der Enkelin und linken Medien "geimpft" wird) kann man das natürlich so verstehen.



      Was hat Merz ausgedrückt in Richtung linkem Parlamentsflügel: lasst uns das gesamte Bild betrachten, auch den aus Political Correctness bisher von diesen Parlamentariern ausgeblenden Teil des Bildes.



      Auch hat er gesagt.



      Mehr nicht.



      Calm down.

      • @Jens Köster:

        Es ist eine perfide Strategie der Rechten, zu behaupten, man sei missverstanden worden. Nein, die Botschaft des Kanzlers war klar und wird von der Zielgruppe verstanden werden: „Die“ sind das Problem, nicht „Wir“.



        Andere Aussagen („Stadtbild“, „kleine Paschas“) des Bundeskanzlers belegen das. Da hilft kein rein rhetorisches „auch“.



        Und ja, das ist Diffamierung und Ausgrenzung von höchster Stelle.

        • @Klabauta:

          ja Ausgrenzung um der Ausgrenzung willen.

  • Erdogan oder Merz. Schwierige Frage.

    • @Querbeet:

      Nun - fang lang - mal an - wa! 😂



      Der Lange ile sakal & Fritz mit Fontanellen🥸



      Und jede Wette: Autoritäre reaktionäre Säcke •

      • @Lowandorder:

        Yes.

    • @Querbeet:

      Guten Tag Querbeet und einige andere

      Im Text steht nur: "bleiben oder gehen" (wohin auch immer)

      In Ihren Köpfen wird daraus: "zurück in die Türkei"

      Das, finde ich, ist für alle einen Moment des Nachdenkens wert !

      Dass es Probleme im Umgang mit Migration gibt, ist anscheinend in vielen Köpfen zu "Die Migranten sind das Problem" geworden.



      Auch dafür mindestens einen, besser mehrere lange Momente des Nachdenkens einplanen.

      Danke.

  • Bitte erklären Sie Ihrer Großmutter, dass es dem Kanzler genau darum geht: differenzierte Analyse, die nichts ausklammert. Und das hat er auch so gesagt. Er hat es deshalb gesagt, weil ein Ausklammern nicht hilft, aber vom linken Spektrum des Parlaments immer noch eingefordert wird. Das treibt die Menschen in die Arme der AFD. Das wollen wir alle nicht.

    • @Jens Köster:

      Ich weiß nicht, wieso man diesen Kanzler verteidigen sollte, der doch bei jeder Gelegenheit heftig nach rechts blinkt. Warum soll man sich Mühe geben, das soundsovielte heikle Gerede, das er populistisch von sich gibt, wohlwollend zu deuten?

      Was die afd groß macht, ist das ständige Legitimieren ihrer unsäglichen Aussagen, indem der Rest der Gesellschaft, insbesondere CDU und der rechte Teil der SPD, die übernehmen.

    • @Jens Köster:

      Beruhigend, dass Merz hier einen Erklärer hat. Toll! Wäre noch toller, wenn er als Bundeskanzler einfach klar verständlich so differenziert und einbeziehend spräche.



      Ach, aber ach, ich fürchte, Merz versucht die Blauen zu imitieren und fühlt sich dabei ganz wohl mit seinen Sündenböcken.

    • @Jens Köster:

      Was Merz gesagt hat, war nicht differenziert und es war auch nicht analytisch.



      Von Links wird auch nichts "ausgeklammert" oder verboten; es wird eingefordert, dass man verantwortungsvoll (nicht verhetzend), lösungsorientiert, empiriebasiert, ethisch und unter Berücksichtigung migrantischer Lebensrealitäten mit Fragen der Migration umgeht. Das tut die Union nicht. Hat sie nie.

  • Pauschal-Urteile sind immer schlecht. Differenzierung tut not.

    Je nach Interessenlage und politischer Einstellung sind unterschiedslos die Migranten Schuld, oder die Männer, oder die AfD und die CDU. Diese Beispielreihe könnte man beliebig fortsetzen. Eines eint diese Einstellungen: sie sind alle falsch und tuen unserer Gesellschaft nicht gut.

    Daher: ein Umdenken ist gefragt, von rechts und links und von allen, die Pauschalisierungen nutzen.

    • @Black & White:

      Danke für diesen Kommentar. Er spricht mir aus dem Herzen.

  • Gewalt gegen Frauen gibt es in allen gesellschaftlichen Schichten und Gruppen.

    Es gibt aber auch die Aussage, dass das patriachat ein Auslöser ist für die Verfügung über Frauen. Wäre es dann nicht naheliegend, dass in Strukturen bei denen das patriachat stärker ausgeprägt ist, dass es auch statistisch eine größere Häufung für verschiedene Vorfälle und Verhaltesweisen geben sollte?

  • >Menschen werden nach „nützlich“ und „problematisch“ sortiert.<

    Will man Zuwanderung überhaupt steuern?

    Wenn ja - scheint nützlich/problematisch nicht völlig abwegig zu sein?

    • @test_name:

      Netter Versuch.

      Wer Menschen nach "nützlich"/"problematisch" sortiert hat, sollte eigentlich bekannt sein, oder?

  • Wenn nur die Hälfte der Ausländer morgen entscheiden zu gehen oder vielleicht sogar noch viel weniger, dann ist erstmal Adé mit Deutschlands Wirtschaft und alles bricht den Bach hintunter.

    Eine Gesellschaft, die schon vor 30 Jahren sehr alt war und ein Kanzler der offen den Völkermord in Gaza unterstützt hat und einen international gesuchten Verbrecher nach Deutschland einladen wollte, mit der Mehrheit seiner Unionskollegen sogar auf Linie.

    So ein Kanzler stellt sich dann hin und hetzt ständig gegen diejenigen, die dieses Land überhaupt am Laufen und am Leben halten.

  • Interessanter Artikel, die Normalisierung der Braunen, das Verbotsverfahren, dass wohl leider nie beantragt werden wird, die Verschiebung der Sprache durch die toxische Verrohung der AfD bis weit in die politische Mitte hinein, all das hat Wirkung. Angst, Anpassungsdruck, nicht wenige Migranten wählen mittlerweile selbst die Braunen (absurderweise).



    Die Übernahme der Sparche, auch teilweise der politischen Forderungen, durch die Konservativen haben fatale Konsequenzen. Mal wieder spielen sie den Steigbügelhalter für die Rechtsextremen, womöglich sogar bis hin zur Koaltion, die mutmaßlich mit der Vernichtung der CDU endet.



    Die Migranten spüren die Verschiebung, der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg der Rechtsextremen macht Angst, schürt Unsicherheit, Vertreibung wird bereits gedacht, geplant, Schlimmeres (noch) nicht. Dass die Frage des Gehens überhaupt gestellt wird ist eine Schande für alle Deutsche. Leider wird sie mehr und mehr zurecht gestellt.

  • Grüße an die Großmutter, sie hat leider recht.



    In der CDU geben die Reaktionären und Postfaschisten aktuell den Ton an.



    Bzw. bestimmen die Tonlage in der gejault wird.



    Und entweder bilden sie auch die Mehrheit in der Partei oder den Anderen ist es einfach egal (oder sie verstehen es nicht), dass ihre Partei gerade zur Vernichtung der freiheitlich demokratischen Grundordnung mißbraucht wird.

  • Ist es denn wirkliche eine Alternative für Ihre Großeltern in die Türkei zugehen? Bei dort herrschen politischen Verhältnissen. Nationalismus, Unterdrückung der Opposition u. v. m

    • @Joen:

      Ich glaube, das ist nicht die eigentliche Frage, die die Autorin umtreibt.

    • @Joen:

      Ich finde es auch traurig, dass die das überhaupt erwägt. Dort ist sie dabei zumindest nicht "die Türkin", sondern sie selbst, vielleicht denkt sie auch das.

      • @Janix:

        Keine Ahnung,ob sie wirklich nur sie selbst dort sein kann. Es gibt Geschichten von Deutsch türkischen Migranten,die hier "die Türken" sind und in der Türkei "die deutschen". In dem Fall wäre sie auch dort nicht nur sie selbst.

        Eine traurige Erkenntnis war,dass ich erkannt habe,dass es Rassismus und Vorurteile überall gibt und es deswegen,nicht wie geplant,bei 16 Prozent der AFD Deutschland den Rücken zu kehren.

        • @Hitchhiker:

          Kann ich aus meiner eigenen Migrationsgeschichte bestätigen. Für Deutschland zu ausländisch, fürs Ausland zu deutsch. Zum Glück gibt es sowohl da, als auch hier Ausnahmen. Auch wenn diese (gefühlt) gerade weltweit weniger werden.

        • @Hitchhiker:

          Ähnliches erzählte mir auch ein Russlanddeutscher/Deutschrusse über sein Leben hier und seine Erfahrung, wenn er Russland besuchte. Immer einer der Anderen.

    • @Joen:

      Für mich ist das erst einmal nur eine rhetorische Frage, also eine Scheinfrage, die keine Antwort erwartet, sondern eine Aussage oder Meinung betont - in diesem Fall also eine Sorge, dass sich die Stimmung in diesem Land noch verschlechtern könnte, wenn ... ja, Sie wissen schon!

    • @Joen:

      Immerhin werden sie dort (hoffentlich) nicht als Ausländer wahrgenommen.



      Und das ist scheinbar für alle Beteiligten das größte Problem überhaupt.

      • @Encantado:

        Irgendwie als "Deutsch-Türken". Und nach fünfzig Jahren hier in Deutschland dürfte ihnen die Welt dort schon ein bisschen fremd vorkommen.

        • @Il_Leopardo:

          "Irgendwie als "Deutsch-Türken". Und nach fünfzig Jahren hier in Deutschland dürfte ihnen die Welt dort schon ein bisschen fremd vorkommen."



          Dieses Risiko sehe ich ebenfalls. Die Hoffnung stirbt zuletzt, oder wie?

          • @Encantado:

            Eine türkische Bekannte, im mittleren Alter, hier und in den USA für den Bereich IT ausgebildet, ging anschließend in die Türkei und kehrte schon nach kurzer Zeit zurück. Die Männer dort wollten sich von einer Frau "nichts sagen lassen".



            Poor fellows! Oder auf deusch "Arme Tröpfe"!

  • Friedrich Merz ist nun einmal Friedrich Merz, der ändert sich auch nicht mehr. Außerdem ist Friedrich Merz 'blackrockmäßig' unterwegs, da kann er sich nicht auch noch um "Frauenprobleme kümmern.

    Der Mann hätte niemals Bundeskanzler werden dürfen, aber jetzt haben wir ihn nun einmal an der Backe und müssen das Beste daraus machen. Man kann eigentlich nur noch hoffen, dass Merz nicht auch noch mit der AfD demnächst Händchenhaltend durch Deutschland läuft.

  • " Bei den Vorwürfen geht es um digitale Gewalt, um das Erstellen von Fake-Profilen und pornografischen Deepfakes, aber auch um körperliche Übergriffe. " letztlich hat Herr Merz doch erreicht, was er wollte. Es wird von vielen jetzt wieder über Migration gesprochen und nicht über sein Versagen bei den Themen, um die es in diesem Fall eigentlich geht ...

    • @Otto Buchmeier:

      Man kann von ihm allerdings auch nicht erwarten zu differenzieren, wenn man selbst gern pauschalisiert. Und das haben bei dem gerade aktuellen Fall doch sehr viele...

  • Sind fragwürdige Aussagen des Kanzlers eigentlich noch eine Schlagzeile wert??

    • @Erfahrungssammler:

      Ja. Anderenfalls würde nichts mehr vom Kanzler zu lesen oder zu hören sein.

      • @Mondschaf26:

        Bei DEM Kanzler könnte ich gut und gerne damit leben.

  • Herr Merz, es ist Fernandes, die einen "Zuwanderer"hintergrund hat. "Ulmen" klingt eher nach Rheinland-Pfalz. Fragen Sie aber immer gerne mal Ihre Frau oder so.



    Es ist der missratene Kontext Ihres Satzes, ich dachte, Sie könnten eigentlich reden, oder war das nur als Opposition?



    Tipp: Rufen Sie das nächste Mal zu anständigem Verhalten auf (Unionswählers lieben solche Wörter), und zwar alle. Danach können Sie für verschiedene Gruppen erarbeitete Ideen benennen, wenn Sie das denn für nötig halten. Erarbeitet, Herr Merz. Sie dürfen gerne erarbeiten. Nicht nur Reden schwingen, wo Ihnen der Sauerländer Klepper wieder mal durchgeht.

  • Ihre Oma hat vollkommen Recht, Frau Türkmen. Ich bitte Sie zu bleiben. Es ist schrecklich: Nachbarn die sich nicht mehr grüßen, Kontakte beenden, wegen Vorwürfen im Alltag, wegen Kleinigkeiten. Etwas ausleihen? Nein! nicht mehr.



    Die Volksverhetzung wirkt.



    Merz ist ein eingefleischter Rassist und seine Ankündigungen aus dem Wahlkampf steigert er eher als dass er irgendwo nachgibt. Genauso agiert die Rechtsfront bei allen anderen Angriffen. Als ob sie durch diese Angriffe Gelder einsparen würden: Demokratie-Bildung 200 Initiativen, Buchhandlungen von der Liste streichen, Deutschkurse, Asylrechtsberatung.



    Allein die Subventionen für die Bayreuther Festspiele jedes Jahr liegen viel höher als alle diese kleinen Beträge zusammen.



    Kalter Zynismus - um die Serie von Angriffen mit Messern und Fahrzeugen 2023-25 geht es schon lange nicht mehr.



    Das Feindempfinden ist so wie bei den Rechtsradikalen in den USA: "ehrenrührig" - das verlangt nach Duell. taz.de/Reaktion-au...ernandes/!6165977/



    Merz' Gehabe ist so überheblich wie es die neue autoritäre Front als selbstverständlich empfindet.

    • @Land of plenty:

      „eingefleischter Rassist“: Darunter stelle ich mir Ku-Klux-Klan-Mitglieder vor, aber doch nicht unseren Bundeskanzler! Was sollen diese völlig übertriebenen Bezeichnungen eigentlich bewirken? Das ist doch wie die Nazi-Keule: Wird viel zu oft und unreflektiert eingesetzt und folglich kaum noch ernstgenommen…

      • @Saile:

        Durch den rassistischen Brandanschlag in Solingen am 25. März 2024 wurde eine vierköpfige junge Familie aus Bulgarien ausgelöscht, ermordet.

  • Es ist eine infame Verdrehung der Tatsachen: Bundeskanzler Friedrich Merz nutzt das Leid von Frauen, um sein rassistisches Narrativ der „explodierenden Gewalt durch Zuwanderer“ zu befeuern. Wer so tut, als sei Gewalt gegen Frauen ein Importgut, betreibt eine gefährliche Täter-Opfer-Umkehr und verhöhnt jede Frau, die in diesem Land Opfer von struktureller, männlicher Gewalt wird – egal, welcher Pass im Spiel ist.



    ​Statistiken zeigen unmissverständlich: Der gefährlichste Ort für Frauen ist nicht der Park mit „fremden Gesichtern“, sondern das eigene Zuhause. Die Täter sind Väter, Ehemänner und Ex-Partner aus der Mitte der Gesellschaft. Merz’ Fokus auf Migranten ist kein Schutz für Frauen, sondern purer Populismus, der vom echten Problem ablenkt: einem tief verwurzelten Patriarchat, das auch in deutschen Wohnzimmern zuschlägt. Wer Gewalt gegen Frauen nur dann thematisiert, wenn er sie gegen Minderheiten ausschlachten kann, dem geht es nicht um Sicherheit, sondern um Spaltung. Echter Frauenschutz braucht mehr Frauenhausplätze und finanzielle Unabhängigkeit, keine rassistischen Nebelkerzen eines Kanzlers, der den Feminismus für seine Zwecke missbraucht!

    • @amigo:

      "​Statistiken zeigen unmissverständlich: Der gefährlichste Ort für Frauen ist nicht der Park mit „fremden Gesichtern“, sondern das eigene Zuhause. Die Täter sind Väter, Ehemänner und Ex-Partner aus der Mitte der Gesellschaft."

      Nur schließt das eine das andere nicht aus, denn auch migrantische Männer sind Väter, Ehemänner und Ex-Partner.

      Und wenn man sich die Zahlen der Frauenhäuser anschaut und wer dort leider Zuflucht suchen muss, der wird feststellen, dass migrantische Frauen auch hier weit überrepräsentiert sind. Zu Leugnen, dass die Migrantenwellen auch Probleme nach Deutschland bringen ist kein guter Ratgeber. Fühlt sich zwar von Links gut an, ist aber halt genauso Falsch wir Migranten zum Wurzel allen Übels zu erklären.



      Es gibt Gewaltprobleme durch die Migration, das ist schlicht nicht zu leugnen!

      • @Walterismus:

        "Es gibt Gewaltprobleme durch die Migration, das ist schlicht nicht zu leugnen!"

        Natürlich gibt es diese Gewaltprobleme im Zusammenhang mit Migration, zum Beispiel die Terroranschläge des Nationalsozialistischen Untergrunds NSU.

        Was Ihnen allerdings beim Verweis auf die Frauenhäuser unterläuft ist die klassische Verwechslung von Kausalität und Korrelation.



        Ganz deutlich: Ihr Beispiel beweist nicht, dass Menschen mit Migration gewalttätiger sind, höchstens, dass Sie selbst anfällig für rassistische Narrative sind.

        • @Schleicher:

          Kurz um: die Frauenhäuser sind überproportional mit migrantischen Frauen belegt aufgrund des Rassismus in Deutschland?



          Ihr Kommentar ist ein gutes Beispiel dafür, dass Einseitigkeit und Pauschalisierung leider auf allen Seiten überhand nimmt. Dabei ist es doch sei einfach: es gibt Probleme mit migrantischer Gewalt, da hat der Kanzler recht. Aber gleichzeitig haben wir auch, leider steigende Probleme, mit rassistischer Gewalt. Da haben Sie recht. Statt jeweils den dem eigenen Lager nahestehenden problematischen Teil auszublenden und schönzureden, wäre es gut sich mit beidem objektiv auseinanderzusetzen und nach Lösungen zu suchen. Passiert leider viel zu wenig; die übliche Reaktion ist der Fingerzeig auf die anderen und die Feststellung, dass diese ja noch viel schlimmer sind. So auch in Ihrem Kommentar.

      • @Walterismus:

        Ah ne, mit solchen Statistiken kommen Sie nicht weit. Hat auch einen rassistischen Unterton der Kommentar

      • @Walterismus:

        Deine Argumentation ist ein klassisches Ablenkungsmanöver: Wer die Überrepräsentation migrantischer Frauen in Frauenhäusern als Beleg für ein „Migrantenproblem“ anführt, ignoriert bewusst die sozialen Realitäten. Migrantische Frauen suchen dort nicht Zuflucht, weil ihre Männer „migrantisch“ sind, sondern weil sie oft über kein stabiles soziales Netz, keine eigene Wohnung oder gesicherten Aufenthaltsstatus verfügen – Faktoren, die Abhängigkeiten zementieren.



        ​Gewalt gegen Frauen auf die Herkunft zu reduzieren, ist wohlfeiler Kulturpaternalismus. Er dient nur dazu, den „biodeutschen“ Schläger im Reihenhaus moralisch zu entlasten. Wenn wir über Gewalt reden, müssen wir über toxische Männlichkeit und patriarchale Machtstrukturen sprechen, die in allen Milieus existieren. Wer Migration zum Sündenbock macht, instrumentalisiert den Schutz von Frauen für eine rassistische Agenda, statt die Ursachen von Gewalt dort zu bekämpfen, wo sie entstehen: im Kopf der Täter. Gewalt hat keinen Pass, sie hat ein Geschlecht. Wer das leugnet, betreibt Ideologie auf dem Rücken der Opfer!

        • @amigo:

          Wo sind den die patriachalen machtstrukturen stärker ausgebildet. Im Schweden oder bei den Taliban oder sind sie gleich stark ausgeprägt?

          Bei dem Rest gehe ich mit. Es ist eine Sache im Kopf.

        • @amigo:

          "Gewalt hat keinen Pass, sie hat ein Geschlecht."



          Inwiefern der Austausch von Rassimus gegen Sexismus besser ist, wäre noch erklärbar.

        • @amigo:

          Ich bin im Grundsatz bei Ihnen aber wenn "toxische Männlichkeit und patriarchale Machtstrukturen" wirklich in allen Millieus (gleichermaßen?) vorkommen würde - also auch in links-queeren Akademikerhaushalten genauso wie in stockkonservativen Familien- dann wäre der Kampf ja eigentlich vergeblich oder?

          • @Chris McZott:

            Ganz im Gegenteil! Dass patriarchale Muster überall lauern, macht den Kampf nicht vergeblich, sondern notwendig. Der Unterschied liegt im Umgang damit: Im links-queeren Milieu gibt es zumindest das Vokabular und den Willen zur Reflexion, während Konservative die Strukturen oft als „Naturgegebenheit“ heiligen. Ein Problem zu benennen, ist der erste Schritt zur Heilung. Nur wer die Allgegenwärtigkeit von Sexismus erkennt, kann ihn gezielt abbauen – statt ihn rassistisch umzudeuten.

  • „Alle sagen immer, die AfD, das seien die Nazis, die seien das Problem. Aber der Kanzler redet doch genau so, damit die Leute ihn weiterhin wählen. Dann ist die CDU doch auch ein Teil dieses Problems, oder etwa nicht?“

    Kann man ja aus einer linken (und selbst betroffenen) Perspektive so sehen aber wenn solche Urteile ausgerechnet von Türkischstämmigen kommen, kann man das nicht unkommentiert lassen.

    Die autoritäre und nationalistische Regierung der Türkei steht seit Jahrzehnten rechts von CDU und AfD und die hiesigen Türken und Türkischstämmigen sind deren größten Unterstützer. Bis vor kurzem war die mitgliederstärkste rechtsradikale Vereinigung Deutschlands eine türkisch-nationalistische - mit kräftiger Unterstützung der türkischen Regierung natürlich.

    All das was man am rechten Deutschland kritisieren muss, ist in der Türkei min. genauso vorhanden. Da wo die AfD hin will, ist die Türkei bereits - inkl. Verklärung der eigenen Vergangenheit als kolonisierendes, völkermordendes Sklavenhalterimperium (Türken sind in dieser Beziehung auch "Weiße"!).

    So zu tun als ob völkisch-nationalistisches, minderheitenfeindliches Denken völlig fremd für Türken sei, ist daher schräg.

    • @Chris McZott:

      Danke für Ihren Kommentar.

    • @Chris McZott:

      "So zu tun als ob völkisch-nationalistisches, minderheitenfeindliches Denken völlig fremd für Türken sei, ist daher schräg." - - Wer tat das? - - Und Erdoğan und Merz zugleich zu verurteilen, geht durchaus. Das Wahlverhalten der Oma ist mir auch nicht bekannt, welchen Pass sie auch haben mag.

      Vielleicht können wir uns schon auf eins einigen: Nicht alle Türken laufen Erdoğan nach und sind für ihn verantwortlich zu machen. Neben ihm haben auch noch andere Parteien stark nationalistische Anwandlungen (ja, leider kommen die u.a. aus der Herderschen Denktradition), nebenbei.



      Nicht alle Deutschen tragen zugleich die Schuld an Merz' Handlungen oder noch rechterer Ungleichheitsideologie mit.

    • @Chris McZott:

      Vielen Dank für Ihren Kommetar. Diese Doppelmoral ist für mich auch schwer zu ertragen.

  • Die Union ist die Mutter aller Probleme.



    Illegale Grenzkontrollen, Abschaffung von Demokratieprojekten, Klimawandelleugnung und dieses ganze dumme rassistische Geschwätz

  • Geschätzte Mtbürger mit Migrationsgeschichte ... bitte laßt uns nicht mit diesen Faschisten allein!

    • @Jürgen aus Nürnberg:

      Aus Merz einen Faschisten machen. Kleiner geht es nicht? Faktenfreier auch nicht? Man kann Merz für vieles kritisieren, aber dieses Niveau ist doch keine Grundlage für eine echte Diskussion.

    • @Jürgen aus Nürnberg:

      Spätestens seit der Völkerwanderung hat jeder von uns Migrationsgeschichte. Insofern meinen Sie sicher etwas anderes. Und da würde ich bitten, die Menschen nicht auf den ethischen Hintergrund zu reduzieren. Sie machen das in guter Absicht, aber bitten jemanden explizit aufgrund des eigenen Hintergrundes.



      Damit reduzieren Sie die Menschen darauf. Nett gemeint ist nicht gut gemacht.

  • Ich würde die letzte Aussage der Oma ein bisschen einschränken: Teil der CDU sind Teil des Problems. Merz gehört dazu.



    Aber es gibt auch noch die Anderen, die konservative, faktenbasierte Politik in der CDU machen.

    • @Anna Bell:

      Wen denn?

  • Merz ist meiner Meinung nach nicht geeignet als Kanzler. Mit diesem Job scheint er stark überfordert. Er zeigt mal wieder, dass er sich nicht mit der Thematik befasst, sondern dass ausolaudert, was in seiner Bubble bzw. an seinem Stammtisch unreflektiert gelabert wird.



    Echt schlimm im Moment.

  • "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern" - Für diesen Satz ist ein gewisser Thomas de Maiziere ziemlich ausgelacht worden. Nun ist es andersrum auch nicht richtig. Am beunruhigensden ist für mich, dass sich für die Fakten keiner interressiert.

  • Der Reflex von Merz, in diesem Zusammenhang unmittelbar auf den Zusammenhang zwischen Gewalt und Migration zu kommen, wäre bedenklich, wenn es denn so gewesen wäre. Ich habe kurz recherchiert, aber auch im vorliegenden Artikel steht deutlich das Wort "auch".



    Ich zitiere aus dem oben verlinkten Artikel: "Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt. Auch das gehört zur Vollständigkeit des Bildes dazu."



    Was ist an dieser Aussage falsch?



    Ich denke, man sollte Personen mit Migrationsgeschichte ermutigen und bestätigen, dass sie natürlich nicht gemeint sind, anstatt das diffuse Gefühl zu verstärken.

    Aber dennoch finde ich die grundsätzliche Kritik an Merz in diesem Zusammenhang durchaus nachvollziehbar. Ich zitiere erneut aus dem Artikel:



    "Es geht dabei um Macht, Grenzüberschreitungen und Verantwortungsübernahme. Migration spielt in diesem konkreten Fall keine erkennbare Rolle."



    Auch das ist absolut korrekt und darum sollte es auch in der Diskussion gehen.

    • @Katharina Reichenhall:

      Es ist doch offensichtlich, dass die Kritik an Herrn Merz berechtigt ist, da rassistisch motiviert, denn, wie Sie es tun, zu seiner Verteidigung heranzuführen, dass Gewalt natürlich ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist und also auch Zuwanderer Gewalt ausüben, Herr Merz also nichts falsches gesagt hat, bleibt wohlfeil. Es geht auch Gewalt von Frauen aus, von Kindern, von CEOs, von Apothekern, von schwarzhaarigen und blonden, Christen, Hindus, Muslimen und Juden.



      Macht aber keinen Sinn, das alles aufzuführen. Wenn man allerdings die Zuwanderer doch noch besonders erwähnen möchte, und nur diese, dann ist das politisch und, in diesem Fall, eindeutig Teil von Merz Stadtbild-Hetze, die sich gegen alles richtet, was keinen Ariernachweis vorzeigen könnte.

    • @Katharina Reichenhall:

      Ging es bei der Diskussion im Bundestag nicht um die sexualisierte Macht, die M ä n n e r ausüben, z.B. vermehrt im Internet. Er machte daraus wieder einmal ein "Migrationsproblem".



      Nur am Rande sei bemerkt - Sie können sich noch so anstrengen wie Sie wollen, um den Herrn "reinzuwaschen". Die Stelle der PressesprecherIn ist bereits besetzt.

      • @Il_Leopardo:

        Was "nicht" im Satz muss weg.

    • @Katharina Reichenhall:

      Das reiht sich ein in fortlaufende Arroganz incl. Herabsetzung gegenüber allem, was ned auf nen Bierdeckel passt.

  • Friedrich Merz macht Angebote an die USA und Israel wegen des Krieges am Golf, um die globale Wirtschaft in Gang zu halten. Allerdings ist er, von seiner Substanz her, auch gefangen in einer „weiß-rassistischen, völkischen Ideologie“.

    In dieser Hinsicht unterscheidet er sich von Kriegstreibern Trump und Netanjahu – Ideologie nicht wesentlich.



    Er ist wesentlich verklemmter, weil so etwas in Europa noch nicht populär ist.

    Doch wir sehen auch, wohin wir uns als Gesellschaft bewegen – gerade jetzt, wo gestern die UN-Resolution zum Sklavenhandel, gegen die Stimmen der USA, Israels und Argentiniens, als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ deklariert hat.

    Eigentlich gehören Merz und seine Gefolgsleute ebenfalls in diese „Nein“- Kategorie, derjenigen, die sich fleißig in die der Spaltung der Gesellschaften begraben.

    Weiter so Herr Merz!

    • @Okay:

      Ich verstehe den Zusammenhang nicht ganz, daher die kurze Frage: Sind in ihrer Argumentation die semitischen Israelis oder die arischen Iraner rassistisch die Verfolgten oder die Ideologen? Die USA beziehen Sie wahrscheinlich auf DJT, der bekanntlich schottische und bayerische Vorfahren hatte. Und was hat das mit familiärer Gewalt zu tun?



      Danke für die Erklärung!

      • @Kasimir_Affe:

        Ich glaube, wir reden etwas aneinander vorbei. Mir ging es nicht darum, Israelis oder Iraner als „rassistisch“ einzuordnen, sondern darum, politische Narrative und Machtinteressen zu kritisieren.



        Mit „Ideologie“ meine ich bestimmte politische Denkmuster, nicht ethnische Gruppen. Und der Bezug zur UN-Resolution sollte zeigen, wie unterschiedlich Staaten historische Verantwortung bewerten.



        Den Zusammenhang mit familiärer Gewalt habe ich nicht klar genug gemacht – das war eher als Vergleich für gesellschaftliche Muster von Macht und Ausgrenzung gemeint, nicht als direkte Gleichsetzung.

  • Bei aller Zustimmung dazu, dass Merz ekelhaft populistisch mit Rassismen spielt, kann doch nicht die ernsthafte Überlegung sein in die autokratische, hypernationalistische und fundi-religiös regierte Türkei zurückzugehen?!

  • Ja, klares "ist so". Und alle irgendwie marginalisierten spüren das. Queere Menschen haben die Strömungen schon vor Corona wahrgenommen. Und es beisst sich hart mit dem Narrativ man könnte dies oder das nicht mehr sagen. Es wird ständig gesagt, und immer heftiger. Warum auch nicht, der Algorithmus belohnt es ja mit Reichweite.

    Gleichzeitig die Frage: hat sich was geändert? Gefühlt mussten Schritte näher an die Ideale des Grundgesetzes immer gegen oder zumindest trotz der CDU durchgesetzt werden - Vergewaltigung in der Ehe, Eheöffnung, aber auch schon zurück zur Abschaffung der Rechte des Ehemanns, die Arbeitsstelle der Frau zu kündigen.... die liste ist endlos.

  • Die AfD wird von Bürgern mit Migrationshintergrund nicht signifikant weniger gewählt als vom Biodeutschen.

    • @Tim Hartmann:

      Der erste Versuch derartiger Politik vor knapp hundert Jahren wurde auch von Biodeutschen unternommen.



      Hier ist das Prinzip "Versuch und Irrtum" fehl am Platz, immer mehr glauben das leider nicht.

  • Die Oma hat's kapiert. Zu viele Leitartikler*innen nicht.

  • Es bedarf keine komplexe Erklärung für die Aussagen von Merz, wenn die einfachste ausreicht: Merz ist ein Rassist aus tiefstem Herzen. Damit steht er leider in der Union alles andere als allein.

    • @Flix:

      "Sie sind alle so siewissenschon, und ich bin ihr Chef!"



      (General Strategus)

  • Bei solchen undifferenzierten Statements ( F. Merz ) - kann ich die Fragestellung im Titel verstehen. Sauerländer sind keine Spezialisten für Migration, AfD-ler auch nicht. Aber, sie tun so... laut, undifferenziert, abfällig, herabwürdigend. Dabei haben doch die Gastarbeiter und nachfolgende Migranten den Wohlstand Deutschlands maßgeblich mit erarbeitet.

    • @Salinger:

      Bitte Vorsicht mit den Begriffen. Migration hat in dem Kontext eine andere inhaltliche Ausgestaltung als Gastarbeit.

  • Aha, und was sagt denn die Mutter zu dem Thema?



    taz.de/Sexualisier...gendclub/!6164338/



    Ist auch Merz dafür verantwortlich?

    Und auch wenn ich die CDU nicht wählen würde...finde ich es problematisch hier im Artikel CDU und AfD mehr oder weniger in denselben Topf zu werfen. Man kann als "Linker" die Politik der CDU nicht mögen, aber das gleiche wie die AfD ist es nicht.

  • Also ich weiß nicht, das sehe ich anders. Die Debatte ist doch nicht neu. Auch nicht die Stimmung. Auch nicht, dass innerhalb der "Migrantischen Community" (was soll das sein, gibt es das überhaupt/gab es das je - Nein?!) sich "untereinander" abgegrenzt wird.

    Auch die CDU war schon immer genauso wie sie jetzt ist ("Kinder statt Inder", gegen Anerkennung von Vergewaltigung in der Ehe, gegen Legalisierung von Abtreibung etc.). Offen Richtung rechts. Es gab nur einfach keine so große rechte Partei wie die AfD.



    Was sich wirklich verändert hat in den letzten 40 Lebensjahren der Oma, ist der Neoliberalismus, der alles kapitalisiert und ökonomisiert hat. Alles. Und: der Zugang zu Informationen, die Medienlandschaft, allen voran social media. Nur noch nach ihrer ökonomischen Verwertbarkeit beurteilt zu werden prägt uns Menschen und Gesellschaften. Entfremdet uns gegenseitig und von uns selbst.



    Die Wähler:innen der AfD kommen nicht zufällig vor allem von der SPD, einer ehemaligen Arbeiterpartei, die dieser Entwicklung nichts zu entgegnen weiß...was sagt die Oma dazu?

  • Merz hat nicht verallgemeinert, er sagte: "Ein beachtlicher Teil der Gewalt kommt aus der Gruppe der Zuwanderer." Das sind Fakten, die die Kriminalstatistik seit Jahren präsentiert bei Gewaltdelikten gegen Menschen. Ich gebe zu, dass es schwierig ist das anzunehmen, weil er von der "Gruppe" spricht - als ob es eine solche gäbe.



    Verallgemeinerung passiert in den politischen Debatten ständig. Gerade wegen Ulmen wird von einigen Seiten - zum Beispiel bei der Zeit - Generalverdacht aufgestellt und wird gefordert, dass alle Männer sich zu reflektieren und so und so zu verhalten haben. Egal, ob die etwas gemacht haben in Richtung Ulmen oder nicht usw.



    Das Problem nicht auffallen zu wollen oder sich zu verstecken kennen übrigens auch viele die nicht zugewandert sind, weil offen sprechen in vielen Kontexten und Gruppen Konsequenzen hat, manchmal scharfe Konsequenzen.



    Ich finde übrigens nicht, dass es der Fall ist, dass Merz wie die AFD-Leute spricht. Er spricht aber Dinge überhaupt an z.B. mit dem Stadtbild, die halt wirklich Menschen auffallen, die schon andere Zeiten in ihrer Stadt erlebt haben. ich zum Beispiel. Es ist eben schade, dass es der Kanzler erst tun muss.

  • Bleiben. Bitte bleiben.

  • Die Schlußfolgerung der Oma ist absolut korrekt, und nicht nur wegen der Migration, sondern in allen Bereichen.

  • Die kleinste Geige der Welt spielt eine ganz traurige Melodie. Die arme Omi! Wie kann der böse Merz behaupten, dass männliche Gewalt auch mit Migranten verknüpft ist. Die sind doch alle liberale Pazifisten, die als Speerspitzen der Frauenrechte zu verstehen sind.

    • @FraMa:

      Vielleicht nicht alles liberale Pazifisten (dann würden Sie ja hierzulande noch weiter im Abseits stehen). Aber mit Sicherheit sind die Zuwanderer Feindbild und Sündenbock für die gute alte BRD, wie Sie gerade von Ihnen verkörpert wurde.

    • @FraMa:

      Hätte Merz eine umfassenden Aufruf gemacht: ok. Hier hat er aber ungewollt oder gewollt mal wieder versucht, Unangenehmes den "anderen" zuzuschieben. Also nix "auch mit" oder "alle", wie Sie m.E. falsch überspitzen.

      Ich weiß nicht, was ich als schlimmer bei Hrn. Merz empfinden soll: ungewollt oder gewollt.



      Er könnte ja nachdenken, erarbeiten und anpacken bei Punkten wie ausreichend Frauenhäusern, Aufklärung und Bildung. Er könnte da ja auch Punkte einbauen, die bei Besonderheiten migrantischer Herkunft ansetzen, was das auch wäre.



      Er scheint sich nur leider nicht auf Nachdenken, Erarbeiten und Anpacken gestürzt zu haben, sondern auf eine rhetorisch vergaloppierte Blau-Kopie.



      Ich dachte die letzten Jahre, dass das, was Merz wenigstens kann, das Reden wäre. Dessen sicher bin ich mir nicht mehr, jetzt muss er ja auch verantwortungsvoll reden.

  • Vielleicht sollten Sie - die Reporterin - Ihren Großeltern einfach erklären, das Sie sich keine Sorgen machen müssen?

    Es ist doch so: Das Risiko ist für Ihre Großeltern größer, beim nächsten Bummel über den Weihnachtsmarkt von einen Islam-Terroristen überfahren zu werden, wie das die CDU eine "Abschiebung" für legal hier lebende Ausländer (bzw Deutsche mit Migrationshintergrund) durchführt. Selbst einer CDU/AFD Regierung nach 2028 traue ich das nicht zu (habe selber "Migrationshintergrund"

    • @Stefan Gröschel:

      Man sollte bei der Aussage ich habe selbst Migrationshintergrund aber bedenken das es einen gewaltigen Unterschied macht wen man zb. Stefan Gröschel heißt und aus sagen wir mal Österreich stammt oder wenn man Mehmet Orhan heißt und Türkische Vorfahren hat (und dazu vielleicht noch nicht mal "deutsch aussieht".)

      • @Blechgesicht:

        Du hast 100% Recht. Nur zu Einordnung: Ich habe 50% Migrationshintergrund und meine frau 100%. Unsere Kinder... 75%? or whatever. Optisch gut erkennbar. Ganz klar: Es gibt echte, brutale Diskriminierung - leider selbst mehr als einmal erlebt. Könnte einige Geschichten erzählen. Umso mehr ärgert es mich wenn die Äußerung(en) von Herrn Merz ABSICHTLICH missverstanden werden, nur weil er bei der CDU ist. Bekämpft den echten Alltags-Rassismus. Es gibt genug zu tun.

        • @Stefan Gröschel:

          Die Zielgruppe versteht diese Aussagen genau richtig, machen Sie sich keine Sorgen. Die fragen dann auch nicht nach 50 oder 75 Prozent.

  • Traurig, dass sich Migranten, die seit 50 Jahren hier leben, nicht mehr zugehörig fühlen und ängstigen. Herr Merz sollte sich schämen.

  • Seit es Frauenhäuser gibt, sind Migrantinnen dort überrepräsentiert. Vor einiger Zeit habe ich wieder einen Aufkleber vom Frauenhaus in der Straßenbahn gesehen. Zweisprachig. Wir haben Migranten aus aller Herren Länder in Deutschland. Welche Sprache außer Deutsch fand Platz auf dem knappen Raum? Immer noch Türkisch. Und jetzt geht hin und unterstellt den Frauen vom Frauenhaus Rassismus. Da fehlt jegliche Selbstkritik in der "community". Von "Catcalling" will ich gar nicht erst anfangen.

    • @Claude Nuage:

      Empfehle Ihnen dringend den Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation nachzuschlagen.



      Ganz unironisch, da könnten Sie etwas interessantes dazulernen.

    • @Claude Nuage:

      Und was hat das jetzt eigentlich mit den Ängsten der alten Dame zu tun?

    • @Claude Nuage:

      Also endlich mehr Geld für Frauenhäuser? Gut, sofort. Ich weiß nicht, ob die Union das so fördert.



      Also mehr Sprachkurse und Aufklärung über vorhandene Rechte? Gut, sofort. Ich weiß nicht, ob die Union das so fördert.



      Das Thema Vergewaltigung in der Ehe war damals ja schon ein Drama.

      Maßnahmen, die bei Migrant(inn)en besonders wirken, können gerne analytisch angegangen werden. Jau. Mit blaubräunlichen talkshowartigen Zuschreibungen und Wegdrückungen zu den "anderen" machen wir aber Schritte nach hinten, nicht nach vorne.

  • Ich bin auch Migrant. Und wenn ich seh, wie sich manche junge migrantische Männer verhalten, welcher Dominanzanspruch da gestellt wird, dann kann ich eine Mehrheitsgesellschaft schon verstehen, wenn sie das nicht gut findet.

    • @YeahYeah:

      "wenn ich seh, wie sich manche junge migrantische Männer verhalten"



      Meine Güte, niemand behauptet, dass Zugezogene die besseren Menschen sind.



      Wie verhalten sich denn "manche junge Männer" ohne Migrationsgeschichte? Immer vorbildlich? Nicht, wo ich herkommen.

  • Man sollte sich auch die Frage von Frau Hierl anhören, bevor man los schreibt.

    • @FFR:

      Hier in der taz zu finden: taz.de/Reaktion-au...ernandes/!6165977/

      Da findet sich auch der trockene merzkritische Satz: Täter sexualisierter Gewalt finden sich meist im familiären oder sozialen Nahumfeld.

  • Ja, die CDU und Merz sind auch ein Teil des Problems.

  • Die letzten drei Sätze bringen eines der größten Probleme unserer Gesellschaft auf den Punkt.



    Mir ist als ich diesen dummen Spruch von Merz gehört habe auch erstmal die Kinnlade runtergefallen. Wie kommt man auf so etwas, ist das bewusste Provokation, fischen am rechten Rand oder ist der sauerländische Geist in ihm so beschränkt?

    • @Axel Schäfer:

      Zuallererst einmal ist es, um es mit der Linken-Abgeordneten Katrin Gebel zu sagen, „rassistischer Dreck“.

      Und klar ist es Fischen am rechten Rand.