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Amokfahrt in LeipzigPoller gegen Männer

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Der Amokfahrer in Leipzig war wieder einmal ein Mann. Wir müssen reden: über Männer, ihr angeknackstes Selbstbild und ihre Lösungsstrategien.

Das Tatfahrzeug eines Mannes, Leipzig am 5. Mai 2026 Foto: Axel Schmidt/reuters

D a haben wir aber noch mal Glück gehabt. Denn man stelle sich vor, der Amokfahrer von Leipzig hätte auch nur eine Spur von Migrationshintergrund. Oder präziser formuliert: eine Fluchtgeschichte aus einer irgendwie islamisch geprägten Region der Welt. Dann hätte Deutschland wieder eine Asyldebatte am Hals, die vor Rassismus nur so strotzen würde. Ganz nach dem Motto: Alles muss raus, was irgendwo anders verwurzelt ist als im urdeutschen Sumpf. Dann würden die üblichen Verdächtigen (Innenminister und so) wieder irgendwelche Gesetze schneller schärfen, als das jeder Messerschleifer könnte.

Aber der festgenommene Raser von Leipzig ist ein Deutscher. Kann die aufgeregte Debatte also eingestellt werden, bevor sie überhaupt hochkocht? Nein, sie ist angebrachter denn je. Wir müssen reden: Über Autos, die als Waffe missbraucht werden. Über Städte, die das zulassen. Vor allem aber: über Männer.

Fangen wir mit dem Einfachsten an. Anders als bei Messern, für die kaum zu kontrollierbare Verbotszonen geschaffen wurden, gäbe es gegen Autos ein wirklich wirksames Mittel: fest eingerichtete Poller. Für notwendigen Lieferverkehr absenkbar, ohne Ausnahme vor jeder Fußgängerzone. Ob jetzt in Leipzig, im vergangenen Jahr in Mannheim oder vor fünf Jahren in Trier, ob beim Weihnachtsmarkt in Magdeburg oder auf dem Breitscheidplatz in Berlin: Stets waren leicht attackierbare Fußgängerzonen das Ziel. Stets wurde danach für mehr Schutz gesorgt. Und stets muss man fragen: wieso eigentlich erst dann? Denn all diese Amokfahrten zeigen: Jede ungeschützte Fußgängerzone ist eine Einladung zu Mord.

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Noch auffälliger aber ist das Profil dieser rasenden Täter. Egal, ob sie islamistisch oder völlig verdreht, jung oder alt sind, ob sie einen rechtsextremen Hintergrund oder „nur“ ein psychisches Problem haben. Eines eint all diese Amokfahrten: Am Steuer sitzt immer ein Mann. Männer sind das Problem. Ihre Psychose, ihr angeknackstes Selbstbild führt sie im Extremfall in den Irrglauben, dass Gewalt eine Lösung sein könnte. Wenn sie dann ans Steuer ihres Lieblingsegoverstärkers gelassen werden, kann man nicht mehr von toxischer Männlichkeit reden – es ist tödliche Männlichkeit.

Natürlich wäre es Unsinn, deshalb Fahrverbote für alle Männer zu fordern. Denn es sind ja nicht alle Männer so, bei Weitem nicht. Aber wenn es tatsächlich fast immer ein Mann ist, muss dieses Problem in den Fokus. Gerade weil es hier keine einfachen Lösungen gibt, ist eine gesamtgesellschaftliche Reflexion über das Männerbild unumgänglich. Sie könnte den Alltag sicherer machen, nicht nur in Fußgängerzonen.

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Gereon Asmuth
Ressortleiter taz-Regie
Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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56 Kommentare

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  • Aus queerfeministischer Sicht ist der Vorschlag durchaus zu begrüßen.

    Klar, es gibt Stimmen die dagegen sind. Sie sind dagegen, patriarchale und somit frauenfeindliche Strukturen zu zerstören, soviel Pluralismus erlaube ich schon. Aber misogyne Stimmen sollten wir sowieso nicht ernst nehmen, sondern progressive Stimmen.

  • Das Selbstbild von Frauen ist seit echt langer Zeit angeknackst. Die lassen das dann eher an den Kindern oder per Stutenbissigkeit aus.

  • Danke für's Eröffnen dieses Blickwinkels. Hat es schonmal einen solchen Angriff einer Frau hinterm Steuer gegeben?

  • Eine "Einladung zum Mord" sind nicht fehlende Anlagen, sondern die gelebte politische Kultur. Dazu gehören genauso die dümmsten politischen Debatten des Landes um Stadtbild und Krankentage, wie auch der konservative Empörungsjournalismus. Warum also eine Einladung zum Mord? Das ist ganz einfach: die Kommunen und die zumindest 90% der finanziell unteren Bevölkerungsschichten werden und sind unterfinanziert, sie genießen keine Verschonungsbedarfsprüfung, Dienstwagen und in der Regel auch keine Steuerhinterziehungmodelle. Rente ist (un)sicher. Reiche verdrecken die Umwelt. Nur Krebs ist annähernd gerecht, nämlich nach körperlicher Leistung, verteilt. Errichtet die Kommune trotz Armut Schutzmaßnahmen, dürfen sie nicht teuer sein, dann sind sie auch nur halbherzig im Geiste einiger Betrachter, oder die kommunale Spitze wird als Verschwenderin bezeichnet. Implementiert die Kommune keine Schutzmaßnahmen, dann wird sie sehr wahrscheinlich als leichtfertig bezeichnet. Fehlt es an findiger Planung, das kann und darf jeder Kommune passieren, dann ist's der Ölpreis. Eine Einladung zum Mord ist die neoliberale konservative gesamtgesellschaftliche Organisation des Gemeinwesens.

  • Fahrverbote für alle Männer?



    So schlecht ist die Idee doch gar nicht!

  • Poller gegen Männer? Heikle Überschrift. Mit gleichem Recht kann man statt "Männer" etwas anderes einsetzen. You name it.

  • Wenn man nur einen Hammer als Werkzeug hat, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel...



    Das Problem an dieser Sichtweise ist, dass wir hier über Regelmäßigkeiten im stark Unregelmäßigen reden: Ja, dass diese Täter zu Tätern werden liegt wahrscheinlich - auch - daran, dass sie Männer sind. Aber das lässt keine Rückschlüsse auf Männlichsein an sich zu, die über den Kreis jener Männer hinausgehen, die tatsächlich zu Tätern werden. Die Fälle, in denen Männlichkeit NICHT zu Gewalttätigkeit führt, sind und bleiben in der erdrückenden Mehrheit.



    Davon abgesehen gibt es, ob das nun sozialpädagogisch opportun ist oder nicht, eine unbestreibare biologische Komponente: Keine Konditionierung der Welt wird Männern den Testosterongehalt ihres Blutes aberziehen können, so sehr man die ihm innewohnenden Risiken auch "thematisiert" oder "toxisch" nennt. Und solange es diesen Testosteronspiegel gibt, ist es bei einem Mann deutlich wahrscheinlicher, dass er, WENN ihm die (anerzogenen) Sicherungen durchbrennen, anders reagiert, als wenn er eine Frau wäre. Und es ist - geschlechtsunabhängig - unmöglich, solche Sicherungen absolut sicher zu gestalten, weil eben 100prozentige Konditionierung unmöglich ist.

  • Wer hier die Tat eines offenbar psychotisch beeinflussten Mannes zum Anlass nimmt, auf Männer per se zu schließen, hat den einen oder anderen Zusammenhang nicht wirklich verstanden.



    Wenn dann hier noch die Rede davon ist, das „ Jede ungeschützte Fußgängerzone ist eine Einladung zu Mord.“ sei, sollte der Autor mal überlegen, ob der nicht in der Yellow Press besser aufgehoben ist.

  • "Der Amokfahrer in Leipzig war wieder einmal ein Mann. Wir müssen reden: über Männer, ihr angeknackstes Selbstbild und ihre Lösungsstrategien." Aber, aber, wir wollen doch keinen Generalverdacht.

  • „ gesamtgesellschaftliche Reflexion über das Männerbild“

    Illusionistisch.

    Vielleicht halbgesellschaftlich bei der Geburt Testosteronblocker implantieren und nur für einen kurzen Zeitraum ab 30 zur Fortpflanzung deaktivieren. Oder eine modernere Methode, aber Biontech baut ja Arbeitsplätze ab.

    Vielleicht braucht man Männer auch gar nicht mehr, wenn man mal einen größeren Vorrat an Spermien einfrieren würde.

    Anderseits, wie der Wal verdeutlichte, sind Eingriffe in die Biodiversität teilgesellschaftlich und nebenbei gesetzlich, nicht so einfach.

    Also, illusionistisch oder zumindest utopisch mit reißerischem Ansatz.

    • @fly:

      Wieso erst ab 30?! Ich wurde mit 22 Vater und würde das wieder tun.

  • ist es nicht bezeichnend, dass insbesondere jene länder amokfahrten produzieren, in denen das auto einen besonders hohen stellenwert hat? toxische männlichkeit ist ein teil des problems. das auto als ikone für freiheit und wohlstand ein weiterer. dass deutschland endlich ein tempolimit auf autobahnen einführt und strengere sanktionen, insbesondere die entnahme des führerscheins und von fahrzeugen bei schweren delikten, ist unumgänglich. der widerstand dagegen syptomatisch.

    • @Sophia Venari:

      Wirklich?



      Bei Amokfahrten oder Terrorfahrten mit dem Auto, wird das Auto als Tatwaffe verwendet.



      Bei Terroristen würden die, wenn sie welchen hätten, wahrscheinlich Sprengstoff verwenden. Dann auch noch in einem Auto platzieren.



      Da Terroristen Angst und Schrecken verbreiten wollen, wählen sie aber auch bewusst normale PKWs und LKWs, denn so kann man noch mehr Verunsicherung schüren und Terror verbreiten.



      Bei Amokfahrten, gibt es zum Glück wirklich nur sehr wenige, glaube ich keinen Zusammenhang mit dem Stellenwert des Autos im Land zu sehen. Vielmehr sehe ich einen Zusammenhang in der Verfügbarkeit von Waffen in dem Land.



      Was hat ein Tempolimit auf Autobahnen mit einer Amokfahrt in der Innenstadt zu tun?

    • @Sophia Venari:

      Laut Statistik produzieren die Länder am meisten Amokfahrten, in denen eine besondere Spielart der monotheistischen Religionsausübung populär ist oder es schwache soziale Sicherungsnetze gibt. Wenig überraschend sind die USA absoluter Spitzenreiter, da in beiden Kategorien stark vertreten. Amokläufe sind in Europa im weltweiten Vergleich eher sehr selten. Sie unterliegen hier einem verbreitetem Bias in der Szene. Ich musste in der Statistik schon lange scrollen bis Deutschland irgendwann auftauchte im letzten Drittel. Mit der Liebe zum Auto hat das jedenfalls Null zu tun.

  • Der Autor kann gerne über sein angeknackstes Selbstbild berichten, hier handelte es sich aber um einen psychisch kranken Menschen, der sicherlich nicht die Mehrheit der Männer repräsentiert.

    • @FraMa:

      Sie sagen es!



      Die wenigsten Menschen haben solche Absichten.

    • @FraMa:

      Wie schnell hier das Etikett "psychisch krank" vergeben wird! Der Mann war wegen Schwierigkeiten in seinem sozialen Umfeld, die er offenbar aggressiv-beleidigend, aber nicht handgreiflich, angegangen war, in psychiatrischer Behandlung, anscheinend freiwillig. So jemand ist nicht "psychisch krank".

  • Wenn ich hier, wohnhaft direkt angrenzend an der Fußgängerzone die kleinen Überschwinger beobachte sehen die so aus:



    Bässe aus Autobox ballern am Haus vorbei.... Mann am Steuer.



    Parken in der Fußgängerzone.... Junge Männer oder Boomer-Männer!



    Rumgegröle nachts, weil besoffen... Männer



    Kotzende.... Männer



    Ja, Männer brauchen ein Korrektiv. Bin aber immer noch am nachdenken, ob das nur per Strafzettel geht oder über Einsichten. Einsichten gewinnen bei 20 ern oder Boomern.... habe ich aufgegeben, zumindest was die Beispiele betrifft.



    Übrigens: Ob das mit Psychisch Kranken und Männergewalt hier ein gutes Beispiel ist im Artikel!?

    • @Tom Farmer:

      Bei den meisten beschriebenen Beobachtungen kann ich Ihnen beipflichten, jedoch machen Frauen die gleichen Dinge auch, nur nicht ganz so penetrant (Beurteilung nur nach eigener Erfahrung).



      Kleine Frauen in großen SUVs die kreuz und quer parken, Rumgegröle und Gekotze mit lauten Musikboxen von Junggesellinnenabschieden in unserer Stadt am Wochenende ist da Standard.



      Wie gesagt, das machen Männer auch und öfter und mehr, aber Frauen sind da auch keine Unschuldslämmer.

      Das Problem was ich bei dieser Amokfahrt sehe ist eher die Entlassung des Täter aus der Psychiatrie. Bei einer Selbsteinweisung sollte wenigstens eine längere Beobachtungsphase folgen. Hier sehe ich Handlungsbedarf. Alle Männer Grundsätzlich als Problem zu sehen eher nicht.

  • >> Über Städte, die das zulassen. Vor allem aber: über Männer.

    • @si tacuisses:

      (Da ist was verloren gegangen)



      Ich wollte schreiben, dass man keine Stadt wirklich 100% sicher machen kann. Das wird es nicht geben.



      Und wenn man es versuchen würde, dann wären das keine lebenswerte Städte mehr.



      Eine Diskussion über Männer? Über was sollen wir da reden? 99,99999... % aller Männer haben sich heute nicht überlegt, ob und wann sie eine Amok- oder Terrorfahrt mit Ihrem Auto machen wollen.

  • "Nach Amokfahrten ist Zurückhaltung in den sozialen Medien gefragt"



    2025 in sueddeutsche.de



    Dazu weiter:



    "Denn es ist wissenschaftlich mittlerweile gut belegt: Je mehr Rampenlicht die Täter bekommen, desto eher fühlen sich Nachahmer angezogen."



    Das Thema tangiert auch die medizinische Prävention, nachzulesen bei:



    www.forum-kriminal...in_Deutschland.pdf



    "Warnverhaltenstypologie" ist ein Schlüsselwort.



    Vielleicht fehlt in weiten Teilen der Gesellschaft und in Behörden auch eine Sensibilisierung für Merkmale einer manifesten Psychose.



    Ein Ansatz aus NRW:



    "Lassen sich Amokfahrten wie in Münster und jetzt mutmaßlich in Berlin verhindern? Die NRW-Polizei versucht es mit "Periskop"..."



    /



    "Wichtig sei darum der Austausch der Polizei mit weiteren Behörden und Institutionen, wie Gesundheits- oder Jugendämtern. In der Pilotphase des Projekts habe man beispielsweise einen Menschen identifiziert, der sich auffällig häufig über Amoktaten informiert habe. Ihm habe man helfen können, so Reul. Es habe weitere erfolgreiche Fälle gegeben, über die er aber aus Datenschutzgründen nicht reden dürfe."



    Quelle wdr.de 2022

  • Zitat:

    Nein, private PKWs haben in geschlossenen Ortschaften nichts zu suchen. Raus damit.



    Problem gelöst.

    • @Arafna:

      Sarkasmus bitte kennzeichnen. Wenn keiner, dann ist es einfach nur Unsinn.

    • @Arafna:

      Genau so! Wohngebiete und Todesgefahr ist einfach keine besonders glückliche Kombination.

      • @draddon:

        Genau so! Und als nächstes dann bitte Messer, Gabel, Schere & Licht raus aus den Wohnungen.

      • @draddon:

        Nun ist eine Fußgängerzone ja nicht unbedingt ein Wohngebiet. Und die meisten Menschen müssen da ja erstmal aus ihrem Wohngebiet dorthin kommen.

    • @Arafna:

      Was? Wie soll das nur ansatzweise gehen? Oder meinen sie statt geschlossener Ortschaften vielleicht einfach Innenstädte. Da immer nicht komplett umsetzbar, aber zumindest in bestimmten Bereichen realistisch. Was müssten wir die Welt sonst mit Straßen und Parkplätzen Zupflaster damit jedes Kaff autofrei wäre

    • @Arafna:

      Na da bin ich ja froh dass ich einen Firmenwagen habe, genau Problem gelöst.

    • @Arafna:

      Die Ortschaft, in der ich wohne, hat keine Umgehungsstraße.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Wir haben eine - der Teufel soll sie holen.



        An Wochenenden über 1000 Motorräder, die Art und Weise der "Nutzung" muss ich wohl nicht näher beschreiben.



        Abends fungiert sie als Renn/Teststrecke für die Dorfdxxxppen, gerne auch ohne Versicherung und Zulassung ihres Lärmequipments.



        Behördenreaktion?



        Ich muss jetzt aufhören, weil mein Blutdruck.......

  • Der Täter war zumindest derart selbstreflektiert, dass er sich aufgrund seiner psychischen Probleme selbst in eine Psychiatrie eingewiesen hatte. Dass die Ernsthaftigkeit seiner Erkrankung nicht erkannt wurde, scheint mir das eigentliche Problem zu sein. Typisch-Frau-Debatten haben sich übrigens als ebensowenig zielführend erwiesen als die hier losgetretene Typisch-Mann-Debatte und wird dem Leid der Opfer des Amoklaufs nicht gerecht.

  • Poller gegen die Angst



    Sie können eine ganze Innenstadt "verspargeln", um jeden Platz vor Anschlägen mit Fahrzeugen zu schützen. Doch wie steht es mit Kreuzungen mit vielen Fußgängern? Ich nenne dies völlig frei von Polemik, denn dies ist die traurige Realität.



    Die theoretische Gefahr lauert an jeder Kreuzung. Es hilft daher gar nichts, die aktuelle Amokfahrt für weitere Pseudosicherheit zu polarisieren. Das Männer-Bashing hätte man sich ebenfalls sparen können. Denn bei fast allen Gewalttaten liegen Männer leider weit vorne.

  • Wenn migrantische Männer Attentate begehen, dann verweist die taz zurecht auf deren hohe pdychische Belastung durch Traumata in ihrem Heimatland, während der Flucht und in Deutschland. Wenn das gleiche durch mutmaßlich biodeutsche Tätet geschieht wird lieber die individualisirende "toxische Männlichkeit"-Karte gezückt. Nicht wirklich konsistent in der Argumentation.



    Und die Formulierung, dass Fußgängerzonen ohne Poller eine "Einladung zum Mord" seien, sollte sich der Autor vielleicht nochmal durch den Kopf gehen lassen. Weitergedacht fordert er Polizeibeamte vor jeder Schule, jedem Arbeitsamt, jedem Krankenhaus, in jedem Zug. Und die



    Aufzählung kann unendlich fortgeführt werden.

    • @Ignaz Wrobel:

      Am Deutschsein ist nun wirklich nichts bio. Es war übrigens 2024 Unwort des Jahres, weil es zu falschen Schlüssen und zu Alltagsrassismus führt. Bitte, gern geschehen.

    • @Ignaz Wrobel:

      "Und die Formulierung, dass Fußgängerzonen ohne Poller eine "Einladung zum Mord" seien, sollte sich der Autor vielleicht nochmal durch den Kopf gehen lassen."



      Sehr gründlich sogar. Ich z. B. fühle mich davon nicht zum Mord eingeladen.

    • @Ignaz Wrobel:

      Danke.

  • Ich denke es macht Sinn, nicht nur über Männer zu sprechen, sondern über die gesamtgesellschaftlichen Umstände die zu den kranken Männern & -bildern führen. Und das bedeutet: nicht den Fehler begehen, nur über Männer oder diese (z.B. kranken, toxischen, tödlichen) Männer zu sprechen. Denn Träger*innen der gesamtgesellschaftlichen Umstände sind alle die Gesellschaft bildenden Akteure.

    Ein Beispiel um zu verdeutlichen, was ich damit meine: Ich bin in einem linken Milieu aufgewachsen. Es hat mich fast 40 Jahre gekostet, bis ich verstanden habe, dass ich, obwohl ich ein Mann bin, keine Frauen vergewaltige, dass ich, obwohl das geschlechtstypische Level an Testosteron in meinem Körper vorhanden ist, keinen Hang zu Mord und Gewalt habe, dass, so wie ich lebe Krieg nicht per se männlich ist etc.

    Wenn wir diese Unterscheidungen nicht treffen, wenn eine (progressive/linke) Bewegung die vorgibt toxische/tödliche Männlichkeit überwinden zu wollen, nicht in der Lage ist zu differenzieren - die Milieus in denen ich aufgewachsen bin waren es nicht und sind es tlw. bis heute nicht - dann kann diese Bewegung keine bessere Wirklichkeit aufbauen helfen: Sie kann kein gelebtes Bewusstsein schaffen.

    • @Hanno Homie:

      ich gebe ihnen recht, konstatiere aber dennoch, dass über beiden milieus das patriarchale system thront, das männer gegenüber frauen bevorzugt und eine kultur der ausbeutung und nutzbarmachung produziert, die alle sphären durchdringt. der unterscheidung von rechts und links würde ich gerne die würde JEDES EINZELNEN entgegenstellen. um dann wieder zu prinzipiellerem überzugehen, und JEDEN EINZELNEN zur verantwortung zu ziehen. in diesem forum zeigt sich jedenfalls ganz schnell, dass es ausschließlich männer sind, die die freiheit des autos unbenommen wissen wollen. und alles andere lieber ausblenden, oder von sich weisen. so kommen wir nicht weiter (falls das die absicht wäre ;-)

  • Ja, es war wieder einmal ein Mann. Und ja, er hat die Tat möglicherweise in einem Ausnahmezustand begangen. Bleibt die Frage, warum Frauen in solchen Situationen eher in die Depression gehen, aber Männer ihre Konflikte ins "Außen" verlagern. Möglicherweise hat dies mit einem fatalen Bild von "Männlichkeit" zu tun.



    Noch wissen wir über den Täter wenig bis gar nichts. Ich könnte mir aber vorstellen, dass zunehmende Konflikte im sozialen Umfeld, sprich: Familie, Arbeit, finanzielle Situation ihn "in die Enge" getrieben haben. Möglicherweise hat er sein "geschundenes" kleines Ich wieder aufrichten wollen - "ich bin so mächtig, ich kann Leben vernichten". Oder vielleicht auch - "ihr hier in dieser Stadt habt mich in die Enge getrieben - ich strafe euch."



    Alles nur Vermutungen, aber vielleicht mit einem Körnchen Wahrheit. Wir werden sehen!

  • Ich erlaube mir, bei der Gelegenheit auf die World Bollard Association zu verweisen, die sich für wirksamen Schutz durch Poller einsetzt

    bsky.app/profile/w...dassoc.bsky.social

  • Diesem Kommentar kann ich selbst als Mann nur zustimmen.

    • @Klaus Waldhans:

      Ungeachtet der Tatsache, dass ich kein Mann bin, finde ich Ihre Zustimmung verwunderlich.

      Dann müsste man im Ergebnis ja auch fordern, keine Männer mehr ins Land zu lassen und ausreisepflichtige Männer möglichst schnell abzuschieben - zum Schutz der Bevölkerung.

  • Da Autos in Fußgängerzonen sowieso nix zu suchen haben, sind Poller eine sinnvolle Lösung.

    • @Cededa Trpimirović:

      Auch in Fußgängerzonen wohnen Menschen, die ihr Grundstück oder ihre Garage erreichen müssen und der Lieferverkehr muss sich auch in einer Fußgängerzone bewegen können. Auch Gehbehinderte dürfen in Fußgängerzonen ihr Auto benutzen.

      • @FraMa:

        Bei der riesigen Erfahrung seitens Politik und Behörden in Sachen Vorschriften, Zulassungen, Verboten, Ausnahmeregelungen und und und sollte das doch wohl auch kein Problem sein. Und es funktioniert sogar schon lange und vielerorts.

  • Und was genau ist nun der Vorschlag wie man die "gesamtgesellschaftliche Reflexion über das Männerbild" so anstellen kann, dass sie vor Allem auch bei jenen ankommt die sie zuvorderst nötig hätten? Denn all die Stuhlkreise in denen Performative Males ausgedehnt über ihren Anteil am Patriarchat, Genderperformativität und toxische, cis-heteronormative Rollenbilder reflektieren gibt es ja nun auch nicht gerade erst seit vorgestern. Nur interessiert das halt den durchschnittlichen Fußball-Michael nicht besonders und all die eingebildet hypermaskulinen Testomaxxer in ihrer Manosphere erst recht nicht.

  • Der Attentäter war frisch aus der Psychiatrie entlassen, also offensichtlich ein Mensch mit einer erheblichen Persönlichkeitsstörung. Vor diesem Hintergrund eine Diskussion über Männer im allgemeinen und deren "angeknackstes Selbstbild" zu führen, ist ein wenig überdreht.

  • Ach taz, auf dem Foto des einen Artikels ist klar zu sehen, dass da ein zerbeulter VW Golf am Haken hängt, im nächsten Artikel ist es plötzlich dann plötzlich ein SUV. Muss sowas sein?

    • @jacobihc:

      Es ist ein Taigo, eine Art Polo mit Dachreling. Aber die Versuchung, das mittlerweile zum Kampfbegriff gewordene Kürzel "SUV" zu verwenden, ist einfach zu groß...

  • Ja, und was ist Ihre Lösung? Haben Sie denn wirklich gar keine aussprechbare Idee?



    Man könnte genauso auch einen Artikel über die Zerstörung der Welt schreiben und zum Schluss kommen, dass der Mensch das Problem ist. Wenn an der Stelle aber der Artikel endet, ist es ein wenig dünn.

    • @XXX:

      Der PKW ist eins der vielen Symptome für eine allgemeine Epidemie, an der die Welt leidet.



      Es fing mit dem ersten Stein an, mit dem man einen Schädel einschlagen konnte. Mir fällt auf die Schnelle keine Erfindung ein, die nicht sofort durch irgendwelche Querschläger missbraucht wurde.



      Aber es fallen mir nicht viele Frauen ein, die in dieser Richtung auffällig wurden.

  • Natürlich kann man einen Geschlechter Kampf führen.

    Oder wir reden über das eigentliche Problem. Ein Gesundheitssystem, das psychisch kranke Menschen auf die Straße schickt, statt sie zu behandeln.



    Mit den geplanten Kürzungen werden solche Vorfälle zunehmen.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Ist aber auch möglich, das kein Interesse an Behandlung bestand. Im Erklär-Artikel stand die Klinik habe keine "Eigen- oder Fremdgefährdung" feststellen können und das er nach einem Polizeieinsatz in der Klinik gelandet wäre. Wenn er sich selbst entlassen will, kann er das. Und der Klinik Inkompetenz zu unterstellen, wäre ich auch vorsichtig, da Menschen die einen Suizid/Amokbeschluss fassen, nach außen oftmals wirken, als ob die akute psychische Krise überwunden wäre. Überlastung und fehlende Zeit für Patienten könnten eine Rolle spielen, weshalb ich ihrer letzten Aussage durchaus zustimme.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Wo bitte sollen sie sich denn aufhalten?



      Wer stellt entsprechen große Grundstücke zur Verfügung? Wer baut ausreichend große Gebäude? Und wird die Erdoberfläche nicht auch für sonstige Zwecke gebraucht?

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Der Mann hat sich selbst entlassen, und die Klinik hatte keine Handhabe, ihn festzuhalten.