piwik no script img

Merz zu Krankenversicherungen Löblicher Sinneswandel

Manuela Heim

Kommentar von

Manuela Heim

Überraschend hält Kanzler Merz das Zweiklassensystem bei der Krankenversicherung für ungerecht. Die Privaten will er natürlich nicht abschaffen.

I m vergangenen Jahr sagte der gerade verabschiedete SPD-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im taz-Interview, irgendwann werde die Bürgerversicherung, also das Zusammenführen von privater und gesetzlicher Krankenversicherung, kommen. Selbst SPD und Grüne hätten schließlich eine ganze Weile gebraucht, um sich der Ungerechtigkeit bewusst zu werden. Nun, könnte man meinen, ist es auch bei der CDU und Kanzler Friedrich Merz so weit.

Das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Versicherung löse ein massives Problem im Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung aus, sagte Merz nämlich am Montag in einer Pressekonferenz nach den für die CDU desaströsen Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Mal abgesehen davon, dass Merz gerne mal Sachen sagt, die er oder ein Sprecher von ihm danach wieder zurücknimmt oder abschwächt, ist diese Aussage doch bemerkenswert. Das wachsende Gefälle in der Behandlung von privat und gesetzlich Versicherten war schließlich nur noch für solche Menschen zu ignorieren, die selbst überwiegend privatversichert sind und daher nie wochen- oder gar monatelang auf einen Fachärztintermin warten müssen. Die CDU/CSU trug da bisher die größten Scheuklappen.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Natürlich will Merz nicht die private Krankenversicherung abschaffen. Der Kanzler habe „nur die Terminvergabe“ gemeint, heißt es nun beschwichtigend aus der CSU.

Diese Termine werden inzwischen vor allem über Online-Plattformen vergeben, die Privatversicherten regelmäßig zeitnahe Termine und gesetzlich Versicherten oft genug gar keine Termine anbieten. Mit entsprechenden Folgen für den Krankheitsverlauf und das Gerechtigkeitsempfinden in der Gesellschaft.

Wenn die CDU/CSU jetzt so weit ist, immerhin dieser Ungerechtigkeit ernsthaft einen Riegel vorzuschieben, wäre das schon mal ein echter Sinneswandel. Für die Frage einer Bürgerversicherung braucht es vielleicht noch ein paar mehr bewusstseinserweiternde Wahlergebnisse.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Manuela Heim

Manuela Heim Gesundheit und Soziales

Redakteurin in der Inlandsredaktion, schreibt über Gesundheitsthemen und soziale (Un-) Gerechtigkeit.
Mehr zum Thema

109 Kommentare

 / 
  • Alex_der_Wunderer

    Was sacht denn Junior Merz zu Papis Plänen so ?



    share.google/o6jOsYHVSYMBVUEzy

  • FtznFrtz

    Man könnte doch Praxen, die privat Versicherte bevorzugen oder nur diese behandeln die Approbation entziehen. Also wer die Approbation behalten will muss alle gleich behandeln. Was spricht dagegen?

    • Alex_der_Wunderer

      @FtznFrtz:

      @ FtznFrtzi



      Es gibt Praxen die haben nur eine Zulassung für private Selbstzahler, meinst du die haben bock drauf, wegen dir straffälig zu werden ?

      • FtznFrtz

        @Alex_der_Wunderer:

        Natürlich muss man auch das abschaffen, Zulassung für alle, dann aber auch die Pflicht, alle zu behandeln.

        • Alex_der_Wunderer

          @FtznFrtz:

          @ FtznFrtz



          Vielleicht sollten wir endlich diese ganzen Krankheiten abschaffen und einfach gesund bleiben. Dazu müssen wir selbstverständlich unsere Umwelt mehr achten und Respekvoll mit unserer, nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellten Welt umgehen.

          • FtznFrtz

            @Alex_der_Wunderer:

            Natürlich ist das daneben auch sinnvoll, mit 95 kerngesund im Schlaf sterben. Okay, dann ab morgen kein Bier und ungesundes Essen mehr, mindestens 10 Stunden Schlaf und leben wie Karl Lauterbach.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @FtznFrtz:

          Vielleicht eine kleine Ausnahme für Ärzte, die ihre komplette Ausbildung selbst bezahlt haben 😁

    • Galwayray

      @FtznFrtz:

      Dagegen spricht das Grundrecht der Freiheit der Berufsausübung. Um diesen Ball mal erst mal flach zu halten.

      • FtznFrtz

        @Galwayray:

        www.buzer.de/12_GG.htm

        Die Berufsausübung kann gesetzlich beschränkt werden, sie gilt nicht schrankenlos.

    • Machiavelli

      @FtznFrtz:

      Die Verfassung.

      • FtznFrtz

        @Machiavelli:

        Inwiefern?

        • Machiavelli

          @FtznFrtz:

          Eine Pflicht wirtschaftliche unrentable arbeiten zu müssen ist nicht machbar.

          • FtznFrtz

            @Machiavelli:

            Aber ein Verbot der Ungleichbehandlung ginge schon, damit das Ganze rentabel wird/bleibt, dafür gihbt es andere Stellschrauben. Wir reden am Ende aber auch von Medizin am Menschen und nicht über die Herstellung von Schaumstoffplatten.

  • Metallkopf

    Wer in der Lage ist, Bargeld auf den Tisch zu legen, wird immer eine bessere Behandlung kaufen können, als der, der nix hat, außer dem Versprechen der öffentlichen Hand, dass seine Chipkarte ihm Zugang zu Heilbehandlungen eröffnet.

    Das Problem sind nicht die Reichen und die privaten Krankenkassen. Die belasten ja das gesetzliche System auch nicht mit Leistungen. Das Problem ist die Kostendrückerei bei den Gesetzlichen und die systemische Unehrlichkeit bei der Entlohnung von Ärzten. Wenn das Kassenkontingent eines niedergelassenen Kassenarzt für gesetzliche Patienten erreicht ist, ist dem Gesundheitssystem egal, ob erst der 21. des Monats ist. Fürderhin behandelt der Arzt - wenn er es überhaupt tut - jeden Kassenpatienten ab diesem Zeitpunkt ohne Entlohnung.

    Gutes Geld für gute Arbeit gilt im Gesundheitssystem so nicht. Von den Löhnen für Personal in der Krankenpflege ganz abgesehen.

    Das Schweizer oder Niederländische Modell wäre sicherlich diskutierbar. Allerdings muss man dann auch ertragen, dass Patienten oberhalb eines gewissen Alters keine künstliche Hüfte mehr bekommen. Oder nur das Basismodell und nicht die selbstschmierende Keramikvariante.

    • Galwayray

      @Metallkopf:

      Zum Beispiel. Hinzu käme noch so manches, etwa, dass man nach dem NL-System einem bestimmten, örtlich allein zuständigen A(llgemein)arzt zugewiesen ist, den man grundsätzlich nicht umgehen kann. Auch wenn die Chemie Arzt/Patient in keinster Weise stimmt.



      Ok, man kann ihn z. B. umgehen, indem man gleich über die Grenze geht. Westlich der Autobahn A31 sind in den deutschen Ortslagen zwar ohnehin nicht gerade selten Kfz mit gelbem Nummernschild zu sehen, auffällig viele davon jedoch vor Arztpraxen abgestellt.



      Behandlung dort dann in aller Regel als Selbstzahler, aber immerhin bei einem Arzt, den man sich auch selbst ausgesucht hat.

    • nappy

      @Metallkopf:

      "Das Problem ist die Kostendrückerei bei den Gesetzlichen"



      ---



      Tausend Kilometer am Ziel vorbei!



      Sie sollten neoliberale Propaganda nicht einfach so glauben!

      Wenn ich von einem Orthopäden nach zwei Mini-Maßnahmen als austherapiert erklärt werde, weil der mir eine teure und von mir selbst zu bezahlende Stoßwellentherapie andrehen will, dann wechsle ich einfach nur den Arzt! Anderer Orthopäde, Krankengymnastik - nie wieder Probleme mit derselben Malaise gehabt!



      Oder ein Arzt, der meine chronische Krankheit in jedem Quartal untersuchen möchte, obwohl sich über Jahre hinweg nix verändert und sich somit auch keinerlei zusätzlicher Erkenntnisgewinn ergibt, dann weiß ich es, bevor ich nachlese: er tut das, weil er jedes Quartal dafür Geld von der Kasse bekommt! Nächster Arzt: plötzlich reicht 1x pro Jahr ...

      So könnte ich weiter und weiter machen, denn ich bin schon krank auf die Welt gekommen und öfter mal umgezogen, hatte es also mit vielen Ärzten zu tun! Und dabei wohnen niedergelassene Ärzte nun wirklich nicht in der Sozialbau-Platte, verfügen jedes Jahr über ein 6-stelliges Nettoeinkommen!

  • Machiavelli

    Kommt die bürgerversicherung kommt die besserbahandlung durch Zusatzversicherungen. Wer glaubt das man die Teilung in mehrere Klassen beenden kann ist illusorisch. Eine bürgerversicherung hätte auch nur ein Ziel. Kosten drücken drücken drücken. Die Medizin kann heute Sachen machen die noch in den 90er Jahren als Wunder galten. Sie ist aber richtig teuer und da wir in Deutschland lieber in Behandlung als Prävention investieren und selbst sterbende Patienten teilweise noch eine neue hüfte bekommen wird sich daran auch nichts ändern.

  • test_name

    Anzeige Immo-Scout:



    Neuköllner Mehrfamilienhaus nahe Sonnenallee! **Hohe Rendite**



    3.590.000 €1.705 m²65 Zi.







    Rund 2000€/m2. Wenn man sich das Geld dafür bei der Bank leihen muss: 6%Annuität => 10€/m² Miete, nur für die Finanzierung. Das kann funktionieren wenn man es wirtschaftlich verwaltet und Nichtbezahler schnell los wird. Mit Verwaltung durch Berliner Beamte - eher nicht.

    • Okti

      @test_name:

      Keine Ahnung was das jetzt mit den Krankenkassen zu tun hat, welche Thema in dem Artikel sind, aber ihre Idee scheitert an der einfachen Tatsache, dass keine Bank jemensch 3,6 Mio. leihen wird ohne jegliche Sicherheit. Leute, welche in der GKV sind, werden zumeist keine solchen Sicherheiten haben. Aber schön, dass Reiche noch reicher werden können.

  • Hans - Friedrich Bär

    Das Nebeneinander hat für die gesetzlich Versicherten auch Vorteile : 1) Die jährlichen Prämiensteigerungen von 12 bis 18% der privat Versicherten bleiben ihnen erspart. 2) Sie haben uneingeschränkte Wechselmöglichkeiten innerhalb der GKV. Privat Krankenversicherte sind den Prämiensteigerungen deshalb ausgeliefert weil sie die Wechselmöglichkeiten in die/der GKV nicht haben.

    Dass Ärzte ein Nebeneinander von 1. und 2. Klasse wie in der Bahn betreiben sollten sie nicht. Ärzte haben sich zuerst nach den med. Notwendigkeiten zu richten. Das steht in der Bundesärzteordnung und den Ärzteordnungen der Länder.

    Die Themenwahl wirkt wie ein Ablenkungsmanöver von den kürzlichen Wahlniederlagen. Unter Berücksichtigung der kürzlich von der Regierung selbst erzwungenen Kürzungen für die gesetzlich Versicherten finde ich den Zeitpunkt und den Zweck unpassend, da es sich um ein ausgesprochen sensibles Thema für Gesunde und Kranke handelt.

  • Carsten S.

    Wir müssen die privaten auch gar nicht abschaffen. Gesetzliche Basisversicherung für alle, und die privaten als Zusatzversicherung nach Bedarf, Geschmack und Geldbeutel wäre aus meiner Sicht perfekt.



    So, wie in der (sonst gar nicht so sozialistischen) Schweiz.

    • Machiavelli

      @Carsten S.:

      Das wäre tatsächlich die sinnvollste Lösung, GKV als basisversicherung und dann private als zusatz. Könnte man wie in Holland vender rente auch so machen 50 Jahre Steuern zahlen für basisrente+privat. Würde beides auf eine solide finanzielle Basis stellen.

      • nappy

        @Machiavelli:

        "50 Jahre Steuern zahlen für basisrente+privat. Würde beides auf eine solide finanzielle Basis stellen"



        ---



        Meinen Sie?



        Dann fragen Sie doch mal die Rentner in den USA oder in GB, die seit Thatcher und Reagan auf Privatrente gesetzt haben und durch .COM-Blase und Finanzkrise ihre Rente verloren haben und nun bei ihren Kindern einziehen müssen, sich kaum noch eine medizinische Behandlungen leisten können, die Heizung nicht mehr aufdrehen können, was auf Dauer ihre Immobilie schrottet, usw.

        Die würden wohl nichts davon "solide" nennen!

        • Machiavelli

          @nappy:

          Es gibt Ausnahmen aber im Normallfall gibt es für die eigen Rente nichts besseres als breitgestreute Fonds und Aktien.

          • nappy

            @Machiavelli:

            Ausnahmen? Die gesetzliche Rente wird seit vielen Jahren immer kleiner, und es werden jeden Monat mehr Rentner, die auch mit Privat- und Betriebsrente nicht davon leben können, also Sozialhilfe beantragen!



            Und denen wir dann, obwohl sie wirklich jeden Cent brauchen, per Gesetz wieder was davon weggenommen: Aktuell darf man die ersten 100€ von Privat- und Betriebsrente zusätzlich zur Sozialhilfe behalten, danach gehen größer werdende Anteile weg! - Und selbst das ist erst seit 2018 so! 15 Jahre lang (2003 bis 2017) wurde ALLES als Einkommen eingerechnet und das führte bei besonders niedrigen Rentenzahlungen auch mal dazu, dass man genau NULL CENT extra hatte!

            Und diese Regelungen sind in ihrer Gänze der Vorliebe der jeweils aktuellen Regierung unterworfen! Da ist gar nix mit "Bestandsschutz" oder "Planungsicherheit"!

            • Machiavelli

              @nappy:

              Müsste halt reformiert werden

      • R.I.P.

        @Machiavelli:

        Aber eigentlich ist es doch egal, ob wegen Privatversicherung oder Zusatzversicherung die entsprechenden Patienten bevorzugt werden.

        • Carsten S.

          @R.I.P.:

          Es kommt darauf an, wie gut die Grundversicherung ausgestaltet ist



          Wenn man dann noch dafür sorgt, dass eine Leistung nicht zweimal abgerechnet werden darf (Grund- und Zusatzversicherung), sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Wer Zusatzleistungen wie Chefarzt, Einzelzimmer oder alternative Heil erfahren dazubucht, soll sie bekommen. In der Grundversorgung sind dann aber alle gleich.

          • R.I.P.

            @Carsten S.:

            Es geht ja nicht um Luxus wie Chefarzt, Einzelzimmer & Globuli. Das Problem sind eher Termine - schon alleine die unterschiedliche Behandlung am Telephon sind entwürdigend - auf die ich drei Monate warten muß, es sei denn ich habe den Kopf unterm Arm.



            Viele Fachärzte bei denen ich die letzte Zeit anrief behandeln nur noch privat.

            • Carsten S.

              @R.I.P.:

              Das liegt daran, dass privat mehr abgerechnet werden darf. Bei Beamten war es vor Jahren das 2,3-fache. Keine Ahnung, was es heute ist. Ich bin weder Beamter noch privatversichert.



              Ich lebe jetzt in der Schweiz. Bei einer Franchise von 2500 CHF bezahle ich ca. 400 CHF im Monat Es gibt keinen Arbeitgeberanteil.



              In Deutschland wäre ich (einschliesslich Arbeitgeberanteil) locker über 1000 € pro Monat.



              Gut, in der Schweiz sind die Zähne nicht inbegriffen, aber vor Jahren war es durchaus üblich, dass man für solche Notfälle ein paar tausend auf der Seite hatte. Das ist es heute nicht mehr, und selbst die, die das gerne hätten, haben nicht alle das Geld dafür übrig.



              Nichtdestotrotz sehe ich nicht, warum ein Alleinstehender mehr als 1000 € pro Monat für die gesetzliche Krankenversicherung bezahlen sollte.



              Wenn der Staat Sozialpolitik machen will darf er das gerne - dann aber aus Steuermitteln und nicht auf Kosten der Beitragszahler. Dann zahlen nämlich alle: "normale" Arbeitnehmer, Beamte, Abgeordnete, Selbständige und auch Rentner.

        • Machiavelli

          @R.I.P.:

          Das ist der Witz an der Debatte. Außer Medizin wird komplett von günstigen Robotern gemacht wird es immer klassenunterschiede geben.

  • Selbstauslöser

    F. Merz erklärte öffentlich am 21.9.26, er teile die Einschätzung der Bevölkerung, daß das Nebeneinander von gesetzlichen und privaten Kranken- und Pflegeversicherungen ein massives (Gerechtigkeits-)problem sei. Daran müsse man etwas ändern. Darüber werde man reden.



    Am nächsten Tag erklärt die Regierungssprecherin im Bundeskanzleramt auf Nachfrage von Frontal/ZDF: „Der Bundeskanzler hat das System der Krankenversicherung nicht in Frage gestellt.“



    Die Grundvoraussetzung, um Macht über andere zu erlangen: etwas anderes sagen, als man meint. Lehrte schon Machiavelli.

    • nappy

      @Selbstauslöser:

      Merz hat sich auch 2025 über die niedrige Binnennachfrage beschwert und dann hat er in 2026 die Sozialhilfe gesenkt! Sozialhilfeempfänger geben aber 100% ihrer Sozialhilfe auch wieder aus! Gibt man denen weniger, geben sie - ganz logisch - auch weniger aus!

      Auf der SACH-Ebene passt das nicht zusammen. Aber in den Chargen denkt niemand mehr groß auf der Sach-Ebene, sondern fast ausschließlich auf der MACHT-Ebene! Hat Merz also mit Aussage/Tat A die Klientel A zufriedengestellt, und mit Aussage/Tat B eine andere Klientel, dann ist für Merz alles im Lot!

    • Okti

      @Selbstauslöser:

      Er wurde einfach wieder zurückgepfiffen. Der Mann hat eh nix mehr zu melden und seine Partei braucht die Unterstützung der Oligarchen.

  • Andreas_2020

    Sorry ich kaufe Merz nicht, aber das ihn die Ungerechtigkeiten in Deutschland umtreiben. Seine Reformen sind im Grunde genommen auf dem Level der Agenda 2010, sie werden dazu führen, dass Durchschnittsmenschen viel an sozialer Sicherheit und Garantien einbüssen. Mehr nicht. Und schon heute hängt die Gesundheit vieler Menschen davon ab, ob es überhaupt Ärzte vor Ort gibt und ob sie einen nehmen und wirklich behandeln. Trotzdem ist es schwierig und schwergängig, wenn junge Leute Medizin studieren wollen. Es gäbe viele Maßnahmen, um die Situation zu verbessern, bislang hat die CDU nicht wirklich daran mitgewirkt.

    • Schmetterling

      @Andreas_2020:

      Natürlich interessiert den Merz das nicht. Er will drüber reden, um von den desaströsen Wahlergebnissen und dem in der CDU grasierenden Antisemitismus abzulenken. Und wenn wir dann mal drüber geredet haben, tun wir natürlich nichts dagegen. Ob er sich damit einen Gefallen getan hat stelle ich mal in Frage...

  • Fred Feuerstein

    Das Kalkül des Blackrock-Kanzlers Merz ist doch ein anderes: Wie komme ich legal an die rund 355 Milliarden Euro der Privaten Krankenversicherungen, die aus Altersrückstellungen und verzinsten Kapitalanlagen resultieren . Da sind doch GKV und Pflegeversicherung gleich 3 mal saniert und es bleibt noch etwas Spielgeld über.Und das Ganze begründe ich mit Gerechtigkeit.Passt alles auf einen Bierdeckel.(Vorbild Kirchner Argentinien 2008, da waren es allerdings nur 30 Milliarden Dollar aus den privaten Pensionskassen)). Coup gelungen.

    • Altbayer

      @Fred Feuerstein:

      Gähn! Die Pensionskassen in Deutschland wurden bereits zwischen 1990 und 2010 zweimal komplett geleert? Offizielle Begründung: Die Sicherung der Rente...

    • Comerade Aardvark

      @Fred Feuerstein:

      Dieses Kalkül hat man ja bisher eher der SPD mit ihrer "Bürgerversicherung" unterstellt, aber ja, klar - mit dem Geld könnte man schön was anstellen, mindestens eine Legislatur lang, vielleicht sogar zwei!

      • Machiavelli

        @Comerade Aardvark:

        Das Geld wird denke ich aber kaum reichen um die Kosten zu decken die die privat versicherten verursachen werden von denen kommt der Großteil jetzt ins Alter wo sie richtig teuer werden.

  • Karla Columna

    Es gibt in Berlin eine Orthopädiepraxis, bei der es auf demselben Stockwerk und unter demselben Namen links die Privatpraxis gibt (leise Musik, eine wellnessartige Lounge, und erkennbar wenig Patienten, die dort stehen - mehr weiß ich nicht, da ich nicht privat versichert bin) und rechts ist die Variante für gesetzlich Versicherte (keine Musik, an der Rezeption eine Schlange, Wartezimmer war voll, hektisch liefen Ärzte herum, die zehn Minuten pro Patient haben). Immerhin der ausgefallen Aufzug betraf alle Patienten gleichermaßen.

    • nappy

      @Karla Columna:

      Ich kenne sowas aus Hamburg.



      Habe einen halben Tag gesessen und gewartet, alle halbe bis dreiviertel Stunde wurde jemand reingerufen. Dann saß ich im Behandlungszimmer und der Arzt kam im Zimmer nebenan rein und unterhielt sich mit der alten Dame, die etwa eine halbe Stunde vor mir reingerufen wurde. Nach nicht mal 5 Minuten kam er dann durch die Verbindungstür zu mir, brauchte auch für mich keine 5 Minuten.



      Das kam mir spanisch vor, also ging ich den Gang nicht zurück zu dem pickepacke vollen Wartezimmer, aus dem ich gekommen war, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Dort fand ich eine totschick ausgestattete, zweite Praxis mit einem Wartezimmer mit nur zwei Leuten auf gut gepolsterten Sesseln! Raus bin ich dann zwei Hausnummern weiter als ich reingekommen bin.



      Das war mein letzter Besuch bei dem Arzt, und ich habe ihn immer "weiterempfohlen" - für echte Masochisten, die mal ordentlich mit dem Gesicht in den Dreck gedrückt werden wollen ...

      Ach und:



      Er hatte mich für austherapiert erklärt und wollte mir eine teure Stoßwellentherapie aufschwatzen ...

    • sneaker

      @Karla Columna:

      Wobei ein Privatarzt auch durch eine gesetzlich versicherte Person genutzt werden kann. Allerdings muss man dann alles selbst bezahlen.

    • Minderleister

      @Karla Columna:

      Dieses Apartheitssystem habe ich auch schon mal in nur einer Praxis gesehen (ebenfalls Orthopädie). Wie im Flugzeug mit Business- und Economy-Class.

    • fly

      @Karla Columna:

      Wenn auf der anderen Seite nur wenig Patienten in aller Ruhe behandelt werden, kommt auch diese Seite schnell an ihre Rentabilitätsgrenze, da der Abrechnungssatz meist bis 2,3 versichert ist. Wobei dieser Faktor standardmäßig gebraucht wird, obwohl es oftmals nicht gerechtfertigt ist. Aber ja, die Praxis wird schon ihren Schnitt machen - gerade in der Orthopädie geht vieles, auch vieles was nicht dringend nötig ist.

      • Carsten S.

        @fly:

        Ja, Bänderrisse am Sprunggelenk werden bei Kassenpatienten konservativ versorgt und bei Privatpatienten werden sie operiert.



        Im Ergebnis gibt es keinen Unterschied.

  • Sikasuu

    Letzten Sonntag, vor dem "Schock" am Abend, zur Kaffeezeit, Besuch eines "Bekannten" (GKV)!



    ----



    Zufällig lag der Kassenzettel der "Apotheke" noch auf dem Tisch. Er las den!



    "Ach, du nimmst auch dieses "Herzmedikament"?



    "Ja, muss!"



    "Das kostet > 350 € pro Packung?"



    "Ja!"



    "Das nehme ich (der o.a.) schon seit mehreren Jahren, doch dass DAS so teuer ist, war mir nicht bewusst!"

    Btw. Ob der Preis gerechtfertigt ist, will & kann ich nicht entscheiden, doch dass GKV‑Versicherte zu oft kaum einen Überblick über ihre, die wirklichen "Krankheitskosten" haben, belegt nicht nur das o.a. "Nebenbeigespräch!"

    Ps. Über die Kosten der letztlich erfolglosen "CA.Op & anschließender Chemo" meiner "Liebsten" & dem Jahr, das wahrscheinlich Grund meiner Herzprobleme war, möchte ich gar nicht erst anfangen! :-(

    • nappy

      @Sikasuu:

      "dass GKV‑Versicherte zu oft kaum einen Überblick über ihre, die wirklichen "Krankheitskosten" haben"



      ---



      "Die Kassen sind seit 01.01.2012 verpflichtet, ihre Versicherten auf Antrag über die in einem Zeitraum von mindestens 18 Monaten vor Antragstellung in Anspruch genommenen Leistungen und die Kosten zu unterrichten."



      www.krankenkassen-...skunft-424514.html

      Man muss es also nur wissen WOLLEN!

      Übrigens:



      Meine Mutter hatte Brustkrebs.



      Als ich zur Vorsorge zu meiner damals (nach Umzug) neuen Gynäkologin ging, schickte sie mich zur Mammographie - zur Sicherheit.



      Ich telefonierte genau 10 Radiologen durch und überall wurden mir Termine in 6 bis 8 Monaten angeboten. Und niemand hatte nach dem Grund gefragt, also ob zum Beispiel ein "Tastbefund" vorliegt. Nach der Krankenkasse haben sie aber alle gefragt.



      Hätte es einen Tastbefund gegeben - in 6 Monaten hätte ich bei einer aggressiven Brustkrebs-Art schon tot sein können!

      Der Termin-Vorteil der PKV-Patienten ist also ein GEWALTIGER!

    • Fred Feuerstein

      @Sikasuu:

      Das kann ich nur bestätigen:Xarelto als Blutverdünner kostet ca soviel für 98 Tabletten. Erst wenn der Patentschutz ausgelaufen ist, gibt es in der GKV die Nachahmer, die Privaten legen einem das schriftlich nahe. Es wäre wirklich hilfreich, auch bei der GKV Kostentransparenz zu üben , ohne dass eine Zuzahlung fällig wird.

  • Minderleister

    Unlängst ist mir bei der Suche nach einem neuen HNO-Arzt einer untergekommen, der ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler behandelte. Angesichts der exorbitanten Ausbildungskosten gerade von Medizinern, die in Deutschland von der Allgemeinheit der Steuerzahler getragen werden, dürfte dergleichen gar nicht erlaubt sein.

    • Minderleister

      @Minderleister:

      Das ist ein typischer Fehler juristischer Laien (zu denen ich auch gehöre), direkte Schlüsse aus dem GG zu ziehen. Oft heißt es „Das Weitere regelt ein Bundesgesetz“, welches bei Interessenkonflikten diverse Ausnahmen beinhalten kann.

    • Machiavelli

      @Minderleister:

      Berufsfreiheit ist verfassungsmäßig garantiert. Da können Sie gar nichts ändern.

      • nappy

        @Machiavelli:

        Einen Handwerksbetrieb konntee man seeeeeeeehr lange nur mit Meistertitel eröffnen ("Meisterpflicht")! Und auch jetzt gibt es immer noch nur ein paar Ausnahmen zu dieser Regel!

      • Minderleister

        @Machiavelli:

        Das ist ein typischer Fehler juristischer Laien (zu denen ich auch gehöre), direkte Schlüsse aus dem GG zu ziehen. Oft heißt es „Das Weitere regelt ein Bundesgesetz“, welches bei Interessenkonflikten diverse Ausnahmen beinhalten kann.

      • Minderleister

        @Machiavelli:

        Man kann die Zulassung zu bestimmten Berufen durchaus an Bedingungen knüpfen. So simpel ist das nicht.

        • Machiavelli

          @Minderleister:

          Ich sehe nicht wie man hier mit so einer massiven Beschränkung durchkommen könnte. Noch das man dafür eine Mehrheit findet.

          • Minderleister

            @Machiavelli:

            Das ist aber eine ganz andere Argumentationsebene als „Da können Sie gar nichts ändern“.

  • Oliver Tiegel

    Der Artikel ist viel zu kurz. Nach der Einleitung in dieser spannenden Thematik ist quasi sofort Schluss. Schade

  • Janix

    In der Tat ist da unser System ineffizient und wirkt auch nicht gerecht - das einzige Heilmittel ist die Bürgerversicherung für alle nicht, doch ein auch symbolisch wichtiger Schritt. Merz sollte den Mut haben, so etwas durchzuziehen, wenn er wirklich als Reformkanzler in die Bücher will. Abnabelung von den Finanz- und Versicherungskonzernen würde auch der Union insgesamt guttun.

  • Bolzkopf

    Stimmt diese Ungerechtigkeit muss weg.

    Kann ja nicht sein, dass "Privatversicherte" im Krankenhaus im Schnitt drei Tage länger bleiben müssen.

    Kann ja nicht sein, dass "Privatversicherte" mit tausenden von Euros in Vorkasse gehen müssen bis sich die Privatversicherung bequehmt mal die Versicherungsleistungen rauszurücken.

    Kann ja nicht sein, dass "Privatversicherte" regelmäßig auf überhöten Arztrechnungen sitzenbleiben.

    Kann ja nicht sein, dass viele Leistungen die bei der GKV vorgeschrieben sind "Privaten" nicht zustehen.

    Kann ja nicht sein, dass "Private" keine Elektronische Gesundheitsakte bekommen.

    Kann ja nicht sein, dass "Gesetzliche" keine Ahnung haben was der Arzt so bei der Krankenkasse abrechnet.

    Kann ja nicht sein, dass "Gesetzliche" keine Ahnung haben wieviel der Arzt den Krankenkassen für welche Leistung in Rechnung stellt.

    Kann ja nicht sein, dass "Gesetzliche" keine Ahnung haben an welchen Tagen sie in der Praxis waren - zumindest der Arztabrechnung nach ...

    Jaja, kann alles nicht sein ...

    • nappy

      @Bolzkopf:

      "Kann ja nicht sein, dass "Gesetzliche" keine Ahnung haben was der Arzt so bei der Krankenkasse abrechnet"



      ---



      Das ist falsch.



      Wenn ein Versicherter will, kann er die Aufstellung mindestens der letzten 1,5 Jahre erhalten.

      " Die Kassen sind seit 01.01.2012 verpflichtet, ihre Versicherten auf Antrag über die in einem Zeitraum von mindestens 18 Monaten vor Antragstellung in Anspruch genommenen Leistungen und die Kosten zu unterrichten."



      www.krankenkassen-...skunft-424514.html

      • EffeJoSiebenZwo

        @nappy:

        Ich finde das tatsächlich sehr gut, dass diese Möglichkeit geschaffen wurde.

        Aber ehrlich gesagt bezweifle ich, dass diese Möglichkeit tatsächlich signifikant genutzt wird. Mich würden Daten dazu interessieren, befürchte aber der Anteil derer, die es wissen wollen liegt sehr sehr niedrig. Warum auch: ist ja eh schon bezahlt.

        • nappy

          @EffeJoSiebenZwo:

          "Warum auch: ist ja eh schon bezahlt"



          ---



          Man kann Einspruch bei der Kasse erheben, wenn was abgerechnet wurde, was nicht durchgeführt worden ist. Das führt aber nur dazu, dass der Arzt es dann eben einfach wirklich durchführt, auch, wenn es keine zusätzlichen Erkenntnisse oder Heilerfolge bringt!

          Aber einmal habe ich einem Zahnarzt in die Suppe gespuckt, der eine komplett neue Konsultation abrechnete, obwohl er nur Korrekturen an seiner zuvor nicht ganz richtig gemachten Arbeit gemacht hat! (Ja, auch bei Zahnärzten gibt es Gewährleistung!)

        • nappy

          @EffeJoSiebenZwo:

          "Aber ehrlich gesagt bezweifle ich, dass diese Möglichkeit tatsächlich signifikant genutzt wird"



          ---



          Von mir etwa alle zwei Jahre.

          Ist aber wie das Lesen von Parteiprogrammen:



          man KANN (oder sollte vielleicht sogar), muss aber nicht.

    • PartyChampignons

      @Bolzkopf:

      Sie haben hier bewusst oder unbewusst den wichtigsten Punkt weggelassen:



      Kann ja nicht sein, dass Privatversicherte in sämtlichen Arztpraxen und Krankenhäusern bevorzugt werden, viel schneller Termine bekommen, die bessere Behandlung und die besseren Zimmer bekommen.....

      • Hans - Friedrich Bär

        @PartyChampignons:

        Ja natürlich ist das so : Weil die privat Krankenversicherten vom Arzt eine Rechnung bekommen, die sie innerhalb von vier Wochen nach Zugang bezahlen müssen um rechtlich nicht in Verzug zu geraten. Dabei darf es dem Arzt egal sein ob die private Krankenversicherung die Rechnung dem Patienten/ Versicherten vollständig erstattet oder nicht.



        Für die gesetzlich Versicherten bezahlt die kassenärztliche Vereinigung einmal im Vierteljahr. Wenn sie dem Arzt die Abrechnung kürzt, muss er sich mit der mächtigen kassenärztlichen Vereinigung streiten, nicht mit dem gesetzlich Versicherten selbst. Das sind doch ganz erhebliche Vorteile für die gesetzlich Versicherten.

        • marilyn.hanson

          @Hans - Friedrich Bär:

          Komisch, dass, wenn diese Vorteile so deutlich sind, so viele Besserverdienende sich in die PKV absetzen. Werbung und PR haben einfach eine zu große Macht, oder wie?



          Der weniger verdienende Lebenspartner kann ja dann die Kinder gesetzlich kostenlos mitversichern lassen.

          • Galwayray

            @marilyn.hanson:

            Nicht unbedingt: Die beitragsfreie Versicherung der gemeinsamen Kinder ist nämlich gestrichen, sobald und solange der mehr verdienende der beiden miteinander verheirateten Elternteile oberhalb der Versicherungspflichtgrenze von zurzeit 77.400 € liegt.

        • Life is Life

          @Hans - Friedrich Bär:

          Die kassenärztlichen Vereinigungen sind die gewählten Vertretungen der Kassenärzte.



          Wenn sich "die Ärzte" von ihrer eigenen Standesvertretung ungerecht behandelt fühlen, liegt es an ihnen selbst, an dieser Praxis etwas zu ändern.

          • Hans - Friedrich Bär

            @Life is Life:

            "Gewählt" stimmt, aber :



            Die kassenärztliche Vereinigung ist keine Standesvertretung sondern begründet eine Pflichtmitgliedschaft kraft Gesetzes ( §77 SGB V).

            Der Zweck :



            "Die KVen verhandeln mit den Krankenkassen auf Landesebene über die Vergütung, Arzneimittelbudgets und Versorgungsverträge. Sie prüfen die Abrechnungen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten und verteilen das zur Verfügung stehende Honorar."



            www.kbv.de/kbv/die...iche-vereinigungen

            Also : Natürlich können Kassenärzte bei der nächsten Wahl einen anderen Kollegen in die KV wählen. Der muss sich aber genauso mit den Krankenkassen über die Honorarverteilung einigen und daran halten wie sein Vorgänger, wird also in genau in dem Rahmen, der bei den Verhandlungen vorgegeben war entscheiden , kann also gar nichts ändern sondern u.a. wegen des EBM nur das erlauben auszugeben was vorher festgelegt worden war, das zur "Verfügung stehende Honorar".



            z.B.



            www.kvberlin.de/di...rtreterversammlung

            Das ist der Unterschied zur PKV:



            Die KV reguliert ihresgleichen zum Schutz der Versicherten.



            Deswegen steigen die Prämien zur GKV nicht, die zur PKV jedes Jahr.

  • Mondschaf26

    „Überraschend hält Kanzler Merz das Zweiklassensystem bei der Krankenversicherung für ungerecht."



    Nein. Merz hält das System nicht für ungerecht. Er hat festgestellt, dass es von Bürger:innen so empfunden wird. Also wird er vorschlagen, dass GKV-Versicherte sich zusätzlich privat versichern müssen, um die Gerechtigkeitslücke zu schließen. [/sarkasmus]

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Nach den bisherigen Erfahrungen mit Merz wird die "Angleichung" wohl so aussehen, dass die Leistungen der gesetzlichen Versicherung zusammen gestrichen werden und dafür dann eine Plicht eingeführt wird, für diese Leistungen eine private Versicherung abzuschließen. Schließlich müssen die Versicherungskonzerne auch leben. Evtl. gibt es dann noch 2€ Zuschuss aus der Staatskasse...

    • Martin Rees

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Beispiel Niederlande:



      Eine 1:1-Kopie sei unmöglich...



      Gesundheitsökonom Stefan Greß, Fulda, dazu mit Fakten und Hintergründen



      Quelle:



      gegenbefund.de/kra...e-pkv-abschaffung/



      Ein Blick auf die Nachbarn hier im Westen schadet an dieser Stelle keinesfalls!



      Sie hatten ursprünglich ein aus Deutschland importiertes System, bis 2006.

  • Wanderin

    Ja und er hat sich neulich stark gegen die AfD abgegrenzt! Ich sehe in letzter Zeit, dass ständig der Rücktritt von Merz gefordert wird. Wen möchten die Linken, die das fordern, denn stattdessen lieber haben? Dobrindt? Jemanden vom ultra-rechten CDU-Flügel?

    • marilyn.hanson

      @Wanderin:

      Vielleicht Herrn Günther aus Schleswig-Holstein.



      Ich wäre allerdings ernsthaft auch dafür, dass man die Parteiendemokratie abschafft und das Amt einfach auslost (sagen wir mal, römisch-athenisch für ein Jahr - und am besten: Doppelspitze! Könnte man noch Teilzeit machen).



      Ich glaube nicht, dass das im Resultat schlechter ausfallen würde. Echt nicht.

  • Kabelbrand Höllenfeuer

    Dieser Doctolib-Terror ist einfach nur widerwärtig. Arztpraxen sind faktisch oft telefonisch gar nicht mehr zu erreichen und Termine werden willkürlich und ohne weitere Rücksprache geändert. Zitat: "Genau dafür ist Doctolib ja da.".



    Über die Arztpraxen, die tatsächlich 2 verschiedene Eingänge für Privat- und Kassenversicherte haben, will ich lieber gar nicht erst reden.

    • T-Rom

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      Terminvergabe zumindest in Teilen digital laufen zu lassen ist ja erst einmal nicht verkehrt, sondern kann es für alle Beteiligten vereinfachen. Dass man das System noch verbessern kann ist ja unbenommen.

    • Astrid Sehnefeld

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      "Arztpraxen sind faktisch oft telefonisch gar nicht mehr zu erreichen"



      Der Trend geht zur Zweitnummer für Privatversicherte...



      Ich habe keine Probleme egal welche Praxis zu erreichen. Spätestens beim zweiten klingeln werde ich auffallend freundlich am Hörer begrüßt - bei jedem Arzt.



      Nur wenn ich irgendwo zum ersten Mal anrufe sind Praxen schwer bis unmöglich zu erreichen.

      • Alex_der_Wunderer

        @Astrid Sehnefeld:

        @ Astrid Sehnefeld



        Telefonieren ? Video Call direkt zu Herrn & Frau Doktore...😂

    • Martin Rees

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      "Arztpraxen sind faktisch oft telefonisch gar nicht mehr zu erreichen"



      In einigen Praxen "arbeitet" Aaron in der Organisation und Koordination "mit", ein KI-Assistent als System mit angenehmer Stimme und mit glaubwürdiger Kompetenz in der Praxisorganisation.



      www.hna.de/welt/ar...m-zr-93907449.html

  • Axel Schäfer

    Na, warum wird sich da kaum ernsthaft was ändern? Kleiner Spoiler, 93% der Beamten und Richter sind privat versichert und stellen über 50% der privat Versicherten. Ein sog. Ökonom verkündete eben im Radio, man müsste einfach die Beiträge der GKV erhöhen und den Ärzten mehr Geld geben, damit die auch Anreize haben gesetzlich versicherte zu behandeln...



    So schön einfach kann die Welt sein wenn man komplett weltfremd ist.

    • Sikasuu

      @Axel Schäfer:

      Kleiner Spoiler, 93% der Beamten und Richter sind privat versichert und stellen über 50% der privat Versicherten.



      ----



      Kleine Berichtigung!



      " .... müssen sich privat teilversichern! ". Weil der Dienstherr sich weigert, anstelle der Beihilfe den "Arbeitgeberanteil", der sehr hoch sein kann, an die GKV zu bezahlen.



      Btw. Außerdem müssen die o.a. Ehe-Partner & Kinder auch noch privat "mitversichern"! In der GKV sind die kostenlos mit drin!



      Also, erst rechnen & dann schimpfen. Denn Zahlen sagen oft etwas ANDERES als der Bauch meint! :-(

    • Astrid Sehnefeld

      @Axel Schäfer:

      "man müsste einfach die Beiträge der GKV erhöhen und den Ärzten mehr Geld geben, damit die auch Anreize haben gesetzlich versicherte zu behandeln"



      Eben, so wird ein Schuh draus.



      Aber da plärrt ja jeder das die Beiträge zu teuer wären...



      ...weil was in der Diskussion immer nicht stattfindet, PKV Versicherte zahlen deutlich mehr für ihren 'Luxus'

      • nappy

        @Astrid Sehnefeld:

        " "man müsste einfach die Beiträge der GKV erhöhen und den Ärzten mehr Geld geben, damit die auch Anreize haben gesetzlich versicherte zu behandeln"

        Eben, so wird ein Schuh draus."



        ---



        Sehe ich völlig anders!

        Niedergelassene Ärzte bekommen im Jahr alle 6-stellig. Das reicht locker!



        Und die Ärzte in meinem Leben, die ich deutlich am SCHLECHTESTEN fand, für die war GELD der höchste Anreiz, und auf dem Weg dahin haben sie auch mal die Patienten am ausgestreckten Arm verhungern lassen!



        Beispiel:



        Nachdem mich so ein Arzt (Orthopäde) mal als "austherapiert" erklärt hatte, wollte er mir eine Stoßwellentherapie andrehen - natürlich selbst zu bezahlen, nur "ein paar Hundert D-Mark für die Gesundheit"! Arzt gewechselt, Krankengymnastik verschrieben bekommen - nie wieder Probleme gehabt!

        Nächstes Beispiel:



        So mancher Arzt hat meine chronische Krankheit als Cash-Cow gesehen und mich jedes Quartal untersucht, obwohl es jahrelang ging und keinerlei zusätzlichen Erkenntnisgewinn ergab, weil der Zustand schlicht gleichblieb! Aber die Ärzte konnten die Untersuchung jedes Quartal abrechnen, also ... !



        Ich zog um und - ZACK! - anderer Arzt und 1x/Jahr war plötzlich "genug"!

  • Sikasuu

    Merz habe nur deutlich gemacht, dass man das Gefühl der Ungerechtigkeit in der Bevölkerung ernst nehme, ...



    ----



    Kann "unser Fritz" KEIN Fettnäpfchen auslassen?

    Gefühlte Ungerechtigkeit!

    Das mal übersetzt: GKV-Patienten begreifen nicht, dass SIE & PKV‑Patienten gleich behandelt werden?

    Das mag vielleicht in einigen Fällen stimmen. Doch spätestens, wenn es um Termine, Arztwechsel, teilweise auch ums KH usw. geht, stimmt das REAL nicht!

    Klar gibt es "gute Gründe" für die PKV! Wenn z.B. Beamte, Selbstständige usw. in der GKV wären, es gar eine "Bürgerversicherung" gäbe, müssten Bund, Länder, Kommunen, usw. massiv Beiträge dazu übernehmen. Die Beihilfe für Beamte ist weit kostengünstiger.

    Mein Fazit: ER, s.o. kann's einfach nicht! Doch nicht seine "missverständlichen Sprüche" sind dabei mMn. das Problem, sondern seine "leicht antiquierte Sicht der politischen Wirklichkeit" & der Menschen "in DIESEM unserem LANDE" DIE belegen, dass er "wirklich nur 3. Wahl" zu sein scheint!"



    Ps. Neuwahlen fürchten mMn. beide Regierungsparteien wie der Teufel das Weihwasser & ein Kanzlerwechsel ist deswegen "unmöglich" weil mMn. niemand in der CDU den Job im Moment freiwillig haben will!

  • fly

    Tatsächlich gibt es auch Ärzte, die da kaum einen Unterschied machen, sprich privat Versicherte können manchmal ebenfalls monatelang warten. Im Schnitt bekommen die eher einen Termin. Aber an dem Eingangsstatement sieht man, dass es nicht die PV Versicherten sind, die das Problem darstellen, sondern die Ärzte, die sich für deutlich höheren Verdienst entscheiden. Besonders auffällig ist der Termineffekt in Investorenfinanzierten Gemeinschaftspraxen. Darin gibt es aber Ärzte, die ein geregeltes, gutes Gehalt einer stressigen Geldmaximierung vorziehen.

    • T-Rom

      @fly:

      Das Grundproblem ist in der Tat die unterschiedliche Vergütung für GKV und PV Patienten. Wenn man das ändert, werden sich viele Probleme ganz von selber lösen bzw verbessern.

    • Janix

      @fly:

      Nur mit Gesetzlichen und ohne IGEL-Mätzchen oder anderem Sondervergüteten könnte eine Praxis sich kaum tragen, das nehme ich meinen Gewährsleuten da schon ab.



      Doch das System ist verderbt, wenn ausgerechnet die Mehrverdiener sich da herausziehen können und die anderen nicht. etc. etc. etc. - Merz sollte den Mut zur Bürgerversicherung aufbringen.

      • nappy

        @Janix:

        "könnte eine Praxis sich kaum tragen"



        ---



        Sie kennen also einen Arzt, der "in der Platte" und zur Miete wohnt, weil er sich mehr nicht leisten kann?



        Ich nicht. Und da ich schon ein Laben lang krank und auch noch öfter umgezogen bin, habe ich seeeeeeehr viele Ärzte gesehen!

        • marilyn.hanson

          @nappy:

          Mich offenbar nicht!



          Also, ich als angestellter Arzt in Vollzeit beim größten Klinikkonzern in Deutschland habe bis 04/2025 in einer unisolierten Altbau-Wohnung im Erdgeschoss mit zeitweise 400 Euro Heizkosten im Monat bei fast 4 m Deckenhöhe gelebt. Platte war das nicht, aber kaum billiger und kaum gesünder. Manchmal gibt es Ärzte, die sogar noch andere Familienmitglieder mitfinanzieren, ob man es nun glauben mag oder nicht. Und da sind die weniger als 5000 Euro netto dann auch so schnell ausgegeben wie verdient.

          • nappy

            @marilyn.hanson:

            Klinikärzte sind arme Würstchen.



            Mir ging es um niedergelassen Ärzte. Diese fehlende Präzision kann ich leider nicht korrigieren ...

            Ach und:



            Mit 5.000 netto gehört man zur Oberschicht!



            Also gibt es keinen Grund, sich zu beschweren. Es sei denn, man hat das Wort "genug" aus seinem Wortschatz gestrichen, und hat sich dem "MEHR , MEHR, MEHR!" verschrieben!

        • EffeJoSiebenZwo

          @nappy:

          Warum sollte er da leben? Hat schließlich idR ein recht anstrengendes Studium hinter sich, mit vielen Praktika, AiP in div Teilzeitmodellen und trotzdem einiges an Nacht- u Doppelschichten, bevor dann der Facharzt oder die Niederlassung winkt. Ich sehe nicht , wieso ein Arzt deswegen schlechter wohnen sollte als jemand in sog. mittleren Management oder also IGM- / VW Facharbeiter?

        • Janix

          @nappy:

          Ich kenne zufällig sowohl Taxifahrer und auch Ärzte sehr gut. Ich kenne dabei eher geldgetriebene und eher nicht geldgetriebene Ärzte. Selbst der wohl Idealistischste und Fleißigste unter ihnen, der u.a. auch mal einfach Obdachlose so behandelte, hatte zwei Wartezimmer - nahm aber die Privaten dennoch nicht früher dran, Chapeau.



          Ja, ich kenne auch einen aktuellen Fall, wo eine Fach-Praxis mit einer hinzu angestellten Ärztin so deutlich Verluste machte, dass da eine einvernehmliche Trennung nötig war.

          Bei der GKV ist die Vergütung im Vergleich zur PKV arg niedrig angesetzt, denn ausgerechnet die Vielverdiener sind ja skurrilerweise beim Beitragen entlang des Einkommens faktisch herausgenommen.



          Wobei sich durch die Entbudgetierung seit ca. einem Jahr wohl auch ein wenig änderte und ja: ein Arzt/ eine Ärztin, die halbwegs Bürokratie und Geld beherrscht, wird in der Regel ein gutes Auskommen haben, nicht nur in der Radiologie.



          Ran ans System müssen wir wohl. Bei uns ist viel gut, aber viel auch unnötig teuer und umständlich.

          • nappy

            @Janix:

            "hinzu angestellten Ärztin so deutlich Verluste machte, dass da eine einvernehmliche Trennung nötig war"



            ---



            Weil Ärzte meist 6-stellig im Jahr haben wollen!



            Warum eigentlich? Damit man nicht wie ein Verlierer dasteht, wenn man Kommillitonen oder Mitschüler trifft? Und was ist mit den Patienten? Was genau steht eigentlich im Eid des Hippokrates?

  • Astrid Sehnefeld

    Was ist daran ungerecht?



    Ich bezahle schließlich deutlich mehr.



    Wer eine bessere Behandlung oder frühere Termine möchte, muss sich nur privat versichern - es steht jedem frei🤷



    Wem die Beiträge zu teuer sind, der muss sich verbeamten lassen. Dann übernimmt der Dienstherr je nach Familienstand, Alter und Bundesland 50 bis 70 Prozent als Beihilfe, für Kinder 80 Prozent - für Polizisten, Soldaten und Berufsfeuerwehr meist 100 Prozent.



    Und wem das Beamtenleben zu dröge ist, der möge Lehrer werden - auch da gibt's Beihilfe vom Staat.



    Wer sich den privaten Luxus leisten will, der hat natürlich für seine höheren Beiträge eine bessere Behandlung verdient und wer für den täglichen Ablauf des Staates von Wichtigkeit ist (Lehrer, Polizisten, Soldaten, etc), der gehört allein schon aus Staatsinteresse natürlich ebenfalls bevorzugt behandelt.



    Dass Ärzte und Krankenschwestern als auch Altenpfleger ebenfalls in den Beamtendienst gehören sollten steht auf einem anderen Blatt - DASS sollte wirklich geändert werden.

    • marilyn.hanson

      @Astrid Sehnefeld:

      Je nachdem, bezahlen Sie sogar deutlich weniger in der PKV: wenn Sie so Anfang 20 sind.



      Ich als Arzt bezahle in der freiwilligen GKV über 1000 Euro im Monat - und habe seit Oktober 2025 keinen hinreichend ortsnahen Hautarzt-Termin bekommen. Vielleicht fahre ich in Unterlaufung der elektronisch-privatwirtschaftlichen Terminvergabestellen, die sagen, dass die Praxis GKV-Neupatient*innen nicht nehmen könne. demnächst von Hamburg nach Kiel, wo eine Bekannte von mir vor 20 Jahren jetzt Hautärtzin ist - nur, um eine Überweisung zu bekommen für die Uni-Ambulanz in Hamburg. Eine einfache Hausarzt-Überweisung reicht dafür natürlich nicht aus, wo denken Sie hin? Es muss schon eine fachärztlich-dermatologische Praxis sein, die die Überweisung ausstellt - sonst könnte ja jeder Arzt sich selbst ungerechtfertigt einen Behandlungstermin zuschustern ...

    • nappy

      @Astrid Sehnefeld:

      "Wer sich den privaten Luxus leisten will, der hat natürlich für seine höheren Beiträge eine bessere Behandlung verdient"



      ---



      Kann ich nicht entscheiden, ob das jeder VERDIENT. Aber KRIEGEN kann man das mit viel Geld - stimmt!

    • nappy

      @Astrid Sehnefeld:

      "muss sich nur privat versichern - es steht jedem frei"



      ---



      Falsch.



      Mich hat schon mit 25 keine haben wollen: zu viele chronische Krankheiten und Schäden.



      Die Privaten sind also UNSOLIDARISCH, überlassen Fälle wie mich nur zu gern den GKV.

      • EffeJoSiebenZwo

        @nappy:

        Die sind nicht unsolidarisch, sondern haben als privatwirtschaftliche Unternehmen das Risiko der Insolvenz, wenn ihre Einnahmen aus Prämien kontinuierlich kleiner sind als ihre Ausgaben. Die müssen also ihr Risiko kalkulieren, können sie meist auch sehr gut. Vermutlich hat ihnen die PV schon einen Vertrag angeboten, nur waren die Prämien eben sehr hoch, vermute ich?

        • nappy

          @EffeJoSiebenZwo:

          "das Risiko der Insolvenz"



          ---



          Schlimm, gaaaaaaanz schlimm!

          Und welche Risiken tragen die Patienten? Gesundheit? Lebensqualität? Schmerzen? Leben?



          Oder wollen Sie darüber lieber gar nicht erst nachdenken? Kann man nicht quantifizieren, also ist es irrelevant?

    • PartyChampignons

      @Astrid Sehnefeld:

      Als ob jeder die Möglichkeit hätte sich privat zu versichern, als ob jeder die Möglichkeit hätte mal eben Beamter zu werden und als ob jeder die Möglichkeit hätte mal eben Lehrer zu werden, äußerst zynischer Kommentar, lässt mich etwas fassungslos zurück

    • Janix

      @Astrid Sehnefeld:

      Das schien mir nicht sarkastisch gemeint zu sein ...



      Eher: Sollen sie doch Kuchen essen?

      Privat versichern gibt es übrigens erst ab X Euro (oder Beamte). Bizarr dürfen die Reicheren wählen, die anderen nicht. ???



      Sie meinen Zusatzversicherungen, vermutlich, extra drauf noch mal.

      Die Verwaltung und Kosten dieser vielen Wucherungen bleibt dann auf den Praxen und den Versicherten kleben.



      Bürgerversicherung ist eine Option

      • Altbayer

        @Janix:

        Die Wahlmöglichkeit, zwischen GKV und PKV, entfiel mit der Beförderung vom A 6 auf A 7. Ich wurde PKV, ob ich nicht wollte, oder nicht wollte. Bis A 7 stand mir die Fahrkarte zweiter Klasse zu - ab A 8 "der ersten Klasse". Was zu einer lustigen Bahnfahrt führte, in der sich der gesamte Kollegenkreis ( A 9 bis A 12 ) aus Solidarität zu mir in die zweite Klasse setzte. Der "Schatzmeister" unserer neuen zentralen Stelle "jubelte". Mit der Privatisierung hatte sich auch dieses Recht für die C-Dienste erledigt. Zweite Klasse, aus! DER KONZERN - nicht der Staat! - "muss sparen"

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Astrid Sehnefeld:

      "Wer eine bessere Behandlung oder frühere Termine möchte, muss sich nur privat versichern - es steht jedem frei🤷"

      Definitiv nein.

      • Astrid Sehnefeld

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das war nicht sarkastisch gemeint und natürlich steht es jedermann frei sich privat zu versichern.



        Entweder über Zusatzversicherungen oder man braucht aktuell für die PKV mindestens 77.400€ Jahresbruttoeinkommen.



        Das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland lag in 2025 bei 57.408€...



        Die PKV ist also keinesfalls ein Club mit unüberwindlichen Grenzen - anstrengen, was leisten und 33% über dem Durchschnitt verdienen, dann klappts 👍

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Astrid Sehnefeld:

          Ach so zynisch war das gemeint. Einfach genug verdienen.

          Eigentlich sollten mal alle, die für wenig Geld schuften, 4 Wochen streiken, damit die Besserbekommenden ihre Arroganz verlieren.

        • sàmi2

          @Astrid Sehnefeld:

          Die Versicherungspflichtgrenze erreichten 2025 nur schätzungsweise 25% der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland, deutlich über 70% leisten also nicht genug. 2027 dürfte der Anteil der Menschen noch steigen, die zu faul sind, sich für einen Zugang zur PKV anzustrengen - dann steigt nämlich voraussichtlich die Versicherungspflichtgrenze auf 84.150 Euro. (DAS war Sarkasmus.)

          Ihre Meinungsfreiheit in allen Ehren, aber mit der Realität hat das nichts zu tun.

          www.destatis.de/DE.../PD26_113_621.html

          www.pkv.de/verband...-weiter-erschwert/

        • Janix

          @Astrid Sehnefeld:

          Sie meinen das ernst?



          Nach Ihren eigenen Worten, Ihrem letzten Satz steht es nicht jedem frei, regulär in die Private. Sie schreiben es selbst.

  • Annette Thomas

    Bewusstseinserweiternde Wahlergebnisse. Schön!



    Bzw. eigentlich nicht, denn die Schnittmenge mit "destabilisierenden Wahlergebnissen" wird bei fast 100% liegen...