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Tausende Hitzetote in einer WocheDas unerhörte Massensterben

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Ende Juni starben in Deutschland 4.300 Menschen an Hitze – eine Katastrophe wie ein schweres Erdbeben. Ein Krisenstab auf höchster Ebene ist überfällig.

I n Venezuela gab es vor fast zwei Wochen ein dramatisches Erdbeben mit Tausenden Toten und noch immer viel mehr Vermissten. Die Regierung dort wird von Rettungsinstitution für ihre zögerliche Arbeit heftig kritisiert. Aber immerhin nennt sie, wenn auch zögerlich, Opferzahlen: 3.685 Tote wurden bisher offiziell gezählt. Gut, dass wir in Deutschland leben? Da würde die Regierung doch sofort …

Aber nein. Zeitgleich zum Doppelbeben in Südamerika überzog eine der heftigsten Hitzewellen Europa. In Deutschland wurden täglich neue Temperaturrekorde gebrochen. Die Autobahnen bröckelten, was immerhin ein paar Leute aufregte. Und seit Donnerstag ist bekannt: Innerhalb nur einer Woche starben in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 4.300 Menschen an Hitze. Laut Statistischem Bundesamt gab es in der letzten Juniwoche sogar 6.800 Tote mehr als zwei Wochen zuvor – eine Übersterblichkeit um 30 Prozent.

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Zahlen wie zu Corona-Weihnachten 2020

Um die Dimension dieser Zahlen zu verstehen: Solch dramatisch überhöhten Sterbezahlen pro Woche gab es selbst während Corona nur rund um Weihnachten 2020, als das Land in der zweiten Pandemiewelle komplett im Lockdown war und es noch keine Impfungen gab. Hitzetote gab es zwar auch schon in den Vorjahren, aber zumeist waren es laut RKI weniger als 3.000. Der Spitzenwert im Jahr 2018 lag bei 8.000 Hitzetoten – im ganzen Jahr und nicht in einer Woche.

Kanzler Friedrich Merz hat die Wörter Hitzewelle oder „Hitzedom“ nicht einmal angesprochen.

Was macht die Bundesregierung angesichts dieser nationalen Katastrophe? Kanzler Friedrich Merz hat die Wörter „Hitzewelle“ oder „Hitzedom“ nicht einmal angesprochen. Dabei hatten erst kurz vor der Hitzewelle 150 Organisationen mit einem Appell darauf hingewiesen, dass Deutschland nicht im Geringsten auf drohende Hitzedome vorbereitet sei. Und dass es im Extremfall bis zu 10.000 Tote binnen weniger Tage geben könne. Was in manchen Ohren nach Panikmache klang, ist noch im selben Monat Realität geworden.

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Besonders die Ältesten und Schwächsten trifft es

Wie schon bei Corona trifft es auch diesmal insbesondere die Ältesten, die Schwächsten. Wenn in einem Seniorenheim Dutzende Menschen durch ein Feuer sterben würden, wäre die Betroffenheit groß. Wenn sie an der Hitze krepieren, weil Klimaanlagen fehlen und selbst Notaufnahmen in Kliniken nicht auf Hitze ausgelegt sind, ist das nur noch mehr Öl ins Feuer des Klimawandels. Und niemand aus der Regierung schaut hin.

Nichts weniger als ein Krisenstab auf höchster Ebene ist angemessen, der dem mittelfristigen Umbau der Städte in hitzeresiliente Orte Dampf macht. Der Klimapolitik allerhöchste Priorität zumisst und sich um die sofortige Kühlung der am stärksten bedrohten Hotspots kümmert. In den nächsten Tagen droht vor allem im Südwesten Deutschlands wieder eine zunehmende Hitzebelastung. Und wieder werden Menschen sterben.

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Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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56 Kommentare

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  • Ich finde die gerade so hysterische Aufregung sowas von verlogen.

    Gerade hier in Deutschland, dem Land, den Klimaanlagen als amoralischer Luxus gelten.

    Außerdem bedeuten Klimaanlagen Klimaanpassung, und das ist ja vollends böse.

    Bedeutet es doch sich mit den Gegebenheiten des Klimawandels zu arrangieren, anstatt diesen zu verhindern.

    Das geht ja gar nicht.

    Und dann wird nach dem Staat gerufen, statt einfach selbst tätig zu werden.

  • Technologieoffen wurde gerade die Wärmepumpenförderung ausgesetzt. Die Reduzierung der Gaspreise über den Klimatransformationsfonds dagegen läuft unverändert weiter.

    Es ist ja leider nicht so, dass die Bundesregierung überhaupt nichts macht. Sie setzt halt nicht nachvollziehbare Prioritäten.

    • @Karl Schmidt:

      Entweder Förderung - oder steuerlich absetzbar. Letzteres ist weiterhin möglich. Bis zu 40.000 Euro.

    • @Karl Schmidt:

      „....wurde gerade die Wärmepumpenförderung ausgesetzt....."

      Ja, bis zum 21.07.26.



      Danach zu, meiner Meinung nach, nicht wesentlich geänderten Konditionen weiter.

    • @Karl Schmidt:

      "Nicht nachvollziehbare Prioritäten" ??? Das ist eine sehr freundliche Beschreibung von: AKTIVEM Handeln GEGEN die Bevölkerung / Lobbypolitik pur / Ideologie.

  • Krisenstab auf höchster Ebene? Wenn Du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis. Hatten wir nicht auch schon mal eine Klimakanzlerin?

  • 10tausende Hitzetote in Europa allein während der ersten Hitzewelle....und es geht weiter.



    Kein Entrüstungssturm in den Medien....



    Hitze Opfer mit Kreislaukollaps werden in Krankenhäuser eingeliefert und liegen und STERBEN in Patientenzimmern bei 34*, es sind die Alten, die Herzkranken, die Schwachen in unserer Gesellschaft.

    Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Altenheime zu 99 % ohne Klimatisierung......in Schulen, Arbeitsplätzen oft das gleiche Bild....dort trifft es aber nicht die Schwächsten der Gesellschaft.

    Allein in Deutschland wird es in diesem Sommer weit über 10tausend



    Hitzetote geben.....und keinen interessiert es wirklich.

    Aktuelle Internetrecherche..... in Hessen gibt es kein klimatisiertes Krankenhaus ...nur die OP Räume und Chefarztzimmrr sind klimatisiert.



    Auch Neubauten sind unklimatisiert......warum werden die Verantwortlichen Auftraggeber, die Planer , die Architekten nicht zur Verantwortung gezogen ?

    Meine Oma...Zustand nach Herzinfarkt, versorgt mit 5 Stents verstarb auf Station bei mörderische Hitze....das sie nach der Verlegung von der Intensiveinheit 12 Stunden kein Arzt gesehen hat, das Wochende darauf ohne Arzt Arztvisite verging....wen kümmert es .

  • Keine Diskussion: Alte und schwache müssen besser geschützt werden.

    Hitzetote werden nicht wirklich nach Fallzahlen ermittelt, sondern hochgerechnet. Erinnert an die Covid Zeit.

    Wenn man die Kurven aller Todesfälle 2023-2026 übereinander legt, befinden wir uns im aktuellen Jahr im Mittelfeld

  • Es ist richtig auf die gesundheitlichen Gefahren von Hitze hinzuweisen.



    Der Zusammenhang zwischen Wetter und Sterblichkeit ist allerdings durchaus komplex. So ist die Sterblichkeit in den Wintermonaten statistisch höher als im Sommer - trotz Hitze. Feuchtkaltes Wetter ist nämlich für vulnerable Gruppen ebenfalls sehr gefährlich (zB in Bezug auf Lungenentzündungen die gerade bei warmen Wetter deutlich seltener auftreten).

  • Klimawandel als DE allein bekämpfen das können wir nicht. Aber Klimawandelanpassungen durchführen, das könnten wir. Tun das aber auch nicht!? Was stimmt bei uns nicht?



    Bei 4.000 Toten pro Woche die Spielplätze dichtmachen während Corona, das ging!? Geld ausgeben auf Schuldenbasis zur Rettung von Firmen, ging auch.



    Letztlich wieder das gleiche themenübergreifende Bild im Lande: Geld ausgeben und verbieten, das geht. Strukturell Probleme lösen, innovativ sein, was Positives bewegen... das geht nicht. Armutszeugnis!

  • Vor ein paar Monaten wurde bei uns ein neues Altersheim, was sage ich, eine Seniorenresidenz, eingeweiht. Während der Hitzewelle mussten dort viele Zimmer wegen unerträglicher Hitze evakuiert werden. Keine Bäume, keine Verschattung der Fassade. Hab ich es schon gesagt? Keine Klimaanlage! Nun könnte man denken, je mehr Hitzetote, desto schneller handelt die Politik. Das scheint nun aber gerade das Problem. Es werden 5-stellig Beauftragte ernannt, Sprüche geklopft, egal welches Parteibuch die Akteure haben. Im Zweifel flüchtet man sich in den Klimaschutz. Das entlastet die Betreiber von Einrichtungen aller Art sofort. Sie brauchen ja nur noch auf die Rettung des Klimas zu warten. Ansonsten, morgens ganz doll lüften.

  • Ein dreifaches Hoch auf den deutschen Sommer und den fortschreitenden Klimawandel! Endlich zeichnet sich eine hocheffiziente und völlig kostenlose Lösung für die Krise unserer Sozialsysteme ab. Warum mühsam über die Erhöhung des Rentenalters oder die Sanierung der Pflegekassen streiten, wenn Petrus das Problem im Juli und August ganz pragmatisch über die Raumtemperatur regelt?



    ​Die steigende Übersterblichkeit unter den über 75-Jährigen in schlecht isolierten Dachgeschosswohnungen ist ein echter Segen für den Bundeshaushalt. Jeder dehydrierte Rentner schont die Staatskasse und entlastet das ohnehin kollabierende Gesundheitssystem. Dass die Politik Hitzeaktionspläne seit Jahren im Schneckentempo verschleppt, ist daher purer, genialer Staatsreichtum. Wer braucht schon klimatisierte Krankenhäuser oder begrünte Innenstädte, wenn man das demografische Problem einfach wegschwitzen kann? Darwinismus pur im Namen der Schuldenbremse. Prosit auf den nächsten Rekordsommer!

    • @amigo:

      Böse...aber sowas von zutreffend.

  • Die Reichen und Überreichen in unserem Land leben ganz sicher in klimatisierten Residenzen und können zur Not auch in kühlere Gefilde fliehen. Diese Leistungsträger, welche ihr Geld, Besitz, und Ländereien schon teils seit Generationen vererben, sind daher nicht bedroht. Sprich, es besteht kein Handlungsbedarf für Merz, den Millionär aus der Mittelklasse, und seine wackeren Verbündeten der neoliberalen, konservativen Sekte. 🤷

    • @Okti:

      Weder bin ich reich noch überreich, trotzdem haben wir Klimaanlagen in die Schlafzimmer der Kinder im Obergeschoss nachgerüstet.



      Das geht mit wenigen hundert Euro pro Raum.

  • Wäre reine Symbolpolitik.



    1. Noch zügigere Umsetzung der grünen Klimapolitik wäre zwar wünschenswert, nur bringt es eben nur was, wenn auch alle anderen Staaten wie z.B. die USA auch mitmachen. Und schnell wirkt das auch nicht.



    2. Umbau der Städte ist ausschließlich Sache der Kommunen bzw. der Länder. Der Bund kann da höchstens Mittel zur Verfügung stellen. Bei leeren Kassen wohlgemerkt und zuwenig Mitarbeitern in der Baubehörde.



    3. Schnell funktioniert hier nicht, weil alle baulichen Maßnahmen erhebliche Umsetzungszeiten haben.



    D. h. nicht, dass wir das nicht alles tun sollten, sondern im Gegenteil: Packen wir es an. Aber die politischen Instrumente sind schon lange da.

  • Wer ganz genau hinhört bei Friedrich Merz, kann sich den äußerst zynischen Gedanken nicht verkneifen, dass diese Toten - überwiegend Vorerkrankte und Ältere - für ihn bloße Kostenfaktoren sind, die nichts zum Wachstum beitragen.



    Sein Verhalten widerspricht dem zumindest nicht...

    • @Stac Pollaidh:

      Schönerweise vergisst Herr Kostenfaktor, dass er theoretisch in zwei Jahren seine Lebenserwartung erreicht hat.

  • Der Artikel beklagt völlig zurecht, dass in Deutschland verpasst wurde, Neubauten - vor allem öffentliche - mit Klimaanlagen auszustatten, um für die steigenden Temperaturen gewappnet zu sein.



    Einen Krisenstab halte ich aber für übertrieben.



    Ja die Hitze hat Tote gefordert. So wie im Winter Grippewellen auch Tote fordern und Übersterblichkeit erzeugen.



    Die Hitzewelle war fraglos für Mitteleuropa außergewöhnlich, aber sie hat keine Temperaturen erzeugt, die global unbekannt sind.



    41 Grad sind in sehr vielen Ländern der Welt völlig normal. Teilweise über Wochen.



    Die Lösungen liegen auf dem Tisch und sind kostengünstig sofort umsetzbar: Klimaanlagen, Hitzeschutzfolien für Fenster oder besser, Rollos.



    Ansonsten wird mir das Thema zu sehr gehypt. Meiner Ansicht nach soll hier verzweifelt über das Alibithema Hitzetote wieder Aufmerksamkeit für das Thema Klimawandel generiert werden, weil auf normalem Wege sich nur noch eine kleine Minderheit wirklich ernsthaft damit befasst.



    Die Menschen fahren weiter Auto, fliegen in Urlaub und heizen mit Gas - und das stinkt links.



    Dabei sollte man es doch mittlerweile gelernt haben: schlechtes Gewissen einreden oder Hysterie erzeugt nur Abwehrhaltung.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Also sollten wir alles achselzuckend hinnehmen, was irgendwo auf der Welt "völlig normal" ist?

      • @Der dreckich Katz:

        Wir sollen es nicht achselzuckend hinnehmen, aber wir müssen nicht in Hysterie verfallen.



        Bei Corona gab es kein Impfmittel, hier gibt es für wenige Euro Hitzeschutzfolien oder für ein paar hundert Euro eine Klimaanlage und die Gefahr ist gebannt.

        • @Astrid Sehnefeld:

          In Spanien gibt es Hitzeschutzräume, in denen Betroffene mit Wasser versorgt werden.



          .



          In Barcelona alleine über 500, 2020 gab es dort nur 70.



          .



          Ein so rasanter Ausbau geht nicht ohne den notwendigen politischen Fokus.



          .



          Man hätte bei einer Krisensitzung zukünftige Maßnahmen besprechen und Förderung für akute locker machen können.



          .



          Ja es gibt Länder in denen es noch wärmer ist, aber da gibt es eben längst Strategien zum Umgang damit.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Ja also richtige Hitzeschutzfolie kostet nicht wenig, und dann kommen noch die Kosten für die fach- und sachgerechte Anbringung durch eine entsprechende Firma hinzu. Ebenso bei Rollos, oder besser gesagt Rollläden, denn schlichte mit schlichten Baumarktrollos oder Vorhängen wirds nix mit dem Hitzeschutz. Ebenso bei Klimaanlagen, die zudem noch eine regelmäßig Wartung verlangen.

          So billig wie Sie sich das vorstellen wird es also für die Betreiber/Kommunen/Länder nicht.

      • @Der dreckich Katz:

        Ja natürlich! Was bringt es auch sich über Temperaturen aufzuregen mit denen andere Menschen seit eh und je leben müssen?

    • @Astrid Sehnefeld:

      Astrid S. so was von herzlos, sowas von uninformiert.....



      Der Herzinfarkt Patient liegt bei 34° auf Normalstation, die Oma mit versorgten Oberschenkelhalsbruch bei ebenfalls 34 ° das sind in vielen...IN VIELEN IN ZUVIELEN FÄLLEN.....oft Todesurteile.



      Eine herzlose Gesellschaft lässt unsere Alten, unsere Schwachen, unsere Hilflosen im Stich.

      • @Fairness85:

        Herzlos ist der Staat, wenn er Krankenhäuser ohne Klimaanlage baut.



        Ob die Oma aus ihrem Beispiel nun bei 34 oder 31 Grad im Krankenhaus liegt - BEIDES ist unangenehm und einer Genesung maximal gegenläufig.



        Patienten und Personal schwitzen nicht erst seit dem Klimawandel in Deutschland.



        Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht - fahrlässige Bauversäumnisse sind fahrlässige Bauversäumnisse

    • @Astrid Sehnefeld:

      Plötzlich ist es die selbsternannte Mitte, die kein Problem damit hat, wenn Deutschland zu Kalkutta wird. Wohin so eine ewige Abwehrhaltung einen alles führen kann.

      • @nihilist:

        Kalkutta...🙄



        Kein Ort in Deutschland wird zu Indien.



        Nicht mal annähernd.



        Hamburg wird zu Mailand, Frankfurt am Main zu Nizza vom Klima her.



        Das wars.



        In Mailand und Nizza leben die Menschen völlig problemlos.



        Wir müssen unsere Baukultur angleichen - Verschattung, Lüftung, Außenfarbe, Klimaanlagen - das wars.



        Wäre Hitze generell lebensfeindlich, flögen nicht Millionen und Abermillionen von uns ständig ans Mittelmeer, Karibik oder sonst wie südlich in Urlaub...🤷



        Wäre Hitze generell lebensfeindlich, wären Miami, Los Angeles bzw Hollywood, Las Vegas, Singapur und Co nicht die begehrtesten Wohnziele, sondern Oslo, Murmansk und vllt Helsinki...



        Wäre Hitze generell lebensfeindlich, würden Rentner nicht nach Thailand, Philippinen oder Griechenland auswandern, sondern nach Finnland oder Island🤷



        Hitze ist wie Kälte ein Zustand, der der Anpassung bedarf, mehr nicht.



        Menschen arrangieren sich seit jeher mit Kälte und Hitze - von den Inuit bis zu den Völkern am Äquator.

  • Ich hätte drei einfache Ideen:

    1. alle Straßen weiß streichen



    2. Verbot von Hochhäusern mit dunklen/schwarzen Scheiben



    3. auf allen Plätzen Springbrunnen, senken die Temperatur bis zu 5Grad Celsius

    • @Donni:

      Zum Vorschlag Weisse Straße - das klappt nur bedingt:



      "Die Resultate zeigen, dass durch den weissen Anstrich die Oberflächentemperatur gesenkt werden konnte. Im Juni wurde eine Abweichung von 7°C zur herkömmlichen Strasse gemessen. Dieses Ergebnis wird durch das Weiss streichen von Schienen (beispielsweise in Italien oder Österreich) bestätigt, wo ähnliche Grössenordnungen gemessen wurden.



      Die Massnahmen kommen jedoch auch mit Nebenwirkungen: durch die hohe Rückstrahlung steigt die gefühlte Temperatur um ca. 0,2 bis 0,5°C an. Durch die erhöhte Rückstrahlung erhöht sich zudem die Sonnenbrandgefahr. Die Lufttemperatur verringerte sich zudem nur geringfügig."



      port-of-switzerlan...kt-weisse-strasse/

      • @Astrid Sehnefeld:

        Das wußte ich nicht, war mir nicht bewusst, dass schon jemand anders die Idee mit der Reflektion hatte. Aber ok.

        Das mit dem Sonnenbrand halte ich für vernachlässigbar! Wer sowenig an hat und/oder keinen Sonnenschutz trägt ist selbst schuld, dann reicht nämlich auch die Strahlung von oben. Selbstverantwortung und Freier Wille sind dann die Zauberworte.

  • Sind die "an" oder "mit" Hitze verstorben?



    Im Ernst: Jeden Tag(!) sterben im Schnitt etwa 3000 Menschen in Deutschland. Das lässt sich nicht einfach abstellen, so gerne der Deutsche das hätte. Und die sterben irgendwann auch völlig unabhängig von der gerade herrschenden Temperatur!

    • @XXX:

      Wenn also Mitarbeiter von Krankenhäusern von der gleichen Überlastung, wie zur Hochphase von Corona sprechen, ist das ganz normal?

    • @XXX:

      Mit anderen Worten: stellt Euch nicht so an. Ob ein paar mehr oder weniger ist doch wurscht. Die Experten, die das auf die Hitze zurückführen sind allesamt unfähig, gell?



      Es geht darum, Menschen zu HELFEN - von der Regierung ausgehend. Das alles sollte man kleinreden, savvy??

    • @XXX:

      Man sollte sich besser doch mit den Fakten beschäftigen, bevor man unqualifizierte Kommentarre abgibt. Ich würde ihnen einen Freiwilligeneinsatz auf einer Pflegestation empfehlen. Nehmen Sie eine ohne Klimaanlage.



      Auch die Berechnungsverfahren für Übersterblichkeit muss man erst mal verstanden haben, bevor man zu einer sinnvollen Meinung kommt.

  • "Ein Krisenstab auf höchster Ebene"

    Soso. Ich fürchte bei unserer aktuellen Regierung ist das verschwendete Zeit.

    Die bekommen die Bahn nicht hin, die Autobahnbrücken nicht, die Wohnungsmisere nicht, CUM-EX-Betrug nicht, ach die Liste ist ja schier endlos.

    Da ist wohl kaum damit zu rechnen dass diese Lichtgestalten in Sachen "Hitzewelle" irgendwas auf die Kette kriegen.

  • Hitzetote bei unzureichender Klimatisierung von Krankenhäusern und Altenheimen, Schulen und Kitas - Wozu haben wir ein Wirtschaftsministerium?.



    Vorschlag für gesellschaftlich nützlichen Wirtschaftsleistung statt Marktreligion: Klimatechnik statt SUVs und Arbeitsplatzabbau.



    Notwendig sind Klimatisierunglösungen nach folgenden Kriterien:



    1. Überproduktionsspitzen bei Solaranlagen und der Bedarf an Klimatisierung fallen zeitlich zusammen - Klimatisierungsbetrieb mit auf Basis der Solarproduktion drängt sich als Lösung geradezu auf. Das geht ohne fossile Energie und Netzausbau besonders gut mit dezentralen, autarken, leicht installierbaren Kombi-Lösungen mit neuen oder bestehenden Solaranlagen.



    2. Die neue Generation von Klimageräten muss folgende Anforderungen erfüllen:



    - einfache Installation



    - hohe Effektivität



    - weitgehende Verwendung gut verfügbarer, preiswerter Rohstoffe



    3. Kapazitäten für Massenproduktion auf Basis bewährter automatisierter Anlagen.



    4. Vielleicht helfen Erfahrungen aus der Corona-Zeit: damals haben Ingenieure mit Elternverantwortung sich um die Entwicklung von unkomplizierter Lüftungstechnik mit Funktionalität für Infektionsschutz bemüht.

    Wer liefert?

    • @Christine_Winterabend:

      Nur nachts geht Kühlen dann nicht so einfach. Ist aber einigermaßen lösbar und wenn man den ganzen Tag kühlt, auch nicht mehr so sehr wichtig.

    • @Christine_Winterabend:

      Einfach Bürokratie abbauen, sodass Heimwerker die Splitgeräte selbst einbauen dürfen. Teuer sind die Teile nicht mehr - bis man nen Handwerker engagieren muss, dann wirds das 4-fache an Kosten.

      • @AllesWirdGuter:

        Naja - soll halt nicht jeder mit dem Kältemittel rumaasen weil das extrem umweltschädliches Zeug ist.



        Und die Klimabauer wollen natürlich Aufträge.

        Ich hatte ja schon Mal vorgeschlagen, dass der Schornsteinfeger (als Fachpersion für Emissionen) die Klimaanlage "abdrückt" und dann befüllt.

        • @Bolzkopf:

          Die Quick-Connect Teile kann man leicht auch selber machen und das was da bei Ner mittleren Anlage im Maximalfall rausgehen kann ist so viel wie ich mit 1000km Benziner verfahre. Außerdem gibt's mittlerweile auch Propan als Kühlmittel

          • @AllesWirdGuter:

            Natürlich - im Grunde sind die Anschlüsse idiotensicher.

            Aber wenn die Kältemittel wieder ohne Sachkundenachweis verkauft werden wird damit wieder rumgeeast.

            Da ist der Schornsteinfeger doch ein guter Kompromiss.

    • @Christine_Winterabend:

      Gibt es alles schon in jeglich erdenklicher Variante und in verschiedenen Preiskategorien. Muss man nur kaufen bzw. installieren lassen. "Kapazitäten für Massenproduktion". Das ist ein wenig amüsant. Was glauben Sie wie z.B. MIDEA seine Anlagen herstellt, die unter verschiedenen Namen vertrieben werden?

      • @Nachtsonne:

        So einfach ist es eben nicht, schon gar nicht wenn es um eine Vielzahl von Anlagen und Bedarf bei wenig vielen vermögenden Privatpersonen, also i.d.R. preiswerte Geräte, die leicht selbst zu installieren sind,w as im Übrigen auch erlaubt sein muss.

    • @Christine_Winterabend:

      Volltreffer



      Gerade Punkt 1 wird viel zu wenig erwähnt. Denn von einer PV betrieben sind Klimaanlagen nicht nur Energie-, sondern auch Wärme-neutral, da nur Energie verwendet und "gepumpt" wurde die eh lokal eingestrahlt ist.



      Punkt 2 haben wir ein Problem mit einer neuen EU-Verordnung. Früher durfte man eine Splitklimaanalge mit vorbefüllten Quick-Connect Anschlüssen selbst in Betrieb nehmen, konnte also für rund 600€ eine gute Inverterklima selbst montieren. Nun ist die Inbetriebnahme nur noch durch einen Handwerker mit Klimaanlagenschein erlaubt, das es sehr teuer macht. Und kaum ein Klimatechniker will diese Kleinaufträge, verlangt aber um die 4000€, wenn man alles über ihn machen lässt.

      • @Hans Dampf:

        Kann ich bestätigen - unter 4000€ für eine Split-Klimaanlage mit einem Inntenteil geht praktisch nichts. Mann kan die auch ohne Klimaschein selbst einbauen. aber das kann teuer werden, falls man keinen guten Bekannten mit Klimaschein hat und erwischt wird. Für die neuen klimafreundlichen Klimageräte mit Propanbefüllung benötigt man zwar keinen Klimaschein, aber den Gaschein, weil Propan leicht entzündlich ist. Ergebnis: Auch wieder mindestens 4000€. Für einen Selbsteinbau mit Kleinteilen, Leitungen, Halterungen, Ausleihen Vakuumpumpe und Gedöns braucht man etwa 1000€ aufwärts.

        • @Nachtsonne:

          Sinnvoll wären Klimaanlagen mit fabrikmäßig hermetisch geschlossenem Kältekreis (Monobloc). Die Übertragung der Kälte in die Wohnung müsste dann über einen zweiten Wärmetauscher erfolgen. Technisch kein großes Problem.

  • Sorry, aber kein Krankenhaus oder Altenheim muss auf die Politik warten. Beide brauchen keine Genehmigung der Bundesregierung um eine Klimaanlage einzubauen. Den Klimawandel gibt es nicht erst seit diesem Sommer, daher sollte man sich eher mal an die Betreiber von Krankenhäusern und Heimen wenden und fragen weshalb die immer noch keine Kühlung verbaut haben.

    • @charly_paganini:

      Natürlich müssen die Krankenhäuser warten, jedenfalls die öffentlichen. Die brauchen nämlich das Geld. Die technische Ausstattung öffentlicher KHs ist nämlich Aufgabe der Länder und Kommunen. Im Moment läuft das so: Der Bund hat für Klimamodernisierung einen Kreditrahmen zur Verfügung gestellt (nicht etwa nen Topf mit Geld). Länder und Kommunen verhandeln nun, wer was wie wann wie lange wofür womit für wen ab wann ausgeben darf. Dann kommen die strengen Ausschreibungs-, Prüfungs- und Antragsrichtlinien, werden die nämlich verletzt kann es zu ziemlich langwierigen Klagen zum Beispiel von potentiellen Anbietern kommen. Und erst dann können Kommunen für ihr Krankenhaus einen wie man hört ziemlich komplizierten Antrag stellen, jedenfalls wenn sie genug kompetentes Personal in ihrer Baubehörde haben. So läuft das. Und dann kommt hinzu: die Kommunen sind pleite. Viel von dem Geld dürfte in bestehenden Bauprojekten versickern, so dass für die Klimanachrüstung nur noch wenig übrig bleiben dürfte. Und dann muss noch gebaut werden.

    • @charly_paganini:

      "Sorry, aber kein Krankenhaus oder Altenheim muss auf die Politik warten. Beide brauchen keine Genehmigung der Bundesregierung um eine Klimaanlage einzubauen."

      Eine Genehmigung nicht. Aber Geld. Und da beide möglichst viel Gewinn für die "Investoren" abwerfen sollen, will man das natürlich nicht selbst zahlen, sondern wartet auf Geld vom Staat.

    • @charly_paganini:

      Ein Krankenhaus mit Klimatechnik auszurüsten, ist sehr teuer, vor allem im Nachhinein. Wenn Krankenhäuser schon laut darüber nachdenken, aus Kostengründen Kinderstationen zu schließen, ist auch kein Geld für KT da.

  • Wenn man sich die totalen Sterbefälle betrachtet, sieht die Lage seltsamerweise ziemlich gleichbleibend aus.



    de.statista.com/st...le-in-deutschland/

    • @Mopsfidel:

      Nein, die Jahre mit besonderer Hitze haben peaks. 2003, 2018 ….



      Aber ja, es sind nur ein paar Prozent.

    • @Mopsfidel:

      Diese Statistik betrachtet die Zahl der Sterbefälle pro Jahr zwischen 1991 und 2025. Sie enthält keine Angaben zum Monat Juni 2026. Im Übrigen zeigt sie sehr deutlich die Übersterblichkeit in den Corona-Jahren 2020 bis 2023. Darauf wird in der Fußnote auch hingewiesen.

  • Na, dann kann ich ja in Ruhe meinen Löffel abgeben,



    Und weiß wenigstens warum...

  • Ein Krisenstab der Bundesregierung? Welch eine Phantasie....



    DIESE Bundesregierung wird weitehin solche Folgen schlicht ignorieren, bestenfalls ein paar lauwarme Worte anlässlich einer Sonntagsrede plappern - das war's dann aber. Stattdessen wird weiter aktiv und wie besessen daran gearbeitet, jeden Klima- und Umweltschutz auszubremsen. Denn das stört die Profite der Wirtschaft und das geht nun gar nicht. Ein paar Tausend Tote - ja und? Was ist das denn gegenüber Profiteinbußen der Wirtschaft??