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Ex-Mitglied kritisiert die GrünenAufrüsten bis zum Weltkrieg?

Gastkommentar von

Tom Bschor

Nach über 25 Jahren Mitgliedschaft kehrt der Autor den Grünen den Rücken. Ihre Kernaufgabe nehme die Partei nicht mehr wahr – ein Abschiedsbrief.

Pazifistische Wurzeln: Antimilitaristisches Transparent zum Wahlakmpfauftakt von Bündnis 90/Die Grünen in Kassel, Juni 1990 Foto: WEREK/imago

E ine enttäuschte Liebe schmerzt. Im Februar 1997 bei den Grünen eingetreten, habe ich nach langem Ringen nun meinen Austritt erklärt. Die Außenpolitik von B90/Grüne ist illusorisch, gefährlich und macht mir Angst.

Kritik an einer auf militärische Eskalation setzenden Ukraine-Politik birgt die Gefahr, als Putinfreund verunglimpft zu werden. Daher sei – aber auch nur einmal – klargestellt: Es gibt keinen Zweifel daran, wer Aggressor ist, den Krieg begonnen, das Völkerrecht gebrochen und ungezählte Verbrechen begangen hat. Und ja, ohne militärische Unterstützung wäre die Ukraine wohl an Russland gefallen.

Grüne, Union und Teile der SPD beschränken sich aber weitgehend auf eine militärische Antwort. Trotz der Milliardenausgaben wurde dabei nie eine strategische Erfolgsabschätzung vorgelegt. Tatsächlich war ein Sieg der Ukraine von Beginn an unrealistisch, selbst bei noch höherem Engagement. Dieses einzufordern, verkennt nicht nur die Kapazitätsgrenzen von Rüstungsindustrie, ukrainischer Armee und Geberländern, sondern insbesondere das Reaktionspotenzial und die Ressourcen der Putin-Diktatur.

Tom Bschor

Tom Bschor ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, arbeitete als Chefarzt in Berlin und leitete in der letzten Legislaturperiode die Regierungskommission Krankenhäuser, die das grundlegende Konzept für die große Krankenhausreform ausarbeitete.

Unklar bleibt das eigentliche Ziel der Ukraine-Aufrüstung – oder wissen es die Akteure selbst nicht? Mit „Die Ukraine muss den Krieg gewinnen“ setzte sich Grünen-Außenministerin Baerbock in Abgrenzung zu Kanzler Scholz („… darf den Krieg nicht verlieren“) in Szene. Aber was heißt das? Eine Rückkehr zu den Grenzen von vor 2022? Die vollständige Befreiung der Ostukraine? Oder der Krim? Den Sturz Putins? Keines der Ziele war je realistisch – ohne direktes Eingreifen von Deutschland und Nato. Warum schweigen Baerbock, Habeck und Hofreiter zu dieser sich angesichts ihrer beneidenswert selbstgewiss vorgetragenen Analyse eigentlich logisch ergebenden Konsequenz?

Die Grünen haben verpasst, gleichzeitig Putin als Aggressor und die Gefahren der Hochrüstung zu benennen

Die einseitige Militarisierung scheitert seit vier Jahren und verlängert Sterben und Zerstörung, um am Ende ukrainische Gebietsverluste doch nicht zu verhindern. Eine gleichermaßen energische diplomatische Strategie fehlt. Außenminister wie Genscher hätten vermutlich rastlos in der Welt nach Auswegen aus den Kriegshandlungen gesucht. Diplomatische Vorstöße wurden jedoch zweifelhaften Akteuren wie Saudi-Arabien, der Türkei und Donald Trump überlassen. Der bloße Verweis, Putin wolle ja nicht, greift viel zu kurz. Politiker mit Putin-Verbindung wie Schröder und Orbán hätten als nützliche Idioten eingesetzt statt diskreditiert werden sollen.

Genauso fatal ist die Ausgrenzung der russischen Zivilgesellschaft. Die kulturelle und wissenschaftliche Elite Russlands wird boykottiert, dabei liegt die einzige reale Chance auf Wandel in Russland in der russischen Opposition. Statt der Avantgarde ein freies Land zu zeigen, wird Putins Narrativ vom Hass des Westens auf alles Russische bedient.

Die Gefahren einer einseitigen militärischen Außenpolitik werden von den Grünen so wenig diskutiert wie von CDU/CSU und Regierungs-SPD. Nicht die gescheiterte Chamberlain’sche Appeasement-Politik prägt die Geschichte, sondern die Katastrophen, zu denen ungebremste Aufrüstung und waffenstrotzende Nationen führten. Der Erste Weltkrieg ist Mahnung.

Auch die innergesellschaftlichen Konsequenzen werden kaum diskutiert, und dies wäre zuallererst eine Grünen-Aufgabe. Schulunterricht zum Kriegsfall, Musterung aller jungen Männer (aktueller Parteitagsbeschluss der Grünen) und Vorbereitung der Krankenhäuser auf den „Krisen- und Kriegsfall“, als ob Krieg nicht menschengemacht wäre, sondern so schicksalhaft wie Pandemien oder Erdbeben. Stück für Stück wird Krieg in den Bereich des Denkbaren verschoben. Die Gefahr, die von Worten ausgehen kann, scheint genauso vergessen wie die Eigendynamik, die eine Kriegslogik entfaltet.

75 Jahre deutscher Politik der militärischen Zurückhaltung unter der Maxime „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ – die mit einer langen Friedenszeit einherging – wurden von Grünen, Union und Pistorius-SPD über Nacht mit der „Zeitenwende“ über Bord geworfen. Dieser 180°-Kurswechsel hätte breite Debatten und gesellschaftlichen Konsens erfordert, und gerade die Grünen wären hier gefordert gewesen. Stattdessen zeigt sich bei ihnen ein trauriger antiintellektueller und letztlich autoritärer Mangel an Debattenkultur, obwohl für sie einmal der diskursive gesellschaftliche Aushandlungsprozess identitätsstiftend war.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Ein kritisches Bewusstsein für die Rolle der Rüstungslobby fehlt. Forderungen nach Transparenz sucht man vergeblich. Die simple ökonomische Logik, dass ein nach oben offener Militäretat die Rüstungspreise entgrenzt, wird nicht verstanden. Auch die Fixierung auf einen prozentualen BIP-Anteil der Militärausgaben ist abwegig. Fünf Prozent lassen sich auch durch höhere Waffenpreise und Offizierskorpsbesoldung erreichen. Richtig wäre, ein vorab definiertes Zielbild möglichst kostensparend anzustreben.

Warum konnte die Bundeswehr mit bisher (bis 2022) bereits 50 Millariden Euro pro Jahr keine Sicherheit gewährleisten? Verfilzung mit der Rüstungsindustrie, Bürokratie und Ineffizienz prägen sie, und lediglich mehr Geld hineinzuschütten verfestigt die maroden Strukturen. Warum fordern die Grünen nicht die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit durch mehr Effizienz und eine grundlegende Strukturreform der Bundeswehr?

Zuletzt: Die Grünen sind mit Babyboomern und der Friedensbewegung in den 1980er Jahren groß geworden. Wie sie diese pazifistischen Wurzeln nun verleugnen, ist genauso bemerkenswert wie das Fehlen der Frage, ob bei den vergangenen Wahlen nicht gerade die Kreuze dieser stimmstarken Generation fehlten.

Bei den letzten Wahlen legten Linke, AfD und BSW zu, also jene Parteien, die das Primat des Militärischen infrage stellen; leider teilweise unter Verharmlosung der russischen Aggression. Die Grünen haben ihre Chance verpasst: gleichermaßen klar den Aggressor und die Gefahren einer immer weiter eskalierenden Aufrüstung zu benennen. Die anstehenden Landtagswahlen werden für die Grünen bitter – und das tut mir trotz allem immer noch weh.

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285 Kommentare

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  • Da scheint Tom Bschor den Nerv der taz-Leserschaft ja ganz schön getroffen zu haben, wenn sein Beitrag hier so viele Kommentare generiert.



    Ich denke, ein Gutteil der ablehnenden Kommentare ist dem Umstand geschuldet, dass Bschor das grüne Klientel hier eindrücklich daran erinnert, was sie mal waren und was aus ihnen geworden ist. Und das nicht bloß in friedenspolitischer Hinsicht, die einst bewegungs- und proteststarken Grünen sind politisch insgesamt über die Jahrzehnte zu einem saturierten Wohlstandsmillieu mutiert.



    Klar, die Welt verändert sich radikal, sie gleicht heute mehr denn je einem Haifischbecken. Aber diesen Schwenk bedingungslos- und vor allem konzeptionslos mitzumachen und ohne Widerspruch dem



    Schmidtschen Verdikt zu folgen, dass zum Arzt gehen solle, wer Visionen habe, verrät das, wofür die Grünen mal angetreten sind. So, wie sie sich heute präsentieren, weiß ich überhaupt nicht, wofür sie in den Grundzügen eigentlich stehen.



    In Fragen der Unterstützung der Ukraine mag ich den Grünen noch folgen (abgesehen von den schrillen Tönen Hofreiters), aber insgesamt fehlt es an Überlegungen für die Zeit „nach dem Krieg“.

  • Es ist schön interessant die Logik der Veränderung der Partei der Grünen historisch zu betrachten.



    Hat sich die Partei relativ weit von ihren Ursprüngen verändert? Natürlich... Und das ist auch gut so... Man erinnere sich an die Inzest Irrlichter von früher.. Aber das ist ein anderes Thema.

    Nur, eine Lösung für das Problem eines militarisierten aggressiven großen Nachbars löst das auch nicht. So zu tun als gäbe es das Problem nicht, und wir könnten uns in splendid Isolation begeben während Putin den Zerfall der Sowjetunion rückabwickelt ...

    Selbst Gysi, wirklich keiner der in Verdacht steht Kriegstreiberisch zu sein hat seine Meinung und Aussagen angepasst. Obwohl er ähnlich wie die Wagenknecht sehr russlandfreundlich unterwegs war. Nur irgendwann, wie auch bei dem was in den USA passiert .. Kann man die Realität nicht mehr ignorieren... Egal wie sehr man sich seine pazifistische Utopie sich wünschen mag. Ich würde auch lieber in die einer Welt leben. Nur ist das halt nicht so. Und wir müssen uns anpassen.

  • Die Grünen sind seit Jahrzehnten keine Protestpartei mehr, sondern fester Bestandteil des politischen Establishments. Ihre sozialen Wurzeln haben sie früh zugunsten eines ökologischen Profils aufgegeben, das sich nahtlos in ökonomische Verwertungslogiken einfügt – inklusive klarer Unterordnung unter das Wachstumsdogma.

    Auch der Bruch mit dem Pazifismus ist kein neues Phänomen, sondern reicht mindestens bis zum Jugoslawienkrieg zurück.

    Die Suche nach einer politischen „Heimat“ in Parteien ist daher nicht nur illusionär, sondern zwingender Bestandteil demokratische Erneuerung.

  • Vielleicht sollte man einfach mal überlegen, wie es in hundert oder mehr Jahren aussehen wird, bei steigender Ressourcenknappheit:

    - USA und Putin arbeiten und/oder reiben sich aneinander auf



    - China wird die führende Weltmacht mit klaren und auch brutalen Mitteln, so wie sie jetzt schon sich in Afrika verbreiten, während wir noch Entwicklungshilfe nach China überweisen



    - die ganzen kleinen Popel-Länder werden peu a peu, wenn sie nützlich sind für die drei Giganten, von denjenigen erobert oder als Vasall funktionieren, wer soll sie denn hindern?

    Wie ein Risiko-Spiel in den Endrunden.

    • @ToMuch:

      "China wird die führende Weltmacht mit klaren und auch brutalen Mitteln, so wie sie jetzt schon sich in Afrika verbreiten, während wir noch Entwicklungshilfe nach China überweisen"



      China tut in Afrika nichts anderes als was die westlichen Staaten in den vergangenen Jahrzehnten gemacht haben.

    • @ToMuch:

      Ich sehe nicht, dass "USA und Putin arbeiten und/oder sich aneinander aufreiben". Es ist kein Ost-West-Konflikt.



      Es sind Unterdrückungsregime jeweils nach innen. Putin und Trump verstehen sich prima.



      Genau wie die Generäle und ihre Verbündeten im Sudan. Die Nichtmilitärs sind tot.

  • Lawrow hat jetzt verkündet das Russland nur Sicherheitsgarantien zustimmt wenn es eine Russland-freundliche Regierung in der Ukraine gibt. Eher friert die Hölle zu, aber das weiß er. Russland will also weiterhin eine Marionetten Regierung in Kyiv einsetzen. D.h. Frieden ist eine absolute Illusion, der Krieg wird weitergehen.

    • @Machiavelli:

      So wie Trump eine Marionettenregierung in Caracas will?

  • Es tut immer gut, an der Expertise eines ausgewiesenen militärischen Fachmannes teilhaben zu dürfen. Nie wurde mir so stringent klargemacht, wie unrealistisch es ist, dass 500 Millionen Europäer gegen 140 Millionen Russen anrüsten können. Hat ja auch im Kalten Krieg schon nicht geklappt.

  • Ein selten kluger und differenzierter Text.



    Seit Februar 2022 hat sich die EU in einen einmal begangenen Fehler verrannt und die Früchte der Friedensbewegung der 1980er Jahre im Westen und von Glasnost und Perestrojka im Osten verspielt.



    Solche Chancen kommen in diesem Jahrhundert nicht mehr.



    Dummheit hat gesiegt. Das Militär wird das Ganze nur noch abrunden.

  • Willkommen im Club.

  • Danke für diesen besonnenen Kommentar, ich kann all dem nur zustimmen, vor allem dem zweiten Teil zur Rüstungsindustrie und Identitätsverleugnung als Friedenspartei. Einzig Baerbocks unbegreifliche Passivität zu Gaza würde ich noch hinzufügen.

    • @MarxhatteRecht:

      "....unbegreiflich passiv...."



      ===



      Annalena am 5.Februar 2025



      ===



      ""Gaza liegt in Ruinen, das Ausmaß der Zerstörung ist erschütternd. Wir sind uns alle einig, dass Gaza so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden muss. Häuser, Krankenhäuser, Schulen oder die Räumung von Munition und Blindgängern – dazu wird es massives internationales Engagement brauchen. Wir Europäer stehen bereit, unseren Teil gemeinsam mit den Partnern in der Region beizutragen.



      ===



      Die Zivilbevölkerung in Gaza, die vielen Familien, die gerade in die Trümmer ihrer Häuser zurückkehren, brauchen unsere Hilfe für eine Zukunft auf ihrem Land – in Sicherheit, Würde und friedlichem Zusammenleben mit Israel. Sie brauchen auch eine echte politische Perspektive. Dabei sind wir uns einig, dass die Terroristen der Hamas in Gaza in Zukunft keine Rolle mehr spielen dürfen. Das ist genauso eine Frage der Sicherheit Israels wie der Region.""



      ===



      Zu Marx: Er war nie Soldat, sondern Theoretiker, der die bewaffnete Revolution zur Durchsetzung des Sozialismus befürwortete.



      ===



      Wenn Marx Militär für die Revolution benötigte - warum dürfen dann die Grünen sich keine Verteidigungsarmee wünschen um das Land zu verteidigen?

      • @zartbitter:

        Marx und Die Grünen: ein Zusammenhang, so naheliegend wie Äpfel und Glühbirnen.

    • @MarxhatteRecht:

      Baerbock betrieb Pendeldiplomatie und befand sich mehr im Flugzeug als zuhause. Sie war also keineswegs passiv. Genauso Anthony Blinken.



      Aber es geht wohl um die Identität.

      • @Land of plenty:

        Ich lese aus ihrenWorten keine Kritik an der israelischen Kriegsführung heraus.

  • Die Menschen, die die Schauplätze in der Ukraine besucht haben, berichten einhellig von einem großen Ausmaß der gegenseitigen Hilfe. Eine Reisegruppe mit Juliane Nagel (Linkspartei Leipzig) und andere Gruppen, die regelmäßig mit LKW von Spenden gekaufte Gebrauchssachen rüberfahren, sind geradezu begeistert von der sozialen Intelligenz - dem Mitdenken und Aufgaben übernehmen - v.a. bei den russ. Drohnenangriffen.



    So ist auch der selbstorganisierte Drohnenbau verteilt im ganzen Land. Denn alle werden beschossen.



    Schauen Sie mal rein in den telegram-Kanal



    t.me/SolidarityCollectives CS und solidaritycollectives.org/support/



    Der Kanal ist ukrainisch-englisch und in telegram gibt es die Funktion "Auswahl übersetzen".



    Erinnern möchte ich auch an die Direkthilfe von Michael Kroeger und seiner ukrain. Familie



    direkthilfe-ukraine.com/



    vgl. "Michael Kröger will 100 Rettungswagen und Evakuierungsbusse in die Ukraine schicken"



    www.nwzonline.de/c...,2,1316831868.html



    unermüdlich - aufrecht - humanitär.



    Ebenso: Rojava verteidigen!

  • In dieser Diskussion – ein bisschen Stand der Dinge seit 2022 – sehe ich Grundsatzpositionen und ein teilweises Eingehen auf die Lage vor Ort.



    Mir fällt auf, dass beim Austausch der Argumente eine genaue Kenntnis der Lage fehlt: Wie groß ist Russlands Militärpotenzial? Sind die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer der russischen Seite überlegen, oder umgekehrt?



    Das liegt natürlich daran, dass diese Kriegführenden ihre Potentiale geheim halten.



    Wie werden die Goldreserven Russlands verwendet?



    Hat der Kreml noch Geld?



    Das Wort "unrealistisch" wird von beiden Seiten verwendet.



    So wird häufig gesagt: es sei unrealistisch sich gegen Russland zu wehren oder der Ukraine zum Sieg zu verhelfen.



    Und: wird das auch bei anderen Konfliktregionen gesagt? Ist es unrealistisch, das Militärregime in Burma zu stürzen? Ist eine Demokratische Republik Syrien realistisch?



    Die Seite der "Realisten" (Unrealisten?) ist zumindest überzeugt, dass der Kreml keinen Frieden will und, dass es Demokratien und humanistisches Zusammenleben zu verteidigen gilt.



    Es stellt sich weiter die Frage nach der solidarischen Finanzierung bzw. der Vermögensumlagen in Ost und West.

  • "Eine Rückkehr zu den Grenzen von vor 2022? Die vollständige Befreiung der Ostukraine? Oder der Krim? Den Sturz Putins?"



    > Richtig: das sollten die Kriegsziele sein.



    Insofern die Korrektur Ihrer Formulierung:



    "Und ja, ohne militärische Unterstützung wäre die Ukraine wohl an Russland gefallen."



    Diese besetzten Gebiete sind seit 2014 an Russland gefallen, weil niemand dies verhindert hat.



    Stefanie Babst beschrieb in "Sehenden Auges" (München, dtv 2023) die Bundestagssitzungen im Januar 2022: sie wurde ignoriert.



    Die große Schizophrenie der Friedensbewegten der früheren Jahrzehnte besteht darin, seit den 70er Jahren die USA als Hauptbetreiber von allen Kriegen in der Welt anzuklagen - in Bezug auf östliche und südöstliche Regionen aber das Agieren Moskaus als selbstverständlich, unaufhaltsam und unveränderbar hinzunehmen und jahrzehntelang zu ignorieren. Z.B. die Spaltung Georgiens seit 2008.



    Sicher kann die Ausrüstung, die Bewaffnung der westlichen Welt anders organisiert werden als privaten Firmen Aufträge zu vergeben:



    strikt ressourcenbegrenzt staatlich planen. Vgl. Ulrike Herrmanns Buch.



    Das Kostendeckeln ist jedoch in allen Bereichen notwendig, so die Mieten.

    • @Land of plenty:

      "Z.B. die Spaltung Georgiens seit 2008."



      Die Abspaltung Abchasiens und Südossetiens folgt derselben Logik wie die Tschetscheniens oder des Kosovos.

    • @Land of plenty:

      "Diese besetzten Gebiete sind seit 2014 an Russland gefallen, weil niemand dies verhindert hat."



      Auch deshalb, weil die damalige ukrainische Führung eine nationalistische Politik betrieben hat, die gegen ihre eigene russischstämmige Bevölkerung gerichtet war.

    • @Land of plenty:

      Diese Art der partiellen Blindheit findet sich auch bei anderen linken Bewegungen, zB bei den Postcolonials und den Religionskritikern. Das Christentum ist aus deren Sicht eine immer mit Gewalt und Zwang aufoktroyierte Religion - der Islam dagegen „hat sich ausgebreitet“, als sei es ein Naturgesetz, dass er in Ostafrika oder Südostasien etabliert wurde. Und der europäische Sklavenhandel wird anders bewertet als der arabische bzw innerafrikanische.

      Gut, immerhin: dieser Hang zur Selbstkritik ist typisch westliche Kultur…

      • @Suryo:

        Na ja, so wie Sie das mit der (linken) Religionskritik darstellen, ist es nun auch nicht.



        Mein Eindruck ist, dass det Islam eher im Fokus der Kritik steht, wohingegen die allgemein an den Religionen zu kritisierenden Aspekte vernachlässigt werden.



        Das liegt natürlich in der Natur der Sache, denn (europäisches) Judentum unf das Christentum werden eher mit der Geschichte der Aufklärung in Verbindung gebracht und daher positiver konnotiert als der Islam.



        Und warum das so ist, hat wiederum viel mit der Geschichte des Kolonialismus zu tun und der kulturellen Stagnation des zuvor in dieser Hinsicht dem christlichen Abendland haushoch überlegenen Islam unter der osmanischen Herrschaft.



        Aus religionskritischer Sicht am besten weg kommt wohl der allgemein in der Öffentlichkeit wohlwollend bewertete Buddhismus, der ja als besonders friedfertige Religion gilt. Bei näherer Betrachtung stellt sich nur heraus, dass auch diese Religion durchaus ihre Schattenseiten aufweist.



        Und insofern hat Islamkritik auch immer ein ideologiegetriebenes Geschmäcke, insbesondere wenn linke Religionskritik und rechte Islamfeindlichkeit eine unheilige Allianz eingehen wie im derzeitigen politischen Diskurs.

      • @Suryo:

        Ich fürchte Sie lesen kritische Perspektiven falsch. Kritik wird natürlich vorwiegend an den vor Ort herrschenden Verhältnissen geübt, weil sie dort direkt zu Verbesserungen führen kann. Wer ausländische Institutionen kritisiert (Ja, der Islam in Deutschland wird hauptsächlich von Organisationen aus anderen Ländern verwaltet), wird vermutlich von diesen kaum gehört. Schlimmer noch, man verstärkt negative Vorurteile gegen ohnehin diskriminierte Gruppen.



        Dass Religionskritik hierzulande sich gegen hier Identität und Überlegenheitsdenken stiftende Religionen richtet, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch andere Religionen - häufig mit den selben Dynamiken - ihrerseits Herrschaft und Machtmissbrauch verherrlichen und Minderheiten und Frauen diskriminieren.

        • @Marvienkäfer:

          @Marvienkäfer



          👍Ja, man hat sofort die ganzen katholischen Christen auf dem Schirm " Auge um Auge... "



          Für Humanisten eine einzige Katastrophe, diese unmenschlichen Werte der organisierten Kirchengemeinschaften.

        • @Marvienkäfer:

          Danke für diese differenzierende Erwiderung auf den Kommentar von @Suryo.



          Für mich ergibt sich der Eindruck, dass im gegenwärtigen linken „religionskritischen“ Diskurs sich eher ausschließlich auf den Islam eingeschossen wird (@Suryo hat diesbezüglich wohl eher die gegenteilige Wahrnehmung).



          Das ist auch vollkommen in Ordnung, wenn Linke den Islam wegen seiner fragwürdigen, der Aufklärung und dem Humanismus zuwiderlaufenden Aspekte besonders ins Visier nehmen. Nur sollten sie sich dabei vergegenwärtigen, dass die rassistische Islamfeindlichkeit von rechter Seite gerade Hochkonjunktur feiert und sie sollten sich mit dieser nicht gemein machen. Differenzierung und Abgrenzung sind hier also vonnöten..

          • @Abdurchdiemitte:

            Ich kann Ihren Eindruck überhaupt nicht nachvollziehen. Wo gibt es denn eine den Diskurs signifikant prägende, dezidiert linke Islamkritik?

  • Ich könnte nicht mehr zustimmen.

  • Russland ist nicht einmal zu einem kurzen Waffenstillstand bereit, um wenigstens pro forma guten Willen zu zeigen. Ganz im Gegenteil - während in Abu Dhabi Verhandlungen simuliert werden, bombardiert Russland mit sadistischer Freude die Ukraine, um möglichst viele Zivilisten durch Kälte zu ermorden.

    Das große Problem sowohl des Autoren als auch der ganzen Putinversteher ist, dass sie annehmen, dass Russland prinzipiell „auch nur Frieden will“. Das will es eben nicht. Und gerade wir als Deutsche sollten sehr gut wissen, dass es tatsächlich Regime gibt, die wirklich keinen Frieden wollen, sondern unbedingt Krieg. Deutschland wurde auch nicht durch Diplomatie auf den Weg zum Frieden gebracht, sondern durch eine umfassende Niederlage. Und auch die UdSSR starb am Ende in erster Linie durch wirtschaftliche und ideologische Abnutzung und nicht allein wegen der Annäherungspolitik. Letzte hatte gerade nur wegen des Verfalls der UdSSR solchen Erfolg.

    • @Suryo:

      @Suryo



      Je mehr Lenze ich zähle, um so klarer wird mir " die Deutschen " gibt es so gar nicht. Die Deutschen sind ja keine homogene Masse. Sind es nie gewesen & werden es wohl auch kaum werden, wenn alles gut läuft , zumindest 😁

    • @Suryo:

      Auch im Ukrainekrieg ist Töten vor allem Mittel zum Zweck, aber nicht Ziel.

    • @Suryo:

      Die Deutschen sollten aber auch wissen, dass sie den Mauerfall einer grundlegend veränderten Außen- und Sicherheitspolitik des Kremls verdanken. Dieser hatte seinen Machtanspruch aufgegeben, auf Entspannung gesetzt und die Dinge geschehen lassen, obwohl sein Militär jederzeit ohne weiteres hätte intervenieren können. Das ist überhaupt ein schönes Beispiel dafür, dass man auch mit Diplomatie und natürlich Glück, aber auch ohne „umfassende Niederlage“ seine Ziele erreichen kann. Bei einer Abwägung zwischen Menschenleben und Niederlage, würde ich noch einmal überlegen, ob man den Menschenleben nicht doch den Vorrang einräumen müsste. Dem Völkerrecht kann man wieder Geltung verschaffen, die Leben aber niemals wiederherstellen.

      • @Yes:

        Genauer: das war Gorbatschow und 1991 gab es einen Putschversuch der Stalintraditionalisten.



        Gorbatschow ist seit langem in Russland einer der am meisten abgelehnten Politiker, verachtet und vergessen.



        Im Westen wird gerne an ihn erinnert.

      • @Yes:

        Die Annexion der Krim durch Russland hat Karl Schlögel dazu gebracht, sich intensiv mit der Geschichte der Ukraine zu beschäftigen. Eine Auszeichnung mit der russischen Puschkin-Medaille wies er 2014 im Kontext des russischen Angriffes auf die Ukraine zurück



        ===



        Der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel analysiert den aktuellen russischen Imperialismus als ein fortbestehendes, tief verwurzeltes Projekt Putins, das auf der Negierung ukrainischer Souveränität, der Wiederherstellung imperialer Größe (sowjetisch/zaristisch) und der gewaltsamen Zerstörung europäischer Friedensordnungen basiert.



        ==



        Er warnt vor der Rückkehr kolonialer Muster und betont,



        dass ohne eine freie Ukraine.....................................................



        kein dauerhafter Frieden in..........................................................



        Europa möglich sei. ........................................................................



        ==



        www.bpb.de/themen/...-zusammenzusetzen/

        • @zartbitter:

          Das sieht mehr nach meinungsstarker Autobiographie als nach unbefangener Analyse aus. Allein die emotionale Involviertheit Schlögels ist jedenfalls nicht überzeugend und als Profiler für Putin oder die russische Seele würde sich der Gastautor dieses Artikels hier vermutlich sehr viel besser eignen.

          • @Yes:

            Herfried Münkler und Timothy Snyder haben ebenfalls klar zu Putin, seinem Machtsystem und seinen imperialen Plänen publiziert. Und Putin ist ja erfolgreich: ohne Krieg zersetzt er NATO und EU.

            • @Lieblich:

              Sie meinen „ohne Spezialoperation“? Aber das machen doch alle Staaten und Weltenbeeinflusser in ihrem Metier, auch die genannten Autoren. Diese lassen menschliches Leid, Völkerrecht und Moral einfach weitgehend links liegen und verkaufen uns (auch) ihre Scheuklappen dann als Durchblick. Dass das mit Statusgehabe einhergehen und Fehlschlüsse begünstigen könnte, liegt auf der Hand. Und so langsam beschleicht mich das Gefühl, dass das hier eine Buchhandlung ist. Auch wenn der Lesetipp lieb gemeint ist und ich Ihnen dafür danke, geht es doch eigentlich um Inhalte und nicht um Autoren oder deren Bücher.

          • @Yes:

            ""Das sieht mehr nach meinungsstarker Autobiographie (aus)......)



            ===



            Nö - überhaupt nicht.



            1.. Wenn es so wäre - warum hat dann Karlito Schlögel vom russischen Staat bzw. vun der russischen Regierung unter Wladimir Wladimirowitsch Putin das Angebot erhalten dem deutschen Historiker Karl Schlögel mit der Puschkin-Medaille für internationale Verständigung auszuzeichnen?



            ==



            2,.Schlögel ist der Autor des Buches ""Das sowjetische Jahrhundert: Archäologie einer untergegangenen Welt"" == für dieses Werk hat Karlito den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2025 erhalten.



            ==



            Klartext: Wenn Sie diese wahrhaft erhellenden 912 Seiten gelesen haben hat sich Ihr Vorwurf mit Sicherheit erledigt. Darüber hinaus - der Historiker Schlögel schreibt keine Autobiographien über Russland. (Ansonsten ist diese Ihre irrige Annahme in sich ein Wiederspruch)



            2..Putin ist im Kreml (gleich hinter dem Roten Platz) öfters erreichbar. Machen Sie sich schlau warum der russische Staat Schlögel die Auszeichnung für Völkerverständigung überreichen wollte. Ihre These - (irgentetwas mit zu viel Meinung) können sie, nachdem sie sich schlau gemacht haben, getrost im Küchenabfall deponieren.

            • @zartbitter:

              Das wirkt alles sehr subjektiv, was Schlögel so redet und schreibt. Und weil Schlögel in seinem BPB-Beitrag viel über Schlögel und Schlögel in Russland schreibt, trägt dieser eben auch autobiographische Züge.

              • @Yes:

                Der Historiker Karl Schlögel stellte in der Paulskirche fest, dass es in Deutschland erstaunlich lange gedauert hat, zu begreifen, womit man es mit Putins Russland zu tun hat.



                ==



                Putin hat den Tisch, an dem Verhandlungen und Gespräche nach bestimmten Spielregeln stattfinden sollten, umgestoßen und mit Bravour die Regelverletzung zum System erklärt, lange bevor der Terminus der Disruption in Umlauf kam. (…)



                ==



                Die Angst ist seine wichtigste Waffe, und in der Bewirtschaftung der Angst besteht sein wahres Talent.“



                ==



                „Der Krieg, den Russland nach Europa zurückgebracht hat, wird nicht nur mit militärischen Mitteln geführt, sondern als Krieg um die Köpfe, mit Stimmungen, mit Ängsten, mit Ressentiments, mit Nostalgien oder als verlockendes Angebot, zu business as usual zurückzukehren.“



                ==



                Die Ukrainer wissen, dass ein zu allem entschlossener Aggressor sich nicht mit Worten aufhalten lässt.



                ==



                Die Bürger der Ukraine helfen zu verstehen, dass Europa es mit einem Regime zu tun hat, das die Ukraine als unabhängigen Staat vernichten will & das Europa hasst.



                ==



                Klartext:



                Imperialismus, Krieg & Folter mit dem Vorwurf der Subjektivität zu verschleiern ist sinnlos.

      • @Yes:

        Der Kreml unter Gorbatschow ist nicht ansatzweise derselbe wie der unter Putin.

        Russland aus „Dankbarkeit“ entgegenzukommen, erscheint mir absurd. Vor allem, wenn man damit Polen, Litauen, Lettland, Estland, der Ukraine usw vor den Kopf stößt.

        • @Suryo:

          "Der Kreml unter Gorbatschow ist nicht ansatzweise derselbe wie der unter Putin."



          Und dafür ist auch das Auftreten des Westens als Sieger des Kalten Kriegs verantwortlich.

        • @Suryo:

          Entgegenkommen sollte man ihm vielleicht, weil eine „umfassende Niederlage“ unzählige weitere Menschenleben kosten wird und die Welt in Europa zudem noch erheblich unsicherer machen kann. Aus Dankbarkeit könnte man jedoch den Sachverhalt wenigstens richtig darstellen, anstatt das Land auch noch zu demütigen. Ich glaube zwar nicht, dass Ihr Beitrag Anlass für einen Weltkrieg liefern wird, aber dass Vorsicht mit Demütigungen geboten ist, weil sie grundsätzlich einen Weltkrieg enorm befördern können, sollte man in Deutschland schon wissen (Versaille, Eisenbahnwaggon => Führer). Polen, Litauen, Lettland und Estland (und übrigens auch Finnland) sind NATO-Mitglieder, die der Kreml nicht so ohne weiteres angreifen wird. Der Krieg in der Ukraine bindet erhebliche russische Ressourcen und es gibt von Russland weder direkte militärische Drohungen gegen die baltischen Staaten noch offensichtliche Vorbereitungen für einen Angriff auf NATO-Gebiet. Das sind bislang alles lediglich Modellphantasien offensichtlich rüstungsfreudiger Menschen. Und allein um den baltischen Staaten nicht vor den Kopf zu stoßen, sollte man ohnehin keine Menschenleben opfern.

          • @Yes:

            Sehen Sie, für mich lautet die Lehre der deutschen Geschichte nicht “Nie wieder Krieg”, sondern “nie wieder Faschismus”.

            Wie gesagt: das Dritte Reich wurde nicht durch Diplomatie besiegt.

  • Ein Artikel, der es auf den Punkt bringt. Bis zum heutigen Tag können die politischen Kräfte in Europa, auch die Grünen, keine realistische, glaubwürdige Strategie vorlegen, wie sie beabsichtigen den russischen Agressor zum Einlenken zu bewegen. Erst sollten die Sanktionen die russische Regierung in die Knie zwingen. Das schlug fehl, weil es keine Bereitschaft gabe, dafür eigene Opfer am eigenen Wohlstand hinzunehmen. Die Sanktionen zu schwach und zu langsam. Dann sollte die Ukraine so bewaffnet und geschützt werden, dass für die russische Armee ein weiterkommen aussichtslos ist, um Putin den Krieg auszutreiben. Die Unterstützung war und ist für die Ukraine zu viel zum sterben und zu wenig zum leben. Dieses grausame Spiel wird nun seit Jahren betrieben. Kein Plan, kein Konzept. Kriege gibt es nur ganz oder gar nicht.



    China verkündet, Russland wird diesen Krieg nicht verlieren. Sollte es noch irgend jemand geben in der Politik, der noch bei klarem Verstand ist, dann würde ich gerne einmal wissen, wie sich diese Leute vorstellen mit Krieg die russ. Regierung an den Verhandlungstisch zu zwingen.



    Waffenlieferungen als Akutmaßnahme, aber nicht als Lösung. Krieg ist politisches Versagen

    • @Stefan Muck:

      Was ist das glaubwürdige Konzept der Pazifisten?

      Jeder, der sagt, dass man mit Russland Frieden schließen kann, muss bitte erstmal rechtfertigen, wie er auf diese Idee kommt angesichts der Tatsache, dass Russland unbedingt Krieg will.

      • @Suryo:

        Nein. Rechtfertigen muss sich der, der sagt, dass man mit Gewalt zum Ziel kommt.

      • @Suryo:

        So kann man sich auch um Verantwortung drücken. Es sind nicht die Pazifisten, die die Politik bestimmen, es sind diejenigen, die an eine militärische Lösung glauben, die die Realität formen. Also ist es wohl nicht zu viel verlangt, dass diejenigen, die die Fakten schaffen, auch schlüssig darlegen, wie ihr Plan ist. Bitte keine Luftschlösser. Die Frage ist, wie soll das russ. Regime durch Sanktionen und (unzureichender) militärischer Unterstützung der Ukraine zum Einlenken gezwungen werden. Nach mehreren Jahren Krieg und einer langsam kollabierenden ukrainischen Armee, sollten doch diese Politikbefürworter*innen sich der Realität stellen. Natürlich lässt sich auch auf ein Wunder hoffen, aber ist das dann noch Politik? Es findet eine real planlose Politik statt und von den Kritikern der Diplomatie wird ein schlüsselfertiges Konzept verlangt, was die aktuell Handelnden für ihre Entscheidungen nicht einmal ansatzweise liefern können. Das es um ein Ende des Krieges gehen muss, dürfte wohl von keinem bestritten werden. Oder soll ich obige Äußerung so verstehen: Russland will Krieg, den können sie haben.



        Das ist leicht gesagt, wenn es um das Leben anderer Menschen geht.

        • @Stefan Muck:

          Schön wäre es, was Sie behaupten. Tatsächlich hat man die Ukraine immer nur so weit mit Waffen unterstützt, dass sie nicht gleich kapitulieren muss. Hätte man von Anfang an alles dafür getan, dass sie die Russen von ihrem Territorium vertreiben kann, wäre der Krieg ja vielleicht schon zu Ende und es müssten auch keine Ukrainer unter der Besatzung der russischen Faschisten leben.

          • @Suryo:

            @Suryo



            Hätte man den Ukrainern von Beginn an, nicht die Illusion von Hilfe gegeben, wäre schon längst Ruhe im Karton & einige Leben gerettet, oder ?

        • @Stefan Muck:

          Schwieriges Problem. Ab wann darf sich zu wehren Menschenleben kosten? Erinnert an den Sogan "lieber rot als tot" aus der Zeit des kalten Krieges.

          • @Piratenjäger:

            Der ja nicht per se falsch war.

      • @Suryo:

        Wie können wir noch mit den USA oder Israel zusammenarbeiten?



        Die USA, die sich seit Jahrzehnten einen Dreck ums Völkerrecht scheren, Israel, dass in Gaza immer noch Kreigsverbrechen begeht und zeigt, dass es nicht bereit ist, Frieden zu schließen.



        Die Maßstäbe sind einseitig verschoben.

        • @J_CGN:

          Keiner dieser Staaten ist eine direkte Bedrohung für uns. MAGA wird vorübergehen. Russland arbeitet aktiv an der Zerstörung unseres Landes.

          • @Suryo:

            Glauben Sie das echt? - Gut, bei uns liegt nicht genug Öl in der Erde um Onkel Donald richtig zu locken. - Aber wenn Zölle nicht mehr helfen sucht der vielleicht doch nach einer anderen Lösung, wenn die Germanen zu bockig rüberkommen... Nööö - derzeitist niemand so gefährlich für den Weltfrieden wie der Horrorclown aus Amerika...

            • @Der olle Onn:

              Ja, tatsächlich glaube ich das noch.

              Davon abgesehen: was ist denn nun ihre Meinung? Darf und soll man sich gegen jemanden wehren, der einen bedroht, oder nicht?

              Russland bedroht auch uns. Es wird sich nicht mit der Ukraine zufriedengeben. Die Ukraine kämpft nun mal auch für unsere Sicherheit.

  • Mensch sollte sich allerdings vor Augen halten, wie unglaublich stabil die Zeit des kalten Krieges in ihrer (gefühlten) Labilität und Volatilität doch war. Das bipolare Gleichgewicht des Schreckens erlaubte in seiner Übersichtlichkeit eine einfachere Sicht auf die Dinge, einen Pazifismus ohne hohen Preis. Die hochgerüsteten Mächte der Blöcke trugen ihre Dispute ihn Stellvertreterkriegen in der Peripherie aus, was weniger die Friedensbewegung denn Unterstützende verschiedener Befreiungsbewegungen interessierte. Der Atomkrieg als Schreckgespenst verband verschiedenste Bewegte und Linke in einer romantischen Bewegung, die eher Rüstung denn Krieg thematisierte.



    Insofern ist die Lage heute doch etwas anders, somit kann auch Politik andere Antworten bereithalten.

    • @Harmonie ist eine Strategie:

      In Breschnews Zeiten war die Sowjetunion mehr als saturiert, mit kleinen Afghanistan-Abenteuern, doch in Europa sehr deutlich. In Gorbatschows Zeiten war klar, dass "der" Russe aus absehbare Zeit nur zum Shopping kommen wollte. Ja, sogar seine Vorposten friedlich zu räumen wusste.



      Leider kam dann u.a. ein respektloses Ausplündern des Landes von innen wie außen. Das beraubte die neue Demokratie ihrer Kraft und ließ Raum für die eben nicht saturierte, frustriert-aggressive Phase mit Putin. Eine Fossil-Autokratie mit einer stark militaristischen Ausrichtung und Revisionswünschen mit offener Ansage, mit einer Propaganda zum Kriege, die sich selbst verstärkt, und einer Kriegswirtschaft. In diese Gesellschaft hineinzuwirken und Brücken zu bauen wird aktiv geblockt.



      In der Tat ist es heutzutage komplizierter.



      Den Versuch, zwischen Menschen Brücken zu bauen und auch die auf der "anderen" Seite nicht als Dämonen zu sehen, bleibt grundsätzlich hilfreich. Auch, nicht nur die Rüstungsbonzen zu mästen.



      Ich sehe zugleich hier wirklich Grund zur Sorge: Putin beginnt und führt regelmäßig Kriege, von moralischen Einwänden unbeeindruckt.

  • Welches sind die Motive der russischen Kriegführung? Wie entstehen sie von innen heraus?



    Was ist Russifizierung? Hat jemand von außen die Bestrebungen zu russifizieren, provoziert?



    In der Geschichte reicht dies sehr weit zurück:



    im de.wikipedia.org/wiki/Russifizierung bis 1690;



    Lesevorschläge:



    internationalepoli...totalitaeren-staat



    Sabine Adler 2024-02: „Überall in Russland gilt das Gesetz des Stärkeren“ www.herder.de/g-ge...tz-des-staerkeren/



    russlandverstehen....-einen-mafiastaat/



    Der Homo Sovieticus und der Zerfall des Sowjetimperiums. Jurij Levadas unliebsame Sozialdiagnosen zeithistorische-fo...gen.de/2-2013/4486



    Texte von Anna Schor-Tschudnowskaja: Bsp:



    «Wie ist es möglich, dass sie uns vernichten wollen?», fragen sich die Ukrainer. Aber die Russen verharren in Passivität. NZZ via archive.is/26ZER



    www.eurasiareview....of-today-analysis/

    In den Kritiken der Ukraine-Verteidigung lese ich oft Ungeduld.

  • "Die Gefahren einer einseitigen militärischen Außenpolitik werden von den Grünen so wenig diskutiert wie von CDU/CSU und Regierungs-SPD. Nicht die gescheiterte Chamberlain’sche Appeasement-Politik prägt die Geschichte, sondern die Katastrophen, zu denen ungebremste Aufrüstung und waffenstrotzende Nationen führten. Der Erste Weltkrieg ist Mahnung."



    Das sind falsche Behauptungen!



    Die Außenpolitik der BRD der letzten 20 Jahre ist zu einem kleinen Teil militärisch, sie ist gegenüber allen Angreifern und nach innen repressiven Regimen ständig vor allem beschwichtigend.



    Der zweite Schachtelsatz verpackt zwei Vorgänge, die Herr Bschor nicht richtig verständlich unterscheidet:



    er relativiert die furchtbaren Folgen der Appeasement-Jahre und nivelliert, welche Regime welche Aufrüstung betrieben. Einfach Plural. Dann zu schreiben "Der Erste Weltkrieg ist Mahnung" wirkt wie ein Glauben daran, dass die Briten schon Recht mit dem Appeasement hatten. Denn viele Politiker hatten damals das Bedürfnis den Vertrag von Versailles als Strafe gegen die Deutschen zu relativieren, zu entschärfen.



    Das sind alles auf heute bezogen Täter-Opfer-Umkehrungen.

    • @Land of plenty:

      Herr Bschor meint wahrscheinlich die Vorgeschichte des 1. Weltkriegs, nicht dessen Folgen.

  • Ergänzung zu meinem Beitrag: Ich möchte, dass Putin auch militärisch abwehren können. Unter Putin möchte ich nicht leben und auch nicht Putinsche Bomben und Drohnen auf Menschen hier erleben. Daneben braucht es eben Diplomatie. Wer beherrscht die? DIplomaten lernen das. Frau Baerbock war im Schnellverfahren Chefin des Aussenministeriums geworden, mit unzureichenden Voraussetzungen und mit dem nassforschen Glauben an Ansagepolitik. Dazu muss mann POTUS sein.

    • @ja wirklich?:

      Zum Nebenpunkt: Baerbock dürfte immer noch die einzige gewesen sein, die vor ihrem Amtsantritt Englisch bereits konnte und zumindest ein Jahr sich akademisch mit genau diesem Thema auseinandersetzte.



      Sorry, bitte keine Mythen.

      AA-Leitung ist politisch und kein Verwaltungsjob. Steinmeier gab entsprechend m.E. gar keine glückliche Figur ab, gerade in Richtung Osten, damals. Der schrilldeutsche Hr. Westerwelle auch nicht, obwohl er wenigstens ein paar Dinge politisch verstanden hatte.



      Nach vorne geschaut: Für die nächste Legislaturperiode hätte ich dabei übrigens gerne eine Person, die mindestens Englisch und Französisch kann, die zweite Sprache ist zentral geworden in unseren Zeiten. Die Werte und Sprache kann, mit den Engeln wie den Teufeln kann, ohne ins Verräterische zu gehen.



      Versöhnlich schließend: Baerbock hat ihre Rolle tatsächlich nicht ganz ausgefüllt, doch wohl deshalb, weil da Scholz bereits den good guy machte, statt den Boss.

  • Der Gastbeitrag geht am Thema vorbei. Das betrifft die Ukraine, sowie das mit der Ukraine verbundene Betrachten (Argumentieren) von Rüstung, Bewaffnung, Rüstungswirtschaft, Gefahrenabwehr - für das Herstellen von Waffen finden sich zahlreiche (Ausdrücke und) Gründe, bis hin zu strukturellem psychopathologischem Wahn. Ukraine: es ist allein Sache der dort lebenden, oder auch kämpfenden, wohl eher der staatsangehörigen, Menschen bzw der dortigen Willensbildung, wie mit dem Krieg umgegangen wird. Dort ist zu kämpfen und zu sterben, da das absolute Risiko, solange die Willensbildung dies verlangt und einzelne Menschen, sowie diese in ihrer Gesamtheit, dies mittragen und umsetzen. Sich, wer so will sein Land, oder die Familie, seine Lebensumstände, mit dem Risiko des eigenen Todes zu verteidigen ist eine höchstpersönliche, d. h. Menschen tief und allein persönlich betreffende, Sache. So ist auch die eigene Bewaffnung zu sehen. Wer in Bewaffnung einer Gesellschaft zB Wirtschaft sieht, der ist schlicht bescheu..rt. Wir bewaffnen uns, um uns zu erhalten, wenn gegen Aggressionen kein anderes Mittel mehr Erfolg verspricht.

  • Danke. Ihre Äußerung, Herr Bschor, hat mehr Substanz, mehr Differenziertheit und wirft mehr zukunftsweisende Fragen auf, als alle bisherigen Äußerungen von Politikern m/w/d von Bündnis 90 / Die Grünen. Ihre Ansätze und Schlußfolgerungen für eine Verteidigungspolitik kann man als Thesen für auszuarbeitende Strategien und deren Konkretisierung sofort Herrn Pistorius und aufrechten Menschen in der SPD zum Bearbeiten und Rum-Denken geben. Sie sind offenbar kein Nur-Politiker, sondern Ihre Erklärungen, Ihre Standpunkte erwachsen aus erfahrungsgetragenem professionell-gesellschaftlichem Engagement. In Berlin kann man zB seit der Psychiatrie-Enquête, seit dem Modellprogramm Psychiatrie, also seit etwa 40 Jahren, sehen, wie sozial-psychiatrische Arbeit in einer Großstadt sein kann. Mühsam, unzureichend immer noch. - Sie zeigen, dass Berufspolitiker im Sinne "Politik als Beruf" sich endgültig überlebt haben. Vgl. Amthor, Scheuer, ... Konsorten. In allen Parteien gibt es sie, die am BT Sessel und an allen anderen Sesseln kleben und nicht wissen, wie wirkliche, wie ungepamperte Menschen leben. Unter entsprechender Beton-Partei-Politik leiden wir. So auch in der Verteidigungspolitik.

  • Ich kann dem Autor nur zustimmen "Warum konnte die Bundeswehr mit bisher (bis 2022) bereits 50 Millariden Euro pro Jahr keine Sicherheit gewährleisten? " Gute Frage, da sollte Pistorius mal eine gute Antwort drauf geben.

    Ohne eine grundlegende Reform der Bw sind die ganzen "Investitionen" natürlich rausgeschmissenes Geld. Die Grünen haben aber, genau wie bei so vielen anderen Themengebieten wie Wirtschaft, Technologie oder Physik, leider auch keinerlei Ahnung vom Militär. Ich erinnere nur an Annalena´s "Tierpanzer", oje. Die sollten sich erstmal schlau machen - da kann Abstand vom Thema auch ein Vorteil sein, weil am nämlich nicht die Vorurteile und Eigeninteressen der bestehenden Strukturen mitnimmt. Aber, man muss unvoreingenommen und intellektuell gleichwertig oder überlegen sein, sein und da scheitern die Grünen natürlich sofort. So schlau wie sich sich das vorstellen sind halt Brantner, Hofreiter, Banasak usw nicht. Auch den Pazifismus mit den neuen Verhältnissen in Eninklang zu brigen ist schwierig, da musste ich an Aquin´s Theorie des ´gerechten Kriegs´denken. Kennen die Grünen diese Diskussion des frühen Christentums? Wohl nicht.

    • @Gerald Müller:

      Frühes Christentum? Das war Hochmittelalter.

    • @Gerald Müller:

      12.000 Menschen sind alleine im Beschaffungsamt beschäftigt bzw. bezahlt. Das ist als würde eine Firma mit 1000 Mitarbeitern eine Abteilung von 100 Leuten bezahlen, die sich mit dem Einkauf von Material beschäftigen.



      Dazu kommt, dass die kritsche Infrastruktur "Rüstungsindustrie" in privaten Händen ist, d.h. wir bezahlen für 10 Panzer ca. 12. Denn wir finanzieren die richtig fetten Gewinne/Dividenden/Boni statt nur die Produktonskosten zu zahlen.



      So kann man sehr sehr viel Geld an seine Buddies von der Rüstung schieben, ohne eine echte Leistung zu bekommen.

      Und auch gerne übersehen: Soldaten werden noch mehr privilegiert als Beamte. Sie zahlen keine Lohnnebenkosten (Krankenlasse etc.), sie bekommen wie Beamte nicht 48% ihres letzten Gehalts als Pension und müssen das noch versteuern wie wir, sondern 70+%. Selbstreden "arbeiten" sie auch nicht bis 67. Da kommen schon an Pensionen einige Milliarden jedes Jahr zusammen.

      • @Jalella:

        De bundeswehr kauft halt deutlich komplexere Ausrüstung als die meisten Firmen die Druckerschwärze und Klopapier in ausreichender Menge bestellen müssen.

  • In der SPD wird das übrigens sehr viel diskutiert und dafür wurde sie lange medial angegangen.

    Konkretes Beispiel: Scholz wurde jahrelang jede Woche nach dem Taurus gefragt und ihm wurde mangelnde Unterstützung für die Ukraine vorgeworfen, weil Taurus nicht kam.

    Merz hat jetzt auch Zugang zu den von Scholz angebrachten Geheimdienstinformationen und liefert ebenfalls nicht, weitgehend ohne irgendeine Aufregung in den Medien.

    • @SPD-Versteher:

      Eine rasche und wirksame Hilfe an die Ukraine hätte viele Dörfer und Städte wohl den russischen Schergen entzogen. Sich so einschüchtern zu lassen, wenn ein klarer Fall von Überfall vorlag, war sehr fraglich. Zumindest die Lufthoheit über der Ukraine rasch durchzusetzen war eine Option, die vielleicht nicht ausreichend genug geprüft wurde.



      Zugleich wurde ja auch kommuniziert, dass Taurus eine große Reichweite besitzt, was evtl. sogar bis Moskau reichen könnte. Und theoretisch auch anders bestückbar wäre. Ich verstehe auch diese Sorge etwas.

      Meine spekulative Hypothese bleibt eine ganz andere. Kohl hat vielleicht damals Gorbatschow vor Zeugen in die Hand versprochen, dass deutsche Waffen niemals in Moskau oder Russland einschlagen werden. Und das nicht eingeschränkt. Denn wir können uns zumindest vom Fossil-Russland absehbar abkoppeln und auch genügend Gegendruck aufbauen - das kann es nicht sein.

      • @Janix:

        Wie viele Taurus haben wir?



        Wie viele Taurus könnten wir davon abgeben?



        Wie lange würde eine Nachbestellung dauern?



        Wie viele der dafür benötigten speziellen Steuergeräte haben wir?



        Wer sollte Taurus und die speziellen Steuergeräte in der Ukraine bedienen?



        Was wäre, wenn eines dieser speziellen Steuergeräte in russische Hände fallen würde? Sensible Softwaredaten über unsere Systeme?



        Könnten ein paar wenige Taurus wirklich Gamechanger sein?



        Die ganze Taurusdiskussion ist konstruiert und sinnfrei!

        • @Ratio:

          Das war politische Reduktion auf ein Symbolding, um Scholz zu pieksen, um Mützenich eingebunden zu lassen, bzw. jeweiligen Gründen. Und wenn man 'Gamechanger' einsetzt, dann deutlicher und rascher hintereinander, bevor die Gegenseite Abwehrstrategien findet.

          Dass zumindest die USA anfangs in der Lage gewesen wären, den Luftraum der Ukraine abzuschotten, halte ich für wahrscheinlich. Damit fangen ja ihre Operation immer fast als erstes an. Wer ein anderes Land besetzen will, darf gerne auf Widerstand stoßen.

    • @SPD-Versteher:

      @ SPD-Versteher



      Zum Glück sind die Kriegstreiber aus der FDP zumindest erstmal außen vor. Nur datt Marie- Agnes Strack - Zimmermann hetzt noch wie irre...

      • @Alex_der_Wunderer:

        Die FDP treibt Krieg? Wusste ich ja noch gar nicht.



        Der alleinige Kriegstreiber sitzt im Kreml, denn er könnte seine Soldaten aus der Ukraine zurückpfeifen und damit Frieden schaffen. Will er aber nicht.

        • @_Mephisto_:

          @Mephisto



          Putin? Warum & wie, sollte er alleine Frieden schaffen ? Ein Waffenstillstand wäre noch längst kein Frieden.



          Putin ist zwar auch ein Imperalist, aber nicht so ein Kasperl wie Mr. USA.



          Leid können einem nur die Ukrainer in dieser unsäglichen Scharade tun.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Kriegstreiber wird mir zu vorschnell als Beleidigung benutzt.

        Hauptkriegstreiber ist Putin.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Dafür hetzt nahezu die gesamte russische Gesellschaft wie irre, der Kreml sowieso.

        Was sagen Sie eigentlich zu denen?

        Wer sich nur einmal mit der russischen Propaganda befasst, der sieht in Strack-Zimmermann nun wirklich nicht das Problem. Das Hindernis auf dem Weg zum Frieden sind nicht diejenigen im Westen, die Russland Widerstand leisten wollen.

        Es ist Russland, das unbedingt und wie rasend Krieg will.

        Und diejenigen im Westen, die es faktisch dabei unterstützen, in dem sie zB behaupten, es sei am Westen, Frieden zu machen.

        • @Suryo:

          @Suryo



          Ich bin ja kein parteiorganisierter Christ, sondern freier Humanist, darum heißt es bei mir auch nicht " Aug um Aug, Zahn um Zahn " . Also der Westen könnte sich auch etwas zurücknehmen , bezüglich seiner Allmachts-/ Erweiterungsphantasien. In Bezug dessen einmal JETZT Putin um Entschuldigung bitten und nicht warten bis sich etwaige Kriegsprofiteure den Rachen füllen werden. Dafür brauchen wir doch nun echt keine " Politiker " die ihre Bevölkerungen vor die Säue werfen, wenn's drauf' ankommt. Unsere Regierung macht sich zudem immernoch zum Steigbügelhalter von den USA, die mit Putin ihre Weltmachtpolik- Position ausfechten. Wollen / sollen wir da für diese zwei Imperialistischen Staaten unsere Köpfe hinhalten ? Wie blöd wäre denn so ein Begehren ?

      • @Alex_der_Wunderer:

        Insgesamt ist es um die Strack-Zimmermanns und Hofreiters ja etwas ruhiger geworden. Sie haben wohl erkannt, dass auch ein Friedrich Merz nur mit heißem Wasser kochen kann, was die Unterstützung der Ukraine betrifft. (Nur was Scholz seinerzeit zur Tugend seines Regierungshandelns erkoren hat, läuft bei Merz eher verdruckst unter der Hand.)



        Und die Rüstungslobbyistin Strack-Zimmermann hat ihre Schäfchen wohl im Trockenen, es läuft ja rund bei Rheinmetall. Dem Hofreiter Toni freilich würde man ob solcher Verdächtigungen bitter Unrecht tun - schliesslich ist er ein Überzeugungstäter. Authentisch bajuwarisch-emotional eben, Politik aus dem Bauch.

        • @Abdurchdiemitte:

          @Abdurchdiemitte



          Na ja, die Marie - Agnes ist doch ins Europaparlament abgewandelt...

        • @Abdurchdiemitte:

          Merz "kocht" eher nur mit warmer Luft.

  • Herzlichen Dank für diesen Artikel, der mir absolut aus der Seele spricht. Anders als fast alle in meinem üblichen Umfeld in Sachsen-Anhalt habe ich mehr als zwei Jahrzehnte fast durchgängig Grün gewählt - immer in der Hoffnung, dass diese Partei eines sonnigen Tages in diesem Land zum Besseren beitragen werde...



    Ich habe ihr nach einiger Bedenkzeit Herrn Fischer verziehen, diverse andere Verirrungen wie den verordneten Veggieday ebenso. - Aber was ist dabei herausgekommen? Baerbocks Gerede von feministischer Außenpolitik, ein eifernder, zu kurz gekommener Hofreiter, kaum etwas fürs Klima und der pure Verrat an den Intentionen der Gründer. Man hat sich zu einer Politik verschworen, die viele nicht einmal mittragen könnten - wenn sie das denn noch wollten. Ganz einfach deshalb nicht, weil sie deren Kosten und Konsequenzen immer mehr am eigenen Leibe spüren.



    Und ja - ich gehöre zur sogenannten Boomergeneration...

    • @Der olle Onn:

      Hofreiter ist wohl einer der Ökologischsten und hätte anders als Özdemir sein Ressort sofort verstanden gehabt.



      Außenpolitik darf gerne und muss wohl auch eine frauenorientierte Perspektive haben, und Baerbock hat u.a. den Pazifikraum entdeckt etc. Einen verordneten Veggieday, so wie die Springerpresse das aufblies, gab es niemals.

      Es sind die Armen, jetzige wie spätere Generationen, die die Kosten von menschengemachter Klimaveränderung tragen werden. Die Reichen bauen den dritten Pool in den großen Garten ein.



      Versöhnlich endend: Den Personenkult um J. Fischer fand ich stets unverständlich, auch wenn er einer der interessanteren Außenministers war.

      • @Janix:

        @Janix



        Wer war noch kurz vor Ausbruch des Spezialeinsatzes Russlands gegenüber der Ukraine, bei Putin ? War da nicht Frau Außenministerin BBaerbockkurz nach ihrem Amtsantritt, um Putin kurz mal zu unterrichten wie die Pläne nun in Deutschland und bald auf der Welt, bezüglich fossiler Energien aussehen werden und Russland schon mal Windkrafträder aufstellen kann ?

        • @Alex_der_Wunderer:

          Darauf, dass wir Fossil aus machtpolitischen wie ökologischen Gründen so schnell wie möglich beenden sollten, weil es bis auf sehr wenige Ausnahmen wirklich die Falschen sind, die wir damit für teures Geld mästen, darauf könnten wir uns einigen.



          Dann ist eine rechtbasierte Ordnung auch einfacher (vgl. Wight, Butterfield und die British School, die an der LSE schon vor 100 Jahren begann).



          Einmarschiert in die Ukraine, ein weiteres Mal, wie schon immer vor Wahlen bei anderen Fällen und anderwo, ist Putin, niemand anders, gegen Warnungen und bewusst. Ein Beispiel für die erwähnten Falschen.

  • Früher dachte ich, dass Pazifisten nur weltfremde Idealisten seien. Mittlerweile halte ich ein arrogantes Überlegenheitsgefühl für den eigentlichen Kern des Pazifismus.

    Die Idee dass man ein aggressives Gegenüber durch zur Schau gestellte Tugendhaftigkeit von seinem Tun abhalten kann, basiert doch auf der Annahme, dass man sich in einer Position der unverkennbaren moralisch-zivilisatorischen, aber auch machtfaktischen, Überlegenheit befindet, von der man dann großzügig Zugeständnisse machen kann - etwa so wie Erwachsene einem zornigen Kind Süßigkeiten reichen können um einen Konflikt beizulegen.

    Aber die außenpolitischen Machtverhältnisse sind nicht so.

    Von der Frage der Aufrichtigkeit dieses "Pazifismus" einmal abgesehen (siehe die Unterstützung der DDR-Behörden für den Pazifismus in Westdeutschland)



    Eine Kritik an der gewaltigen russischen Rüstungsindustrie habe von denen jedenfalls noch nie gehört....

    • @Chris McZott:

      Viele deutsche Pazifisten leben in einer Scheinwelt, welche noch immer aufbaut auf den alten Verhältnissen, sprich Schutzmacht USA und Abschreckung durch die NATO. Die Erkenntnis, dass Russland schon lange den Krieg gegen Europa ausgerufen hat ist bei denen noch gar nicht angekommen. Entsprechend wollen sie Frieden um jeden Preis, damit sie endlich wieder ihre Ruhe haben können in geordneten Verhältnissen. Was die Ukraine als Opfer will spielt hierbei eine untergeordnete Rolle.

      Pazifismus vom hohen Ross halt.

      • @Okti:

        Die meisten Militaristen leben in einer Scheinwelt überhöhter vermeintlicher Bedrohungen. Angstgetrieben.



        Für übertriebene ineefektive Rüstungsausgaben geben sie den Zusammenhalt der Gesellschaft auf. Soziale Errungenschaften sollen nicht mehr finanziert werden, für gute Bildung bleibt kein Platz. All das wird durch einen Zusammenschluss durch Feindbild ersetzt.



        Rüstung ist Umverteilung nach oben und absolut ineffektiv.

        • @J_CGN:

          Im Gegensatz zum Pazifismus, setzt der Militarismus allerdings nicht voraus, dass sich alle an die Spielregeln halten. Ein kleiner aber sehr gewichtiger Unterschied. Entsprechend ist das Gerede von Pazifismus in der heutigen Zivilisation nur möglich, wenn mensch von anderen "militaristischen" Mächten beschützt wird oder sich selbst schützen kann.

          Übrigens, die Finanzierung von Landesverteidigung muss auch nicht über Kürzungen in Sozial- oder Bildungspolitik laufen, aber das könnte man durchschauen.

          • @Okti:

            Nein, der Militarismus zerstört die Spielregeln.

        • @J_CGN:

          Ihr Kommentar zu angeblich übertriebenen Rüstungsaufgaben sieht mit Blick auf die heutigen "vermeintlichen" Bedrohungen durch Russland aber sehr schlecht aus. Über Jahrzehnte hat Deutschland das NATO-Ziel bei weitem verfehlt trotz aller Kritik aus den USA. Und heute hat man nicht mal genug Flugabwehrsysteme, um alle deutschen Großstädte vor Lang- und Mittelstreckenraketen zu schützen.

          Ein Projekt wie Sky Shield könnte noch Jahre dauern und hätte schon nach der Krim-Annektion auf den Weg gebracht werden müssen.

          • @_Mephisto_:

            "Und heute hat man nicht mal genug Flugabwehrsysteme, um alle deutschen Großstädte vor Lang- und Mittelstreckenraketen zu schützen."



            Was heißt "nicht mal"? Es war Teil des Prinzips der atomaren Abschreckung, dass das nicht möglich ist. Der einzige Staat der sei s Städte effektiv vor Raketen schützen kann, ist Israel.

    • @Chris McZott:

      Und ich frage mich, woher dieser ganze Furor gegen den Pazifismus herkommt, der sich in Ihrem Kommentar Bahn bricht (und nicht nur in Ihrem). Woher nehmen Sie die Erkenntnis, dass es ein „arrogantes Überlegenheitsgefühl“ sei, das den Überzeugungen von Pazifisten zugrundeliegt?



      Ich persönlich denke, dass Sie sich überhaupt noch nie mit irgendwelchen Pazifisten unterhalten haben, denn dann wüssten Sie, dass Pazifisten Kriegstreiberei und Rüstungswahn im Grundsätzlichen ablehnen, sehr wohl auch in Russland. (Es sei denn, Sie betrachten Sahra Wagenknecht als Pazifistin, aber dann lassen Sie sich versichert sein, dass Sie da etwas verwechseln.)



      Ihnen ist wahrscheinlich auch nicht bekannt, dass nicht wenige russische Pazifisten (aus politischen oder religiösen Gründen) für ihre Überzeugungen in Putins Gefängnissen schmachten oder zumindest große persönliche Risiken auf sich nehmen, um gegen den Krieg zu protestieren.



      en-wikipedia-org.t...hl=de&_x_tr_pto=rq

      • @Abdurchdiemitte:

        Meine Erkenntnis habe ich doch begründet.

        Es gibt Pazifisten in Russland die tatsächlich in ihrem "Kampf" gegen Putins Faschismus glaubwürdig sind.

        Ich sehe aber hier regelmäßig "Pazifisten" vor meinem Büro demonstrieren, die Friedenstauben-Folklore mit "Freundschaft mit Russland" - wohlgemerkt Putins militaristisches Russland !!! - verbinden. Die sehen die Moskauer Politik als gerechtfertigt an. Daran ist nichts glaubwürdig. Weder die Idee wie zukünftig Frieden erhalten bleiben soll, noch dass diese Leute keine russischen Proxys sind, für die die Welt umso besser ist, je mehr davon von Moskau aus regiert wird.

        • @Chris McZott:

          Die Leute, die vor Ihrem Büro herummarschieren und Sie ärgern, sind offensichtlich keine Pazifisten, sondern wahrscheinlich „Friedensfreunde“ vom BSW oder - schlimmer noch - die Putin-Stiefellecker von der AfD.



          Bevor ich Ihnen groß erkläre, was ich unter Pazifismus verstehe (wofür 1.200 Zeichen wahrscheinlich nicht ausreichen) verweise ich lieber auf Bertrand Russell, einer meiner politischen Vorbilder, der meine Haltung zu Krieg und Frieden maßgeblich prägte:



          www.deutschlandfun...-fuer-den-100.html



          Den pragmatischen Pazifismus Russells übersetze ich für die heutige Weltlage so, dass es notwendig ist, den Kampf der Ukrainer gegen die russische Aggression zu unterstützen.

        • @Chris McZott:

          Schon die DDR hat Teile der westdeutschen Friedensbewegung mit Millionenbeträgen finanziert und für Ihre Zwecke gelenkt. Beispiele sind die Deutsche Friedensunion und deren Mobilmachung gegen den NATO-Doppelbeschluss. Diese angeblichen Pazifisten sind also nichts Neues.

          • @_Mephisto_:

            Also, ich hätte ja gerne etwas Knete dafür bekommen, 1981 und 82 im Bonner Hofgarten mitgelatscht zu sein. 😉Nur habe ich nichts dafür bekommen - außer Anfeindungen von den NATO-Doppelbeschluss-Befürwortern (sogar den Schmidt-Anhängern in der SPD, der Partei, der ich damals nahestand). Es wurde seinerzeit schon genau der Vorwurf erhoben, den Sie jetzt bringen.



            Gerade gegenüber den damals noch „frischen“ Grünen, die ka auch eifrig in der Friedensbewegung mitmischten und zu jenen gehörten, die den Kontakt zu gleichgesinnten Pazifisten in der DDR suchten, ist der Vorwurf besonders infam. Aber auch gegenüber den vielen kirchlich orientierten Friedensbewegten.



            Es bleibt der Vorwurf der Naivität angesichts einer sich radikal verändernden Welt gegenüber den Teilen der Friedensbewegung, die nicht derAgenda Putins folgen und einen aufrichtigen Pazifismus vertreten (wie z.B. die Quäker oder viele buddhistische Gruppen).



            Allerdings ist mein Eindruck, dass viel von der Wut und den Verdächtigungen, die Pazifisten heute entgegenschlagen, daher kommt, dass sie daran erinnern, dass eine bessere Welt möglich ist und es noch andere Mittel als Gewalt gibt, dahin zu gelangen.

    • @Chris McZott:

      Nur verkennen sie dabei, dass gewöhnlich auch die Kriegstreiber*innen jedweder Couleur stets moralische Motive für ihr Handeln anführen ... Können sie auch bei Putin nachlesen.

      Schlussendlich würde wohl niemand Politiker*innen wählen die gänzlich ohne jede Moralethik für ein Amt kandidieren ... Wobei die Doppelmoral freilich dem Konkurrenzprinzip selbst innewohnt.

      Mit ihrer trivialen Herabwürdigung eine pazifistischen Moral scheint da nix gewonnen ... Sicher gibt es immer Menschen die von sich glauben selber im Besitz der einzig gültigen Moral zu sein. Ganz sicher auch manche nervige Pazifisten, wer aber hier pauschal alle über einen Kamm scheren will, macht sich mindestens ebenso verdächtig er*/sie* hielte die eigene moralische Einsicht für gleichermaßen unfehlbar....



      Zumindest kann ich ihren Kommentar nur so verstehen, denn hier wurde zurecht der Verrat einer tradierten moralischen Position der grünen Partei beklagt, wobei der Autor



      dann aber durchgängig sachlich argumentiert ohne moralsierend herumzuventilieren. Vor dieser sachlichen Argumentation sind sie mit ihrem verfehlten Kommentar voll eingeknickt.

      • @LuckyLulu :

        Sie haben meine Kritik nicht richtig erfasst. Mir geht es nicht um eine moralisierende Begründung für eine bestimmte Politik, sondern konkret um die grundlegende Idee des Pazifismus. Dieser führt nur dann zu einem stabilen System (Frieden) wenn entweder alle gleichzeitig auf diese Idee kommen oder der pazifistische Akteur durch seine Position eine Vorbildwirkung auf andere erzeugen kann. Ersteres ist unwahrscheinlich und zweiteres reine Hybris.

        "Nur verkennen sie dabei, dass gewöhnlich auch die Kriegstreiber*innen jedweder Couleur stets moralische Motive für ihr Handeln anführen ... Können sie auch bei Putin nachlesen." - Stimmt aber diese führen sicher keine (radikal) pazifistische Weltanschauung für einen Angriffskrieg an. Das wäre selbst solchen Zynikern (und offenen Militaristen!) zu albern - "Seht, ich bin gegen die Existenz jeglichen Militärs...daher lasse ich jetzt unsere glorreiche Armee unser Nachbarland angreifen" ;)

        • @Chris McZott:

          Wie möchten Sie denn zu einer friedlichen Lösung kommen? Durch einen Sieg, der alle Ihre Forderungen durchdrücken kann? Viel Glück!



          Ja, es ist schwierig mit Pazifismus zu Frieden zu kommen, aber mit Militarismus kommt man nicht aus dem Krieg raus.



          Sie scheinen Frieden nicht wirklich wert zu schätzen. Ohne lang anhaltenden Frieden in England und der Schweiz hätte die industrielle Revolution dort nicht angefangen. Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands fand während der langen Friedenszeiten vor und nach den Weltkriegen statt. Diese durch Militarismus selbstverursachten Kriege haben Deutschland und Europa stark zurückgeworfen, sodass danach die (größtenteils) unverwüsteten USA und UdSSR das Weltgeschehen dank ihrer wirtschaftlichen Aktivität dominierten. Frieden ist so essenziell für das Leben der Menschen und für die technischen Anlagen, die wir für unseren Wohlstand brauchen, dass ich mir dieses in den Dreck ziehen von Pazifismus - also den (inter-) gesellschaftlichen Kampf für friedliche Lösungen - verbitte.



          Staaten sollten lieber gegenseitig ihre pazifistischen Gruppen unterstützen als Milliarden in (potenzielle) Kriege und Zerstörung zu stecken.

  • Sie haben absolut Recht in Ihrer Beschreibung. Bis heute werden Menschen diffamiert und diskreditiert, die sich dafür einsetzen, dass es schon längst Bemühungen um Frieden hätte geben sollen. China einbeziehen, Angebote anderer Länder zur Vermittlung nutzen, von Maximalforderungen und immer wieder Ankündigungen, die Ukraine in die NATO aufnehmen zu wollen ablassen.. Das hätte schon vor 4 Jahren beginnen sollen. Statt dessen freut man sich darüber, dass die Ukraine " für unsere Freiheit" kämpft! Geht es noch perfider??Hybris!

    • @Haberwu:

      Warum sollte China mit einbezogen werden? Die lachen doch darüber und werden still und heimlich die neue Weltmacht.



      Welches Interesse sollte China denn an einer freien Ukraine haben? Jetzt bin ich mal gespannt…

    • @Haberwu:

      Die Maximalforderungen erhebt Russland. Alles, was die Ukraine will, ist, dass der eigentlich selbstverständliche Zustand wieder hergestellt wird, nämlich ein Russland in den Grenzen Russlands und die Souveränität der Ukraine.

      Sie scheinen zu glauben, dass Russland „eigentlich auch nur Frieden“ will und dass es nur des richtigen Angebotes bedarf, damit es Frieden gibt. Was veranlasst Sie zu dieser Annahme? Nichts deutet in der Realität darauf hin. Russland ist nicht einmal zu einem kleinen Waffenstillstand bereit, um wenigstens pro forma ein Mindestmaß an gutem Willen zu demonstrieren. Wie kann man das eigentlich abstreiten?

  • Ich in kein Grünen-Mitglied aber Sympathisant und fast Stammwähler - war auch KdV und kann die Enttäuschung gut verstehen.

    Wir sollten nicht unsere Politiker und Parteien verantwortlich machen für eine extrem komplexe, widersprüchliche Situation unsicheren Bündnissen und öffentlichen Drohungen mit Atomwaffen.

    So den großen Plan hat bei uns keiner, obwohl der von Putin auch öffentlich bekannt ist: Zurück zur UdSSR in den alten Grenzen.

    Ehrlich sind wir doch total zurückgeworfen in die Zeit der grossen imperialistischen Eroberungen und globalen Machtspiele und da finden wir und unsere Politiker sich nicht zurecht.

    Das ist auch gut so, sonst hätten wir die nicht gewählt.

  • Erstmal müsste man definieren was verteidigt werden soll. Da fallen mir konkret Menschenrechte, Völkerrecht und Demokratie ein. Kann mir irgendjemand erklären wie das in einem Militärbündnis funktionieren soll, das von einem Staat angeführt wird, der genau diese Werte versucht abzuschaffen? Wie man an den USA sieht sind die Rechtsextremisten im eigenen Land aktuell die größte Gefahr, danach kommt die Gefahr durch Rechtsextremisten die in anderen Ländern die Regierung übernommen haben. Rüstet Europa auf und gewinnen die Rechtsextremen hätte man historisch betrachtet die Vorarbeit für sie erledigt. Unterdessen wartet Deutschland derzeit auf F-35 Jets aus den USA, baut LNG-Terminals und die CSU findet Orban gut.

    • @Klobrille:

      Ich stimme Ihnen zu. Um Ihre Frage zu beantworten: Militärbündnisse schützen technisch gesehen Staaten und nicht Werte. Dass die NATO behaupten konnte, für diese Werte zu stehen, ist jetzt leider wieder vorbei. Die USA möchten die NATO als Verteidiger der neuen, wieder explizit ausbeuterischen hyperkapitalistischen Weltordnung haben. Die CDU als Marionette der Wirtschaftsverbände ist unglücklich, dass sie ihr christliches Menschenbild nun vollständig wegwerfen muss, aber sie folgt ohne zu zögern dem Kapital, sei es auch noch so unverschämt. Trump hat entschieden, dass Soft Power ihn nicht interessiert, und mit der von seinen Leuten vorangetriebenen Entdemokratisierung des Westens, verliert sie auch objektiv ihre Macht.

      Eigentlich ist das Gebot der Stunde internationaler Antiimperialusmus zusammen mit dem globalen Süden und den verbliebenen demokratischen Staaten mit Gewissen. Uneigentlich haben wir unsere internationale Glaubwürdigkeit schon für israelische Waffensysteme mit dem Billigen völkermörderischer Bestrebungen verspielt. Selbst Teile der linken Opposition sind in den letzten Jahren international unglaubwürdig geworden. Wir spielen also im Team Böse.

    • @Klobrille:

      Menschenrechte, Völkerrecht und Demokratie sind nicht konkret.

      Werte allgemein nicht.

      Wenn jemand mir Bomben auf das Dach schmeißt und mich mit Drohnen killen will, wünsche ich mir, dass da jemand ist, der die Drohnen und die Bomben unschädlich macht.

      Dazu darf er dann meinetwegen auch umgekehrt Drohnen und Bomben zum Absender schicken.

      Das würde ich erweitern auf meine Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn etc.

      Das ist konkret definiert, was ich verteidigt sehen möchte.

      Dazu soll derjenige auch die entsprechenden Waffen haben.

      Dass das mit den USA als Bündnispartner nicht mehr zuverlässig funktioniert, hat sich rumgesprochen.

      Deshalb gibt es die Aufrüstung, die der Autor kritisiert.

      Rüstet Europa nicht auf und die Rechtsextremen gewinnen, hat man historisch ebenfalls die Vorarbeit für sie geleistet.

      Weil die uns dann noch leichter an die ausländischen Rechtsextremisten verkaufen können.

      Die werden dann genügend Waffen mitbringen, um zu unterdrücken.

    • @Klobrille:

      Seit Grönland ist unklar wer die Nato anführt. Tatsache ist das Natostaaten sich mit Ihrer Haltung zum Völkerrecht durchgesetzt haben - ob das so bleibt -- bleibt abzuwarten.



      ==



      Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis - nicht mehr und nicht weniger - eine Vielzahl von Staaten haben sich zusammen geschlossen um einen Angriff auf Sie abzuwehren - siehe Aktivitäten der Natostaaten in der Ostsee, in der Cybersicherheit, im Bereich Terror- und Spionageabwehr.



      ==



      Die Verteidugung Europas zu stoppen wäre ein Signal an Imperialisten zuzuschlagen - diese werden Abrüstung als Einladung zum Angriff verstehen - das ist die Realität im Jahr 2026 und folgende--wollen Sie das?



      ==



      Untersuchen Sie bitte den Rechtsextremismus in den 27 Natostaaten. Das Rechtsextremisnus in Europa ein Problem ist - in diesem Punkt haben sie Recht.



      ==



      Aber wollen Sie tatsächlich den Rechtsextremisten Vorschub leisten indem sie vorab die Flinte ins Korn werfen?



      ==



      Schauen sie sich als Beispiel bitte die Niederlande an um abzuschecken wie stark Rechtsextremismus tatsächlich ist.

      • @zartbitter:

        Ich würde mir dazu noch die Gründe anschauen, weshalb der Rechtsextremismus in den Niederlanden so exorbitant gestiegen ist…



        Wenn man das nicht möchte, sollte man vielleicht auch daran arbeiten.

    • @Klobrille:

      Stimmt, die Zustände hier in Europa und in den USA lassen Russland als Paradies von Freiheit, Sozialstaat und Respekt vor dem Individuum und seinen Rechten erscheinen... [\Ironie]

      Ein wesentliches Problem, das mit der "sinnlosen" Aufrüstung bekämpft wird, ist ja gerade, dass die USA in der Tat aktuell nicht den Eindruck erwecken, für Europa einen Finger krumm machen zu wollen. Wenn der Unterschied zwischen Krieg und Frieden daran hängt, wie groß Wladimir Putin die Bereitschaft Donald Trumps einschätzt, den Europäern im Fall der Fälle zur Seite zu springen, dann wird Frieden zusehends unwahrscheinlicher. Also tut Europa gut daran, weitere Gründe zu schaffen, warum Putin sich keine Schwachheiten einbilden sollte - sobald möglich auch gern ohne F-35.

      Was unsere Rechten mit dem Militärapparat machen würden, wenn sie an die Macht kämen, steht auf einem anderen Blatt. Aber ganz klar kommt ihr Aufwind aber nicht daher, dass die Menschen das Gefühl haben, ihr jeweiliges Heimatland sei auch so schon stark und für zukünftige Sorgen gewappnet. Alles, was dieses Gefühl wieder aufleben lässt, ist daher auch ein Schlag gegen Rechts.

      • @Normalo:

        Die Diskussionen über „Krieg und Frieden“ kranken oft daran, dass sich die bellizistischen und pazifistischen Standpunkte oft unversöhnlich gegenüberstehen. So als ob es nichts dazwischen gäbe.



        Als Klaus v. Dohnanyi schon lange vor dem russischen Überfall auf die Ukraine über den Ausbau einer eigenständigen europäischen Sicherheitsarchitektur (ohne die USA) sinnierte, wurde das von den überzeugten Transatlantikern noch spöttisch abgetan. Jetzt haben wir eine Situation, in der genau dieses zwingend erforderlich wird.



        Wenn ich v. Dohnanyi richtig verstanden habe, beruht das Konzept der europäischen Sicherheitsarchitektur auf zwei Säulen: Verteidigungsfähigkeit (was in der aktuellen prekären Situation nun mal leider auch die Bereitschaft zur Aufrüstung beinhaltet) UND Diplomatie, mit der Perspektive, Russland auf Dauer in diese europäische Friedensordnung (wieder) einzubinden.



        Grundsätzlich hat sich an der Notwendigkeit dieser Perspektive auf lange Sicht nichts geändert.



        Ich plädiere hier für einen pragmatischen Pazifismus, der den derzeitigen (leider suboptimalen) geopolitischen Realitäten Rechnung tragen muss.

        • @Abdurchdiemitte:

          "Ich plädiere hier für einen pragmatischen Pazifismus,"

          Ich letztlich auch - und für mich bedeutet das halt, den wahren Bellizisten die Stirn zu bieten (bzw. sich in die Lage zu versetzen, das auch effektiv zu tun). Und da gilt eben, dass Diplomatie immer ihren Platz hat, aber für akzeptable Ergebnisse auch Gegengewichte braucht, mit denen sie arbeiten kann.

          V. Dohnany wurde vor allem deshalb verlacht, weil für die Ausgaben, die zur Verwirklichung seiner Idee notwendig gewesen wären, mangels einer greifbaren Bedrohung niemand die Hand gehoben hätte. Denn Jeder, der das getan hätte, hätte auch gleich sein politisches Testament machen können. Das war nunmal die demokratische Stimmungslage - damals. Da standen die Zeichen auch noch auf Annäherung.

          • @Normalo:

            Der Umstand, dass direkte Verhandlungen mit Putin derzeit unmöglich sind, bedeutet ja nicht, dass man diplomatisch nicht „über Bande“ spielen kann, um wenigstens zu versuchen, Russland außenpolitisch zu isolieren und im Ukraine-Krieg zum Einlenken zu zwingen. (Wobei ich nicht davon ausgehe, dass hier ein die Ukraine zufrieden stellendes Ergebnis - Abzug Russlands aus den besetzten Gebieten - zu erreichen ist.) Wegen dem amtierenden POTUS haben sich die Voraussetzungen dafür natürlich nochmals verschlechtert, aber es ist doch nicht so, dass Europa hier vollkommen handlungsunfähig wäre. Das nur zur Ergänzung, weil auch die Rolle Europas bzw. dessen diplomatische Einflussmöglichkeiten auf internationaler Ebene oft herunter geredet werden.



            Und ja, wenn ich argumentiere, eine europäische Friedensordnung OHNE Russland ist dauerhaft nicht vorstellbar, so ist diese Überlegung allein den (nicht zu verändernden) geopolitischen Verhältnissen geschuldet und nicht irgendwelchen romantisierenden - und brandgefährlichen! - Fantasien von deutsch-russischer Freundschaft oder gar Wesensverwandtschaft. Das auszuschließen sind wir schon unseren polnischen Nachbarn schuldig.

            • @Abdurchdiemitte:

              Ich denke, das kann ich Alles auch so unterschreiben. Und was Sie zum Thema "Diplomatischer Druck über Bande" schreiben, findet erkennbar auch längst nach Kräften statt. Nur ist eben Europa auch über Bande nicht allmächtig - zumal nicht, wenn allein mit China und Indien ein Drittel der Weltbevölkerung einem russlandfreundlichen Kurs folgt. Dort und auch in vielen anderen Teilen der Welt wird Putins Krieg eher als Gelegenheit gesehen, sich seine Unterstützung teuer abkaufen zu lassen, und durchaus auch als willkommene Auflehnung gegen eine vom "Westen" dominierte Weltordnung - einschließlich der von unserem Kulturkreis erfundenen und dem Rest der Welt oktroyierten "universellen" Werte und Regeln, auf denen sie basiert. Wir lernen gerade, dass die jedenfalls nicht SO absolut sind, dass ihre grobe Verletzung eine absolute Solidarität hervorriefe (wohl AUCH unserer immer wieder selbstgegönnten Doppelmoral geschuldet).

              Was bleibt, ist ein durchaus endliche Menge an Handlungsoptionen, deren bestmögliche Nutzung man sicher einfordern kann. Dass das nicht immer die "schönsten" (=maximal idealistischen) Alternativen nach oben spült, sind wir uns einig, denke ich.

  • Bei einem aufmerksam Verfolgen der sicher verfügbaren Nachrichten wäre der Autor vielleicht zu anderen Ergebnissen gekommen. Natürlich ist es schwer, diese brutal geänderte Realität anzuerkennen, trotzdem finde ich sehr sehr billig, wie hier argumentiert wird. Ein kleines aber sehr konkretes Beispiel sind die erwähnten 5 % Rüstungshaushalt, bei denen man schon wissen und sagen sollte, dass 1,5 % davon für zivile Infrastruktur wie Autobahnbrücken und Schienennetz eingesetzt werden. Das Ganze war einer dieser Kompromisse, die in der gegebenen Dilemma-Situation notwendig wurden.



    Natürlich ist die Situation scheußlich und man darf sich eine andere wünschen. Aber deshalb Leute zu diskreditieren, die in der Gegenwart lernen und sich angemessen verhalten, ist eher Panne.

  • Vielen Dank an den Autor. Spricht mir aus der Seele, aber sehr viel gekonnter.

  • ""Außenminister wie Genscher hätten vermutlich rastlos in der Welt nach Auswegen (..) gesucht.""



    ====



    Was an Scholz, Macron, Hollande und bei Merkel anders gewesen sein soll als bei den von Ihnen unterstellten Verhandlungs-bemühungen von Genscher beschreiben sie leider nicht.



    =



    Die Bemühungen westlicher Politiker 2022 am langen Tisch in Moskau verschweigen Sie? Minsk I und II verschweigen Sie gleichfalls - neben dem Bruch der Waffenstillstands-vereinbarungen durch Russland? Und warum verschweigen Sie Northstream II als letzte Patrone im Gürtel von Angela Merkel einen Krieg zu vermeiden?



    =



    Ansonsten: Realtät schlägt Fiktion immer & überall:



    Geschner warnte davor, Realitäten zu verkennen. Der frühere Außenminister Genscher kritisiert den Zustand der Bundeswehr scharf. Es sei hilfreich, wenn die Flugzeuge auch wirklich fliegen können und die Verteidigungsbereitschaft nicht nur auf dem Papier suggeriert werde, erklärte ehemalig der Aussenpolitiker.



    =



    Zuletzt waren vielfältige Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr bekannt geworden.



    =



    Klartext: Genscher wusste das Verhandlungsstärke nur funktioniert wenn sie nicht nur auf dem Papier steht sondern auch als Panzer in der Garage.

    • @zartbitter:

      Naja, Sie verschweigen hier nun auch allerhand. Gerade bezüglich Minsk und der Verstöße gegen das Abkommen.

      • @Schleicher:

        Sie meinen, dass Minsk II durch die Angriffe auf Debalzewe bereits nach wenigen Tagen durch russische Militärs gebrochen wurde?

        • @gehtdichnüschtan:

          Wohl eher, dass auch Kijiv sich nicht an Minsk II gehalten hat. Ein Waffenstillstandsabkommen wird auch durch eine Verletzung nicht obsolet. Sonst könnte man sich das von vornherein sparen.

  • Der Kommentar benennt natürlich eine Menge Schwachpunkte der bisherigen Ukraine-Politik und wirft Jenen nicht zu Unrecht Blauäugigkeit vor, die Putins Entschlossenheit und die die inhärente Fähigkeit einer funktionierenden Diktatur unteschätzen, wirklich alle Ressourcen auf ein Ziel zu konzentrieren. Aber leider kommt dann als Alternative nur die eigene blauäugige Weltsicht zum Vorschein.

    Mal von der Ironie abgesehen, ausgerechnet ein Jahr vor Inthronisierung der rot-grünen Regierung Schröder/Fischer als Pazifist in die Grünen eingetreten zu sein: Nicht nur SIE wissen, dass Putin einen langen Atem hat, ER weiß es noch viel besser. Deshalb ist er bis heute keiner Verhandlungsinitiative auch nur einen Schritt entgegengekommen. Er ist immer schon überzeugt gewesen, dass sein Feldzug ein Erfolg sein wird - und weitere folgen werden. Das einzige Ziel, dass er seit Februar 2022 abgeschrieben haben dürfte, ist die vollständige Einnahme der Ukraine in DIESEM Krieg (aber auch heute gilt für ihn, dass aufgeschoben nicht aufgehoben ist). Und der Grund dafür war rein militärisch.

    "Einfach VERHANDELN!" hilft da nicht. Genschers Zeit war eine, wo niemand wirklich Krieg wollte. Putin will ihn.

    • @Normalo:

      >Genschers Zeit war eine, wo niemand wirklich Krieg wollte. Putin will ihn.<

      Das ist der Punkt. Putin braucht den Krieg. Ohne Krieg müsste er erklären, was die militärische Spezialoperation gebracht hat: Millionen Tote, Stärkung der Nato, Dezimierung von Militärgerät, Abhängigkeit von China, Verlust des Ansehens, Armut der Bevölkerung.

      Putins Machterhalt funktioniert nur bei Fortdauer des Kriegs. Wie Grüne zu Verhandlungen stehen ist völlig egal.

      • @A. Müllermilch:

        >Genschers Zeit war eine, wo niemand wirklich Krieg wollte. Putin will ihn.<



        Deshalb hat er auch beim Jugoslawienkonflikt versagt.

    • @Normalo:

      Ich befürchte, es ist nicht "Putin will ihn" sondern mehr "Putin braucht ihn".

      • @Algernoon:

        Kann man indirekt so sehen. Was er braucht, ist die Verwirklichung von Großmachtsansprüchen. Er hätte die Ukraine sicher auch - und weit lieber - genommen, ohne dafür einen Schuss abzugeben. Nur wollte die halt partout nicht, also will er dann doch lieber den Krieg.

  • Nein, die AfD stellt nicht das "Primat des Militärischen infrage". Siehe das Papier "Streitkraft Bundeswehr" des AK Verteidigung der AfD. Die AfD lässt nur Pistolius und Co vorgehen, weil ihr deren Militarismus vorerst reicht und sie derweil als lügnerische "Friedenspartei" auf Stimmenfang gehen kann



    Endfassung-SK-Bundeswehr-26.06.pdf share.google/zq13z6kwKc3m8T94C

  • Die Wahrnehmung ist geschichtsvergessen. Hätte Großbritannien gegen Hitler nicht in Windeseile nachgerüstet, dann wäre der Weltkrieg natürlich nicht ausgeblieben. Dafür wäre aber Großbritannien wahrscheinlich für viele Jahrzehnte faschistisch geworden wie Spanien.

    • @hedele:

      In Spanien war es das eigene Militär, das den Faschismus an die Macht gebracht hat.

    • @hedele:

      Immer diese Hitler Vergleiche. Die sind schon eher Geschichtsvergessen.

      • @Schleicher:

        Hitler-Vergleiche sind im Zusammenhang mit dieser Kommentarspalte 'geschichtsvergessen' - warum? Bitte um Antwort - Ihre Aussage interessiert mich wirklich.

        • @TerryX:

          Zum einen, weil diese ewige Hitlerisierung unterkomplex ist. Zum anderen weil es die Fakten nicht trifft.

      • @Schleicher:

        Er war ein 🐷 und wird als solches immer in Erinnerung bleiben und damit nicht von der Geschichte vergessen.

      • @Schleicher:

        Nö, find ich in diesem Fall nicht.

  • Ich nur hoffen, das diese Diskussion bei den Grünen ausführlich geführt wird und diese teilweise fast Kriegstreiberei (Anton Hofreiter) beendet wird. Wir sind eben nicht auf dem Schulhof!

    • @Kay Brockmann:

      Kriegstreiberei betreibt nur der Kreml. Wenn Putin seine marodierenden Soldaten zurückbeordert, wäre Friede.



      Also mal wieder ein Framing-Versuch gegen die Grünen.

  • Ich habe 1975 den Kriegsdienst verweigert, weil ich der damaligen Erzählung der sowjetischen Bedrohung misstraute. Die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion offenbar gewordene russische Haltung, militärische Gewalt direkt oder indirekt einzusetzen zur Wiedererlangung alter Weltmacht-Glorie hat mich ent-täuscht. Und anders als anscheinend einige meiner Zeitgenossen habe ich nach vielen Jahren Auslandserfahrung inzwischen gelernt, das wir in Europa bei allen Mängeln doch sehr viel zu verteidigen haben!

    • @Karsten Hofmann:

      "Die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion offenbar gewordene russische Haltung, militärische Gewalt direkt oder indirekt einzusetzen zur Wiedererlangung alter Weltmacht-Glorie hat mich ent-täuscht."



      Das tun andere doch auch.

    • @Karsten Hofmann:

      Das imperialistische und faschistische Regime in Russland hat andere Ziele als die UdSSR. Es gibt diverse Belege, die darauf hinweisen, dass es keine Pläne für einen Angriffskrieg der UdSSR in Europa gab. Die Öffnung der polnischen Archive hat da zwar einiges an Unmenschlichkeit an den Tag gebracht (u.a. Atombomben auf viele deutsche Großstädte) in der Frühphase eines Konflikts), aber der Konflikt sollte nicht von der UdSSR begonnen werden.



      Bei Putins Russland hingegen ist sehr klar, dass die Wiederherstellung der geopolitischen Lage von vor 1998 angestrebt wird. Hat Putin selbst schriftlich dargelegt.



      Das dies auf friedlichem Wege nicht zu erreichen ist, ist völlig klar.

      • @Kaboom:

        "Die Öffnung der polnischen Archive hat da zwar einiges an Unmenschlichkeit an den Tag gebracht (u.a. Atombomben auf viele deutsche Großstädte) in der Frühphase eines Konflikts)"



        Das war umgekehrt auch NATO-Strategie. Die französischen Atomwaffen wsren auf Ziele in Mittwleuropa gerichtet.

    • @Karsten Hofmann:

      Nunja. It‘s your Törn. But.



      Situationsverweigerer •



      War damals etliche Jährchen - auch - als



      KDV-Richter zB in Westfälisch Sibirien unterwegs.



      Das obige hätte ich Ihnen solchenfalls vorgehalten.



      (entre nous only - einfach mal sacken lassen)

  • Dass die Ukraine den Krieg nicht gewinnen hätte können oder kann stimmt nicht. Tatsächlich stand die russische Front im Herbst 2022 kurz vor dem Zusammenbruch. Mit entschlosseneren, früheren Waffenlieferungen (Scholz hat ja die Lieferung von Kampf und Schützrnpanzern extrem verzögert) hätte die Ukraine Russland wahrscheinlich an in dieser Situation an den Verhandlungstisch zwingen können. Dann gab es den Putschversuch von Prigoshin und auch andere Putin Kritiker in Russland hätten diese Niederlage von Putin ausgenutzt. Der Machtaparrat wäre mindestens ins Wanken geraten.

    • @schnarchnase:

      "Mit entschlosseneren, früheren Waffenlieferungen (Scholz hat ja die Lieferung von Kampf und Schützrnpanzern extrem verzögert) hätte die Ukraine Russland wahrscheinlich an in dieser Situation an den Verhandlungstisch zwingen können"



      Wollte man das denn?

  • Ich habe 1980 den Kriegsdienst verweigert, würde es immer noch tun. Heute würde ich aber zusätzlich sagen, dass ich dieses Land nicht verteidigen würde.

    • @Johann63:

      Ich glaube, der wichtigste Grund, dass Leute nicht gewillt sind, die Freiheit zu verteidigen, ist, dass sie nie in Unfreiheit gelebt haben.

      • @Kaboom:

        Es geht nicht um die Verteidigung von Freiheit.

      • @Kaboom:

        Warum sollte ich die Freiheit, von Ihnen beschimpft zu werden, verteidigen wollen?

    • @Johann63:

      Gibt es ein Land, dass Sie verteidigen würden?

    • @Johann63:

      Und da wundern sich die Leute, warum die Menschen den Sozialstaat abschaffen wollen. Warum sollte man auch Solidarisch sein, andere sind es ja auch nicht...

      • @Walterismus:

        Diese mangelnde Solidarität ist auch ein Grund nicht mit dem Leben für die Quandts und Co. einstehen zu wollen.

      • @Walterismus:

        Tolle Idee, Sozialhilfe nur, wenn Dienst an der Waffe.

      • @Walterismus:

        Wieso gehen Sie davon aus, dass Johann63 vom Amt lebt?

        • @Dr. McSchreck:

          Für die Logik dieses Kommentars muss man nicht davon ausgehen, dass Johann63 vom Amt lebt.

          Gesellschaftliche Solidarität drückt sich sowohl im Sozialstaat als auch in der Verteidigungsbereitschaft aus.

          • @rero:

            Deshalb hat 1914 die SPD den Kriegskrediten zugestimmt.

          • @rero:

            Einfach Nein. Solidarität ist ungefähr das Gegenteil davon, für ein Land zu sterben.

        • @Dr. McSchreck:

          Ob sie vom Amt lebt, ist unerheblich. Sie ist unsolidarsich. Und da kann man niemand anderem vorwerfen, dass er - in anderen Fällen - ebenfalls unsolidarisch ist und sich für eine Kürzung bspw. des Bürgergelds einsetzt.

        • @Dr. McSchreck:

          Darum geht es doch gar nicht. Linke fordern immer von allen Solidarität, aber selbst lebt man Solidarität nur dort wo es ideologisch passt.

          • @charly_paganini:

            Danke allen Antwortenden. Jetzt verstehe ich den Gedanken und kann ihm etwas abgewinnen.

        • @Dr. McSchreck:

          Geht er nicht, Solidarität ist hier das Stichwort.....

      • @Walterismus:

        Da wunderst sich niemand, weil das eine mit dem andern nichts zu tun hat. Konflikte mit Gewalt lösen zu wollen hat nichts mit Solidarität zu tun.

        • @Kay Brockmann:

          Andere nicht zu schützen, auch mit Gewalt, wenn man die Möglichkeit dazu hat aber auch nicht.

  • Wie wäre es mit dem Angebot kriegsfähigen Russen und deren Familien oder gar Deserteuren Asyl zu gewähren? Russland so richtig ausbluten lassen, ganz ohne Waffen!



    .



    In der ganzen EU so richtig Kohle investieren in den Umbau der Energiewirtschaft und damit Russland Kriegskasse leeren?



    .



    Parallel dazu Verhandlungen auch mit Abgabe von Gebieten an den Agressor, wenn dafür Truppen im Rest der Ukraine stationiert werden dürfen.

    Damit auch Russland zu Zusagen bereit ist muss natürlich auch der Druck erhöht werden.



    Mit einer glaubhaften Koalition der Willigen drohen, die sonst Waffen für hunderte Milliaden $ aus den USA kauft und liefert, ohne eine Produktion in Europa hochzufahren.

    Und dazu noch nach Wegen suchen Russland endlich von Gütern abzuschneiden, die für die Herstellung von Waffen von zentraler Bedeutung sind. Selbst deutsche Firmen liefern dafür noch immer über Umwege wissentlich Komponenten!!!!

    • @sociajizzm:

      Glauben Sie ernsthaft, die "kriegsfähigen Russen" wollen alle zu uns?

      Schauen Sie sich die Dokumentationen über Deutschland und den Westen im russischen Fernsehen an und dann sagen Sie uns, ob Sie in so ein Land emigrieren wollen.

  • "Kritik an einer auf militärische Eskalation setzenden Ukraine-Politik birgt die Gefahr, als Putinfreund verunglimpft zu werden." 🙄

    - Ich empfehle Ihnen dringend mal eine Bildungsreise ins kalte und dunkle Kiew ! Vielleicht merken Sie dann ja mal, wer hier alleinig auf militärische und kriegsverbrecherische Eskalation setzt.



    Bisher hoffte ich, an sowas glauben nur die JüngerInnen des Beharrlich Stalinistischen Weltbildes...

    "Dieses einzufordern, verkennt nicht nur die Kapazitätsgrenzen von Rüstungsindustrie, ukrainischer Armee und Geberländern, sondern insbesondere das Reaktionspotenzial und die Ressourcen der Putin-Diktatur."

    Klar die wirtschaftliche Supermacht Russland ( mit dem BIP von Italien ) ist der vereinten EU, Kanada und Australien etc. natürlich wirtschaftlich hoffnungslos unterlegen... 🤣🤣🤣

    Wenn Putin Frieden will, braucht es keine Verhandlungen, er kann den Terror einfach und sofort beenden. Dass er den Terror und die Kriegsverbrechen auch während der Verhandlungen immer weiter eskaliert und nicht einmal zu einem Waffenstillstand bereit ist, beweist, dass er KEINERLEI Friedenswillen hat.



    Das könnte man nach fast 4 Jahren eigentlich langsam verstanden haben...

    • @Gerald Stolten:

      Ihre Argumentation ist die andere Seite der "Putin will nicht verhandeln"-Methode der Kritikabwehr. Selbstverständlich kann er den Krieg nicht einfach so beenden, das ist ein bewusstes Ausblenden der Ziele, die Russland (ja es gibt nicht nur Putin) verfolgt und die man für diplomatische Bemühungen erstmal zur Kenntnis nehmen könnte. Und natürlich will auch Putin Frieden, wenn er diese Zielr erreicht hat. Diskursive Augenwischerei die nur zu immer mehr Aufrüstung führt, wie der Artikel zurecht argumentiert.

      • @Moralapostbote:

        "Und natürlich will auch Putin Frieden, wenn er diese Zielr erreicht hat. "

        Jeder kann nachlesen, was die Ziele Putins sind. Und dass sich diese Ziele nicht auf die Ukraine beschränken.

      • @Moralapostbote:

        Und wieder einer von der Fraktion "Geht dem Putin doch, was er will, dann wird er schon Ruhe geben". Gerade wenn man die Ziele Putins, die Sie so schön in "Ziele Russlands" verwandeln, zur Kenntnis nimmt, sollte man möglichst dafür sorgen, dass er sie nicht erreicht. Denn der Appetit kommt beim Essen, und weitere "Ziele Russlands" werden folgen!

  • ""Warum konnte die Bundeswehr mit bisher (bis 2022) bereits 50 Millariden Euro pro Jahr keine Sicherheit gewährleisten?""



    ==



    Im Verteidigungshaushalt 2021 (50 Milliarden) sind die Betriebsausgaben mit rund 25,8 Milliarden Euro (54,9 Prozent) der größte Posten. Dazu gehören Personalausgaben, Ausgaben für Materialerhaltung sowie sonstige Betriebsausgaben – etwa Bewirtschaftung der Liegenschaften, Betriebsstoff, Geschäftsbedarf. Die Personalkosten sind mit 13,2 Milliarden Euro der größte Posten bei den Betriebsausgaben, gefolgt von "sonstigen Betriebsausgaben" (8,02 Milliarden Euro).

    Das bedeutet:



    Da Amerika aus der Verteidigung Europas aussteigt und der Bundeswehr die notwendige Hard - & Software fehlt um sich verteidigen zu können ist es logisch das die restlichen 20 Milliarden nicht ausreichen um auch nur den Mindestbedarf decken zu können.

    Hinzu kommt:



    Russland stärkt seine militärischen Fähigkeiten. Die russischen Rüstungsbetriebe produzieren dort bereits mehr Waffensysteme und Munition, als die Streitkräfte für den Angriffskrieg gegen die Ukraine benötigen..

    Klartext:



    Die Bundesrepublik hat seit 1990 die militärischen Möglichkeiten abgebaut. -

    • @zartbitter:

      Die russischen sind aber auch weit entfernt von denen des Warschauer Pakts.

  • Weil immer so gerne der Nationalsozialismus herangezogen wird: hätten die BrittenFranzi Franzosen -wie eigentlich vertraglich zugesichert - beim Überfall auf Polen im Westen losgeschlagen, wer weiß, vielleicht wäre der Welt viel Leid erspart geblieben. Und so sehe ich das auch in der Ukraine. Hätte man Putin und seinen Proxys in der Ostukraine 2014 unter Druck gesetzt, dann hätte das alles bestimmt anderes ausgesehen. So gab es northstream 2 als Geschenk dazu.



    Jetzt wieder einen schlanken Fuß zu machen würde Putin signalisieren das er noch mehr bekommen kann, er muß nur schwer genug draufschlagen. Und auch in Fernost sieht man das sich die Unterstützung westlicher Demokratien endlich und rhetorisch ist.

  • Wenn ich das so lese, ist es für die Grünen vermutlich besser nun um ein Mitglied ärmer zu sein. Gibt andere Parteien die diesen Positionen näher stehen, allen voran die am Ende benannten.

  • Ich kann dem Autor fast gänzlich zustimmen, nur mit dem Unterschied, dass ich 1998 das letzte Mal die Grünen gewählt habe. Bei den Entgegnungen im Kommentarteil scheinen mir oft zwei Dinge miteinander vermischt zu werden. Das eine ist die Haltung zum Krieg in der Ukraine selbst. Da kann man m.E. - anders als der Autor - die Ansicht vertreten, dass Waffenlieferungen in größerem Ausmaß sinnvoll sind, selbst wenn sie den Krieg verlängern. Um letzlich doch den Status Quo Ante wiederherzustellen und deutlich zu machen, dass gewaltsame Grenzverschiebungen nicht gehen. Ich teile diese Ansicht so nicht, aber ich verstehe, dass man sie vertreten kann, ohne eine grundsätzlich antimilitaristische Haltung aufzugeben.

    Etwas anderes ist m.E. aber die weit darüber hinaus gehende Aufrüstungs- und Kriegsertüchtigungswelle, der der räumlich (und hoffentlich auch zeitlich) begrenzte Ukrainekrieg nur als Vorwand dient. Solcher "Zeitenwende" müsste eine antimilitaristische und sozial verantwortliche Kraft sich in jedem Fall entgegenstellen, ganz gleich wie die Haltung zu temporären Waffenlieferungen ist. Zumal angesichts der (auch finanziellen) Herausforderungen im Bereich Gesundheit, Pflege etc.

    • @Kohlrabi:

      "Kriegsertüchtigungswelle, der der (...) Ukrainekrieg nur als Vorwand dient."



      Der Ukrainekrieg ist tatsächlich nur der Auslöser. Es bleibt allerdings auch das Problem, dass auch bei einem theoretisch sofortigen Ende desselben Russland als potenziell kriegsbereiter Nachbar bestehen bleibt. Dem ist Rechnung zu tragen. Was sehen Sie darüber hinaus an militärischen Zielen und Wünschen in der Eurozone?

      • @Encantado:

        Derzeit sehe ich noch keine konkreten europäischen Ziele, die militärisch angestrebt werden. (Obwohl ich es zumindest irritierend finde, wenn eine deutsche Fregatte durch die Straße von Formosa fährt, wo sie m.E. nicht hingehört.) Durch die Aufrüstung wird aber ein militärisch-industrieller Komplex geschaffen, der zukünftig gefüttert sein will ... mit Aufträgen und wenn nötig auch mit Konflikten. Die Anschaffung eines großen Hammers legt nahe, jegliches Problem zu einem Nagel zu definieren. Im besonderen geht die Kriegsvorbereitung mit einer geopolitischen Sicht einher, wonach Russland sozusagen ein säkularer Feind sei, mit dem eine Verständigung auch in der Zukunft nicht nötig ist. Kooperative Signale aus Moskau (ggf. nach Putin) werden so leicht überhört werden, auch absichtlich überhört werden. Und schließlich steht das Ausmaß der per Zeitenwende mobilisierten Haushaltsmittel in keinem Verhältnis zu den begrenzten realen militärischen, politischen und ökonomischen Potenzialen Russlands. Da wird m.E. wirklich ein Schreckgespenst konstruiert.

        • @Kohlrabi:

          "Durch die Aufrüstung wird aber ein militärisch-industrieller Komplex geschaffen, der zukünftig gefüttert sein will ..."



          Das ist nun wahrlich reinste Spökekiekerei. Als 1990 ff. die sowjetische/russische Bedrohung wegfiel, wurde im Westen Europas massiv abgerüstet (die sog. "Friedensdividende").



          Die "kooperativen Signale" aus Russland sind mir bislang entgangen, vielleicht wissen Sie ja mehr. Und zu glauben, nach Putin werde alles besser und leichter und man könnte mit Russland wieder ruhigere Fahrwässer ansteuern, könnte eine Illusion sein taz.de/Andrey-Gurk...Russland/!6100152/

  • RIP Antje Vollmer



    Antje Vollmer:



    Was ich noch zu sagen hätte



    Vermächtnis einer Pazifistin



    www.antje-vollmer....aechtnis%20PDF.pdf

    • @Ratio:

      Ich kann gerade nicht feststellen von wann der Text ist. Aber der dort angeschlagene, verständnisvolle Russland-/Putin-Ton ist HEUTE, in Anbetracht dessen, daß Russland mangels sonstiger Potenz nur noch gegen die ukrainische Zivilbevölkerung vorgeht, im Winter Strom- und Heizungsversorgungen zerstört und gezielt und geplant Senioren, Frauen und Kinder dem Erfrierungstod aussetzt, zynisch.

      Ich war auch mein Leben lang Pazifist, aber dieser Text ist ein Kommentar aus dem Elfenbeinturm. Erdung würde nicht schaden

      • @Josef 123:

        Der Text wurde wenige Wochen vor ihrem Tod im März 2023 verfasst.

    • @Ratio:

      Danke für den Link! Selten so eine Bankrotterklärung gelesen...

      • @DemianBronsky:

        Evangelische Kirchentagsprosa.

        • @Querbeet:

          Ah, daher diese Nächstenliebe... Sehr selektiv zwar, Lufküsse zum Kreml sendend und mit üblichen Relativierungen aber doch immerhin Nächstenliebe... Ick kann gar nicht soviel fressen... sagte Max Liebermann mal so treffend.

  • "Bei den letzten Wahlen legten Linke, AfD und BSW zu, also jene Parteien, die das Primat des Militärischen infrage stellen..."

    Diese Parteien gestehen bestimmten Staaten das Recht zu, nach Belieben andere Staaten mit Krieg zu überziehen...

    • @Chris McZott:

      @ Chris MC Zott



      Tatsächlich ?



      Woraus schließen Sie so eine Einstellung bei den humanistischen Linken ?

      • @Alex_der_Wunderer:

        Asu der Rhetorik der dieser "humanistischen Linken": Letztlich war die - insbesondere bei der großen SW selbst - immer von einer Verklärung der russischen Aggression geprägt. Getragen wurde die ereknnbar von der Grundüberzeugung, dass zur Wahrung des Friedens in Europa Russland eigentlich eine "Pufferzone zum Westen" zustehe - und deren militärische Herstellung eine Art legitime ultima ratio darstelle, wenn der Westen die Frechheit besitzt, denen die Hand zu reichen, die sich gegen den Vasallenstatus wehren und Moskau den Rücken kehren.

        Dass sie damit diesen Staaten implizit das Recht auf Souveränität absprechen, wird nur nicht so an die große Glocke gehängt. Vielleicht war ihnen diese gewaltige Einschränkung auch - zumindest teilweise - nicht bewusst, da Moskautreue für sie unterbewusst immer noch ein Normalzustand ist...

        Es gibt KEINEN Hinweis darauf, dass die Osterweiterung der Nato jemals gegen Russlands territoriale Integrität gerichtet war. Was sie natürlich - und im Zweifel nicht unbeabsichtigt - mit sich brachte, war eine Schwächung von Moskaus Möglichkeit, sich gegenüber seinen "abtrünnigen" Nachbarn weiter als übermächtiger Hegemon aufzuspielen."

        • @Normalo:

          Ich halte schon den Begriff "Osterweiterung " für Desinformation. Klingt danach, als sei die NATO die treibende Kraft der Entwicklung gewesen.



          Real wollten allerdings diverse Länder, die unter der Knute der Sowjetunion gewesen waren, in Kenntnis der aggressiven Natur der russischen Politik der einzigen Organisation beitreten, die Schutz vor Russland bietet.



          Dem wurde seitens der NATO entsprochen. Und guckt man sich heute an, dass in Europa in allen Ländern, die nicht der NATO angehören (abgesehen von der Schweiz), russische Truppen stehen, war die Einschätzung der o.g. Länder absolut korrekt.

          • @Kaboom:

            Wie kommen dann Staaten wie Montenegro, Nordmazedonien und Albanien in die Nato? Und welche russischen Truppen stehen in Serbien, Irand oder Österreich?

  • Eine Prise Realität



    =



    Putin und andere Kremlbeamte haben wiederholt bekräftigt, dass der Kreml an seinen ursprünglichen Kriegsforderungen festhält und seine Ziele militärisch erreichen will, falls dies auf diplomatischem Wege nicht möglich ist.



    =



    Kremlbeamte haben im Rahmen von Verhandlungen, darunter nach dem US-russischen Gipfeltreffen in Alaska im August 25 und den jüngsten trilateralen Gesprächen in Abu Dhabi vom 23. /24. 1. , oft ihr Bekenntnis zu Russlands Forderungen betont.



    =



    Seit Trump sein Amt antrat und im Sommer/Herbst 25 begann, den New-START-Vertrag für diese Bemühungen zu nutzen, versucht der Kreml, die Aussicht auf verbesserte bilaterale Beziehungen zwischen den USA--RU zu nutzen, um die USA von ihren Ukraine-Bemühungen abzulenken.



    =



    Putin möchte die USA zu Zugeständnissen an RU - Forderungen zur Ukraine zu bewegen, im Gegenzug für verbesserte Beziehungen zwischen den USA--RU und um die USA zu drängen, den Friedensprozess in der Ukraine ohne Abschluss einer Friedensvereinbarung zu belassen um den Krieg



    fortsetzen zu können.



    =



    Klartext : Aber warum möchte Bschor die Bundesrepublik in einem Zustand der Verteidigungsunfähigkeit belassen?

    • @zartbitter:

      Will er doch gar nicht.

  • Ein erfrischender kämpferischer Text, der bei den Grünen leider nicht mehr diskussionsfähig ist. Ich denke da an die einsamen Friedenskämpfer aus der Eifel bei den Parteitagen Grünen. Sie stellten als einsame Warner die Hochrüstung infrage, auch weil in Ihrem Kreis die Atomwaffen lagern. Erstschlagsziel! Doch ihre Anträge wurden niedergestimmt, sie als Exoten bestaunt.

    Da die UNO aufgrund Trumps Politik erodiert, erscheint der Einsatz dieser Waffen wieder möglich. Doch kein Diskurs dazu bei den Grünen, die davon profitieren, dass kritische Intellektuelle wie Bschor keinen Widerhall bei den Grünen und den Medien finden, wo es von den immer gleichen "Experten" nur so wimmelt.

    Die Grünen stimmten in der EU gegen Mercosur. Dieser Fehler dürfe nicht mehr passieren kasteien sie sich. In Punkto Mercosur wollen sie laut Brantner "nicht mehr auf jedes Komma achten", was nichts anderes heißt, als das die Grünen neben dem Pfeiler Friedenspolitik auch den Pfeiler Umweltpolitik zum Globalen Süden einreißen.



    Der Kollaps des Regenwaldes durch mehr Sojaanbau schert sie nicht! Stattdessen Geopolitik und Wachstumspolitik pur. Diskurs über die Grenzen des Wachstums passe. Nach mir die Sinnflut!

    • @Lindenberg:

      "...Die Grünen stimmten in der EU gegen Mercosur. Dieser Fehler dürfe nicht mehr passieren kasteien sie sich. In Punkto Mercosur wollen sie laut Brantner "nicht mehr auf jedes Komma achten", was nichts anderes heißt, als das die Grünen neben dem Pfeiler Friedenspolitik auch den Pfeiler Umweltpolitik zum Globalen Süden einreißen..."







      Tja, so ist das mit den Grünen.







      Üben sie Kritik an Teilen des Mercosurabkommens, kriegen sie einen auf den Deckel, weil sie die Brandmauer einreißen. Wenn sie hinterher einen taktischen Fehler bedauern, kriegen sie einen auf den Deckel, weil Ihnen der Kollaps des Regenwaldes egal ist.







      Wollen sie die Energiewende voranbringen, sind sie der Sargnagel der deutschen Wirtschaft, wird Flüssiggas gekauft, um die Winterversorgung nach Kriegsbeginn zu sichern, haben sie sich von ihren Umweltzielen verabschiedet.







      Überdenken sie angesichts des russischen Angriffskrieges und durchgedrehten Amis ihre antimilitaristische Haltung, sind sie Kriegstreiber. Wenn Putin die Ukraine komplett überrollen sollte, werden die Grünen wohl auch daran Schuld sein.

      • @Sisone:

        Muss mich korrigieren. Die EU-Grünen stimmten nicht gegen Merkosur, wollen das Abkommen durch den Europäischen Gerichtshof überprüfen lassen, was bei der Grünenspitze zu aufgeregten Flattern mit allen Flügeln führte, antstatt cool darauf zur verweisen, dass der Kollaps der Regenwaldes droht und der Globale Süden durch das Abkommen ärmer wird.

        Aufgrund der unsinnigen Brandmauerdiskussion wird deutlich: die Grünenspitze kasteit sich für nichts, weil sie unbedingt in der Mitte die Macht sucht, anstatt deutlich zu machen: wir sind die Ökopartei in Deuschland und machen bei der Neoliberalisierung des Globalen Südens durch ein Freihandelsabkommen nicht mit!

        Stattdessen Gier auf die Bodenschätze in Südamerika. Kritik an Menschenrechten, Landraub landen im Kleingedruckten, denn die neue Devise der Grünen heißt: Geopolitik!



        Wäre die Linke intelligent, würde sie die offene Flanke der Grünen iin der Umweltpolitik zu Merkosur erkennen. Schließlich gibt es bei der Linken Tausende von neuen Mitgliedern, die nicht dem Status Quo hinterherhecheln wie bei den Grünen.



        Der Rücktritt von Paul in NRW : der klassische Fall einer Karrieristin, wie es sie zu Hauf bei den Grünen gibt!

        • @Lindenberg:

          Die Grünen gehen bis heute fälschlicherweise davon aus, dass sich die Grundhaltung von weiten Teilen der Konservativen gegenüber der Partei in den letzten 30 Jahren verändert hat. DAS ist das Problem.

      • @Sisone:

        Die scharfe Kritik an den Grünen resultiert weniger aus sachlicher Analyse als daraus, dass ihnen ihre eigene Doppelmoral vorgehalten wird. Auf der einen Seite predigen sie Umwelt-, Friedens- und Klimapolitik; auf der anderen Seite lassen sie diese Prinzipien regelmäßig zugunsten von taktischen oder geopolitischen Kompromissen zurück. Mercosur‑Abstimmungen, Flüssiggasimporte oder das Abwägen militärischer Unterstützung zeigen: Anspruch und Praxis klaffen auseinander. Wer das öffentlich kritisiert, wird schnell als „gegen die Grünen“ abgestempelt – dabei ist es gerade die Unfähigkeit, moralische Konsistenz durchgehend umzusetzen, die Kritik provoziert.

      • @Sisone:

        Tja würden die Grünen nicht regelmäßig mit überbordendem Moralismus und Empörung agieren, dann würde Ihnen an Schuldzuweisung erspart bleiben. So machen Sie sich halt regelmäßig mit Doppelmoral angreifbar.

        Wären die Grünen nicht so extrem empört, wenn die CDU einen eigenen Antrag mithilfe von AfD Stimmen durchsetzt, dann wäre ihnen das zb. jetzt nicht auf die Füße gefallen.

        Die Grünen sind selten Schuld, sie sind aber die Könige der Doppelmoral und daher zurecht oft das Ziel von Häme und Kritik!

  • Die entscheidende Frage kann niemand beantworten, alle glauben irgendetwas.



    Und diese Frage lautet, ob man Putin dazu bewegen kann, den Vernichtungskrieg gegen die Ukraine zu beenden.



    Meiner Ansicht nach gibt es dafür keinerlei Hinweise. Russland hat kein einziges Zugeständnis gemacht, keine einzige seiner zu Beginn des Überfalls dargelegten Positionen geändert.



    Desweiteren ist die Frage zu stellen, was Vereinbarungen mit Putins Russland wert sind. Guckt man sich das Budapester Memorandum an, kann man eigentlich nur zu einem Schluss kommen: Gar nichts.



    Und ein IMO relevanter Faktor in diesem Kontext wird nie diskutiert: Wenn der Krieg gegen die Ukraine enden würde, würden hunderttausende russische Soldaten nach Russland und in ein ziviles Leben zurückkehren, und die Wahrheit erzählen. Diese Zahl ist selbst für einen Diktator wie Putin nicht zu kontrollieren.

    • @Kaboom:

      "Wenn der Krieg gegen die Ukraine enden würde, würden hunderttausende russische Soldaten nach Russland und in ein ziviles Leben zurückkehren, und die Wahrheit erzählen. Diese Zahl ist selbst für einen Diktator wie Putin nicht zu kontrollieren."

      Wie kommen Sie darauf? Die iranischen Schlächter können sich ja auch gegen rund 80-90% der Bevölkerung mit oher Gewalt behaupten.

      Auch in Russland gibt es faktisch keine Opposition. 2tstärkste Partei sind die Kommunisten, also auch UDSSR Nostalgiker.

      Gerade unter jungen Menschen werden die meisten die Propaganda bereits jetzt nicht glauben.

      Und in den Krieg ziehen die Menschen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, da wird mit ordentlich viel Geld gelockt!

      • @sociajizzm:

        "Die iranischen Schlächter können sich ja auch gegen rund 80-90%"

        Die iranischen Schlächter haben eine andere Art der Diktatur. In einer Theokratie funktioniert der Unterdrückungs-Mechanismus anders als im Faschismus.

        "Auch in Russland gibt es faktisch keine Opposition. "

        Es geht nicht um Wahlen oder um Opposition. Es geht um die Narrative des Regimes. Man hat den Soldaten erzählt, dass sie von der ukrainischen Bevölkerung als Befreier gesehen würden. Dass der Krieg schnell vorbei sei. etc. pp.



        Oder kurz: Alles, was man den Russen über den Krieg erzählt hat, ist eine Lüge. Das gesamte Gebäude stürzt ein, wenn der Krieg zu Ende ist.

        "Und in den Krieg ziehen die Menschen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, da wird mit ordentlich viel Geld gelockt!"

        Das sind nicht die Narrative, mit denen Putins Propaganda-Tröten den Russen die Notwendigkeit des Krieges erklärt haben.

        • @Kaboom:

          "Alles, was man den Russen über den Krieg erzählt hat, ist eine Lüge. Das gesamte Gebäude stürzt ein, wenn der Krieg zu Ende ist."



          Das mag schon sein. Ich gehe allerdings davon aus, dass die Russen auch derzeit schon nicht so propagandagläubig sind wie sie in der Öffentlichkeit tun. Was also soll daraus folgen?

          • @Encantado:

            Gucken Sie sich mal das hier an

            www.youtube.com/watch?v=mP12RsF2YZ0

            Sowas gibt's zehntausendfach im Netz. Zeigt sehr schön, was bei einer 100-%igen Kontrolle der Medien alles möglich ist.

            • @Kaboom:

              Also was? Glauben Sie an eine startende Revolution, nach der alles eitel Sonnenschein ist? Worauf wollen Sie hinaus?

            • @Kaboom:

              100% Kontrolle des Fernsehens.



              .



              Das Internet ermöglicht weiterhin freien Zugang zu Informationen vor allem durch VPNs



              .



              Natürlich gibt es auch jede Menge Desinformation durch Bots und staatliche Propaganda Russlands auch im Netz, aber keine 💯 Kontrolle.



              .



              Aktuell will man den Zugang zu WhatsApp, Telegramm und co einschränken und eine eigenen Messenger-Dienst erschaffen



              Anrufe funktionieren über diese bereits teilweise nicht mehr



              .



              Und was ist der genaue Unterschied, zwischen einer faschistischen Theokratie, die über Menschen herrscht mehrheitlich nicht einmal den Glauben teilen und einer faschistischen Diktatur, die über Menschen herrscht welche die Ideologie mehrheitlich nicht teilen?



              .



              Oder geht es darum das Russland, auf dem Papier zumindest, demokratischer ist Iran? Ich würde sagen: "noch".



              .



              Und das Narrativ über den Ukrainekrieg hat sich längst geändert. Da geht's nicht mehr um Befreiung, sondern um Auslöschung eines Landes, das gar nicht existiert!

  • "75 Jahre deutscher Politik der militärischen Zurückhaltung unter der Maxime „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ – die mit einer langen Friedenszeit einherging"

    Frieden für wen? In Europa war Stabilität durch kalten Krieg und klar definierte Machtblöcke. Wobei das heute im Nachgang wie die schöne Friedenszeit wirkt, damals hatten alle Angst vorm Atomkrieg.

  • Aus exakt gegenteiligen Gründen denke ich ebenfalls über einen Austritt bei den Grünen nach, weil deren Unterstützungsarbeit für die Ukraine m.E. viel zu gering ist. Wer den Widerstand als zwecklos darstellt und den Sieg Russlands als sicher ansieht, ist der russischen Propaganda schon voll auf dem Leim gegangen. Der Widerstand der Ulraine verlängert auch nicht das Leid. Manchmal ist Besatzung schlimmer als Krieg. Fragen Sie mal unsere europäischen Nachbarn. Warum sind die Länder, die bereits russische Besatzung und Krieg erlebt haben, diejenigen, die sich am wehrhaftesten geben?



    Die Gleichung "mehr Waffen = mehr Krieg" ist ähnlich falsch wie "Wandel durch Handel".



    Dass Sie die pazifistischen Wurzeln der Grünen aus den 80ern vermissen, wundert mich ein wenig, da es damit -kurz nach ihrem Eintritt- mit der Unterstützung des NATO-Einsatzes gegen Serbien im Grunde vorbei war. Völkermord ist halt schlimmer als Krieg. Seitdem wähle ich die Partei und bin ihr wenig später beigetreten. Dass sich darin heute immer noch 80er-Jahre-Pazifisten tummeln, nervt mich sehr. Ihren Austritt halte ich für richtig und arg verspätet.

    • @KaosKatte:

      "Warum sind die Länder, die bereits russische Besatzung und Krieg erlebt haben, diejenigen, die sich am wehrhaftesten geben?"



      Ungarn?

    • @KaosKatte:

      Ein politisches Angebot für Kriegsbefürwortung und Aufrüstung unter moralisch-progressiver Begründung scheint eben nachgefragt zu sein.

  • Der Autor macht viele Worte um Dinge, die nicht neu sind.



    Aber kein einziges, mit dem er eine brauchbare Alternative aufzeigt.



    Mir kommt es so vor, als hätte dieser Text besser direkt an die Partei geschickt werden sollen. So ist es nur Meckern.



    Man könnte auch sagen, dass manche Leute einfach stehen bleiben und nicht sehen, dass sich die Welt verändert hat.



    Ich frage mich auch, ob er den Text schon vor Grönland-Trump-Ansinnen geschrieben hat? Wenn nicht, wenn also mit dem Wissen, dann klingt es mir einfach ziemlich naiv, was er schreibt.

  • Was wie so oft in den aufrüstungskritischen Beiträgen fehlt, ist ein Lösungsansatz ohne Aufrüstung, der die globalen politischen Realitäten berücksichtigt.

    Putin sagt offen, dass er Europa in Duginscher Denkweise russisch sieht.

    Trump agiert mit militärischer Gewalt wo immer er möchte.

    Verhandlungsbereit sind die modernen Autokraten nur, wenn ihre Maximalforderungen akzeptiert werden.

    Wie also umgehen mit dieser neuen globalen politischen Lage?

    Ob Ansätze aus den 70ern hier weiterhelfen bzw. es sinnvoll ist, die Augen vor der Realität zu verschließen und zu hoffen, dass das schon alles irgendwie wieder anders wird, wage ich zu bezweifeln.

    Es ist unbenommen, dass sich jeder Frieden wünscht, egal wo und so schnell wie möglich. Dafür aber die Welt den Autokraten zum Fraß vorzuwerfen wird am Ende das Töten nicht beenden. Im Gegenteil.

    Pazifismus funktioniert leider nur, wenn alle mitmachen und ist deshalb eine Utopie.

    • @Gnutellabrot Merz:

      Im Gegenteil - was so oft in den aufrüstungs-befürwortenden Beiträgen fehlt, ist ein damit verbundener Lösungsansatz.



      Die Fälle, in denen Auf- und Wettrüsten historisch zu Frieden geführt haben sind erwiesenermaßen die absoluten Ausnahmen.



      In den meisten Fällen war der Effekt ein gegenteiliger (1. Weltkrieg, 30 Jähriger Krieg, Punische Kriege,,,, usw.)

      • @T-Rom:

        Ihre Auflistung am Ende wirkt sehr beliebig.



        Und wie Sie so pauschal zu der Erkenntnis kommen, "Auf- und Wettrüsten" hätte historisch nur in Ausnahmefällen zu Frieden geführt bleibt überaus unklar. Unlogisch ist diese Aussage allemal. So ist doch eher im Gegenteil anzunehmen, dass als "zu hoch" eigeschätzte Kosten im Sinne von potenziellen eigenen toten Kämpfern und vernichtetem Material manch einen Krieg eher verhindert haben.



        Sie können nun mal schlecht messen wenn etwas wegen Abschreckung nicht passiert ist.



        Übrigens: Fälle in denen ein kriegerischer Angriff erfolgte und auf keine oder zu wenig Gegenwehr stieß, endeten historisch meist keineswegs in Frieden, sondern in Unterwerfung oder gar Vernichtung. Anders als mancher glaubt ist Frieden nämlich nicht die Abwesenheit von Krieg.

        • @V. Ohneland:

          Bitte Beispiele.

      • @T-Rom:

        Faschisten wollen Krieg und sind nur mittels Krieg zu besiegen. Da gibts nichts zu Deuteln. Bitter das, aber nicht zu ändern.

      • @T-Rom:

        Och da gibt es schon einige Beispiele wo das geklappt hat.

        Was aber erwiesenermaßen nie geklappt hat ist eine einseitige Aufrüstungspolitik eines Aggressors ohne eigener militärischer Gegenmaßnahmen zu beantworten.

        Zumal es ja auch nicht nur darum geht Frieden zu sichern, sondern im Falle eines Angriffs diesen abwehren zu können. Hätte man die Ukraine schon früher aufgerüstet, dann hätte man die seit bald 2 Jahren existierende Pattlinie vlt direkt an der Ukrainischen Grenze halten können. Durch Aufrüstung konnten die Vietnamesen die USA abwehren im Vietnamkrieg.



        Aber militärisch nichts tun ist keine Lösung, denn dann ist die Niederlage gewiss.

        Krieg ist etwas, welches einseitig einer anderen Partei aufgezwungen werden kann, gegen ihren Willen, wo man nicht den Standpunkt vertreten kann "Da mache ich nicht mit"



        Flucht ist auch nur dann eine Möglichkeit, solange es noch einen Ort gibt, wohin man fliehen kann.

        • @Walterismus:

          "Hätte man die Ukraine schon früher aufgerüstet, dann hätte man die seit bald 2 Jahren existierende Pattlinie vlt direkt an der Ukrainischen Grenze halten können."



          Kaum. Russland hatte ja die Krimbu d Teile von Donetsk und Luhansk schon 2014 besetzt.

        • @Walterismus:

          Die Vietnamesen haben vor allem duch Guerillia Taktik und auch Unterstützung der UDSSR die Invasoren am Ende zurück schlagen können.



          .



          Hinzu kam auch ein Zunehmender Wiederstand innerhalb der US Bevölkerung.



          .



          Ähnlich lief es in Afghanistan Einmarsch der UDSSR und später USA.



          .



          Anders als in dem Krieg zwischen Russlnad / Ukraine sind aber alles keine Grenzkonflikte gewesen.



          .



          Würde die USA in Mexiko einmarschieren und erobertes Gebiet besetzen und sich darin verschanzen, würden sich deren Truppen nicht mit Militärgewalt bis zur US Grenze zurück drängen lassen.



          .



          "...solange es noch einen Ort gibt, wohin man fliehen kann."

          Das wäre doch ein Argument für Verhandlungen. Russlands Gebietsanspüchen entgegen kommen und mit sonst deutlich stärkerer Unterstützung der Ukraine drohen. Man könnte ja auch in der EU in eine Koalition der Willigen Schulden aufnehemen und US Waffen kaufen + liefern.



          .



          Natülich muss eine Stationieung von EU Soldaten im Restgebiet erlaubt sein.



          .



          Und auch auf die Ukraine muss Druck ausgeübt werden + echte Sicherheitsgarantie.

  • Ich bin sehr froh, dass der Autor nicht schon 1939 in einem Land der Allierten in der gleichen Weise für Appeasement, Zugehen auf die deutsche Zivilbevölkerung und "militärische Alternativen" argumentiert hat und wünsche ihm viel Erfolg in seinem Beruf, wo er sicher kompetenter, menschlicher und erfogreicher auftreten kann.

    • @Dorian Müller:

      Appeasement ist aus keinem Teil des Textes herauszulesen. Und es geht nicht um Zugehen auf eine Zivilbevölkerung, sondern um das Stärken des Widerstands im Inneren, das hätte lange vor 1939 hierzulande vielleicht geholfen. Diese Reflexe auf einen differenzierten Text sagen mehr über die Diskursparteien als über alles andere.

  • Hrn. Bschor ist 1998f. und die damalige Veränderung der Grünen oben wie unten offensichtlich entgangen.

    Beides ist wichtig:



    Kein schlichter Bittebittepazifismus gegenüber Machtpolitikern, den auch Gandhi oder Kelly nie predigte.



    Und eben auch die Verbindung über die Grenzen hinweg, der engagierten Menschen hie wie dort, gegen alle Widerstände, sofern es geht. Eine Absage an Dämonisierung als Mittel, sondern sich auch so zusammenfinden.



    Selbst Clausewitz wusste, dass Kriege nur anderspolitische Wege zum späteren Frieden sein sollten, nicht selbst ein Zweck.

    • @Janix:

      Nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz. Joschka Fischer hatte Recht.

      • @Sebastian Kreibig:

        Und unter diesem Motto wurden dann Bomben auf Belgrad abgeworfen.

    • @Janix:

      Ich habe in den 80er-Jahren von der westdeutschen Friedensbewegung nur Proteste gegen US-Raketen und deren Nach(!!!)-Rüstung gehört. Es kann keiner abstreiten, dass diese Bewegung massiv von DDR und UdSSR beeinflusst und viele der zugehörigen Gruppen unterwandert waren.







      Petra Kelly war ein Lichtblick, forderte sie doch glatt, dass auch der Osten abrüsten möge und unterstütze die ostdeutsche Friedensbewgung ."Schwerter zu Pflugscharen".

      • @KaosKatte:

        Die Grünen waren die einzigen inner BRD, die Solidarnosc, die DDR-Bürgerrechtsbewegung oder Sacharow ernst nahmen und aktiv unterstützten. Sie waren und sind gegen Despoten jeglicher Couleur. Drum wähle ich sie...

      • @KaosKatte:

        Diese abgelutsche Platte - wird nicht dadurch richtiger - daßse hier dreist 🔂 & a gähn wieder aufgelegt wird.



        War nicht nur in Westfälisch Sibirien damals quer durch die BRD gut vernetzt einschl. KOFAZ. Woll



        🗝️🗝️🇷🇺 bei meinen Mitstreitern - und die waren querbeet durch alle Schichten - hab ich nicht entdecken können.



        Und als ich im VG Arnsberg Klinken putzte für “Juristen für den Frieden“



        Unterschrieben mehr als die der ferngesteuerten Kollegen einschl. eines Vorsitzen.



        (Der komplett übergeraschte Kollege Behördeiter Präsi - hatte so auf ehra Linie - “…hat wohl seinen Laden nicht in Ordnung!“ - alle Mühe sich im 🎾 Club zu rechtfertigen.



        Ja Ja die Unterwanderstiefel! Gell🙀



        & die stell ich ehna gern hin! Wollnich



        Dieter Süverkrüp Erschröckliche Moritat vom Kryptokommunisten LIVE im Fernsehen 1968



        www.youtube.com/watch?v=FfHxD5VNqwM



        🤖 “…jedoch die Stationierung der Raketen durch den Bundestag nicht verhindern konnte, und in der DDR mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ auch die SED-Diktatur herausforderte, wobei auch sowjetische Geheimdienste versuchten, die Bewegung zu beeinflussen.“



        Na logo. Kongenial mit BRD-Schlapphüten - aufs Maul



        Versucht! Jung - immer!

        • @Lowandorder:

          Sorry - Fingersalat 🙀🧐

          “…Unterschrieben mehr als die HÄLFTE der ferngesteuerten Kollegen einschl. eines Vorsitzenden

          (und dieses Gericht ist bis heute eher als satt konservativ eingeschätzt! Woll)

      • @KaosKatte:

        Es gab die Personen, die nachweislich ihre Marsch-Ruta aus dem Politbüro bekamen, aber eben auch andere. Ob West oder Ost, auf Raketen muss Rost, um einen vor 40 Jahren verstorbenen Hutträger zu zitieren. Die Grünen waren wohl tatsächlich auch die Partei, die den Kontakt über die Mauer zu den Menschen immer wieder suchte.

        Die angebliche allgemeine sowjetische Übermacht war keine, doch auch die Doppellösung hatte ihren Punkt.



        Diese Doppellösung kann heute heißen, für (wahrscheinlich erst) die Zeit nach Putin die Hand auszustrecken, doch die andere wehrend auch noch zu haben,

      • @KaosKatte:

        Petra Kelly war integraler Bestandteil der Friedensbewegung, und das vor allem von Konservativen verbreitete Märchen, die Friedensbewegung sei nur für Abrüstung im Westen eingetreten, ist schlicht Quatsch.



        Es gab eine Unterwanderung von Teilen der Friedensbewegung, vor allem der K-Gruppen, aber keineswegs gab es eine allumfassende Unterwanderung. Das ist schlicht Springer-Desinformation



        Als Kelly im Herbst 81 im Bonner Hofgarten sprach, sprach sie vom Ziel einer atomwaffenfreien Welt, und das war weitgehend Konsens damals (abgesehen vermutlich von den vorgenannten K-Gruppen). Eppler, Albertz und wie sie alle hießen, sahen das nicht anders.

        • @Kaboom:

          Ableger der SED waren die DKP und der MSB Spartakus. Die hatten aber keinen nennenswerten Einfluss auf die Friedensbewegung oder die außerparlamentarische Linke.

  • Wer keine Bereitschaft zeigt, seine Werte und Ideale notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen, akzeptiert dadurch Unrecht und Barbarei!



    Und hat offenbar auch keinerlei Werte, die es Wert sind, verteidigt zu werden.

    • @DenkeDran:

      Das Ganze birgt für mich einige Logiklücken, für die ich aber auch keine Lösung parat habe:



      1. Meine Werte und Ideale bestehen u.a. aus Gewaltfreiheit, d.h. würde ich meine Werte mit Gewalt verteidigen, würde ich sie gleichzeit verraten



      2. Gewalt ist in meinen Augen das Gleiche wie Unrecht und Barbarei, das heißt ich beginge ein Unrecht um ein anderes Unrecht zu verhindern

      Demnach würde ich zu genau dem Monster werden, gegen das ich mich verteidigen möchte, zu jemandem der Gewalt ausübt, verletzt und ggf. auch tötet. Vielleicht tue ich das aus anderen Gründen aber das Resultat ist genau das Gleiche.



      Ich bekämpfe ja auf dem Schlachtfeld schließlich nicht die Leute, die den Krieg angezettelt haben, die sitzen sicher in irgendwelchen Bunkern, ich bekämpfe ganz normale Menschen, die auch nur das glauben, was sie erzählt bekommen und sich wahrscheinlich auch auf der richtigen , der "guten" Seite sehen, genau wie ich auch.

    • @DenkeDran:

      Dazu passt auch eine Aussage des Bundespräsidenten:



      "Pazifismus ist ehrenvoll, führt aber nicht zum Guten. Er zementiert nur die Dominanz der Bösen, der Unmenschlichen und der Verbrecher."

    • @DenkeDran:

      Ghandi oder etwa die baltische "singende" Revolution sind nicht bekannt?

      • @T-Rom:

        Friedlicher Protest macht nur Sinn, wenn es den Unterdrücker interessiert, wie die Reaktion der Öffentlichkeit ist.



        Ist das nicht so, siehts anders aus.



        Deshalb konnte China ohne jedes Problem die Proteste am Tian-an-men in Blut ertränken. Deshalb kann das iranische Regime 20.000 Leute ermorden. Deshalb konnte Assad seinen Folter-Gulag errichten und sein Daddy 40.000 Leute in Hama abschlachten.

      • @T-Rom:

        Ghandi hatte Erfolg, weit die Briten schlussendlich eben nicht die blutgierigen Invasoren waren, sondern aus humanistischen Gründen dem gewaltlosen Widerstand nachgaben.



        Ob Putin ebenfalls so nachgiebig wäre, darf doch erheblich bezweifelt werden. Butscha, anybody?

        • @Encantado:

          Amritsar.

      • @T-Rom:

        Doch ist bekannt, aber nur weil es in dem Einzelfall geklappt hat, lässt sich daraus keine Strategie entwickeln, denn der Agressor hätte auch sie auch einfach Niederschießen können (Hätte auch beim Fall der Mauer passieren können).

        • @Walterismus:

          Es klappt vo allem dann, wenn entweder das Militär mitmacht (Nelkenrevolution), oder wenn der Besatzer von Außen stammt und geschwächt ist (Ghandi), oder die Unterdrücker von Unterstützung von ein Schutzmacht abhängen und diese geschwächt ist (Ghandi).

          Zufällig ist die friedvolle Verlauf somit keinesfalls.

          Die Proteste im Iran und den USA zeigen ganz gut, wie auch auf friedlichen Wiederstand mit roher Gewalt reagiert werden kann. Zugegeben in unterschiedlichem Maße, aber mit ekennbaren Parallelen.

          • @sociajizzm:

            Korrektur: "von einer Schutzmacht abgängen (DDR)"

  • war und bin kein grünes Parteimitglied, aber seit ca 1990 überzeugter Wähler (gewesen?) - der Antrieb war auch "die Grenzen des Wachstums" des CoR und die auch aktuell weiterhin bestehende Ignoranz des größten menschengemachten Problems, der Umwelt- und Klimaveränderungen - des Weges in die endgültigen Katastrophe. Auch bei den Gründen erscheint- wohl mit Blick auf Wahlen,Zustimmungswerte ect - dieses Thema zu einem Randthema verkommen zu sein. Natürlich sind auch die Friedens- , derzeit wohl eher Kriegsbemühungen wichtig. Ich stimme dem Autor in seiner Analyse zu. Nur was mir fehlt, auch bei mir, ist ein umsetzbarer Lösungsansatz. Die Menschen in Ukraine, Palästina, Kongo ihrem Schicksal überlassen? Den geldgeilen, machtbesessenen Autokraten von Putin über Netanjahu, Trump u.a. ihren fatale Agendas ausleben lassen? Gesprächsbereitschaft ist nicht zu erkennen, "vernünftigen" bzw humane Lösungsansätzen sind diesen neuzeitlichen Monstern fremd. Und in der derzeitigen Parteienlandschaft sind mir die Grünen immer noch die glaubwürdigsten, trotz des elitären Gehabe.

    • @Heinz Kurtenbach:

      Wichtig wäre m.E., im Rahmen der UNO zu handeln. Das ist auch dann möglich, wenn der Sicherheitsrat per Veto handlungsunfähig ist, im Rahmen der Uniting for Peace Resolution.

  • Ich bin kein Freund einer Partei die immer links blinkt um dann rechts abzubiegen. Deswegen ist mir egal, was der Autor über die Grünen schreibt. Nun zum Rest. Ein Sieg der Ukraine war nie unrealistisch, hätte man die richtigen Waffen geliefert um den Krieg in das Hinterland des Aggressors zu tragen. So ist die Niederlage natürlich unausweichlich. Die Ressourcen Russlands sind noch beschränkter als die des "Westens", etwas anderes zu behaupten ist schlicht falsch. Daß die Ukraine vollständig befreit werden muß ist ebenfalls klar, sonst haben wir mindestens für die nächsten fünfzig Jahre einen dauernden Krisenherd mit immer wieder aufflammenden Krieg mitten in Europa. Zudem wären dann die osteuropäischen Länder einer andauernden Kriegsbedrohung ausgesetzt. Mahnung ist der WK II mit seinem industrialisierten Massenmord. Wäre man Hitler entschieden entgegen getreten, wäre der WK II nie ausgebrochen. Was der Autor will ist die Niederlage der Ukraine mit allen ihren Konsequenzen, Gebietsabtretung von ca. einem Drittel des Staatsgebietes, Russifizierung der Restrukraine und andauernde Bedrohung der osteuropäischen und nordeuropäischen Staaten.

    • @Alberta Cuon:

      Ein „Sieg“ der Ukraine im Sinne einer vollständigen militärischen Rückeroberung war auch bei früheren Waffenlieferungen keineswegs realistisch, da Russland nicht nur über größere personelle Reserven, sondern vor allem über nukleare Eskalationsdominanz verfügt. Genau diese Tatsache setzt dem militärisch Machbaren enge Grenzen. Der Vergleich mit dem Zweiten Weltkrieg ist historisch problematisch: Russland ist weder das nationalsozialistische Deutschland noch befindet sich Europa 1938 in einer Situation fehlender Abschreckung. Gerade die Existenz von Atomwaffen macht eine Eskalation auf das „Hinterland des Aggressors“ extrem gefährlich. Zudem ist die Behauptung, eine Verhandlungslösung bedeute zwangsläufig Russifizierung und dauerhafte Kriegsgefahr, unbelegt. Auch eingefrorene Konflikte können – so unerquicklich sie sind – stabiler sein als ein jahrelanger Abnutzungskrieg mit hunderttausenden Toten. Moralische Empörung ersetzt keine realistische Sicherheitsstrategie. Ziel westlicher Politik muss Schadensbegrenzung und langfristige Stabilität sein, nicht maximale Eskalation mit unkalkulierbaren Folgen.

      • @Zippism:

        absolut. Muß sagen, der erste Beitrag dem ich 100% zustimmen kann.

      • @Zippism:

        Dass man auf aktuelle Konflikte eine historische Situation nicht 1:1 übertragen kann, ist ein Gemeinplatz. "Russland ist weder das nationalsozialistische Deutschland noch befindet sich Europa 1938 in einer Situation fehlender Abschreckung." Das betrifft, schon rein logisch, den ersten Teil Ihres Vergleichs. Man springt niemals zweimal in denselben Fluss, bekanntlich.



        Was die "fehlende Abschreckung" betrifft: Abschreckung funktioniert ja nur dann, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die angedrohten Gewaltmittel auch wirklich angewendet werden. Diesbezüglich geht von der Nato (abgesehen von einem sehr hypothetischen Einsatz von A-Waffen zur Selbstverteidigung als ultima ratio) keine Bedrohung für Russland aus.



        "Moralische Empörung ersetzt keine realistische Sicherheitsstrategie.": Auch das ist so gesagt auch nur ein Gemeinplatz. Was im aktuellen Krieg "realistisch" sein soll, müsste erstmal definiert werden. Das ist ja zunächst völlig abhängig davon, was der "Westen" überhaupt bereit ist, "real" einzusetzen. Und da ist die Bereitschaft in Europa, abgesehen von Geld, ein paar Devensivwaffen, Aufnahme von Flüchtlingen z.B. Leib und Leben der eigenen Soldaten zu riskieren, gleich Null.

        • @Vigoleis:

          Abschreckung bedeutet, glaubhaft zu signalisieren, dass bestimmte Eskalationsschritte für den Aggressor keinen strategischen Gewinn bringen. Und genau das ist hier der Fall: Russland weiß, dass ein direkter Angriff auf NATO-Gebiet – oder eine massive Eskalation über die Ukraine hinaus – existenzielle Risiken für das eigene Regime hätte.

        • @Vigoleis:

          "Der entscheidende Punkt ist nicht, was theoretisch möglich wäre, sondern wofür im Westen überhaupt politische, gesellschaftliche und militärische Bereitschaft existiert."

          Der Westen ist – jenseits finanzieller Hilfe, Waffenlieferungen begrenzter Reichweite und wirtschaftlicher Sanktionen – nicht bereit, substanzielle eigene Risiken einzugehen. Weder gibt es die Bereitschaft, eigene Soldaten einzusetzen, noch eine Akzeptanz für massive eigene Verluste, noch eine politische Mehrheit für eine Eskalation, die Russland als existenzielle Bedrohung wahrnehmen müsste. Diese Grenzen sind seit Beginn des Krieges konstant sichtbar und wurden von allen NATO-Staaten immer wieder explizit betont.

          Damit ist auch klar: Ein „Sieg“ der Ukraine im Sinne einer vollständigen militärischen Rückeroberung wäre nur unter Voraussetzungen denkbar gewesen, die der Westen nie erfüllen wollte – und auch heute nicht will. Alles andere ist rückblickende Wunschprojektion. Man kann diese fehlende Bereitschaft moralisch kritisieren, aber man kann sie nicht einfach wegdefinieren.

          • @Zippism:

            @Zippism



            Sehr schön & klar, für jeden Leser verständlich argumentiert - Dankeschön dafür 👍👍

          • @Zippism:

            Die entscheidende Frage wäre doch: Wie weit lässt der "Westen" (bzw. Nato) den Russen machen. Bislang reagiert die Nato (insbesondere Europa) nicht einmal auf die spätestens seit 2022 sichtbare hybride Kriegsführung Russlands auf "westlichem" Territorium.



            Eigentlich möchte ich nicht "real" wissen, ob sich die Nato-Staaten bei einem "heißen" Angriff auf das Nato-Gebiet hinaus (z.B. Baltikum) wirklich dann massiv zur Wehr setzen würde oder es bei diplomatischem Geplänkel und den üblichen Drohungen beließe.



            "Russland weiß, dass ein direkter Angriff auf NATO-Gebiet – oder eine massive Eskalation über die Ukraine hinaus – existenzielle Risiken für das eigene Regime hätte." Eben, das ich nicht, ob Russland das weiß. Deshalb testet es, immer ein Stückchen weiter. Der "Westen" hält bislang stille.

            • @Vigoleis:

              Russland „testet“ nicht, weil es die NATO für schwach hält, sondern weil es sehr genau unterhalb der Bündnisschwelle bleibt. Hybride Aktionen sind gerade der Beweis dafür, dass die Abschreckung gegenüber einem offenen Angriff funktioniert: Moskau vermeidet bewusst alles, was eindeutig Artikel 5 auslösen würde. Die hybride Kriegsführung Russlands gegen Europa die ab 2022 noch einmal neue Züge annimmt ist wohl als russische Reaktion auf massive Waffenlieferungen aus dem Westen an die Ukraine zu werten. Westliche Waffen greifen russische Munitionslager auf russischem Boden an? Auf einmal fliegen merkwürdige Drohnen über strategische Objekte westlicher Staaten.



              Dass der Westen auf hybride Maßnahmen oft zurückhaltend reagiert, ist kein Zeichen von Wehrlosigkeit, sondern von Eskalationskontrolle. Abschreckung heißt nicht, jede Provokation militärisch zu beantworten, sondern klar zu machen, wo die rote Linie verläuft – und genau diese Linie überschreitet Russland nicht.



              Die eigentliche Spekulation ist daher nicht, ob die NATO im Bündnisfall reagieren würde, sondern die Annahme, Russland zweifle ernsthaft daran. Dafür gibt es bislang keinen belastbaren Hinweis.

              • @Zippism:

                @Zippism



                Genau 👍👍

    • @Alberta Cuon:

      Ich stimme Ihnen vollkommen zu und habe die Geschichte weiter gesponnen. Endet der Konflikt mit Gebietsverlust, fürchte ich, dass viele Menschen verständlicherweise diese Orte verlassen werden. Da es nur ein Frage weniger Jahre sein dürfte, bis Russland die Rest-Ukraine weiter drangsaliert, werden sie weiter nach Westen ziehen und ihr Heimatland verlassen wollen. Wasser auf die Mühlen der Rechten in Europa. Die EU zersplittert. Dann können die Grünen endgültig einpacken.

  • Ich kann dem Autor nur aus ganzem Herzen beipflichten. Seit 2022 konnte mir keiner erklären, wie der Ukraine-Krieg "gewonnen" werden soll. Zumal ja Tschetschenien gezeigt hat, dass die Russen auch wieder kommen, selbst wenn man sie kurzfristig militärisch zum abziehen zwingt.



    Auch der Wandel der Grünen zu den "Oliv-Grünen" gibt mir schwer zu denken. Eine Partei, die im wesentlichen von Wehrdienstverweigerern und Frauen getragen wurde, kann auf einmal nicht militlärisch genug sein. Das kann nicht gut gehen.

    • @Sybille Bergi:

      Der Wandel begann aber schon vor 30 Jahren beim Krieg in Jugoslawien.

    • @Sybille Bergi:

      "Zumal ja Tschetschenien gezeigt hat, dass die Russen auch wieder kommen, selbst wenn man sie kurzfristig militärisch zum abziehen zwingt."



      Damit zeichnen Sie ein Bild, in dem Kompromisse mit Russland nicht möglich sind. Ist das Ihre Absicht?

    • @Sybille Bergi:

      die B90/dieGrünen . . . . besonders der Hofreiter Toni haut mich um.

    • @Sybille Bergi:

      Tja, was heisst gewinnen? Dem russischen Faschismus bald vier Jahre massiv entgegen getreten zu sein, mit Hunderttausenden toten Vernichtungskriegskriegern halte ich schon für einen Sieg.



      Nur mal daran erinnert: laut Putlers fabelhaften Plan sollte seine militärische Spezialoperation binnen ein paar Tagen mit der bedingungslosen Kapitulation der überfallenen Ukraine geendet haben. Russland pfeift auf dem letzten Loch, erinnert fatal an das Afghanistanabenteuer 1979 ff.

      • @Sebastian Kreibig:

        Für die oft zitierte „Drei-Tage-These“ gibt es keinen belastbaren Beleg in Form eines offiziellen russischen Plans oder einer dokumentierten Aussage Putins. Sie stammt aus westlichen Geheimdienst- und Medieneinschätzungen nach Kriegsbeginn, nicht aus nachweisbaren Kreml-Dokumenten. Dass Russland auf einen schnellen Erfolg hoffte, ist plausibel – daraus aber einen klaren, belegten Operationsplan „Kapitulation in drei Tagen“ zu machen, ist rückblickende Zuspitzung.Auch die These, Russland „pfeife auf dem letzten Loch“, hält einer nüchternen Analyse nicht stand. Trotz hoher Verluste ist Russland militärisch, industriell und ökonomisch weiterhin handlungsfähig, passt seine Kriegsführung an und kann den Konflikt langfristig tragen. Der Vergleich mit Afghanistan ist historisch schief: Damals kämpfte die Sowjetunion in einem entfernten Besatzungskrieg ohne existenzielle Bedeutung, heute handelt es sich aus russischer Sicht um einen zentralen Macht- und Sicherheitskonflikt.

        Widerstand allein ist noch kein strategischer Sieg. Ein Krieg gilt nicht deshalb als gewonnen, weil der Angreifer scheiternde Erwartungen hatte, sondern wenn daraus eine stabile, sichere Nachkriegsordnung entsteht.

        • @Zippism:

          "Auch die These, Russland „pfeife auf dem letzten Loch“, hält einer nüchternen Analyse nicht stand."

          Zumindest ökonomisch besagt die am Montag veröffentlichte Analyse von Bloomberg das Gegenteil.

          Der massive Verkauf russischer Goldreserven, der Einbruch bei den Rohstoffexporten etc zeugen nicht davon, das Russland bei einer Verschärfung der Sanktionen oder bei einem dauerhaften niedrigen Ölpreis den Kurs in der bisherigen Weise fortsetzen kann. Wirkt sich dann zwangsläufig auch auf die Kriegsführung aus.

          Wenn es den Ostseeanrainern gelingt, ihre Pläne zur Änderung des Seerechts umzusetzen und gleichzeitig Umschlagplätze russischer Rohstoffe zu sanktionieren, dann dürfte dieses das Ende der russischen Schattenflotte auf den Seewegen der Ostsee, aber auch Nordsee bedeuten.

          Ihre Prognose das Russland den Krieg dann noch langfristig tragen kann, deckt sich beim Eintreten des beschriebenen Szenarios in keinster Weise mit den Einschätzungen nicht nur von Militär- sondern auch von Finanzanalysten.

          • @Sam Spade:

            Die aktuell genannten Goldverkäufe betreffen überwiegend den russischen Nationalen Wohlstandsfonds, nicht die Goldreserven der Zentralbank. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Der Einsatz von Fiskalpuffern zeigt Anpassungsdruck, aber keinen monetären Kollaps. Von einer unangetasteten Zentralbankreserve zu sprechen, ist analytisch präziser als von „ausverkauften Goldreserven“.

          • @Sam Spade:

            Die von Ihnen skizzierten Maßnahmen – Verschärfung des Seerechts, effektive Ausschaltung der Schattenflotte, zusätzliche Sanktionen gegen Umschlagplätze – stellen ein konditionales Eskalationsszenario dar. Aussagen über die langfristige Tragfähigkeit der russischen Kriegsführung unter diesen Bedingungen sind daher hypothetisch, nicht deskriptiv. Prognosen, die vom Eintritt mehrerer politisch, rechtlich und operativ noch ungeklärter Maßnahmen abhängen, können analytisch nicht als Widerlegung der gegenwärtigen Lageeinschätzung gelten.

            • @Zippism:

              Einmal mit dem internationalen Seerecht beschäftigen, dann werden sie feststellen das es jetzt schon möglich ist die Schattenflotte einzudämmen. z.B. in Ermangelung einer international anerkannten Versicherungspolice z. B. von Lloyds.

              Wenn überhaupt, dann werden die Schiffe von der russischen RNRC abgesichert um überhaupt in chinesische, indische oder türkische Häfen einlaufen zu können.

              Auf internationalen Seestrassen werden diese Versicherungen bereits jetzt nicht anerkannt.

              Die jetzt geplanten Rechtsanpassungen dienen dazu das Verfahren zum Verwehren des Zugangs zu den Gewässern zu vereinheitlichen und die Durchsetzung zu vereinfachen.

              Die Eskalationsgefahr durch Russland erschließt sich mir daher nicht, da offiziell ja gar keine Tanker unter russischer Flagge die Nord- und Ostsee passieren.

          • @Sam Spade:

            Die Währungs- und Goldreserven der russischen Zentralbank (CBR) gelten weiterhin als weitgehend unangetastet. Ein erheblicher Teil ist zwar im Ausland eingefroren, aber nicht verkauft worden.

            Die aktuell diskutierten Goldverkäufe betreffen nicht primär die Zentralbank, sondern staatliche bzw. staatsnahe Fonds, insbesondere den Nationalen Wohlstandsfonds (National Wealth Fund / NWF) sowie indirekt staatlich kontrollierte Akteure.

            Die Bloomberg-Analyse beschreibt ökonomische Belastungsszenarien, keine gegenwärtige strukturelle Erschöpfung. Der Abbau von Goldreserven, rückläufige Rohstofferlöse oder fiskalischer Druck sind unter Sanktionsbedingungen erwartbar und belegen Anpassungsstress, jedoch keinen unmittelbaren Verlust strategischer Handlungsfähigkeit. Entscheidend ist nicht die Existenz ökonomischer Kosten, sondern die Frage, ob diese kurzfristig die militärischen Kernfunktionen – Personalrekrutierung, Rüstungsproduktion, Logistik – substantiell unterbrechen. Dafür liefern die bislang vorliegenden Daten keinen eindeutigen Beweis.

        • @Zippism:

          Ein belastbare Beweis kann sich auch aus der Analyse der Militäroperation ergeben.

          Da braucht es nicht unbedingt Kreml Dokumente oder Aussagen zu.

          Das Putin darauf abziehlte Kiew in wenigen Tagen einzunehmen um einen Regimewechsel herbeizuführen kann daher als Fakt bezeichnet werden.

          Zur Kenntnisauffrischung ein lesbarer Beitrag auf deutsch über den Ablauf von Lukas Bittner, Referent in der Abteilung Militärstrategie, Bundesministerium für Landesverteidigung, Wien

          Umfassende Reporte welche die russische Strategie analysieren können sie auch von folgenden Institutionen kostenpflichtig anfordern.

          Royal United Services Institute (RUSI), United Kingdom

          Stockholm International Peace Research Institue (SIPRI), Sverige

          Lieber Institute for Law and Warfare, Academy Westpoint, USA

          Ein gescheiterter „Enthauptungsschlag“ von Lukas Bittner

          www.derpragmaticus...utins-plan-ukraine

          • @Sam Spade:

            Auch der Verweis auf militärische Analysen ersetzt nicht die Notwendigkeit begrifflicher Präzision. Aus dem frühen Operationsverlauf lässt sich plausibel ableiten, dass Russland auf einen schnellen politischen Zusammenbruch der Ukraine hoffte. Daraus folgt jedoch nicht zwingend die Existenz eines klar dokumentierten, zeitlich fixierten Plans im Sinne einer „Kapitulation in drei Tagen“. Militärische Fehlannahmen, operative Überdehnung und mangelhafte Umsetzung sind analytisch von einem nachweisbaren Masterplan zu unterscheiden. Die rückblickende Verdichtung dieser Annahmen zu einer festen „Drei-Tage-These“ ist daher eine Interpretation, kein gesicherter Fakt.

            Die von Ihnen genannten Analysen (u. a. Bittner, RUSI, SIPRI) sind wertvolle Beiträge zur strategischen Bewertung, formulieren jedoch überwiegend wahrscheinlichkeitsbasierte Rekonstruktionen, keine beweisförmigen Feststellungen im strengeren Sinne. Sie stützen die Annahme eines gescheiterten frühen Operationskonzepts, nicht jedoch die These eines eindeutig belegten, zeitlich determinierten Regimewechselplans.

            • @Zippism:

              Haarspalterei!

              • @Sam Spade:

                Präzision ist keine Haarspalterei, sondern Voraussetzung seriöser Analyse. Ob man von einer plausiblen Annahme oder von einem belegten Fakt spricht, macht gerade in sicherheitspolitischen Debatten einen erheblichen Unterschied. Wer diese Unterscheidung aufgibt, verlässt die Analyse und betritt den Bereich der Narrativbildung

        • @Zippism:

          Danke für die realistische Einschätzung. Bitte mehr davon.

      • @Sebastian Kreibig:

        Das Desater in Afghanistan ist doch eher mit dem späteren "Abenteuer" der Amerikaner vergleichbar.

        Oder dem Einmarsch de USA in Vietnam.

        Militärisch war de Agressor in allen 3 Konflikten absolut überlegen, aber wurde mit Guerillia Taktik und Unterstützung von Außen zermürbt.

        Und die Konflikte waren alle weit von der Heimat.



        Bei Russland - Ukraine handelt es sich um einen Grenzkonflikt.

        Die Russen haben sich fest eingebuddelt in den besetzten Gebieten, die mehere kilometer beiten Mienenfelder werden vollautomatisch wieder bestückt.

        Eine vollständige Rückeroberung ist kaum realistisch.



        .



        Was die wirtschaftliche Lage Russlands angeht könnten sie absolut richtig liegen und das wäre eher ein Argument gegen die Aufrüstung. Anstelle dessen wäre ein Umbau der Energieversorgung ein deutlich krasserer Schlag gegen Russland.



        .



        Für die Ukraine könnte man auch Waffen in den USA besorgen, die produzieren genug für die ganze Welt und auch Technik wie zivile Dohnen könnten in großer Stückzahl geliefert werden.

  • ""Die einseitige Militarisierung scheitert seit 4 Jahren und verlängert Sterben und Zerstörung, .....""



    ==



    Das Völkerrecht, die jahrzehntelang stabile internationale Ordnung und der Multilateralismus sind massiven Attacken ausgesetzt. Statt auf Kooperation zu setzen, verschieben verschiedene Akteure aktuell die Grundpfeiler dieser Welt. Gemeinsame Regeln werden gebrochen, die Willkür der Skrupellosen wird zum dominierenden Prinzip.

    Putin zeigt der Welt, wie er die europäische Friedensordnung durch seine imperialistische Ideologie ersetzen will. Die Volksrepublik China verfolgt eine langfristige, gegen Demokratien und Menschenrechte gerichtete Strategie der wirtschaftlichen Macht, um die Weltordnung nach ihren Interessen umzugestalten.

    Die EU ist in dieser Zeit die globale Macht, die das Interesse an Regeln und Zusammenarbeit am besten verteidigt. Gerade jetzt käme der EU die Aufgabe zu, ein Bündnis all derjenigen Länder auf der Welt zu schaffen, die um eine an Regeln, Werten und Vertrauen orientierte Weltordnung kämpfen wollen.

    Ein Psychotherapeut sollte niemals vergessen, das Schwäche eine Einladung für Imperialisten ist anzugreifen.

    • @zartbitter:

      Die EU vertritt doch auch nur ihre eigenen Interessen.

    • @zartbitter:

      Die angeblich „stabile internationale Ordnung“ war nie neutral – sie wurde jahrzehntelang vom Westen gebrochen. Irak, Libyen, Drohnenangriffe: Immer wieder wurden Völkerrecht und UN-Charta zugunsten eigener Machtinteressen über Bord geworfen. Wer heute empört Putin oder China kritisiert, übersieht, dass die westlichen Staaten selbst Regeln gebrochen haben, wenn es opportun war. Die internationale Ordnung war nie ein Bollwerk der Gerechtigkeit, sondern ein Spielball der Mächtigen. Wer von „Regeln und Zusammenarbeit“ spricht, sollte zuerst die eigene Historie prüfen, bevor er moralische Hochburgen errichtet. Imperialisten erkennen jede Doppelmoral – Schwäche ist nicht nur Einladung, sie ist schon längst Alltag der westlich geprägten Weltordnung.

      • @Zippism:

        @Zippism



        Da kann man sich doch Ihnen nur vollständig anschließen 👍👍

      • @Zippism:

        Das sehe ich ganz genauso. - Werte? Ja welche denn? Wann und wo? Die trägt man doch wie einen Götzen vor sich her ohne darüber wirklich nachzudenken...

      • @Zippism:

        "Wer heute empört Putin oder China kritisiert, übersieht, dass die westlichen Staaten selbst Regeln gebrochen haben"

        Da bleibt die Logik auf der Strecke. Ich kann sowohl die Kriegsverbrecher Putin und Nethanjahu, als auch das Gebaren von Trump oder George Bush jr kritisieren.

        Da ist kein Widerspruch in sich angelegt.

        Den "Westen" gibt es übrigens nicht. Wenn sie das Vorgehen im Irak oder Libyen einem Protagonisten zuordnen wollen, dann nennen sie diesen bitte auch beim Namen und ergänzen sie ihn ggf. um seine Helfershelfer.

        Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, das Länder wie Deutschland, Norwegen, Finnland, Schweden oder die Niederlande an derartigen Konflikten direkt beteiligt waren oder internationales Recht gebrochen haben.

        • @Sam Spade:

          Mein Punkt war nicht, dass man autoritäre Kriegsverbrechen nicht kritisieren dürfe, weil westliche Staaten selbst Völkerrecht gebrochen haben. Mein Punkt ist: moralische Empörung wirkt unglaubwürdig, wenn sie selektiv ist und die eigene Regelverletzung systematisch ausgeblendet wird. Das ist kein logischer Widerspruch, sondern ein Hinweis auf Doppelmoral.



          Deutschland ist über Ramstein zentral in den US-Drohnenkrieg eingebunden.

          In Lybien enthielt sich Deutschland zwar formal, unterstützte aber politisch und logistisch die NATO-Operation.

          Niederlande, Norwegen, Dänemark waren aktiv an der völkerrechtlich fragwürdigen Invasion des Irak beteiligt.

          Die Kritik an autoritären Regimen und deren Völkerrechtsbrüchen ist notwendig und legitim. Eine glaubwürdige Verteidigung einer regelbasierten internationalen Ordnung setzt jedoch voraus, dass diese Regeln nicht selektiv, sondern universell angewendet werden – auch gegenüber den eigenen Bündnispartnern. Das wiederholte Scheitern an diesem Anspruch erklärt maßgeblich, warum der normative Führungsanspruch westlicher Staaten international zunehmend infrage gestellt wird.

          • @Zippism:

            Norwegen gehörte nicht zur Koalition der Willigen im Irakkrieg sondern im Gegenteil zu den größten Kritikern des US Vorgehens.

            Auf bitten Großbritanniens hat Norwegen 150 militärische Ingenieure abgestellt. Die waren eingebunden in die britischen Truppen und bis 2004 in Basra stationiert.

            Die Entsendung von norwegischen Truppen ohne UN Mandat wäre ein Verstoß gegen die norwegische Verfassung gewesen.

            • @Sam Spade:

              Der Hinweis zu Norwegen ist korrekt – Norwegen war kein Teil der „Koalition der Willigen“ und hat den Irakkrieg politisch kritisiert.

              Zugleich bleibt festzuhalten, dass Norwegen auf Bitte Großbritanniens militärisches Personal nach Basra entsandt hat und damit faktisch Teil der militärischen Nachkriegspräsenz eines völkerrechtlich hoch umstrittenen Krieges war – auch wenn dies verfassungsrechtlich als zulässig eingeordnet wurde.

              Mein Argument zielt jedoch nicht auf eine Gleichsetzung oder Schuldzuweisung einzelner Staaten, sondern auf ein strukturelles Problem: Westliche Staaten kritisieren Völkerrechtsbrüche autoritärer Regime zu Recht, wenden dieselben Maßstäbe gegenüber sich selbst und ihren Bündnispartnern jedoch häufig deutlich zurückhaltender an.

              Genau diese selektive Anwendung untergräbt die Glaubwürdigkeit des Anspruchs auf eine regelbasierte internationale Ordnung – unabhängig davon, ob einzelne Beteiligungen juristisch defensiv, indirekt oder politisch motiviert waren.

  • Wenn die Vorfahren des Autors auch so unsolidarische Schönwetterdemokraten gewesen wären, die immer nur zuschauen wie in Nachbarländern die Demokratie im Blut ersäuft wird und es nie so etwas wie echte länderübergreifende Bewegungen gegeben hätte, dann wäre er vermutlich heute noch ein Leibeigener einer brutalen Herrscherkaste.

    Die Politik der Grünen ist eine realistische und notwendige Reaktion auf den brutalen Angriff reaktionärer Kräfte, die uns wieder in dunkelste Zeiten zurückführen, wenn WIR das zulassen. Die einzige Sprache, did Putin versteht ist STÄRKE.

    Das ist Realpolitik.

    • @spaltarsch:

      Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie den Text gelesen und verstanden haben.

  • Anders als der Autor war ich nie Mitglied der Grünen, aber die Fragen die er stellt, beschäftigten auch mich.... bis vor einiger Zeit.

    Inzwischen habe ich es aufgegeben nach Erklärungen zu suchen.

    So wie die Sozialdemokraten sich vom traditionellen "linken Geist" und den Interessen der Durchschnittsbevölkerung entfernt haben,



    sind bei der "Führungsspitze" der Grünen kaum noch Spuren von ehemals vorhandener pazifistischer Haltung zu finden.

    Von linken Positionen ganz zu schweigen.



    Vor der Wahl in BaWü wird besonders deutlich, dass sich die Partei inzwischen zur "grün lackierten FDP" entwickelt hat.

  • "Die einseitige Militarisierung scheitert seit vier Jahren und verlängert Sterben und Zerstörung, um am Ende ukrainische Gebietsverluste doch nicht zu verhindern."

    Es ist natürlich ein Blick in die Glaskugel, aber ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass die Gebietsverluste der Ukraine im Falle einer Nichtunterstützung seit 2022 erheblich größer wären als das, was heute Putins utopische Forderungen sind. Abgesehen davon muss man davon ausgehen, dass es noch deutlich mehr Butchas gegeben hätte.

    "Genauso fatal ist die Ausgrenzung der russischen Zivilgesellschaft."

    Da würde ich durchaus mitgehen. Dass man vehemente Putin-Unterstützer boykottiert finde ich in Ordnung. Gleichzeitig hätte man deutlicher machen sollen, dass sich, von Putin aufgezwungene, Feindschaft nicht auf alle Russen beziehen darf.

    "gescheiterte Chamberlain’sche Appeasement-Politik"

    Die Politik Chamberlains wird noch immer von vielen unterschätzt. Ihm war bewusst, dass der Krieg nicht verhindert werden konnte, weil Hitler diesen unbedingt wollte. Chamberlain hat dem UK Zeit erkauft.

    • @Katharina Reichenhall:

      "Chamberlain hat dem UK Zeit erkauft."

      Wenn er das gewollt hätte, hätte er die Zeit genutzt. Hat er aber nicht.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Doch schon.



        Immerhin hat Großbritannien Stand halten können.



        Ob es das auch gekonnt hätte, wäre der Krieg bereits 1938 ausgebrochen, ist fraglich. Chamberlain hatte nicht die Möglichkeit, zwischen einer guten und einer schlechten Entscheidung zu wählen sondern nur zwischen einer schlechten und einer noch schlechteren.



        Die ukrainischen und europäischen Entscheider sind da heute in einer durchaus vergleichbaren Gemengelage.

  • Lieber Tom Bschor, nur wenn Sie Parteimitglied bleiben, können Sie in der Partei mitreden und mit Ihren Argumenten Parteibeschlüsse erwirken, die dann in den Fraktionen angepackt und umgesetzt werden müssen - sofern es die Mehrheiten erlauben. Mit dem Verlassen der Grünen haben Sie sich dagegen entschieden.

    Aber ketzt hier öffentlich in der taz lamentieren? Das hätten Sie sich und uns ersparen können. Warum bleiben Sie nicht bei Ihrem Thema: "Schuster bleib bei Deinen Leisten"! Die Krankenhausreform wird von vielen Seiten kritisiert. Da ist noch viel Luft nach oben und eine Lösung im Gesundheitsbereich für die vielen Probleme noch in weiter Ferne. Offenbar war Ihre Arbeit in diesem Bereich wenig zielführend. Also kümmern Sie sich!

    • @Sommerflieder:

      Echt, so reden die Mitglieder der Grünen untereinander? Da wundert mich der Ton, der oft nach außen angeschlagen wird, nicht wirklich...

  • Die Grünen im Wandel,



    von der Anti-Krieg und Anti-Aufrüstungspartei "Frieden schaffen ohne Waffen", zur "alternativen Wohlstandspartei" mit Lasten-EBike und Zustimmung zur Militäreinsätzen, Wehrpflicht und Aufrüstung.



    Jetzt brechen sie sogar in Brüssel die Brandmauer mit den Rechten. Es widert mich nur noch an, und die habe ich früher mal gewählt und unterstützt.

    • @Hans Dampf:

      Zuviel ehemalige Studis bei den Grünen, die neoliberale Studieninhalte inhaliert haben, sind unser großes Übel. Die wären bei der gescheiterten neoliberalen FDP besser aufgehoben, da könnten sie unserem Land wenigstens keinen Schaden mehr zufügen.