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Heimkosten bei PflegereformWenn das Erbe gefährdet ist

Barbara Dribbusch

Kommentar von

Barbara Dribbusch

In der aktuellen Spardebatte zur Pflegereform werden Verteilungsfragen innerhalb der Mittelschichten neu verhandelt. Das birgt Sprengstoff.

G erechtigkeitsfragen wie diese finden sich in diversen Sozialstaatsdebatten. In diesem Fall betrifft sie die kommende Pflegereform und die Frage lautet: Wie viel Geld aus Vermögen oder Immobilienbesitz soll man aus dem eigenen Einkommen zahlen müssen, wenn man zum Pflegefall wird und deswegen stationär ins Heim muss? Ist es fair, wenn die Immobilie verkauft werden muss und dann nicht mehr an die Er­b:in­nen weitergegeben werden kann? Oder muss die Versichertengemeinschaft, müssen die Steu­er­zah­le­r:in­nen die Vermögen und den Status der Familien in den Mittelschichten schützen?

Man nehme das Beispiel der gebrechlichen alten Dame, 81, dement mit fortschreitender Tendenz, Pflegegrad 3. Sie lebt in Baden-Württemberg, wohnt seit 14 Monaten im Heim, die Rente reicht nicht aus, den Eigenbeitrag von monatlich 3.190 Euro zu stemmen. Also verkauft sie das Häuschen. Bleibt sie einige Jahre im Pflegeheim, wird die Tochter, prekär lebende Kunstschaffende, erheblich weniger erben als erwartet, denn wahrscheinlich gingen mehr als 100.000 Euro aus dem Hausverkauf für die Finanzierung der Pflege der alten Dame drauf.

Aus der Pflegeversicherung bezieht die Heimbewohnerin neben den Leistungen von rund 1.319 Euro im Monat noch einen Zuschuss von 686 Euro, den sogenannten Leistungszuschlag, der seit 2022 gilt. In der Debatte um die anstehende Pflegereform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird unter anderem der Vorschlag gemacht, den Leistungszuschlag für den Heimaufenthalt zu dämpfen. Das heißt, im genannten Beispiel würde der Leistungszuschlag niedriger ausfallen und damit der Eigenbeitrag zum Heimaufenthalt steigen und somit nochmal zusätzlich einige Tausend Euro aus dem privaten Vermögen abgeschmolzen für eine jahrelange Pflege im Heim.

Scharfer Protest kommt von allen Seiten, von der SPD, der Opposition, sogar auch aus der Union, von Sozialverbänden, den Gewerkschaften, auch von den Krankenkassen. Die Chancen auf Umsetzung des Vorschlags sinken, weil irgendwie alle dagegen sind. Vielfach wird gefordert, dass mehr Steuermittel in die Pflege fließen. Die Frage ist nur, woher diese Steuermittel kommen sollen.

Angst vor dem Abstieg

Die Verteilungsfrage ist daher nicht ganz zu verteufeln: Inwieweit soll das Einkommen, das Vermögen der Alten geschont werden, wenn das Lebensrisiko der Pflege eintritt? Oder andersherum: Inwieweit sollen Beitrags- oder Steuerzahler:innen, darunter vor allem jüngere Erwerbstätige, den finanziellen Status auch von wohlhabenden Rent­ne­r:in­nen schützen?

Vor der Einführung der Pflegeversicherung im Jahre 1995 bezogen 70 Prozent der Be­woh­ne­r:in­nen in Pflegeheimen Sozialhilfe, so eine Statistik der DAK-Gesundheit. Heute sind es 36 Prozent. Doch dieser Anteil steigt wieder, denn die Eigenanteile werden immer teurer.

Es macht Angst, im Alter zum Sozialamt zu müssen, weil das Vermögen nicht für die Heimkosten reicht. Bei den Wohlhabenderen wächst die Sorge, das Vermögen und damit das Erbe abschmelzen zu müssen. Die Pflege wird wieder zum Risiko des finanziellen Abstiegs für die Mittelschichtsfamilien, wie es vor 40 Jahren der Fall war.

Gespenstischer Kontrollverlust

Die Angst, zum Sozialamt zu müssen oder den mühsam erarbeiteten Besitz zu verlieren, diese Angst wird befeuert durch die Tatsache, dass es etwas Unheimliches, etwas Unkontrollierbares hat, zum Pflegefall werden zu können. Ein Schlaganfall, eine Alzheimererkrankung kann jeden treffen, auch nach einer Lebensführung mit Bioernährung, Sport und intellektueller Anregung. Dement werden zu können, ist der Albtraum im Bildungsbürgertum.

Jedoch gibt es viel Wohlstand bei den Alten. Laut einer Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) könnten 70 Prozent der Rentnerhaushalte nach derzeitiger Rechtslage die Pflegeheimkosten für eine Person für fünf Jahre aus eigenem Einkommen und Vermögen inklusive Immobilien bestreiten, ohne Gang zum Sozialamt. Die Unterschiede zwischen reichen und armen Rent­ne­r:in­nen sind größer als die zwischen Reichen und Armen in den jüngeren Generationen.

Eine stärkere Übernahme der Eigenbeteiligungen durch die Pflegekassen würde also nicht nur die jüngeren Beitrags- oder Steu­er­zah­le­r:in­nen mehr belasten, sondern auch viele Se­nio­r:in­nen mitfinanzieren, die sich das Pflegeheim leisten können, wenn auch unter Abschmelzung ihres Besitzes, was schmerzhaft ist.

Angehörige bleiben verschont

Trotzdem: Die Hochgebrechlichen waren früher noch in größerer Sorge als heute, nicht nur kein Erbe mehr zu hinterlassen, sondern gar zur Last zu fallen. Denn früher wurden die erwachsenen Kinder – unter Beachtung von Freibeträgen – zur Finanzierung der Eigenanteile der Alten im Heim herangezogen, bevor das Sozialamt einsprang. Erst das Angehörigen-Entlastungsgesetz, das seit 2020 gilt, beendete diese Verpflichtung. Nur Söhne oder Töchter, die mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdienen, müssen seitdem für die Eltern im Heim mitzahlen oder ihr Vermögen teilweise einsetzen. Dieser Angehörigenschutz steht auch jetzt nicht zur Debatte.

Durch den Angehörigenschutz sind die erwachsenen Kinder besser vor der Zahlungsverpflichtung geschützt als in vielen anderen Ländern, wo sie gnadenlos zur Finanzierung der pflegebedürftigen Eltern herangezogen werden.

Die Frage lautet: Muss man sich vielleicht doch von der Idee verabschieden, dass private Vermögen der Pflegebedürftigen möglichst wenig abgeschmolzen werden dürfen und Heimkosten zum allergrößten Teil aus Steuern und Beiträgen aller gestemmt werden sollten, also auch der nicht vermögenden Beitragszahler:innen? Vielleicht muss man hier eine Grenze ziehen. Festzulegen, wieweit der kollektive Schutz vor Lebensrisiken gehen soll und wieweit nicht und auch, welcher Schutz auf keinen Fall infrage stehen darf, das ist die heikle Aufgabe anstehender Spardebatten. Sie sorgen für Sprengstoff in den Mittelschichtmilieus. Nicht nur in der Pflege.

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Barbara Dribbusch

Barbara Dribbusch Redakteurin für Soziales

Redakteurin für Sozialpolitik und Gesellschaft im Inlandsressort der taz. Schwerpunkte: Arbeit, soziale Sicherung, Psychologie, Alter. Bücher: "Schattwald", Roman (Piper, August 2016). "Können Falten Freunde sein?" (Goldmann 2015, Taschenbuch). Kontakt: dribbusch@taz.de
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175 Kommentare

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  • Das Konzept der "Pflegeversicherung" scheint ein Witz zu sein, wenn trotzdem derart hoch zugezahlt werden muss, entweder von einem selbst oder vom Staat. Man stelle sich vor: Die Krankenversicherung würde nur 30% der Operationskosten in Höhe von 40 000 € bezahlen. Soll der Patient dann sterben, wenn er das Geld nicht hat?

    Aber auch das wird noch kommen. Nur ja nicht den Multimillionären den Champagner aus dem Kühlschrank nehmen. Das wären ja tatsächlich menschliche Katastrophen.

  • Ich denke, hier wird etwas falsch dargestellt. Es gibt kein Erbe wenn der besitzende von Vermögen welcher Art auch immer noch lebt. Wenn jemand Vermögen, welcher Art und Höhe auch immer, hat, ist das sein Vermögen. Und mit diesem Vermögen muss ich den Lebensunterhalt bestreiten. Wenn dieser aufwändiger ist, durch Betreuung oder Pflege, muss ich immer noch von diesem Vermögen für mich sorgen. Wenn ich dann gestorben bin, bleibt ein Erbe übrig. Oder auch nicht. Auf das zukünftige Erbe jiepern ist Erbschleicherei

  • Noch ein realer Fall aus dem Bekanntenkreis:



    Ehepaar um die 70, Haus verkauft mit der erklärten Absicht jetzt endlich leben zu wollen. Den Kindern wurde verklickert, dass sie nicht mit einem Erbe rechnen sollen, Vorsorge über das gesetzliche Maß wurde nicht getroffen. Also lässt sich vermuten, dass letztendlich die Allgemeinheit die Kosten im Falle einer Pflegebedürftigkeit zahlen wird. Das ist zwar nicht solidarisch aber clever in jedem Fall.

    • @B. Trübt:

      Ich sehe jetzt keinen prinzipiellen Unterschied darin, ob sich die Senior:innen in der Aida über die Ozeane schaukeln lassen („jetzt endlich leben“) – meinetwegen auch Studiosus mit CO2-Kompensation, oder ob die Jugend übers Wochenende in Namibia feiert („auf einer Ranch“).

      Diese ganzen Diskussionen bleiben zwecklos, solange wir uns um Vermögens- und Erbschaftssteuern herumdrücken, mit denen die Schere zwischen Reich/Überreich und Arm wieder etwas geschlossen wird.

  • Bildung, Gesundheit einschließlich Pflege, Wohnen sollten von einem Staat, der sich Sozialstaat nennen will niemals in die Hände profitorientierter Unternehmen gelegt werden. Ausrufezeichen!

    Hab ich was vergessen?

    • @B. Trübt:

      Klingt gut, wäre bei Wohnen zumindest ein deutlicher Systemwechsel - und setzt voraus, dem Staat auch die Ressourcen für die Entschädigungen für die ganzen Wohn-Immobilien hierzulande zur Verfügung zu stellen.

      Auch würde ich bei Bildung unterscheiden zwischen seltsamen Geldquetschern wie IU und gediegeneren Qualitätsverlagen wie Klett. Wo zieht mensch die Grenze?

  • Meine Schwiegermutter war von Beruf Ehefrau und „Mutter“ und das bei einem einzigen Kind. Sie hat nie gearbeitet, ihr Mann war lebenslang im Niedriglohnsektor, Immobilien gab es keine, aber 30 Jahre 4 Zimmer im sozialen Wohnungsbau für 345€ und nun legt im Alter die Solidargemeinschaft ihre Kosten aus.

    Es ist nicht fair, dass sie die gleiche exzellente Pflege und Betreuung erhält wie Senioren, die das Ganze aus eigener Tasche zahlen aufgrund früherer Leistung. Das Seniorenheim ist zwei Jahre alt und einer traumhaften Lage und gleicht mehr einem Hotel.

    Es steht in keinem Verhältnis zur Lebensleistung und ich kann wiederum die Generation meiner Kinder verstehen, die bei solch einer Dekadenz, die schlussendlich ja sie mit bezahlen, wütend werden.

    • @ToMuch:

      Absolute Zustimmung. Es kann nicht sein dass Leistungsträger ihr Vermögen aufbrauchen müssen, während andere die nie etwas gerissen haben die selbe Pflege auf Kosten anderer bekommen.

  • Als Kind aus den 60er / 70er Jahren,gab es unweit meiner Grundschule ein Altenheim von der Stadt " stätdtisches Altenheim " , ein großer Bau , in Art einer Villa in einem Park, ausgestattet eher wie ein gepflegtes Krankenhaus, wobei einige persönliche Einrichtungsstücke hatten die Senioren dort auch. Alles recht schlicht aber sauber 😉 Dafür Steuergelder zu verwenden halte ich für legitim. Eine Grundversorgung für Menschen ohne Familie , oder Familie die sich nicht kümmern kann. Aber mit Steuergeld oder auch / mit privaten Vermögen, von der Regierung auch noch legitimierte skrupellose Geschäftemacher zu unterstützen, wie es die Betreiber von



    " Seniorenresidenzen " überwiegend sind, ist nicht korrekt ❗️



    Sein privat Vermögen / Geld kann ja jeder ausgeben wie er mag.



    Also Heime für Grundversorgung mit Steuergeld unterstützen, ok - JA.



    Aber äußerlich aufgemachte,



    " Seniorenresidenzen " / Heime, die wie Hotels erscheinen sollen, aber nicht leisten was sie versprechen / sollten,



    NEIN Gelddruckmaschienen NEIN.



    ⛔️ Nicht vom Gesetzgeber verpflichtend für unsere Solidaritätsgemeinschaft❗️



    Mehr staatliche Heime und bei privaten ein P vor den Nepp setzen.

  • Ich habe damals mehrere Jahre meine Mutter gepflegt. Ein Desaster. Für das Heim hätte man sonst ihre Ersparnisse antasten müssen. Heute denke ich, na und? Waren doch erst mal ihre Erparnisse und erst in zweiter Linie unser Erbe. Dafür spart man doch, damit man im Notfall Geld hat.

  • Einfach ein wenig abwarten, dann hat sich die Sache mit dem Erben außer für eine Handvoll, bei denen sich alles angesammelt hat, von selbst erledigt.



    Vielleicht doch nicht ganz von selbst, Macher wie Merz arbeiten gezielt und erfolgreich daran.

    • @Erfahrungssammler:

      Ich dachte nie, dass Marx' Expropriation der Expropiateure wiederkäme. Wo ist der Sozialflügel der Union geblieben? Warum wählen noch Leute hierzulande wirtschaftspolitisch mehrheitlich rechts?



      Die Ansammlung von Reichtum und Macht oben ist von einigen so gewollt.

  • Die Politiker, parteiübergreifend sollten einmal ganz genau die Kostenpauschalen, für die Leistungen in Seniorenresidenzen die zu bezahlen sind, auf den Prüfstein nehmen.



    Im hier genannten Artikel Pflegeversicherung 1.319 Euro Grad 3 plus 686 Euro Leistungszuschuß , plus 3.199 Eigenbetrag. Was genau an Gegenleistung für 5.204 Euro bekommt die Senioren dafür geboten ? 1. Ausgebildetes Fachpflegepersonal oder werden billige, oftmals unterbezahle, angelernte Arbeitskräfte, geringfügig Beschäftigte eingesetzt, wo durch ständigen Wechsel des Personals kaum eine menschliche, persönliche Beziehung aufgebat werden kann ? Wieviel Pflegezeit kommt bei der Senioren an ? Waschen 10 - 15 Min. am Morgen und am Abend ? Zusammen 30 Min. am Tag ? Wie sieht die Verabreichung der Mahlzeiten aus, mit oder ohne Hilfe, also füttern oder noch Eigenständig ? Dazu werden den Senioren Windeln verpasst oder werden sie beim Toilettengang begleitet. Bekommen sie dem Gesundheitszustand entsprechende Tabletten oder zusätzlich Ruhigsteller verabreicht ?



    Wieviel Geld berechnet der Betreiber pro qm Wohnfläche an Miete, 80 oder 150 Euro pro qm ?



    Wieviel von den 5.204 Euro sind REIBACH DES BETRIEB ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Das sind pro Tag EUR 170. Es handelt sich um ein Hotel mit Vollpension und persönlicher Betreuung und einem 24 Stunden Service. Ein Hotel mit Frühstück kostet in der Regel um die EUR 100, lassen Sie es EUR 70 sein. Dann bleiben 100 EUR für Personal und Vollpension. Mir erscheint das jetzt nicht so teuer, wenn man sich etwas mehr Mühe macht, zu überlegen, welche Leistungen alle erbracht werden.

      • @Strolch:

        @Strolch



        Für 170 Euro oder durchaus auch mehr Euro's am Tag, in einem Zimmer abgestellt werden empfinde ich nicht Erstrebenswert.



        Oder meinen Sie, die Senioren werden 24 / 7 bespielt ?

        • @Alex_der_Wunderer:

          Senioren werden nicht „bespielt“, sondern versorgt. Die besagten 70€ jenseits der Hotelleistung sind für 24/7 Versorgung schon wirklich knapp. Respekt vor Personal und Heimbetreiber.

          • @Flocke:

            @Flocke



            Gutgemeinter Ratschlag von mir, bleiben Sie lieber in dem Hotel wohnen, indem Sie bisher Ihr ganzes Leben verbracht haben. Für den Fall, Sie brauchen Pflege, lassen Sie sich einen ambulanten Pflegedienst dorthin kommen.



            Seniorenresidenzen sind kein Hotel !



            Warum heißen Studentwohnheime eigentlich nicht Studentenresidenzen & Jugendherbergen nicht Jugendresidenzen ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Das sind private, profitorientierte Unternehmen, mit sozialem Gewissen ist es hier Essig. Der Staat will damit offenbar nichts zu tun haben. Die Krankenhäuser sind das nächste Gebiet, das abgegrast werden wird. Dann sterben wir nach 2Tagen in der Notaufnahme, weil keiner Zeit hatte, sich um den Schlaganfall oder die Herzprobleme zu kümmern. Wie in England.

      Hat aber auch Vorteile: Spart Rentenkosten.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ergänzung zu 9.25 h - 1.200 Zeichen reichten gerade nicht ganz.



      Die Frage die hier im Raum steht, lautet nicht ob wir als Bevölkerung solidarisch sind / sein wollen, sondern :



      Wollen oder sollen wir per Gesetz,



      - 1. Mit unseren Steuerzahlungen unabhängig von unserem eigenem, individuellen Vermögen, sondern für unsere Solidaritätsgemeinschaft, Betreiber von Seniorenresidenzen GmbH Holding & Co KG reich machen und dann zusätzlich 2. weiterhin noch zusätzlich, im Fall wir haben Vermögen, dieses zusätzlich den Betreibern von Seniorenresidenzen in den Rachen schmeißen ?



      Dieses ganze Finanzierungssystem der Seniorenresidenzen- und Seniorenheimesystem gehört von Grund auf durchleuchtet. Nichts gegen gute, notwendige, qualifizierte und qualitativ hochwertige Pflege, wenn sie denn geleistet werden würde. Hier wird zu leichtfertig ein Geschäftsmodell von unserer Regierung unkritisch, mit unser aller Geld, ob nun durch Steuergeld oder privates Vermögen- zu unbedarft legitimiert & gefördert ❗️

  • Weiter unten sind die Erbstreitigkeiten voll entflammt. Was gar nicht diskutiert wird: die demographische Situation, wir reden von sehr vielen Menschen, die in den nächsten Jahren alt und pflegebedürftig werden. In anderem Kontext wird Terminologie wie "Flüchtlingsströme" verwendet, und die politische Rechte hat vermutlich schon vergleichbare Begrifflichkeiten in der Schublade. Denn früher oder später wird sie pflegebedürftige Menschen als neues Feindbild entdecken.

    So oder so, irgendjemand wird es bezahlen müssen. Entweder werden Vermögen für die Finanzierung der Pflege herangezogen. Oder die Pflegeversicherung, dann werden die Beiträge nur noch eine Richtung kennen, steil nach oben. Oder Mischformen davon. Ihr könnt es Euch aussuchen.

    • @derzwerg:

      "So oder so, irgendjemand wird es bezahlen müssen.":

      Die Frage ist eigentlich schon beantwortet. Bei vielen -ich vermute beim Großteil- der Bewohner in dem Heim, das ich kenne, reicht die Rente bei weitem nicht aus, um die Kosten zu bezahlen. Vermögen oder Haus ist nicht vorhanden, und die Kinder verdienen auch nicht über 100.000 im Jahr. Also trägt die Kosten der Staat. Sarkastisch könnte man sagen: Alles richtig gemacht. Kein Häuschen, keine Wohnung abgestottert und nichts gespart, sondern das Geld rausgehaut und verjubelt.

      • @Josef 123:

        Tja, weil ja auch jeder Arzt, höherer Beamter und Notar werden konnte, wenn er denn nur wollte. Und sich Häuser kaufen und die Physikhabilitation der Kinder finanzieren.



        Nicht.



        Ich hätte gedacht, dass gewisse neoliberale Märchen langsam als solche bekannt wären. Mindestens vom "survivor bias" sollte mensch inzwischen mal gehört haben.

        • @Janix:

          Zu den Pflegekosten wird herangezogen (in dieser Reihenfolge):

          1) Der eigene Besitz, egal ob Geld, Haus oder Sonstiges, und zwar solange bis es ggf. weg ist.

          2) Wenn der Besitz weg bzw. von Haus aus nicht vorhanden ist, zahlen die Kinder, allerdings nur, wenn sie mehr als 100 000 brutto im Jahr verdienen.

          3) Falls kein Vermögen (mehr) vorhanden ist und die Kinder weniger als 100 000 / Jahr verdienen zahlt der Staat.

          Wo sehen Sie hier ein Märchen?

  • Erben ist unfair. Wer etwas vererben kann der ist nicht arm.



    Wenn jemand mit einen Erbe rechnet und deswegen keinen einträglichen Job ausübt ist das soweit seine eigene Entscheidung.



    Wenn das dann nicht klappt - Konsequenz.



    Wie viele können nicht Kunst schaffen weil sie Geld verdienen müssen?



    Daher ist das Konzept der Erben ansich schon unfair.



    Finden Sie es gerecht wenn der Staat (also der Steuerzahler) Menschen finanziell aushilft damit diese dann etwas vererben können?



    Dieses Geld (Steuern) wird zum großen Teil von Menschen genommen die weder geerbt haben noch etwas vererben werden.



    Nein das einzig faire wäre das Erbe eben aufzubrauchen und diese Gelder lieber in die Pflege zu stecken - davon profitieren nämlich wenigstens alle.

    • @Das B:

      Erben ist unfair?



      Ich denke nein - an sich nicht!



      Während die Eltern schaffe schaffe, ihr Häusle bauten mussten viele Kinder der Häuslebauer auf etliches verzichten, nebst materiellen Dingen (es wurde gespart!) mangelte es auch an Zeit und Zuwendung und es musste ständig irgendwo in Haus und Garten "geholfen" werden.



      Dann haben wir Kinder uns um die Eltern in ihren letzten Jahren gekümmert.



      Dass ich nun (neben selbst erwirtschaftetem Eigentum) das überschaubare Erbteil der Eltern zur Verfügung habe, sehe ich als kleine finanzielle Kompensation des Mangels meiner Kindheit - daran empfinde ich nichts als unfair.

      Als unfair empfinde ich, so etwas anderen Menschen nicht zu gönnen. (Oder ist das schon Neid? Ich weiß es nicht...)

      In weiterne Punkten stimme ich aber zu: "Finden Sie es gerecht wenn der Staat (also der Steuerzahler) Menschen finanziell aushilft damit diese dann etwas vererben können?"

    • @Das B:

      Die Erkenntnis, dass Erben für die Erben leistungsloses Einkommen schlechthin ist, welches dann auch noch niedriger besteuert wird als erarbeitetes Einkommen, die dämmert ja langsam.

      Was machen wir aus der Erkenntnis? Auch angesichts einer leider mehr und mehr durch Erben bestimmten Verteilung hierzulande.



      Auch eine laut Namen christliche Partei müsste da eingreifen.

    • @Das B:

      Mehr Klischee geht nicht? Jemand der vererbt ist reich, Erben sind Schmarotzer.

      • @Ahnungsloser:

        "Erben sind Schmarotzer." Ihre Interpretation des gelesenen. Ich lese nur: Wer ein zu erwartendes Erbe in seine Lebensplanung mit einbezieht, hat die Konsequenzen zu tragen, wenn der Erbfall nicht eintritt.



        Und meine Meinung: Wer meint sich nicht ausreichend um den eigenen Lebensunterhalt kümmern zu müssen, weil ein Erbe erwartet wird, ist ein Schmarotzer.

      • @Ahnungsloser:

        Objektiv gesehen ist es eben so. Man liegt wie man sich bettet. Es steht jeden Frei seinen überflüssigen Reichtum zu verteilen 🤷‍♂️

        • @Das B:

          Genau. Wenn ich die Wahl habe es meinen Kindern und Enkeln oder aus Solidarität dem Staat zu geben, muss ich nicht lange nachdenken, wie ich es verteile

      • @Ahnungsloser:

        Ihr Name ist Programm

  • Die Debatte wird auch in dieser hier verhandelten Kleinteiligkeit noch! nicht lösen lassen. Sie wirft vielmehr alle Grundfragen einer gerechte(re)n! Verteilung des gemeinsam auf dem "Puckel" von Natur, Menschen und Tieren erwirtschafteten materiellen Erfolges auf, die vorher, bevor man sich der Frage des vorliegenden Artikels widmen kann, zwingend zu lösen sind.

  • Eine Erbschaftsversicherung für gutsituierte ist nun wirklich nicht die grösste Notwendigkeit im Land.

    • @Carsten S.:

      Es gibt einen guten Grund warum keine Versicherung Ihnen garantieren wird einen bestimmten Wert vererben zu können: Logik.

  • Darum rechtzeitig alles verprassen. Reisen, Autos Luxusartikel. Immer raus mit der Kohle. Haus auch rechtzeitig verkaufen und verleben.

    • @AmArschderHeide:

      Naja, so muss es ja nun nicht sein, aber ich werde meine Familie auch solange noch mit Geschenken beglücken, solange ich noch arbeite. Perspektivisch schaue ich natürlich, dass mit steigendem alter dann auch soweit alles verbraucht ist. Weil was übrig ist eh für die Pflege draufgehen wird.

    • @AmArschderHeide:

      Kann man so machen.



      Am besten wie ein Rockstar leben, dann kommt es sowieso nie soweit das man es bis dahin schafft. So rede ich mir meine ungesunde Lebensweise zumindest schön xD.

      • @Rikard Dobos:

        Lindenberg und die Stones sind der lebende Beweis, dass auch Alkohol und Drogen nicht zwingend für eine Entlastung der Pflegeversicherung sorgen

    • @AmArschderHeide:

      Wenn Sie später in die Pflegestufe "Roboter" eingeordnet werden wollen...

      Was ist so schlimm daran, eigenes Vermögen für die eigene Pflege aufzuwenden? Und was bringst es, Geld zusammenzuraffen? Es nützt nichts der reichste Mensch auf dem Friedhof zu sein. Also einfach vernünftig leben.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Merkt denn wirklich niemand, was seine Kommentare ausdrücken? Man muss sie einfach nur mal zusammenhängend genießen.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Wer alles verprasst, bekommt eine Unterstützung. Wer vorsorgt, auch für seine Kinder, muss selber zahlen. Das ist kein Anreiz um selber vorzusorgen - das kann die Gesellschaft noch viel Geld kosten.



        Ach ja: Ich hätte gerne die Pflegestufe Sterbehilfe.



        Was wir gerade mit Pflegebedürftigen abziehen ist teilweise nicht mehr Menschenwürdig.

        • @MK:

          "Was wir gerade mit Pflegebedürftigen abziehen ist teilweise nicht mehr Menschenwürdig."

          Völlig richtig. Und es wird schlimmer werden. Schließlich muss das Geschäft mit der Pflege ausgebaut werden, nicht die Pflege selbst.

    • @AmArschderHeide:

      Verboten ist das nicht (nur schade um die vergeudeteten Ressourcen, die Naturschäden, ...) Oder mensch verzichtet auf den ein oder anderen grauen Steuertrick, unterstützt den mittellosen Neffen beim Studium unauffällig, auch das wäre eine Option.

  • Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit die Pflege einer alten Person zahlt, die über Vermögen verfügt.



    Da zahlen dann Leute mit kleinem Einkommen dafür, dass das Erbe Wohlhabender geschont wird. Und die SPD ist tatsächlich dafür, dass Vermögen verschont wird. Wenn ich Geld für meinen Lebensunterhalt habe, dann zahle ich dafür und "schone" es nicht auf Kosten anderer für meine Erben.

    • @Querbeet:

      So pauschal, es kann auch nicht sein, dass die Allgemeinheit für die zahlt, die alles raushauen oder eben auch nichts tun um was zu verdienen

      • @Klaus Schwarzmüller:

        Absolute Zustimmung. Wenn Menschen nie richtig gearbeitet haben muss die Gemeinschaft bezahlen. Nicht fair den Menschen die durch Arbeit und Fleiß Geld angehäuft haben. Und dies nun einsetzen müssen.

  • Seniorenresidenzen & Seniorenheime sind ein profitabeles, profitorientiertes Geschäftsmodell, selbst die Scientology



    " Experten " und andere skrupellose Geschäftemacher haben dieses schon lange für sich entdeckt.



    Hier regelt unser Gesetzgeber quasi nix, die Bevölkerung wird sehenden Auges der Parlamentarier, bewusst ausgenommen und soll um ihr Vermögen gebracht werden, denn sonst gäbe es ganz andere Abrechnungskriterien bezüglich der Kosten für Unterbringung und nötigen Personalbestand, die für die alten Menschen ja nötig sind. Rechnet man die Miete für Zimmer oder Apartments in der Größe von 25 - 60 qm einmal um, sieht man die völlig herbei phantasierten, ungerechtferigten Gewinnmargen, denn die eigentliche Pflege und Verkostung sind nur ein minimaler Kostenfaktor bei dem menschenverachtenden Spiel. Zudem sich an der Pflege die Pflegeversicherungen beteiligen. Je nach Pflegestufe. Hier werden die Bürger von den Regierenden verraten und verkauft ‼️

  • Erben ist letztendlich ein Mittel um den finanziellen Hebel von Zinseszinseffekten intergenerationell zu verlängern. Das führt schon heute dazu, dass etwa die Chancen auf großes Vermögen oder Immobilienerwerb deutlich stärker vom Erbe abhängen als von der eigenen Leistung. Der Gini-Koffizient steigt immer weiter an und an dessen oberen Ende hat sich längst ein neuer Geldadel etabliert. Das sind Zustände die mit einer egalitären oder auch nur chancen-gerechten demokratischen Gesellschaftsordnung nicht vereinbar sind. Deshalb sollte man das Erben grundsätzlich abschaffen.

    • @Ingo Bernable:

      Also eine egalitäre Gesellschaftsordnung möchte ich nicht.

      Und Chancengerechtigkeit heißt nicht, wenn ich nichts erben werde, sollen es andere auch nicht können. Das ist Mißgunst. Mir geht es mit meinen fehlenden Chancen nicht besser, wenn ich dafür sorge, daß andere auch keine Chancen haben.

      Ich werde auch nichts erben. Aber da habe ich eben Pech gehabt. Andere haben Glück und erben ein Häuschen, einen Batzen Geld o.ä. - was soll daran problematisch sein?

      Dann muß ich das Vermögen eben selbst aufbauen. Ich habe mit 40 ein Haus gekauft, zu 100% finanziert, und jetzt, mit 55, ist es abgezahlt. Ich habe dafür ganz schön Verzicht geübt. Aber warum soll ich es einem anderen, der ein Haus erbt, mißgönnen?

      Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen und sollte wie Heilbehandlung von der Versichertengesellschaft übernommen werden. Wenn sie nur der bekommt, der alles verjubelt hat, derjenige, der gespart hat, aber nicht, ist DAS hochgradig ungerecht. Und nicht das Erben.

      • @Debaser:

        Ich halte ihre Argumentation für inkonsistent. Pflegebdürftigkeit sehen sie als solidarisch aufzufangendes Lebensrisiko, ein ggf. auch sehr großes Erbe bzw. dessen Ausbleiben aber als Glück/Pech, dass andere eben haben oder nicht. Warum sollte man Pflege nicht ebenso als Glück/Pech sehen? Und wenn die Milliardenerben alter Industriellendynastien von klein auf auf eine Elitelaufbahn vorbereitet werden obwohl jede Erwerbsarbeit für sie völlig optional wäre, während Kinder aus armen Familien sehr viel schlechtere Aussichten haben, wie sie suggerieren ganz einfach, Vermögen aufbauen zu können. Das in Frage zu stellen hat nichts mit Missgunst zu tun, sondern mit der Frage in was für einer Gesellschaft wir leben wollen und ob das eine Ständegesellschaft sein soll in der mit dem Vermögen auch der soziale Status vererbt wird und die soziale Mobilität immer schlechter wird.

      • @Debaser:

        @ Debaser



        👍👍 Genau so sehe ich es auch. Nur wir müssen auch A - echt ein Auge auf dieses abzocker System der Versorgung der älteren Gesellschaft haben, sowie 2. eine vernünftige dem GG entsprechende Vermögenssteuer ab 2 / 3 Millionen Euro aufwärts.

    • @Ingo Bernable:

      Das wäre das Ende unserer Gesellschaft

      • @Klaus Schwarzmüller:

        Wäre nicht das schlimmste, unsere Gesellschaft braucht schon sehr lange einen Neustart.



        Nur gilt das hier alles für Deutschland.



        Wir hätten halt nur noch arme Senioren - dafür aber weniger.

      • @Klaus Schwarzmüller:

        Warum sollte das das Ende sein? Die meisten Menschen erben eh wenig oder nichts. Oder gar Schulden. Große Unternehmen werden eh nicht vom Erben geleitet, sondern sind eh Kapital Gesellschaften mit Vorständen. Dann ist der Besitz eben gestreuter. Keine Sorge, härtester Kapitalismus wird dann immer noch durchgezogen.

        • @Adan:

          Es geht nicht um die Menschen die erben sondern die, die vererben. Für alle, die ich kenne, die täglich leisten, arbeiten und verzichten, machen das für ihre Kinder, dass es die leichter haben als sie. Sollte das nicht mehr möglich sein, hören diese Leistungsbereiten auf und kassieren das, was die Faulen auch kassieren und dann geht's noch schneller bergab als jetzt

          • @Klaus Schwarzmüller:

            Zunächst einmal machen es die Menschen für sich und ihr Ego, leisten, arbeiten verzichten, es zu etwas gebracht zu haben (veilleicht trotz allen Widrigkeiten Nachkriegszeit etc). Wenn für die Kinder, warum trennen sich dann viele Alte nicht von Ihrem Vermögen rechtzeitig zugunsten der Kinder, überschreiben Immobilien und verteilen ihr Geld?

            • @Heide_Kraut:

              Machen ja schon einige, aber ist halt auch nicht einfach. Schenkungssteuer fällt auch an mit ich glaub den gleichen Freibeträgen. Da darf ich dann immer nur Teile verschenken alle 10 Jahre.

              • @Klaus Schwarzmüller:

                Dieser Freibetrag liegt bei 400.000€ und gilt aber für beide Elternteile unabhängig. Bis das Kind 20 ist können sie also 2,4 Mio. € weitergereicht werden ohne dass die Allgemeinheit davon auch nur einen Cent sieht. Meiner Meinung ist das mehr als genug. Und bei noch größeren Vermögen gibt es dann Möglichkeiten wie die Einrichtung einer Familienstiftung. Bei der derzeitigen Regelung sind Erbschafts- und Schenkungssteuern halt "Dummensteuern".

                • @Ingo Bernable:

                  Ja wenn man die Kohle schon hat wenn das Kinder bzw. die Kinder auf die Welt kommen schon, allerdings ist es bei mir ein langsam wachsender Prozess, der halt dauert bis das Geld da ist

          • @Klaus Schwarzmüller:

            So sieht's aus. Wir selbst sind mit 2 Kindern an der Schwelle zum großen Traum, dem Hausbau. Wenn wir das durchziehen wollen, müssen wir uns für die nächsten 20 Jahre richtig reinknien.

            Wenn die Zinsen so weiter steigen, die staatliche Kreditförderung weiter rumdümpelt und am Ende eh alles weg ist, können wir auch weiter zur Miete wohnen und alles verprassen. Tut mit leid für's Solidarsystem, aber allein für die werde ich mich nicht krummachen.

  • Vermutlich muss man das zusammen mit einer Erbschaftssteuerreform denken. Das Sparen anstatt verjubeln darf nicht unbegrenzt bestraft werden, das Entziehen von Vermögen über Schenkungen 10 Jahre vor dem Pflegefall nicht völlig folgenlos bleiben. Es sollte also einerseits einen Freibetrag im Erbe geben der nicht angetastet wird und andererseits einen Höchstbetrag der maximal der Pflege zugeführt wird. Was dann noch fehlt sollte über eine höhere Erbschaftssteuer auch auf kleinere Vermögen ausgeglichen werden. Mann könnte natürlich aber auch alles über die Progression in der Erbschaftssteuer regeln……

    • @mwinkl02:

      Wer sich krummlegt für etwas Eigentum, dafür auf alles verzichtet und daran keine Freude hat, macht einfach etwas falsch.



      Das, was dereinst vererbt werden wird, gehört einem Menschen, der es anschliessend nicht mehr braucht.



      Die Erben können sich vielleicht einer Erbschaft als würdig erweisen, indem sie ihre altvorderen unterstützen und versorgen. Dennoch betrachte ich ein Erbe als geschenk und nicht als verdienst oder gar Bezahlung für irgendetwas.



      Ein radikaler Vorschlag wären 80% Erbschaftssteuer bei einem Freibetrag von 20 000 € pro Person. Das würde aber für viele den Anreiz senken, überhaupt etwas aufzubauen, bzw., es würde grösste Kreativität bei der Steuervermeidung (-hinterziehung) erzeugen.

      • @Carsten S.:

        Ich stimme Ihnen zu, etwas zu erben ist ein Geschenk auf das man keinen natürlichen oder moralischen Anspruch hat. ein Grundgedanke des Erbrechts ist es, Eigentum ohne Eigentümer zu vermeiden, es soll immer jemand verantwortlich dafür sein. Ansonsten gibt es viele überflüssige Regeln, insbesondere das Pflichtteilsrecht. Wenn jemand einen Erben einsetzt, dann soll allein das gelten. Hohe Steuern führen eigentlich immer zu Ausweich- und Vermeidungsaktionen. Versteckspielen findet ja schon bei den Einkünften an, wo fleißig verschleiert und gemauschelt wird.

      • @Carsten S.:

        "Das, was dereinst vererbt werden wird, gehört einem Menschen, der es anschließend nicht mehr braucht." das würde Automatisch zur Veräußerung, Zerschlagung von jeder Firma, Betrieb führen wenn der Gründer stirbt.



        Und warum sollte die Allgemeinheit mehr Recht auf das Geld, das sich jemand erspart, erarbeitet hat als dessen Nachfahren haben ???

        • @Günter Witte:

          @Günter



          In großen Unternehmen können die Erben als Geschäftsführer mit Anteilsmehrheit eingesetzt werden und Anteilshaber, am besten aus der Belegschaft gewonnen werden.

        • @Günter Witte:

          " das würde Automatisch zur Veräußerung, Zerschlagung von jeder Firma, Betrieb führen wenn der Gründer stirbt."



          Wie kommen Sie darauf?



          Die Rechtsnachfolge ist doch geregelt!



          Es geht in diesem Artikel nach meinem Verständnis darum, ob es zumutbar ist, dass jemand mit seinem eigenen Vermögen zu seinem Lebensunterhalt beiträgt, wenn die laufenden Einnahmen dafür nicht mehr ausreichen.



          Dazu meine ich: Wer denn sonst?



          Wollen Sie die Verkäuferin, die Friseurin oder die Pflegehelfer zur Kasse bitten, damit Betriebsvermögen in den Händen einiger weniger geschont und unvermindert vererbt werden kann?

          Wenn dann noch etwas übrig bleibt, soll der Erblasser frei darüber verfügen, wem er es zukommen lassen will.

          • @Carsten S.:

            Sie haben in ihrem Beitrag geschrieben das mit dem Tod des Besitzers er es nicht mehr braucht, ergo es niemanden mehr gehört, niemand darf es erben, also kann es veräußert werden.



            Nur ist halt Betriebsvermögen in den seltensten Fällen Bargeld, nein es sind Gebäude, Maschinen, Arbeitsplätze.

            • @Günter Witte:

              ", ergo es niemanden mehr gehört, niemand darf es erben, also kann es veräußert werden."

              Diese Folgerung haben Sie völlig frei hinzuerfunden.

              Wenn ich etwas habe, was ich nicht mehr brauche, darf ich nach wie vor frei darüber verfügen.



              Ich kann es zu.B. im Keller lagern, für den Fall des Falles.



              Ich kann es verschenken an wen ich will.



              Ich kann es verkaufen, auch an wen ich will.



              Ich kann es entsorgen.

              Warum soll ein Erblasser seine Wünsche nicht vor dem Ableben regeln dürfen?

              Ist das so schwierig zu verstehen?

              Es geht in diesem Artikel allenfalls darum, ob der eigene Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestritten werden soll, falls vorhanden, oder ob die Allgemeinheit dafür einstehen soll, damit die zukünftige Erbmasse unangetastet bleibt.



              Da ist meine Meinung klar:



              Jeder steht zuerst für sich selbst ein.



              Erst, wenn das nicht mehr geht, unterstützt die Solidargemeinschaft.

  • Natürlich verdient man mit 100.000€ nicht schlecht und natürlich sorgt man für seine Eltern - ein gewisses Störgefühl kommt aber auf, wenn jemand sein ganzes Geld ohne Kinder für sich selbst verbrauchen konnte und auch nicht vorgesorgt hat, dass dieser dann über die Steuern auch noch von denen versorgt wird, die gleichzeitig Ihre eigenen Eltern unterstützen (ja ich weiß, erst ab 100.000)

    • @Charlie Foxtrot:

      Na darum geht es doch auch im Sozialstaat. Wir stehen solidarisch füreinander ein. Wir tragen die Generationen vor uns und unsere Kinder die nach uns. Und mal ehrlich, wenn die Residenz am Ende dieselbe ist, warum Geld sparen statt ausgeben? Am Ende bleibt eh nix

  • Auch wenn ich persönlich betroffen sein werde (voraussichtlich erbe ich von meiner Mutter ein halbes Dreifamilienhaus in einer baden-württembergischen Kleinstadt) votiere ich dafür, dass das gesamte Vermögen einer Person, somit meiner Mutter, für die Pflege eingesetzt werden muss. Es gefällt mir nicht, aber ich möchte fair sein und ich vertrete den Standpunkt, weshalb sollen andere Steuerzahler die Pflege meiner Mutter bezahlen, damit ich ein leistungsloses Erbe erhalte. Wobei nicht ausgeschlossen ist, dass andere Steuerzahler wiederum meine Pflege werden bezuschussen müssen.

    (Dass es an anderer Stelle Ungerechtigkeiten im System gibt und ich für Menschen mitbezahlen muss, lasse ich außen vor. Es enthebt mich nicht meinem eigenen Anspruch an mich selbst auf Fairness.)

    • @*Sabine*:

      Ja und nein! Aber, wie sieht es aus, wenn Ihre Mutter kein Vermögen hätte? Soll sie dann auch gepflegt werden? Und wie sieht es aus, wenn sie das Geld statt in ein Dreifamilienhaus in Teilzeit und Reisen investiert hätte? Oder anders gesagt: Könnte nicht Ihre Mutter, Ihnen noch schnell eine Bildungsweltreise ermöglichen, die viel Geld kostet und dann die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen?

      • @Strolch:

        "Und wie sieht es aus, wenn sie das Geld statt in ein Dreifamilienhaus in Teilzeit und Reisen investiert hätte? Oder anders gesagt: Könnte nicht Ihre Mutter, Ihnen noch schnell eine Bildungsweltreise ermöglichen, die viel Geld kostet und dann die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen?"

        Schön wäre das schon, aber beides entspricht ihr nicht und weshalb sollte sie ihren Charakter ändern. Versuche ich ja auch zu vermeiden. ;-)

      • @Strolch:

        Könnte, könnte. Die Welt ist außerhalb der GF-Ebenen und Juristenkanzleien vielleicht auch viel sozialer, altruistischer und entspannter, als es das neoliberale Dogma propagiert. Und sparsamen Menschen wird mensch es ohnehin kaum austreiben können.

  • Logische Konsequenz für Menschen, die nicht alles in Häuser, Kreuzfahrten oder Luxuskarossen gesteckt haben: Alles verjubeln, solange man kann. Nichts auf Konten lassen. Bargeld beizeiten weiter geben.

    • @migra:

      Ganz meine Rede

    • @migra:

      Da gibt es doch viel bessere Methoden. Die Vermögenswerte Zug um Zug zu Cash machen und dann in Kryptowährungen investieren. Wenn die Coins erst einmal in der Wallet sind lassen sie sich überallhin verschieben und in jedem Land der Welt wieder zu Bargeld machen.

      • @Tom Tailor:

        Das würde bei mir schon an den Kenntnissen der Spezialistensprache scheitern, mit der die Superschlauen unter sich sein wollen.

  • Es muss ja nicht mal das Heim sein. Wer seinen Angehörigen, die Pflegebedürftig sind ermöglichen will in der eigenen Wohnung zu bleiben hat auch ganz schnell Kosten die mindestens so hoch sind wie ein Heimplatz. Bei meiner Mutter waren das roundabout 4000€ dafür das zwei mal am Tag ein Pflegedienst vorbeikam und auch Haushaltstätigkeiten übernommen hat. Da geht dann das ersparte ganz schnell dahin.



    War uns egal, da es uns a) wichtig war dass Mutter zufrieden war und wir ihr den Wunsch erfüllen konnten, dass sie in ihrer Wohnung sterben kann und b) Mutter hatte schon immer gesagt "ich gebs lieber mit warmen Händen" und uns immer was zukommen lassen...

    Es ist einfach so, Pflege, vor allem gute ist teuer, selbst wenn man die Rendite der Träger abschmilzt (was ich durchaus befürworte), aber wenn die Pflegeversicherungsbeiträge nicht ins unendliche steigen sollen, dann bleibt ein Eigenanteil, ist leider so. Wichtiger ist, dass auch wenig begüterte eine gute Pflege (gerade in Heimen) erhalten, was man da erlebt....teilweise ohne Worte...

  • Binse: Irgendjemand muss es am Ende zahlen. Selbst wenn wir abgreifende 10%+-Rendite-Haie wegfischen und auch sonst kostenbewusst herangehen. Eigentlich brauchen wir teils sogar mehr Ressourcen, dass niemand in Exkrementen liegen bleiben muss.

    Warum soll die Zahlerin die Person per Mehrwertsteuer sein, die keine Erb-Immobilien etc. hat und täglich im OP-Saal schrubbt oder unterstützt? Hat auch die erwähnte "prekäre" Künstlerin dadurch mehr Recht auf ungehemmtes arbeitsloses Großeinkommen Erbschaft? Sind wir nicht angeblich eine Gesellschaft der eigenen Leistung?



    Was schon ein Punkt ist: Vergessen wir dabei nie diejenigen, die ganze Ketten von Altersheimen besitzen. Deren Beitrag wäre mal wieder fällig, auch hierfür!

    • @Janix:

      "Warum soll die Zahlerin die Person per Mehrwertsteuer sein, die keine Erb-Immobilien etc. hat und täglich im OP-Saal schrubbt oder unterstützt?"

      Ja, wer denn sonst?

    • @Janix:

      Hätte nie gedacht, dass ich Ihnen hier mal vollumfänglich zustimme.



      Heute ist es so weit.

  • Natürlich sollte zuerst das Erbe greifen vor der Solidargemeinschaft.

    Den Gang zum Sozialamt sollte man nicht machen.

    Nur eine Sperrung von großen Verschenkungen und ein staatlichen Vorrang auf die Erbsumme, verzinst zum Vorzugszinssatz

  • Also ganz ehrlich, eigentlich fair. Warum soll die Gemeinschaft dafür aufkommen das Erbe zu sichern wenn ein Pflegefall eintritt?

    Hier wird ja auch forsch die Erbschaftssteuer u zu erhöhen gefordert. Jetzt gerade wohlhabende Immobilien Besitzer zu verschonen wirkt irgendwie merkwürdig bei der taz.

    • @Duplozug:

      Was sind denn wohlhabende Immobilienbesitzer? Jeder mit Eigentumswohnung oder Eigenheim? Es wird sich doch zukünftig jeder überlegen eine Immobilie zu erwerben, wenn er/sie weiß, dass er/sie -im Gegensatz zu Mietern- die Immobilie im Alter verkaufen muss.

      • @Ahnungsloser:

        Ich glaube, Sie verwechseln die Generationen. Es geht im Artikel darum, ob und warum die Solidargemeinschaft stärker zur Kesse gebeten werden soll, nur damit mögliche Erben diese Erbe nicht verlieren, weil es sonst zur Finanzierung der Pflegekosten für die Eltern aufgebraucht würde.

        Und warum soll jemand kein Eigentum erwerben, weil es eventuell später für die Pflegekosten herhalten muss?

        Wer auf Dauer ins Pflegeheim umziehen muss, der weiß, dass eine Rückkehr in die frühere Wohnung/Haus fast immer nicht mehr möglich ist. Heute zieht die Mehrzahl der Leute doch erst dann ins Heim, wenn es gar nicht mehr anders geht.

        Da kann man doch froh sein, wenn durch den Verkauf der Immobilie die Pflegekosten getragen werden können und vielleicht noch mehr als ein "Taschengeld" übrig bleibt. Dass dann mögliche Erben in die Röhre schauen, ist richtig, aber so ist das Leben.

        • @ PeWi:

          Ein Haus zu finanzieren ist (monatlich) teurer als Miete zu zahlen. Es gibt keinen Grund -außer eventuell Solidarität- eine Immobilie zu erwerben, wenn ich damit rechnen muss das Haus zu verkaufen, weil meine Frau ins Pflegeheim muss. Und ich muss mir dann eine bezahlbare Mietwohnung im Alter suchen. Schlechter Deal. Hat erstmal nichts mit potentiellen Erben zu tun.

          • @Ahnungsloser:

            Ihre Annahme, niemand hätte einen Grund, sich ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, wenn er damit rechnen müsste, es zur Finanzierung seiner Pflege verkaufen zu müssen, ist falsch. Als es noch keine Pflegeversicherung gab, haben auch viele Leute Immobilien zur Selbstnutzung erworben. Die hatten schon ihre Gründe dafür.

  • Der Beitragssatz in der Pflegeversicherung beträgt 3,6 %, für Kinderlose 4,2 %. Beschäftigte zahlen den Beitragssatz zur Hälfte, Rentner zu 100 %. Jede Erhöhung der Beitragssätze bedeutet für Rentner eine Rentenkürzung im Verhältnis 1:1, für Beschäftigte eine Kürzung des Nettoeinkommens im Verhältnis 1:2. Es ist weder sozial noch gerecht, weswegen Beschäftigte und Rentner, davon viele Geringverdiener und Kleinrentner, Beiträge dafür zahlen müssen, dass Pflegebedürftige, die über erhebliches Vermögen verfügen, ihr Vermögen ungeschmälert vererben können. Wer seine Pflege im Alter aus eigenen Mitteln bezahlen kann, soll sie auch aus eigenen Mitteln bezahlen. Es geht nicht darum, den Betreffenden etwas "wegzunehmen", sondern darum, dass sie ihr eigenes Einkommen und Vermögen für sich selbst verwenden.

    Wer höhere Erbschaftssteuern fordert und zutreffend darauf hinweist, dass man sich ein Erbe nicht selbst erarbeiten muss, macht sich unglaubwürdig, wenn er zugleich fordert, dass der Sozialstaat über die Pflegeversicherung Geld von unten nach oben an die Erben umverteilt.

    Und: Meistens sind Kinder gutsituierter Eltern selbst gutsituiert und leben nicht in prekären Verhältnissen.

    • @Budzylein:

      Oder andersrum wird ein Schuh draus: Wenn jemand Beiträge zahlt, wieso muss er dann noch zuzahlen?

      • @Strolch:

        Weil die Pflegeversicherung keine Vollversicherung ist, sondern nur einen Teil der Pflegekosten abdecken soll. Sonst wären die Beiträge noch viel höher und die Nettoeinkommen der Beschäftigten und die Nettorenten noch niedriger.

  • Vollkommen hirnrissig die ganze Diskussion.



    In dem geschilderten Fall der älteren Dame kann entweder die Tochter in die Nähe ihrer Mutter ziehen oder die Mutter zu ihrer Tochter. Im letzteren Fall kann das Haus vermietet werden. Einen privaten Pflegedienst beauftragen, dazu eine Haushaltshilfe und eine Gesellschafterin, für die Stunden wo die Tochter sich eine Beschäftigung sucht, um auch etwas finanzielle Unterstützung bieten zu können.



    Soll ich als Steuerzahler also demnächst auch noch die Hotelrechnungen anderer, mir völlig fremden Personen übernehmen ?



    Hier muss jeder nach seinen Möglichkeiten agieren.



    Wir haben ein Renten- und Pensionssystem, Hinterbliebenen Versorgung dazu die Pflegeversicherung.

    • @Alex_der_Wunderer:

      ... und jetzt kommt noch die Erbschaftsversicherung dazu, gefordert von den Linken. Dass ich solchen Unsinn noch erleben darf! :)

  • Tja, irgendwo muss das Geld ja herkommen, dass wir in die Rüstung stecken.

    • @Peter Teubner:

      Dieser Kommentar geht völlig am Thema vorbei: Es geht darum, ob die Allgemeinheit stärker bei der Finanzierung der Pflegekosten zur Kasse gebeten werden soll, nur, damit das Erbe der Angehörigen nicht verringert oder gar aufgebraucht werden muss.

      Mit Rüstungsfinanzierung hat das gar nichts zu tun.

      • @ PeWi:

        Sie kennen die Grundrechte nicht. Da wurde der Katalog inzwischen sehr stark erweitert. Eine bezahlbare und ausreichend grosse Wohnung mitten in Berlin mit einer guten ÖV-Anbindung gehört ebenso dazu wie das Grundrecht darauf, verteidigt zu werden. ;)

  • Natürlich muss das eigene Vermögen - möglicherweise vollständig - eingesetzt werden. Dafür heisst es ja Altersvorsorge. Ich schütze doch mit meinen Abgaben und Steuern nicht das Erbe anderer!

    • @Torre Mentilio:

      @Torre Mentilio



      Dann könnten wir der Regierung ja mal einen fairen Deal unterbreiten, die Vermögenden brauchen in Zukunft nicht mehr für die Unvermögenden zahlen und die Unvermögenden teilen sich ihr Unvermögen untereinander auf...

    • @Torre Mentilio:

      (Generell: Sie leben in einer Gemeinschaft, die Ihnen die Bildung etc. vorstreckte.)



      Gleichwohl sorge jede und jeder erst mal für sich, Subsidiarität heißt das in der christlichen Soziallehre, und anschließend hilft die größere Gemeinschaft aber auch.



      Was nur fehlt, ist der Beitrag über endlich wieder eingesetzte Vermögenssteuer und greifbare angemessene Erbschaftssteuer. Sonst haben wir die Marxsche Schere zwischen Großkapital und Sonstigen rascher klaffen als wir denken.

    • @Torre Mentilio:

      Mit dieser Begründung kann man auch anderen Bedürftigen Leistungen kürzen.

      Natürlich muss das eigene vermögen -möglicherweise vollständig- eingesetzt werden. Ich schütze doch mit meinen Abgaben und Steuern nicht den Lebensstandard anderer.

    • @Torre Mentilio:

      ...und warum sollen andere mit ihren Steuern und Abgaben Ihren Heimaufenthalt bezahlen?

  • Und schon wieder gewinnen die wirklich Vermögenden. Damit meine ich nicht diejenigen, die 30 Jahre lang ein Reihenmittelhaus mühsam abgestottert haben, sondern die, die ein Nettovermögen von mehr als 2 Millionen Euro ihr Eigen nennen.



    Machen wir kurz eine kleine Rechnung auf: Wenn ein Ehepaar ins Pflegeheim umziehen muss, fallen dafür im Monat rund 8.000€ an. Das sind knapp 100.000€ im Jahr. Nehmen wir an, beide wohnten vorher in einem Häuschen mit Garten. Dieses Häuschen verursacht, falls es leer steht, ca. 800€ pro Monat (Gärtner, Grundsteuer etc.). Dazu kommen andere Kosten, z. B. die Krankenversicherung etc. Wir landen also bei einem Bedarf von rund 120.000€ pro Jahr. Um diese Summe mit Hilfe des eigenen Vermögens erwirtschaften zu können, benötigt man, wenn das Vermögen mit einer Nettorendite von 5% angelegt wurde (ja, das geht!), mindestens 2.400.000€ auf der hohen Kante. Erst ab einer solchen Summe braucht man nicht zu befürchten, dass das Vermögen abschmilzt, bis der Erbfall eintritt (bei dem man im ungünstigsten Fall mehrfach Erbschaftsteuer zahlt).

    Fazit: Alle anderen, die weniger ansparen können, verlieren einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens.

    • @Aurego:

      Sie haben im Grunde recht, aber aus anderen Gründen. Aufgrund der aktuellen Immobilienpreise werden die potentiellen Erben des Hauses überwiegend keine Immobilien erwerben können. Die Immobilie wird von einer tendenziell deutlich reicheren Person erworben. Das führt langfristig dazu, dass die Mittelschicht kollabiert. Ich will damit nicht sagen, dass der Staat das Erben der Mittelschicht absichern muss, aber er muss angemessene Wege finden, wirklich Wohlhabende deutlich stärker zu besteuern, zumindest soviel, dass ihr Überreichtum nicht immer mehr automatisch anwächst.

    • @Aurego:

      Satire?



      Oder "Die Partei spricht wahr?"



      (Und weil es auch wenige Monate vor dem Tod nicht weniger werden darf für alle weniger als 2,4 Mio € soll der Steuerzahler einspringen. Nachvollziehbar zumindest.)

      • @Tom Farmer:

        Rechnen Sie es halt selbst durch! Ich empfehle dazu eine Tabellenkalkulationssoftware.



        Danach wissen Sie, ob es Satire oder real ist. Offensichtlich verfügen Sie nur über ein geringes Vermögen, sonst würden Sie wahrscheinlich sofort verstehen, was ich meine.

        • @Aurego:

          Naja, aber es ist schon eine Binsenweisheit zu erklären, ein finanzielles Problem ließe sich dadurch lösen, dass man einfach nur mehr Geld haben muss.

          • @Herr Lich:

            Oder, ganz einfach ausgedrückt:



            Wer ein ausreichend großes Vermögen hat, verliert davon gar nichts, während Menschen mit einem geringen Vermögen gezwungen sind, es aufzubrauchen.

            Das führt dazu, dass die Vermögen in der nachfolgenden Generation noch ungerechter verteilt sind.

          • @Herr Lich:

            Wir hätten keine finanziellen Probleme, wenn wir aufhören würden, Vermögende über alles vernünftige Maß hinaus zu schützen und zu hofieren und wir uns stattdessen um eine sinnvolle Verteilungsgerechtigkeit kümmern würden. Diese lässt sich praktisch nur über Steuern erreichen.



            Stattdessen wird weiterhin Politik für die obersten 10% der Vermögensverteilung gemacht, zu denen ich übrigens selbst gehöre. Dass die untersten 90% das nicht merken, liegt auch daran, dass sie überhaupt keine Vorstellung davon haben, um wie viel Geld es da überhaupt geht. Für diese untersten 90% sind nämlich schon 20.000€ viel Geld. Für viele Mitglieder des obersten Dezils der Vermögensverteilung hingegen gehen 20.000€ im Rauschen unter und ihr Interesse wird erst geweckt, wenn es um mindestens 100.000€ geht.

  • Natürlich muss der Heimaufenthalt aus dem vorhandenen privaten Vermögen und nicht vom Steuerzahler bezahlt werden. Für eine



    Zeitung, die sonst das Privileg leistungslosen Erbens durch



    hohe Steuern belasten will, kann das doch keine Frage sein.

    • @behr Behr:

      Das heißt im Endeffekt: Wer in seinem Erwerbsleben sparsam gewirtschaftet und etwas zurückgelegt hat, muss seinen Spargroschen aufbrauchen, während diejenigen, die alles verplempert haben oder zu wenig verdienten, von uns allen unterstützt werden.



      Ist das eine sinnvolle Form der "Gerechtigkeit"?

    • @behr Behr:

      Das sehe ich auch so. Wenn es denn Vermögen im Alter gibt.

  • Die Allgemeinheit soll zahlen weil man sonst nix vererben kann?



    Aus dem Pflegeheim gibt es meistens keinen Weg zurück ins eigene Haus oder Wohnung. Klar muss dieses Vermögen dann abgeschmolzen werden. Es wird niemandem fehlen. Es wird allerdings formale Anforderungen geben: Wer kann verkaufen falls Besitzer dement sind und oder keine Angehörigen da sind die dazu auch befugt sein müssen? Zwangsverkauf durch staatlichen Vormund?

    • @Tom Farmer:

      Wer seine Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen kann und für diesen Fall niemanden bevollmächtigt hat, bekommt vom Amtsgericht, sofern es davon erfährt, einen Betreuer bestellt, der ihn rechtlich vertritt und ggf. das Haus verkaufen kann.

    • @Tom Farmer:

      @Tom Farmer



      Rechtzeitig den Immobilienbesitz und Investments zu Bargeld machen, einen Teil davon in Gold anlegen, alles gut vor dem Finanzamt verwahren. Bei kleiner oder keiner Rentenversorgung Grundsicherung im Alter beantragen, den Rest Staatskosten - sind doch Solidargemeinschaft , sagen die 1 % der wirklich Reichen mehrfach Millardäre doch auch immer.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Toller Plan, das mit dem "vor dem Finanzamt verwahren". Insbesondere bei Demenzkranken oder Palliartivparienten oder einem standard-Pflegeheimbewohner eine realistische und echt geile Strategie.



        Liebe Leute....!

        • @Tom Farmer:

          @Tom Farmer



          Jep, man möchte doch auch morgen noch sein 🥂🍾 🍾schlürfen & seinen 🦞 Lobster zum knacken bringen, erst recht danach nicht auf den Nachtisch 🍹verzichten müssen 😉

      • @Alex_der_Wunderer:

        So ist es. Bis 1999,99€ muss man beim Goldkauf keinen Ausweis vorlegen. Anschließend Gold mit der anonymen Rechnung "hinterlassen" und nach einem Jahr oder später kann derjenige das Gold wieder steuerfrei verhökern, weil das ja dann vermutlich schon immer seines war.... Wenn man nicht jeden Monat mit Goldmünzen oder -barren bei Degussa auftaucht, sondern das nur langsam zurück in den Kreislauf tröpfeln lässt, dann fragt da auch keiner nach.

  • "Bleibt sie einige Jahre im Pflegeheim, wird die Tochter, prekär lebende Kunstschaffende, erheblich weniger erben als erwartet, denn wahrscheinlich gingen mehr als 100.000 Euro aus dem Hausverkauf für die Finanzierung der Pflege der alten Dame drauf."



    1. Als prekär lebender Mensch wird es so oder so schwer bis unmöglich ein Häuschen unterhalten zu können. Ein Haus ist teuer. Die Idee, dass man sich da als prekär lebender Mensch umsonst reinsitzen kann, ist arg blauäugig.



    Statt Miete zahlt man da halt Grundsteuer und braucht alle paar Jahre mal einige zehntausend Euro für Fenster, Bad, Heizung, Elektrik, Dachstuhl, Dämmung, Böden, etc...



    Ein Haus zu unterhalten ist idR teurer als zur Miete zu wohnen, der Vorteil ist nur, man ist sein eigener Herr und hat idR mehr Platz, on top einen eigenen Garten, vllt gar Schuppen und Scheune.



    2. Immerhin steht das Häuschen aus dem Beispiel in Baden-Württemberg. Da sind selbst auf dem Land Immobilien und Grundstücke ein kleines Vermögen wert.



    Das Beispiel wäre interessanter, wenn das Häuschen irgendwo im Osten stehen würde. Ländlicher Raum, unsaniert.



    Da ist die Altersvorsorge Haus nichts wert, unverkäuflich. Das ist ein riesen Problem.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Sie werden sich wundern, wie wenig manche Häuser (nicht nur unbewohnbare) in einigen Orten Baden-Württembergs kosten. Da finden Sie eine Menge Angebote unter 200.000€.



      Ein bereits abbezahltes Haus zu unterhalten kostet i. d. R. jedoch nicht mehr, als man für eine größere Wohnung an Miet- und Nebenkosten zahlt. So oft muss man auch nichts reparieren lassen, wenn die Bausubstanz einigermaßen in Ordnung ist.

  • Prekär lebende Kunstschaffende die auf ein Erbe hofft? Ich lach mich weg...

    • @FraMa:

      Leider Realität, schauen sie mal auf die durchschnittlichen Einkommen bie der Künstlerkasse.

  • Die Geschichte vom "reichen" Rentner hört sich ja erstmal schlüssig an und leider blitzt auch hier wieder die taz-Tendenz auf, erstmal die Arbeitnehmer untereinder zum Umverteilen aufzufordern. Dazu nur zwei Aspekte:



    1. Wer in seinem ganzen Arbeitsleben nur 250 € / Monat gespart hat, hat als Rentner ein Vermögen von etwa einer halben Million (z.B. in Form einer Immobilie) - und gilt in der taz als superreich.



    2. Wer wirklich superreich ist, verdoppelt sein Vermögen etwa alle 10 Jahre; u.a. auch deshalb, weil er im Verhältnis zu Arbeitnehmern fast keine Steuern zahlt. Diese Milliardäre sollen aber nicht nur steuerlich verschont werden, sondern abhängig Beschäftigte sollen durch immer mehr Steuern und Abgaben die Gesamtgesellschaft finanzieren, damit diese Superreichen und ihre Erben auch in Zukunft in unermesslichem Reichtum weiterleben können.



    Finde den Fehler in einer 'linken' Zeitung ;-)

    • @Tiene Wiecherts:

      Wenn die Eltern bei Geburt beginnen, ein Depot zu besparen, reichen sogar ca. 50€/Monat, um bei Rentenbeginn auf ein Vermögen von ca. 500.000€ zu kommen.

      Ich plädiere dafür, staatlicherseits für jedes neugeborene Kind ein Depot anzulegen und mit 10%-15% des Kindergeldes zu besparen, am besten mit einem Dow Jones 30- oder einem S&P 500-ETF.

    • @Tiene Wiecherts:

      Das ist aber immer noch kein Argument dafür, sich sein Erbe durch die Beiträge derjenigen, die sich trotz Arbeit niemals eine Immobilie werden leisten können und vermutlich auch keine erben werden, finanzieren zu lassen, oder?

  • Natürlich muss das eigene Vermögen genutzt werden. Wenn kein Vermögen vorhanden ist, soll die Solidargemeinschaft das tragen. Aber sie ist dafür nicht dafür zuständig, die Pflegekosten zu übernehmen, um ein Erbe zu erhalten.

    • @Andreas J:

      Empfehlung also, das Geld vorher zu verjubeln und anschließend die Solidargemeinschaft zu plündern?

      • @migra:

        Was heißt plündern? Dafür zahlen wir auch ein

      • @migra:

        Immer mehr Menschen haben nix zum verjubeln und werden auch nichts erben. Jeder Empfänger von staatlichen Transferleistungen muss nachweisen, das er kein Vermögen hat. Selbsthilfe steht vor staatlicher Hilfe. Warum sollte ein Erbe, was nichts anderes als Vermögen ist, davon befreit werden? Ich habe kein Problem damit, das mit meinen Steuern Hilfsbedürftige unterstützt werden. Aber ein großes, dafür zu zahlen, dass der Reichtum anderer gesichert wird. Ein Sozialstaat für Wohlhabende, währen bei den wirklich Hilfsbedürftigen gedrückt wird, ist keine Solidargemeinschaft mehr, sondern eine Umverteilung von unten nach oben.

      • @migra:

        Naja, vom „verjubeln“ profitieren die Nicht-Erben immerhin in sofern, dass zu Lebzeiten mehr verkonsumiert wurde und dadurch mehr Steuern aus diesem Vermögen in Form von u.a. MwSt. zurückgeflossen sind. Als Person die von dem jeweiligen Erblasser nichts erhält ist das also definitiv die bessere Option, als eine Vermögensschonung für die Erben. Und da 50% der Bevölkerung gar nichts oder Schulden erbt und bei den andern 50% die Höhe des Erbes sehr unterschiedlich ist, ist es eben die fairere Option. Insbesondere ohne eine solide Erbschaftssteuerreform und auch wenn es Freibeträge gibt.

    • @Andreas J:

      So ist es.

  • Das wäre ja eine verkappte Belastung von Erbschaften. Das geht auf keinen Fall. Dann lieber Arbeitnehmer belasten und bei Bildung und Infrastruktur kürzen wie immer.

  • Es ist natürlich schwierig: in der einen Familie wird fett geerbt, weil die Eltern schlagartig verstorben sind. In der nächsten Familie wird jedes Erbe verbraucht. Und dann gibt es noch die, die nichts erben würden, aber die Zeche für die zukünftige Erben mitbezahlen sollen.

    Eine Alternative wäre eine deutlich höhere Erbschaftssteuer - das wäre dann vllt. gerechter. Aber natürlich käme das Geld zu spät und die Schlupflöcher sind groß und vielfältig.

    • @Sebomark:

      Das ist doch nicht "schwierig", sondern ganz normales Leben. Ich bin im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen. Meine Eltern wohnten zur Miete, haben aber in den 70er Jahren überlegt, das Haus zu kaufen. Wurde aber nichts draus, sie haben dann ein altes Haus an der Mosel gekauft und renoviert. Ein schönes Haus, mit Geschichte und "Flair", aber hätten sie ihren ursprünglichen Plan umsetzen können, wären Haus und Grundstück, die ich geerbt hätte, vermutlich dreimal so viel wert gewesen.

      Aber das stört mich nicht, es ist eben so.



      Und hätte auch dieses Haus verkauft werden müssen, um die Pflegekosten meiner Eltern zu tragen, wäre das eben auch so passiert.

      Das ist Leben und hat nichts mit Kapitalismus usw. zu tun.

      Natürlich mag es für Menschen, die schwer unter ihren Eltern gelitten haben, eine schauerliche Vorstellung sein, denen die Pflegekosten zu finanzieren. Aber ich frage mich bei solchen Beispielen schon öfter, ob es wirklich um erlittene Qualen, oder nicht doch nur um liebe Geld geht.

  • Das Konstrukt der Erbschaft ist der treibende Faktor für Ungleichheit und Vermögensanhäufung (nicht nur) im Kapitalismus und sollte daher von keinerlei Schonung profitieren.

    • @Chris McZott:

      Man kann Erben nicht wirklich abschaffen. Falls Sie das versuchen, werden die Leute anfangen Goldbarren (oder vergleichbar) im Garten einzubuddeln. Ein Weg Werte an die Nachkommen zu übergeben findet sich immer.

      • @Nachtsonne:

        Sehe ich auch so. Mich wundert trotzdem dass Linke an dieser Stelle so handzahm sind. Das Vererben von Vermögen ist eines der größten Übel wenn man Gleichheit in der Gesellschaft will. Im Kleinen wie im Großen.

    • @Chris McZott:

      Zwei meiner Mitschüler, die als erste in ihren Familien Abi machen und studieren konnten, haben durch Ehrgeiz, Fleiß und Glück ein ganz ordentliches Vermögen angehäuft. Wahrscheinlich haben sie auch durch ihre Steuern das Geld "zurückgezahlt", dass ihnen die Gemeinschaft in Schule und Studium "vorgestreckt hatte.

      Mit welchem Recht sollte ihnen da jetzt "keinerlei Schonung" gewährt und das Erbe komplett eingezogen werden? Weil andere im Leben Pech hatten, oder schlicht nicht so intensiv gearbeitet haben, und sich nicht benachteiligt fühlen müssen?

      Freunde meiner Eltern, die keine Kinder hatten, haben ihr Vermögen in einer Stiftung angelegt und fördern damit z. B. Kulturprojekte. Seit ihrem Tod verwaltet eine Bank das Vermögen, aber möglicherweise wird das Geld sinnvoller genutzt, als wenn es durch Behörden für irgendwelchen politisch motivierten Unfug verbraten würde.

    • @Chris McZott:

      Was ist denn der Antrieb zu arbeiten und zu sparen? Selbst ein anständiges Leben zu haben...

      ...und ja, den eigenen Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

      Wir sollten auch nicht Ungleichheit mit Ungerechtigkeit gleichsetzen. Erbschaften werden von Einigen als leistungsloser Erwerb betrachtet, aber Umverteilung ist auch nichts anderes als das Trachten nach leistungslosem Erwerb.

      • @TomDePhazz:

        „Umverteilung ist auch nichts anderes als das Trachten nach leistungslosem Erwerb.“

        Steile These. Irgendein:e Mindestlöhner:in hier im Forum, wegen Gegenargument? Oder keine Zeit, weil nach Feierabend noch die Eltern versorgt werden müssen?

        • @derzwerg:

          Das ist das Problem der linken (TAZ) Blase, Mindestlöhner finden sich da kaum, hier tummelt sich das Akademikerprekariat,

      • @TomDePhazz:

        Der gute Start ins Leben ist m.E. eine optimale Ausbildung, damit die Kinder später mal auf eigenen Beinen stehen können. Die Aussicht, von dem Ererbten sowieso gut leben zu können, ist eine zweischneidige Sache. Unter meinen Jugendfreunden und Kommilitonen gibt es einige solcher Fälle, die mit der beruhigenden Aussicht aufs elterliche Erbe dann selbst beruflich nichts auf die Reihe gekriegt haben. Notorisch unzufriedene Menschen, die nicht wirklich glücklichund zufrieden sind.



        Natürlich ist es schön, wenn man den Kindern mal mehr als nur sentimental values hinterlassen kann. Das soll auch unbedingt möglich sein. Aber die eigene Pflege von der Allgemeinheit bezahlen zu lassen, nur damit das finanzielle Erbe nicht verbraucht werden muss, finde ich nicht ok. Natürlich gibt es Ausnahmen: behinderte Kinder, Nachzügler, die beim Eintritt des Pflegefalls noch in Ausbildung sind.

        • @Oma:

          ...noch ein Nachtrag: Es geht ja hier nicht um Erbschaften von 20 oder 30 Mio. Die bezahlen ihre Privatpflege selbst und es bleibt genug übrig (und an den Rest kommt der Staat eh nicht ran). Es geht um den Mittelsatnd, der am Ende mit 80 in die Pflege geht und vielleicht hundert oder zweihunderttausend auf der Kante hat, oder ein Reihenmittelhäuschen. Das wäre ein Erbe, daß den Kindern oder Enkeln vielleicht den Einstieg in Wohneigentum ermöglicht. Diese Summe ist dann weg und diese Leute finden sich plötzlich auf einer Stufe mit welchen, die ihr Geld verjubelt haben oder bewußt wenig gearbeitet oder gespart haben. Und am Ende müssen sie auch noch auf's Sozialamt. Die Pflege sollte über ein solidarisches Beitragsmodell gedeckt sein, das wäre gerecht.

      • @TomDePhazz:

        Der Antrieb sollte sein, die Kindern noch zu eigenen Lebzeiten zu unterstützen. Klar ist das vielleicht nicht perfekt und absolut gerecht aber die gesellschaftliche Wirkung von Erbschaften ist nun mal

        Und seien wir mal ehrlich: Es gibt genug Mittel und Wege das eigene Vermögen weitgehend vor der Erbschaftssteuer zu bewahren.

  • Mir scheint, dass alle diese Debatten Deflektion sind angesichts der Tatsache, dass es keinen Abschöpfungsmechanismus für Einkommen und Vermögen gibt, die übernotwendig hoch sind.

    Gäbe es wiederum einen solchen, zugeschnitten auf die realen finanziellen Anforderungen einer gerechten Gemeinschaft, erübrigten sich viele dieser Debatten von vornherein.

    • @Hektor Rottweiler:

      Ab wann ist denn ein Einkommen oder Vermögen übernotwendig hoch? Wie hoch sind die realen finanziellen Anforderungen einer gerechten Gesellschaft? Wer bestimmt das?

      In meinen Augen ist das sozialistische Gleichmacherei, und die hat schon in der DDR nicht funktioniert - auch da wollten die Leute lieber ein Häuschen haben, bzw. haben sich selbständig gemacht, um einen Mazda 323 zu fahren und keinen Trabi.

      Pflegebedürftigkeit infolge Gebrechlichkeit oder Demenz ist ein Risiko, das jeden treffen kann. Deswegen sollte das Risiko auch von allen gleichermaßen getragen werden. Beim heutigen System ist es so, daß die Allgemeinheit es nur für diejenigen trägt, die im Leben nichts zustandegebracht haben oder alles sofort verjubelt haben, ohne für das Alter vorzusorgen. Wer sparsam war u./o. hart gearbeitet hat, um durch Verzicht in jungen Jahren einen abgesicherten Ruhestand zu haben, wird bestraft. (Es sei denn, er merkt rechtzeitig, daß es auf Pflege hinausläuft und verschenkt 10 Jahre vorher alles, kann aber weiter verfügen.)

      Daher ist meine Meinung: Das lfd. Einkommen (Rente, ggf. andere Einkünfte) soll für die Pflege herangezogen werden, das Vermögen sollte nicht angetastet werden.

      • @Debaser:

        Gegenfragen und Anti-Szenarien.



        “Übernotwenig” lässt sich volkswirtschaftlich bestimmen.



        Horrorszenario DDR ist völlig unangebracht.



        Einfache Modellrechnung: man gesteht allen Menschen zu, 1000 Euro pro Tag brauchen zu können und geht davon aus, dass man mit so viel Kohle pro Tag bestimmt 90 Jahre alt wird. Dementsprechend braucht diese Person 32.850.000 Euro für ihre gesamte Lebenszeit, ohne jemals auch nur einmal mehr einen Finger krumm machen zu müssen.



        Der Tagesbedarf ist so gewählt, dass er sichtbar macht, wie unrealistisch es ist, dieses Geld in durchschnittlicher Lohnarbeit irgendwie zu erarbeiten und macht dadurch ebenfalls sichtbar, wie krass unverhältnismäßig die akkumulierten Vermögen in Deutschland sind (Blick auf eine Liste deutscher Milliardäre genügt).



        Gleichzeitig wird auch deutlich, dass man bei Abschöpfung von übernotwendigen Vermögen niemals auch nur irgendwie in die Nähe derjenigen kommt, die am lautesten Sozialismus schreien und um ihren Luxus fürchten.



        Denn wer hat schon 1000 Euro pro Tag zur Verfügung?

      • @Debaser:

        Haben Sie mitbekommen, wie weit man heutzutage z.B. mit einem Durchschnittseinkommen noch kommt, wie viel Geld man da noch ansparen kann? Das sog. Wirtschaftswunder ist ja schon ein Weilchen her, und übrigens gab es damals Vermögenssteuer

      • @Debaser:

        Rechtzeitig anfangen zu überschreiben, sich ggf. ein Nießbrauchsrecht sichern. Zum Notar muss man ohnehin. Das eigene Testament zu Lebzeiten in der Familie bekannt machen, klären. Nicht vergessen das Ganze durch den Steuerberater prüfen zu lassen. Der beste Rat den man geben kann. Was lernen wir daraus aus Sicht des Steuerzahlers? Gute Frage...

  • "Ist es fair, wenn die Immobilie verkauft werden muss und dann nicht mehr an die Er­b:in­nen weitergegeben werden kann?"



    Ja! Unbedingt, bitte.

    Es geht mir sehr gegen den Strich, dass dieses Land so sehr auf eine rigide, nach oben und unten fixierte soziale Ordnung fokussiert ist. Hier wird regelmäßig Zeter und Mordio geschrien, wenn man irgendwie suggeriert, es sei eventuell ungerecht, wenn manche Leute schon mit einem leistungslosen Vorsprung ins Leben starten, während Aufsteiger*innen, die sich nach Studium und folgender Ausbildung irgendwann hart ein hohes Einkommen erarbeitet haben, immer als "starke Schultern" geframet werden, die doch endlich mehr beitragen könnten. Wer hierzulande z.B. sich im mittleren Alter irgendwann ein Bruttojahreseinkommen über 100.000 Euro erarbeitet hat, wird - jenseits aller weiterer Kriterien - einfach mal als so wohlhabend gewertet, dass er doch für die eigenen Eltern aufkommen könne - während Viele es völlig normal finden, dass jemand, der sich in seinem Leben nie besonders angestrengt hat, einfach so ein Haus von den Eltern bekommen darf und die Solidargemeinschaft dies auch noch indirekt finanzieren soll, indem sie Pflegekosten deckt.

    • @Agarack:

      "dass jemand, der sich in seinem Leben nie besonders angestrengt hat, einfach so ein Haus von den Eltern bekommen darf und die Solidargemeinschaft dies auch noch indirekt finanzieren soll, indem sie Pflegekosten deckt."

      Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Solidargemeinschaft zahlt nur für diejenigen, die sich nie besonders angestrengt haben, wie Sie es so schön ausdrücken. Wer sich hingegen angestrengt hat und/oder im Leben Verzicht geübt hat, um im Alter abgesichert zu sein, wird bestraft.

      Es kann doch nicht sein, daß man anderen ihr Erbe mißgönnt, nur weil man selber keines zu erwarten hat. Da hat mich eben, so wie ich, Pech gehabt.

      • @Debaser:

        Sie widersprechen sich doch selbst. Also wofür hat man denn nun hart gearbeitet? Um im Alter abgesichert zu sein? Heißt ja Alter z.B. aus eigenem Vermögen eine Pflege finanzieren zu können, die vllt auch etwas über dem Standard liegt. Oder um was zu vererben? Wovon nun eben ja nicht die profitieren, die hart gearbeitet haben, sondern deren Kinder. Die ggf. nicht hart arbeiten. Ein Verlust des zu vererbenden Vermögens betrifft nunmal die Erben und nicht die Erblasser. Hat also nichts mit der Lebensleistung der Erblasser zu tun. Und sry… Man hätte auch eine Pflegezusatzversicherung abschließen können oder dann eben ne mehr zurücklegen müssen, wenn man sicher gehen will, dass die Immo zu 100% vererbt wird. Ist die Immo die einzige Vermögensanlage zur Alterssicherung, dann ist sie eben auch als einzige Vermögensanlage zu betrachten.

        • @Maxime Musterfrau:

          Ich verstehe, was Sie meinen, aber ich sehe es anders. Man hat für das Alter vorgesorgt, um einen gewissen Lebensstandard zu sichern (48% Rente sind ein extremer Einschnitt) - aber nicht, um gesundheitliche Probleme zu finanzieren. Und das funktioniert eben nun mal am besten, indem man Wohneigentum anschafft, das dann pünktlich zum Rentenbeginn abgezahlt ist - man senkt damit die monatlichen Fixkosten und kommt mit weniger aus.

          Gesundheitliche Probleme, und dazu zähle ich auch Pflegebedürftigkeit infolge Gebrechlichkeit oder Demenz, sollten nicht durch Verwertung des Vermögens bezahlt werden; dafür hat man die Altersvorsorge NICHT angespart. Genauso wie der Schnupfen oder die Hüftoperation sollte das von der Allgemeinheit finanziert werden - denn es kann jeden gleichermaßen treffen. Alle haben das gleiche Risiko, alle sollen dann auch die gleiche Leistung erhalten. Meinetwegen soll dafür die Pflegeversicherung erhöht werden.

          Ich teile ausdrücklich nicht die amerikanische Sicht der Dinge, wo Leute sagen, Krankenversicherung, warum, das sei Sache jedes einzelnen und man wolle nicht die Kosten von Krankheiten anderer mittragen.

          • @Debaser:

            Man kann diesen Standpunkt vertreten und ich sage nicht einmal, dass ich ihn grundsätzlich falsch finde. Nehmen wir also an ich teile Ihren Standpunkt: Wie finanzieren wir das? Über höhere Pflegekostenbeiträge der jetzt Lohnabhängigen? Dabei sehe ich zwei Probleme: 1. min 50% der Bevölkerung erben nicht. Zahlen dann aber für einen Vermögensschutz mit, von dem in erster Linie Erben profitieren werden. 2. Haben die jetzt Pflegebedürftigen selbst weniger in die Pflegekassen gezahlt und dadurch finanzielle Vorteile gehabt, die es in z.B. leichter gemacht haben ein Haus zu erwerben. Da eben weniger des Gehalts in diverse Sozialversicherungsleistungen geflossen ist. Beides ist nicht gerecht und eine ziemlich unlautere Lastenverteilung. Wenn wir die Vermögensschonung einführen müssten wir das min graduell nach Jahrgängen machen. Damit Personen keine Sozialversicherungsleistungen bekommen, für die sie faktisch nie gezahlt haben. Und eine höhere Erbschaftssteuer wäre auch nötig. Oder man wendet andere Steuermittel für ihren Vorschlag auf. Die könnte man aber eben auch in z.B. Schulsanierungen stecken. Dann bleibt die Frage ob man wirklich Vermögen politisch privilegieren will…

            • @Maxime Musterfrau:

              "50% der Bevölkerung erben nicht. Zahlen dann aber für einen Vermögensschutz mit, von dem in erster Linie Erben profitieren werden."

              Nein, es hat nichts miteinander zu tun. Das eine ist ein Lebensrisiko, das jeden treffen kann. Das andere ist Übergang von Eigentum.

              Es ist wie Kaugummikauen und Lösen von Mathematikaufgaben. Sie müssen das trennen und jeweils isoliert betrachten.

  • Stimme fly zu. Es ist ja bekannt, dass wir kein Geld mit rüber auf die andere Seite nehmen können. Also geht es im Grunde um Erbschaft. Diese ist nicht eine Leistung des Erben, sondern ein Geschenk. Dieses Geschenk aus der Allgemeinkasse zu subventionieren ist ungerecht, da eben viele Menschen nicht erben, aber diese Subventionen mittragen müssten.

    • @llorenzo:

      Tja, trotzdem wird der findige Erblasser Wege finden (Gold, Bargeld), um Geschenke zu verteilen. Und wissen Sie was - das mache ich auch so. Andere gönnen sich zu Lebzeiten Luxus oder Reisen und mein Luxus ist es, meinen Sohn finanziell gut auszustatten.

  • Formulieren wir den Aufhänger etwas anders: ---"Bleibt sie einige Jahre im Pflegeheim, wird [der Sohn, Investmentbanker, ] erheblich weniger erben... "

    Und schon wird die Frage, das eigene Vermögen für die eigene Pflege zu nutzen, in einem anderen Licht erscheinen.

    Ja, das eigene Vermögen muss genutzt werden. Dafür wurde doch gespart.



    Und ja, es muss einen hohen Freibetrag für die Kinder geben, bevor die zur Kasse gebeten werden. Es gibt unendlich viele Szenarien, warum das sonst ungerecht ist oder zumindest sein kann. Die jetzigen 100000 brutto sind ok und sollten nicht mit zuviel Bürokratie verbunden werden (weitere Anrechnungsfaktoren etc).

    PS die wirklich Reichen können es sich entweder sowieso leisten oder finden Schupflöcher (rechtzeitige Übertragungen etc).

    • @fly:

      Es spart doch niemand, um später davon sein Pflegeheim zu bezahlen?!



      Macht doch überhaupt keinen Sinn. Und niemand baut ein Haus oder kauft eine Wohnung, um es später zu verkaufen, und davon die Pflege zu zahlen.

      • @Ahnungsloser:

        Wer ein Haus (danke, dass Sie nicht "Häuschen" schreiben, wie so oft zu lesen ist) oder eine Wohnung baut oder kauft, tut das in der Regel, um darin zu wohnen. Aber wenn man ins Pflegeheim muss und das Haus (bzw. die Wohnung) nicht mehr benötigt, kann man es nur noch verkaufen oder vererben. Und das Ersparte kann man dann auch kaum noch für das eigene Vergnügen verwenden. Wieso sollte man mit dem eigenen Vermögen nicht die eigene (!) Pflege bezahlen?

        Es geht übrigens auch niemand arbeiten (und ist von den Rentnern niemand arbeiten gegangen), um von seinen Pflichtbeiträgen zur Pflegeversicherung die Pflege anderer zu bezahlen, die sie selbst bezahlen könnten, und diesen das Vererben ihres ungeschmälerten Vermögens zu finanzieren.

        • @Budzylein:

          Ok, konkretes Beispiel. Oma und Opa leben gemeinsam in eigenen Haus. Opa muss ins Pflegeheim. Oma muss das Haus verkaufen um die Pflege zu bezahlen. So in etwa? Oma zieht dann in eine Wohnung?! Dafür zahlt sie dann mehr als vorher die Nebenkosten im abbezahlten Haus? Wie soll das in der Praxis funktionieren?

          • @Ahnungsloser:

            Ihr Beispiel weicht von dem Beispiel in Ihren ersten Kommentar ab, weil es nunmehr um 2 Personen geht, von denen nur eine ins Heim muss. In dem neuen Beispiel wäre es sicher verkehrt, von "Oma" zu verlangen, das Haus zu verkaufen und umzuziehen, um die Pflege von "Opa" zu bezahlen. Die Eheleute könnten allerdings auch auf das abbezahlte Haus ein Darlehen aufnehmen, um die Pflege zu bezahlen, oder das Haus zur Finanzierung der Pflege verkaufen und "Oma" (oder beiden) ein lebenslanges Wohnrecht eintragen lassen, sodass der Käufer das Haus erst nach dem Tode von "Oma" (oder beiden Eheleuten) nutzen kann.

    • @fly:

      Nur hat das eigentlich nichts mit Investmentbankern oder Reichen zu tun. Die trifft das ja nicht.

      Das trifft eigentlich die einfachen Leute, denn es gibt nur ein Schonvermögen von 10.000€. Auch ganz normale Rentner kommen da schnell drüber, weil man ab einem gewissen Alter wenig ausgibt.



      Das reicht dann für die Beerdigung und Grab, mit erben ist da nichts.

    • @fly:

      Die wirklich Reichen (ua ich) gehen in ein schickes privates Pflegeheim (Internet Seniorenresidenz) gibt's sogar am Gardasee.

    • @fly:

      das hat nichts mit "reich" zu tun. Wenn man irgendwas hat, muss man das rechtzeitig "verleben", damit der Staat (und damit wir alle) das Heim bezahlt. Das ganze System ist krank. Beiträge für alle, Gewinne für Pflege GmbH & Co.KG

      Schauen sie sich doch mal einen privaten Betreiber an. Die wechseln z.B. regelmäßig (alle 20 Jahre) die Immobilie, oder in der Immobilie wechselt der Träger, und schon könne sie sich wieder den Wohnanteil komplett auszahlen lassen. Es gibt so viele Kosten um die Pflege herum, die einfach maximal ausgeschöpft werden. Einfach weil es geht (nicht weil es notwendig wäre).



      Pflegereinrichtungen sind zur Zeit eine lukrative Geldanlage ... fragen sie sich mal warum.

      Ich hätte gerne eine Quelle für die 36 %. Ich kenne niemanden der sein Heim selbst bezahlt (höchstens ganz kurz). Und in vielen Fällen könnte die Familie helfen, könnten Personen zu Hause (mit Pflegedienst) betreut werden. Aber so ist es viel einfacher. Alles rechtzeitig übertragen, voila ...

      Und das mit den Kindern (die bezahlen könnten) hat sich auch bald erledigt. Kommt ja kaum was nach.

  • Warscheinlich würde es schon reichen, wenn Pflege(pflicht)beiträge nicht als Dividente bei Pflegeheimfimen (privat) landen würden ...

    • @Herr Lich:

      Nein, würde es nicht. Pflegekosten bei gemeinnützigen Trägern sind ähnlich hoch, weil ein halbwegs würdevolles Leben in Pflegebedürftigkeit nun mal Geld kostet. Auf den bösen, bösen Kapitalismus schimpfen ist zwar einfach, aber manchmal auch einfach nicht hilfreich.

      • @Agarack:

        Wenn ich eine Dividende erwirtschaften muss, sind die Kosten automatisch höher. Auch wenn es vielleicht nur 3-5% sind.

        • @Herr Lich:

          Erstens: Sie meinen wahrscheinlich "Rendite", nicht "Dividende". Die überwiegende Mehrheit der privaten Trägergesellschaften von Pflegeeinrichtungen sind keine AGs.

          Zweitens: Selbst wenn Sie ansonsten komplett Recht hätten und alle Pflegeheime von gemeinnützigen Trägern übernommen würden und alles tatsächlich dadurch um die von Ihnen geschätzen Prozentpunkte billiger würde (was ich nicht glaube), würde dies das beschriebene Problem nicht im Ansatz lösen.

  • Wer das Privileg hatte über eine oder mehrere Generationen ungestört Wohlstand aufzubauen, muss dafür nicht am Ende nochmal belohnt werden. Erbschaften sind in Deutschland ja sowieso schon höchst ungerecht verteilt. Nur wer heute erbt, hat noch realistische Chancen selbst Wohneigentum zu erwerben. Gute Nachrichten für unsere Region in der fast niemand etwas von Wert erbt. Diese Ungerechtigkeiten auch noch zu zementieren, kann nicht die Lösung sein. Es ist deshalb sogar erstrebenswert den Besitz der Senioren möglichst komplett aufzubrauchen vor dem Ableben, um Erbschaften zu erschweren und mehr Gleichheit zu erreichen. Das sollte doch ein linkes Kernanliegen sein?

    • @Šarru-kīnu:

      "Es ist deshalb sogar erstrebenswert den Besitz der Senioren möglichst komplett aufzubrauchen vor dem Ableben, um Erbschaften zu erschweren und mehr Gleichheit zu erreichen."

      Ja, super. Allen soll es gleich schlecht gehen. Wenn der eine nichts hat, soll der andere auch nichts haben. Das soll linkes Kernanliegen sein?

      Diese Mißgunst ist wirklich beängstigend. Nur weil man selbst kein Erbe zu erwarten hat, soll der andere auch nicht das Glück haben?

      Nein, dann hat man, so wie ich, einfach Pech gehabt und muß sich den Wohlstand eben selbst aufbauen. Und ja, das ist auch heute noch möglich. Man muß nur so spartanisch leben, wie die Leute damals. Die haben auch 50% oder mehr ihres Einkommens für die Rate ausgegeben, hatten kein Handy und keinen Farbfernseher, und Fleisch gab es einmal im Monat. Wenn man das heute auch so macht, kann man sich auch ein Häuschen leisten - nur eben keine Wohnung in der Innenstadt. Aber das konnten die Leute damals auch nicht.

      Und nachdem sie das ganze Leben so viel Verzicht geübt haben, wird ihnen am Ende alles weggenommen. Wer alles verjubelt oder nix zustandegebracht hat, dem wird gegeben.

      • @Debaser:

        Es wird nichts weggenommen. Die Leute sollen ihr eigenes Vermögen für ihre eigene Pflege, also für sich selbst verwenden.

        • @Budzylein:

          Sind Sie dann auch dafür, daß die Behandlung von Krankheiten selbst bezahlt werden soll, bis das Vermögen aufgebrucht ist, und erst dann zahlt die Krankenversicherung?

          Es ist genau dasselbe! Krankheit/Unfall kann jeden treffen, und die Behandlung wird von der Versichertengemeinschaft bezahlt.

          Pflegebedürftigkeit kann auch jeden treffen, aber da soll die Versichertengemeinschaft nur für die bezahlen, die nichts gespart haben? Oder vll nie eigene Beiträge in die KV/PV eingezahlt haben, weil sie nicht gearbeitet haben?

          Und die, die ihr Leben lang gearbeitet und jahrzehntelang Beiträge in die KV/PV eingezahlt haben, kriegen diese Leistung nicht?

          Wo ist da die Logik?

          • @Debaser:

            Krankheiten treffen praktisch jeden, und die Kosten können unkalkulierbar hoch werden. Pflegebedürftigkeit trifft längst nicht jeden, besteht häufig nur für kurze Zeit vor dem Tod, und die Kosten sind begrenzt und kalkulierbar. Deswegen gab es ja lange Zeit keine Pflegeversicherung, und die Pflegeversicherung deckt, anders als die Krankenversicherung, nur einen Teil der Kosten ab.

      • @Debaser:

        Reicht es nicht, wenn jeder seinen Wohlstand selbst erarbeitet?