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Landtagswahl in Sachsen-AnhaltSind die Ossis doof oder die Wessis?

In Sachsen-Anhalt droht eine AfD-Regierung. Doch das eigentliche Problem geht über das Bundesland hinaus. Das liberale Zeitalter ist vorbei.

E s greift mächtig zu kurz, die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und eine möglicherweise daraus resultierende AfD-Regierung damit zu erklären, dass die Ossis undankbar und durchgeknallt seien. Oder dass die Wessis sie seit der Aufnahme in die Bundesrepublik systematisch benachteiligt und betrogen hätten. Die Ossi-Wessi-Sache ist ein Faktor, aber man sollte sie in einen größeren Rahmen einordnen. Nämlich: Wir leben in einer neuen Welt, von der wir nicht annähernd wissen, wie sie funktioniert.

Ein zeitlicher Bezugspunkt ist 1989, das Ende der Sowjetunion, des totalitären Sozialismus als global prägender Faktor und damit auch der DDR. Ein zweiter ist der 24. Februar 2022, der Tag, an dem Russland seinen Angriffskrieg auf Europa begann. In diesem Moment, ich folge hier dem Historiker Timothy Garton Ash, war nicht nur die Nachkriegszeit, sondern auch die Nachwendezeit zu Ende. Defätistisch könnte man seufzen: Unsere Zeit war damit zu Ende, und damit meine ich nicht uns westliche Boomer, sondern die liberalemanzipatorische Phase, von der ich bis vor Kurzem noch denken wollte, dass sie immer weiter ausgedehnt werden würde.

Ich will die möglichen Konsequenzen einer Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt nicht verkennen, meine These ist indes, dass die Lösung des Problems nicht in Sachsen-Anhalt liegt. Überall gibt es wachsenden Bedarf für populistische Parteien, die sich an die echten oder gefühlten Verlierer der liberalen Moderne wenden, die national und europaphob sind, gegen Einwanderung, gegen „Eliten“ (womit Liberale wie wir gemeint sind) und für traditionelle oder reaktionäre Gesellschaftspolitik. Von Portugal bis Norwegen liegen diese Parteien bei 20 Prozent oder mehr.

Das Problem ist, dass WIR keine Lösungen haben

Diese Parteien, so zumindest meine Unterstellung, haben keinerlei politische Lösungen für die zentralen Veränderungen. Das ist aber nicht das Problem. Keiner erwartet ernsthaft Lösungen von ihnen. Sie sollen das Gefühl bedienen, die Schnauze voll zu haben von der liberalen Scheiße. Das Problem ist, dass WIR keine Lösungen haben. „Der alten Art, Politik zu machen, geht schlicht die Luft aus“, wie Yascha Mounk in dem Sammelband „Ende des liberalen Zeitalters?“ schreibt.

Einfache Antworten gibt es nicht

In den USA ist sie bereits am Ende, in Frankreich, Großbritannien, den östlichen Bundesländern strampelt sie zusehends atemlos noch so ein bisschen vor sich hin. „Antifaschismus“ ist vor Ort wichtiges Aufstehen gegen Nazis, hilft aber nicht, AfD-Wähler zurückzuholen. Umverteilen nach unten? Keine Frage, dass es da Bedarf gibt, aber Trump will nach oben umverteilen. Und das hat seine Wähler auch nicht abgeschreckt.

Die Erderhitzung, das ist jetzt ganz ungeschickt, ist nur global bearbeitbar, das andere Wichtige nur europäisch: Verteidigung, Technologie, Digitales, erfolgreiche Wirtschaft und damit auch finanzierbare Sozialpolitik. Und dann braucht es auch noch organisierte, kontrollierte Einwanderung nach Europa. Alles Dinge, die die einen einsehen und die anderen nicht und für die es im Moment meist keine reale Umsetzungsbasis gibt.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Vieles davon entzieht sich dem gemütlichen Links-rechts-Denken. Die AfD gewinnt Wähler von CDU und SPD, die neue Konstellation lautet: liberal und europäisch oder illiberal und national? Es ist in diesen Tagen völlig unklar, mit welcher Politik und Kultur eine bundesdeutsche, liberale und europäische Mehrheit erneuert und mittelfristig stabilisiert werden kann. Einfache Antworten (mehr Umverteilung, weniger Einwanderung) gibt es nicht.

Es ist wichtig, noch einmal um eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt herumzukommen. Aber damit ist noch nichts gewonnen, und mit einer AfD-Regierung wäre auch noch nichts verloren. So oder so sind wir schon mittendrin in einer neuen Welt. Der erste Schritt nach vorn ist, sich das klarzumachen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Peter Unfried

Peter Unfried Chefreporter der taz

Chefreporter der taz, Chefredakteur taz FUTURZWEI, Kolumnist und Autor des Neo-Öko-Klassikers „Öko. Al Gore, der neue Kühlschrank und ich“ (Dumont). Bruder von Politologe und „Ökosex“-Kolumnist Martin Unfried
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70 Kommentare

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  • Alex_der_Wunderer

    Zur AfD ein kleiner Diskurs zur Entwicklung dieser nunmehr in Teilen rechtsextremistische Partei mit SED-Mauerfallgegnern in ihren Reihen :



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  • doofi

    'WIR' vs. 'ihr' Ist das Demokratieverständnis?

    Wir a l l e l

  • Philippo1000

    Je- nun.



    Da ist was Wahres dran.



    Doch des Pudels Kern will einem noch nicht so recht ins Auge springen.



    Viel einfacher hat es der, der auf dem rechten Auge blöd ist:



    selbst nix machen und Schuld haben immer die Anderen.



    Das ist natürlich einfach doof, aber jetzt gibt es ja die KI, die dir bei dummen Gedanken lobend auf die Schulter klopft...



    Der ein oder andere Linke sollte allerdings auch mal auf das Kkopfgeräusch an der eigenen Stirn hören: wer nämlich die gleiche Argumentation verfolgt, dass "die da Oben ' alles falsch machen und man selbst die Wahrheit für sich gepachtet hat, findet sich plötzlich ganz nah im Pool derer, die braune Suppe löffeln und Verteilen.



    Leider hat das schon so Manche über "Pegida", Impfgegner, Spaziergänger etc. erwischt.



    Die Krisen der jüngeren Vergangenheit haben dafür gesorgt, dass es auf der Seite der Demokrat*Innen allmählich einsam wird.



    "Kein Fußbreit den Faschisten ", heißt Zusammenstehen und nicht dem Nebenmann auf die Füße zu treten.



    Wir brauchen jetzt keine Schuld Zuweisungen, sondern einen klaren Blick nach Rechts, denn da steht der Gegner.



    Da nützt kein Rumlavieren, für KleinKlein ist wieder Zeit wenn die braune Gefahr vorbei ist.

  • Sam Spade

    "So oder so sind wir schon mittendrin in einer neuen Welt"

    Wenn der Autor sich damit auf den Aufstieg der Rechtspopulisten in Europa bezieht, lässt er dabei einiges ausser Betracht.

    Die erste Phase begann bereits Ende der 70er Jahre. Von Historikern auch als Firmierungsphase bezeichnet. In dieser Phase hatten bereits der Front National Mitte der 80er Jahre in Frankreich oder die beiden Fortschrittsparteien in Norwegen und Dänemark erste Wahlerfolge.

    In den 90er folgte dann die Etablierungsphase. Die Lega Nord in Italien zog in die Parlamente ein und die FPÖ war in Österreich sogar an der Regierung beteiligt. Zugleich entstanden in den ehemaligen Ostblock Staaten neue rechte Parteien.

    Ereignisse wie 9/11, Finanzkrise 2008 oder 2015 die Flüchtlingsströme wirkten wie Brandbeschleuniger und festigen den Zuwachs der Rechtsparteien und sorgten für den Aufstieg neuer Parteien wie PIS in Polen oder Fidez in Ungarn oder der AfD. Dieser Zeitraum wird auch als Konsolidierungsphase bezeichnet.

    Die vom Autor angeführte "liberalemanzipatorische Phase" hat es in dieser Form in Europa zu keiner Zeit gegeben. Das ist eher der Blick durch die deutsche Brille im Angesicht der AfD Wahlerfolge.

  • Land of plenty

    Warum solcher Umgestaltungspessimismus?



    Lesen Sie Marcel Fratzscher in der heutigen taz-Ausgabe: taz.de/Oekonom-Fra...AfD-Sieg/!6208712/



    Seine Ausführungen erinnern mich an den Brexit: Paul Krugman schätzte Jahre danach das Schrumpfen des BIP Britains auf 3%. "We want to eat our cake and have it" Boris Johnson.



    Warum der Dummheit hinterherlaufen?

  • Alex_der_Wunderer

    Im Westen hat man vor Öffnung der Grenzen, also noch bis 1989 immer zu den Linken Wessis gesagt : " Geh doch rüber in die linke DDR. , wenn es dir hier im Westen nicht passt ".



    Als Helmut Kohl dann die Grenzen geöffnet hat, war bei ganz großen Teilen der Bevölkerung das Staunen groß, ausgerechnet die CDU lässt die ganzen Linken aus dem Osten auf uns Wessis los.



    Viele Westdeutsche haben seitdem nie wieder die CDU gewählt.



    Dafür hatte Helmut ja nun seine Fans aus den Ostgebieten.

    • doofi

      @Alex_der_Wunderer:

      bisschen nachtragend sind WIR schon, wa

  • Wunderwelt

    Wie folgender Befund aufzeigt:

    www.zeit.de/politi...ndtagswahl-cdu-gxe

    ..ist der afd Hype eben doch in hohem Maße ein Ost Phänomen. Wenn sich alle gesellschaftlichen Gruppen in einem Bundesland hinter dieser Partei versammeln, dann kann man das nur mehr als spätes Aufbegehren gegen die Vereinnahmung durch den Westen einordnen.

    Zwar gibt es auch im Westen Menschen, die sich übergangen und ungerecht behandelt fühlen. Auch diese Menschen werden von der afd vereinnahmt ("verarscht").



    Aber nur im Osten ist daraus mittlerweile ein regelrechter Hype geworden.

    Willi Brand hat einmal gesagt: "auf das zusammen wächst, was zusammen gehört".



    Es wird Zeit diesen Prozess jetzt mal ernsthaft zu moderieren und nicht einer Rechtextremistischen Partei zu überlassen.

    (auch deshalb wäre ein Hr. Wüst jetzt der richtige Kanzler..der hat da nämlich ein paar gute Ansätze..)..

  • Land of plenty

    Im Untertitel schreibt Herr Unfried "In Sachsen-Anhalt droht eine AfD-Regierung." Im letzten Absatz "Aber damit ist noch nichts gewonnen, und mit einer AfD-Regierung wäre auch noch nichts verloren."



    Scheint sich da mit sich uneinig zu sein, genauso bei den aufgelisteten Problemen, von denen ein Großteil der Bevölkerung eine Lösung erwartet: Umverteilung von oben nach unten, Senkung der Mietpreise, Integration aller Immigranten mit Deutschkursen, mit richtigen Arbeitsplätzen. und vieles soziale mehr.



    Warum so bremsen und blockieren?



    Die Talkshows integrieren alle die Afd am laufenden Band, aber Geflüchtete haben dort nie das Wort. Warum nicht?



    Was kommt dann nach dem liberalen Zeitalter? Wer hat das eingeläutet? Die Liberalen, die vor der erzeugten Stimmung kapitulieren?

    • rero

      @Land of plenty:

      Ich habe nicht verstanden, wo Sie da eine Uneinigkeit sehen wollen.

      Herr Unfried sieht das Problem viel tiefgreifender als die Frage, ob die AfD in SA nun regiert oder nicht.

      Herr Unfried hat auch überhaupt keine Schuldzuweisungen drin.

      Es ist ja eine übernationale Entwicklung.

  • Suryo

    Es ist vor allem auch das Zeitalter des Anstands vorbei.

    Das Beispiel der USA zeigt: vieles, worauf eine Demokratie beruht, ist nicht durch Gesetze erzwungen, sondern beruht auf Konventionen, an die man sich eben hält - z.B. die Anerkennung des Wahlsieges des Kontrahenten, oder die Anerkennung wissenschaftlicher Tatsachen, bzw. ganz grundlegend: von Tatsachen überhaupt. Auch, dass man sich zwar hart angehen, mitunter gar beleidigen, kann, aber z.B. die physische Bedrohung der politischen Gegner tabu ist, ist eine Konvention. Oder dass Korruption wenigstens politische, wenn schon nicht juristische Konsequenzen hat.

    Und diese Konventionen hat eine moralisch völlig degenerierte Rechte systematisch zerstört. Sie hält sich einfach nicht mehr dran. Sie erkennt Fakten einfach nicht mehr an und nimmt damit jedem Diskurs die Grundlage. Sie erkennt keine moralischen Grenzen mehr an - sie ist, ganz im Gegenteil, vollkommen schamlos und offen korrupt und tut nicht einmal mehr so, als gäbe es Dinge, die man sich nie herausnehmen würde. Sie signalisiert den eigenen Wählern, dass es völlig in Ordnung ist, wenn sie ihre niedersten Triebe ausleben - gern auch mit Gewalt.

    • Philippo1000

      @Suryo:

      Ja.

    • *Sabine*

      @Suryo:

      Ich sehe das von Ihnen beschriebene Verhalten nicht ganz so extrem ausgelebt, kann Ihnen jedoch teilweise zustimmen. Der Unterschied dürfte sein, dass ich es nicht auf Rechte beschränken würde, sondern auch auf Linke und Religiöse. Bei allen drei Prägungen sehe ich eher flexible Moralvorstellungen, das Leugnen von Fakten und Korruption. Wie wir dem entgegenwirken können, weiß ich noch nicht und bin gegenwärtig noch etwas ratlos. Tröstlich ist meiner Meinung nach, dass nicht alle Rechten, nicht alle Linken und nicht alle Religiösen so sind.

    • aujau

      @Suryo:

      Diese moralisch degenerierte Rechte ist nicht neu. Ihr Scheitern an den tatsächlich wirksamen Verhältnissen auch nicht. Gegebenenfalls muss man Schadensbegrenzung betreiben.

  • Land of plenty

    Seltsam seltsam. Herr Unfried bezeichnet das, was Rechtsradikale als Stimmungsmache als Angstraum erzeugen als etwas Reales: " für die es im Moment meist keine reale Umsetzungsbasis gibt."



    Doch!



    Die Rechtsradikalen einfach ignorieren, und weitermachen mit der Lösung der aufgezählten Probleme.



    Warum nur Selbstaufgabe?



    „Der alten Art, Politik zu machen, geht schlicht die Luft aus“



    Herr Unfried proklamiert einen Unwillen als Tatsache. Dem stimme ich nicht zu.

    • rero

      @Land of plenty:

      „Die Rechtsradikalen einfach ignorieren, und weitermachen mit der Lösung der aufgezählten Probleme.“

      Ihren Humor möchte ich haben.

      Niemand ist gerade in der Lage, die aufgezählten Probleme zu lösen.

      Ignorieren hat uns dahin geführt, wo wir jetzt sind: die AfD gewinnt Wahlen.

      Herr Unfried proklamiert keinen Unwillen.

      Die alte Art, Politik zu machen, findet keine nachhaltigen Lösungen und kann mit dem Weg der Entscheidungsfindung nicht mehr überzeugen.

      Die Wille ist da.

  • Kaboom

    Ich glaube, dass ein signifikanter Teil der Leute, die heute Rechtspopulisten und Rechtsradikale wählen, mit der Geschwindigkeit, mit der sich die Welt aktuell ändert, schlicht überfordert sind. Hat zunächst mal nichts mit Politik zu tun.



    Das erste Smartphone gab es 1992. Facebook wurde 2004 gegründet, Twitter 2006. KI ist im Bewusstsein der Bürger seit vielleicht 2020. Dazu kommen die ständigen Krisen. Weltwirtschaftskrise 08/09. Überfall auf die Ukraine 2014. Corona, Wirtschaftskrise danach. etc. pp.



    Das Wohlfühl-Gefühl ist weg. Und die Rechten sind einfach besser darin, Sündenböcke zu finden.

    • doofi

      @Kaboom:

      Aufrüstung ist seit M u t t i weg ist.



      Sozialabbau seit RotGrün mit Schröder-chen (Hartz 4 Ich-AGs ha!) wird nochmal forciert. Begründung = Rüstung schaffe Arbeitsplätze.

    • Oma

      @Kaboom:

      Die AfD ist vor allem bei jungen Männern beliebt. Die sind mit Smartphones aufgewachsen. Social Media wird von der AfD besonders geschickt bespielt. Wenn wirklich die Geschwindigkeit, mit der sich die Welt verändert, für den Aufschwung der Rechten verantwortlich ist, müssten dann nicht eher alte Leute für rechte Ideologie anfällig sein?



      Mein Wohlfühl-Gefühl ist seit dem Überfall Putins auf die Ukraine und noch mehr, seit Trump sich immer wieder an Putin ranschmeisst, in der Tat weg. Aber da ist die AfD alles andere als hilfreich. Die macht mich mit ihren Sympathien für Trump und Putin noch viel nervöser. Mir leuchtet das als Grund für den Erfolg der AfD nicht so recht ein.

    • Abdurchdiemitte

      @Kaboom:

      Mit Ihree Einschätzung bin ich im Großen und Ganzen einverstanden. Nur Ihre Formulierung ‚Wohlfühl-Gefühl‘ möchte ich in diesem Zusammenhang kritisieren. Sie suggeriert/unterstellt eine gewisse Bequemlichkeit oder sogar Ignoranz der Bevölkerung, sich auf. die von Ihnen genannten (notwendigen) gesellschaftlichen Veränderungen einzulassen.



      Ich würde dagegen von einem zerstörten/in Zweifel gezogenen Gefühl der Sicherheit sprechen, welches die Menschen (nach meiner Überzeugung) so benötigen wie Ihr täglich Brot



      Es wird halt zu einem echten Problem, wenn sich die Politik/der Staat für dieses Sicherheits-Bedürfnis .- und damit meine ich nicht nur konservative Law & Order-Politik, sondern vielmehr soziale Gerechtigkeit, bezahlbare Mieten, sichere Arbeitsplätze und Renten, gute Gesundheitsversorgung sowie öffentliche Infrastruktur auch auf dem Lande usw. - für nicht mehr zuständig erklärt.



      In besseren Zeiten war das mal vornehmlich ein ‚Job‘ für die SPD, aber auch die Unionsparteien leisteten einen maßgeblichen Anteil dazu (Stichwort soziale Marktwirtschaft).



      Neoliberalismus führt so auf den direkten Weg in den Faschismus.

  • Der olle Onn

    Bedauerlicherweise muss ich Herrn Unfried in vollem Umfang zustimmen. Nein, es gibt keine einfachen Lösungen. Die Frage ist: Gibt es überhaupt eine, die langfristig eine positive Wendung bringen könnte?

  • economista

    Treffende Analyse. Aber wer sind WIR? Die parlamentarische Demokratie? Seit Jahrzehnten kann diese keine langfristigen Strategien umsetzen, weil Politiker, stets mit einem gehörigen Schuss Populismus, in spätestens vier Jahren ihre Wiederwahl sichern. Renten und Staatsverschuldung sind beste Beispiele. Statt in der Rentenversicherung wegen des Pillenknicks Rücklagen zu bilden, wurden höhere Renten für die Rentner von heute priorisiert. Auch mit sozialen Wohltaten aus Schulden verschiebt man Probleme nur auf morgen.

    Im Ergebnis werden in unserer Gesellschaft tiefgreifende Veränderungen nicht geplant, sondern durch die Umstände erzwungen. Nun sind wir weltweit in einer Umbruchsphase und Regierungen mit unlösbaren Problemen könnten einmal mehr einen Ausweg im Krieg suchen.

  • Astrid Sehnefeld

    Einmal mehr ein hervorragender Artikel👍



    "Die Erderhitzung, das ist jetzt ganz ungeschickt, ist nur global bearbeitbar"



    Stimmt, sehe die Welt da aber auf einem guten Weg. 2045 ist utopisch, aber 2070 bis 2100 dürften so ziemlich alle fertig sein.



    /



    "das andere Wichtige nur europäisch: Verteidigung, Technologie, Digitales, erfolgreiche Wirtschaft und damit auch finanzierbare Sozialpolitik."



    Der einzige Punkt wo ich nicht zustimme. Deutschland ging es am besten, als die EU ein rein wirtschaftliches Konstrukt war.



    Wirtschaft global - der Rest national.



    Wenn ich mir anschaue was digital heute bspw im Baltikum schon geht und wo wir da stehen...😩



    Diese ewige Diskutiererei muss aufhören. Wir brauchen endlich wieder eine Zeit des Machens.



    Das geht auf EU Ebene nicht. Die EU ist ein bürokratisches Monster.



    Brüssel und Straßburg müssen dringend in ihrer Macht beschränkt werden. Radikal.



    /



    "Und dann braucht es auch noch organisierte, kontrollierte Einwanderung nach Europa. Alles Dinge, die die einen einsehen und die anderen nicht"



    Einsehen tut das glaube ich jeder, nur im Lösungsweg unterscheiden sich die Meinungen maximal.



    Beispiel Migration: Festung Europa versus open boarders.

    • Alex_der_Wunderer

      @Astrid Sehnefeld:

      @Astrid Sehnefeld



      Wir im Westen sind aber nunmal in einer weltoffen Gesellschaft sozialisiert worden. In den 60er Jahren stieg man als 5 jähriger mit seinen Eltern in den Flieger und ab ging es mal nach New York, mal nur nach Spanien, London oder Barbados. Man hatte Austauschschüler aus Frankreich, London oder den USA. Da ist man globalität und Globalisierung von klein an gewohnt, ich möchte weder für mich, noch für meine Familie irgendwelche Einschränkungen durch die freigelassen Ostdeutschen erleiden müssen, tut mir leid, so eine eingeschränkte Wahrnehmung liegt uns Wessi nicht. Weder in geschäftlicher noch privater Hinsicht.

      • Astrid Sehnefeld

        @Alex_der_Wunderer:

        "Wir im Westen sind aber nunmal in einer weltoffen Gesellschaft sozialisiert worden" - richtig, deshalb wohnen Zweidrittel der AfD Wähler im Westen...

    • Kaboom

      @Astrid Sehnefeld:

      "Stimmt, sehe die Welt da aber auf einem guten Weg. 2045 ist utopisch, aber 2070 bis 2100 dürften so ziemlich alle fertig sein."

      Die Welt ist ganz und gar nicht auf einem guten Weg. Fast nirgendwo. Und 2070 bis 2100 ist schlicht zu spät. Klimaneutralität zwischen 2070 und 2100 bedeutet +3 ° Erderwärmung und mehr. Es gibt im Netz mehr als genug Informationen darüber, was das bedeutet.

      • Mondschaf26

        @Kaboom:

        Dann dürften wohl „ so ziemlich alle fertig sein." Fix und fertig.

  • Okay

    Sind die Ossis doof oder die Wessis?

    Wenn wir mehr als 30 Jahre zurückblicken und fragen, warum viele Ostdeutsche in den Westen wollten, dann waren es – salopp gesagt – die D-Mark, Reisefreiheit, Konsum und das eigene Auto.

    Doch die erste Euphorie war schnell vorbei. Die 100 D-Mark Begrüßungsgeld waren vielleicht ebenso rasch für Cola und Süßigkeiten ausgegeben. Danach musste man sich im neuen System selbst zurechtfinden: Arbeit, Wohnung, Versicherungen, Behörden – plötzlich war vieles Privatsache.

    In der DDR hatte die SED zwar vieles organisiert und kontrolliert. Nach der Wiedervereinigung fiel vieles davon weg.

    Vielleicht kann man es sich so vorstellen: Jemand kommt aus einem Erziehungsheim, die Tür geht auf – und draußen kümmert sich niemand darum, wie er zurechtkommt.

    Vielleicht liegt darin ein Teil der Erklärung für die Enttäuschung: Die „Freiheit“ war da. Aber viele waren mit dieser „Freiheit“ plötzlich überfordert.

  • hedele

    Tatsächlich ist unser Wachstumsmodell und damit der Kapitalismus, wie wir ihn seit 200 Jahren kennen, mit den näherrückenden Grenzen des Wachstums wohl an ein Ende gekommen. Migration deutet dabei nur den Höhepunkt dieses Systems an, weil das Wachstum am Ende selbst Afrika doch noch erreicht hat, während der Ukrainekrieg wohl als Verteilungskrieg gelesen werden muss.



    Aber ich sehe überhaupt nicht ein, wieso ich deshalb auf Grundrechte, meine Demokratie, auf freie Marktwirtschaft und internationale Verflechtung verzichten sollte?



    Diese passive Konsumhaltung, dass Politiker etwas Bestimmtes in einer vorgegebenen Zeit abliefern müssen und sie sonst mit illibertärer Stimmabgabe bestraft werden sollen, ergibt für mich überhaupt keinen erkennbaren Sinn.



    Man kann z.B. auch nach Zerstörung unseres Bankwesens als Staat sein Geld selbst drucken, man kann auch bei schrumpfenden Märkten trotzdem weiter Handel treiben. Man kann, so haben es uns die Römer vorgemacht, auch nach dem Zusammenbruch des eigenen Geschäftsmodells ("Rauben und Plündern" bei den Römern, "Kohle, Öl und Gas" bei uns) noch locker 500 Jahre irgendwie weitermachen. Es gibt keinen Grund für Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

    • Dr. McSchreck

      @hedele:

      Wo sollen denn diese Grenzen des Wachstums liegen?



      Als ich jung war, hat man im Westen mit Kohle oder Öl geheizt, im Osten wohl mit Kohle. Telefonieren war sauteuer, im Osten Luxus, überhaupt ein Telefon zu haben. Heute hat man Internet auf Mobilgeräten, der Netzausbau lässt aber noch viele Möglichkeiten offen und geheizt wird immer häufiger mit der Kraft von Sonne und Wind. Da das viel Verlust bedeutet, ist der nächste Schritt, dass man gute Speicher braucht, wer ein Eigenheim hat, kann mit dem E-Auto selbst speichern....

      Das lässt sich auf endlos viele Bereiche übertragen, welche Krankheiten waren früher angeblich unheilbar?

  • Iguana

    Der Kommentar hat schon in vielem Recht. Das Problem ist aber auch, dass das liberale Zeitalter auch bei uns Liberalen längst vorbei ist. Linke haben leider auch viel zu oft die Neigung alles als rechts oder Schwurbel abzutun, um das sagen zu können "Mit Nazis rede ich nicht." Das einzig richtige ist, was wir als urbane Bildungsbürger meinen. Auch das ist kein deutsches Phänomen: in Kolumbien haben linke Freunde sich beklagt, dass einige Mitstreiter sich verhalten wie Rechte. Vielleicht ist die Gefahr des Rechtsrutsch auch, was er mit uns Liberalen macht.



    Und damit meine ich nicht, dass man "besorgten Bürgern" das Händchen halten und sich von ihnen hertreiben lassen sollte. Aber wir kommen auch nicht weiter, wenn wir Politik wie Fußball behandeln und uns nur noch über Zugehörigkeit und Abgrenzung definieren.



    Eigentlich wäre das jetzt die Zeit für sinnvolle Sozialwissenschaften. Aber es scheint, als wäre auch da manchmal die Positionierung wichtiger als wirklich einen Rechtstrend zu verhindern.

  • Alex_der_Wunderer

    Es gibt sowohl in Ostdeutschland, wie auch in Westdeutschland nicht informierte Mitbürger und Wähler bezüglich der Entwicklung der AfD, von einer der Europäischen Union gegenüber kritischen Partei und der Währungseinführung des Euro gegenüber, in den Gründerjahren der AfD, hin zu einer in Teilen rechtsextremistischen Partei mit SED-Mauerfallgegnern in ihren Reihen. Daraum hier ein kleiner Diskurs diesbezüglich :



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    Zudem verkennen viele Wähler die neoliberalen Idologien der AfD, die uns unsere Lebensqualität, Freiheit und unser aller Geld kosten werden. Dagegen war die FDP, als sie noch am Regierungstisch sitzen durfte, der reinste Samariter Verein.



    Wer möchte schon gerne niedrigere Gehälter, niedrigere Renten, weniger Leistungen aus der GKV und GRV, zudem noch ein angedachten Homeschooling für die eigen Kinder ?



    Was hat die AfD an Wohneigentumsforderenen Maßnahmen in ihrem Parteiprogramm, ?



    Was für Verbesserungen im Arbeitsrecht ?

  • Kohlrabi

    Immanuel Wallerstein sah den "zentristischen Liberalismus" als "Geokultur des modernen Weltsystems", das sich mit der Ausdehnung einer kapitalistischen Weltwirtschaft etabliert habe. Der "Siegeszug des Liberalismus" im 19. Jh. und 20. Jh. sei damit einhergegangen, dass er seine alten ideologischen Gegner in Europa (Konservative und Sozialisten) zunehmend assimiliert habe. Und in der Tat sprechen heute Konservative und Sozialisten fast immer die Sprache des Liberalismus, die AfD ist da keine Ausnahme.

    Wallersteins Prognose ging 2011 aber dahin, dass das über Jahrhunderte entstandene (letztlich eurozentrische) moderne Weltsystem bis etwa 2050 verschwinden und Nachfolgern Platz machen werde, über deren Eigenschaften man noch nichts wisse.



    .



    Und auch wenn der Liberalismus als Ideologie in Europa überdauert, die politische Praxis in der EU selbst entspricht dem immer weniger. Das MoU, welches 2015 Griechenland auferlegt wurde, glich dem Besatzungsstatut für ein im Krieg besiegtes Land.

    Vielleicht wird am Ende des liberalen Zeitalters wie an seinem Beginn der liberale Gedanke wieder ein eher nationales, regionales, partikulares Phänomen sein, aber kein übernational-systemisches.

  • *Sabine*

    "Von Portugal bis Norwegen liegen diese Parteien bei 20 Prozent oder mehr."

    Mit 20% Linken, 20% Rechten und einer schönen breiten Mitte von somit dann ca. 60 % könnte ich gut leben und denke, das könnte durchaus vorteilhaft für unsere Bürgergemeinschaft sein.

    Allerdings hat diese Mitte unter Herrn Bundeskanzler Schröder, meiner Meinung nach, durch die Einführung von Hartz IV extrem rechte Politik gemacht und Frau Bundeskanzlerin Merkel, die ich auch eher als Mitte gesehen habe, mit "ihrer" Nicht-Grenzschließung extrem linke Politik. Somit finde ich, ist es schwer für die Mitte eine Partei zu finden, die glaubwürdig "mittig" ist.

    Vielleicht war die Politik von Herrn Bundeskanzler Schröder und Frau Bundeskanzlerin Merkel aber auch einfach liberal in einer Weise, die mir nicht zusagte.

    Der "Schutz des Individuums" wurde meiner Meinung nach mit Hartz IV ausgehebelt. Die "Begrenzung der Staatsmacht", durch die Verhinderung der (wie es jetzt scheint dauerhaften) Aufnahme von Millionen Menschen in die deutschen Sicherungssysteme war nicht möglich. Beides war und ist für mich keine mittige Politik, die meinem Eindruck nach die meisten Wähler favorisieren würden.

    • Dr. McSchreck

      @*Sabine*:

      Wenn Hartz IV für Sie schon "extrem rechts" war, müssen Sie sich nicht wundern - dann liegen paradiesische Jahre hinter Ihnen und vermutlich die Hölle vor ihnen. Denn so einen Sozialstaat wird es nie wieder geben wie vor Schröder, im Gegenteil.

    • Hugo

      @*Sabine*:

      ". Die "Begrenzung der Staatsmacht", durch die Verhinderung der (wie es jetzt scheint dauerhaften) Aufnahme von Millionen Menschen in die deutschen Sicherungssysteme war nicht möglich." Die schmeißen grade reihenweise meist gut im System eingebundene und dadurch einfach zu kaschende Leute raus! Es werden und wurden "Rückführungsvereinbarungen" mit Islamisten und wackeligen Regierungen geschlossen und auch Deutschland findet Ruanda als Internierungslager total toll. Über Frontex wird dafür gesorgt, daß Leute im Mittelmeer ersaufen, Entwicklungshilfe (die IMMER Wirtschaftsförderung für deutsche Unternehmen ist!) zammgekürzt, ...



      Alexander Dobrindt wird sich in manchen stillen Momenten bestimmt ma verzweifelnd fragen, was er noch alles machen soll, um des Volkes Ausländerfeindlichkeit zu befriedigen.

  • PeterArt

    "...die neue Konstellation lautet: liberal und europäisch oder illiberal und national? " National? Die neuen Rechten sind ja nicht einmal mehr patriotisch - oder wieso ist z. B. die AgD bereit, Europa an Russland auszuliefern?

    • Kaboom

      @PeterArt:

      Weil die Zielvorstellung eines politischen Systems, das die AfD hat, sehr nah am aktuellen russischen System ist.



      Und dass der Patriotismus am rechten Rand reiner Fake ist, ist doch nun wirklich nichts Neues. Als Adolf 1945 realisierte, dass der WK verloren war, meinte er bekanntlich, dass das deutsche Volk verdient hätte, vernichtet zu werden.

  • Andreas_2020

    Ich würde sagen, die AfD sollte der Weckruf für die demokratischen Parteien sein.



    Eine Rente nach 45 Beitragsjahren streichen? Gute Idee?



    Wer beantrag das denn normalerweise und wie fühlen sich diese Menschen mit dieser Streichung.



    Für einen Krieg mit Russland hochrüsten, aber eigentlich einen Haushalt haben, der stark von der Mehrwertsteuer finanziert wird?



    Wer zahlt denn die Mehrwertsteuer?



    Was fühlen arme Familien, die gut 15 Prozent Steuern zahlen, um zu essen und sich das Notwendigste zu kaufen?



    Deutschland benötigt Fachkräfte, auch aus dem Ausland?



    Was fühlen den Migrante hier, wenn sie es versuchen, zum einen auf Verkrustungen im Bildungswesen stoßen, zum anderen nichts ins Stadtbild passen?



    Es gibt zu viele faule Arbeitslose und Arbeitnehmer sind zu oft krank?



    Was fühlen den Menschen, die gerade alleinerziehend sind, die einen Elternteil ersetzen, die wenig Geld haben und trotzdem viel arbeiten müssen? Sind die faul, weil sie mehr geben müssen für den Nachwuchs?



    Und wie fühlen sich kranke und arbeitsmüde Arbeitnehmer, wenn sie von Merz und seinem Privatflugzeug lesen?



    = Die demokratischen Parteien reagieren viel zu wenig auf die Normalbürger. Das ist die bittere Wahrheit.

  • Uwe Kulick

    "Wir leben in einer neuen Welt, von der wir nicht annähernd wissen, wie sie funktioniert." Vgl. Merkel: „Das Internet ist für uns alle Neuland.“ Merkel haute mal nen Spruch raus, wie fremd uns doch "das Digitale" sei. Dabei war's TTL-Kochbuch bereits Jahrzehnte früher erschienen, als Digitaltechnik noch stromfressend war aber immerhin Röhren und Transistoren bereits überwunden und durch digitale "integrierte Schaltkreise" in TTL-Technik ersetzt waren und teils durch solche in stromsparender CMOS-Technik ersetzt wurden und der Durchbruch des Mikroprozessors erfolgte und zur Herstellung des notwendigen Beiwerkes (Speicher aka RAM) Kohl und Honecker um die Wette Chip-Fabriken einweihten! Sprich: einige Leute der Politik hatten zu Merkels Zeit nicht verstanden, dass es ein alle umfassendes "Wir" der Digital-Unverständigen garnicht gab, sondern Experten im eigenen Lande.

    Das digitaltechnisch erschlossene Neuland macht uns neuen Kummer mit Blasen des Illiberalismus.

    Neue Medienwelt tiktok, RT, Compact usw. verbunden mit Bild&Co. jagt eine Sau nach der anderen durchs globale Dorf, um die allgemeine Meinungsbildung v.a. antiliberal zu versauen. Die Politik treibt das. Kompass verloren.

    • *Sabine*

      @Uwe Kulick:

      "... um die allgemeine Meinungsbildung v.a. antiliberal zu versauen."

      Vielleicht könnte eine Verlängerung der Schulpflicht zu Gunsten von Fächern wie beispielsweise Medien-, Digital-, Finanz- und Politik-Kompetenz helfen. Wenn Kinder und Jugendliche länger zur Schule gehen bzw. gebildet/ausgebildet werden, scheint ihnen das meinem Eindruck nach nicht zu schaden.

      Kostet zwar Geld, aber alles kostet Geld.

      • ToMuch

        @*Sabine*:

        Oder wir schaffen einfach Fächer ab, wie z.B. Religion. Der Großteil ist eh nicht mehr evangelisch und/oder katholisch und für mich gehört Fantasy in den Bereich des Privaten.

  • Abdurchdiemitte

    Wenn das Problem mit den hohen Zustimmungswerten der AfD nach Unfried darin besteht, dass wir nicht mehr wissen, wie die Welt ‚funktioniert‘ - und ich würde noch einen Schritt weitergehen und behaupten, dass die Welt überhaupt nicht (mehr) funktioniert -, liegt es auf der Hand, dass rechte (und linke) Ideologen versuchen, diese Leerstelle mit ihren jeweiligen Welterklärungsangeboten auszufüllen.



    Das ist also keine neue Erkenntnis. Viel spannender ist doch die Frage (jedenfalls für mich), warum es nationalistischen und völkischen Ideologien - mit all ihren destruktiven Begleiterscheinungen - viel besser als linken Gleichheitsutopien gelingt, die Massen für sich zu begeistern. Und das nicht bloß in Deutschland, sondern in ganz Europa und überall auf der Welt.



    Aus linker Perspektive ist das natürlich frustrierend.

    • Aurego

      @Abdurchdiemitte:

      Es ging noch nie wirklich darum zu wissen, "wie die Welt funktioniert". Das wussten die meisten Menschen zu keiner Zeit. Die Welt funktioniert jedoch und das wird sie auch weiterhin tun, auch wenn sie schwer verständlichen Regeln folgt.

      Das, worum es eigentlich geht, ist, an die Fleischtöpfe zu gelangen - und das verspricht die AfD den Frustierten, Verzweifelten, Abgehängteb und Vernachlässigten ganz in der Manier, wie man es von Rattenfängern gewohnt ist.

    • Klabauta

      @Abdurchdiemitte:

      Die Frage ist, ob es überhaupt noch um rationale Lösungen geht oder für eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Menschen nur noch um reine Destruktion.



      In dem Fall stünden wir nicht am Abgrund, sondern wären schon einen Schritt weiter.

  • Frauke Z

    Von neuen Epochen zu sprechen, setzt voraus, dass man weiß, wie es weitergeht. Daher wäre ich damit vorsichtig. Richtig jedoch ist:



    Liberalismus ist derzeit unbeliebt.



    Das ist schlecht für vieles, was derzeit gesellschaftlich normal und sogar was staatlich verbindlich ist.



    Nur ist ein neuer Hang zum staatlichen Kommando und zur Uniformität durchaus kein Privileg der Rechtsradikalen, und er ging auch nicht von dort aus. Das ist wichtig für das Verständnis der heutigen Lage.



    Schon seit rund 15 Jahren neigen praktisch alle politischen Akteure zu mehr Vorschriften, mehr Pflichten und weniger individuellen Entscheidungsspielraum. Die Antwort von rechts außen kann man also verstehen als: Was ihr könnt, können wir schon lange.



    Trauriger vorläufiger Höhepunkt autoritären Durchgreifens waren die Corona-Maßnahmen, die ja von politischen Akteuren vieler Couleur unterstützt wurden. Die FDP hatte als liberale Partei 2021 folgerichtig großen Zulauf. Nun hat sie den nicht mehr - zumal sie sowohl in der Regierung als auch jetzt auf alle möglichen Themen setzt, nur nicht auf persönliche Freiheit.



    Wichtig ist, dass alle Parteien ihre Liebe zur Freiheit und ihr Vertrauen in die Bürger wiederentdecken

    • Land of plenty

      @Frauke Z:

      Einmal mehr Pandemierevisionismus im Forum.



      Die Pandemie war nicht anders eindämmbar.

    • economista

      @Frauke Z:

      Vor 17 Jahren hat der Westen mit Quantitative Easing begonnen, sein Finanzsystem durch Ausweitung der Zentralbankbilanzen zu stabilisieren, in bis dato unbelanntem Ausmaß. Staatliche Institutionen griffen also in den Finanzmarkt ein, um speziell die Zinsen längerfristiger Anleihen zu unterdrücken.

      Dies hat zwar, wie gewünscht, Banken und später auch Staaten wie Griechenland vor dem Bankrott bewahrt, aber eben auch die Umverteilung von unten nach oben intensiviert.

      Denn mir leiht beispielsweise keine Bank eine Milliarde praktisch zu Nullzins. Milliardären hingegen schon, und die konnten sich mit dieser Geldflut Sachwerte aneignen und für uns alle das Leben verteuern.

      Und mir erscheint es vollkommen logisch, dass ein System, welches Spekulation und soziale Ungerechtigkeit fördert, bald auf mehr Regulierung, Kontrollen und Autoritarismus setzen wird.

  • Aurego

    Mit "Elite" sind diejenigen gemeint, die über den Großteil des Vermögens verfügen, also die obersten 10%, bei denen mehr als 60% des Zasters konzentriert sind. Das sind jedoch nicht qua Definition "wir Liberale". Die Vermögenselite ist nicht per se liberal, sondern nur, solange es ihr Vorteile bringt.



    Den Grundkonflikt, der durch das Verschenken des DDR-Vermögens an die Treuhand entstanden ist, würden wir nur durch eine gewaltige Umverteilung lösen, zu dem aber aus machtpolitischen Gründen die AfD nicht bereit wäre, ganz im Gegenteil. Insofern folgen die Ergebnisse der Wahlumfragen dem Sprichwort, dass die allerdümmsten Kälber ihre Schlächter selber wählen.



    Jetzt können wir natürlich noch einmal überlegen, wer hier doof ist, werden darauf aber nur subjektive Antworten erhalten.

    • fly

      @Aurego:

      Nope, der Elite Begriff wird oft anders verstanden. Trumps Wahlkampf und Zustimmung war u.a. gegen Eliten. Auch wenn er wahrscheinlich nicht so reich war wie getan, so gehört er doch zur Geldelite.

      Elite ist der Begriff gegen liberale Entscheiderinnen und besonders solche nach Studium.

      • Aurego

        @fly:

        Der Begriff der Elite wird sehr oft vollkommen falsch verstanden. Es geht dabei keineswegs um das liberale Bildungsbürgertum, das zwar studiert, aber keinen größeren Reichtum angehäuft hat. Dieses Bildungsbürgertum mit Abitur und Uni-Abschluss ist heute zu zahlreich, um eine wirkliche Elite darzustellen.



        Es geht jedoch - ganz im Gegenteil - tatsächlich um die Macht- und Finanzelite. Dieses setzt zwar, wie von mir geschrieben, innerhalb der obersten 10% der Vermögensvermittlung ein, manifestiert sich jedoch besonders deutlich noch viel weiter oben, nämlich ab ca. dem obersten Prozent.



        Was Herr Trump seit seiner ersten Amtszeit treibt, ist eher eine False Flag Aktion. Indem er so tat, als gehörte er nicht zu dem innersten Zirkel der US-amerikanischen Machtelite, sondern sei quasi der Anführer der freien, auf ihr Land stolzen US-Amerikaner, deren legitimes Eigentum die politischen Gegner gleichsam verschenken wollten, schürte er eine irrationale Wut z. B. auf die Demokraten, die Einwanderer oder einfach auf alle, die ihm nicht zustimmten, um die Wahl zu gewinnen. Man kann nur hoffen, dass seine WählerInnen beim Blick ins eigene Portemonnaie irgendwann wieder zur Vernunft kommen.

    • Comerade Aardvark

      @Aurego:

      Ach, diese Leider vom DDR "Vermögen", das finstere Wessis gestohlen haben. Witz und Lüge zu gleichen Teilen. Klar, die Treuhand war ein Drecksladen, aber was erwartet man, wenn man Beamte machen lässt?

      • Aurego

        @Comerade Aardvark:

        Die Vermögenswerte hätten eigentlich gar nicht erst ohne Entschädigung bei einer solchen Behörde landen dürfen.

        • Der olle Onn

          @Aurego:

          Und das bescheuertste daran: Die entstand auf Wunsch der DDR-Regierung...

          • Aurego

            @Der olle Onn:

            Die haben sich damals über den Tisch ziehen lassen und wahrscheinlich persönliche Vorteile erhofft.

  • J_CGN

    Beide sind doof.



    Wessobrunn, die von notwendiger Dankbarkeit faseln, wie Ossis, die socg immernoch zu kurzz gekommen fühlen.

  • FtznFrtz

    Leider krähen die Medien gerne ein Ende des Liberalismus/der Demokratie herbei, warum eigentlich? Bietet der Faschismus/Rechtspopulismus oder sonstige autoritäre Systeme dauerhaft besser Lösungen für die Probleme dieser Welt? Ich sehe das nicht.

    • Kaboom

      @FtznFrtz:

      Eine liberale Demokratie zwingt dazu, viele Dinge selbst zu machen. U. a. selbst zu denken. Das liegt nicht jedem.

    • Comerade Aardvark

      @FtznFrtz:

      Medien brauchen keine Lösungen für die Probleme der Welt, sondern mehr clicks.

    • PeterArt

      @FtznFrtz:

      Er sucht sie ja auch gar nicht. Ihm geht es um Macht.

  • FtznFrtz

    Der Befund ist ja an sich nicht wirklich falsch, die etablierte Politik tut sich verdammt schwer, Lösungen für die heutigen Krisen, aber auch für konkrete Alltagsprobleme der Bürger zu präsentieren. Natürlich kann die Bundesregierung nicht im Alleingang den Klimawandel, den Nahostkonflikt oder den Ukrainekrieg lösen. Sie hat allerdings überall Einfluss den sie geltend machen könnte.



    Was Rente, Wohnungsnot, Fachkräftemangel, steigende Beiträge in Kranken- und Pflegeversicherung angeht sieht die Sache schon wieder anders aus.



    Warum wählen die Leute rechts? Natürlich vor allem wegen der angeblichen Einfachheit der Welt: Klimawandel gibt es gar nicht, das Hauptproblem der Welt ist die Migration, einfach alle raus und schon ist alles in Butter.



    Es ist die Aufgabe guter Politik, gute Lösungen für die Probleme zu bieten, die man alleine lösen kann, und ansonsten mit zur Lösung beizutragen. Was sagt die Bundesregierung bisher: zur Wohnungsnot gibt es ein achselzuckendes "Muss man halt mehr bauen", ohne dass das wirklich passiert und hilft, Reformen in den Sozialsystemen kann man mit Kürzungen für die Schwachen übersetzen und den Fachkräftemangel ignoriert man.

  • Gerhard Krause

    Autsch, wir schauen auf prähistorische Thesen, denen es an einem Verständnis für Gegenwart und Zukunft fehlt. Sie dienen voraussichtlich einer Art von Rückfragen, die Historiker pp gerne beantworten und ggf in Bücher pressen möchten. Den Thesen von fehlt es an einem Verständnis für ihre (Weiter-)Entwicklung und hierdurch an der Fähigkeit zu jedem Zeitpunkt (des Zeitstrahls) den richtigen Schluss zu ziehen. Es handelt sich um subsumtionsoffene Sprücheklopfereien. Beispiel, sagen wir jetzt und heute: aktuell ist es unmöglich, das wohl nahe an der 🤡fD befindliche beabsichtigte Wahlverhalten (in Sachsen-Anhalt) zum Beispiel ohne Eltern-Kind-Beziehungen und den transportierten historischen Erfahrungen von Verlusten zu erklären. Vielleicht, aber nur vielleicht, beschreibungen die Thesen wortschwanger die abstrakte Denkweise des senilen Opas aus Washington, jedoch nicht das reale Erleben und darauf aufsetzende Manipulationsstrategien. Wir kennen sie täglich aus der Werbung, und sie kennen kein "liberal" oder "rechts". Sie kennen lediglich den Nutzen. Und jetzt, lieber Autor, fragen Sie nicht nur aus der Wahllandeslistensicht für wen.

    • Abdurchdiemitte

      @Gerhard Krause:

      Prähistorische Thesen, subsumptionsoffene Sprücheklopfereien. So harsch würde ich es nicht formulieren.



      Die Neigung, die Welt in mehr oder weniger komplexen Weltererklärungsmodellen zu erfassen und zu verstehen, liegt offenbar in der menschlichen ‚Natur‘. Und offensichtlich schafft es die AfD zur Zeit am besten, dem Publikum hierzulande ihre ‚Welterklärung‘ zu verkaufen. (Natürlich hat das weniger mit Rationalität, sondern vielmehr mit Emotionen zu tun. Aber, meine Güte, warum sollte Politik immer nur rationalen Erwägungen folgen?).



      Aus meiner Sicht aber überhaupt nicht der entscheidende Punkt. Wie ich in einem anderen Kommentar hier geschrieben habe, interessiert mich vielmehr die Frage, WARUM es den einen Deutungen/Ideologien besser gelingt als anderen, Mehrheiten für sich zu gewinnen. Warum gewinnen destruktive, inhumane Konzepte - von denen ihre Anhängern ‚untern Strich‘ nicht mal Vorteile erwarten dürfen - die Oberhand über diejenigen, die demokratischen und humanistischen Grundsätzen folgen?



      Am Beispiel: warum wählen ausgerechnet Arbeiter NSDAP oder AfD, also Parteien, von denen sie keine ‚Besserung‘ ihrer (materiellen) Lage zu erwarten haben?

  • realnessuno

    Das liberale Zeitalter soll vorbei sein?



    Warum fühle ich mich dann so frei (aka "liberal")?



    Klar gibt es manchmal Spaßverderber, vielleicht werden das auch mehr. Aber denen kann man immer noch auf die Finger kopfen und sie auf ihr übergriffiges Verhalten hinweisen!



    Alle achten auf ihren Spaß: Dann wird auch die Gesellschaft lockerer.



    Und doof sind diejenigen, die sich ins Tal der Ahnungslosen hineinwählen :-)

    • Abdurchdiemitte

      @realnessuno:

      „Und doof sind diejenigen, die sich ins Tal der Ahnungslosen hineinwählen.“



      Wobei Sie das Tal der Ahnungslosen doch wohl hoffentlich nicht (wie zu DDR-Zeiten) geografisch verorten. Wie diejenigen, die (immer noch) meinen, hohe Zustimmungswerte zur AfD und dem entsprechende Demokratieverachtung seien ein reines Ossi-Problem.



      Kennen Sie übrigens das Sprichwort: aus Spaß wurde Ernst?😉

      • V. Ohneland

        @Abdurchdiemitte:

        Sie sollen den Rest des alten Witzes dann nicht auslassen: "Ernst ist heute vier Jahre at."



        Ich denke dass Liberalität alles andere als vorbei ist und ein Abgesang verfrüht. Viele Argumentationen der AfD und Konsorten setzen ja gerade auf Erzählungen von Freiheit und Eigenverantwortung, auch wenn diese dabei dann oft inhaltlich verdreht wird (z.B. die Freiheit, weiterhin mit Erdgas zu heizen, verbunden mit der vollkommenen Ignoranz des drohenden Klimakollaps).



        Wir müssen verhindern dass die AfD unter dem Banner der Freiheit Fakten schafft, die uns in Zukunft immer stärker einschränken würden, wie z.B. eine Schwächung oder gar Zerschlagung der EU, die uns zu einem Vasallenstaat von USA/China/Russland degradieren würde.



        Die Blauen sind Verräter Deutschlands.

        • marilyn.hanson

          @V. Ohneland:

          Auf jeden Fall Aber die Verfechter*innen eines folgenlosen "Abhören unter Freunden - das geht gar nicht" gegenüber den noch US-demokratischen USA ja nun irgendwie auch. Wie passend, dass Trump nun diese Infrastruktur nicht nur geerbt hat, sondern ohne Gegenwehr von den "Demokrat*innen" in unserem Land nutzt (Ramstein etc.).

  • Fran Zose

    Ich fürchte der Autor hat recht; eine ebenso gute wie entmutigende Analyse für jemanden wie mich, der ein überzeugter Europäer und liberaler Konservativer ist da sich kein Ausweg aufdrängt.

    • Nachtsonne

      @Fran Zose:

      Den Ausweg hat Herr Merz, hat die CDU sich selbst verbaut, mit Ansage. Die Brandmauer hat die AFD enorm nach vorne gebracht. Wenn der Bundeshaushalt 2027 bekannt wird, werden viele CDUler den Sozialdemokraten folgen und ebenfalls über die Brandmauer klettern. Was erwartet die CDU vom Wähler, der gegenwärtig erkennbar Mitte rechts will aber Mitte links bekommt? Der Ausweg wäre eine Minderheitsregierung gewesen. Die hat die CDU allerdings ausgeschlossen - das war der Kardinalfehler. Merz ist erledigt als Kanzler.

  • AugenhöheStattTribalismus

    Danke, für das "gemütliche Links-rechts-Denken". Genau dort muss man ansetzen. Aber aufgrund des Lagerdenkens und dem neurologisch im Menschen verhaftetem Stammesdünkel (Tribalismus) gelingt genau das nur unter Schmerzen. Dabei ist das Thema nicht neu: R.D. Laing nannte die hermetisch geschlossene Gesellschaft einen "Nexus".

    "Vieles davon entzieht sich dem gemütlichen Links-rechts-Denken. Die AfD gewinnt Wähler von CDU und SPD, die neue Konstellation lautet: liberal und europäisch oder illiberal und national? Es ist in diesen Tagen völlig unklar, mit welcher Politik und Kultur eine bundesdeutsche, liberale und europäische Mehrheit erneuert und mittelfristig stabilisiert werden kann. Einfache Antworten (mehr Umverteilung, weniger Einwanderung) gibt es nicht."