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Tausende Hitzetote in einer WocheDas unerhörte Massensterben

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Ende Juni starben in Deutschland 4.300 Menschen an Hitze – eine Katastrophe wie ein schweres Erdbeben. Ein Krisenstab auf höchster Ebene ist überfällig.

I n Venezuela gab es vor fast zwei Wochen ein dramatisches Erdbeben mit Tausenden Toten und noch immer viel mehr Vermissten. Die Regierung dort wird von Rettungsinstitution für ihre zögerliche Arbeit heftig kritisiert. Aber immerhin nennt sie, wenn auch zögerlich, Opferzahlen: 3.685 Tote wurden bisher offiziell gezählt. Gut, dass wir in Deutschland leben? Da würde die Regierung doch sofort …

Aber nein. Zeitgleich zum Doppelbeben in Südamerika überzog eine der heftigsten Hitzewellen Europa. In Deutschland wurden täglich neue Temperaturrekorde gebrochen. Die Autobahnen bröckelten, was immerhin ein paar Leute aufregte. Und seit Donnerstag ist bekannt: Innerhalb nur einer Woche starben in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 4.300 Menschen an Hitze. Laut Statistischem Bundesamt gab es in der letzten Juniwoche sogar 6.800 Tote mehr als zwei Wochen zuvor – eine Übersterblichkeit um 30 Prozent.

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Zahlen wie zu Corona-Weihnachten 2020

Um die Dimension dieser Zahlen zu verstehen: Solch dramatisch überhöhten Sterbezahlen pro Woche gab es selbst während Corona nur rund um Weihnachten 2020, als das Land in der zweiten Pandemiewelle komplett im Lockdown war und es noch keine Impfungen gab. Hitzetote gab es zwar auch schon in den Vorjahren, aber zumeist waren es laut RKI weniger als 3.000. Der Spitzenwert im Jahr 2018 lag bei 8.000 Hitzetoten – im ganzen Jahr und nicht in einer Woche.

Kanzler Friedrich Merz hat die Wörter Hitzewelle oder „Hitzedom“ nicht einmal angesprochen.

Was macht die Bundesregierung angesichts dieser nationalen Katastrophe? Kanzler Friedrich Merz hat die Wörter „Hitzewelle“ oder „Hitzedom“ nicht einmal angesprochen. Dabei hatten erst kurz vor der Hitzewelle 150 Organisationen mit einem Appell darauf hingewiesen, dass Deutschland nicht im Geringsten auf drohende Hitzedome vorbereitet sei. Und dass es im Extremfall bis zu 10.000 Tote binnen weniger Tage geben könne. Was in manchen Ohren nach Panikmache klang, ist noch im selben Monat Realität geworden.

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Besonders die Ältesten und Schwächsten trifft es

Wie schon bei Corona trifft es auch diesmal insbesondere die Ältesten, die Schwächsten. Wenn in einem Seniorenheim Dutzende Menschen durch ein Feuer sterben würden, wäre die Betroffenheit groß. Wenn sie an der Hitze krepieren, weil Klimaanlagen fehlen und selbst Notaufnahmen in Kliniken nicht auf Hitze ausgelegt sind, ist das nur noch mehr Öl ins Feuer des Klimawandels. Und niemand aus der Regierung schaut hin.

Nichts weniger als ein Krisenstab auf höchster Ebene ist angemessen, der dem mittelfristigen Umbau der Städte in hitzeresiliente Orte Dampf macht. Der Klimapolitik allerhöchste Priorität zumisst und sich um die sofortige Kühlung der am stärksten bedrohten Hotspots kümmert. In den nächsten Tagen droht vor allem im Südwesten Deutschlands wieder eine zunehmende Hitzebelastung. Und wieder werden Menschen sterben.

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Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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117 Kommentare

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  • Deutschland hat grosszügig gerundet 1 million todesfälle pro Jahr

    Menschen sterben



    Menschen müssen sterben



    Werim Pflegeheim nächste Woche wegen Hitze stirbt, wäre statistisch auch mit Klimaanlage im Verlauf der nächsten monate gestorben

    • @Todesfister:

      Ja genau: Warum überhaupt leben, wenn man sowieso wieder sterben muss. Das ist so in etwa die Flughöhe Ihres Arguments, mit dem man natürlich auch gleich die gesamte Pflege einstellen und auf alle anderen wertvollen Dinge im Leben verzichten könnte. Dass etwas (voraussichtlich) nicht mehr von langer Dauer ist, macht es noch lange nicht sinnlos.

  • Alles hat ein Ende - nur die Wurst hat zwei.



    Wobei, die Hundeleine auch zwei Enden hat...🐕

  • Ich werde in wenigen 100-200 Jahren eine Welt sehen, die immer heißer und heißer geworden ist, weil wir mit Kühlung immer mehr und mehr uns anpassen wollten. Nahezu tägliche, überdimensionale Waldbände, Desertifikation ganzer Landstriche die mal grün geblüht haben, keine "Kulturlandschaften" der Alpen oder des Schwarzwaldes, einfach nur verbrannte Erde. Hauptsache, unser bioklimatischer Anzug von H&M ist heile und wir steigen ins klimatisierte Auto ein.

    Glaubt mir, die Fauna und Flora werden das nicht überleben. Und bevor hier jemand mit Anpassung kommt: Nein. Wir verändern den Planeten schneller, als die Evolution hinterherkommt. Mit künstlichen Veränderungen wie Treibhausgasen, Kunststoffe und Geoengineering. Wir Menschen meistern das, doch was ist mit der Tier- und Pflanzenwelt? Was ist mit Korallenriffen? Ist das etwa so unwichtig?

    • @Troll Eulenspiegel:

      Grüßen Sie in 100 Jahren die Menschheit von der Wolke beim Sehen-Werden.



      Ich fürchte auch, arg viele werden vor lauter kleinem Eiswürfelsuchen vergessen, das große Feuer mal zu löschen.



      Kollektive andere Anreize, Gebote, Verbote, Regeln, vernünftig erklärt, sind es auch hierbei eher.



      Doch, doch es wird noch etwas Leben übrig bleiben, und auch noch was Mensch. Doch instabiler, unwirtlicher, teurer im Umgang, und das trotz theoretisch weiter entwickelter Technik. Je früher wir an die Flamme gehen, je mehr Zeit haben wir.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Richtig. Die Diskussionen gehen doch immer in eine Richtung: "Wenn wir unsere Gewohnheiten etwas ändern, wird das halb so schlimm."



      Nein, es reicht eben nicht die Ölheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen. Und es ist ein Irrglaube den Verbrenner durch ein eAuto zu ersetzen. Es bedarf radikalere Maßnahmen. Weniger Autos, weniger Transporte, mehr Reparaturen, erhalten und nicht wegwerfen, regional statt weltweit. Mit unseren Klimaanlagen werden wir die Flora nicht retten und außer der Haustiere haben die Wildtiere auch nichts davon. Sterben die Insekten, gibt's auch weniger Lebensmittel. Kurz: Ein Stopp und eine Bremsung ist notwendig und nicht nur etwas Gas wegnehmen.

      • @Pico :

        Warum so maßlos? Eine radikale Bremsung gleichsam einer Rückkehr ins vorindustrielle Leben wäre für die meisten Menschen nicht wünschenswert. Sie hätte auch gravierende Folgen für unsere Lebenserwartung, Gesundheit, Ernährung, den Wohlstand und unsere gesellschaftliche Entwicklung. Es macht Sinn, fossile Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen, Verkehr zu elektrifizieren, Immobilien und Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten, Ressourcen besser zu nutzen und unnötigen Konsum zu reduzieren. Aber es reicht aus, umwelt- und klimaschonende Maßnahmen etwas weniger rigoros umzusetzen, als Sie es verlangen. Die Radikalität neigt immer dazu, ein vielschichtiges Problem auf ein einfaches Ursache-Wirkungs-Prinzip zu reduzieren.

  • Klimaanlagen hin oder her - als erstes sollte man die Fassadenund Dächer von Krankenhäusern, Seniorenwohn- und Pflegeheimen komplett begrünen, das funktioniert innerhalb eines Jahres mit minimalem Aufwand und geht alleine mit der Kraft der Natur, schon ist eine deutliche Erleichterung geschaffen ! Dazu Fenster foliieren oder beschatten, Straßen begrünen wo's geht, Bäume pflanzen, Bäume pflanzen, GROßKRONIGE Bäume pflanzen ... und gießen !

    • @StromerBodo:

      So leicht ist das nicht, wie der Laie sich das vorstellt. Dächer können nicht so einfach begrünt werden bzw. wenn Sie das machen läuft demnächst die Brühe durch die von den Pflanzenwurzeln zerstörten Bauteile. Und wenn Sie mal nasse Wände gehabt haben, weil der Efeu über die Stränge geschlagen hat, ändern Sie Ihre Ansicht auch ganz schnell. Auch das ist die Kraft der Natur: Zerstörung der Bausubstanz.

  • Meine Güte, wenn ich diese Kämpfchen hier um Klimaanlagen sehe - peinlich !



    Natürlich muss in Krankenhäusern, Seniorenheimen etc. für eine erträgliche Temperatur gesorgt werden, und wenn's nicht anders geht, auch per Einbau von Klimaanlagen - oft geht's aber auch anders, etwa durch Aufbringung von Wärmeschutzfolien an Fenstern, besonders an großflächigen, durch Beschattung, gerne per Begrünung und durch bessere Dämmung der Gebäude - wir haben von 20 Jahren energetisch saniert und genießen seither angenehme Temperaturen in den Innenräumen auch bei größter Hitze draußen; selbst jetzt bei über 40°C war es gerade mal um die 30°C. Nebeneffekt - der meist als Haupteffekt der Sanierung gesehen wird - ist die starke Reduzierung der Heizkosten im Winter. Man weiß das alles seit Jahrzehnten !



    Denkbar wäre weiter, dunkle Flächen draußen (Dächer, Straßen, Wände) hell zu streichen, um die Sonne zu reflektieren und Aufheizung zu verhindern



    Die Klimaanlagen haben halt den negativen Nebeneffekt des zusätzlichen Energiebedarfs und der zusätzlichen Erwärmung der Städte, aber es ist halt so einfach, da, wo's zu heiß ist, eine kleine Maschine hinzubauen, die's kalt macht ... einfach zu kurz gedacht.

    • @StromerBodo:

      Wäre ich Penne, Aldo oder Lüdl, würde ich z.B. Schutzfolie für die Fenster in solch großen Mengen günstig und id*otensicher verfügbar verkaufen, dass sich auch Mieter das mal eben davor kleben.

      Wie Sie es schreiben, ist die Lösung nicht immer was mit brummendem Motor. Und wenn, dann gleich eine Wärmepumpe einbauen, die mehr kann als nur das und entsprechend eingestellt ist.



      Parkplätze mit schwarzen großen Wagen zu Grün-Plätzen mit grünen großen Bäumen. Es gibt so viele Ansätze, wie Sie schn schrieben. Es bräuchte u.a. eine Regierung, die ihre Bürgers und den Klimaschutz ernstnimmt.

    • @StromerBodo:

      Sehr gute Vorschläge, und dazu sehe ich solar betriebene Klimaanlagen keinesfalls mit "oder", sondern nach dem "und" an zweiter Stelle.



      Aber ohne einen gesellschaftlichen Konsens für die Finanzierung wird sich auch auf dem Feld gar nicht tun, und diejenigen, die das nicht für sich selbst tun können, haben das Nachsehen. Und sind deutlich zahlreicher als die, die glauben sich selber helfen können und die, die in Politik und Wirtschaft entscheiden. Da bleiben also sehr viele auf der Strecke, die auch ein Recht auf Leben haben, was aber heutzutage zunehmend irrelevant zu sein scheint.

  • Ich habe jetzt nochmal geguckt bei euromomo.eu und die im Artikel genannten Zahlen bezogen auf Deutschland entsprechen keiner Realität. Die "mörderische" Kalenderwoche 26 kommt dort auf alle Teilnehmerländer zusammen auf 81157 Tote im Vergleich zu 70500 im Durschnitt in den Vorjahren und ein Großteil dieser 10500 zusätzlichen Todesfälle betrifft vor allem Frankreich aber auch Spanien, die Niederlande und die Schweiz. Wo das RKI da 4300 Hitzetote in Deutschland finden will, ist mir schleierhaft.

    • @Deutschfranzose:

      Solche Argumente nennt man im militärischen Bereich: Bodycounting: der Gegner hat mehr Tote, wie schön. Unsere Verluste sind geringer, wie schön.



      Das ist an Zynismus nicht zu überbieten.

      • @Perkele:

        Darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, zu relativisieren, denn eine einem Erdbeben vergleichbare Katastrophe gab es hier nicht. Es geht auch darum, rational mit den Daten umzugehen, vor allem mit der Tatsache, dass die Hitze auf dem Niveau vom Juni vor allem herzkranke Menschen früher sterben läßt.

        • @Deutschfranzose:

          Also das statistische Bundesamt spricht sogar von einer Übersterblichkeit von 6800 Menschen in D, in nur 1 Woche.



          .



          Quelle: www.destatis.de/DE...rbefallzahlen.html



          .



          Es kommt halt drauf an was mit "Vorjahren" gemeint ist, ob die Jahre mit der Pandemie mit eingerechnet werden und die Jahre mit ebenfalls ungewöhnlich starken Hitzewellen. Fast jedes Jahr hat mittlerweile Hitzewellen und ab 20 Grad gemittelte Temperatur steigen Todesfälle statistisch signifikant an. Um diese Differenz geht es.



          .



          Und natürlich sterben hauptsächlich Menschen mit Vorerkrankungen, das war auch bei Corona ähnlich. Bei einer solchen massiven zusätzlichen Belastung leidet dann aber auch das gesamte Gesundheitssystem.

        • @Deutschfranzose:

          Das mag ja so sein, es ist jedoch eine nicht abstreitbare Tatsache, dass es so viele Todesfälle aufgrund der Hitze gab und geben wird. Jeder einzelne Fall ist zuviel - da kann man doch nicht damit kommen, dass es in Frankreich viel mehr waren. Wir leben hier und wir haben eine Regierung, die nichts dagegen unternimmt, im Gegenteil: die verhindern ganz bewusst weitere Maßnahmen gegen die Katastrophe, dafür gibt es glasklare Beispiele. Vor diesem Hintergrund ist es müßig einen "Bodycount" vorzunehmen.

  • Menschen sterben irgendwann. Das RKI und vergleichbare Institutionen beobachten zwar "schon immer" eine saisonale Variation (es sterben halt mehr Menschen im Winter). Um Ereignisse, die zu einer Übersterblichkeit führen, in der Statistik identifizieren zu können, wird über Jahre gemittelt und die durchschnittliche saisonale Variation herausgerechnet.

    So kommt man dieses Jahr in der Kalenderwoche 26 bei den teilnehmenden Ländern in Europa auf eine Übersterblichkeit von 10651 Personen, davon bei der Altergruppe der über 65-jährigen auf 9786, davon bei den über 85-jährigen auf 5725, andererseits bei den 15-44-jährigen (30 Jahrgänge) hingegen auf 141 oder bei den 0-14-jährigen (15 Jahrgänge) 59.

    Es stimmt, dass in keiner Altersgruppe eine Untersterblichkeit beobachtet wurde. Der Vergleich mit dem Erdbeben hinkt aber deutlich!

    Auch in der Kalenderwoche 27 starben mehr alte Menschen als im Durchschnitt im Vergleich zu anderen Jahren aber schon deutlich weniger, weil die schwächsten halt schon eine Woche vorher gestorben sind. Man kann jetzt erwarten, daß im Herbst ein Tal der Untersterblichkeit folgt.

    Quelle: www.euromomo.eu

  • Damit auch der Letzte die Problematik versteht, sollte man von Hitzeschutz und nicht von Klimaschutz sprechen. Das wird gerade von Gegnern von klimatisierten öffentlichen Räumen gerne und ganz bewusst missverständlich aufgefasst.

  • Als Planer habe ich schon einiges zum Thema Klimaanlagen erlebt:



    Der Durchschnittsdeutsche fällt beim Anblick einer Klimaanlage, egal ob eingeschaltet oder nicht erstmal in kollektives Husten und ist dann erst mal 2-3 Tage krank. Zugerscheinungen, steifer Hals, Infektionen und Angina sind Pflicht.



    Eine Kühlanlage in einem KHS oder einer Schule ist ein komplexes System und alle die hier so laut danach rufen haben vermutlich keine Ahnung wieviel Geld, bauliche Maßnahmen und Wartungsaufwand dahinter steckt; und nein, man kann sie nicht einfach mit einer Solaranlage betreiben.

    • @Herbarius Zunichten:

      Richtig, ich wollte genau darauf hinaus, dass da endlich etwas in die richtige Richtung entwickelt werden muss, denn die verfügbaren Lösungen erfüllen die Anforderungen nicht. Das betrifft auch den unangepassten Betrieb - eigentlich ein sinnloses Konzeptproblem. Statt nach Marketing- und Profitkriterien den Markt mit zahllosen Typen zu überschütten, sollte man endlich zielgerichtet und ressourcenschonend, massentauglich und installationsfreundlich entwickeln und auch versuchen, den Effizienzvorteil von Splitgeräten mit einfacher Installation zu verbinden (Lösungen sind dringend mötig, zur Not vielleicht durch wechselbare Fensterflügel)?



      Leider wird eher über den Bedarf diskutiert, und das von Leuten, die ihn in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Kitas, aber auch Privathaushalten nicht sehen können, weil ihr Leben damit keine Berührung hat.



      Was die solare Stromversorgung angeht - die ist zu Hochbedarfzeiten für Kühlung in großen Mengen aus der Steckdose verfügbar , sowohl mit als auch ohne eigene Anlage. Dezentral würde das Netzausbauproblem mildern und wäre kontrollierbarer solar, muss aber konstruktiv unterstützt werden- gegen die Interessen von Frau Reiche und ihre Clique.

    • @Herbarius Zunichten:

      "...und nein, man kann sie nicht einfach mit einer Solaranlage betreiben..."







      Warum nicht?







      Eine Photovoltaikanalage auf dem Dach produziert den Strom, der entweder selbst verbraucht (z.B. für die Klimaanlage) oder eingespeist wird. Mal reicht reiner Sonnenstrom, mal nicht, dann kommt der Strom aus dem Netz. Meist aber kommen Sonneneinstrahlung und überhitzte Räume zeitlich zusammen. Eine Klimaanlage ist im Endeffekt ein Verbraucher wie der Ofen oder der Staubsauger; wo ist der Unterschied und welchen technischen Fakt übersehe ich dabei?

    • @Herbarius Zunichten:

      Kam grade vor zwei Tagen aus einem schon immer "naturgemäß" sehr heißen gebirgigen Land. Zwei Tagesetappen im klimatisierten Bus, zwei Flüge von insgesamt rund zehn Stunden, der letzte davon in einem förmlichen Eisschrank mit Kerosinantrieb - die Hälfte der Reisegruppe war nur noch am Husten, ich konnte selbst zwei Nächte kaum schlafen. Nase dicht, Hals zu...



      So geht das meist, wenn unnatürliche kühle Winde durch Räume wehen...

      • @Der olle Onn:

        Das kenne ich. Ich war schon öfter in Westafrika und ich hasse Klimaanlagen. Im ersten Moment eine Wohltat. Kurz danach fiert man sich den Arsch ab und die Atemwege sind zu, wenn man sich dem zulange aussetzt. Ich benutze dort lieber Ventilatoren zum schlafen. Ich habe dort mal in einem in traditioneller Bauweise errichteten Haus aus Lehm gewohnt. Sehr angenehm.

      • @Der olle Onn:

        Ich würde eine Erkältung dem Hitzetod jederzeit vorziehen. Vor allem dann, wenn ich es selbst nicht mehr in der Hand habe, ob ich es gerne etwas kühler hätte, zum Beispiel im Seniorenstift oder im Krankenhaus.

  • Ich finde die gerade so hysterische Aufregung sowas von verlogen.

    Gerade hier in Deutschland, dem Land, den Klimaanlagen als amoralischer Luxus gelten.

    Außerdem bedeuten Klimaanlagen Klimaanpassung, und das ist ja vollends böse.

    Bedeutet es doch sich mit den Gegebenheiten des Klimawandels zu arrangieren, anstatt diesen zu verhindern.

    Das geht ja gar nicht.

    Und dann wird nach dem Staat gerufen, statt einfach selbst tätig zu werden.

    • @Desti:

      Eine sehr merkwürdige Argumentation. Im Moment ist die Nutzung der Klimaanlage für viele, viele Menschen einfach lebensnotwendig, das ist keineswegs Luxus. Es bedeutet absolut keine Resignation im Kampf gegen die Klimakatastrophe. Und der Staat MUSS ENDLICH tätig werden. Statt fossile Verbräuche machtvoll einzudämmen wegen der Klimaschädlichkeit und der Unabhängigkeit von fossilen Stoffen und damit Ländern, arbeitet diese Regierung diagonal diesen Zielen entgegen - aus reiner Lobbyhörigkeit. Es schadet der Bevölkerung massiv und auch der Wirtschaft. Während andere Länder sich mit aller Kraft für Unabhängigkeit und Klimaschutz bemühen, machen unsere ach so fähigen Repräsentanten das diagonale Gegenteil. Das schadet sehr erheblich, nützt ausschließlich der Fossilwirtschaft und den aktuell agierenden Politiker*innen. Alle anderen haben z.T. erhebliche Nachteile.

    • @Desti:

      Klimaanlagen verbrauchen erstens Strom und geben zweitens die überschüssige Wärme in die Umgebung ab. Sie tragen also direkt mit zur Aufwärmung bei und indirekt zu erhöhter Emission am anderen Ende der Steckdose. In welchem Verhältnis diese Nachteile zu den Vorzügen einer Klimaanlage stehen, weiß ich nicht. Man sollte zumindest das auch erwähnen und nicht so tun, als ob der Einsatz dieser Technik so völlig problemlos ist.

      "Und dann wird nach dem Staat gerufen, statt einfach selbst tätig zu werden."



      Das ist eben eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

      • @Mustardmaster:

        Ach, und Wärmepumpenheizungen geben keine „überschüssige“ Kälte an die Umgebung ab? Außer in extrem dichtbebautem urbanen Gebiet dürfte das selten ein Problem sein, und, wie oft eigentlich noch, wir haben momentan extrem viel Photovoltaikstrom im Netz, also nix mit erhöhten Emissionen am anderen Ende der Steckdose!

      • @Mustardmaster:

        "Klimaanlagen verbrauchen erstens Strom und geben zweitens die überschüssige Wärme in die Umgebung ab."

        Genau wie ein Kühlschrank! Der ist sogar noch schlimmer, der heizt die Wohnung auf. Aber den würde niemand infrage stellen.

      • @Mustardmaster:

        Die meist alten und kranken Menschen, für die Hitze in Deutschland lebensbedrohlich ist, sind aber nicht durch die Abwärme von Klimaanlagen bedroht, sondern durch die Hitze in Innenräumen, vor allem in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Wenn man diese vulnerablen Personen schützen will, müssen die Innenräume klimatisiert werden.

      • @Mustardmaster:

        Alles korrekt, was Sie sagen.



        Nur vergessen Sie den Elefanten im Raum: Das wirkt nur, wenn auch alle anderen auf der Welt mitmachen und dann auch nicht jetzt, sondern erst in Jahrzehnten.



        Wir haben aber JETZT die Hitzetoten.

  • Technologieoffen wurde gerade die Wärmepumpenförderung ausgesetzt. Die Reduzierung der Gaspreise über den Klimatransformationsfonds dagegen läuft unverändert weiter.

    Es ist ja leider nicht so, dass die Bundesregierung überhaupt nichts macht. Sie setzt halt nicht nachvollziehbare Prioritäten.

    • @Karl Schmidt:

      Böse Zungen behaupten ja, dass bei uns Pumpen und Einbau nur wegen der Förderung so viel teurer sind als in anderen europäischen Ländern.

      • @Carolin Rudolf:

        Nicht ganz so böse Zungen informieren sich



        heatpumpswatch.org...eischen-vergleich/



        und stellen fest, dass 75% der Preisdifferenz rechnerisch problemlos aus Lohnniveau, Steuersätzen und diversen hiesigen Ansprüchen (Steuerbarkeit nach Energiewirtschaftsgesetz, lärmreduzierter Betrieb, keine klimaschädlichen Gase als freiwerdendes Kühlmittel, ...) nachvollziehen lassen.

        • @FriedrichHecker:

          Mag sein, ändert aber nichts daran dass Wärmepumpen und deren Einbau hierzulande viel zu teuer sind und da auch die Förderung nichts dran ändert.

    • @Karl Schmidt:

      Entweder Förderung - oder steuerlich absetzbar. Letzteres ist weiterhin möglich. Bis zu 40.000 Euro.

    • @Karl Schmidt:

      „....wurde gerade die Wärmepumpenförderung ausgesetzt....."

      Ja, bis zum 21.07.26.



      Danach zu, meiner Meinung nach, nicht wesentlich geänderten Konditionen weiter.

    • @Karl Schmidt:

      "Nicht nachvollziehbare Prioritäten" ??? Das ist eine sehr freundliche Beschreibung von: AKTIVEM Handeln GEGEN die Bevölkerung / Lobbypolitik pur / Ideologie.

  • Krisenstab auf höchster Ebene? Wenn Du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis. Hatten wir nicht auch schon mal eine Klimakanzlerin?

  • 10tausende Hitzetote in Europa allein während der ersten Hitzewelle....und es geht weiter.



    Kein Entrüstungssturm in den Medien....



    Hitze Opfer mit Kreislaukollaps werden in Krankenhäuser eingeliefert und liegen und STERBEN in Patientenzimmern bei 34*, es sind die Alten, die Herzkranken, die Schwachen in unserer Gesellschaft.

    Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Altenheime zu 99 % ohne Klimatisierung......in Schulen, Arbeitsplätzen oft das gleiche Bild....dort trifft es aber nicht die Schwächsten der Gesellschaft.

    Allein in Deutschland wird es in diesem Sommer weit über 10tausend



    Hitzetote geben.....und keinen interessiert es wirklich.

    Aktuelle Internetrecherche..... in Hessen gibt es kein klimatisiertes Krankenhaus ...nur die OP Räume und Chefarztzimmrr sind klimatisiert.



    Auch Neubauten sind unklimatisiert......warum werden die Verantwortlichen Auftraggeber, die Planer , die Architekten nicht zur Verantwortung gezogen ?

    Meine Oma...Zustand nach Herzinfarkt, versorgt mit 5 Stents verstarb auf Station bei mörderische Hitze....das sie nach der Verlegung von der Intensiveinheit 12 Stunden kein Arzt gesehen hat, das Wochende darauf ohne Arzt Arztvisite verging....wen kümmert es .

  • Keine Diskussion: Alte und schwache müssen besser geschützt werden.

    Hitzetote werden nicht wirklich nach Fallzahlen ermittelt, sondern hochgerechnet. Erinnert an die Covid Zeit.

    Wenn man die Kurven aller Todesfälle 2023-2026 übereinander legt, befinden wir uns im aktuellen Jahr im Mittelfeld

    • @Sole Mio:

      Das Problem ist dass sich jeder für seine Sichtweise die passende Statistik aussucht und die auch noch falsch auslegt. Bei Corona zum Beispiel die Inzidenz und das Testen. Durch das flächendeckende Testen stiegen erst die Zahlen. Was aber keinen Einfluss auf die Sterblichkeit hat.



      Bei Corona und bei Hitzetoten ist die Gemeinsamkeit dass in der Regel voererkrankte Menschen einfach nur früher sterben.



      Dieses "Früher" misst keine Statistik.

      • @Jan Grobe:

        Verlorene Lebensjahre, also quasi das Integral, wäre diese Kenngröße, und die gibt es, sie ist nur nicht mediengewöhnt.



        "Nur früher" sterben die Menschen übrigens alle, mit wenigen bibelbelegten Ausnahmen.

        Gönnen wir Onkel Hubert und Oma Hilde ihre letzten Wochen auch noch, oder? Auch wenn sie nicht mehr so "nützlich" sind.



        Jedenfalls, wenn wir unser Verhalten doch leicht verändern, unsere Infrastruktur da leicht menschentauglicher machen können, mit Rückbau von Parkplätzen zu verschattenden Bäumen, Klimaschutz & Co.

        • @Janix:

          Es wird ganz sicher keinen "Rückbau von Parkplätzen zu verschattenden Bäumen" geben.

          Sollten Parkplätze zurückgebaut werden, kommen da diese wunderhübschen Mehrfamilienwohnkästen drauf.



          In meiner Heimatstadt ist mittlerweile jede Brache die bebaut & dafür musste eben der eine oder andere alte Baum gefällt werden.

          • @Desti:

            Dann bitte wenigstens die südeuropäische Technik der sich gegenseitig verschattenden Häuser (siehe Neapel) und Grün oben aufs Dach.



            Wenn Sie meinten, dass wir kompakteren klügeren Umgang mit Raum brauchen: Ja, in Stadt wie Land.

  • Es ist richtig auf die gesundheitlichen Gefahren von Hitze hinzuweisen.



    Der Zusammenhang zwischen Wetter und Sterblichkeit ist allerdings durchaus komplex. So ist die Sterblichkeit in den Wintermonaten statistisch höher als im Sommer - trotz Hitze. Feuchtkaltes Wetter ist nämlich für vulnerable Gruppen ebenfalls sehr gefährlich (zB in Bezug auf Lungenentzündungen die gerade bei warmen Wetter deutlich seltener auftreten).

  • Klimawandel als DE allein bekämpfen das können wir nicht. Aber Klimawandelanpassungen durchführen, das könnten wir. Tun das aber auch nicht!? Was stimmt bei uns nicht?



    Bei 4.000 Toten pro Woche die Spielplätze dichtmachen während Corona, das ging!? Geld ausgeben auf Schuldenbasis zur Rettung von Firmen, ging auch.



    Letztlich wieder das gleiche themenübergreifende Bild im Lande: Geld ausgeben und verbieten, das geht. Strukturell Probleme lösen, innovativ sein, was Positives bewegen... das geht nicht. Armutszeugnis!

  • Vor ein paar Monaten wurde bei uns ein neues Altersheim, was sage ich, eine Seniorenresidenz, eingeweiht. Während der Hitzewelle mussten dort viele Zimmer wegen unerträglicher Hitze evakuiert werden. Keine Bäume, keine Verschattung der Fassade. Hab ich es schon gesagt? Keine Klimaanlage! Nun könnte man denken, je mehr Hitzetote, desto schneller handelt die Politik. Das scheint nun aber gerade das Problem. Es werden 5-stellig Beauftragte ernannt, Sprüche geklopft, egal welches Parteibuch die Akteure haben. Im Zweifel flüchtet man sich in den Klimaschutz. Das entlastet die Betreiber von Einrichtungen aller Art sofort. Sie brauchen ja nur noch auf die Rettung des Klimas zu warten. Ansonsten, morgens ganz doll lüften.

    • @naichweissnicht:

      Markisen davor, Rollos, Wassersprüher aufs Dach wie in China oder Fassade mal benässen (Wasserstand regional setze ich mal voraus). Weiß streichen, nicht anthrazit. Abreißen und in afrikanischer Lehmbauweise neu errichten.



      Alles das wird bedeuten, Handwerker zu finden, die mensch nicht findet. Daher erst mal der Schuldverschieb-Cha-Cha-Cha, vermute ich.



      Mittel- und langfristig ist es genau Klimaschutz, damit bei Ihrem Einzug dort es nicht noch viel heißer geworden ist, sondern nur etwas.

    • @naichweissnicht:

      Theoretisch wärs in der causa ma gut, wir hätten sowas wie des us-amerikanische Regresssystem und es wird einfach ma ALLES verklagt was auf der Baustelle rumgeflitzt ist (ob real oder aufm Papier/Bildschirm).



      Ne Klimaschutzmaßnahmenförderung für bestehende Altenheime wurde auch gekickt vor nem halben Jahr (oderso).

  • Ein dreifaches Hoch auf den deutschen Sommer und den fortschreitenden Klimawandel! Endlich zeichnet sich eine hocheffiziente und völlig kostenlose Lösung für die Krise unserer Sozialsysteme ab. Warum mühsam über die Erhöhung des Rentenalters oder die Sanierung der Pflegekassen streiten, wenn Petrus das Problem im Juli und August ganz pragmatisch über die Raumtemperatur regelt?



    ​Die steigende Übersterblichkeit unter den über 75-Jährigen in schlecht isolierten Dachgeschosswohnungen ist ein echter Segen für den Bundeshaushalt. Jeder dehydrierte Rentner schont die Staatskasse und entlastet das ohnehin kollabierende Gesundheitssystem. Dass die Politik Hitzeaktionspläne seit Jahren im Schneckentempo verschleppt, ist daher purer, genialer Staatsreichtum. Wer braucht schon klimatisierte Krankenhäuser oder begrünte Innenstädte, wenn man das demografische Problem einfach wegschwitzen kann? Darwinismus pur im Namen der Schuldenbremse. Prosit auf den nächsten Rekordsommer!

    • @amigo:

      Weniger Rentenzuschuss heißt dann mehr Geld für teure, klimaerhitzende Tankrabatte. Das spiralt sich hoch.



      Die Schuldenbremse wäre deutlich leichter gewesen, wenn die ganzen Subventionen etc. für Klimaschädliches wegfallen.

    • @amigo:

      Da bin ich ganz bei Ihnen.

    • @amigo:

      Böse...aber sowas von zutreffend.

  • Die Reichen und Überreichen in unserem Land leben ganz sicher in klimatisierten Residenzen und können zur Not auch in kühlere Gefilde fliehen. Diese Leistungsträger, welche ihr Geld, Besitz, und Ländereien schon teils seit Generationen vererben, sind daher nicht bedroht. Sprich, es besteht kein Handlungsbedarf für Merz, den Millionär aus der Mittelklasse, und seine wackeren Verbündeten der neoliberalen, konservativen Sekte. 🤷

    • @Okti:

      Weder bin ich reich noch überreich, trotzdem haben wir Klimaanlagen in die Schlafzimmer der Kinder im Obergeschoss nachgerüstet.



      Das geht mit wenigen hundert Euro pro Raum.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Sie beeinflussen aber sehr wahrscheinlich auch nicht die Politik mit Geldern, Kampagnen, etc. pp., und haben daher wohl auch keinen Einfluss auf Merz, würde ich vermuten. Daher wüsste ich auch nicht warum Sie sich angesprochen fühlen sollten.



        Aber es ist schon etwas bezeichnend, daß Sie meinen jeder und jede hätte "wenige hundert Euro pro Raum" zur Verfügung. Abgesehen davon reden Sie über Nachrüstung. Neu kostet eine fest installierte Klimaanlage mehrere Tausend Euro samt Installation. Mal abgesehen von den negativen Aspekten von Klimaanlagen, sind es gerade die Schwächsten, welche solche Summen nicht einfach so zur Hand haben. Und zu allem Überfluss ist die aktuelle Regierung dabei deren Gelder noch weiter zu kürzen.

        Empathielosigkeit scheint gerade ein Gesellschaftsprojekt zu sein.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Ein Freund von mir war Klimatechniker, hatte sich in den Neunzigern - weil an der Quelle - "kostengünstig" selbst ein passendes, sehr hochwertiges Gerät ins Wohnzimmer installiert. War dann zum einen der Gesundheit seiner Gattin nicht zuträglich, zum anderen am Ende doch im Betrieb zu teuer. Seit mehr als zwanzig Jahren verzichtet er lieber darauf...



        Scheint also häufig weder überall zu passen noch wirklich kostengünstig zu sein...

      • @Astrid Sehnefeld:

        Wie soll das mit wenigen hundert € pro Raum fubktionieren?! Split Klimaanlagen müssen (unsinnigerweise) vom Klimatechniker installiert werden. Für wenige hundert Euro

        • @Sav:

          Es gibt Monoblockanlagen, die in der Anschaffung wenige Hundert Euro kosten und für dies keinen Monteur brauch. Im Schnitt gibts in Deutschland 12 Tage über 30 Grad. Für kleinere und mittlere Räume reicht eine mit 0,5 bis 1,0 KW. Wenn man an diesen Tagen das Gerät 10, 12 Stunden laufen lässt, kann man die Raumtemperatur gut senken und bezahlt nicht mehr als 100, 150 Euro pro Sommer. Da gibt man fürs Heizen im Winter viel mehr Geld aus.

          • @Deep South:

            Danke, genau das.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Ist das Satire?

  • Wäre reine Symbolpolitik.



    1. Noch zügigere Umsetzung der grünen Klimapolitik wäre zwar wünschenswert, nur bringt es eben nur was, wenn auch alle anderen Staaten wie z.B. die USA auch mitmachen. Und schnell wirkt das auch nicht.



    2. Umbau der Städte ist ausschließlich Sache der Kommunen bzw. der Länder. Der Bund kann da höchstens Mittel zur Verfügung stellen. Bei leeren Kassen wohlgemerkt und zuwenig Mitarbeitern in der Baubehörde.



    3. Schnell funktioniert hier nicht, weil alle baulichen Maßnahmen erhebliche Umsetzungszeiten haben.



    D. h. nicht, dass wir das nicht alles tun sollten, sondern im Gegenteil: Packen wir es an. Aber die politischen Instrumente sind schon lange da.

    • @CR43:

      Richtig. Das Problem ist einfach, dass die Leute keine Ahnung von zum Beispiel Krankenhausfinanzierung (gesetzlich geregelt, aufgeteilt zwischen Krankenkassen für Medis und Personal usw., Länder und Gemeinden für bauliche Veränderungen - also auch energetische Sanierung und Klimaanlagen) haben und einfach nur lospoltern. Nee, die Krankenhäuser haben keinen großen Geldtopf im Keller und können auch nicht einfach so nach Gusto Klimaanlagen einbauen.



      Der Bund hat übrigens auch einen entsprechenden Kreditrahmen!!! zur Verfügung gestellt, nur müssen jetzt Länder und Gemeinden verhandeln wer was wann wie wofür beim wem mit wem durch wen....., es muss, gesetzlich vorgeschrieben vieles geprüft (Effizienz, Kosten-Nutzen usw), beantragt und vor allem europaweit ausgeschrieben werden (werden die Verfahren nicht penibel eingehalten kann es da schnell zu langen komplizierten teuren Rechtsstreitigkeiten kommen) und erst dann können die Kommunen komplizierte Anträge stellen, sofern sie genug Personal im Bauamt haben. Und da ist noch nix praktisch gemacht worden. Das kommt dann noch oben drauf.

  • Wer ganz genau hinhört bei Friedrich Merz, kann sich den äußerst zynischen Gedanken nicht verkneifen, dass diese Toten - überwiegend Vorerkrankte und Ältere - für ihn bloße Kostenfaktoren sind, die nichts zum Wachstum beitragen.



    Sein Verhalten widerspricht dem zumindest nicht...

    • @Stac Pollaidh:

      Schönerweise vergisst Herr Kostenfaktor, dass er theoretisch in zwei Jahren seine Lebenserwartung erreicht hat.

      • @Altbayer:

        Reiche haben nicht die gleiche Lebenserwartung wie arme. Wer den letzten Beweis dafür braucht, dass wir in einer Klassengesellschaft Leben möge sich die Lebenserwartung entsprechend Vermögen/Einkommen aufschlüsseln.

  • Der Artikel beklagt völlig zurecht, dass in Deutschland verpasst wurde, Neubauten - vor allem öffentliche - mit Klimaanlagen auszustatten, um für die steigenden Temperaturen gewappnet zu sein.



    Einen Krisenstab halte ich aber für übertrieben.



    Ja die Hitze hat Tote gefordert. So wie im Winter Grippewellen auch Tote fordern und Übersterblichkeit erzeugen.



    Die Hitzewelle war fraglos für Mitteleuropa außergewöhnlich, aber sie hat keine Temperaturen erzeugt, die global unbekannt sind.



    41 Grad sind in sehr vielen Ländern der Welt völlig normal. Teilweise über Wochen.



    Die Lösungen liegen auf dem Tisch und sind kostengünstig sofort umsetzbar: Klimaanlagen, Hitzeschutzfolien für Fenster oder besser, Rollos.



    Ansonsten wird mir das Thema zu sehr gehypt. Meiner Ansicht nach soll hier verzweifelt über das Alibithema Hitzetote wieder Aufmerksamkeit für das Thema Klimawandel generiert werden, weil auf normalem Wege sich nur noch eine kleine Minderheit wirklich ernsthaft damit befasst.



    Die Menschen fahren weiter Auto, fliegen in Urlaub und heizen mit Gas - und das stinkt links.



    Dabei sollte man es doch mittlerweile gelernt haben: schlechtes Gewissen einreden oder Hysterie erzeugt nur Abwehrhaltung.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Also sollten wir alles achselzuckend hinnehmen, was irgendwo auf der Welt "völlig normal" ist?

      • @Der dreckich Katz:

        Wir sollen es nicht achselzuckend hinnehmen, aber wir müssen nicht in Hysterie verfallen.



        Bei Corona gab es kein Impfmittel, hier gibt es für wenige Euro Hitzeschutzfolien oder für ein paar hundert Euro eine Klimaanlage und die Gefahr ist gebannt.

        • @Astrid Sehnefeld:

          In Spanien gibt es Hitzeschutzräume, in denen Betroffene mit Wasser versorgt werden.



          .



          In Barcelona alleine über 500, 2020 gab es dort nur 70.



          .



          Ein so rasanter Ausbau geht nicht ohne den notwendigen politischen Fokus.



          .



          Man hätte bei einer Krisensitzung zukünftige Maßnahmen besprechen und Förderung für akute locker machen können.



          .



          Ja es gibt Länder in denen es noch wärmer ist, aber da gibt es eben längst Strategien zum Umgang damit.

          • @sociajizzm:

            Aber in diesen Ländern steht das Thema auch schon seit Jahrzehnten auf der Tagesordnung - eben weil es dort schon immer wärmer war als bei uns und damit der Druck etwas zu tun schon Jahre früher viel höher war.

          • @sociajizzm:

            Da gehe ich voll mit Ihnen mit. Ein Thema das man richtig mit heißer Luft aufblasen kann... Wie gut das wirkt liest sich hier.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Ja also richtige Hitzeschutzfolie kostet nicht wenig, und dann kommen noch die Kosten für die fach- und sachgerechte Anbringung durch eine entsprechende Firma hinzu. Ebenso bei Rollos, oder besser gesagt Rollläden, denn schlichte mit schlichten Baumarktrollos oder Vorhängen wirds nix mit dem Hitzeschutz. Ebenso bei Klimaanlagen, die zudem noch eine regelmäßig Wartung verlangen.

          So billig wie Sie sich das vorstellen wird es also für die Betreiber/Kommunen/Länder nicht.

      • @Der dreckich Katz:

        Ja natürlich! Was bringt es auch sich über Temperaturen aufzuregen mit denen andere Menschen seit eh und je leben müssen?

    • @Astrid Sehnefeld:

      Astrid S. so was von herzlos, sowas von uninformiert.....



      Der Herzinfarkt Patient liegt bei 34° auf Normalstation, die Oma mit versorgten Oberschenkelhalsbruch bei ebenfalls 34 ° das sind in vielen...IN VIELEN IN ZUVIELEN FÄLLEN.....oft Todesurteile.



      Eine herzlose Gesellschaft lässt unsere Alten, unsere Schwachen, unsere Hilflosen im Stich.

      • @Fairness85:

        Sie sollten sich viel eher die Frage stellen, warum hier Klimaanlagen in Deutschland kein Standard sind?

        Meine Verwandten sind immer, wenn sie auf DeutschlandBesuch sind, fassungslos, dass hier Klimaanlagen die Ausnahme sind.



        Dann erkläre ich Ihnen, dass Klimaanlagen als Stromverschwendung gelten & man auf Länder, in denen so etwas gangundgäbe ist, wie beispielsweise den USA, herabblickt.

      • @Fairness85:

        Herzlos ist der Staat, wenn er Krankenhäuser ohne Klimaanlage baut.



        Ob die Oma aus ihrem Beispiel nun bei 34 oder 31 Grad im Krankenhaus liegt - BEIDES ist unangenehm und einer Genesung maximal gegenläufig.



        Patienten und Personal schwitzen nicht erst seit dem Klimawandel in Deutschland.



        Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht - fahrlässige Bauversäumnisse sind fahrlässige Bauversäumnisse

    • @Astrid Sehnefeld:

      Plötzlich ist es die selbsternannte Mitte, die kein Problem damit hat, wenn Deutschland zu Kalkutta wird. Wohin so eine ewige Abwehrhaltung einen alles führen kann.

  • Ich hätte drei einfache Ideen:

    1. alle Straßen weiß streichen



    2. Verbot von Hochhäusern mit dunklen/schwarzen Scheiben



    3. auf allen Plätzen Springbrunnen, senken die Temperatur bis zu 5Grad Celsius

    • @Donni:

      Zu 2: Und alle Balkonkraftwerke gleich mit - weil ebenfalls dunkel?

    • @Donni:

      Zum Vorschlag Weisse Straße - das klappt nur bedingt:



      "Die Resultate zeigen, dass durch den weissen Anstrich die Oberflächentemperatur gesenkt werden konnte. Im Juni wurde eine Abweichung von 7°C zur herkömmlichen Strasse gemessen. Dieses Ergebnis wird durch das Weiss streichen von Schienen (beispielsweise in Italien oder Österreich) bestätigt, wo ähnliche Grössenordnungen gemessen wurden.



      Die Massnahmen kommen jedoch auch mit Nebenwirkungen: durch die hohe Rückstrahlung steigt die gefühlte Temperatur um ca. 0,2 bis 0,5°C an. Durch die erhöhte Rückstrahlung erhöht sich zudem die Sonnenbrandgefahr. Die Lufttemperatur verringerte sich zudem nur geringfügig."



      port-of-switzerlan...kt-weisse-strasse/

      • @Astrid Sehnefeld:

        Das wußte ich nicht, war mir nicht bewusst, dass schon jemand anders die Idee mit der Reflektion hatte. Aber ok.

        Das mit dem Sonnenbrand halte ich für vernachlässigbar! Wer sowenig an hat und/oder keinen Sonnenschutz trägt ist selbst schuld, dann reicht nämlich auch die Strahlung von oben. Selbstverantwortung und Freier Wille sind dann die Zauberworte.

        • @Donni:

          Los Angeles tüfelt an hellen Straßenbelägen seit langem - die sind bei weißem Beton mittlerweile.



          Blow Ups sind da kein Problem, aber Spiegelungen und blenden generell ob der Helligkeit machen Probleme.



          Natürlicher Schatten, sprich Alleen sind wohl das billigste und sinnvollste Mittel - baulich in den Innenstadt-Betonwüsten der USA natürlich eine 'ganz neue Welt'

          • @Astrid Sehnefeld:

            Ja, Alleen, überhaupt Begrünung, auch mit Büschen und Wiesen, da heizt sich's nicht so auf, wird im Gegenteil durch die Verdunstung der Pflanzen gekühlt - auch an Hauswänden und auf Dächern kann Grün wachsen und gegen Hitze helfen !

          • @Astrid Sehnefeld:

            Alleen ... so old-school habe ich garnicht gedacht, aber die brauchen Platz.



            Man könnte aber auch, wie in Spanien gesehen, die Sraßen mit Tüchern überdachen.

  • Sind die "an" oder "mit" Hitze verstorben?



    Im Ernst: Jeden Tag(!) sterben im Schnitt etwa 3000 Menschen in Deutschland. Das lässt sich nicht einfach abstellen, so gerne der Deutsche das hätte. Und die sterben irgendwann auch völlig unabhängig von der gerade herrschenden Temperatur!

    • @XXX:

      Wenn also Mitarbeiter von Krankenhäusern von der gleichen Überlastung, wie zur Hochphase von Corona sprechen, ist das ganz normal?

    • @XXX:

      Mit anderen Worten: stellt Euch nicht so an. Ob ein paar mehr oder weniger ist doch wurscht. Die Experten, die das auf die Hitze zurückführen sind allesamt unfähig, gell?



      Es geht darum, Menschen zu HELFEN - von der Regierung ausgehend. Das alles sollte man kleinreden, savvy??

    • @XXX:

      Man sollte sich besser doch mit den Fakten beschäftigen, bevor man unqualifizierte Kommentarre abgibt. Ich würde ihnen einen Freiwilligeneinsatz auf einer Pflegestation empfehlen. Nehmen Sie eine ohne Klimaanlage.



      Auch die Berechnungsverfahren für Übersterblichkeit muss man erst mal verstanden haben, bevor man zu einer sinnvollen Meinung kommt.

  • "Ein Krisenstab auf höchster Ebene"

    Soso. Ich fürchte bei unserer aktuellen Regierung ist das verschwendete Zeit.

    Die bekommen die Bahn nicht hin, die Autobahnbrücken nicht, die Wohnungsmisere nicht, CUM-EX-Betrug nicht, ach die Liste ist ja schier endlos.

    Da ist wohl kaum damit zu rechnen dass diese Lichtgestalten in Sachen "Hitzewelle" irgendwas auf die Kette kriegen.

  • Hitzetote bei unzureichender Klimatisierung von Krankenhäusern und Altenheimen, Schulen und Kitas - Wozu haben wir ein Wirtschaftsministerium?.



    Vorschlag für gesellschaftlich nützlichen Wirtschaftsleistung statt Marktreligion: Klimatechnik statt SUVs und Arbeitsplatzabbau.



    Notwendig sind Klimatisierunglösungen nach folgenden Kriterien:



    1. Überproduktionsspitzen bei Solaranlagen und der Bedarf an Klimatisierung fallen zeitlich zusammen - Klimatisierungsbetrieb mit auf Basis der Solarproduktion drängt sich als Lösung geradezu auf. Das geht ohne fossile Energie und Netzausbau besonders gut mit dezentralen, autarken, leicht installierbaren Kombi-Lösungen mit neuen oder bestehenden Solaranlagen.



    2. Die neue Generation von Klimageräten muss folgende Anforderungen erfüllen:



    - einfache Installation



    - hohe Effektivität



    - weitgehende Verwendung gut verfügbarer, preiswerter Rohstoffe



    3. Kapazitäten für Massenproduktion auf Basis bewährter automatisierter Anlagen.



    4. Vielleicht helfen Erfahrungen aus der Corona-Zeit: damals haben Ingenieure mit Elternverantwortung sich um die Entwicklung von unkomplizierter Lüftungstechnik mit Funktionalität für Infektionsschutz bemüht.

    Wer liefert?

    • @Christine_Winterabend:

      Nur nachts geht Kühlen dann nicht so einfach. Ist aber einigermaßen lösbar und wenn man den ganzen Tag kühlt, auch nicht mehr so sehr wichtig.

    • @Christine_Winterabend:

      Einfach Bürokratie abbauen, sodass Heimwerker die Splitgeräte selbst einbauen dürfen. Teuer sind die Teile nicht mehr - bis man nen Handwerker engagieren muss, dann wirds das 4-fache an Kosten.

      • @AllesWirdGuter:

        Naja - soll halt nicht jeder mit dem Kältemittel rumaasen weil das extrem umweltschädliches Zeug ist.



        Und die Klimabauer wollen natürlich Aufträge.

        Ich hatte ja schon Mal vorgeschlagen, dass der Schornsteinfeger (als Fachpersion für Emissionen) die Klimaanlage "abdrückt" und dann befüllt.

        • @Bolzkopf:

          Die Quick-Connect Teile kann man leicht auch selber machen und das was da bei Ner mittleren Anlage im Maximalfall rausgehen kann ist so viel wie ich mit 1000km Benziner verfahre. Außerdem gibt's mittlerweile auch Propan als Kühlmittel

          • @AllesWirdGuter:

            Natürlich - im Grunde sind die Anschlüsse idiotensicher.

            Aber wenn die Kältemittel wieder ohne Sachkundenachweis verkauft werden wird damit wieder rumgeeast.

            Da ist der Schornsteinfeger doch ein guter Kompromiss.

    • @Christine_Winterabend:

      Gibt es alles schon in jeglich erdenklicher Variante und in verschiedenen Preiskategorien. Muss man nur kaufen bzw. installieren lassen. "Kapazitäten für Massenproduktion". Das ist ein wenig amüsant. Was glauben Sie wie z.B. MIDEA seine Anlagen herstellt, die unter verschiedenen Namen vertrieben werden?

      • @Nachtsonne:

        So einfach ist es eben nicht, schon gar nicht wenn es um eine Vielzahl von Anlagen und Bedarf bei wenig vielen vermögenden Privatpersonen, also i.d.R. preiswerte Geräte, die leicht selbst zu installieren sind,w as im Übrigen auch erlaubt sein muss.

    • @Christine_Winterabend:

      Volltreffer



      Gerade Punkt 1 wird viel zu wenig erwähnt. Denn von einer PV betrieben sind Klimaanlagen nicht nur Energie-, sondern auch Wärme-neutral, da nur Energie verwendet und "gepumpt" wurde die eh lokal eingestrahlt ist.



      Punkt 2 haben wir ein Problem mit einer neuen EU-Verordnung. Früher durfte man eine Splitklimaanalge mit vorbefüllten Quick-Connect Anschlüssen selbst in Betrieb nehmen, konnte also für rund 600€ eine gute Inverterklima selbst montieren. Nun ist die Inbetriebnahme nur noch durch einen Handwerker mit Klimaanlagenschein erlaubt, das es sehr teuer macht. Und kaum ein Klimatechniker will diese Kleinaufträge, verlangt aber um die 4000€, wenn man alles über ihn machen lässt.

      • @Hans Dampf:

        Kann ich bestätigen - unter 4000€ für eine Split-Klimaanlage mit einem Inntenteil geht praktisch nichts. Mann kan die auch ohne Klimaschein selbst einbauen. aber das kann teuer werden, falls man keinen guten Bekannten mit Klimaschein hat und erwischt wird. Für die neuen klimafreundlichen Klimageräte mit Propanbefüllung benötigt man zwar keinen Klimaschein, aber den Gaschein, weil Propan leicht entzündlich ist. Ergebnis: Auch wieder mindestens 4000€. Für einen Selbsteinbau mit Kleinteilen, Leitungen, Halterungen, Ausleihen Vakuumpumpe und Gedöns braucht man etwa 1000€ aufwärts.

        • @Nachtsonne:

          Sinnvoll wären Klimaanlagen mit fabrikmäßig hermetisch geschlossenem Kältekreis (Monobloc). Die Übertragung der Kälte in die Wohnung müsste dann über einen zweiten Wärmetauscher erfolgen. Technisch kein großes Problem.

          • @test_name:

            Mehr Technik, mehr Energieverluste, mehr Platzbedarf. Da koennen Sie den Baumarkt-Block auch draußen hinstellen und nur die Kaltluft per Schlauch reinleiten. Am Ende ist das alles Mist. Meine nächste Klimaanlage baue ich am Wochende selbst ein. Mal schauen ob mich jemand denunziert.

  • Sorry, aber kein Krankenhaus oder Altenheim muss auf die Politik warten. Beide brauchen keine Genehmigung der Bundesregierung um eine Klimaanlage einzubauen. Den Klimawandel gibt es nicht erst seit diesem Sommer, daher sollte man sich eher mal an die Betreiber von Krankenhäusern und Heimen wenden und fragen weshalb die immer noch keine Kühlung verbaut haben.

    • @charly_paganini:

      Pflegeeinrichtungen können in den Pflegesatzverhandlungen nur die gesetzlich geforderten Maßstäbe einbringen. D.h. die Pflegekassen würden es ablehnen die Kosten für den Einbau einer Klimaanlage als Investitionskosten zu berücksichtigen. Wenn die Einrichtung an die 3% Kapitalrendite gehen würde, die die Kasse ihr zur Bildung von Rücklagen zugesteht, dann würde sie diese im Folgejahr kürzen, im Zweifel auch unter 0.



      Aber wenn jetzt über ein Konstrukt wie einen Förderverein die Mittel zum Einbau da wären, bliebe noch der Betrieb. Der fällt unter den Posten für Unterkunft und Verpflegung und da würde die Pflegekasse nicht intervenieren... Dafür aber das örtliche Sozialamt. Denn wenn auch nur ein Bewohner Hilfe zur Pflege erhält, prüft das Sozialamt, ob Leistungen erbracht werden, die über die Leistungen der Grundsicherung hinausgehen (deshalb ist das Essen in Heimen oft so miserabel - aus dem Satz für Nahrung in der Grundsicherung müssen Lebensmittel aber auch die Küchenkräfte bezahlt werden). Und Klimaanlage ist nicht im Regelsatz, wird also gestrichen.

    • @charly_paganini:

      Natürlich müssen die Krankenhäuser warten, jedenfalls die öffentlichen. Die brauchen nämlich das Geld. Die technische Ausstattung öffentlicher KHs ist nämlich Aufgabe der Länder und Kommunen. Im Moment läuft das so: Der Bund hat für Klimamodernisierung einen Kreditrahmen zur Verfügung gestellt (nicht etwa nen Topf mit Geld). Länder und Kommunen verhandeln nun, wer was wie wann wie lange wofür womit für wen ab wann ausgeben darf. Dann kommen die strengen Ausschreibungs-, Prüfungs- und Antragsrichtlinien, werden die nämlich verletzt kann es zu ziemlich langwierigen Klagen zum Beispiel von potentiellen Anbietern kommen. Und erst dann können Kommunen für ihr Krankenhaus einen wie man hört ziemlich komplizierten Antrag stellen, jedenfalls wenn sie genug kompetentes Personal in ihrer Baubehörde haben. So läuft das. Und dann kommt hinzu: die Kommunen sind pleite. Viel von dem Geld dürfte in bestehenden Bauprojekten versickern, so dass für die Klimanachrüstung nur noch wenig übrig bleiben dürfte. Und dann muss noch gebaut werden.

      • @Carolin Rudolf:

        Wenn es um Lieblingsprojekte wie z. B. Olympiabewerbungen, protzige neue Verwaltungsgebäude oder die Förderung von Kirchentagen geht, ist bei den Kommunen immer genug Geld da. Und wenn die Hitze im kommunalen Krankenhaus lebensbedrohlich wird, muss die Klimatisierung absolute Priorität haben. Die Behauptung, dass dafür das Geld fehle, dient nur dem Zweck, zu erreichen, dass die notwendigen Baumaßnahmen von anderen finanziert werden.

    • @charly_paganini:

      "Sorry, aber kein Krankenhaus oder Altenheim muss auf die Politik warten. Beide brauchen keine Genehmigung der Bundesregierung um eine Klimaanlage einzubauen."

      Eine Genehmigung nicht. Aber Geld. Und da beide möglichst viel Gewinn für die "Investoren" abwerfen sollen, will man das natürlich nicht selbst zahlen, sondern wartet auf Geld vom Staat.

    • @charly_paganini:

      Ein Krankenhaus mit Klimatechnik auszurüsten, ist sehr teuer, vor allem im Nachhinein. Wenn Krankenhäuser schon laut darüber nachdenken, aus Kostengründen Kinderstationen zu schließen, ist auch kein Geld für KT da.

  • Wenn man sich die totalen Sterbefälle betrachtet, sieht die Lage seltsamerweise ziemlich gleichbleibend aus.



    de.statista.com/st...le-in-deutschland/

    • @Mopsfidel:

      Die Sterblichkeit hierzulande ist immer in den Wintermonaten deutlich höher als in den Sommermonaten. Da machen auch die letzten Jahre keine Ausnahme

    • @Mopsfidel:

      Nein, die Jahre mit besonderer Hitze haben peaks. 2003, 2018 ….



      Aber ja, es sind nur ein paar Prozent.

    • @Mopsfidel:

      Diese Statistik betrachtet die Zahl der Sterbefälle pro Jahr zwischen 1991 und 2025. Sie enthält keine Angaben zum Monat Juni 2026. Im Übrigen zeigt sie sehr deutlich die Übersterblichkeit in den Corona-Jahren 2020 bis 2023. Darauf wird in der Fußnote auch hingewiesen.

  • Na, dann kann ich ja in Ruhe meinen Löffel abgeben,



    Und weiß wenigstens warum...

  • Ein Krisenstab der Bundesregierung? Welch eine Phantasie....



    DIESE Bundesregierung wird weitehin solche Folgen schlicht ignorieren, bestenfalls ein paar lauwarme Worte anlässlich einer Sonntagsrede plappern - das war's dann aber. Stattdessen wird weiter aktiv und wie besessen daran gearbeitet, jeden Klima- und Umweltschutz auszubremsen. Denn das stört die Profite der Wirtschaft und das geht nun gar nicht. Ein paar Tausend Tote - ja und? Was ist das denn gegenüber Profiteinbußen der Wirtschaft??