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Europäische Reaktionen auf Ceuta Unsolidarisch und anmaßend

Kommentar von

Gunnar Hinck

Die Europäische Union steckt akut in der Krise. Aber nicht wegen des Wochenendes in Ceuta, sondern wegen ihres dreisten Verhaltens gegenüber Spaniens Regierung.

N ach letztem Stand sind rund 80 Menschen beim Versuch, die spanische Exklave Ceuta zu erreichen, gestorben. Ertrunken am Nadelöhr zwischen Atlantik und Mittelmeer, wo die Strömung stark und gefährlich ist.

Aber Ursula von der Leyen interessiert sich nicht für die Toten. Das Erste, was ihr nach den dramatischen Nachrichten aus Ceuta einfiel, waren kalte, scharfe Worte: Der Ansturm meist junger marokkanischer Männer sei „inakzeptabel“. Und: Man könne nicht zulassen, dass „jemand in die EU kommt, ohne sich an unsere Regeln zu halten“. Man könnte ihr entgegnen: Wenn sich die EU mit Ceuta und Melilla zwei Außenposten an der afrikanischen Küste aus vorkolonialen Zeiten leistet und ein paar Hundert Meter weiter Massenarbeitslosigkeit und Elend herrschen, wird’s schwierig mit der Einhaltung von Regeln.

Italiens Außenminister Antonio Tajani verkündete, das Schengen-Abkommen mit Spanien faktisch auszusetzen. Dänemark, Finnland und Schweden forderten die EU auf, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen. Ein Blick in das Abkommen wäre hilfreich: Ein Mitgliedsland kann nicht einfach gegen seinen Willen ausgeschlossen werden.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Und was in der derzeit hysterischen Diskussion unter den Tisch fällt, weil es nicht in die Drama-Erzählung passt: Ceuta ist zwar Teil der EU, aber nicht Mitglied des Schengenraums. Wer auf das spanische Festland übersetzen will, wird nochmal kontrolliert. Und, ja, die rund 60.000 Marokkaner, die Ceuta erreichten, sind in ihrer großen Mehrheit keine politischen Flüchtlinge gewesen, sondern Leute, die die Nase voll haben von der Perspektivlosigkeit in ihrem Land.

Billige Geländegewinne

Sie hätten nach den EU-Asylregeln – auch nach den früheren, weniger strengen Regeln – keine Chance auf ein Asylverfahren gehabt. Marokko ist nicht Syrien. Ach so: 48.000 von ihnen sind inzwischen wieder zurückgekehrt, nachdem sie erkannt hatten, dass die kleine Stadt Ceuta völlig überfordert war mit der Aufnahme.

Aber um nüchterne Tatsachen geht es derzeit nicht. Auf Kosten Spaniens geht es von der Leyen und jenen EU-RegierungschefInnen, die einen härteren Kurs wollen, darum, billige Geländegewinne in der Migrationspolitik zu erzielen. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez gilt vielen Amts­kol­le­g:in­nen in der EU als zu links, als zu „woke“, der es unverschämterweise geschafft hat, seit 2018 zu regieren, trotz diverser Krisen und Neuwahlen.

Lieber Marokko fragen

Bezeichnend ist der Brief, den 21 EU-RegierungschefInnen inklusive Friedrich Merz nun an Spanien gerichtet haben. In dem nennen sie die „Legalisierung einer sehr großen Zahl irregulärer Migranten“ in Spanien als verdammenswerten Anreiz, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Kürzlich hatte die Regierung Sánchez mehreren Hunderttausend Menschen im Land ohne Papiere die Möglichkeit gegeben, ihren Aufenthalt zu legalisieren. Dazu gehören übrigens die vielen Erntehelfer, die europäische Supermärkte mit Obst und Gemüse versorgen.

Statt an Sánchez sollte die EU lieber ein paar Fragen an das Regime in Marokko richten: Wie kann es sein, dass in diesem Land, das viel wirtschaftliches Potenzial hat und in dem kein Bürgerkrieg herrscht, so viel Armut herrscht? Das Regime baut Strecken für Hochgeschwindigkeitszüge und richtet die nächste Fußball-WM mit aus, ist aber nicht in der Lage, seinen BürgerInnen eine Perspektive zu bieten.

Die EU steckt in der Krise. Aber nicht wegen des Wochenendes in Ceuta, sondern wegen ihres unsolidarischen und anmaßenden Verhaltens gegenüber ihrem Mitgliedsland Spanien.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gunnar Hinck

ist Redakteur im taz-Ressort Meinung.
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93 Kommentare

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  • Ich finde es schon bemerkenswert, wieviel Resonanz dieser gute Artikel hier im Forum bekommt.



    Das bedeutet auch, das es den Rechten immer wieder gelingt, das relativ betrachtet nachrangige Thema Migration vor allen anderen Themen auch unter einer idR eher linken Leserschaft im TAZ Forum zu platzieren.



    Sicherlich sind auch in diesem Forum Rechte und Trolle unterwegs.

    Aber die Themen „Hitzetote“, Busch-/Waldbrände, Abschaltung von AKWs wg Niedrigwasser, etc werden idR nicht so viele Zuschriften erhalten. Auch nicht in der TAZ



    Obwohl sie für uns eine deutlich höhere Priorität haben sollen.

    • @hsqmyp:

      Mittels der Artikel hat die Taz doch das Thema platziert, nicht irgendwelche Rechten.

      Sie sehen doch an den vielen Kommentaren, dass auch Linke von dem Thema stark angesprochen werden.

      Es emotionalisiert halt.

      Definitiv mehr als ein AKW, das abgeschaltet werden musste.

      Ja, Linke würden oft gerne das Thema Migration nicht mehr diskutieren.

      Man merkt halt, dass die Pro-Argumente nicht so überzeugt haben.

      Dann kommt wieder irgendein Islamist und reißt noch den Rest ein.

      Wenn das Thema Migration so nachrangig ist, brauchen wir ja über Abschiebungen nach Afghanistan und Pushbacks nicht mehr diskutieren.

      Wieso bringt die Taz dann darüber überhaupt noch Artikel, wenn es keine Relevanz hat?

      Das ist dann ja nicht wichtig, oder doch?

    • @hsqmyp:

      Kontroverse Themen = mehr Resonanz

    • @hsqmyp:

      Aha, wer anderer Meinung ist als Sie, ist für Sie offenbar ein "Rechter" oder ein "Troll", oder zumindest verdächtig so etwas zu sein.

      Meinungsfreiheit, im Sinne davon, andere Meinung ertragen zu müssen, ist offenbar nicht so ganz Ihre Sache?

      Ich bin in Ihrer Welt vermutlich auch eher ein "Rechter", aber ich schätze gerade die Bandbreite der Meinungen in diesem Forum sehr. Darin unterscheidet sich das taz-Forum von denen anderer Zeitungen, wo entweder tatsächlich die Rechten den Ton angeben, oder eher intolerante Liberale und Linke, wie bei ZEIT und SZ.

      Und Ihre Meinung, das Thema Migration sei "relativ betrachtet nachrangig", ist für mich einer der Gründe, warum die Stimmung in diesem Land bei dem Thema immer weiter in Richtung rechts, oder gar ganz rechts umgeschlagen ist.

  • Danke für den Artikel. Tut gut solche Meinungen zu lesen. Meinen Kommentar braucht keiner. Seis drum, schon geschrieben: Manoman. Wieviel Angst und Arroganz around. Dachte immer der Starke kann schützen, der Schwache sucht Schutz. Heute schießt der Starke aus Angst und der Schwache weiß nicht, ob er lachen oder weinen oder schwimmen soll. Anderes liegt oft zu fern. Wie irgendwelche Grenzen. Von irgendwelchen Menschen, die irgendwelche Rechte beanspruchen, Aber Pack mir mein AUTO nicht an! Klar ist es nicht einfach zu helfen.. Vor allem dann, wenn niemanden einen persönlich fragt. Und als Christ ist es auch schwierig. Ein Glück. Wieviel könnte ich sonst verlieren. Säckeweise Kultur. Säckeweise Arbeit. Und mir fehlt die Sendung mit der Maus. Dieser guten, deutschen Maus. Feuer in Europa. War schon mal wer in Marokko? Tote hundert Jahre alte Pflanzen, Kilometer um Kilometer, alle vertrocknet, um Kilometer. Tot. Bella Italia. Bella ciao! Enge Mauern in Gedanken. Ist schon August, Herr Merz. Was'ne Hitze. Lass mal Schwimmen gehen. Ne, hab heute Angst bekommen zu ertrinken. Dann friss halt Proteine, du Hirsch.

  • Spanien hat doch das geschafft, was die Rechten immer wollen, aber nicht erreichen. SIe haben dieses "Flüchtlingsproblem" in ein paar Tagen weitgehend gelöst. Diese Leute wollten arbeiten. Wie kann es sein, dass Milliarden für Fußball ausgegeben werden, aber keine Idee da ist, zuverlässig Arbeit zu ermöglichen, wo auch immer?



    Jedenfalls hier gilt dieses mal: Die Linke hat eine klare Vorgehensweise bei diesem Problem gezeigt. Ich denke das kann man so sagen, wo AFD und die anderen Rechten doch immer nur reden und nichts klappt.

  • In diesem Artikel aus 2021 sind einige Hintergründe genannt, die sicherlich immer noch aktuell sind:

    taz.de/Gefluechtet...en-Ceuta/!5780335/

  • Danke für diesen Artikel!

  • Das Thema Migration ist de facto nicht mehr sachlich zu diskutieren, von Humanität will man erst gar nicht anfangen. 80 Tote wären anderswo eine Katastrophe, sind hier eine Randnotiz.



    Beunruhigend ist, dass früher einmal rationale Länder, zum Beispiel in Skandinavien, in den schrillen Alarmchor einstimmen. Zumal die reine Repression, die immer mehr die Linie der EU und der Mitgliedsstaaten zu werden scheint, das Problem mitnichten lösen wird.



    Leider ist der Diskurs komplett vergiftet, bei den Nazis ohnehin, aber auch bis weit hinein in bürgerliche oder sozialdemokratische Kreise.

  • >Ceuta ist zwar Teil der EU, aber nicht Mitglied des Schengenraums.<

    Nun ja - die Asylverfahren werden ja nicht in Ceuta sondern in Spanien durchgeführt. Regelkonform hätte Spanien die 60.000 Asylbegehrenden auf das Festland bringen und versorgen müssen.







    Das wollten wohl nur sehr wenige Europäer. Das Problem sind die Asyl-Regeln.

  • In diesem sehr guten Taz-Artikel wird dargestellt, dass Migration gezielt als Druckmittel gegen europäische Staaten eingesetzt wird:



    taz.de/Migration-nach-Ceuta/!6201164/

    Europa muss mit dem Schutz seiner Grenzen gegenhalten. Das hat auch Spanien verstanden.

    • @Sybille Bergi:

      Vor allem sollte man nicht durchdrehen, am Ende war es mal wieder TV-getriebenes Invasionskopfkino, nahezu ohne realen Hintergrund.



      Dass Donald Trump sich darauf gestürzt hat sollte den kleinen Melonis oder Orbans hier im Forum zu denken geben.

    • @Sybille Bergi:

      Einerseits ist auch viel Spekulatius dabei, wenn es um die echten oder vermeintlichen Erpressungsversuche geht. Internationale Politik ist meistens etwas komplexer.



      Andererseits können andere Staaten tatsächlich eine Menge Druck auf die EU ausüben, nicht nur mit Migration.



      So oder so gilt aber: Zum erfolgreichen Druckausüben gehören immer zwei. Einer der den Druck ausübt, weil er die Mittel und Wege kennt und findet (und skrupellos ist). Und ein anderer, auf den der Druck ausgeübt wird. Und der sich (aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen) nicht dagegen wehren kann oder will.



      Oft hülfe als Gegenmittel schon eine Prise Realpolitik.

  • "Wenn sich die EU mit Ceuta und Melilla zwei Außenposten an der afrikanischen Küste aus vorkolonialen Zeiten leistet [...]"

    Was soll das? Hauptsache irgendwie mal wieder das Wort "Kolonie" untergebracht? Ceuta und Mellilla sind seit ca. 500 Jahren spanisch. Wenn die beiden Städte an Marokko gehen, dann geben die Türken sicher auch Istanbul den Griechen zurück, wieso leisten die sich eigentlich einen Außenposten in Europa...? Was für Fässer sollen hier aufgemacht werden?

    • @migra:

      Dass der Vergleich zwischen Ceuta und Istanbul hinkt, sollte Ihnen eigentlich selbst auffallen. Falls nicht, kann ich Sie nicht wirklich ernst nehmen.

      • @doda:

        Ceuta ist seit 1415 spanisch, Konstantinopel wurde 1453 erobert. Das eine ist eine Kolonie aber das andere genuin türkisch vermutlich?

        • @Šarru-kīnu:

          Und ab 1492 hat Spanien große Teile Amerikas erobert. Auch keine Kolonie?

        • @Šarru-kīnu:

          Goa war seit 1520 portugiesisch. Portugal hat trotzdem darauf verzichtet.

        • @Šarru-kīnu:

          Ceuta seit 1668,



          Melilla seit 1497 und Marocco in seiner jetzigen Form erst seit 1956.

          Nach dem 16.10.1975 hatte Marokko schon mal ein ähnliches „Spiel" in der Westsahara veranstaltet und zwar mit 350.000 Zivilisten. (Man schießt nicht auf Zivilisten)



          Diesmal hat aber, meiner Meinung nach, Putin seine Finger mit drin. Schließlich fuhren Mitte Juli 30.000 Tonnen Benzin von Tangar nach Murmansk. Die Frage, die in diesem Zusammenhang nie gestellt wurde: Wo kommt das Benzin her? Marocco hat keine Raffinerie!!



          Und am 31.07.26 schließt dann Italien die Schengen-Grenzen zu Spanien.



          Das ist seit Jahrzehnten Putins Strategie. Europa, die EU, die Nato zu zersplittern, Nationalsozialisten in den Ländern zu fördern.



          Man nennt es „instrumentalisierte Migration".



          Es ist eine Waffe, deren Munition aus Menschen besteht, und ihr entscheidender Vorteil ist,



          dass man ihren Einsatz abstreiten kann. Es gibt keinen Startbefehl, keinen Abschussort, keinen Krater. Es gibt nur eine Grenze, an der plötzlich niemand mehr steht. Würde mich nicht wundern, wenn die Orange nicht auch noch seine Finger da mit drin hatte.

          • @Thomas Böttcher:

            Italien hat keine Grenze zu Spanien, kann also auch keine solche schließen.

          • @Thomas Böttcher:

            Warum immer der Universalschurke? Mir fällt da spontan jemand auf der anderen Seite des Atlantiks ein, der in der EU gern rechte Regierungen einsetzen möchte.

    • @migra:

      Das osmanische Reich war der Nachfolger des byzantinischen. Der Sultan trug u.a. den Titel "Kaiser von Rom"

    • Gunnar Hinck , Autor des Artikels,

      @migra:

      Hallo, nein, deshalb nicht. Es sind spanische Vorposten, die den spanischen Haushalt viel Geld kosten - und die kann man ja durchaus mal hinterfragen. Natürlich nur theoretisch, praktisch wird es nicht der Fall sein wegen der Symbolik.



      Gunnar Hinck, Autor des Textes & Redakteur

      • @Gunnar Hinck:

        @migra hat vollkommen Recht.



        Länger spanisch als Marokko existiert.



        Die Bewohner sind normale spanische Staatsbürger. Mit welcher Begründung sollen sie umgesiedelt werden und das Staatsgebiet Marokko übergeben werden.



        Ihr kostet zuviel Geld?



        Hat das Niveau, wie der Grönland-Blödsinn.

      • @Gunnar Hinck:

        Es ist übrigens Spanien, welches sich die "Außenposten" leistet, und nicht die gesamte EU. Wenn man ein Artikel schreibt, der zu Recht kritisiert, dann muss man auch genau sein.

      • @Gunnar Hinck:

        Danke für die Einordnung.



        Das mit der Symbolik ist so eine Sache... da kann man auch mal hinterfragen, warum sich Dänemark einen Vorposten in der Arktis namens Grönland leistet. Ein Blick auf den Globus und... ach, da werden wir nie fertig. So viele Außenposten und Symbole überall.

  • Was über Schengen im Artikel steht ist korrekt. Deswegen war die Hysterie tatsächlich vollkommen übertrieben. Aber das sind halt auch die Medien heutzutage.



    Und mir ist schon klar, warum hier der Sanchez so beliebt ist. Aber ich finde es auch seltsam die Schuld bei der EU abzuladen.



    Es gibt ja jetzt schon Berichte was passiert ist. Und Flüchtlinge wurden durch falsche Posts und Berichte gezielt dahin gelenkt.



    Die EU sollte genauestens hier drauf schauen. Denn wie wir das sehen, kann Putin oder jeder andere solche Migrationswellen einfach durch Falschinformationen auslösen. Und dann reden wir wirklich schon von aktiver Destabilisierung und Einsatz als Waffe.

    • @Duplozug:

      Ach - der Putin wars schon wieder? Der hat aber auch ständig Langeweile...



      Schon mal mitbekommen, wie sich heute Informationen teils völlig unkontrolliert fortpflanzen? Mal gelesen, dass sich plötzlich irgendwo in einem germanischen Dorf ein halbes Tausend Leute völlig unerwünscht zu einer Teenager-Geburtstagsfeier einfinden, weil jemand "gefällt mir" geklickt hat? Oder so ähnlich?



      Ich glaube, es braucht da häufig überhaupt keinerlei Lenkung, da reichen reine Massenhysterie, ein Netz und eine große Anzahl einfach verfügbarer Hosentaschengehirne völlig aus... Der Rest steigt dann unterwegs einfach zu - das Prinzip Hoffnung mit dabei zu sein, wenn Wunder geschehen.



      Ähnlich wie 89 an der Berliner Mauer. Und da gab's noch nicht mal "soziale Netzwerke"

      • @Der olle Onn:

        Ich sagte, der Putin könnte. Und wir wissen, dass er sowas ähnliches schon gemacht hat über die Belarussische Grenze mit Polen.



        Und ja, es braucht dafür nicht unbedingt einen Mastermind um sowas auszulösen.



        Zu glauben es würde nicht passieren ist aber für uns noch gefährlicher.

    • @Duplozug:

      Nein, was im Artikel steht (oder von Herrn Sanchez behauptet wird) ist nicht korrekt, den Ceuta ist Teil des Schengenraumes. Es gibt lediglich eine Sonderregel hinsichtlich der Passkontrolle zwischen Ceuta und dem Festland. Ungeachtet dessen bleibt Ceuta Teil des Schengenraumes und deren Grenzen sind von Spanien zu schützen.

      • @DiMa:

        "...bleibt Ceuta Teil des Schengenraumes und deren Grenzen sind von Spanien zu schützen."



        Solange das 'Problem' in Ceuta bleibt, ist das ein innerspanisches Problem, und der Schengenraum ist sicher. Sie müssen sich nicht beunruhigen.

        • @Encantado:

          Bedauerlicherweise hat das "mit dem Verbleiben im Ankunftsland" in der EU anders als vereinbart nie so richtig funktioniert.

          Der Schengenraum ist nur sicher, wenn auch die Grenzen geschützt sind.

  • Vielen Dank für diesen Artikel.

    Gerade Italien sollte es besser wissen.

  • Nicht nur anmaßend, sondern auch einfach nur dumm.

    Ceuta ist nicht Teil des Schengenraumes, und selbst wenn es das wäre: von dort kommt man nicht aufs Festland, ohne dass die Papiere spätestens am Hafen kontrolliert werden. Und keiner ohne Papiere darf auf die Fähre nach Algeciras. Insofern sind sowohl die marokkanischen Teenager, die die Stadt gestürmt haben als auch die ehrlosen rechten Politiker Europas ziemlich dämlich.

    • @Suryo:

      Ich würde Ihnen gerne in einem Punkt teilweise widersprechen.



      Mittlerweile gibt es nämlich erste Berichte von illegal Grenzüberschreitenden, welche sich bereits auf das Festland weiter bewegt haben.

      • @Herr Müller*in:

        Und wie sollen sie dorthin gekommen sein?

        Bitte nicht unter nebulösen Verweisen auf "erste Berichte" solche Behauptungen aufstellen, sondern ganz konkret z.B. auf diese Berichte verweisen.

      • @Herr Müller*in:

        Können Sie dafür seriöse Quellen angeben?

      • @Herr Müller*in:

        Soso, und wie? Geben Sie doch mal ein paar Links.

        Tatsache ist: Sie kommen nur mit der Fähre oder dem Flugzeug nach Europa. Abgesehen davon, dass viele der jungen Männer und Teenager nicht danach aussahen, als ob sie viel Geld für das Ticket dabeihatten, wird vor dem Besteigen der Fähre jeder kontrolliert. Keiner ohne gültige Papiere, d.h. Personalausweis aus einem EU-Land, oder Visum im Pass, kommt auf das Schiff.

  • Das Verhalten von der Leyens und der Unterzeichner:innen des Briefes ist beschämend und eine Verhöhnung europäischer und humanistischer Werte. Es ersaufen dutzende junger Menschen im Mittelmeer und die größte Sorge scheint zu sein, dass einige wenige derer, die es nach Ceuta geschafft habe, irgendwie auf das europäische Festland gelangen könnten.



    An der Entscheidung der spanischen Regierung, den Aufenthaltsstatus vieler, bei Leibe nicht aller, sogenannter „Illegaler“ zu legalisieren, ist nichts verdammenswertes zu finden. Im Gegenteil, gibt sie doch den Menschen Würde und Rechte zurück und schützt sie vor weiterer Ausbeutung und Versklavung.



    Absolut verachtenswert ist hingegen die Reaktion der Bundesregierung. Dobrindt fällt nichts besseres ein, als zu verkünden, er wolle die illegalen Grenzkontrollen verlängern. Merz bläst erneut ins Horn der Rechtsextremen, dass man sich fragen muss, ob es sich um schlechtes Kalkül oder Gesinnung ist.

    • @Flix:

      Gesinnung. Die Frage ist längst beantwortet

  • "Die EU steckt in der Krise. Aber nicht wegen des Wochenendes in Ceuta, sondern wegen ihres unsolidarischen und anmaßenden Verhaltens gegenüber ihrem Mitgliedsland Spanien."



    Danke für den Kommentar, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

  • Es war kein 2015 und Spanien hat die Gebiete unter Kontrolle.



    Dieser Kommentar trifft es, Regierungen machen Propaganda, führen Wahlkampf und schüren Panik und Ängste.



    -> Das stärkt Rechtsextreme und Neonazis.



    Die EU wirbt in Marokko gleichzeitig um Arbeitskräfte, die aber Sprachkenntnisse und Qualifikationen haben müssen. Diese Menschen braucht Marokko eigentlich selbst.



    Spanien verhält sich korrekt, wer dort Urlaub macht, hat viel mit Migranten aus Lateinamerika zu tun. Die werden inzwischen dringend gebraucht. Anders als andere EU-Staaten versteht das die spanische Regierung.

    • @Andreas_2020:

      "Dieser Kommentar trifft es, Regierungen machen Propaganda, führen Wahlkampf und schüren Panik und Ängste.

      -> Das stärkt Rechtsextreme und Neonazis."

      Richtig. Aber es wird wieder mit dem Finger auf "die Linken" (in diesem Fall auf Sanchez) gezeigt und behauptet, diese seien wegen ihrer Haltung in Sachen Migration am Rechtsruck schuld. Perfide.

      • @Klabauta:

        "Aber es wird wieder mit dem Finger auf "die Linken" (in diesem Fall auf Sanchez) gezeigt und behauptet, diese seien wegen ihrer Haltung in Sachen Migration am Rechtsruck schuld. Perfide."



        Und dumm.



        Denn schlussendlich stehen die konservativen Parteien ebenfalls links von ganz Rechts. Damit werden sie dem Narrativ schlussendlich selber zum Opfer fallen. Aber das verstehen sie nicht...

  • Nach dem Schengenabkommen ist jedes Mitglied verpflichtet, die Außengrenzen zu schützen. Das ist Spanien nicht gelungen.

    • @DiMa:

      Spanien "schützt" u.a. dadurch, dass alle Passagiere von und nach Spanien einen Ausweis/Pass vorlegen müssen.

    • @DiMa:

      Dann ist Italien mit mehr als doppelt so vielen irregulär eintreffenden Migranten viel schlimmer. Wann setzt jemand mal das Schengen-Abkommen mit Italien aus und kontrolliert alle Reisenden von dort?

    • @DiMa:

      Ceuta ist nicht Mitlgied des Schengenraums. Die Grenzen des Schengenraums waren zu keinen Zeitpunkt gefährdet. Die meisten der 60.000 Menschen sind wieder zurück in Marokko. Es ist Spanien sehr wohl gelungen.



      Was wollen sie sagen?

      • @PartyChampignons:

        Es ist doch vollkommen unerheblich, ob Ceuta Teil des Schengenraumes ist oder nicht, den Spanien verbringt regelmäßig Flüchtlinge von Ceuta auf das spanische Festland.

        Die Verpflichtung die Außengrenzen zu schützen gilt deshalb vollkommen unabhängig davon.

        Die Tatsache, dass viele Flüchtlinge wieder zurückgekehrt sind ist für die Frage des Grenzschutzes unbeachtlich.

        Um auf Ihre Frage zurück zu kommen, ich möchte damit sagen, dass Spanien verpflichtet ist, seine Grenze besser zu schützen. Ist doch eigentlich ganz klar.

        • @DiMa:

          "...den Spanien verbringt regelmäßig Flüchtlinge von Ceuta auf das spanische Festland.":

          Bitte um Angabe entsprechender seriöser Quellen. Es gibt hier such andere Angaben:

          "Sollten die Migranten also dennoch versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, würden sie zunächst an einer EU-Außengrenze ankommen. Laut EU-Kommission gibt es bisher aber keine Anzeichen dafür, dass die Menschen diesen Versuch unternehmen. Darüber hinaus deutet derzeit nichts darauf hin, dass die spanischen Behörden die Menschen aufs Festland bringen wollen." (Tagesschau.de, Stand: 01.08.2026 • 14:08 Uhr)

    • @DiMa:

      "Schengenabkommen ist jedes Mitglied verpflichtet, die Außengrenzen zu schützen. Das ist Spanien nicht gelungen."



      Sie meinen die Außengrenze, außerhalb dessen Ceuta liegt?



      Die Grenze, über die von den vielen Menschen in Ceuta kein einziger gelangt ist?



      Entweder Sie haben seltsame Maßstäbe, oder wissen nicht so recht, wovon Sie reden...

    • @DiMa:

      Ich verweise auf den Beitrag von @Sam Spade von 02.067., 23:01 Uhr.

  • Spanien hat sich seit Monaten unsolidarisch verhalten. Aus spanischen Regierungskreisen wurde relativ offen kolportiert, Russland sei keine direkte Gefahr für Spanien und eine Erhöhung der Rüstungsausgaben wie bei den europäischen Partnern deshalb unnötig. Man zog es also vor populistische Kampagnen zu fahren und ruft jetzt nach Solidarität nach einem Realitätscheck?

    • @Šarru-kīnu:

      1. Wo bitte ist denn Russland eine direkte Gefahr für Spanien? Das Land liegt doch in der Tat geografisch so weit entfernt wie kaum ein anderer europäischer Staat.



      2. Dass Spanien einer weiteren (!) Erhöhung der Rüstungsausgaben nicht zugestimmt hat, die ja quasi nur auf persönlichen Wunsch von Trump zurückgeht, ist Spaniens gutes Recht. Es geht hier doch explizit nicht um die 2℅ auf die man sich in der NATO geeinigt hat, das lassen Sie hier gerade schön unter den Tisch fallen.



      Davon abgesehen: Allein mehr Geld in die Rüstung zu pumpen hilft nicht, wenn es, wie offenbar von Deutschland, dann für das Falsche ausgegeben wird.

  • Ceuta ist ein politisches Versagen mit Ansage. Europa reagiert erneut auf Tote an seinen Grenzen mit Abschottung und Grenzaufrüstung, statt die Ursachen anzugehen. Wo ist die Einsicht von 2015 geblieben, dass ohne die Bekämpfung von Fluchtursachen jede Migrationspolitik scheitern muss?



    Angesichts der immer gleichen Reaktionen stellt sich jedoch die Frage, ob dieses Scheitern tatsächlich nur Folge politischer Kurzsichtigkeit ist oder ob manche Akteure bewusst auf militärische Antworten statt auf nachhaltige Lösungen setzen.

    • @Yoriko N.:

      Wie soll Europa Marokko dazu zwingen, eine Politik zu machen, die weniger Jugendarbeitslosigkeit hervorbringt? Denn die ist die Ursache für diese Migration (nicht: Flucht, das ist rechtlich etwas anderes).

      Es gibt nämlich in Marokko keine breite politische Verfolgung zehntausender junger Männer.

      • @Suryo:

        Marokko ist eine autoritär regierte Monarchie; Menschenrechtsverletzungen sind dokumentiert. Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass keiner der Menschen in Ceuta schutzbedürftig ist? Genau deshalb gibt es Einzelfallprüfungen – um Fehlentscheidungen mit schwerwiegenden Folgen zu vermeiden.

  • Herr Sanchez wird sich dennoch die Frage stellen lassen müssen, ob und wenn ja, welche Signale Spanien gesendet hat, die offenbar dahingehend missverstanden wurden, in Ceuta sei Tag der offenen Tür. Man sieht, wie dynamisch das sein kann.

    "Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez gilt vielen Amts­kol­le­g:in­nen in der EU als zu links, als zu „woke“, der es unverschämterweise geschafft hat, seit 2018 zu regieren, trotz diverser Krisen und Neuwahlen."



    Mit Verlaub, nach der Beschreibung "nüchterner Tatsachen" klingt das aber auch nicht.

    • @Katharina Reichenhall:

      Gehen Sie ernsthaft davon aus, dass die Menschen, die in Marokko auf eine Gelegenheit warten, Armut und Unterdrückung zu entkommen, erst durch eine spanische Gesetzesänderung dort sind?

  • Es geht gar nicht darum, ob Ceuta eine Schengen-Aussengrenze hat oder nicht.



    Es geht darum, dass die Flüchtlinge nicht nach Festland-Spanien kommen, denn dann sind sie unberechtigt im Schengenraum.

    • @Dirk Osygus:

      Sind denn Flüchtlinge nach Festland-Spanien gekommen oder ist das nur unbelegte rechte Panikmache?

  • Völlig richtig.

    Es fällt zunehmend schwer, die EU noch ernst zu nehmen, wenn die Chefin und die Mehrheit der Regierungschefs immer öfter populistische und menschenfeindliche Parolen in die Welt posaunen.

  • Während die EU über Migration streitet, verliert sie kontinuierlich und nahezu geräuschlos einen Teil ihrer Leistungsträger: Länder wie Norwegen, Schweiz, Großbritannien, Israel und die USA konkurrieren gezielt um hochqualifizierte Fachkräfte – gerade auch aus Deutschland. Diese stille und öffentlich kaum diskutierte Emigration könnte die Zukunft der EU ebenso nachhaltig prägen wie die Süd-Nord-Migration.

    • @Markus Hohenfellner:

      Genau das geht mir seitem auch ständig durch den Kopf. Danke für diesen Kommentar.

  • Mal abgesehen von der offensichtlich orchestrierten Aktion in Ceuta, frag ich mich ja, was die ganzen Rechtsextremen, Neofaschisten, etc. planen zu tun, wenn Millionen von Flüchtlingen aufgrund der eskalierenden Klimakatastrophe nach Norden fliehen. Von außen kommend, aber auch Binnenflüchtlinge aus Griechenland oder Italien z.B.

    • @Okti:

      Sie werden sich die Hände reiben und weiterhin ihr rechtsextremes Süppchen kochen, was sonst?

      Je nach Zählweise hatten wir dieses Jahr bereits 10.000 Hitzetote. Und es ist nicht so, dass die Wähler:innen scharenweise zu den Grünen rennen.

  • Hier gilt es auch ein Missverständnis auszuräumen. Entgegen vieler gegenteiliger Behauptungen ist Ceuta Teil des Schengenraums. Ceuta hat aufgrund seiner Lage aber Sonderregeln u.a. was die Weiterreise betrifft.

    Die Identitätsprüfung für den Zugang zum spanischen Festland hat jedoch nichts mit dem individuellen Grundrecht auf Asyl zu tun. Ceuta ist EU Aussengrenze und jeder Flüchtling hat bei Einreise das Recht um Asyl zu ersuchen. Marokko gilt zwar als sicheres Herkunftsland, dieses entbindet jedoch nicht von den Verpflichtungen gemäß Genfer Flüchtlingskonvention. Jeder Flüchtling hat danach einen Anspruch auf individuelle Prüfung und sei es im Schnellverfahren.

    Auf Seiten deutscher Medien/Politik ist in diesem Zusammenhang oftmals von illegaler Migration die Rede. In Bezug auf Flüchtlinge ist diese Bezeichnung schlichtweg falsch. Asylsuchende sind laut Genfer Konvention von den Einreisebestimmungen der Länder und somit auch der EU ausgenommen.

    Illegale Migration in Bezug auf Asyl gibt es daher nicht, auch ist es unerheblich auf welchem Wege die Einreise zustande kam.

    Beim spanischen Urteil ging es rein um das Aufenthaltsrecht, das hat mit dem Recht auf Asyl nichts zu tun.

    • @Sam Spade:

      Danke. Das musste mal gesagt werden.

    • @Sam Spade:

      Danke. Hier zeigt sich brennglasartig -



      daß und wie - gern vorweg unsere Politikaster



      Von Dob🐂t bis La Tuffa PanzerUschi vd Lie-ing - immer schamloser mit Recht&Gesetz



      Fußball spielen! Woll

      Quo vadis Rechtsstaat? - Quo vadis EU?

      unterm——die Antworten —-



      Sollten wir besser nicht - Dob🐂t🫵



      Einem Diplom-Soziologen - Von 1996 bis 2001 war er kaufmännischer Leiter und von 2001 bis 2005 Geschäftsführer und stiller Gesellschafter des mittelständischen Maschinenbauunternehmens Holzner & Sanamij GmbH (heute Holzner Druckbehälter GmbH) in Peißenberg.…“



      & einer - wie PanzerUschi -



      Aus Burgdorf nach Brüssel weggelobten



      Fachärztin überlassen. Newahr



      Nö. Normal nicht •



      (Die Reihe läßt sich mühelos fortsetzen🧐🙀;((

      de.wikipedia.org/w...Alexander_Dobrindt



      &



      de.wikipedia.org/w...sula_von_der_Leyen

  • Die Reaktionen sind absolut albern. Niemand konnte von Ceuta irgendwohin, wenn er nicht an der gefährlichsten Stelle die 22 km zur iberischen Halbinsel schwimmen wollte.



    Nach den neuen Asylregeln hätte Spanien, da es sich um ein Grenzgebiet handelt, theoretisch sogar alle 45.000 inhaftierten können - wenn es den jemals in Spanien so viele freie Gefängnisplätze gegeben hätte. Mir tun die Menschen leid. Sie tragen so viel Hoffnung in ihren Gesichtern. Aber es ist doch nur eine endlose Lebenszeitverschwendung, dort im Niemandsland auszuharren - ein lost place.

  • Guter Kommentar. Die Linke Europas (einschliesslich der SPD) muss sich geschlossen hinter Sanchez, dem Präsidenten der "Sozialistischen Internanale" und gegen diesen Angriff der Internationalen Rechten stellen. Solidaritätsdemos vor spanischen Botschaften und Konsulaten wäre eine Form der Mobilisierung.

  • Ich schäme mich für die Festung Europa.

  • Carlo Masala vertritt die Auffassung, dass es sich um einen hybriden Angriff gehandelt haben könnte, um die EU zu spalten. Zumindest Letzteres ist gelungen.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Ich möchte gerne noch einmal auf die Rückmeldungen zu meinem Kommentar antworten: Egal ob es sich tatsächlich um eine hybride Aktion gehandelt hat oder nicht und ob man Spaniens Umgang mit Geflüchteten allgemein und Ceuta im Besonderen begrüßt oder nicht: Spanien wurde in dieser Frage vom Rest der EU isoliert. Es ist sogar von einem zeitweisen Ausschluss des Landes aus dem Schengen-Raum die Rede. Es haben auch nur 22 von 27 EU-Staaten den Brief unterzeichnet; Irland, Frankreich, Luxemburg und Portugal tragen diesen Brief nicht mit. Ich sehe das schon als eine Spaltung (neben anderen "Spaltpilzen" in der EU).

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Die EU gespalten?



      Ich sehe nach dem Vorfall eine geeinte EU. 21 Regierungen (=78%) haben den Protestbrief an Spanien unterschrieben. Das ist eine satte Mehrheit.



      Sollte es tatsächlich ein hybrider Angriff von außen gewesen sein, ist er grandios gescheitert.



      Wo der Artikel recht hat, ist, dass durch dieses Intermezzo ohne Aussicht auf Erfolg die EU ein weiteres Stückchen nach rechts rutscht.



      Und Spanien steht bald allein auf weiter Flur. Auch Frankreich hat wenig Lust auf weiterziehende Migranten an ihrer Westgrenze und auch in Deutschland hat sich die Westgrenze zum neuen Hotspot entwickelt, während aus Polen fast gar nichts mehr kommt.



      Eine harte Grenze an den Pyrenäen ist zeitnah ein sehr denkbares Szenario, vor allem wenn jene im Artikel angesprochenen "Erntehelfer" auf die Idee kommen sollten, den Plantagen, auf denen sie oft für 1 bis 2€ die Stunde arbeiten, den Rücken zu kehren um mit den neuen legalen Aufenthaltstiteln zumindest ungestört bis an die französische Grenze zu reisen...

      • @Astrid Sehnefeld:

        21 geeinte Regierungen - wenn das nicht ein Grund für Beifall ist...



        Ist aber auch ärgerlich: Diese verflixten Spanier, die sich nicht so wie wir alle von Onkel Donald aus Amerika dominieren lassen wollen. Und nun laden sie uns auch noch ganz heimtückisch vorher eingeladene Migranten auf den Hals!

      • @Astrid Sehnefeld:

        Ja, 22 einig gegen Recht und Freiheit...

        Und warum setzen Sie Erntehelfer in Anführungszeichen?

        • @Klabauta:

          Weil die im Text so genannt werden. Zitierregel.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Von Spaltung kann keine Rede sein, wenn sich 22 EU Staaten in der Sache einig sind. Gelungen ist die öffentliche Demaskierung dieser Staaten und damit der EU.

      Das hohe Gut der Menschenrechte mit der die EU im Ausland hausieren geht und sich besonders gegenüber Ländern des Globalen Südens als Lehrmeister aufspielt ist mit dieser Erklärung endgültig ad absurdum geführt worden.

      Weniger Merz /Meloni und mehr Sanchez bedürfte es um den Wertekanon der EU auch wieder in der Praxis zu etablieren und das Ansehen der EU wieder herzustellen.

      • @Sam Spade:

        Dabei wurde der EU 2012 der Friedensnobelpreis verliehen. Damals hat das Nobelpreiskomitee wohl übersehen, dass zwar die Länder Europas keine Kriege mehr gegeneinander zu führen gelernt haben, dass seit dem ersten Dubliner Abkommen aber gleichzeitig eine Abschottung nach außen quasi mit im Programm steht.

      • @Sam Spade:

        Das hohe Gut der Menschenrechte wurde schon immer nur für die eigene Bevölkerung angewendet.



        Das war noch nie anders. Wir haben noch jede Katastrophe und jeden Krieg weltweit geschehen lassen, außer wir versprachen uns von einem Eingreifen geopolitische oder wirtschaftliche Vorteile.



        Da muss man sich schon mal ehrlich machen. Das ist kein neuer Trend.



        Oder wann bitte hat Deutschland, die EU oder die NATO jemals selbstlos und ohne eigene Interessen gehandelt?



        Eben.



        Für die Menschenrechte gilt wie für alles: keine Suppe wird so heiß gegessen wie sie gekocht wird.



        Für unsere eigene Bevölkerung gelten die Menschenrechte universell, für andere je nach Situation.

        • @Astrid Sehnefeld:

          "Oder wann bitte hat Deutschland, die EU oder die NATO jemals selbstlos und ohne eigene Interessen gehandelt?"

          Deutschland zuletzt (sind wirklich schon wieder 11 Jahre seitdem vergangen?) 2015, als es die Geflüchteten an unserer Grenze nicht abgewiesen hat. Menschlichkeit ist möglich.

          • @Klabauta:

            Das war doch nicht selbstlos.



            Profitiert hat der Niedriglohnsektor, profitiert haben, jene, denen der Sozialstaat schon immer ein Dong im Auge war.



            Ich erinnere mich recht gut daran, was alles versprochen wurde: "die Rettung des Rentensystems",

            Hier ist eine Artikel zum selber lesen:



            taz.de/Debatte-Flu...tsfaktor/!5232043/

          • @Klabauta:

            War das wirklich freiwillig?



            Schmücken wir Deutschland da nicht mit falschen Federn?



            Mir kam es so vor als ob die Politik völlig überrumpelt wurde.



            Wenn ich mich recht erinnere war die Balkanroute schwer belastet im Frühling 2015, da wurden bereits intensiv Möglichkeiten zur 'Regulierung' beraten.



            Dann kam die politische Sommerpause und plötzlich ging es richtig steil.



            Als das politische Berlin zurück aus dem Urlaub kam und wieder handlungsfähig war, war es bereits zu spät für eine andere Entscheidung.



            Um das Versäumnis in einen Sieg umzuwandeln hat Merkel dann einfach am 31.08. ihr legendäres "Wir schaffen das" verlauten lassen.



            Taktisch wie üblich klug von Merkel, fraglos. Aber gewollt?



            Da bin ich skeptisch. Sie hat es natürlich dann beibehalten. Stur war sie schon immer - positiv wie negativ.



            Aber die Stimmung im Land dreht noch in 2015 binnen kürzester Zeit und war der Anfang vom rasanten Aufstieg der AfD, der bis heute ungebremst anhält und kein Ende in Sicht

            • @Astrid Sehnefeld:

              Aber dass die Stimmung sich so schnell gedreht hat, lag auch daran, dass Frau Merkel nach ihrem berühmten Satz so gut wie nichts mehr getan hat, um die Integration der Flüchtlinge zu erleichtern.

              Sie hätte als Kanzlerin dafür sorgen müssen, die bürokratischen Schikanen abzubauen, die die Flüchtlinge daran hindern, sich möglichst früh eine Arbeit zu suchen.

              Damit hätte man dem Vorurteil, dass "die" doch nur auf unsere Kosten leben wollten, mehr entgegenzusetzen.

              Ebenso hätte sie dafür sorgen müssen, dass nicht in erster Linie Leute abgeschoben werden, die sich hier integrieren wollen, sondern die Kriminellen, die Religionsfanatiker usw.

              Und die Linke hätte von ihrem "Dogma" Abschied nehmen müssen, dass die Migranten als "Opfer" zu sehen sind.

              Denn sie sind Menschen wie wir, und damit gibt es unter ihnen auch solche, die keine Gesellschaft als bereichernd empfindet.

              Wer sich mehr Sorgen darüber macht, wie die Herkunftsländer krimineller Flüchtlinge vor diesen zu schützen sind, und das gleichwertige Schutzinteresse des aufnehmenden Landes vor solchen Leuten ignoriert, braucht sich über mehr Stimmen für die AfD nicht zu wundern.

            • @Astrid Sehnefeld:

              Hallo Frau Sehnefeld - bereits im Zeitraum zwischen Oktober 2014 bis März 2015 wurden "wir"; also die Bundesbeamtenschaft; befragt, was wir tun würden, wenn -nur einmal angenommen, dass - Schließlich müssten wir ja die Gesetze am jeweiligen Ort umsetzen.

              Auf zahlreiche Einwendungen ggf. ALLE Herrschaften, die kommen, zu erfassen, zu registrieren, zuzuordnen, nur Leute mit Pässen "weiterzuwinken" etc. wurde genauso eingegangen, wie die Geschichte eben ausgegangen ist.

              Warum man vorher fragt, und hinterher auf die Haltung/Meinung pfeift, erschließt sich wohl nur den politischen Hierarchien.

            • @Astrid Sehnefeld:

              "Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt noch anfangen müssen, uns dafür zu entschuldigen, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

              A. Merkel am 15.09.2015

              Und ja, ich bin einfach nicht zynisch genug um anzunehmen, dass es nur politische Taktik war, die sie diesen Satz sagen ließ.

              Ganz gleich, was danach folgte, als sie in dieser Notsituation nicht die Grenzen schloss, hat sie das moralisch einzig Richtige getan.

              Wie übrigens auch Genscher 1989 in der Prager Botschaft. Im Nachhinein könnte ich jetzt feststellen, dass das ein Fehler war....

              • @Klabauta:

                "Und ja, ich bin einfach nicht zynisch genug um anzunehmen, dass es nur politische Taktik war, die sie diesen Satz sagen ließ."



                Ich wäre bei Ihnen, wenn Frau Merkel jemals etwas darüber hinaus veranlasst hätte.



                Aber es kam eben nur das Credo "Wir schaffen das".



                Kommunen und Landkreise haben jahrelang gebettelt, der Arbeitsmarkt wurde nie für Migranten leichter zugänglich gemacht und es wurden auch nicht vom Tag 1 an Kitas und Schulen gebaut und Lehrer oder Erzieher verstärkt ausgebildet, obwohl man durch die Registrierung wusste, dass viele Kinder unter den Flüchtlingen waren.



                Wenn Frau Merkel tatsächlich an den Migranten ein Interesse aus Überzeugung gehabt hätte, dann hätte sie meiner Meinung nach irgendetwas im Bereich Arbeitsmarkt, Kommunen oder Bildung/Betreuung veranlassen müssen.



                Aber es kam wie gesagt nichts, nie. Frau Merkel hat es einfach ausgesessen - wie so oft.



                Bitte vergessen Sie nicht, Frau Merkel war bis 2021 im Amt. 6 Jahre Zeit. Sie hätte notwendige Schritte angehen können.



                Deshalb bin ich überzeugt, dass ihr "Wir schaffen das" ein rein taktischer Schachzug war.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Wer nur einen Hammer hat, sieht überall Nägel...

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Zumindest Letzteres? Wenn das also gelungen ist (mE stimmt das auch), dann verlangt die Logik dieses Satzes (…, um zu …), dass es auch einen hybriden Angriff gegeben hat.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Was genau ist eigentlich ein hybrider Angriff?

      • @Francesco:

        Lieber Francesco, ich antworte Dir sehr gerne: Ein "hybrider Angriff" ist eine Form der Kriegsführung unterhalb einer Kriegsschwelle, z. B. mittels Sabotageakten, Angriffen auf die Cybertechnik, gezielter Verbreitung von Falschinformationen. Hybride Angriffe können im Rahmen eines Krieges, aber auch außerhalb davon erfolgen.

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Das sehe ich anders, da die Spaltung unter den Mitgliedern bereits vor Ceuta vorlag, nur brauchte es einen Aufhänger für diese medienwirksame politische Blamage, welche an den fachlich unzureichenden Aussagen der Fachpolitiker zu erkennen ist. Es wird immer deutlicher mit welcher Unproffessionalität agiert wird. Das liegt wohl am sog. Kündigungsschutz bedingt durch die Amtszeit.