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Möglicher AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt„Wenn die regieren, bin ich weg“

Queere, Migrant:innen, Künst­le­r:in­nen und Linke fürchten einen AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt – und fragen sich: gehen oder bleiben, falls es dazu kommt?

David Muschenich

Aus Magdeburg, Dessau und Quedlinburg

David Muschenich

Er wollte nicht weg. Sein ganzes Leben hat Christian Franke-Langmach in Sachsen-Anhalt verbracht. Er wuchs in der Altmark auf, im 200-Seelen-Dorf Wernitz und der kleinen Hansestadt Salzwedel, studierte in Halle und ging für die Arbeit nach Magdeburg. Als sein Mann dann vorschlug, Sachsen-Anhalt zu verlassen, hatte Franke-Langmach nur ein Wort im Kopf: „Shit.“ Das war vor mehr als drei Jahren. Damals wollte er nicht gehen. Inzwischen hat sich seine Meinung geändert.

Im Mai steht Franke-Langmach mittags auf der Sternbrücke in Magdeburg. Sein Blick schweift über die Landeshauptstadt. Die Elbe fließt unermüdlich nach Norden, der Dom erstrahlt in der Sonne. Warum will der 34-Jährige nicht mehr in Sachsen-Anhalt leben? Franke-Langmach denkt nach, setzt mehrfach an und sagt dann: „Ich liebe das Land. Aber viele wollen eine Partei wählen, die viel Schlechtes verursachen wird.“ Er meint die AfD.

Seit Monaten liegt die hier in den Umfragen bei über 40 Prozent. Das könnte für eine Alleinregierung reichen, wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünfprozenthürde scheitern. Es wäre die erste AfD-Regierung.

Wer in Sachsen-Anhalt mit Menschen spricht, die es nicht mit der national-autoritären Partei halten, hört von manchen, sie säßen „auf gepackten Koffern“: Aktivist:innen, Künstler:innen, Forscher:innen, Menschen mit Migrationsgeschichte und queere Menschen. Doch nicht nur sie äußern Sorgen davor, wie sich Sachsen-Anhalt verändern könnte.

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„Fühle ich“

Im Sommer vor einem Jahr steht Reiner Haseloff am Redepult des Landtags von Sachsen-Anhalt und deutet mit dem Finger nach rechts. Seit 71 Jahren lebt er zu diesem Zeitpunkt in Sachsen-Anhalt, 14 Jahre lang war er Landesvater. Trotzdem sagt er dort auf großer Bühne: Eine AfD-Regierung „wäre ein Grund für mich, darüber nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe“.

Als Franke-Langmach das gehört habe, habe er nur gedacht: „Fühle ich.“ Und er ist schon einen Schritt weiter. Sein Mann und er wohnen mittlerweile in Lübeck, Schleswig-Holstein. Dort sitzt die AfD nicht mal im Landtag, es gibt Backsteinhäuser, die ihn an die Altmark erinnern, und das Meer ist nicht weit. Aber Sachsen-Anhalt hat Franke-Langmach noch nicht losgelassen. Für die Arbeit pendelt er regelmäßig nach Magdeburg. Im Landtag ist er Büroleiter der Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz. In der Partei ist er schon lange, ab 2016 war er zwei Jahre Landesvorsitzender. Doch danach zog er sich aus der ersten Reihe zurück.

Im Mai an der Elbe schwärmt der 34-Jährige vom Dorfleben. Den Altmärker bekomme man nicht aus ihm heraus, sagt Franke-Langmach. „Wenn Jan Böhmermann in einem Video mit Absicht einen Salzwedeler Baumkuchen falsch anschneidet, von oben nach unten, statt quer, dann bin ich sofort in der Kommentarspalte und sage: Das ist ein Unding!“ Franke-Langmach spricht schnell und klingt immer noch wütend, obwohl das beschriebene Video schon zwei Jahre alt ist.

Aber wenn ihm die Altmark so am Herzen liegt, warum ist er dann mit seinem Mann nach Lübeck gezogen? „Mit den politischen Vorzeichen in Sachsen-Anhalt fühlten wir uns nicht wohl und sicher. Wir wollten nach Westdeutschland und ans Meer, so blöd das klingt.“ Es sei noch nie sonderlich entspannt gewesen, als schwules Paar in Sachsen-Anhalt öffentlich Händchen zu halten. „Aber ich würde das heute weniger machen als noch vor fünf Jahren.“ Die AfD habe die Menschen „verhetzt“, sagt Franke-Langmach. „Wenn die regiert, dann bin ich weg.“

Etwa 50 Kilometer die Elbe flussauf nach Südosten nimmt ein paar Wochen später Mahdi Osmani in seinem Büro in Dessau einen Schluck Wasser. Beim Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, kurz Lamsa, leitet er das Projekt „Demokratie in Vielfalt Anhalt“. Sowohl aus seinem persönlichen Umfeld als auch aus dem beruflichen Kontext kennt er Menschen mit Migrationsgeschichte, die aus Sachsen-Anhalt wegwollen. Das liege aber nicht an den hohen Umfragewerten antidemokratischer Parteien, sagt Osmani. Die seien nur ein Symptom. Der eigentliche Grund liege tiefer.

„Das ist das gesellschaftliche Klima. Diskriminierung beginnt nicht bei offenen Anfeindungen.“ Wenn bei einer Wohnungsbesichtigung direkt nach Leistungen vom Jobcenter gefragt werde statt nach dem Arbeitslohn, dann steckte dahinter ein Vorurteil: Menschen mit Migrationsgeschichte arbeiten nicht. Das vermittle subtil: Du gehörst nicht dazu. Das seien nicht bloß einzelne Erfahrungen, sondern die Summe aus vielen. „Ob Menschen bleiben oder wegziehen, hängt wesentlich davon ab, ob sie Vertrauen in das gesellschaftliche Miteinander entwickeln“, sagt er und verweist auf eine Umfrage der Forschungsgesellschaft Minor.

Die befragte im Auftrag der Landesregierung Menschen mit Migrationsgeschichte, ob sie in Sachsen-Anhalt bleiben wollen. Von 700 Befragten verneinte je­de:r vierte; die meisten davon wollten in ein anderes Bundesland. Repräsentativ ist die Umfrage nicht. Aber sie gibt Hinweise, warum Menschen gehen wollen. 75 Prozent gaben an, sie fühlten sich in Sachsen-Anhalt nicht willkommen, mehr als die Hälfte berichtete von Diskriminierung und Rassismus.

Ich zahle doch nicht Steuern, gestalte mit, arbeite, um mich bis ans Ende meines Lebens als Gast zu fühlen

Mahdi Osmani, Projektleiter „Demokratie in Vielfalt Anhalt“

Sachsen-Anhalt kennt die Folgen von Abwanderung schon heute. Kein anderes Bundesland hat in den vergangenen Jahrzehnten anteilig so viele Ein­woh­ne­r:in­nen verloren. Verglichen mit 1990 leben heute 26 Prozent weniger Menschen dort. Öko­no­m:in­nen warnen, dass weitere Abwanderung den Fachkräftemangel verschärfen könnte.

Doch für die Menschen mit Migrationsgeschichte gehe es um mehr als Arbeit, sagt Mahdi Osmani. Sie wollen dazugehören. Er selbst lebt seit 13 Jahren in Deutschland. „Sachsen-Anhalt ist meine Heimat geworden.“ Und ihm sei die Zukunft seiner Heimat nicht nur beruflich, sondern auch persönlich wichtig. „Aber ich zahle doch nicht Steuern, gestalte mit, arbeite, um mich bis ans Ende meines Lebens als Gast zu fühlen.“

Wie sich das ändern lasse? „Begegnung schafft Verständnis“, sagt Osmani. Es brauche einen respektvollen Dialog genau mit denen, die Vorurteile gegen Menschen mit Migrationsgeschichte hätten. „Nur dann erzielen wir Veränderung.“ Wegziehen helfe hingegen nicht. „Diskriminierung ist keine regionale Besonderheit. Sie begegnet uns in unterschiedlichen Formen überall.“

Ganz ähnlich klingt das bei Amanda: „Alle zeigen gerade mit dem Finger auf Sachsen-Anhalt. Klar ist das ein Hotspot, aber das Grundproblem gibt es überall.“ Amanda ist Musikerin, arbeitet in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Quedlinburg und ist Koordinatorin bei „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Harzkreis. Um ihre Familie zu schützen, möchte sie hier nur mit ihrem zweiten Vornamen genannt werden.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

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Auch Amanda habe schon von Freun­d:in­nen gehört, dass sie aus Sachsen-Anhalt wegwollten, falls die AfD gewinnt. „Wenn ihnen das Sicherheit gibt, ist das völlig okay“, findet sie. Für sie und ihre Frau sei das aktuell aber keine Option. Das liege zum einen an den zwei Kindern, die sie nicht aus dem gewohnten Umfeld reißen wollten. Zum anderen liege es aber auch an Quedlinburg selbst.

In der mittelalterlichen Stadt am Harz lebt Amandas Freund:innenkreis. Sie mag ihre Nachbar:innen, genießt das ruhige Umland. „Wir wollen hier nicht weg.“ Hat sich das gesellschaftliche Klima verändert? „Für mich als queer lebende Person nicht, aber für mich als Person of Colour schon.“ Alltagsrassismus, schräge Blicke, das habe zugenommen, sagt sie. Und wenn es um die Landtagswahl gehe, höre sie sogar von Menschen aus ihrem Bekanntenkreis: „Jetzt hilft es nur noch, die AfD zu wählen.“ Die müsse einmal „richtig aufräumen“, dann werde alles wieder super.

Dass sie das zu einer lesbisch lebenden Frau of Color sagten, „das blenden die komplett aus“. Wenn Amanda dann nachfrage, seien die Reaktionen peinlich überrascht. „In deren Köpfen bin ich ‚deutsch genug‘ und nicht gemeint.“ Sie selbst sei da aber nicht so optimistisch. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir Probleme bekommen.“

Aktuell fühle sie sich trotzdem weder unwohl noch bedroht. Dafür mache ihr eine andere Entwicklung Hoffnung: wie Menschen in Sachsen-Anhalt einander unterstützen und welche Netzwerke entstehen. „Wir sind so unterschiedlich, egal welche Herkunft, welche sexuelle Orientierung oder welches Alter, aber wir haben trotzdem das gleiche Ansinnen. Da passiert hier gerade sehr viel.“

Zurück in Magdeburg. Lässt Christian Franke-Langmach von der AfD-Politik betroffene Menschen eigentlich allein, wenn er sich ganz nach Lübeck zurückzieht? „Ja, da kann man nicht drum herumreden“, räumt er ein. Aber aufgegeben habe er noch nicht. Ohne national-autoritäre Regierung wolle er weiter in Sachsen-Anhalt arbeiten. „Ich tue alles dafür, damit wir keine AfD-Regierung bekommen.“

Für ihn persönlich gehe es dabei nicht nur um den Job bei den Grünen. Franke-Langmach ist auch Vorstand eines Vereins für geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe. Dessen Arbeit steht im AfD-Programm als Beispiel dafür, wie die vermeintliche „Regenbogenideologie“ gegen tradierte „Normalität“ kämpfe. Franke-Langmach sagt, dass es ermüdend sei, sich ständig mit solchen Anschuldigungen auseinanderzusetzen. In Lübeck leben, die Ruhe und Sicherheit im Privaten, das gebe ihm Kraft. Und die braucht er, um Menschen in dem Land zu unterstützen, aus dem er eigentlich gar nicht wegwollte.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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123 Kommentare

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  • Alex_der_Wunderer

    Nun ja. vielleicht hilft einigen Mitforisten ja ein kleiner, scheinbar notwendiger Diskurs in Punkto AfD



    share.google/xxZVESyhnkfEEfdZG

  • uvw

    Da hier einige bekanntgegeben haben, dass sie ganz aus DE auswandern wollen, noch was aus einer anderen Perspektive: Wer in einem sehr beliebten Einwanderungsland im Getränkeladen gesagt bekommt, Fußball sei was für Schwule, der kann Zweifel bekommen, ob es die richtige Wahl war. Tipp: Es war nicht der untere Teil von Turtle Island.

  • Chaos-NRW

    Auf der einen Seite ist die Reaktion absolut nachvollziehbar, auf der anderen Seite wird das Wegziehen vieler vernünftiger Leute die Mehrheitsverhältnisse zugunsten der AfD nur verbessern.

    • ToMuch

      @Chaos-NRW:

      Ach, wer geht denn wirklich? Dass ist doch nur das große Getöse vorher. Wer hat das denn in den USA alles gebrüllt vor Trump und wer ging dann wirklich? Und wir reden hier von schwerreichen Promis, die im jedem Land mit Handkuss genommen worden wären. Nicht Heinz und Helga aus Deutschland.

      • Kaboom

        @ToMuch:

        Vielleicht informieren Sie sich einfach mal darüber, wer die USA seit dem Beginn von Trumps 2. Präsidentschaft alles verlassen hat.



        Und was nun das Verlassen von braun regierten Gegenden in D angeht: Qualifizierte Menschen finden überall einen Job. Und es dürfte allgemein bekannt sein, dass viele Menschen Ostdeutschland schon den Rücken gekehrt haben. Die grundsätzliche Bereitschaft, das zu tun, ist dort höher als irgendwo anders in D.



        Und das ist ja auch genau so von der AfD beabsichtigt. Schriftlich niedergelegt u. a. in Höckes Buch.

        • ToMuch

          @Kaboom:

          Ich habe jetzt leider nix seriöseres gefunden, aber dass Richard Gere mit seiner Ehefrau, die spanische Wurzeln hat, nach, Überraschung, Spanien gezogen ist und man eigentlich nur bei Ellen DeGeneres weiß, dass es wegen Trump war, ist ziemlich dürftig…

          www.watson.ch/lebe...der-aktuelle-stand

          Aber ich freue mich auf seriösere Quellen. Dana Schweiger ist übrigens trotz großer Ankündigung noch dort. Ebenso wie die Kaulitz-Buben.

  • Metallkopf

    Erst wenn der letzte Asylbewerber deportiert, der letzte Dunkelhäutige aus dem Land geprügelt, das letzte Klassenzimmer wieder rein biodeutsch ist, werdet Ihr merken, dass Ronny und Silvio keinen guten Döner machen und sich die Jobs für die sich viele Deutsche zu schade sind, nicht von allein erledigen...

    • Abdurchdiemitte

      @Metallkopf:

      Einen Döner-Kalauer wollte ich an dieser Stelle auch bringen, aber dazu ist die Lage in Sachsen-Anhalt wohl zu ernst.



      Ich denke, es geht in erster Linie nicht um Döner-Buden, sondern um die dann fehlenden Pflegekräfte.



      Aber auch da: während eines Krankenhausaufenthaltes im letzten Jahr äußerte mein Bettnachbar doch tatsächlich, er möchte nicht von einer Schwarzen gepflegt werden. Da verschlägt‘s einem glatt die Sprache: hilfebedürftig zu sein und trotzdem angesichts des Pflegwnotstandes seinen Rassismus auszukotzen.



      Bei so einigen Mitbürgern scheint der Ernst der Lage wirklich noch nicht angekommen zu sein.

    • Kaboom

      @Metallkopf:

      Das ist für den durchschnittlichen AfD-Fanboy keine Drohung

      www.focus.de/kultu..._id_197534021.html

      Man stelle sich das mal vor. Man möchte in die Stadt zum Essen gehen, und hat die Wahl zwischen 47 Restaurants, die Eisbein mit Sauerkraut anbieten.



      🤢🤢🤢🤮🤮🤮

      • Alex_der_Wunderer

        @Kaboom:

        @ Kaboom



        Wie jetze ?



        🍽



        Die Eisbeine vom Nazis und dazu auf'm Wams Sauerkraut ? 😂🤑

      • Abdurchdiemitte

        @Kaboom:

        Dann hat man wenigstens nicht die Qual der Wahl. Das aber scheint dem deutschen Michel doch sehr genehm zu sein - und eingefleischte AfD-Wähler können Sie selbst dann nicht von ihrer Wahl abbringen, wenn das Essensangebot arisch-monoton wird bzw. es nur noch Pumpernickel* gibt. Kulinarische Monokultur.



        *Ich lebe zwar in Westfalen, habe aber nie verstanden, wie man dieses Zeugs in sich hineinstopfen kann, das einem ungefähr so schwer im Magen liegt wie ein Wahlsieg der AfD.

        • Kaboom

          @Abdurchdiemitte:

          Nuja, ein zweiter wichtiger AfD-spezifischer Faktor, der vielen Leuten im Osten (und auch manchem im Westen) gefällt, ist die Kultivierung von politischer Geisterfahrerei.



          Ob es nun darum geht, ausländische Restaurants zu vertreiben, der völlig durchgeknallte Hass auf die Regenbogenfahne, die Idee, Mädchen lieber früh schwanger werden zu lassen, als sie rechtzeitig aufzuklären, für Atomkraft zu sein und gleichzeitig Subventionen abzulehnen etc. pp.

  • Astrid Sehnefeld

    "Wenn die regieren, bin ich weg (...) Sein Mann und er wohnen mittlerweile in Lübeck, Schleswig-Holstein. Dort sitzt die AfD nicht mal im Landtag"



    Die AfD liegt auch in Schleswig-Holstein mittlerweile bei 18%...🤷



    In den reicheren Westbundesländern ist der finanzielle Speck der Menschen bekanntlich größer, aber auch da bricht sich der Unmut peu a peu Bahn.



    Wenn die Politik auch zukünftig nicht die Sorgen und Nöte der Wahlberechtigten ernst nimmt und diese politisch würdigt, wird die AfD Schritt für Schritt überall die Macht übernehmen.



    Alle Macht geht vom Volke aus - im Grundgesetz ist dieser Satz als Versicherung gedacht, in der Realität aber ist dieser Satz auch eine Drohung an die politische Obrigkeit.



    Die AfD ist, was die Guillotine während der französischen Revolution war - der Scharfrichter der Wut des einfachen Volkes.

    • Kaboom

      @Astrid Sehnefeld:

      Die AfD ist, was die Guillotine während der französischen Revolution war - der Scharfrichter der Wut des einfachen Volkes.

      Nein. Die AfD ist das, was die Prawda vor dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus war.



      Und genau wie die Prawda ihr Zielpublikum hatte, hat es auch die AfD.

    • TomZirn

      @Astrid Sehnefeld:

      Wann hat denn "die Politik" jemals "die Sorgen und Nöte der Wahlberechtigten" ernst genommen, war das denn jemals in der repräsentativen Demokratie so viel anders als heute? Geändert hat sich nicht so sehr "die Politik", sondern (weltweit) die Hemmschwelle, in diffusen, faschistischen Furor zu verfallen - angestachelt v.a. durch die "sozialen" Medien.

      • Zippism

        @TomZirn:

        Die Politik hat sich kaum verändert, nur die Bürger sind plötzlich allesamt dem „faschistischen Furor“ verfallen – und schuld sind im Wesentlichen die bösen sozialen Medien. Eine bemerkenswert bequeme Erklärung, wenn man sich mit den tatsächlichen Ursachen lieber nicht beschäftigen möchte.

        Denn natürlich hat sich sehr wohl etwas verändert. Die wirtschaftliche Lage vieler Menschen ist heute eine andere: steigende Wohn-, Energie- und Lebenshaltungskosten, Reallohnverluste über längere Phasen, unsichere Beschäftigung und das Gefühl, trotz Arbeit immer weniger Spielraum zu haben. Dazu kommen strukturelle Probleme bei Infrastruktur, Bildung, Pflege und öffentlicher Verwaltung. Das alles kann man nicht einfach wegmoderieren, indem man den Unzufriedenen einen „diffusen faschistischen Furor“ attestiert.

        Und nein, daraus folgt selbstverständlich nicht, dass die AfD irgendeine vernünftige Lösung für diese Probleme hätte. Aber wer ernsthaft verstehen will, warum sie Zulauf bekommt, sollte vielleicht einmal zur Kenntnis nehmen, dass Menschen nicht ausschließlich deshalb unzufrieden sind, weil sie morgens auf Facebook einen bösen Post gelesen haben.

        • ToMuch

          @Zippism:

          Beispiele:

          - wir warten seit über sechs Monaten auf die Zusage vom Bezirk für die Kostenübernahme im Seniorenheim für den Schwiegervater. Solange bekommt er auch kein Taschengeld und lässt seine Wut darüber an uns aus, da er nicht glauben kann (und ich auch nicht), dass sowas soooo lange dauern kann. Es gab aufgrund dessen schon erste Insolvenzen in Seniorenheimen, siehe ARD-Doku.

          - im an den TVÖD angegliederten Job meines Mannes wurde nun zum dritten Mal die eigentlich regulär vorgesehene Gehalts-Erhöhung übergangen, bei gleichzeitig immer schwierigerem Klientel, weil die Kassen leer sind

          - die Tochter hat nun endlich den Führerschein und ein Auto zusammen gespart, bei den Spritpreisen kann sie aber einfach nicht zu ihrem Job fahren und muss mit dem Schüler-Ticket (Azubi) mehr als drei Stunden täglich im Bus sitzen, seltsame Art einem jungen Menschen zu zeigen, dass sich anstrengen lohnt

          All das war in meiner Jugend früher nicht so. Früher dachte man arrogant beim 2 Mark Schnitzel in Bulgarien, wie toll Deutschland ist. Heute lebt man selbst in so einer „Bananen-Republik“, in der nichts klappt, nicht mal mehr die Bahn.

  • Mendou

    Im sicheren und ruhigen Lübeck haben sich die AfD Wahlergebnisse bei der letzten Wahl aber auch mehr als verdoppelt.

  • Chris McZott

    „Wenn die regieren, bin ich weg“ - Und wenn du weg bist, werden die weiter regieren...

    • Carsten S.

      @Chris McZott:

      Ja, das schon - aber man hat auch nur dieses eine Leben.



      Mit fast 60 würde ich jedem raten: Verkämpf' dich nicht, sondern schau, dass du glücklich bist.

      • Teleshopper

        @Carsten S.:

        Das Problem dabei ist, dass die Faschos aber kämpfen.



        Und wenn jeder einfach den Rückzieher macht und nur auf sein eigenes Glück schaut, es bald keine Rückzugsorte mehr gibt.



        Alleingelassen werde immer die die nicht einfach wegziehen können. Hier spricht dann plötzlich keiner mehr von Solidarität. In meinen Augen also eher eine neoliberale Haltung.

        • Carsten S.

          @Teleshopper:

          Ja, da haben Sie schon recht

          Wenn sich aber die Mehrheit in die Sch**** reiten will, sehe ich für die Minderheit keine Verpflichtung sich pfern.

  • Alex_der_Wunderer

    ⛔️Wenn Die Wähler im Osten uns durch ihr Wahlverhalten demonstrieren wollen, was sie von unserem Rechtsstaat halten und sich von unserem Rechtsstaat distanzieren wollen, sollten wir Ihre Wahlentscheidungen akzeptieren.



    Die von der AfD angedachten privaten Sicherheitskräfte können dann ab sofort die ehemaligen Zonen Grenzen wieder bewachen und wir Westler werden keinen Cent mehr in diese Gebiete im Osten investieren, nicht privat und auch keine Euro's von unseren Steuergeldern mehr - so sind die Konsequenzen, wenn man sich durch sein Wahlverhalten gegen unseren demokratischen Rechtsstaat stellt und diesen sogar als Endziel abschaffen will und nicht nur im Osten, sondern auch noch im Westen unseres Landes - eine Diktatur Regierung verankern will - wird ja wohl immer besser, wa ‼️

    • Astrid Sehnefeld

      @Alex_der_Wunderer:

      Zwei Drittel der AfD Wähler wohnen im Westen.



      Bin gespannt wie sie die ausgrenzen wollen...

      • Alex_der_Wunderer

        @Astrid Sehnefeld:

        @ Astrid Sehnefeld



        Nachdem viele Investoren mit ihrem Privatvermögen und die Bundesregierung mit Milliarden von Steuergeldern, mit denen auch der Wiederauf der völlig maroden, heruntergewirtschafteten DDR finanziert haben, Haben in der Zwischenzeit ca. ZWEI Millionen Ostdeutsche, vorallem jünge Ostdeutsche " Rübergemacht " zu uns in den Westen. Dadurch sind die zwar nach westlichen Standards aufgebauten Ortschaften bewohnbar gemacht worden, aber veröden nun, da die ursprünglichen Einwohner weggegangen sind. Diese jetzt im Westen lebenden Ostdeutschen , meinen nun einer AfD ihre Stimme zu geben.



        Faste dich doch an denn Kopf, als Westdeutscher, echt jetzt.

        • Strolch

          @Alex_der_Wunderer:

          Sie meinen also, dass alle AFD-Wähler im Westen aus den Osten kommen. Ich glaube Sie machen es sich sehr einfach.

    • Thutmerwe

      @Alex_der_Wunderer:

      Ja, die blöden Ossies wieder. Jetzt wollen sie schon den Westen übernehmen.



      Eine sehr bequeme Sicht, die leider ausblenden, dass laut Umfragen der Anteil der AFD Wähler auch im Westen inzwischen bei ca 25% liegt, - einem Wert, bei dem hier vor einigen Jahren auch schon verzweifelt gefragt wurde, warum "der Osten " braun wählt . Jetzt fragt aber keiner, warum "der Westen" das auch macht.



      (Von der einwandfrei westlich-demokratischen Herkunft vieler AFD-Führungskader wollen wir dabei gar nicht erst reden.)



      Und damit das niemand falsch versteht: Ich bin auch entsetzt von der Entwicklung in meinem ehemaligen Heimatbundesland, zumal ich dort noch viele Freunde habe, die eben Keine AFD- Fans sind. -Solche Kommentare wie Ihren finden die aber auch nicht lustig.

      • Alex_der_Wunderer

        @Thutmerwe:

        @ Thutmerwe



        Ca. zwei Millionen



        " Rübergemachte " aus dem Osten, nach dem die Grenzen geöffnet wurden, haben scheinbar das Bedürfnis hier im Westen ihre Stimme der AfD zugeben.



        Ihre nicht AfD Fans werden damit leben müssen , die Mehrheit entscheidet in einer Demokratie.



        Wenn Wähler , wie die Wähler der AfD sich durch Stimmenabgabe für die AfD - aber gegen unseren Rechtsstaat entscheiden, sind halt die Konsequenzen für den Westen daraus zu ziehen.

        • Thutmerwe

          @Alex_der_Wunderer:

          Komisch. Ich wohne seit über 30 Jahren in Nürnberg und leider haben recht viele meiner Kollegen deutlich zu verstehen gegeben, daß sie die AFD bereits gewählt haben oder es jetzt tun würden. Die meisten waren "Eingeborene".



          @kaboom



          Die AFD hat bereits 2025 bei der BT-Wahl in einigen "West-Ländern" um oder sogar über 20% erreicht. Seitdem ist sie auch hier in den Umfragen weiter gestiegen. Und selbst wenn man den gesamten Osten zu 40% AFD wählen läßt, reichen Grundkenntnisse in Prozentrechnung aus, um zu erkennen, daß es für die 29% in den aktuellen Umfragen um die 25% an Weststimmen braucht. - Ob einem das nun paßt oder nicht!

          • Alex_der_Wunderer

            @Thutmerwe:

            @ Thutmerwe



            Nürnberg ? !



            Wundert Sie da echt irgendwas ? Also ich hätte keinen Bock auf rechtsextremistische Nazis...

      • Kaboom

        @Thutmerwe:

        "der Anteil der AFD Wähler auch im Westen inzwischen bei ca 25% liegt,"

        Es gibt kein einziges Bundesland im Westen, wo die AfD 25% erreicht. Es dürfte also ziemlich unwahrscheinlich sein, dass für die Summe aller BL im Westen die AfD bei 25 % liegt.

        • Alex_der_Wunderer

          @Kaboom:

          @ Kaboom



          Es ist doch inzwischen für jeden denkenden Mitmenschen ersichtlich.



          Die ehemaligen AfD - in ihren Gründerjahren der Europäischen Union kritisch gegen über und als Währungskritische - dem Euro gegenüber, fungierende Partei, ist von ehemaligen SED-Mauerfallgegnern und rechtsextremistischen Nazis unterwandert worden.



          Wer da der Ansicht ist, der AfD seine Stimme geben zu müssen kann nur völlig BEKLOPPT sein, oder ?

          • ja wirklich?

            @Alex_der_Wunderer:

            Ja. Völlig bekloppt. Jedoch: Nicht ale Menschen sind bekloppt. Es gibt erstaunlicherweise und ermutigenderweise kleine Städte mit Stadträten, in denen kein einziger AgD Mensch sitzt. Echt jetzt, gibt es noch.

        • Frank Naumann

          @Kaboom:

          Im Osten leben ca. 1/7 der Wahlberechtigten.



          Der Rest ist Excel. Das sagt, im Westen liegt die AfD bei ca. 25%.

          • Kaboom

            @Frank Naumann:

            Offenkundig kann Excel nicht rechnen. Es gibt nämlich Umfragen zu jedem Bundesland, die Excel oder Ihr Excel widerlegen.

  • ja wirklich?

    ... nach Westdeutschland und ans Meer. Verstehen kann ich das bei diesem Mann. Als homosexueller Mann dann unter einer AgD Regierung leben müssen, das hört sich nicht zukunftsträchtig an. Nur schade - wieder zwei demokratische Menschen weniger. - Andererseits, ich kann's verstehen. In der ehemaligen DDR habe ich gemerkt, dass 40 Jahre Aufwachsen im DDR Staat nicht direkt vorbereitet haben auf ein Leben mit dem Grundgesetz und all den Widersprüchlichkeiten, und auf die nötigen Balanceakte, um im Westen zurecht zu kommen.

  • Andy Krisst

    Ich weiß nicht...ich jedenfalls würde mein Land, mein Bundesland, meine Stadt... nicht verlassen, nur weil die extreme Rechte stärkste Partei wird oder- davor bewahren uns Marx und Gott- gar den MP stellt! Kapitulation war und ist nicht mein Ding. Gerade eben weil ich an meiner Heimat hänge.



    Noch eine kleine Anmerkung;



    "“ Wenn bei einer Wohnungsbesichtigung direkt nach Leistungen vom Jobcenter gefragt werde statt nach dem Arbeitslohn, dann steckte dahinter ein Vorurteil: Menschen mit Migrationsgeschichte arbeiten nicht. Das vermittle subtil: Du gehörst nicht dazu. Das seien nicht bloß einzelne Erfahrungen, sondern die Summe aus vielen."" So im Artikel geschrieben.

    Viele Vermieter, ob privat, Genossenschaft etc nehmen gerade BürgerInnen, die auf ALG oder Bürgergeld angewiesen sind, gern als Mieter. Voraussetzung: Die Miete wird direkt vom Jobcenter an den Vermieter überwiesen!



    Das spielen Hautfarbe oder sexuelle Orientierung weniger eine Rolle.



    Und die Frage nach dem Jobcenter wird garantiert nicht nur POCs gestellt.

  • Reinero66

    Wenn ich das so lese, dann brauch die AfD ja nichts zu tun um eine "Remigration" durch zu führen und sich den "Erfolg" auf die Fahne schreiben.

    • Astrid Sehnefeld

      @Reinero66:

      Sagen und Tun sind zwei verschiedene Paar Schuhe...



      Wenn ich zurückdenke wer alles Hollywood oder die USA verlassen wollte, wenn Trump ein zweites Mal Präsident wird - und?



      Da wurden auch Kampagnen mit persönlichen Aufrufen von Stars gefahren, gebracht hat es nichts - Trump wurde trotzdem wieder Präsident.



      Wirklich gegangen ist aber auch kaum jemand 🤷



      Und heute zieht ICE durch die Straßen und Trump träumt von der dritten Amtszeit - und Hollywood?



      Redet nicht mehr über gehen wollen...



      Menschen sind vor allem Pragmatiker.



      Lauter reden als handeln ist typisch.

      • Abdurchdiemitte

        @Astrid Sehnefeld:

        Betroffen von der Trumpschen Politik sind halt nicht die ‚Reichen und Schönen’ an der kalifornischen Pazifikküste.



        Die (Massen)Proteste gegen das Wüten der ICE-Schergen sind von Minneapolis ausgegangen, nicht von Hollywood. Und sie waren immerhin so machtvoll, dass die ICE sich schmählich aus Minneapolis zurückziehen und Trumps Oberscherge (Sie wissen schon, der mit der SS-ähnlichen Uniform) gefeuert werden musste.



        Ein Sieg der US-Zivilgesellschaft, wenn auch nur ein partieller



        Jetzt sage nur niemand, dass das ein Beweis für das Funktionieren der Demokratie in den Staaten gewesen sei. Trumps Leute arbeiten mit Hochdruck weiter an der Demontage der demokratischen Leitplanken der US-Verfassung. Und sie lassen nicht locker, wie auch die AfD nicht locker lassen würde, sollte sie auch nur in einem Bundesland den Fuß in die Tür bekommen.

    • Kaboom

      @Reinero66:

      Letztes Mal hat es sich ausgezahlt, früh genug zu gehen.

      • Abdurchdiemitte

        @Kaboom:

        Nicht für alle. Für deutschs Atomphysiker schon, deren Know-how schliesslich von den Amis geschätzt wurde, weil sie es für ihr Atomprogramm benötigten.



        Literaten und Philosophen hatten es da schon schwerer. Nicht wenige fristeten ihre Existenz im Exil in bitterer Armut und Perspektivlosigkeir.



        Ich denke da an das tragische Schicksal des deutsch-jüdischen Philosophen Walter Benjamin, der nach missglückter Flucht aus dem besetzten Frankreich nach Spanien sein Leben mit Freitod beendete.

        • Kaboom

          @Abdurchdiemitte:

          " in bitterer Armut und Perspektivlosigkeir."

          ist immer noch besser wie tot, denke ich mal.

          "[...]Walter Benjamin[...]"

          Walter Benjamin hat sich das Leben genommen, weil ihm die Auslieferung nach Nazi-Deutschland drohte.

          • Abdurchdiemitte

            @Kaboom:

            Freitod/Suizid ist eine ganz persönliche Entscheidung, die ich nicht moralisch zu bewerten habe. Darum bin ich nicht so vermessen, zu beurteilen, ob ein Leben in bitterer Armut und Perspektivlosigkeit dem Freitod vorzuziehen sei.



            Diese Wahl hatte Walter Benjamin nicht, wie Sie richtigerweise feststellten. Angesichts dessen, seinen Henkern und damit dem sicheren Tod ausgeliefert zu sein, war der Freitod für ihn die einzig verbliebene Möglichkeit.

      • Reinero66

        @Kaboom:

        Es geht hier um ein Bundesland und nicht um die Republik.

        • Kaboom

          @Reinero66:

          So what?

          • Reinero66

            @Kaboom:

            Ganz einfach es geht um ein Bundesland in dem ca. 3% der Bevölkerung wohnen, das grenzt schon an Hysterie. Bei Bayern oder Baden-Württemberg würden wir über ganz andere Dimensionen reden z. B. Länderfinanzausgleich - Einstellung von Zahlungen etc.



            Ich weiß nicht, was sie sich vorstellen, das z. B. am Montag dann "Hexen Verbrennungen" oder ähnliches stattfinden?

            • Kaboom

              @Reinero66:

              Ich empfehle, das zu lesen, was Rechtsextremisten schreiben, und zuzuhören, wenn Rechtsextremisten über ihre Zukunftspläne schwadronieren. Und aus der Geschichte sollte man gelernt haben, das ernst zu nehmen.

              An dieser Stelle gibt es viele interessante Quellen. Die geleakten Chats der AfD-Funktionäre, das Buch von Herrrrn Höcke, die Sprüche von hohen AfD-Funktionären wie Frohnmeier, etc. pp.



              Man könnte sich auch mal ansehen, wer so alles von AfD-Parlamentariern in BT und dem LT in SA beschäftigt wird, und mit wem sich der Spitzenkandidat so umgibt.

              Wird das am Montag passieren? Vermutlich nicht. Aber die Neubraunen haben ja auch im Fall einer Mehrheit 5 Jahre Zeit.

  • EricU

    Es gibt sicher viele mögliche Gründe, wieso jemand beim Sieg einer abgelehnten Partei geht. Zu erklären wäre, wieso speziell "Queere" aus SA abwandern wollen, wenn eine Partei an die Macht kommt, deren Chefin offen lesbisch lebt. Auch die lesbische Person im Artikel erklärt nicht, wie ihr lesbischsein damit kollidiert.

    • Carsten S.

      @EricU:

      Für mich ist längst nicht klar, ob A. Weidel die erste lesbische Kanzlerin wird oder einfach nur die nützliche Idiotien, die vom Hof gejagt wird, sobald das rechte Establishment die Mehrheit sicher hat

    • Kaboom

      @EricU:

      Was hat eine in der Schweiz lebende Frau mit dem zu tun, was die AfD in Deutschland anrichten wird? Genau. Gar nichts. Die Hetze der Blaunen gegen Queer ist nicht weniger radikal als die Hetze der Partei gegen Ausländer. Und die von unserer Verfassung garantierten gleichen Rechte, die die Community für sich reklamiert, diffamiert der braune Bodensatz als "totalitär".



      Im Übrigen wird, sollten die Blaunen in SA an die Macht kommen – wie immer, wenn Rechtsradikale regieren – die Gewalt gegen Minderheiten explodieren. Und Frau Weidel und der Rest der AfD-Spitze werden dann vermutlich etwas Ähnliches sagen wie Trump nach der Ermordung des linken Demonstranten in Charlottesville durch einen Faschisten. "There were very fine people on both sides".

    • Forist Grump

      @EricU:

      Wie oft ich das schon gehört und gelesen habe! Ernst Röhm war ebenfalls mehr oder weniger offen homosexuell, und das war auch nicht der Grund für seine Ermordung durch die SS. Trotzdem wurden Schwule von seinen Gefolgsleuten von der SA verfolgt und zusammengeschlagen. Bei den eigenen Führungsfiguren macht man hingegen schon mal eine Ausnahme.

    • Der olle Onn

      @EricU:

      Schon gemerkt, das sich Weidels Privatleben und die Agenda ihrer Partei diametral gegenüber stehen?

  • Bussard

    Ich hoffe, dass viele gute Menschen den Mut und die Kraft finden, im Falle einer AFD-Machtergreifung das Land zu verlassen. Andere Bundesländer freuen sich über die Fachkräfte. Dann können die ganzen Meckerer und Besserwisser von AFD und ihren Sympathisanten mal zeigen, wie sie ihre "national befreite Zone" vollends vor die Wand fahren. Eventuell lässt sich so der Aufstieg der AFD im Westen noch eindämmen. Immerhin haben es ja die Kommunisten "drüben" auch geschafft, die DDR zu einem abschreckenden Beispiel zu machen und den Sozialismus nachhaltig zu diskreditieren. Ich bin mir sicher, die AFD schafft das mit umgekehrtem Vorzeichen auch mit ihrem dumpf-deutschtümeligen, nationalistischen Antiliberalismus.

    • Metallkopf

      @Bussard:

      Ich befürchte, bevor die das schaffen, dienen die anderen Ländern als dolles Vorbild und wir erleben eine Sezession der AfD-Länder zur "Definitiv Deutscheren Republik".

    • ja wirklich?

      @Bussard:

      ja, so sehe ich das auch.

  • Walter Bald

    Ich habe noch zwei Jahre bis zur Rente und denke auch daran, Deutschland zu verlassen, weil ich mich nicht mehr zuhause fühle.

  • Abdurchdiemitte

    Ein wichtiger Hinweis scheint mir die Feststellung der jungen Frau aus Quedlinburg zu sein, dass ihre bio-deutschen, AfD-sympathisierenden Bekannten sie persönlich garnicht zu den ‚Ausländern‘ zählten, die sie gerne ‚weghaben‘ würden.



    Woher kommt mir das bekannt vor? Aus den Erzählungen meines Grossvaters über den jüdischen Kleinunternehmer, bei dem er bis 1933 in Brot und Arbeit stand. Einer der ‚guten, anständigen‘ Juden, also die, die man persönlich kannte, Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen. Und trotzdem hat man bei deren Verhaftung, Misshandlung und Deportation tatenlos zugeschaut. Nicht wenige dachten: ein bisschen Arbeit im Osten wird den jüdischen ‚Blutsaugern‘, den Kriminellen und Arbeitsscheuen schon nicht schaden. Dann lernen sie ihre Lektion.



    Ich stelle mir vor, viele der heutigen AfD-Enthusiasten denken ähnlich. Dass aus einem Parteiprogramm und öffentlichen Reden Hass, Deportation, schließlich Mord erwachsen kann, daran denken sie nicht.

    • Forist Grump

      @Abdurchdiemitte:

      Meinem Eindruck nach zeichnet sich der typische AfD-Anhänger vor allem durch eine absolute Empathielosigkeit aus, ausgenommen vielleicht Menschen, die zu seinem eigenen familiären und sozialen Umfeld gehören.

    • Der olle Onn

      @Abdurchdiemitte:

      Ja. Kann schon sein, dass mancher stramm Gescheitelte seinen arabischen Friseur für seine akkurate Arbeit schätzt. Oder den Mann, der ihm lächelnd den Döner über die Theke reicht.



      Und ja: Ist die Frage, ob denen das am Ende nützt. Lässt sich ja nicht jeder dort frisieren...

      • Abdurchdiemitte

        @Der olle Onn:

        An die „stramm Gescheitelten“ habe ich dabei garnicht gedacht, sondern mehr an den netten Nachbarn von nebenan, der mich ohne Skrupel vor den Bus schubsen würde, sollten die politischen Umstände dafür günstig werden.



        Aber wahrscheinlich ist das nur mein individuelles Problem, wenn ich so misstrauisch bin.



        Misstrauen säen, das immerhin hat die AfD jetzt schon geschafft.

  • Martin Sauer

    Ostdeutschland hat seit der Wiedervereinigung 16 % der Bevölkerung verlassen. Die Arbeitsosenquote ist ein Prozentpunkt höher als in Westdeutschland. In der Gesamtheit 14 % mehr Arbeitlose. Und das Bruttoinlandsprodukt ist in Ostdeutschland niedriger als in Westdeutschland. Und jetzt kommt es, die AfD hat noch nie in einem Landtag oder bundestag regiert. war noch nie im Bundestag vertreten. Und jetzt erzählen Künstler u.a. davon das sie Sachsen Anhalt verlassen wollen. Zuzüglich zu den 12,2 Milionen dieOstdeutschland schon verlassen haben.

    Die besten sind die Kaulitzbrüder, die wollen wenn hier die AfD regiert nicht mehr nach Deutschland kommen. die leben in den USA unter Trump. Und wieviel Künstler, Migranten, Professoren wollten nach der Wahl von Trump das Land verlassen. Sogar die deutsche Schauspielerin Dana Schweiger wollte die USA nach der ersten Trump Wahl verlassen. Trotzdem haben die US Amerikaner Tump gewählt und Frau Schweiger ist immer noch in den USA

    • hedele

      @Martin Sauer:

      Wenn die Temperatur nur langsam steigt, bleibt der Frosch erstmal imwarmen Topf sitzen. Trotzdem ist es falsch.



      Schon 33 war es in meiner Heimatstadt Papenburg so, dass im Grunde nur die jüdischen Nachbarn ausgereist sind, die zusammengeschlagen wurden oder die mit einem Sandwichschild "Ich schlachte Eure Kinder" durch die Stadt geschickt wurden. Letzteres ist dem Metzger Mindus passiert. Diese Familien haben überlebt, die anderen acht Familien sind fast alle in Riga, Ausschwitz oder Theresienstadt ums Leben gekommen.

  • Troll Eulenspiegel

    Vor knapp 100 Jahren gab es Menschen, die freiwillig ausgereist sind, weil sie wussten, dass es zu einer Tragödie kommen wird.



    Es ist daher nicht falsch, heute dasselbe zu tun, wenn Hopfen und Malz verloren sind.

  • Chris55

    Lassen Sie doch einmal die Menschen zu Wort kommen, welche weggehen würden, wenn alles so bleibt wie es ist! An den jetzigen Zuständen ist die AFD nicht schuld! Denn sie hat in Sachsen - Anhalt noch nie regiert!

    • Gerhard Krause

      @Chris55:

      Wir tauschen hier ja Meinungen aus. Und aus dieser Sicht ist es nicht nur meine Meinung, dass man nicht regieren muss, um Einfluss zu nehmen und (negative) Tatsachen zu setzen, u. a. weil diese Leute die Menschen gegeneinander aufhetzen und dumme Debatten führen, sondern ebenfalls, dass wir diejenigen, welche in Ihrem Sinne 'weggehen würden', ziehen lassen sollten.

    • nihilist

      @Chris55:

      Wer soll das sein?

      • Zippism

        @nihilist:

        „Wer soll das sein?“ – Na, zum Beispiel die 288.579 Deutschen, die allein 2025 ins Ausland gezogen sind. Und das ist kein Bauchgefühl, sondern die Wanderungsstatistik des Statistischen Bundesamtes. Unterm Strich verlor Deutschland 2025 dadurch 96.689 deutsche Staatsbürger. 2024 waren es bereits knapp 81.000.

        Natürlich ist nicht jeder davon aus politischen Gründen gegangen. Aber genau deshalb ist Ihr „Wer soll das sein?“ so herrlich ahnungslos: Es gibt sie – und zwar in sechsstelliger Zahl.

        Und bevor Sie jetzt wieder die AfD dafür verantwortlich machen: Sie regiert Deutschland nicht. Vielleicht wäre es ja tatsächlich einmal interessant, die Menschen zu fragen, warum sie gehen, statt ihnen vorsorglich zu erklären, dass ihr Problem eigentlich die falsche Partei ist.

        • hedele

          @Zippism:

          Die meisten sind in die Schweiz oder nach Österreich ausgewandert, wo es ja nun gerade nicht weniger Ausländer gibt (gefühlt sogar 100%!, Scherz), aber vor allen Dingen eine bessere Bezahlung und man keine neue Sprache lernen muss, sondern nur sollte (Schwitzerdütsch).

          • Zippism

            @hedele:

            Genau – und damit bestätigen Sie eigentlich meinen Punkt. Dass viele Menschen wegen besserer Bezahlung oder anderer wirtschaftlicher Gründe in die Schweiz oder nach Österreich gehen, widerlegt meine Aussage nicht, sondern zeigt, dass die Gründe für Auswanderung vielfältig sind.

            Ich habe ja ausdrücklich nicht behauptet, dass die 288.579 Menschen Deutschland verlassen haben, weil sie plötzlich politisch zur AfD übergelaufen sind. Die ursprüngliche Frage war schlicht: „Wer soll das sein?“ – also wer sind die Menschen, die möglicherweise gehen würden, wenn die Entwicklung so weitergeht?

            Und da wird es doch interessant: Wenn selbst die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen inzwischen so unattraktiv sind, dass Menschen trotz fehlender Sprachbarriere lieber in die Schweiz oder nach Österreich gehen, sollte man vielleicht nicht so tun, als bestünde die Unzufriedenheit der Bevölkerung ausschließlich aus eingebildeten „Sorgen“ oder von Social Media erzeugtem Furor.

        • Gerhard Krause

          @Zippism:

          Hier kann doch nicht "Zahl" gleich "Zahl" sein. Da hängt, je nach Schreibe und Schreiber, schließlich eine Botschaft daran. Zumindest dadurch ist die Skepsis von User nihilist doch aber berechtigt.

          • Zippism

            @Gerhard Krause:

            Natürlich ist die Skepsis berechtigt – gegenüber meiner Behauptung, die ich überhaupt nicht aufgestellt habe. Ich habe ausdrücklich geschrieben, dass selbstverständlich nicht jeder Auswanderer aus politischen Gründen geht. Genau deshalb ist es schon bemerkenswert, wie verzweifelt Sie versuchen, aus einer Wanderungsstatistik eine „Botschaft“ herauszulesen, die dort gar nicht behauptet wird.

            Der Ausgangspunkt war die Frage: „Wer soll das sein?“ Meine Antwort darauf war: Es gibt tatsächlich Menschen, die Deutschland verlassen, weil sie mit der Entwicklung hier unzufrieden sind. Und zwar nicht nur drei exemplarische Gestalten aus dem Bekanntenkreis, sondern Hunderttausende Menschen, die jedes Jahr auswandern.

            Dass die Gründe dafür vielfältig sind – Gehalt, Steuern, Wohnkosten, Bürokratie, politische Entwicklung, Lebensqualität oder schlicht persönliche Gründe – macht diese Menschen nicht plötzlich unsichtbar.

            Und der eigentliche Witz an Ihrem Einwand ist doch: Wenn man die Gründe gar nicht erheben will, bevor man sie politisch einordnet, kann man anschließend natürlich wunderbar behaupten, es gäbe sie nicht.

    • Sonntagssegler

      @Chris55:

      Die CDU bedroht keine AfD-Wähler, umgekehrt schon.

  • iRolleder

    Der Artikel beleuchtet leider nur in aller Detailliertheit, was ein Sieg der AfD für Queere Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund bedeutet. Das für sich genommen ist sicherlich schon schlimm genug. Noch viel einschneidender finde ich den Einfluss, den die AfD über die Bildungspolitik auf die Kinder nehmen will. Trennung statt Inklusion und gemeinsames Lernen. Größerer Fokus auf nationale Identität etc. Vielleicht, sollte man auch darüber berichten.

    • Kaboom

      @iRolleder:

      Der mögliche Austritt aus der Kultusministerkonferenz würde bedeuten, dass ein Abitur aus SA im Rest des Landes nicht mehr anerkannt wird.



      Die Bürger in SA haben die Wahl.

  • Desdur Nahe

    Naja, mal abwarten, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.



    Wenn ich noch daran denke, wie viele Menschen (allen voran die Promi-Riege) damals ihre Auswanderung medienwirksam angekündigt haben, sollte Trump jemals Präsident werden. Und wie viele haben es dann tatsächlich gemacht? Eben.



    Dennoch bei jedem Einzelfall nachvollziehbar und eine freie Entscheidung. Nur: Wohin?



    Die Statistiken zeigen, dass politisch oftmals "die Mitte" am sichersten ist. Spitzenreiter bei Queerfeindlichkeit ist seit Jahren Berlin. Da haben die Rechten in den letzten Jahren ja eher weniger regiert.



    Und was nicht vergessen werden sollte: Bundesland wechseln ist nicht mal so eben easy gemacht: Job, Wohnung, Freundeskreis etc.



    Geht sicherlich bei z. B. Hrn. Kerkeling (Berlin nach Köln) einfacher als bei "Normalos".

    • LuckyLulu

      @Desdur Nahe:

      Ich denke mal in Berlin gibt es viel mehr queere Menschen weil die Stadt über Jahrzehnte (eigentlich noch länger) ein Anziehungspunkt für queere Menschen ist. Das heißt natürlich auch dass hier potentiell mehr queere Menschen in der Öffentlichkeit unterwegs und damit auch angreifbar sind ...

      Im ländlichen Sachsen-Anhalt dagegen gibt es gar keine Öffentlichkeit in der Mensch sich aufhalten könnte. Wer das Haus verlässt tut dies in aller Regel motorisiert und ist hinter der Karosserie nur schwer verbal oder tätlich angreifbar ...



      Generell gibt es auf dem Land nur wenige Dritte Orte an denen sich Menschen aufhalten können und wo sich Konflikte zwischen ihnen aufbauen könnten.



      Wenn es doch Dritte Orte auf dem Land gibt werden diese tendenziell nur von Gleichgesinnten aufgesucht und sollte doch mal wer anders unterwegs sein ist das immer noch Sohn/ Tochter von und die soziale Kontrolle wirkt dann ... In Städten kennen sich Täter*innen und Opfer in der Regel nicht das begünstigt natürlich aggressivere Verläufe und unbekannte Täter*innen sind zwar für die Strafverfolgung schwerer greifbar, aber gleichzeitig ist es leichter eine Anzeige gegen unbekannt zu stellen als gegen die Nachbarn.

      • Der olle Onn

        @LuckyLulu :

        "Im ländlichen Sachsen-Anhalt dagegen gibt es gar keine Öffentlichkeit in der Mensch sich aufhalten könnte. Wer das Haus verlässt tut dies in aller Regel motorisiert und ist hinter der Karosserie nur schwer verbal oder tätlich angreifbar ..."



        Hä? Das "ländliche Sachsen-Anhalt" ist nicht Mittelsibirien (auch wenn das manchmal in Kommentaren gern gleichgestellt wird) es gibt hier durchaus einige Städte... Wenngleich die zum Glück mit Berlin nicht mithalten können.



        Was Berlin betrifft: So wie es dort sicherlich touristische Queere in hoher Zahl gibt treffen sich dort auch "touristische Angreifer". Je nach Gelegenheit.

    • Andreas J

      @Desdur Nahe:

      Es geht nicht nur darum was die AfD macht, sondern auch wie sich ihre Wähler auf der Straße verhalten werden. Auf Sozial Media herrscht teilweise Pogromstimmung.

    • Abdurchdiemitte

      @Desdur Nahe:

      „… mal abwarten, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“



      Tut mir leid, aber speziell bei diesem Spruch stellen sich mir die Nackenhaare auf. Haben Sie eine Ahnung, warum? Kleiner Tipp: es hat mit der von Charlotte Knobloch angestoßenen Debatte zu tun.



      Und auch ansonsten finde ich Ihren Kommentar einfach unterkomplex: „Spitzenreiter bei Queerfeindlichkeit ist seit Jahren Berlin. Da haben die Rechten in den letzten Jahren ja eher weniger regiert.“



      Ohne Worte!

      • Desdur Nahe

        @Abdurchdiemitte:

        "stellen sich mir die Nackenhaare auf"



        Ihre Nackenhaare werden die Interviewten aber wenig beeindrucken. Egal wie die Wahl ausgehen wird, ein großer Teil der Auswanderungsankündigungen wird nicht umgesetzt werden, und nur darauf bezog sich die Lebensweisheit. Vielleicht kann die taz da ja am Ball bleiben und in einem Jahr die Personen nochmal besuchen?



        "einfach unterkomplex"



        "Unterkomplex" ist aber kein Synonym für "unbequeme Realität", falls Sie das sagen wollten. Die Aussage selbst kann man schlecht anzweifeln, die Zahlen sind ja öffentlich.



        Andere Interpretation: "Wenn ein Bundeland rechts regiert wird, dann ist die Regierung die Ursache für Queerfeindlichkeit. Wird es links regiert, dann kann die Regierung auf keinen Fall die Ursache für Queerfeindlichkeit sein."



        Klingt nach "Wir sind die Guten, moralisch überlegen, machen keine Fehler und müssen uns deswegen auch nicht hinterfragen. Und wer es doch wagt, handelt unterkomplex, nackenhaarsträubend und spielt den Rechten in die Hände".



        Also Augen zu, "ohne Worte" und weiter wie bisher. Und dann plötzlich heißt die Kanzlerin Weidel und alle so: "Oh nein, wie konnte das denn passieren?"

        • Abdurchdiemitte

          @Desdur Nahe:

          Sie können mir so viele Statistiken um die Ohren hauen, wie Sie wollen. Ohne Analyse, warum die Zahlen so sind, wie sie sind, haben sie nur wenig Aussagekraft. Oder man kann alles und jedes in sie hineinlesen.



          Ich wollte Ihnen ja auch nicht auf den Schlips treten, sondern lediglich dazu anregen, in die ‚Tiefenschichten‘ Ihrer eigenen Aussagen zu tauchen. Das Thema Berlin und Querfeindlichkeit ist dafür geradezu prädestiniert.



          Übrigens müssen Sie nicht mich für eine im Bereich des Möglichen liegenden AfD-Kanzlerin Weidel verantwortlich machen. Ich höre nicht zu denjenigen, die dafür plädieren, die AfD wie eine ‚normale‘ Partei zu behandeln.

          • Desdur Nahe

            @Abdurchdiemitte:

            "Ich wollte Ihnen ja auch nicht auf den Schlips treten"



            Alles gut, ich empfinde das eher als interessanten und inspirierenden Austausch. Und finde es toll, dass die taz das als eines der wenigen Medien noch zulässt.



            "nicht zu denjenigen ...AfD wie eine ‚normale‘ Partei zu behandeln."



            Muss man auch nicht. Aber (nicht auf Sie persönlich gemünzt) es ist gefährlich, die AfD-Wählenden nicht als "normale" Menschen zu sehen. In vielen Gesprächen (subjektive Erfahrung) ging es auf der einen Seite darum, dass man die Wählenden zurückgewinnen müsse. Dann aber wurde deutlich, dass man mit "solchen Leuten" nichts zu tun haben wolle. Der Rechtsruck ist, na klar, die Schuld von Rechten. Selbstkritik? Fehlanzeige. Zur Studie der Universität des Saarlandes (wonach das Thema Migration für bis zu 90% der AfD-Wahl ausschlaggebend war) Zitat: "Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast". Passt nicht ins Weltbild, kann also nur fake sein.



            Wie gesagt: Subjektiv, nicht repräsentativ, aber lässt einen dennoch ratlos zurück, während die absolute Mehrheit vor der Tür steht.

            • Abdurchdiemitte

              @Desdur Nahe:

              Darin stimme ich ja zu, AfD-Wählende als normale Mitbürger zu betrachten. Ich dämonisiere ja nicht die Wähler der AfD, wenn ich von den Gefahren ausgehe, die von einer Regierungsbeteiligung oder - wie in Sachsen-Anhalt zu befürchten - einer absoluten parlamentarischen Mehrheit ausgehen. Manch einer mag sich dieser Gefahren auch nicht bewusst sein (dagegen hilft Aufklärung), der harte Kern jedoch vertritt ein geschlossenes rechtsextremistisches, gewaltförmiges und rassistisches Weltbild.

    • Sonntagssegler

      @Desdur Nahe:

      Es sind zwar weniger ausgewandert aber tatsächlich ist es in den USA deutlich schlimmer gekommen als die meisten vermutet hatten.

  • Der olle Onn

    "Sachsen-Anhalt kennt die Folgen von Abwanderung schon heute. Kein anderes Bundesland hat in den vergangenen Jahrzehnten anteilig so viele Ein­woh­ne­r:in­nen verloren."



    Kann es sein, dass der Autor da etwas miteinander vermengt, das nicht zusammengehört, nur weil die Zahlen grad so schön passen?



    Sachsen-Anhalt hat in den Neunzigern eine halbe Generation junger Mitbürger verloren, weil die politisch geschaffenen Bedingungen ihnen in naher Zukunft weder einen guten Arbeitsplatz noch eine sichere Zukunft versprachen. Dieses Ausbluten wiederum hat das Nachwachsen der nächsten Generation junger Menschen verhindert, die vielleicht offeneren Blickes in die heutige Welt schauen würden.



    Davon abgesehen wäre es freilich ein Verlust, wenn viele Menschen, die sich bereits über Jahre hier integriert haben - ja, durchaus auch Immigranten - das Land verlassen würden.

    • Klabauta

      @Der olle Onn:

      "Kann es sein, dass der Autor da etwas miteinander vermengt, das nicht zusammengehört, nur weil die Zahlen grad so schön passen?"

      Ich habe eher den Eindruck, dass Sie da etwas herauslesen, was so nicht dasteht. Der Autor stellt nur eine Tatsache fest, nämlich, dass Sachsen-Anhalt seit 1990 26% seiner Einwohner*innen verloren hat. Er schreibt nirgendwo - auch nicht implizit - dass das etwas mit einer in der Vergangenheit liegenden rechten Stimmung im Land zu tun hat. Er verweist lediglich darauf, dass ein Sieg der AfD die Abwanderung noch vorantreiben könnte.

      • Der olle Onn

        @Klabauta:

        Mag sein, dass er das tatsächlich so meint. Kann man jedoch auch anders herum auffassen. Für mich liegt diese Möglichkeit jedenfalls nahe. Und vermutlich für den Einen oder Anderen auch. Ich hätte an Stelle des Autoren den Hintergrund immerhin erwähnt.

    • mats

      @Der olle Onn:

      Ich finde schon, dass das zusammengehört. Denn wie Sie richtig schreiben, ist in vorherigen Jahrzehnten vor allem eine ganz bestimmte Selektion von Menschen abgewandert. Und genau dieselbe Selektion wird wieder die Beine in die Hand nehmen, wenn die bläuliche Spießerpartei "mal richtig aufräumt": Junge Gutgebildete, 50% davon Hochqualifizierte. Diese Tendenz kennt man mittlerweile gut, z.B. aus Polen unter PIS oder Ungarn unter Orbán. Und auch in Italien ist die für Mitteleuropa generell sehr hohe Abwanderungsquote unter Meloni nochmals gestiegen.

      • Der olle Onn

        @mats:

        Ja, vielleicht. Dennoch bin ich vorsichtig, wenn es um geäußerte Absichtserklärungen geht. Zumal gerade unter den Jüngeren jetzt durchschnittlich (statistisch ermittelt) eine höhere Anzahl zur AfD tendiert. Habe da gerade einen bestens situierten Arzt erlebt, der sich offen damit brüstete AfD-Wähler zu sein. Bis zum "Warum" sind wir nicht gekommen.

  • amigo

    Herzlichen Glückwunsch zum Wahlausgang! Endlich zieht völkische Logik in die Landespolitik ein. Wenn nun alle aus Sachsen-Anhalt verschwinden müssen, die nicht ins völkische Schema passen – egal ob Migranten oder queere Menschen –, offenbart sich die ganze Pracht dieser Vision: Die absolute, ungestörte Öde.



    ​Wer braucht schon Fachärzte, Pflegekräfte, Lehrkräfte oder Handwerker, solange der Stammbaum stimmt und die Norm erfüllt ist? Über die verwaisten Straßen rollen nur noch die Umzugswagen gen Westen, während in den leeren Krankenhäusern und zusammengebrochenen Betrieben das große Schweigen einkehrt. Die verbliebenen Gesinnungsgenossen sitzen dann endlich ganz unter sich im Ruinenfeld.



    ​Aber keine Sorge: Wenn die Wirtschaft komplett kollabiert und das Land verfällt, war daran natürlich keinesfalls die eigene Vertreibungspolitik schuld – sondern ganz sicher die da oben! Ein grandioser Sieg der Ausgrenzung über den gesunden Menschenverstand. Magdeburg macht das Licht aus!

    • Hitchhiker

      @amigo:

      Vielleicht findet ja auch ein Zuzug statt, falls es dort mehrheitlich weiß und konservativ wird.....genug Anhänger für ein solchen Ort gibt es ja Bundesweit....falls es dann keine blühende Landschaften dort gibt, wissen sie an den eigentlichen Feindbildern liegt es nicht ;)

    • Sonntagssegler

      @amigo:

      So blöd war Meloni nicht und die AfD ist es auch nicht.



      Und wenn doch, gibt es immer noch die kommunikative Manipulation a la Tump.



      Und ja, die funktioniert super.

  • Il_Leopardo

    Spätestens als Siegmunds "Anheizer" auf Wahlkampfveranstaltungen ein lautes "Sieg" riefen und die Menge daraufhin mit "Mund" antwortete, dachte ich, dass jetzt doch die Menschen mal aufwachen müssten.



    Nun denn - einige Angehörige der Minderheiten sitzen wohl schon auf gepackten Koffern.



    Wenn dann noch alle Syrer die Koffer packen müssen und möglicherweise auch noch die Ukrainer, die der AfD ja ein Dorn im Auge sind, zusätzlich alle Ausreisepflichtigen interniert sind, dann wird der "schöne Siggi" feststellen, dass man mit den paar Alten im Land noch lange keinen "Staat machen kann".



    Okay - ich habe jetzt übertrieben. Aber warten wir's ab. Die Fiktion wird ja manchmal von der Realität eingeholt oder sogar überholt.

  • Nachtsonne

    Nicht vergessen: Die AFD wird nicht gewählt weil ihre Politik so gut wäre, sondern weil die Politik der sich in der Regierung befindlichen Parteien mehrheitlich abgelehnt wird. Wenn man dann dem Wählerwunsch nicht tendenziell entgegen kommt, sollte man sich über die Gegenreaktion des Wählers nicht wundern. Überspitzt formuliert kann man auch sagen: Erst eine Politik verantworten, die die AFD groß gemacht hat und sich dann aus dem Staub machen. Muss man nicht gut finden.

    • Kaboom

      @Nachtsonne:

      Im Gegenteil. Die AfD wird gewählt, weil die Wähler die Ideologie der Partei teilen. 1/3 befürwortet Gewalt gegen Andersdenkende, über 40 % liebäugeln mit einem Ein-Parteien-Staat mit "starkem Führer".

      • Metallkopf

        @Kaboom:

        Das ist aber auch in anderen Parteien nicht so arg selten, fürchte ich. Den Wunsch nach dem "starken Führer" hat die beispiellose Führungsschwäche nahezu aller Kanzler seit Merkel befeuert. Alles Kandidaten vom Schlage "Wasch' mich, aber mach' mich nicht nass!"

        Es gibt tatsächlich wenige Spitzenpolitiker von Format, die polarisieren und auch Gegenwind aushalten können. Das macht AfD-ler, die von solchem Gegenwind quasi leben, für manche attraktiv.

        Herbert Wehner oder Helmut Kohl, Helmut Schmidt oder Franz-Josef Strauß musste man bestimmt nicht lieben. Aber man musste sie ernst nehmen, weil sie so etwas wie Konsequenz besaßen.

    • Waldreamer

      @Nachtsonne:

      Es gibt aber auch zig andere Parteien (gerade auf den Bundestagswahlzetteln), die man hätte wählen können, aber seit jeher die 5%-Hürde nicht schaffen. Vielleicht fehlen Erfahrung und das Marketing, aber einige von ihnen scheinen weniger abgedroschen als die etablierten Parteien.

      Ich habe über die Zeit den Eindruck gewonnen, dass es nicht bloß Protest ist. Ein gewisses "rohes" Mindset gehört auch dazu, um die AfD zu wählen.

      • FriedrichHecker

        @Waldreamer:

        Es gab schon viele dieser Parteien, deren beginnender Höhenflug bei weitem nicht soviel Unruhe unter den "etablierten" Parteien für Unruhe gesorgt hat. Oder hat etwa der Höhenflug der Piratenpartei für vergleichbare Reaktionen gesorgt wie der Höhenflug der AfD?

    • Axotono

      @Nachtsonne:

      Das unterstellt dem Wähler jedoch, er sei so etwas wie ein Kind. Trotzreaktion, kann man eben nichts machen. Würde man ihn/sie hingegen wirklich ernstnehmen, dann auch in der Wahl einer rechten Partei, mit allen Inhalten und Konsequenzen. Man kann nicht sagen einerseits "Wählerwille ernst nehmen" und zugleich "Reaktion unmündiger Protestler".

    • Abdurchdiemitte

      @Nachtsonne:

      „Die AfD wird nicht gewählt weil ihre Politik so gut wäre, sondern weil die Politik der sich in der Regierung befindlichen Parteien mehrheitlich abgelehnt wird.“



      Aha. Dass die etablierten Parteien eine Sch … politik machen, gibt den Leuten also das Recht, eine Nazipartei zu wählen, die alles kurz und klein schlagen wird, was sie in ihre Hände bekommt und nicht in ihr Streichholzschachtel-Weltbild passt.



      Die Leute jammern, dass ihre schöne, überschaubare DDR-Welt zerbrochen ist - im Westen analog deren schöne, überschaubare BRD-Wirtschaftswunderwelt -, vermissen Nachbarschaftshilfe und Nestwärme, beklagen sich über soziale Kälte, schreien aber permanent nur „Ich, ich, ich zuerst!“



      Wenn das kein Widerspruch und obendrein regressiv-infantiles Verhalten ist, weiß ich es auch nicht.

  • Hans Dampf

    Ex-Linke Sarah Wagenknecht als Steigbügelhalter der AfD

    Ist es nicht eine ganz traurige Ironie der Geschichte, dass möglicherweise ausgerechnet eine Ex-Linke, die rechts abgebogen ist, der AfD zum Sieg verhelfen könnte. Mit besten Empfehlungen von Oscar la Fontaine, auch ein Ex-Linker.



    Da frage ich mich: Waren die immer ein rechter Wolf im linken Schafspelz?

    • Thomas O´Connolly

      @Hans Dampf:

      Oder: Sind die Unterschiede zwischen Völkischer Front und Volksfront schon immer höchstens rein akademischer Natur gewesen und in der Praxis schnell verschwunden?

  • DiMa

    Das kann ich gut nachfühlen, zwar aus einer anderen Perspektive und in meinem Fall Berlin, nur wenn das Gefühl der Heimat verloren geht, dann ist es halt Zeit zu gehen. Für mich reichte da ein Umzug innerhalb Deutschlands nicht mehr aus. Ende des Jahres bin ich dann mal weg. Das liegt ja ganz im Trend.

    • nihilist

      @DiMa:

      Gute Reise.

      • DiMa

        @nihilist:

        Danke.

    • rero

      @DiMa:

      Ja, das liegt im Trend.

      Parteiübergreifend.

      Die INSA.Studie besagt, dass die Auswanderer am meisten unter AfD-Wählern zu finden sind.

      • Alex_der_Wunderer

        @rero:

        @ rero



        Wir sind auch keine AfD Wähler, aber Barbados ist echt cool und bietet sich auch für einen längeren Aufenthalt prima an.



        Etwas längerer Hinflug aber machbar, selbst mit Hund.

      • DiMa

        @rero:

        Hmm. Ich kenne die INSA Studie nicht (bitte verlinken). Ich für meinen Teil bin auch kein AfD Wähler. Soweit ich es sehe, verlassen Leistungsträger das Land. Menschen, die es sich leisten können, auch anderswo zu leben und zu arbeiten, Menschen die bisher hier sehr hohe Steuern gezahlt haben.

        Auf die Statistiken in diesem Jahr bin ich tatsächlich sehr gespannt.

        • rero

          @DiMa:

          Auf die schnelle:



          www.forschung-und-...swandern-133711909

          Vergleichbare Artikel gibt es auch auf anderen Seiten.

          Ich habe dazu Anfang des Monats einen Artikel gelesen, ich weiß aber nicht mehr genau, in welcher Zeitung.

          • DiMa

            @rero:

            Danke. So ganz richtig ist Ihre Aussage nicht, den die Studie besagt selbst, dass es einen erheblichen Unterschied zwischen den Auswanderwilligen und den tatsächlichen Auswanderern gibt. Sie untersucht dann insbesondere auch nicht, welche Parteien die Auswanderer wählen, sondern nur, wie hoch die Auswanderwilligkeit bei den jeweiligen Parteifolgern ist, am höchsten dann tatsächlich in den beiden Außenlagern. Das ist wegen der zu vermutenden Unzufriedenheit dann nicht mehr weiter verwunderlich.

            In der Studie werden dann auch die Faktoren beschrieben, weshalb ein Auswanderwilliger dann am Ende nicht auswandert - das wichtigste Kriterium ist dabei aus meiner Sicht das Finanzielle. Soweit ich es beobachte, wandern nur recht gut situierte Menschen aus.

            Ob das dann tatsächlich überwiegend AFD Wähler sind vermag ich nicht einzuschätzen. Nach meiner Vermutung ist gerade bei der Wählerschaft rechts- und linksaußen die Diskrepanz zwischen geäußertem Auswanderungswillen und der tatsächlichen Auswanderung vergleichsweise am größten. Ich für meinen Teil habe meinen Auswanderungswunsch außerhalb eines inneren Zirkels nie erwähnt.

            • rero

              @DiMa:

              Haben Sie recht, es geht um die Auswanderwilligen.

              Habe ich nicht sauber formuliert.

          • DiMa

            @rero:

            Danke

        • Kaboom

          @DiMa:

          Ein relevanter Teil der Auswanderer sind Rentner. Ende der Geschichte.

          • Comerade Aardvark

            @Kaboom:

            Selbst bei Rentnern ist es gesamtwirtschaftlich doof, wenn die ihre umlagenfinanziertes Einkommen woanders verkonsumieren.

          • DiMa

            @Kaboom:

            Da verschlafen Sie die aktuelle Entwiklung.

            • Kaboom

              @DiMa:

              Achwas. Belegen Sie mal.

      • Abdurchdiemitte

        @rero:

        Kann ich nachvollziehen, denn nirgendwo anders als beispielsweise in Thailand kann man noch den ‚deutschen Herrenmenschen‘ raushängen lassen.



        In Sachsen-Anhalt jedenfalls nicht und das scheint mir ein Teil des Problems zu sein.

    • My Sharona

      @DiMa:

      Das "Gefühl der Heimat" ist so eine Sache. Es kommt und geht, manchmal in langen Zyklen, manchmal kurzfristig und situationsgebunden, mal ist das Gefühl von Stolz und Überheblichkeit begleitet, mal ironisch gebrochen ("Anderswo is auch Scheiße" habe ich in Gelsenkirchen gelernt). Aber darum geht es nicht, es geht bei denen, die gehen werden, um einen Akt des Selbstschutzes. Das ist ein bisschen eine andere Liga als "Auswandern, weil Steuern, Müll und Schwarzhaarige"

      • DiMa

        @My Sharona:

        Das mit den Zyklen mag so gewesen sein, nur gilt es meines Erachtens für die Zukunft nicht mehr, den es gibt in Deutschland keine "Gesellschaft" mehr. Die "Gesellschaft" ist aufgebrochen in vielen einzelne Parallelgesellschaften (neudeutsch bubbles). Damit ist das Heimatgefühl hier dann auch unwiederbringlich verloren.

        Es mag anderswo auch Scheiße sein, nur kann es anderswo halt auch schöner sein, den anderswo bin ich halt Gast und reise im Zweifel halt einfach weiter.

      • Abdurchdiemitte

        @My Sharona:

        Ich habe mal gelernt, mit einem Umzug nimmt man seine Probleme wie Gepäck mit in die neue Wohnung.



        Das gilt wohl auch fürs Auswandern, schließlich leben wir in einer globalisierten Welt. McDonald’s findet man überall, leider.



        Wäre es also nicht besser, erst mal seine alte Wohnung neu zu tapezieren*, bevor man ans Umziehen denkt?



        *Das meine ich jetzt nicht als Metapher für die menschenverachtende Politik der AfD, eher im Gegenteil.

        • DiMa

          @Abdurchdiemitte:

          "Ich habe mal gelernt, mit einem Umzug nimmt man seine Probleme wie Gepäck mit in die neue Wohnung."

          Das kommt doch dann eher auf die Art der Porbleme an. Ich, als sehr politisch interessierter Mensch, der mit den hiesigen politischen Entwicklungen der letzten 15 Jahre nicht einverstanden ist, lasse meine Probleme tatsächlich eher zurück. Ich gehe dann auch der Bedrohung von Steuererhöhungen oder Vermögensumverteilungen aus dem Weg. Auch den Dreck auf den Staßen (ich meine ausdrücklich nicht die Menschen) oder die Dysfunktionalität der Verwaltung lasse ich damit zurück.

          Wäre es also nicht besser, erst mal seine alte Wohnung neu zu tapezieren*, bevor man ans Umziehen denkt?

          Wie soll man eine Wohnung tapezieren, in der rd. 84 Mio. andere Bewohner leben und die es wirklich nicht schaffen, sich auf die richtige Tapete zu einigen?

          • Abdurchdiemitte

            @DiMa:

            Okay, mit der Tapete und den 84 Mio. haben Sie einen Punkt - wobei es nach AfD-Vorstellungen schon 18 - 20 Mio. weniger wären.



            Und verraten Sie mir bitte noch den beseelten Landstrich, in den Sie auswandern werden, ohne auf irgendeines der zahlreichen Probleme einer globalisierten Welt zu treffen.



            Ich schließe mich dann gerne an.😉