piwik no script img

Illegales Autorennen in LudwigsburgMänner mit Mercedes im Kopf

Ein Raser hat am Donnerstag zwei unbeteiligte Frauen getötet. Mutmaßlich war es ein illegales Rennen. Im Netz zeigen Videos die PS-getriebene Männlichkeit.

Schwarzer Lack, auffällige Felgen: der beim Unfall zerstörte Mercedes S-Klasse des verhafteten 32-Jährigen Foto: Andreas Rometsch/KS-Images.de/dpa

Berlin taz | Das Video dauert nur 18 Sekunden. Es zeigt ein auf Hochglanz gebrachtes schwarzes Mercedes-S-Coupé von allen Seiten in einer Werkstatt stehend. „Mercedes kann nicht mit anderen Autos verglichen werden“, sagt ein Mann im Off auf Türkisch. Einen Mercedes könne auch nicht jeder fahren. „Der Mann, der in einen Mercedes einsteigt, muss auf sich selbst aufpassen“, hört man weiter. Er müsse die Atmosphäre dieses Autos widerspiegeln – beim Sprechen, beim Sitzen, beim Stehen. Dann sieht man für wenige Sekunden die schwarze Limousine in nächtlicher Fahrt, gefilmt aus einem daneben fahrenden Auto. Der Fahrer lächelt.

Allein schon dieser kurze Schnipsel des Videos ist ein Mahnmal deutschen Autowahns. Er zeigt, wie weit die von der Autoindustrie allgemein und hier von Mercedes im Speziellen verbreitete Ideologie der Überlegenheit durch Technik sich in die Köpfe gefressen hat. Doch das ganze Video geht weit über diesen Aspekt hinaus.

Denn im Hintergrund taucht für den Bruchteil einer Sekunde ein weißes X an einer Fassade auf. Es ist die Werkshalle der Gleason-Pfauter Maschinenfabrik an der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg. Exakt die Straße, auf der am Donnerstag zwei junge Frauen offenbar in Folge eines illegalen Autorennens von zwei Mercedes-Fahrern ums Leben gekommen sind. Nur 350 Meter weiter stadtauswärts.

Das Video wurde Anfang Februar auf Instagram und Facebook gepostet – von einem Betreiber einer Kfz-Werkstatt in Ludwigsburg. Laut Medienberichten von RTL, Bild und anderen handelt es sich dabei um den 32-Jährigen, der am Donnerstag den Unfall verursacht hat.

Laut Polizei hatten sich auf der Schwieberdinger Straße zwei Fahrzeuge mutmaßlich ein Rennen mit überhöhter Geschwindigkeit geliefert. Einer der beiden rammte einen aus einer Tankstelle kommenden Ford Focus. Darin saßen zwei junge Frauen, die mit den Rasern nichts zu tun hatten. Sie starben noch am Unfallort.

Die beiden als Rennautos missbrauchten Pkws waren laut Polizei Mercedes-S-Klassen. Fotos vom Unfallort zeigen einen völlig zerstörten schwarzen Wagen. Er hat die gleichen auffälligen Felgen wie das Auto im eingangs erwähnten Video – mit sechs sternförmig zum Rand reichenden rechteckigen Aussparungen. Ähnlich sieht das zweite am mutmaßlichen Rennen beteiligte Fahrzeug aus, das verlassen auf einem Parkplatz nur wenige Meter vom Unfallort entfernt gefunden wurde: ein schwarzes Mercedes-Coupé, nur die Felgen sind anders.

Laut autozugewandten Medien wie der Bild handelt es sich um spezielle Varianten der Mercedes-Tochter AMG, die sich um die stark motorisierten Modelle des Konzerns kümmert. Ein Fotovergleich der taz bestätigt das.

Fahrprogramm „Race“

Das neuste Modell des Mercedes AMG S 63 ist laut Eigenwerbung mit einem „charakterstarken“ Motor ausgestattet samt „auf Motorsport-Technologie basierendem Hybridsystem“. „Über Tasten lassen sich die verschiedenen Fahrprogramme wählen“, heißt es weiter. „Sie haben die Zügel in der Hand. Oder geben sie eben einfach frei.“

Diese Fahrprogramme in AMG S63, die „die Charakteristik der Modelle umfangreich beeinflussen“, tragen Namen wie „Comfort“, „Sport“ oder „Sport+“. Einige Modelle verfügen über ein zusätzliches mit dem vielsagenden Namen „Race“. Das sei „für hochdynamische Fahrten auf abgesperrten Rennstrecken. Hier sind alle Parameter auf maximale Performance getrimmt“, heißt es in der AMG-Eigenbeschreibung. Hier „beschleunigt das Fahrzeug mit optimaler Traktion. Der Sprint von null auf 100 km/h absolvieren Coupé und Cabriolet dann in 3,5 Sekunden.“ Das ist ein Wert, den ansonsten nur Sportwagen à la Porsche, Ferrari oder Lamborghini erreichen. Der durchschnittliche Kleinwagen liegt eher im Bereich von 10 bis 20 Sekunden.

Die Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg ist nicht abgesperrt. Aber als Rennstrecke wird sie offenbar regelmäßig genutzt – das wird von offenbar Ortskundigen in einigen Onlineforen erwähnt. Die vierspurige Straße führt über fast zwei Kilometer schnurgerade aus der Stadt hinaus Richtung Autobahn. Sie wirkt wie eine Einladung für das Fahrprogramm „Race“.

Der deutscheste aller Werte: Männlichkeit ohne Tempolimit

Der 32-jährige Unfallraser sitzt sei dem Wochenende in Untersuchungshaft, ihm wird verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge in zwei Fällen vorgeworfen. Die Polizei hat nach Angaben vom Montag mittlerweile eine zweite tatverdächtige Person ermittelt, die im zweiten Mercedes am Steuer gesessen haben soll. Festgenommen wurde sie nicht.

Das Geschlechterproblem

Statt der PS heben die üblichen Rechten auf einschlägigen Social-Media-Kanälen vor allem den Migrationshintergrund des Fahrers hervor. Dabei spricht sein Werdegang für bestens gelungene Integration. Eine temporeiche Karriere vom Autoschrauber beim Daimler, was zur regionalen Identifikation im Schwabenland rund um Ludwigsburg gehört, eine Entwicklung hin zum Gaspedalero, der den deutschesten aller Werte verinnerlicht hat: Männlichkeit ohne Tempolimit.

Tatsächlich ist Raserei ein Geschlechterproblem. Das hat gerade erst der Ökonom und Männerberater Boris von Heesen in einem Spiegel-Interview dargelegt. „Diesen Männern geht es um Status, um Leistung und um Autarkie. Und die wird durch nichts besser erzielt als durch die Metallrüstung, mit der sie sich umgeben. Sie soll glänzen und ihre vermeintliche Vormachtstellung zeigen. Das Auto ist ein Werkzeug, um das Patriarchat am Leben zu halten“, sagt von Heesen. Die Zahlen geben ihm recht. Laut Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2023 fast 70 Prozent aller Unfälle durch Männer verursacht. Bei Straftaten im Straßenverkehr ist das Verhältnis laut von Heesen sogar noch ausgeprägter – 84 Prozent Männer!

Auch in der türkischen Community von Ludwigsburg hat der Unfall Entsetzen ausgelöst. Die Menschen trauern um die beiden verstorbenen Frauen. Die örtliche Ditib-Moschee postete auf Facebook eine Traueranzeige für „unsere lieben Gemeindemitglieder“. Darunter finden sich hunderte Beileidsbekundungen. Einige fordern auch eine harte Strafe für den Fahrer. Einer schreibt, dass der 32-Jährige, statt selber Vorbild zu sein, sich wie ein Kind verhalten habe. Das mache ihn sprachlos.

Sprachlos macht auch noch ein weiteres Video auf dem Instagram-Kanal des Ludwigsburger Autopolierers. Es wurde auf einer dreispurigen Autobahn offenbar vom Fahrer eines schwarzen Mercedes mit dem Handy gefilmt – was an sich schon verboten ist. Zunächst ist rechts neben ihm auf der mittleren Spur ein offenes Cabrio zu sehen. Dessen Fahrer schaut kurz rüber, beschleunigt dann, zieht im zäh fließenden Verkehr vor den filmenden Fahrer auf die linke Spur, nur um sich gleich danach auf die mittlere Bahn vor einen schwarzen Mercedes zu setzen. Zickzack auf der rappelvollen Autobahn. Der überholte Mercedes-Fahrer lässt sich zurückfallen und grinst nun rüber in die Handykamera. Man kennt sich offenbar.

Der filmende Fahrer grüßt zurück – mit ausgestrecktem Mittelfinger.

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

115 Kommentare

 / 
  • Man sollte konsequenterweise auch die eine oder andere Fernsehsendung untersagen - wie zB die von Jeremy Clarkon oder Matthias Malmedie. Oder noch besser - die Produktion solcher Dokumentationen. Denn wen sie im staatlichen Fernsehen nicht mehr kommen, dann auf Privatsendern, YouTube, TikTok und sonst wo. Sie sind Futter für die Petrolheads.

  • Autos wegnehmen tut diesen Hirnamputierten scheinbar mehr weh als die Schuld an zwei Leben. Also Autos wegnehmen!

  • Unabhängig jeglicher Kulturkreise, werden wir diese Dicke-Eier-Mentalität vermutlich nie los. Hohe Strafen würden wenigstens punktuell für Aufmerksamkeit sorgen und das eine oder andere Rennen verhindern. Leider nicht alle.

  • Wann stellen wir endlich die Sicherheit und das Leben von Menschen über die Interessen der Automobilindustrie und die Lobby?



    Es ist erschreckend, wie viele Menschen in solchen Unfällen sinnlos ihr Leben verlieren. Diese tragischen Ereignisse kommen Terroranschlägen in ihrer Tragweite gleich – auch wenn sie nicht politisch motiviert sind. Unschuldige und unbeteiligte Personen werden auf grausame Weise getötet.



    Und trotzdem passiert nichts. Wenn ein Terroranschlag verübt wird, reagieren wir sofort und führen Maßnahmen ein, um solche Taten zu verhindern. Aber wenn es um die vielen, täglichen Unfälle geht, bei denen Menschen durch riskante Fahrmanöver oder illegale Rennen ums Leben kommen, scheint nichts zu passieren. Warum ändern wir nicht endlich die Gesetzgebung, um solch ein Verhalten konsequent zu bestrafen und die Sicherheit auf unseren Straßen zu gewährleisten?

    • @carschti:

      This.

  • Das wichtigste an diesem Bericht ist der Bericht selbst:



    1) Damit niemand unter den direkt und indirekt Verantwortlichen behaupten kann er/sie habe es nicht in Einzelheiten gewusst.



    2) Damit die gefährdeten Personen ( fast alle Verkehrsteilnehmer ) gewarnt sind.



    Wer häufiger unterwegs ist erlebt so etwas dauernd. Es ist Kriminalität.

    • @Hans - Friedrich Bär:

      Kriminalität wird leider nicht durch Gerechtigkeit, sondern durch Recht bestimmt.



      Zitat von einem Anwalt: "Viele Richter sind unbestechlich. Sie sind für kein Geld der Welt bereit, gerechte Urteile zu fällen."

  • Eins lernt Mann rasch in Deutschland: dass viele noch Status verwechseln mit dem Vorzeigen eines dysfunktionalen Blechkastens. Und sich kindisch bzw. sogar auf Kosten Dritter darin verhalten.



    Dabei auch hier differenzieren.



    Und endlich Tempolimit - Rennstrecken können ja gegen Eintritt und Haftungsausschluss bereitgehalten werden.

    • @Janix:

      Auch wenn ich für ein Tempolimit bin. Jetzt mal ehrlich: Es intersiiert Raser doch har nicht. Diese Straßenrennen werden innerorts durchgeführt und das nicht mit 50 km/h.

    • @Janix:

      Glauben sie ernsthaft, die interessieren sich überhaupt wegen eines Tempolimits, wenn sie schon innerorts drauf pfeifen.

      • @Hans Dampf:

        Man könnte ihnen das Autofahren komplett abgewöhnen, aber nicht in unserem Blechkistenfetischsystem.



        Führerscheinentzug auf Lebenszeit, bei Wiederholungstaten statt Autofahrten Rundgänge im Hof eine Stunde am Tag.



        Notorisches Fehlverhalten sollte auf wirksame Gegenmaßnahmen stoßen - Die Schweiz machts in etwa vor.

    • @Janix:

      Das Tempolimit auf den betroffenen Rennstrecken gibt es schon. Hier waren es 50 km/h. Hat nicht geholfen.

      Und "dysfunktionale Blechkiste" ist wohl ein eher subjektive, möglicherweise auch ziemlich exotische Einschätzung. "Schwanzverlängerung" dürfte gängiger sein... ;-)

      • @Normalo:

        :) Meine versteckte Annahme ist, dass ein Auto eigentlich mit möglichst wenig Ressourcenverbrauch in Herstellung und Nutzung möglichst viel Menschen und Dinge transportieren sollte. Da fahren gerade bei den Poser-Karren doch einige andere Vehikel auf deutschen Straßen, von einer Person nur gelenkt auch noch.

        Tempolimit auf der Autobahn ermöglicht Autos, die auch "nur" 130 km/h fahren und gekauft werden, wieder leichter sind. Es begrenzt die Gewöhnung an Linke-Spur-Spielchen, und es kalibriert das Tempogefühl in den sonstigen Straßen wieder mit. Wer von 222 km/h runterkommt, merkt die >50 km/h erst mal nicht mehr.

        • @Janix:

          Dass es Ihnen eigentlich darum geht, hatte ich schon geahnt. Man nennt das "Instrumentalisieren eines Fanals, um die eigene, sachlich separate Agenda zu pushen". Es soll im politischen Diskurs sogar noch ein paar altmodische Ehrpussler geben, die das für miesen Stil halten...

    • @Janix:

      Ein Tempolimit auf den verbliebenen rund fünf Prozent der unlimitierten Autobahnkilometer (fast ausschliesslich in der Provinz) schützt nicht vor illegalen Autorennen.

      • @Marlon Karmichael:

        Siehe Antwort weiter oben.

      • @Marlon Karmichael:

        Alle Motoren so drosseln, dass sie nicht mehr schneller fahren können aber schon.

        • @Patricia Winter:

          Das hat schon bei den Mofas früher nicht fnktioniert.

        • @Patricia Winter:

          Wie weit runter müssten die? In der Stadt sind schon 80 km/h eigentlich eine halsbrecherische Geschwindigkeit. Für sowas bekommt man keine Mehrheiten. Und es müsste für ALLE Autos gelten, also auch im Ausland gebaute und zugelassene. Das ginge allenfalls durch eingebaute Begrenzer, die man im Zweifel mit genug Willen und Know-How wieder ausgebaut bekommt. Raten Sie mal, wer Beides aufbringt...

          Das Problem ist mal wieder, dass das eine Maßnahme wäre, die ALLE massiv einschränkt, aber gerade für die, die sie stoppen soll, letztlich locker umgehbar bleibt. Es klingt nur schön rigoros und entschlossen - und passt natürlich hervorragend in eine Agenda, die Autos generell weghaben will und der egal ist, dass unterschiedliche Leute SEHR unterschiedlich gut auf Autos verzichten können.

  • „Mercedes im Kopf“, ich fühle mich als rechtschaffener und gesitteter Mercedesfahrer durch diese Pauschalisierung gerade etwas kompromittiert. Gerne fahre ich auch mal über 200 km/h auf einer freien Autobahn. Hier geht es im vorliegenden Fall aber weniger um die Verknüpfung zu einer Automarke als vielmehr um die Dummheit derer, die nichts im Kopf haben, sich dennoch (wodurch auch immer) die Möglichkeit verschafft haben eine Luxuslimousine fahren zu können und sich dadurch im Glauben befinden in irgendeiner Gesellschaft angekommen zu sein. Oder meint jemand, dass ein normaldenkender Mensch einen S63 AMG für 150.000€ kauft um an illegalen Stadtrennen teilzunehmen mit dem Risiko mal ein paar Fußgänger mitzunehmen ohne vorher anzuhalten. Auch die Werbung von Mercedes für einen „Racestart“ kann an dieser Stelle keinen Kaufgrund bedeuten.



    Diese Randgruppe von „Rasern“ sind eine Gefahr wie man immer wieder sieht aber mit Sicherheit nicht die Zielgruppe der Autohersteller und deren Anspruch an die Qualität ihrer Fahrzeuge, wohl auch nicht die Firmenphilosophie von Mercedes und Co., die für unser Land, zumindest in der Vergangenheit als Schlüsselindustrie in wirtschaftlicher Hinsicht eine

  • Testosteron ist freilich im Spiel. Aber was hat Testosteron bitte mit der Nationalität zu tun?

    • @Profil-1:

      Ein Spaziergang in Berlin-Gesundbrunnen dürfte für Aufklärung sorgen......

  • "[...] von null auf 100 km/h [...] in 3,5 Sekunden.“ Das ist ein Wert, den ansonsten nur Sportwagen à la Porsche, Ferrari oder Lamborghini erreichen."

    ...oder viele der als harmlos wahrgenommenen Elektrofahrzeuge wie Tesla Model3 und vergleichbare.

    Gefahrenpotential wird in den Medien immer gerne großen, mächtigen Sportwagen zugesprochen, während Elektrofahrzeuge besonders im Stadtverkehr, dort wo sich andere Menschen aufhalten, genauso schwer und Leistungspotent sind.

    Ein ähnlicher Fall ist der Unfall, bei dem ein SUV die Mutter mit dem Kinderwagen umgefahren hat. "Zu schwer, zu viel PS, zu gefährlich. Ein SUV Verbot muss her!"



    Dass aber gängige Elektrofahrzeug genauso schwer und teilweise noch stärker beschleunigen passt nicht in das Narrativ der Ersatzphalli.

    Es liegt hier immer noch am Fahrer, ist unentschuldbar und traurig.

    Aber bitte liebe TAZ, nicht so reisserisch und einseitig, da habe ich mir mehr objektivität erwartet. Davon abgesehen dass das als Beispiel herangezogene Modell von Mercedes ein völlig anderes und moderneres als das unfallbeteiligte Fahrzeug ist.

  • Naja, 3,5s 0-100 ist eben nicht mehr nur Ferrari, Lambo und Porsche vorbehalten. Das schafft mein KIA Familienwagen (Ev6 GT) auch.



    Der Unterschied für mich ist die Vernunft, ich verzichte auf Adrenalinräusche. Ich fahre den schon mal aus, aber nur Autobahn leere Strecke. Sobald ich an Kfz vorbeifahre, selbst wenn die dritte Spur vor mir frei ist, geh ich auf eine angemessenere Geschwindigkeitsdifferenz und bin oft bremsbereit.



    Ich rechne quasi immer auch mit Fehlern anderer und sehe eigene Fehler ein.



    Beschleunigung und Top Speed 260km/h sind schon cool, aber nicht der Kick der Gefahr. Verdammt, ich hab 2 Kinder hinten, da riskier ich gar nix. Hat aber mit dem Auto nix zu tun, nur mit mir.

    Oft denke ich, dass in Männern noch der Jäger und Krieger steckt, anders kann ich mir die Welt nicht mehr erklären.

    • @Djent:

      "Oft denke ich, dass in Männern noch der Jäger und Krieger steckt,"

      ...oder der umherstolzierend um die Gunst der weiblichen Pendants werbende Gockel. Das Problem: Das funktioniert für die Gockel immer noch erstaunlich gut - unabhängig von ihrer Spezies (Und jetzt bitte verschont mich mit "Bei mir aber nicht!"-Einwürfen, liebe progressive Damen! Das weiß ich auch. Aber IHR seid für DIESE Typen nicht der Maßstab).

    • @Djent:

      Da sind Sie leider eine Ausnahme unter den Elktro fahrern.

  • Hm, als ich (=ein Mann) noch ein Auto hatte war das letzte auch ein Mercedes-Sportcoupé…allerdings ein Oldtimer von 1983 (W123er 280CE) und mit dem bin ich genauso gefahren wie mit meinen Citroën 2CV vorher: In der Stadt meistens nur 30, über Land höchstens 80 und auf der Autobahn maximal 100 km/h…am männlichen Geschlecht kann es also nicht liegen und bestimmt auch nicht an meinem vermuteten (ein Großvater ist unbekannt) „biodeutschen“ Hintergrund, sprich: Ich halte beide Erklärungsansätze für diskriminierend und wenig hilfreich, dazu habe ich einfach auch schon genug rasende Frauen erlebt.

    • @Saile:

      Das ist interessant, ich für meinen Teil habe noch nie (jetzt gerade erinnere ich mich wirklich an keinen Fall) rasende Frauen erlebt. Egal ob auf Autobahn oder Landstraße, wenn da ein Wagen exzessiv schnell an mir vorbeizieht und sich dann gefährlich dicht wieder vor mich setzt, oder wenn einer sich riskant hinten an mich klebt bei nicht niedriger Geschwindigkeit, oder der typische Durchraser verkehrsberuhigter Zonen mit 70 statt 30 - wenn ich die Fahrer erkennen kann, sind es wirklich welche - also Fahrer und nicht Fahrerinnen.

      • @KommissarBlind:

        Ich hatte schon mit rasenden Frauen zu tun.

      • @KommissarBlind:

        Ich habe schon die eine oder andere Dränglerin oder Raserin erlebt. Liegt wahrscheinlich an meiner Uralziege, die ich als rollenden Untersatz benutze. 😂



        Ich denke eher, es liegt am eigenen Selbstverständnis, wie man sich im Verkehr verhält, wer denkt, daß er oder sie es sich leisten kann, verhält sich halt wie offene Hose.

      • @KommissarBlind:

        Sowohl meine Freundin als auch ich fahren etwa Tempo 150 auf der unlimitieren Autobahn.

        • @Marlon Karmichael:

          150 km/h auf freier Strecke wäre für mich nicht der Inbegriff des Rasens, geschlechtsunabjängig. Gefährdung Anderer im Straßenverkehr durch massive Selbstüberschätzung und Rücksichtslosigkeit inkl. Drängeln, Auffahren, Ausbremsen, riskanten Überholmanövern und Spurwechseln, Angeberei mit der Protzkarre, das findet sich vermutlich weder bei dir noch deiner Freundin. Statistisch findet es sich aber sehr viel häufiger bei Männern als Frauen - der Schluss von der Statistik aufs Individuum ist dann übrigens ein Fehlschluss, es ist nur sie Wahrscheinlichkeit größer, dass ein rasendes Auto von einem Mann gesteuert wird als von einer Frau.

    • @Saile:

      Fühlst du dich auch von der Kriminalstatistik diskriminiert? 82% aller Veurteilungen sind Männer.

      Heißt: Männer neigen eher zu Verbrechen, als Frauen.



      Heißt nicht: Jeder Mann neigt dazu, ein Verbrecher zu sein.

  • Mir misfällt diese massive Misandrie. Also ob Männer aufgrund ihres Geschlechts einen stärkeren Hang zu PS-protzigen Limousinen hätten. Das ist wie wenn man gehauptet Frauen könnten nur kochen aber keine Autos reparieren.



    Es handelt sich um ein Sozialisationsproblem, eine Subkultur in der diese Art von Fahrzeugen heldenhafte Gefühle auslöst. Als Mann war ich dafür nie anfällg, kann aber durchaus an einem schönen Porsche Geschmack finden.

    • @Ulrich Günther:

      Ich sehe es wie Sie. Es handelt sich um eine kleine Minderheit von Menschen mit xx Chromosom. Besonders wenn es dann noch um Rennen geht. Die große Mehrheit der Männer macht das nicht und findet es auch nicht gut und sind ebenfalls genervt von dieser Art von Autorowdies.



      Die Frauen die nominell in der Minderheit sind entdecken dann wohl ihr xx Chromosom.



      Aber wenn der Maßstab so ist, dann darf man auch alle zusammenwerfen, die zum Beispiel aus dem "Auenland" kommen, wenn auch nur ein kleiner Prozentteil der von dort kommenden Menschen Problematisch wären.

      Vorallem Was hab ich davon, wenn ich eine riesige Gruppe kritisiere, von denen die meisten kein Problem darstellen. Eine Lösung findet man so nicht und auch nicht zwingend die Ursache, aber es macht die Welt unglaublich einfach.



      Genauso ließen sich auch schnell misogyne Muster erstellen.



      Man sollte auch bedenken, wie man die begrenzte Sichtweise von Menschen welche rechts sind bewertet.



      Ich sehe da auf beiden Seiten häufig eine Vereinfachung die zwar ein Problem benennt, aber sich nicht die Mühe machen möchte die Ursache zu finden und an der zu arbeiten.

    • @Ulrich Günther:

      Dieses Männerbashing ist leider zur Zeit notwendig, um darauf hinweisen, dass bei solchen Vorfällen meist Männer auf die Idee kommen, die Erklärung für die Vorfälle in Rassismus zu sehen.



      Ja, eine pauschale Verurteilung aller Männer wäre ebenso falsch wie die pauschale Verurteilung aller Menschen, die nicht an dem Ort leben, an dem ihre Vorfahren aufgewachsen sind.



      Doch die Symptome, die für beides herangezogen werden, sind leider real. Und eindeutig in allen Ethnien zu finden. Interessanterweise auch in allen sozialen Klassen.



      Aber Sie haben recht: Es ist ein sozialisationsproblem.

      • @Herma Huhn:

        Eine spannende Entwicklung innerhalb eines Kommentars. Von wir machen es am Geschlecht fest zu einem Sozialisationproblem.

        Danke.

        Meiner Meinung nach wäre ein Männlichkeitsproblem auch eher etwas, dass die Mehrheit der Männer teilen und nicht, wie das Rasen, ablehnen.

    • @Ulrich Günther:

      Also, wenn die Statistiken stimmen, davon gehe ich mal aus, ist halt die Frage, welche Schlussfolgernung diese nahe legen. Auch wenn auch @Saile auch rasende Frauen erlebt hat, woran ich nicht zweifle, ist die Anzahl der von Männern verursachten Unfälle und Straftaten im Straßenverkehr dermaßen signifikant höher, dass es sinnvoll erscheint hier von einem (zumindest in hohem Maß) männlichen Problem zu sprechen. Welche Männlichkeits- und Geschlechtervorstellungen werden von wem transportiert? Womit glaubt man imponieren zu können? etc. Es ist eben kein ausschließlichen Problem von Subkulturen, in denen sich in Extremform zeigt, was gesellschaftlich Mainstream ist.

    • @Ulrich Günther:

      Es mögen Subkulturen sein, aber die Geschlechterrollen sind - dort - nunmal klar verteilt. Dass sich zufriedene Kleinwagen- oder Familienkutsche-mit-Basismotorisierung-Fahrer, die bei Tempo 50 auch Strich 50 fahren, hier unabhängig vom Geschlecht nicht angesprochen fühlen müssen, ergibt sich eigentlich von selbst. Dass umgekehrt beim geleasten AMG-Boliden auch mal eine Frau am Steuer sitzen kann, dürften selbst hartgesottene Misandristen eingestehen (Falls nicht: Ich kenne mindestens eine. Ätsch.).

      Aber noch mehr, als Nicht-Raser auch bei den Männern die Regel sein dürften, sind unter den kriminellen Rasern Frauen die Ausnahme. Und die mit dem Besitz solcher Klappenauspuff-Boliden gängig verbundenen Rituale sind auch klassisch männliches Imponiergehabe. Das darf man schonmal feststellen.

  • Vielleicht PS-Starke Kfz nur noch in Rosa mit bunten Blümchen- oder Spielzeugmotiven zulassen 😉

  • Es ist sehr interessant, wie bei diesem Thema immer härtere Strafen gefordert werden, um solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden. Bei allen anderen Straftatbeständen ist doch mittlerweile die Erkenntnis gereift, das härtere Strafen Straftaten nicht verhindern aber sobald es ums Auto geht, interessiert das hier niemanden mehr

    • @Christian Deinhart:

      Die "Erkenntnis", dass härtere Strafen Straftaten nicht verhinderten, ist keine. Eine Freiheitsstrafe, die vollstreckt wird, schützt die Allgemeinheit vor weiteren Straftaten, solange der Täter im Gefängnis sitzt. Das lässt sich schwerlich leugnen. Und wenn schwere Straftaten praktisch konsequenzlos bleiben, ist das für die Täter und andere potentielle Täter geradezu eine Ermutigung.

      Dass unterschiedliche Gruppen bei unterschiedlichen Straftaten gern mit zweierlei Maß messen, ändert daran nichts. Und hier geht es nicht nur "ums Auto", denn es handelte sich nicht um eine folgenlose Verkehrsordnungswidrigkeit wie z. B. eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf menschenleerer Strecke, sondern um ein Rennen in einer Stadt, in dem rücksichtslos Menschenleben aufs Spiel gesetzt und 2 Menschen getötet wurden.

    • @Christian Deinhart:

      Mag ja sein, dass härtere Strafen nicht viele Straftaten in Zukunft verhindern würden, aber würden härtere Strafen schaden? Ich denke nicht.



      Höhere Strafen sind kein Allheilmittel, das ist richtig, behauptet aber auch niemand. Aber welche Argumente sprechen denn gegen härtere Strafen?

    • Gereon Asmuth , Autor des Artikels, Ressortleiter taz-Regie
      @Christian Deinhart:

      "... dass härtere Strafen tatsächlich durchgreifende Änderungen bewirken, glauben eh nur die Fans von Law and Order. " Das ist Zitat aus meinem ersten Text zum Autorennen in Ludwigsburg. taz.de/Illegales-A...wigsburg/!6077206/ Ich plädiere daher für eine technische Lösung, die Rasen unmöglich macht, wo es verboten ist.

      • @Gereon Asmuth:

        "Ich plädiere daher für eine technische Lösung, die Rasen unmöglich macht, wo es verboten ist."



        Eigentlich richtig. Doch wie man bei den Geschwindigkeitsbegrenzern der LKW sieht, kann man dies leicht umgehen. Der Schwarzmarkt an "Speedbrakern" würde aufblühen. Somit ist das Problem damit auch nicht gelöst, leider

      • @Gereon Asmuth:

        Wie wäre es mit der ersatzlosen Beschlagnahme des Macho-Tatwerkzeugs und meistbietenden Versteigerung für einen guten Zweck (NICHT die Verfahrenskosten oder gar die Strafen)?

        Dazu müsste man zwar ein paar Gesetze hart ändern, zumal die Autos seltenst den Tätern gehören. Es wäre aber weit weniger menschenrechtswidrig als eine Zwangskastration und wahrscheinlich kaum weniger abschreckend. So schnell bekommt der Täter dann auch keinen neuen Untersatz, weil er erstmal den alten Leasingvertrag zu Ende blechen müsste.

        Einziger Nachteil ist, dass sich Mercedes wahrscheinlich über kurz oder lang andere Wege ausdenken müsste, um AMG querzufinanzieren...

        • @Normalo:

          "menschenrechtswidrig" ?

          Das letzte Mal, dass ich die Charta gelesen habe, stand da noch nicht drin, dass wir ein Recht auf "Hubraum und PS" haben.

          Menschenrechtswidrig ist eher das, was die beiden Raser gemacht haben.

          • @Marco Golüke:

            Eigentumsschutz ist schon ein Menschenrecht (Art. 17, der AEMR, Art. 1 EMRK), und Eigentum kann auch Hubraum haben. Aber der Eingriff in dieses Recht ist deutlich leichter zu rechtfertigen als in die körperliche Unversehrtheit.

        • @Normalo:

          Das ist lobenswert, dass das Auto beschlagnahmt wird, ähnlich wie in der Schweiz, bei zu schnellem Fahren, doch so, wie du es beschreibst, mit Gesetzesänderungen und die Fahrzeuge gehören nicht immer den Tätern, viel zu umständlich.

          Da ist eine technische Sperre weitaus einfacher zu realisieren. Ein LKW beispielsweise hat in der elektronischen Geschwindigkeitsregelung nur 7 bits zur Verfügung: 2^7 = 128. Sollte eine Geschwindigkeit von 129km/h erreicht werden, führt das im Prozessor zu einem Overflow, und die Zahlen fangen wieder bei 0, 1, 2 km/h, usw. an und die automatische Bremsung erfolgt.

          Es muss ja nicht einmal die Geschwindigkeitssteuerung sein. Der Motor wird so entwickelt, dass Rasen nicht mehr möglich ist, egal wie viel man den Wagen tunt. Und diese Motoren gibt es bereits - in einem Smart.

          Wer aber dann weiterhin mit 140km/h durch die Innenstadt mit einem Smart rasen will, dem empfehle ich immernoch die von Psychologen empfohlene Kastration zur Reduzierung der Alphamännlichkeit.

          • @Troll Eulenspiegel:

            Das ist gar nicht umständlich, man muss es nur regeln und am BVerfG vorbeibringen. Hingegen eine PKW-Flotte, die bis auf weiteres nicht ausschließlich aus Smarts besteht sondern aus vielen hundert Modellen aller Art, Größe und Zweckrichtung, verlässlich so einzuregeln und zu überwachen, dass ausgerechnet JENE Menschen, denen Regeln reichlich egal sind, damit auch gehackt nicht schneller fahren können als X km/h, ist eine heillose Sisyphosarbeit, die in erster Linie wieder mal vor allem die gängelt, die sich an die Regeln halten.

            • @Normalo:

              Ist der TÜV-Besuch eine Sisyphosarbeit? Genau dort gibt es Diagnosegeräte und entsprechende Software, um die allgemeine Herstellerbegrenzung von 250km/h (255km/h ist ein 8-bit-Wert) herunterzusetzen. Sportwagen, die drüber gehen außen vor gelassen.

              Mit proprietärer Software von Mercedes z.B. lassen sich in einem Feld die Geschwindigkeit der LKW limitieren. Der Wert sollte halt nicht über 90km/h eingestellt werden, sonst verliert die autorisierte Person im schlimmsten Fall den Job.

              So unmöglich, wie du es vorstellst, ist es also nicht. Die Software zu erhalten, um unerlaubt rumzufummeln ist höchstens schwierig. Aber wer es darauf ankommen lässt, bei dem erlischt die Betriebserlaubnis eines Fahrzeugs sowieso. Dem soll es verwirkt werden, seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen.

              Und Neufahrzeuge kriegen von mir aus ne Nähmaschine als Motor ab einem Zeitpunkt. Diese Größen soll es in den 50ern und 60ern gegeben haben.

  • Meine Erfahrung als jobbender Fahrer mit einer PS-starken Mercedes-Limosine schon Anfang der 90er Jahre: Ab 180 kmh fährt man in eine andere Gesellschaft. Trifft man da zufällig auf der Autobahn auf zwei gleich schnelle Limosinen fühlt man sich da im Trio vor wie the Kings of the road. Die tödliche Langeweile auf den Autobahnen geht über in einen Gefühlsrausch. Andere hängen sich bei 220 kmh quasi direkt an die Stoßstange um dann nach einer Weile zu überholen. Es soll sportlich wirken, ist aber totgefährlich. Man kommt ins Schwitzen. Nicht nur Männer schauen in so eine Limosine länger zu einem herrüber. Ich bin nie Autorennen gefahren, aber die Gesellschaft ab 180 kmh ist auch so schon verrückt genug und todesverachtend.



    Zumindest für Innenstädte sollte eine technische Beschleunigungsbremse sowie ein technische Tempogrenze in die Autos eingebaut werden. Auf Autobahnen sollte wenigstens ein Tempolimit von 130 kmh gelten.

    • @flopserver:

      Zitat" Zumindest für Innenstädte sollte eine technische Beschleunigungsbremse sowie ein technische Tempogrenze in die Autos eingebaut werden. Auf Autobahnen sollte wenigstens ein Tempolimit von 130 kmh gelten."

      Find ich super! 130 ist ja schon lange ein Thema...

    • Gereon Asmuth , Autor des Artikels, Ressortleiter taz-Regie
      @flopserver:

      Vielen Dank für diesen ehrlichen Einblick in diesen Teil der Gessellschaft. Gruß aus der taz, Gereon Asmuth

    • @flopserver:

      Vorweg, für Geschwindigkeitsbegrenzungen bin ich auch. Aber das löst das Problem nicht im Ansatz, wenn Leute Regeln bewußt mißachten. Ich hab meine Jugend auf dem Dorf verbracht. Da hatten die Prolls keine Kohle für nen 300 PS Mercedes. Da war das Rennauto der Wahl meist ein 45 PS Polo oder Golf. Auch damit kannste mit 100 durch den Ort brettern, egal wieviel Tempo 30 Schilder da stehen. Technische Beschränkungen hat man in der Garage selbst weggetunt.



      Meines Erachtens kann man solche Rennen nur über konsequent harte Strafen verhindern. Der Ansatz extreme Geschwindigkeitsüberschreitungen auch bei einzelnen Autos als Rennen zu werten, ist schon mal ein Anfang.

      • @Deep South:

        Und dann auch direkt mal an die "Basis" ran. Wer meint, öffentlich Rennen zu fahren hat ebenso wie ein Geisterfahrer bewiesen, das er zur Teilnahme am Straßenverkehr nicht fähig ist. Daher hilft in solchen Fällen dann nur ein lebenslanger Entzug der Fahrerlaubnis.

      • @Deep South:

        Ich finde ja man sollte auch die Autohersteller in die Pflicht nehmen, niemand braucht auf der Straße ein Auto was über 180km/h fährt, warum gibt es das überhaupt, solche Autos gehören auf die Rennstrecke und zwar NUR auf die Rennstrecke, sowas hat im normalen Straßenverkehr nichts zu suchen

      • @Deep South:

        Dem Jugendlichen kann das Auto weggenommen werden, das ist hart genug.

        Jugendlichen schon gleich von Anfang an ihr Leben zu versauen durch "harte Strafen" hilft niemanden, es schadet allen. Denn irgendwann kommt das durch "harte Strafen" versaute Leben wieder raus mit weniger Hoffnung es im Leben zu schaffen und höherem Risiko wieder oder weiter abzurutschen wofür dann die Gesellschaft zahlt.

        Und hier geht es auch nicht um einen jugendlichen Raser, sondern um einen, zumindest körperlich voll ausgereiften, erwachsenen Mann der zwei Leben auslöschte.

  • Ob den Männern ein Initiationsritual fehlt? Das Auto ist doch sehr oft im Alltag als Respektprothese genutzt.

    • @aujau:

      Bin ich eigentlich der einige, dem bei solchen Themen die Theweleit-Lektrüe von vor gefühlt 100 Jahren wieder in den Sinn kommt?

    • @aujau:

      Über und unter jedem Autowebeclip sollte ein Fließtext mit " ohne dieses Auto bin ich ein NIX & es ist alles was ich habe, schaut mal wie dumm ich bin " laufen ... 😉

  • "Allein schon dieser kurze Schnipsel des Videos ist ein Mahnmal deutschen Autowahns. "

    Na sowas. Und ich dachte es kommt auf den Benutzer an. Es sei denn, man erklärt pauschal bestimmte Gruppen als unmündig und nicht geschäftsfähig, um ein solches Auto zu erwerben.

    Mal sehen was nächstes kommt. Deutsche Messer sind auch besonders scharf und daher ein Mahnmal deutschen Messerwahns.

    • @Tom Tailor:

      Ich finde schnelle Autos super, ich rase gerne über den Nürburgring. Alles was mit Motoren zu tun hat, da war und wäre ich dabei. tatsache aber ist, dass wir uns das aus den unterschiedlichsten Gründen so nicht mehr erlauben können.



      - Umwelt



      - erhöhtes Verkehrsaufkommen(Als ich anfing Auto zu fahren war 120 eine gute Resiegeschwindikeit)



      - Die Städte sind voll, was sollen diese großen Kisten noch.

      Dazu kommt, wenn ich sehe, das die meisten damit überhaupt nicht umgehen können, Stichwort 'einparken'

      Die Liste wäre fortsetzbar.

      Wir brauchen Gesetze, die Autos sollten raus aus den Städten, endlcih, Öffis ausbauen usw. aber so, wei jetzt, wird das nix!

    • @Tom Tailor:

      Habe mich Ähnliches gefragt: Selbst wenn in Indien ein Autorennen mit Tata Motor Mobilen ausgetragen wird, dann sind eigentlich die deutschen Autofirmen schuld, da die den Ton gesetzt haben.



      Dennoch: Die Sportwagenschmieden machen da schon das was der Autor schreibt.... aber DIE Industrie die alles beeinflusst, naja.....!?

      • Gereon Asmuth , Autor des Artikels, Ressortleiter taz-Regie
        @Tom Farmer:

        Bevor ich hier missverstanden werde. Der Autowahn besteht natürlich nicht nur in der Autoindustrie, sondern auch durch die Konsumenten, die das ausleben. Gerade in diesem Zusammenspiel wird es fatal. Und was das besondere an deutschen Autos betrifft: sie stehen nicht umsonst weltweit für extreme Geschwindisgkeiten.

        • @Gereon Asmuth:

          Dann habe ich Sie wirklich missverstanden.

          Halten Sie ein türkischsprachiges Video, um den Autowahn deutscher Konsumenten ("Mahnmal deutschen Autowahns") zu belegen, wirklich für geeignet?

          Lässt man den nationalen Aspekt weg, hätte es gepasst.

        • @Gereon Asmuth:

          Ich denke Sie werden schon ganz richtig verstanden, aber Sie argumentieren halt sehr durch die ideologische Brille und lassen wesentliche Aspekte außen vor. Das was Sie als "Autowahn" bezeichnen sind qualitativ hochwertige Produkte deutscher Hersteller, die sich durch Komfort, Fahrsicherheit und Design auszeichnen und dadurch international beliebt sind. Das ist primär ein Bonus, kein Malus und schon gar kein "Wahn". Natürlich sind sie dadurch auch zum Statussymbol geworden, nur kann man ja wohl kaum deutschen Autoherstellern anlasten, dass ihre Produkte begehrt sind und gekauft werden. Ich bin mir sicher dass, wenn in den Werken nur B-Ware vom Band laufen würde die sich auf den Firmengeländen türmt, der Tenor in der TAZ ein ganz anderer wäre. Dafür das sich nun Männer mit Minderwertigkeitskomplexen mit diesen Fahrzeugen illegale und gefährliche Straßenrennen liefern, kann man allerdings den Herstellern keinen Vorwurf machen. Stichwort Geschwindigkeit: auch mit Fahrzeugen Nicht-deutscher Hersteller lassen sich identische oder höhere Geschwindigkeiten erzielen: z.B. "Lexus", "Ford Focus", "Range Rover (Land Rover)", "Ferrari".

          • @Tom Tailor:

            Hochwertige Produkte ist das ein, doch die Ausstattung, das andere. Wozu 300 PS und mehr für ein Fahrzeug, das nicht gedacht ist um Schwerlasten zu ziehen? Kann man die Autoindustrie völlig aus der Verantwortung zu nehmen? Wie werden diese Fahrzeuge beworben? Welche Bilder und Ideen werden öffentlich kommuniziert? Und schließlich legen die im Artikel erwähnten Studien einen Zusammenhang von Männlichkeitsvorstellungen, Hang zu PS-starken Autos und gesetzwidrigem Verhalten (Rasen ...) nahe.

            • @Matthias Thonhauser:

              "wozu 300PS"? Das ist leicht zu beantworten. Weil das Fahren damit Spaß macht. Kann man auch als Lebensfreude an schönen und dynamischen Dingen bezeichnen.

            • @Matthias Thonhauser:

              Mal unabhängig von der Motorstärke. für die es sicherlich bei dem einen oder anderen Bedarf gibt: letztendlich geht es um illegale Autorennen, da spielt die Geschwindigkeit eine Rolle. Wenn es also darum geht schnell "aus dem Start" zu kommen und 180 - 200 kmh zu erreichen gibt es diverse Fahrzeuge am Markt, die mit deutlich weniger Motorleistung hier zu glänzen wissen. Was die Werbung angeht: diese soll und wird wohl ihre Zielgruppe erreichen, dass diese aber aus Jugendlichen oder männlichen Erwachsenen mit Kompensationsbedarf besteht, ist mit nicht aufgefallen. Eher wird eine gut situierte und gebildete Käuferschicht angesprochen. Der von Ihnen genannte Zusammenhang besteht bestimmt, nur gilt dies für diverse Produkte die im Handel sind. Es soll Attentäter geben, die fühlen sich von langen scharfen Messern angesprochen. Soll die Industrie nun nur noch stumpfe Taschenmesser produzieren? Sie können nicht jeden Missbrauch stoppen sondern nur versuchen ihn so schwer wie möglich zu machen und entsprechend zu bestrafen. Ähnliches liegt man in der TAZ immer wieder wenn es um Flüchtlinge und den Umgang mit den Gewaltbereiten unter ihnen geht.

          • @Tom Tailor:

            Danke für den Beitrag, kann ich so nur unterschreiben.

          • @Tom Tailor:

            Die Geschwindigkeiten, die diese Autos drauf haben würde ich schon als "Wahn" bezeichnen, da man Europaweit fast überall Tempolimits von maximal 130 km/h hat , auch auf den meisten deutschen Autobahnen.Also warum werden für die Straße Autos zugelassen, die schneller als 200km/h fahren können, die gehören auf die Rennstrecke aber nicht in den normalen Verkehr!!?? Und da kann man den Herstellern schon sehr wohl einen Vorwurf für machen und auch den Gesetzgebern, dass soetwas erlaubt ist

            • @PartyChampignons:

              Ich denke da müssten Sie sämtliche Autohersteller weltweit befragen, warum die von ihnen hergestellten KfZ solche Leistungsmerkmale aufweisen. Offenbar gibt es global gesehen dafür eine Nachfrage, trotz Tempolimits. Und ja, in Deutschland gibt es (noch) keines, insofern ist es auf den Autobahnen möglich zu bestimmten Zeiten, wenn sie frei sind, auch mal Vollgas zu geben.

          • @Tom Tailor:

            @TomTailor: Nicht unmündig oder geschäftsfähig einen 500PS Boliden erwerben - aber ihn fahren, zumindest auf öffentlichen Straßen! Es kommt auch nicht nur auf den Benutzer an, was der Gesetzgeber beim Thema Zigaretten verneint hat. Wenn ich weiß, dass ein Aufprall für einen Fußgänger bei Tempo 30 recht glimpflich ausgeht, bei Tempo 50 jedoch in der Regel fatal endet, dann überlasse ich die Entscheidung, wie schnell gefahren wird, nicht dem "Benutzer".

            Ürbrigens: Zigarettenwerbung längst verboten (zurecht) - für Autos darf mit Emotionen geworben werden. Wieso nicht wie bei Zigarettenschachteln eine Folie auf die Fahrertür von Unfallopfern?

  • Wer als rücksichtsloser Raser mit seinem Auto einen Menschen tötet, kann als Mörder verurteilt werden. Das hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe im Januar 2019 festgestellt. Die Bundesrichter bestätigten damals ein Mordurteil des Landgerichts Hamburg. Im Mai 2017 hatte ein zur Tatzeit 24 Jahre alter Mann mit einem gestohlenen Taxi einen Menschen getötet und zwei schwer verletzt. Das Landgericht verurteilte ihn im Februar 2018 zu lebenslanger Haft. Zum wesentlichen Tatbestandsmerkmal der "Absicht" gehört auch, wenn der mutmaßliche Täter den Tod Unbeteiligter billigend in Kauf nimmt.

  • Solche Fahrer würden auch mit einem getunten Manta solche Unfälke verursachen. Da hört das Hirn auf zu denken, wenn der Fuß das Gaspedal, oder ein Fremder das Blech berührt. Alles kleine Primzen, die nicht aus der Pubertät kommen.

  • „Der Mann, der in einen Mercedes einsteigt, muss auf sich selbst aufpassen [...] Er müsse die Atmosphäre dieses Autos widerspiegeln – beim Sprechen, beim Sitzen, beim Stehen." Na danke! Nicht das Auto soll also zu mir passen, sondern ich muss mich dem Auto unterwerfen und anpassen, so sein, wie es mich will -- kusch! Es diktiert Verhalten und Charakter wie ein Diktator. Das kann wirklich nur Männern einfallen, die (jetzt mal ne gewagte Spekulation) keine Gelegenheit hatten, beim Militär oder in repressiven Regimes den Spaß an Unterwerfung zu verlernen. Mit anderen Worten: Denen geht's zu gut.



    ---- Und: Ja, das ist Mord.

    • @miri:

      Ich fürchte, dass die These mit der Unterwerfung wirklich sehr gewagt ist. Mein Eindruck ist eher, dass Männer (zumindest viele) beim Militär eher das Bedürfnius entwickeln, der Unterwerfung zu entkommen, indem sie so schnell wie möglich selbst in die Lage kommen, andere zu unterwerfen.

  • Sowohl Fahrer als auch diese Fahrzeuge sind nichts anderes als Waffen im Straßenverkehr.



    Das macht mich so wütend - was für ein sinnloser Tod.

    • @Pares Tre:

      Das Fahrzeug wird erst durch den falschen Fahrer zur Waffe.



      Der Tod Außenstehender ist natürlich tragisch.



      Hier müssen eindeutig Politik und Gesetzgebung gegensteuern.

  • Das Tempolimit soll endlich kommen. Dann fällt der Widerspruch, solche Waffen für die Straßen zuzulassen.



    Niemand soll so sinnlos sterben.

    • @Pares Tre:

      ...dort wo die meisten Raserunfälle passieren (in Städten) gibt es bereits ein Tempolimit - nämlich 50 !

    • @Pares Tre:

      Weil solche Autos in Ländern, in denen das Tempolimit gilt, natürlich nicht gekauft, zugelassen und gefahren werden. Tempolimit verhindert keinen dieser Unfälle, keinen!

  • Charaktervoller Motor mit dreistelliger Pferdepotenz trifft auf charakterschwachen Jüngling mit höchstens zweistelligen IQ. Und schon ist die Mordmaschine fertig.



    So wie überall auf den "Boulevards" der Städte, den Brücken, den Ausfallstraßen zu beobachten. U d hören, denn ein System dass sich per App überlisten lässt, öffnet den Auspuff und lässt den hirnlosen Krawall ins Freie, damit jeder und jede versteht das hier jemand mit einem ganz kleinen ... Horizont kommt.



    Wie lange soll so etwas noch gesellschaftlich akzeptiert werden? Wieviel Menschen müssen noch sterben?

  • "sagt ein Mann im Off auf Türkisch. [...]



    Allein schon dieser kurze Schnipsel des Videos ist ein Mahnmal deutschen Autowahns. "

    Ich sag dazu nix und hol mir schon mal Popcorn 🍿



    😄😁

    • @FriedrichHecker:

      Falsch, es zeigt nur, dass nicht die Nationalität sondern in erster Linie das Geschlecht darüber entscheidet, ob ein Mensch Gewalt anwendet. Das ist mit allen anderen Gewaltverbrechen gut vergleichbar, auch hier sind in den meisten Fällen Männer die Täter.

      PS: In einem Leserkommentar unter einem Artikel, in dem darüber geschrieben wird, dass zwei Menschen getötet wurden, empfinde ich einen Lach- und einen Grinsesmilie als extrem pietätlos und unangebracht!

      • @Truhe:

        Wenn die Nationalität nicht entscheidend ist, muss man auch nicht von "deutschem(!) Autowahn" sprechen...

        • @FriedrichHecker:

          Habe ich auch gar nicht, den Begriff haben Sie genannt und ich habe Sie darauf hingewiesen, dass eben genau das nicht passt.

          • @Truhe:

            @Truhe: FriedrichHecker zitiert aus dem Artikel.

    • @FriedrichHecker:

      LOL... ich habe genau das gleiche gedacht.

    • @FriedrichHecker:

      Ja das war ungeschickt von der taz. Da allerdings die Opfer offenbar auch türkisch waren, relativiert sich das dann wieder :)

      • Gereon Asmuth , Autor des Artikels, Ressortleiter taz-Regie
        @Chris McZott:

        Wieso war das ungeschickt? Eigentlich sollten die üblichen Rechten doch froh sein, wenn man jemand typische deutsche Werte in eine andere Sprache übersetzt. Nur weil wie hier jemand etwas auf Türkisch sagt, wird das als "migrantisch" abgekanzelt. So leicht sollte man es sich aber nicht machen.

        • @Gereon Asmuth:

          Kurios dass Sie offenbar an die Existenz typisch deutscher Eigenschaften (früher "Volks-" bzw. "Rassenmerkmale" genannt) glauben, durch die sich die Deutschen von anderen Völkern unterscheiden sollen...

          Wer sagt denn, dass diese (rechten) Werte nicht in jeder Gesellschaft/Ethnie exakt gleich verbreitet sind? Ich dachte das wäre die Grundmaxime des Antirassismus.

          "Nur weil wie hier jemand etwas auf Türkisch sagt, wird das als "migrantisch" abgekanzelt. So leicht sollte man es sich aber nicht machen."

          Sie haben damit PRINZIPIELL Recht. Nur gibt es eine extrem starke Korrelation zwischen der Verwendung des Türkischen und eines (familiären) Migrationshintergrundes. So stark, dass auch in linken Medien solche Menschen als "migrantisch gelesen" werden. Auch die Frage der "Verdeutschung" durch Assimilierung ist da nicht gerade naheliegend - siehe Kommentar von "FriedrichHecker". Zumal man dann schnell in die Leitkulturfalle tappt.

          Aber es stimmt, dass es theoretisch auch eine männlich gelesene "autochtone/biodeutsche" Bildungsbürger*in gewesen sein könnte, die ihre gesellschaftspolitische Offenheit durch aktive Verwendung ihrer türkischen Sprachkenntnisse unter Beweis stellt.

        • @Gereon Asmuth:

          Es stellt sich die Frage, ob jene toxische Männlichkeit, die sich in der Ansammlung von Macht demonstrierenden Statussymbolen und einer demonstrativ rücksichtslosen Ausübung dieser Macht ausdrückt, wirklich "typisch deutsch" ist. Mein Eindruck ist, dass sie in anderen Ländern und Kulturen mindestens so stark bis noch viel stärker verwurzelt ist.

          Selbst das Auto als Vehikel dieser Männlichkeit ist international verbreitet, und röhrende Lambos und Ferraris, hochgetunte Nissans und Toyotas oder dicke, blubbernde Ford- oder GMC-Pickups werden von der "Meine breiten Schultern sind Kotflügel"-Fraktion ebenfalls bestens goutiert. Deutschland ist nur GENERELL gerne im Statussymbol-Segment unterwegs, weil man da die horrenden Aufpreise für die Arbeit unserer gutbezahlten und hochbesteuerten Landsleute tatsächlich noch verlangen kann.

        • @Gereon Asmuth:

          Die deutsche Gesellschaft erbringt tatsächlich eine derart gute Integrationsleistung, dass diese Protagonisten nicht nur als《nicht migrantisch》sondern gleich als 《prototypisch deutsch》durchgehen?

          So eine Aussage hätte ich in der taz nicht erwartet 😂

  • Aderer Fall



    "zwei Jahre und fünf Monate Haft wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge und Straßenverkehrsgefährdung." ... Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann ursprünglich wegen Totschlags angeklagt, konnte sich aber mit diesem Vorwurf nicht durchsetzen. Einen Tötungsvorsatz sahen die verschiedenen Strafkammern nicht. Der angeklagte Deutsche hatte vor dem Unfall seinen Wagen illegal auf rund 575 PS getunt. Das Fahrzeug hätte dadurch sogar Tempo 330 erreichen können."

    Tja

  • Das ist nichts anderes als Mord! Mir soll keiner Erzählen das man mit diesen verhalten den tot anderer Menschen nicht billigend in kauf genommen wird. Wenn jemand jetzt schreibt die Tatbestandsmerkmale von Mord sind aber andere, dann finde ich es sollte ein Gesetz erlassen werden, das diese Tatbestandsmerkmale dessen Strafen gleichgesetzt werden, wie Mord!

    • @taz.manien:

      Billigend in Kauf nehmen wäre aber Totschlag oder fahrlässige Tötung.



      Bei nem Autorennen wohl eher letzteres. Leben zu gefährden kann passieren ist aber nicht Grund und Ziel eines Rennens.

      Aber das Strafmaß bei erwachsenen Menschen sollte bei Todesfolge schon viel höher sein als es aktuell ist.



      Zwei Menschen wurden totgefahren, während einer Straftat (illegales Rennen).

      Ich hoffe da sind keine Kinder noch im Hintergrund der beiden Opfer.

    • @taz.manien:

      Den Tod Unbeteiligter billigend in Kauf zu nehmen (aber nicht zu planen) ist zwar Kacke aber leider kein Kennzeichen für "Mord".

      • @Sonntagssegler:

        Der Mord scheitert in der Regel am Vorsatz, da sich ja die jungen Männer einbilden, die Kisten im Griff zu haben. Billigend in Kauf nehmen würde den Vorsatz bestätigen. Ein Mordmotiv: niedrige Beweggründe - ohne Rücksicht auf Verluste in einer Innenstadt ein Rennen zu fahren.

        • @Strolch:

          Da der Mörder sicher nicht "aus Versehen" gerast ist, ist der Vorsatz gegeben und da die beiden zwei Frauen arg- und wehrlos waren, ist ein weiteres Mordmerkmal gegeben.

          Es wird endlich Zeit, dass allein schon die Teilnahme an illegalen Autorennen als versuchter Mord geahndet und bestraft wird.

          Jede Person die ein Kraftfahrzeug bewegt, weiß dass ein Auto eine gefährliche Waffe ist, und muss es Verantwortungs bewusst nutzen. Wer das vorsätzlich nicht tut beweist, dass er psychisch und/oder physisch nicht in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug zu führen!

          Wie viele unschuldige Menschen müssen noch sterben, bis die Politik endlich handelt?

          • @Truhe:

            Die Politik hat gehandelt, vgl. § 315d StGB. Da kann man aber noch einen draufsetzen: Beschlagnahmung der Tatfahrzeuge, sofern noch wirtschaftlich verwertbar, und Entzug des Führerscheins wegen nachweislich mangelnder charakterlicher Eignung zur Führung eines Kfz, mit mehrjähriger Sperre für den erneuten Gang zur Fahrschule.

  • Ich frage mich manchmal was eigentlich Blutrünstiger ist: die römischen "Gladiatorenspiele" oder der dt Autofetisch.







    Denn immerhin, technisch gesehen gibt es genügend Möglichkeiten Autorennen, Tempowahhn und die allermeisten Verkehrsunfälle zu verhindern:







    - Tempolimits



    - elektronische Maßnahmen zur Tempobegrenzung



    - Überwachung des Verkehrschehens per Drohne



    - auch Lärmblitzer würden dazu beitragen



    - oder wenigstens rigorosere Strafen, wie in den meisten anderen europäischen Ländern.

    Nur gibt es von Seiten der Politik offensichtlich andere Prioritäten.. Und so traurig das ist, wahrscheinlich muß erst irgendein Promi tot gefahren werden, damit die Politik in diesem Land mal aufwacht und in der Realität ankommt...

    • @Wunderwelt:

      Was soll denn ein Tempolimit in diesem Zusammenhang bringen? Viele Unfälle durch Autorennen geschehen in Städten. Da gibt es bereits Tempolimits, sogar flächendeckend.

    • @Wunderwelt:

      na dann schauen wir doch mal.

      - Tempollimit. Verkehrstote insgesamt ca. 2'800, davon auf Autobahnen ca. 300. Sprich: 85% der tödlichen Unfälle passieren dort, wo es Tempolimits gibt. (ich bin trotzdem für Tempolimits auf Autobahnen)

      - elektronische Tempobegrenzung. Ist problemlos umgehbar, selbst wenn man echte Tempolimiter einführen würde (mal unabhängig davon, wie schnell die entsprechende Technik sich verbreiten würde)

      - Lärmblitzer. Lärm hat a) nichts mit der gefahrenen Geschwindigkeit zu tun und b) mit der steigenden Verbreitung von BEV werden die Dinger eher nutzlos. (Dass die eine gute Idee sind, vor allem in Wohngebieten, ist aber absolut richtig)

      - rigorose Strafen. Gibt es z. B. in der Schweiz, dort kannst du einfahren wegen Rasens - auch ohne Unfall. Dazu wird deine Karre u. U. eingezogen und versteigert. Das wurde vor ca. 10 Jahren eingeführt, die Zahl der festgestellten sog. "Raserdelikte" hat sich seither kaum verändert. Sprich: der Staat kann dich jetzt zwar einknasten, aber die Raser juckt das nicht. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Verkehrstoten analog zur BRD entwickelt, ein wirklicher Effekt auf die Zahl der Toten ist statistisch nicht belegbar.

      • @John Zoidberg:

        Ich frage mich was du damit sagen willst. Du relativierst alles sagst aber nicht wie man das besser machen sollte. Das man ein solches Verhalten hart bestrafen MUSS ist doch wohl ausser frage. Ich mag Autos aber manche haben da einfach absolut keine Gehirnzellen mehr übrig. Solche Menschen sollten einfach kein Auto (nichtmal einen Elektroroller) bewegen dürden.

        • @Mike Schmitt:

          was ist daran unklar? Wunderwelts Vorschläge sind nett, aber in der Sache nutzlos. Vorfälle wie in Ludwigsburg wirst du damit nicht verhindern.

          "Hart bestrafen" ist noch nie eine Lösung für irgendwas gewesen (wenn doch, sollte es in Trumpistan ja keine Verbrechen mehr geben. Da gibts für Ladendiebstahl u. U. 25 Jahre und für Mord die Spritze.) Die Idee lebenslanger Fahrverbote wird nicht funktionieren. Dann fahren sie halt ohne Führerschein (das ist keine Theorie. Ich kenne selbst 2, die genau das getan haben.)

          Es gibt keine echte Lösung für das Problem. Strassen zurückbauen, aber dann muss man auch den Verkehr anders managen (z. B. PKW Verkehr ganz oder teilweise verbieten), das ist aber nicht so einfach und schon gar nicht kurzfristig machbar, alleine schon wegen der Menge an entsprechenden Strassen. Leistung und Gewicht von PKW limitieren, aber das ist weder durchsetzbar noch wirklich praktikabel.

          Wir reden hier von Leuten, die nicht rational handeln und denken. Die wirst du durch nichts davon abhalten, zu rasen. Das wirst du nur hinkriegen, wenn sich in den Köpfen was ändert.

  • Vielleicht brauchen wir mehr Raserauto-Verbotszonen. Ein Poser-Auto oder auch nur ein präsenil gesteuerter SUV ist lebensgefährlich, leider.

    • @Janix:

      Ich stelle es mir gerade vor: Achtung: illegale Autorennen sind in diesem Bereich untersagt :D

  • Mal abgesehen davon, dass ich 50% zu hohe Geschwindigkeit gerne als Straftat sehen würde.



    70% der Unfälle passieren Männern. Der Zulassungsanteil von PKWs von Frauen beträgt 32%. Gar nicht so aussagekräftig wie beschrieben.

    • @Littleneo:

      Wenn man schon das Geschlechterverhältnis analysieren will: Neben Anteil am Unfallgeschehen auch den Schweregrad und die gefahreren km heranziehen.

    • @Littleneo:

      Halter nicht gleich Fahrer.

    • @Littleneo:

      Dann noch mal segmentieren, welche Unfälle jeweils.

      Und generell Tempolimit, das dürfte am raschesten und günstigsten das Meiste bringen.

    • @Littleneo:

      Man sollte von Menschen, die in einfachen Mustern denken, nicht zu viel erwarten.

      Schon, wenn ein Verhalten an die Chromosomen geknüpft wird ist das sehr eindimensional.

      Etwas differenzierter ist da schon der Experte "Diesen Männern geht es um Status, um Leistung und um Autarkie. "

  • Der Artikel lässt die Eigenverantwortlichkeit des Fahrers/der Fahrer völlig außer acht.

    Mit 32 ist man erwachsen und intelligent genug um zu wissen, dass man bei überhöhter Geschwindigkeit Unfälle verursachen und Menschen töten kann.