piwik no script img

Rücktritt von Bärbel Bas Nicht nur menschlich blank

Cem-Odos Güler

Kommentar von

Cem-Odos Güler

Der Rücktritt der SPD-Chefin offenbart die programmatische Leere der SPD in sozialen Fragen – und menschliche Abgründe in der Koalition.

I n Zeiten, in denen die Union für sich feststellt, dass sie wieder zu den Alltagssorgen der Menschen zurückfinden muss, ist es die Spitzenpolitikerin mit dem wohl größten biografischen Bezug zu diesen Fragen, die hinschmeißt. Der Rücktritt von Bärbel Bas als Arbeitsministerin und SPD-Chefin ist eine schlechte Nachricht für all jene, die von dieser Koalition auch nur Ansätze von Antworten auf die zentralen Fragen rund um Arbeit, Gesundheit und Wohnen erhofft hatten.

Mit ihrem Rückzug wird eine Beobachtung aus den vergangenen Wochen amtlich: Die Bundesregierung besteht aus zwei Parteien, die sich mit sich selbst beschäftigen. Bei ihrer zweitägigen Klausur verschloss die CDU unter Friedrich Merz erneut die Augen vor der Erkenntnis, dass migrationsfeindliche Parolen und ein Kuschelkurs mit den Unternehmen im Land eben nicht ausreichen, um irgendetwas voranzubringen.

Die SPD steht dagegen vor der Frage, von der sie glaubte, dass sie mit der Ernennung von Bärbel Bas als Arbeitsministerin kaschiert würde: Wofür steht diese Partei? Bärbel Bas konnte mit ihrer Aufstiegsbiografie und dem auf sie projizierten Ruhrpott-Charme eine sozialdemokratische Erzählung liefern, die dabei half, über die programmatische Leere der Partei in sozialen Fragen hinwegzutäuschen. Es war eben nur eine Erzählung.

Denn bei zentralen Themen wie dem Einknicken der SPD bei der Rückabwicklung des Bürgergelds, den Angriffen auf den Kündigungsschutz und den Achtstundentag oder dem Hin und Her bei der Rente für besonders langjährig Beschäftigte hat sich inzwischen ein Bild in das kollektive Gedächtnis eingebrannt: Bärbel Bas tritt mit zerknirschter Miene vor die Kameras und verkündet Entscheidungen, um den Koalitionsfrieden nicht zu gefährden. Oder schlimmer noch: Sie feiert für die Partei schmerzliche Kompromisse auch noch als Erfolg.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Kein Rückhalt selbst in Krisen

Dass es der SPD bei zentralen Fragen an eigenen Linien fehlt, ist aber kein alleiniges Versäumnis der Arbeitsministerin. Im Gegenteil: Bas stellte sich im Gegensatz zu ihrem Co-Parteichef immer wieder der massiven internen Kritik, begab sich beim Juso-Kongress ins Kreuzfeuer oder legte sich mit dem Arbeitgeberverband an – und bekam doppelt auf den Deckel, als sie danach kritisierte, dass sie dort ausgelacht wurde.

Neben den inhaltlichen Auseinandersetzungen werfen die menschlichen Abgründe, mit denen Bas ihren Rücktritt begründet, noch größere Fragen auf. Wie soll man gemeinsam in einer Regierung arbeiten, wenn man sich in katastrophalen Momenten wie dem Tod einer Stieftochter nicht auf aufeinander verlassen kann? Es scheint, dass die beiden Regierungsparteien nicht nur inhaltlich, sondern auch menschlich absolut blank dastehen. Für die kommenden Monate kann das nichts Gutes verheißen.

Cem-Odos Güler

Cem-Odos Güler Redakteur

Berichtet seit 2023 als Korrespondent im Parlamentsbüro der taz über Verteidigungsthemen und die SPD. Studium der Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Köln, Moskau und London.
Mehr zum Thema

94 Kommentare

  • Katharina Reichenhall

    Es ist offensichtlich so, dass die SPD nicht in der Lage ist, irgendetwas Substantielles vorzubringen, dass die Vorwürfe gegen den Koalitionspartner auch nur ansatzweise belegen könnte. Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass es da schlicht nichts gibt, was wiederum zeigt, was von der SPD inzwischen zu halten ist: Nichts.



    Sie versucht, irgendwie Profit aus diesem Rücktritt zu schlagen, indem fragwürdige Bilder gezeichnet und weinerliche Unterstellungen rausposaunt werden. Dazu ist es so schlecht und durchsichtig gemacht, dass fast jeder erkennt, dass das nichts als heiße Luft ist.



    Das ist wirklich unanständig, was die SPD da veranstaltet. Klingbeil, Schwesig, Miersch, alle wie sie da stehen zeigen, wo die SPD inzwischen angekommen ist.

    • Auweiowei

      @Katharina Reichenhall:

      Entschuldigen Sie bitte, aber selbst als erklärter 'Nichtgenosse' vermag ich keinen Zusammenhang zwischen der von Ihnen - sehr, allzusehr - beklagten Unfähigkeit, "irgendetwas Substantielles vorzubringen", und den "Vorwürfen gegen den Koalitionspartner" zu sehen. Und dass Sie das Wort "unanständig" in Ihrer Schlusspointe wie einen Bumerang einsetzen, ist so bloß wieder einmal die geläufige Rhetorik der 'Retourkutsche', aber eigentlich kein Argument.

  • M_Kli

    Was spielt es für eine Rolle wer, wann, was über den Trauerfall in ihrer Familie gewusst hatte oder hätte wissen sollen.



    Respektloses Handeln darf man „normalerweise“ und wenn es eine persönliche Belastung gibt, ist es auf einmal unangebracht?



    Ist das höhnische Lachen der Arbeitgebervertreter nicht immer unwürdig und respektlos, selbst wenn der Vortrag von Frau Bas nicht wirklich beeindruckend war?



    Muss man Frau Bas bei ihrer Aussage zur Einwanderung in unsere Sozialsystem wirklich einen Realitätsverlust unterstellen, oder könnte man auch wohlwollend die eigentliche Aussage (das ist nicht das primäre Problem bei der Finanzierung von Sozialleistungen) darin sehen?

    • FriedrichHecker

      @M_Kli:

      "Ist das höhnische Lachen der Arbeitgebervertreter nicht immer unwürdig und respektlos, selbst wenn der Vortrag von Frau Bas nicht wirklich beeindruckend war?"

      Nicht beeindruckend? Die auslösenden Formulierungen waren - diplomatisch gesagt - selbst im Kontext inhaltlich kaum als korrekt zu erkennen. Dagegen war Robert Habecks Insolvenz-Spruch eine rhetorische Meisterleistung. Aber der Lacher hat ja bei Frau Bas das größere Medienecho gefunden als der Inhalt...

  • PeWi

    Der "Tagesspiegel" berichtet heute, dass der JU-Chef Winkel, nachdem er in einem Gespräch mit der Redaktion scharfe Kritik am Ausbleiben der Gesetzentwürfe geübt hat, noch eine Mail an die Redaktion geschickt hat. Darin habe er ausdrücklich darum gebeten, den Namen von Frau Bas im Zusammenhang mit seiner Kritik nicht zu nenne, da sie seines Wissens nach gerade in einer persönlich sehr schwierigen Situation sei.

    Es hat wohl auch noch niemand die Aussage das Abgeordneten von Stetten widerlegen können, er habe von Frau Bas' persönlicher Notlage zum Zeitpunkt seiner Kritik nichts gewusst.

    Vielleicht haben die Spitzen von CDU und SPD die Information nicht weitergegeben, um Frau Bas zu schützen. Wäre für mich nachvollziehbar in einem politischen Umfeld, wo viele keine Hemmungen haben, Vertrauliches an die Medien weiterzureichen, wenn es ihren politischen oder persönlichen Zielen dient.

    Der Vorwurf der CDU könnte also wahr sein, die SPD greife sie wohl deshalb so scharf an, um von (möglichen) Fehlern von Frau Bas und der SPD-Spitze im Umgang mit der Situation abzulenken.

    Man muss Merz nicht mögen, aber das heißt nicht, dass er immer alles falsch macht.

    • Hitchhiker

      @ PeWi:

      Das wundert mich auch und auch wieder nicht, dass es bis jetzt keine Belege gibt und dennoch viele drauf anspringen.



      Sollten sich keine Belege finden lassen, um darzulegen, warum es unmenschlich war bzw. Menschlicher Abgrund, was auch heftige Anschuldigungen sind, dann könnte man auch mal überlegen, ob nicht der Tod und die Krankheit einer Frau instrumentalisiert wurde, um andere verächtlich zu machen.

      Dies wiederrum, wären nicht minder menschliche Abgründe.

  • Nachtsonne

    Frau Bas leitete das wichtigste Ministerium für die notwendigen Reformen. Soweit bekannt, hat dieses Ministerium keine verwertbaren Reformvorschläge vorgelegt. Das wird nicht an den Fähigkeiten der Ministerialbeamten gelegen haben, sondern am Unwillen von Frau Bas. Warum der Kanzler das akzeptiert hat, bleibt sein Geheimnis. Es gibt kein Arbeitsergebnis von Frau Bas, das in Erinnerung bleibt. Außer bremsen hat sie nichts erreicht. Manch einer mag das für ein positives Ergebnis halten, die Mehrheit der Wähler wohl eher nicht. Dann zum Schluss gegenüber der CDU nachzutreten ist unprofessionell und spricht nicht für Frau Bas. Wer so ein Spitzenamt innehat, der muss Druck als Bereicherung empfinden. Ihre Amtsnachfolge wird vielleicht frühestens Ende des ersten Quartals 2027 Ergebnisse vorlegen. Wieder Stillstand! Wir wissen, wem das nützt.

    • Auweiowei

      @Nachtsonne:

      Bevor Sie aus dem Ministerium, dem Frau Bas vorstand, einfach eines für "notwendige Reformen" machen (womit der soziale Kahlschlag umbenannt und bemäntelt werden soll), sei daran erinnert, dass es vorerst immer noch 'Bundesministerium für Arbeit und Soziales' heißt.

      An Ihren Spekulationen über den Arbeitsstil von Frau Bas möchte ich mich nicht beteiligen. Die gehören wohl eher in den Bereich 'üble Nachrede'. Und ich bin durchaus kein SPD-Parteigänger.

      Was mich aber echt stört, ist der Pluralis Majestatis [finalis] "Wir wissen..." , den Sie am Ende selbstredend aus dem Hut zaubern. In meinen Ohren klingt er im Kontext ("Wieder Stillstand!... wem das nützt.") ziemlich anmaßend und von oben herab, fast wie ein Appell auf dem Kasernenhof (einprägsame Kürze und viermalige w-Allitteration).

      • Nachtsonne

        @Auweiowei:

        Das Lesen der Kommentare ist freiwillig. Die Mehrheit der Wähler erwartet Reformen, die Ihnen eher nicht gefallen werden. Kommt es nicht zu diesen Reformen, fällt die Brandmauer. Das ist ein einfacher Zusammenhang.

      • PeWi

        @Auweiowei:

        Man kann sicher auch über die Wortwahl von Nachtsonne, oder von Ihnen streiten. Aber die Maßnahmen, für die Frau Bas' Ministerium die Gesetze auszuarbeiten hatte, sind in "Runden" besprochen worden, an denen sie in ihrer Rolle als zuständige Ministerin und Co-Parteichefin teilgenommen hat. Hätte sie die Maßnahmen auch als "sozialen Kahlschlag" eingeordnet, hätte sie nicht zustimmen dürfen und möglicherweise von ihrem Ministeramt zurücktreten müssen.



        Ich glaube, die wenigsten hier kritisieren, dass sich Frau Bas' in ihrer Lage eine Auszeit genommen hat, ja nehmen musste. Als meine Eltern im Sterben lagen, kam ich auch an den Punkt, wo mir mein Job völlig egal war.

        Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht klar, warum nicht dafür gesorgt worden ist, dass der Betrieb im Ministerium weiterläuft. Da herrscht offenbar eisiges Schweigen auf Seiten der Beteiligten. Das sollte jetzt nicht das zentrale Thema der Debatte sein, aber mittelfristig wäre es gut, das zu erklären.

        Sonst könnten Nius & Co nicht ohne Grund sticheln, dass ein Riesenhaus mit vielen hochbezahlten Leuten noch nicht mal eine Vertretungsregelung hinbekommt.

        • Auweiowei

          @ PeWi:

          Ich habe mit Ihrer (salomonischen?) Zurechtweisung meiner "Wortwahl" kein Problem. Das gehört gewissermaßen zum Geschäft. Soviel vorweg.

          Ich hoffe aber inständig, dass Sie vom "Schweigen auf Seiten der Beteiligten" (im ganzen Apparat des Ministeriums?) nicht auf dem Umweg über das Hetzblatt Nius erfahren haben (das sich gleichwohl als "Herzblatt" bestimmter Leute zu inszenieren versucht...). Ich gehe also davon aus, dass Sie das Insider-Wissen aus zuverlässiger Quelle geschöpft haben.

    • Altbayer

      @Nachtsonne:

      Was hat es mit nachtreten zu tun, wenn man sich selber schützt?

      Übrigens ist es ganz gut, dass es Juristen gibt, sonst wäre der Merzsche Rasenmäher schon lange nicht nur durch die PNU, sondern gerade auch durch Ihr Arbeitsleben gerast!

      Herr Merz versucht nichts anderes, als allgemein !durchzusetzen, was er dort so erfolgreich ausprobiert hat.

    • Perkele

      @Nachtsonne:

      Das ist eine sehr einseitige und unfaire Betrachtung. Frau Bas ist ein Mensch und kein Mensch kann, soll und schon gar nicht muss "Druck als Bereicherung" empfinden. Was ist das für eine seltsame Einstellung gegenüber Mitmenschen? Und wenn Herr Merz ein Vorwurf zu machen ist, dann der, seine Wirtschaftsministerin nicht zu stoppen, die unbestritten und wissentlich Schaden auf Land und Leute bringt - durch Untätigkeit, gar Behinderung von wirtschaflichem Fortschritt und Förderung der Abhängigkeit von anderen Staaten. DAS ist beklagenswert.

  • Querbeet

    Story telling! Es ist immer wichtig, eine gute Erzählung zu haben.



    Hier Bas in der Rolle des Opfers eines eiskalten Politbetriebs.



    Ich wüsste nicht, was in den letzten zwei Wochen im Umgang anders gewesen wäre als zuvor.

    • Deep South

      @Querbeet:

      Zumal es noch vor kurzer Zeit hieß, Bas stehe in den eigenen Reihen enorm unter Druck, die Basis rebelliert und würde sowohl Klingbeil als auch Bas gern in die Wüste schicken.



      Falls es so ein sollte, dass es persönliche Angriffe unter der Gürtellinie gab, dann ist das klar zu verurteilen. Immer. Vorstellbar ist das für mich schon. Das sie beim Arbeitgeberverband ausgelacht wurde gehört nicht dazu.



      Nur hab ich in der gesamten Berichterstattung dazu nicht ein einziges Beispiel gehört oder gelesen. Für das Urteil "menschliche Abgründe" oder wie in einem anderen Artikel angeführt "Sexismus" muss man schon was vorlegen. Wenn nicht, klingt das Ganze doch arg aufgepumpt und eher, wie ein Rücktritt, bei dem dem Koalitionspartner nochmal eine mitgegeben wird. Ist für mich auch vorstellbar. Leider.

    • Oma

      @Querbeet:

      Ja. Ich habe inzwischen Klingbeils Kommentar zum Vorgang gehört und musste gleich an Lindners D-Day-Pyramide denken. Wir sind wohl gerade zwischen Phase 2 und 3.



      Merzens Nachtreten ist genauso peinlich. Er ist der Chef des Ganzen. Aber Außenpolitik macht halt mehr Spass als sich drum zu kümmern, dass das Kabinett zuhause vernünftig arbeitet.

  • Oma

    Bas hatte mit einem der wichtigsten Ministerien eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe. Verantwortung bedeutet auch, dass man, sobald man aus persönlichen Gründen nicht mehr ausreichend belastbar ist, das mit seinem Vorgesetzten und wichtigen Kollegen bespricht und gemeinsam eine Lösung sucht, z.B. durch Abgabe der Verantwortung oder einzelner Aufgaben. Wenn sich jemand an eine Position klammert, der er nicht mehr ausreichend nachkommen kann, muss der Chef das sehen und ein klärendes Gespräch führen. Das hat Merz wohl versäumt oder nicht richtig hingekriegt. Was da gelaufen ist, ist von beiden Seiten ziemlich unmöglich. Zum Abschied über die Kollegen lautstark herzuziehen, gibt auch kein gutes Bild ab. Offene Rechnungen erledigt man diskret. Bas hat schon früh begonnen, die Opposition innerhalb der Regierung zu spielen. Genau das, was einem nach den Ampeljahren so richtig zu den Ohren rauskam. Auf der anderen Seite das gleiche Spiel. Wenn das so weitergeht, schwant mir nichts Gutes für die nächste Wahl. Man kann nur beten, dass Schweitzer ein Glücksgriff ist wie seinerzeit Pistorius, der als Ersatz für Lamprecht schnell zum beliebtesten Regierungsmitglied und SPDler avancierte.

    • PeWi

      @Oma:

      Ich spekuliere jetzt, aber kann man wirklich ausschließen, dass Merz das Problem sehr wohl gesehen hat, aber seine Gesprächsangebote von der SPD mit dem Hinweis abgeblockt wurden, das regele man SPD-intern und dulde da keine Einmischung des Koalitionspartners?

      Es hat schon vor dem Rücktritt Kritik an Frau Bas gegeben, aber meiner Erinnerung nach setzte das, was Sie "herziehen" nennen, nach der Rücktrittsankündigung erst ein, nachdem aus SPD-Kreisen die CDU angegangen worden ist.

      Aber das eigene (Partei-)Ego im Sinne des "großen Ganzen" zurückzunehmen, scheint bei einer SPD, die nach einer Wahl an die zweite Stelle gerückt ist, eine zu große Zumutung zu sein. In Rheinland-Pfalz gibt es das auch, allerdings ist man da diskreter.

  • Strolch

    Frau Bas hat ein Ministerium mit vielen Mitarbeitern. Da müsste doch eine/r sein, der sie zwei Wochen vertreten kann. Es kann doch nicht sein, dass 1000 + X Personen nichts machen können, weil die Chefin ausgefallen ist. Wenn ihr da keiner den Rücken frei gehalten hat, sind eher dort die Abgründe zu suchen als beim Politikbetrieb.

    • oricello

      @Strolch:

      Also Entschuldigung, ich will Ihnen nicht zu nahe treten, was soll das denn mit den 2 Wochen??? Haben Sie schon mal ein Kind verloren? Sie haben vielleicht keine Ahnung wie lange angeschlagen oder taumatisiert man in einem derart nahen Trauerfall sein kann, da reichen sicher weder 2 Wochen noch 2 Monate.

      • Altbayer

        @oricello:

        Oricello gerade im ÖD wird nach spätestens 3 Monaten erwartet, dass man wieder funktioniert. Es ist immer wieder schön, wenn einem ausgerechnet der angestellte Vorgesetzte, der pausenlos Druck macht, erklärt; das oberste Ziel wäre stets die eigene Gesundung einer verbeamteten Persönlichkeit! Ansonsten danke ich Ihnen für die menschliche Haltung.

        • PeWi

          @Altbayer:

          Ich kenne Ihre persönliche Situation nicht, aber in der Behörde, in der ich arbeite, wird man nach einer längeren Erkrankung, die genaue Frist kenne ich leider nicht, nicht sofort wieder Vollzeit eingesetzt, sondern es gibt eine Wiedereingliederungsphase mit zunächst reduzierter Arbeitszeit.

          Und nach allem, was ich so mitbekommen habe, scheint unser sonst sehr vorschriftenfixiertes Personalreferat hier erfreulich flexibel und einfühlsam vorzugehen und die Genesenden nicht zu überfordern. Was ja auch im Sinne der Dienststelle ist. Was nützt es, jemand am Anfang zu überfordern, wenn das Ergebnis dann darin besteht, dass er oder sie nochmal und für längere Zeit ausfällt.

          Ich bin mir auch klar, dass es Erkrankungen gibt, wo drei Monate nicht zur Genesung reichen. Dennoch ist das ein relativ langer Zeitraum, und in Ihrem Fall scheint die Crux ja nicht in den Vorschriften zu liegen, sondern bei ihrem Vorgesetzten. Wobei ich nicht ganz verstehe, was an der zitierten Aussage über das "oberste Ziel" so falsch ist.

      • Strolch

        @oricello:

        Dies war etwa der Zeitraum, an dem sich der Streit und der Vorwurf an dem "Politikbetrieb" entzündete.

    • Il_Leopardo

      @Strolch:

      Es gibt 3 beamtete Staatssekretäre und 2 parlamentarische Staatssekretärinnen.

  • Land of plenty

    Wieder ein Erfolg für Nius und sein Finanzier Gotthardt von der CDU. Hetzen und killen. Making a killing.



    Nun: Jacinta Ardern war in Neuseeland auch zurückgetreten. Kommt grundsätzlich eben vor. Verhandlungsmarathon bis in die Nacht. Aber das ist es eben nicht allein.



    Faustrecht auf den Straßen, in der Politik.

  • realnessuno

    Solange das alte Märchen von "Wachstum" immer noch in den Köpfen der Politiker und Bürger (!) herumspukt, haben echte Fortschritte kaum eine Chance.



    Eine Personalveränderung ist da völlig egal, denn zuviele Leute haben einfach Angst um Arbeitsplätzchen bzw. denken, dass es "der Wirtschaft" gut gehen müsse und akzeptieren dann, dass man Konzerne und Gier fördert und Umverteilungsmechanismen von unten nach oben installiert.

    Aber wenn das so weitergeht dann verfestigt sich unser Überwachungsstaat, denn der Pöbel muss ja in Zaum gehalten werden. Die Anfänge sieht jede/r jetzt schon (hoffentlich). Die "KI" Technologie um uns alle in kurzer Zeit einzuschätzen ist auch schon in den Startlöchern.

    Vorsicht, Leute. Vorsicht, Demokratie. Seid wachsam.

    • Jens Köster

      @realnessuno:

      Die Notwendigkeit von Erwerbsquellen ist doch nichts Abstraktes, und "die Wirtschaft", das ist auch nichts Abstraktes, ihr Erfolg oder Mißerfolg entscheidet letztlich über die Bezüge der Mitarbeiter und letztlich indirekt auch über die Bezüge derjenigen, die im Staatsdienst sind oder auf andere Weise von Zahlungen der öffentlichen Hand abhängen.

      • Altbayer

        @Jens Köster:

        Herr Köster - 2016 waren die meisten Postgebäude für exakt eine Milliarde (!) Euro verkauft. Der Herr, der dies verantwortete, war genau ein Vierteljahr dafür zuständig. Im gleichen Jahr begann Herr Merz seinen Siegeszug bis 2020 bei Blackrock. Sicherlich Zufall, dass Blackrock 20% der Post-Aktien besitzt, oder?!? Wir reden von weit über 187 Gebäuden, die teilweise so schön wie das sogenannte "Frankfurter Schloß" in bester Lage sind!

    • Auweiowei

      @realnessuno:

      Einverstanden, got the message.



      Trotzdem, beg your pardon, kleiner ironischer Schlenker:



      Bin wachsam, schon seit längerer Zeit, bin sozusagen in Habachtstellung alt und älter geworden - und, ehrlich, ich schlafe inzwischen auch vor lauter Wachsamkeit immer schlechter.



      Brave New World.



      Sorry.

    • Selbstauslöser

      @realnessuno:

      Kernelement des „Wachstumsmärchens“ ist der Zauberspruch: „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Die böse Hexe und der schwarze Zauberer heißen Kapitalismus und Faschismus. Korruption heißt ihr Diener, und die Angst ist ihr magisches Reittier. Gemeinsam praktizieren sie das „Recht des Stärkeren“, fördern Konkurrenz in allen Lebensbereichen, und verdunkeln damit unser Denken, verhärten unsere Herzen. Und richtig: der Palantir ist eines ihrer mächtigen Werkzeuge, um das Volk zu kontrollieren.



      Das Märchen vom Wachstum. -

      • Altbayer

        @Selbstauslöser:

        Alleine diesen Absatz würde ich gerne kopieren, und in einem Buch verwenden! :) - Schade, dass in der heutigen Zeit sofort KI dahinter vermutet werden würde! Super!

  • sivo

    Frau Bas stand einer Behörde vor, mit ca. 1.400 Mitarbeitern, darunter 5 Staatssekretären. Das größte Ministerium der Bundesregierung.

    Auch wenn die oberste Chefin ausfällt, aus welchen Gründen auch immer, muss es möglich sein, dass die Arbeit in dieser Behörde weitergeführt wird.

    Das finde ich das eigentlich Erschreckende an der Causa Bas.

    • Altbayer

      @sivo:

      Sivo wenn es darum geht, jemanden zu opfern, erscheint es immer so, als wäre die Behörde, oder das Ministerium, komplett (!) führungslos gewesen, und geworden. Bei diesem Merz'schen Ammenmärchen wird keiner der über 80.000 abgebauten Beamten, alleine bei der Telekom, Herrn Merz auch nur eine Silbe glauben.

  • Thomas2023

    Direkte Angriffe, vor allem bei dem nachvollziehbaren Trauerfall in der Familie gehen definitiv nicht.



    Aber zumindest in den letzten 2 Wochen kann ich keine öffentlichen Angriffe direkt an Ihre Person in den Medien finden. Und die würden sicherlich jetzt alle veröffentlicht.



    Es findet sich sehr wohl Kritik das ihr Ministerium nicht schnell genug liefert. Damit ist sie als Ministerin natürlich auch angesprochen, aber bei einem Jahresgehalt über 1/2 Million € muss sich jemand der an der Spitze steht schon mal Fragen gefallen lassen. Mit allen anderen Politikern wird auch nicht zimperlich umgegangen.



    In meinen Augen soll jetzt bewusst von den Problemen in der SPD abgelenkt werden und Druck auf die CDU aufgebaut werden um noch mehr SPD-Themen durchzudrücken. Da wird schnell vergessen, das die SPD zumindest was das Wahlergebnis angeht nur der kleine Juniorpartner in der Koalition ist. Dafür hat sie verhältnismäßig viel Gewicht bekommen.

  • Filou

    Einen geliebten Menschen zu verlieren ist für jeden sehr schwer und benötigt Zeit der Trauer.



    Frau Bas ist in ihrem Ministerium nicht alleine, hat viele Mitarbeiter und Staatssekretäre. Diese hätten die Gesetzesvorlagen vorbereiten und ausformulieren können. Frau Bas wollte das anscheinend auf die lange Bank schieben, das ist ihr vorzuwerfen.



    Und was Beschimpfungen angeht, das müssen auch andere Politiker ertragen und aushalten.

  • Pico

    Diese Koalition ist sozialpolitisch mausetot. Frau Bas kann dort in sozialen Fragen nicht punkten. Und die SPD muss begreifen nicht in einer Koalition einzutreten, wo diese Werte mit Füßen getreten werden.



    Lieber nicht regieren, als grottenschlecht zu regieren.

    • Günter Witte

      @Pico :

      Der Koalitionsvertrag CDU/SPD lag vor bevor die Minister ernannt wurden und damit auch die Ziele dieser Regierung. Wenn jetzt Frau Bas aus ihren persönlichen Politischen Ansichten diese Ziele ablehnt hätte Sie halt auf das Ministeramt verzichten müssen. Aber als Opposition in der eigen Regierung mit Arbeitsverweigerung zu reagieren ist ein sehr schlechter Stil.

  • Woodbine

    Wofür steht die SPD? Für einen chronischen Schrumpfkurs als Koalitionspartner der Union. Erfolge verbuchte die CDU allein für sich, das Miese haftete an der SPD. Jetzt gilt das Motto: Wachstum (um jeden Preis ?) und Wirtschaft fördern. Die hat jahrelang enorm von der Agenda 2010 profitiert: qualifizierte Arbeitskräfte für Geringverdiener-Löhne en masse. Angestellte, die fast alles mitmachen, aus Angst vor einem Absturz in "Hartz4". Damit begann der Abstieg der SPD: Erinnere mich noch an den Wahlkampf von 98: "Mehr soziale Gerechtigkeit!" Es wurde gesagt, ALLE würden den Gürtel enger schnallen müssen. Teil 2 der Agenda 2010 (SPD und Bündnis 90 / Die Grünen unter Kanzler Schröder) wurde dann jedoch nie umgesetzt. Damit begann die Wählerflucht bei der SPD. Man fühlte sich verraten.



    Ich wünschte, die Unionsparteien wären bereit, auch Ihrer Kernwählerschaft einen der viel zitierten Multikrise angemessenen Beitrag zuzumuten. Vielleicht klappte es dann auch besser mit dem Koalitionspartner.



    Mein Respekt an Frau Bas. Schade, dass heute so viel "Bullshit" einfach durchgeht.

    • PeWi

      @Woodbine:

      Wo leben Sie denn? Wenn die aktuellen Umfragen stimmen, hat die CDU gegenüber der Bundestagswahl gut die Hälfte ihrer Wähler verloren, während die AfD mehr als doppelt so hohe Werte einheimst.

      Selbst wenn die CDU alle Erfolge für sich allein verbucht, nimmt es ihr ein großer Teil ihrer Wähler offenbar nicht ab.

      Holen Sie mal tief Luft und "schmökern" sie ein wenig in den Kommentarspalten von FAZ und Welt. Da werden sie Klagen en masse darüber finden, dass die CDU sich von der SPD ständig über den Tisch ziehen lasse. Und diejenigen, die Merz als Pinocchio oder Lügen-Fritz bezeichnen, tun das sicher nicht, weil er zu wenig linke Politik macht, sondern in deren Augen eher das Gegenteil.

      Dabei ist jetzt egal, ob dieser Eindruck mit der Realität übereinstimmt. Gewählt wird, nicht nur von Rechten, oft nach Gefühl.

    • Auweiowei

      @Woodbine:

      Alles richtig erkannt.



      Es soll ja - früher mal - von der SPD sogar zu hören gewesen sein: "Mehr Demokratie wagen!"

  • Marcelo

    Sie bekommt so viel Gehalt da muss man Druck und auch Kritik auch wenn es persönlich zu Hause schwer fällt aushalten! Wenn die privaten Probleme die beruflichen Arbeiten hindert muss man kündigen oder in diesen fall zurücktreten oder halt sich krank schreiben lassen! Die Kritik der CDU das die SPD nicht voran kommt ist berechtigt und da hat Frau Bas mitzuverantworten. Nochmal kann s sie es nicht muss sie sich halt freistellen oder wie bereits geschrieben. Es gibt in Deutschland kein Beruf wo du so viel liefern muss wie Bundespolitik weil jeder achtet auf dich

  • c. F

    Ein schwieriges Thema. Ein Kind zu überleben, ist eine Erfahrungen die ich emotional nicht nachvollziehen kann. Ohne Vorwurf: Warum hat Bas keine Pause gemacht und sich vertreten lassen? Auch wenn die Regierung in einer schwierigen Situation ist, hätte ich, und wahrscheinlich viele Andere auch, Verständnis gezeigt. Einen geliebten Menschen zu verlieren, der zu früh stirbt, ist wie eine schwere Erkrankung, man ist fix und fertig.



    Andererseits: Wir sind eine Kultur der Widersprüchlichkeit. Auf der anderen Seite wollen wir Kontroversen, Polarisierung, Streit, nicht alles so empfindlich nehmen usw, sogar bei der DFB-Auswahl wird von Verweichlichung oder mehr Härte gesprochen. Wenn das alles dann stattfindet, dann finden wir es nicht gut.



    Abgesehen davon, wer wieder Mist baut, ist Merz: nicht nur das Merz zu einem Verschwörungstheoretiker mutiert (Sachsen-Anhalt), blockt er jede Kritk wieder ab. Statt Respekt zu zeigen, eventuelle Fehler zu untersuchen, sagt er nichts anderes als, ich habe nichts falsch gemacht. Wenn eine Person auf dem Boden liegt, tritt man nicht auf sie drauf. Diese Respektlosigkeit ist das eigentliche Problem.

    • Querbeet

      @c. F:

      Ein Kind überlebt? Die Stieftochter war in ihrem Alter. Wohl eher Freundin als Kind.

      • Helene10

        @Querbeet:

        Mag ja sein. Aber das muss nicht viel an der Trauer ändern …

  • KLaus Hartmann

    Ihre ungerechte Rentenreform ist Bärbel Bas, SPD zum Verhängnis geworden. Früher mutig und streitbar ist sie heute den bequemen Weg gegangen und hat sich ohne Not mit der Merz-CDU ins Bett gelegt. Die abschlagsfreie Rente mit 45 preisgegeben, Beamte mit ihren absurden Privilegien hofiert und gegen die überfällige Pensionsreform gestimmt. Ich denke, dass der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer, SPD dieser Reform noch ein sozialdemokratisches Gesicht geben kann und wird. Also nur Mut liebe SPD, kämpft endlich wieder für Arbeiter und Rentner! Und nicht nur für Beamte und eh schon Reiche. Macht echte sozialdemokratische Politik! Manuela Schwesig, SPD kann euch dabei sicher auch helfen. Und Hubertus Heil, SPD vielleicht auch.

    • PeWi

      @KLaus Hartmann:

      Ihnen scheint entgangen zu sein, dass von der "Rente mit 45 Beitragsjahren" auch viele Büromenschen profitiert haben, von denen keineswegs alle beim Ruhestandsbeginn bereits so ausgelaugt waren, dass sie, anders als viele körperlich hart Arbeitende, nicht noch bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter hätten weiterarbeiten und Beiträge in die Rentenkasse einzahlen können.

      Und eventuell hätte Frau Bas auf der Arbeitgebertagung statt klassenkämpferischen Beschimpfungen diese Leute in ihrer Ansprache besser gefragt, warum sie den ihnen durch die Rente mit 63 entschlüpfenden Mitarbeitern kein finanziell so verlockendes Angebot gemacht haben, dass die weitergemacht haben.

      Wenn es darum geht, Leute bei Weiterzahlung des Gehalts freizustellen, oder durch Abfindungen die Belegschaft zu verkleinern, ist doch auch genug Geld da. Zumindest bei größeren Betrieben.

      • Encantado

        @ PeWi:

        "...dass sie, anders als viele körperlich hart Arbeitende, nicht noch bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter hätten weiterarbeiten und Beiträge in die Rentenkasse einzahlen können."



        Arbeiten und einzahlen bis zum sozialverträglichen Ableben, oder wie?

      • FriedrichHecker

        @ PeWi:

        Und selbst Ihnen ist entgangen, dass inzwischen "45 Beitragsjahre" nicht mehr "45 Jahre im Arbeitsleben" heißt, weil auch Lücken in der Erwerbsbiographie zählen, so lange in irgendeiner Form Ersatzansprüche bestehen, ohne eigene Beiträge bezahlt zu haben.

  • Karla Columna

    So ganz hat sich mir nicht erschlossen, warum man sozusagen nun auch in die menschlichen Abgründe der Koalitionspartner mit einbezogen werden musste. Bei der SPD und Bärbel Bas konnte ich verstehen, dass sie in einer Trauersituation vielleicht von dem mangelnden Verständnis der Kollegen enttäuscht ist. Ich glaube auch nicht, dass das reine Taktik war. Es mag dem emotionalen Ausnahmezustand geschuldet sein. Bei Merz schüttelt man jedoch wieder mal den Kopf, weil er doch einfach nur sein Mitgefühl (Ob vorhanden oder nicht)und beste Wünsche hätte öffentlich ausrichten können, ohne in Rechtfertigung und das Zurückweisen von Vorwürfen verfallen zu müssen. Zumal doch sowieso niemand glaubt, dass im Politbetrieb wahnsinnig viel menschliches Verständnis füreinander da ist.

    • Auweiowei

      @Karla Columna:

      Im Grunde kann sich doch keine*r "die menschlichen Abgründe" (diese ach so 'menschlich-allzumenschlichen', hätte man wohl früher gesagt...) innerhalb der CDU vorstellen. So oder so ähnlich habe ich den Fraktionsvorsitzenden heute früh im Deutschlandfunk verstanden.



      Das übersteigt also bei weitem die Vorstellungskraft Außenstehender (darunter ich, der ich fast zu Tränen gerührt den wirklich gut gesetzten Worten am Radio lauschen durfte).

  • Andreas_2020

    Mich wundert es nicht, Bas musste in einer neoliberalen Koalition / Regierung eine soziale Linie bilden und vertreten, die der Kanzler so gar nicht haben wollte. Was er haben will und wollte, gut, das ist so der Gegenentwurf zum Sozialen. Bas sollte doch gegen Verarmung und sozialen Ausschluss mit Konzepten antreten, die aber die CDU eigentlich nicht mehr wollte. Und dann wird dort scharf geschossen, wo ein Merz rumrennt, geht es nicht zimperlich zu. Die Bundespolitik ist sowieso ein Haifischbecken, mit Friedrich Merz als Anführer wird das noch schlimmer.



    Dass die CDU damit nicht wirklich gut fährt ...? Geschenkt, das interessiert auch niemanden. Das kann ja gar nicht runtergekommen genug sein, damit die 1 Prozent beschenkt und gehätschelt werden können. War früher die CDU noch für den Bäckermeister mit eigenem Betrieb, geht es heute nur noch um Milliardäre oder Spitzenmanager. Die CDU steht definitiv für ein sehr verengtes Konzept der Mitte, da findet selbst eine Bärbel Bas nicht mehr ihren Platz. Eigentlich ist es konsequent, da dann auszusteigen.

  • Dietmar Rauter

    Diese Koalitionsparteien sind doch beide ratlos und quasi ausgetrocknet. Das liegt daran, dass die Kandidaten eher private Ziele im Blick hatten und ihr Wording weitgehend auf den Faktor Populismus einschränken. Hilfe von außen -jedenfalls von Wissenschaftlern und Initiativen aus der Gesellschaft- ignorieren sie weitgehend und wundern sich dann, dass das Wurstgerede eines Söder oder die Zahnarztprobleme von Merz verpuffen. In der gegenwärtigen Lage graut es mir insbesondere von den Gröhlern aus der CDU, die um sich schlagen, ohne eine Vorstellung davon zu haben, wie sich die zunehmende Verschuldung auf die Politik auswirkt und wie es erreicht werden könnte, den MItmenschen Arbeit und Auskommen zu erhalten, um einen -abgespeckten und nachhaltigen- Wohlstand sichern zu können. Da versuchen sie, die Rechten mit Sprüchen gegen Migranten zu übertrumpfen, den Linken Antisemitismus rauf und runter untergeschoben und sich an den Grünen und ihrer Überheblichkeit abgearbeitet ohne einen Funken Einsicht in Bezug auf die Wahlniederlagen oder so etwas wie Demut. Schuld sind immer die anderen. Diese 'Parteien' haben sich überlebt, es sind undemokratische Kartelle.

    • zartbitter

      @Dietmar Rauter:

      ""--den Linken Antisemitismus rauf und runter untergeschoben.""



      =



      Klaus Lederer, ehemaliger Politiker der Partei »Die Linke« und aktuell Co-Sprecher der »Progressiven Linken e.V.



      ist mit Sicherheit jemand der nicht abstreitet - was niemandem hilft - auch der Partei »Die Linke« nicht.



      =



      www.juedische-allg...er-antisemitismus/

  • Bromi

    Natürlich ist es tragisch Familienangehörige zu verlieren.



    Aber gerade in der Politik sollte die Person von der Sache getrennt werden. In der aktuellen Diskussion wird politisches Versagen und Privates vermischt.



    Frau Bas war in beiden Ämtern überfordert.

    • Abdurchdiemitte

      @Bromi:

      Aber in dem Kommentar von Güler wurde doch darauf verwiesen, dass es keineswegs nur persönliche Gründe waren, die Bas zum Rücktritt bewegten.



      Also ich könnte mir an Bas‘ Stelle nicht vorstellen, auch nur eine Minute Teil dieser Regierung zu sein, wäre ich Sozialdemokrat.



      Aber offensichtlich kommt die SPD nicht mehr lebend aus dieser Nummer heraus. Und so sind beide ‚Koalitionsparteien‘ nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern auch ihrem Untergang geweiht.

    • Perkele

      @Bromi:

      Auch Politiker*innen sind Menschen und denen gebührt Respekt - JEDEM Menschen. Man kann Menschen nicht von ihrem Beruf oder einer persönlichen Sache trennen, wozu auch?

      • Auweiowei

        @Perkele:

        Sicher, das kann niemand. So wenig wie die unbekannte Dame, wie sie bisweilen noch in alten Filmen zu sehen ist, welche, an ein sich drehendes Rad gefesselt, ganz cool den Messerwürfen ihres Partners entgegenblickt...



        O Gott, fast hätte ich gesagt 'ihres Koalitionspartners'.

      • test_name

        @Perkele:

        >JEDEM Menschen gebührt Respekt<

        inhaltsleerer Spruch - gebührt Bernd Höcke Respekt? Wofür?







        Aufgabe von Bas war u.a., das Rentensystem zu retten. Dafür hat sie um die 30.000€ jeden Monat bekommen. Damit war sie intellektuell überfordert. Verständlich, denn sinnvolle Lösungsvorschläge gibt es aus den Reihen der Regierungsparteien nicht.







        Bas hat für sich entschieden, dass sie die 30.000€ für harte Arbeit nicht mehr brauch und dass ihr die 10.000€ monatlich als Bundestagsabgeordnete ohne Arbeit reichen.







        Für diese sinnvolle und nachvollziehbare Entscheidung verdient sie Respekt.

        Bas geht - die Probleme bleiben. Das Problem - Merz - bleibt.

        • Perkele

          @test_name:

          Ja. Auch Höcke gebührt Respekt, JEDEM Menschen gebührt Respekt. Das bedeutet keineswegs, dass man seine Ansichten, Haltungen teilt, doch wenn wir selbst jemandem den Mindestrespekt versagen, dann handeln wir genauso wie Gewalttäter, Faschisten u.Ä. Jede*r zivilisierte Erdenbürger*in sollte das wissen.

          • Auweiowei

            @Perkele:

            Ich höre:



            Als Mensch(en) gebührt auch dem/den Faschisten Respekt (und zwar nicht nur dem Herrn Höcke, sondern auch allen anderen Faschist*innen. Gewalttäter*innen u.ä. sowieso.) Richtig so?

            Und wer ihnen diesen "Mindestrespekt" versagt (klingt fast wie Mindestlohn, Mindeststrafe), der/die ist selbst ein Schw..., ach nein, ach nein, ist ein*e Faschist*in. Auch richtig?

            Mann, da habe ich nun aber echte Probleme mit* (*wie ja immer öfter selbst in den höheren Etagen zu hören ist):



            Denn wenn das so stimmt, dann sind hier unter uns ja noch viel mehr Leute -faschistisch, als unsereine*r jemals gedacht hätte.

            Mit der Bitte um - (r)echtes oder auch linkes - Verständnis.

            P.S. Und was hat das eigentlich alles mit Frau Bas zu tun?

            • Perkele

              @Auweiowei:

              Manche Menschen verstehen, sie WOLLEN verstehen. Andere wollen das nicht.....

        • PeWi

          @test_name:

          Wie kommen Sie darauf, dass Frau Bas eine "Bundestagsabgeordnete ohne Arbeit" sein wird?

          Es ist anzunehmen, dass sie erst in einigen Wochen ihren Sitz im Parlament einnimmt, aber warum sollte sie sich dann nicht für ihren Wahlkreis und darüber hinaus für sozialdemokratische Ziele einsetzen?

          Nach so einem schweren persönlichen Schlag sollte man auch einer (Ex-)Bundesministerin eine gewisse Auszeit zubilligen. Wäre Frau Bas schwer erkrankt und könnte nicht arbeiten, würden ihre Diäten doch wohl auch weiterlaufen.

          Und es ist mir lieber, einige Wochen werden Diäten an jemand gezahlt, der aus Gründen wie bei Frau Bas nicht anwesend ist, als für jemand, der sein Mandat schleifen lässt, weil ihm sein Betrieb oder seine Kanzlei wichtiger sind. Bei der CDU gab es ja solche Fälle.

          • test_name

            @ PeWi:

            >Wie kommen Sie darauf, dass Frau Bas eine "Bundestagsabgeordnete ohne Arbeit" sein wird?<







            So war das nicht gemeint. Sie kann jetzt machen wozu sie Lust hat - meinetwegen auch arbeiten wenn sie dazu Lust hat. Der Leistungsdruck ist weg.







            Vorher musste sie Arbeiten denn die Rentenversicherung - für die sie zuständdig war - ist marode.







            Sie stand deswegen unter Leistungsdruck den sie nicht erfüllen konnte. Das war weder für sie noch für die Gesellschaft gut.







            Ich sehe ihren Abgang durchaus positiv.







            Sie hilft sich selbst und bringt die Gesellschaft weiter.







            Herr Merz sollte sie sich zum Vorbild nehmen.

  • Janix

    Ja, auch als SPDler(in) darf mensch Sozialdemokrat(in) sein, das ist erlaubt, auch wenn gewisse Kampfmedien versuchen, etwas anderes einzuträufeln.

    Arbeiterkinder dürfen durchaus in die Politik und auch mal an Machthebel, auch ohne sich in langen Studien den kernigen Ruhrgebietston oder das derbe Schwarzwaldschwäbisch abzutrainieren.

    Die SPD hat im Vergleich zu anderen Parteien wohl viele gute Handwerkers der Politik hervorgebracht. Sie hätte sich auch geerdete Herzbluttypen gönnen und die entsprechend schützen können. Bas wurde auch deshalb attackiert, weil sie als unbestechlich sozial eine echte Gefahr für gewisse Kreise darstellte

    Dass gerade in der nötigen Koalitionskonstellation Krötenschlucken angesagt ist, sollte Ermunterung sein, linke Alternativen zu bauen und ins Volk zu tragen.

    • Auweiowei

      @Janix:

      Kleiner nur bedingt ernstgemeinter (also fast belangloser) Einwurf, wenn Sie gestatten:



      Jener Vorwurf des seinerzeitigen Oppositionsführers, der SPD-Kanzler sei ein "Klempner der Macht", galt, wenn ich es recht sehe, einem eher schlechten "Handwerker der Politik"



      Und ein "geerdeter Herzbluttyp" war der blasse Hanseat sicher auch nicht. Aber Lindners Kröten wollte der ja am Ende auch nicht länger schlucken...



      Nur die "Ermunterung" hat sich demnach bei Scholz - leider - nicht im gewünschten Maß eingestellt (weil er sich daran verschluckt hatte...?).



      Bärbel Bas hingegen... Aber das möchte ich hier lieber nicht weiter ausführen.

  • Petzi Worpelt

    Das Bürgergeld wurde rückabgewickelt? Es wurde kaum mehr als umbenannt..



    Und kein Arbeitnehmer hat was dagegen den 8-Stundentag abzuwickeln, solange es bei 40 Stunden die Woche bleibt.



    Das sind Sachen - da schüttelt jeder, der nicht die Realität verweigert mit dem Kopf. Und Bärbel Bas fand das aber wichtig. Weißte Bescheid.

    • Selbstauslöser

      @Petzi Worpelt:

      Wenn ich daran denke, daß von den Gewerkschaften mal die 38,5-Stunden-Woche als Standart durchgesetzt worden war, und man die 37,5-Stunden-Woche forderte ...

    • Francesco

      @Petzi Worpelt:

      »Und kein Arbeitnehmer hat was dagegen den 8-Stundentag abzuwickeln, solange es bei 40 Stunden die Woche bleibt.«



      Gesetzlich sind 48 Stunden pro Woche erlaubt.

    • nihilist

      @Petzi Worpelt:

      Was ist denn bei der Grundsicherung mit drin, das vor zwei Umbenennungen das ALG II nicht geleistet hat? Was wurde beim Bürgergeld eingeführt und beibehalten?

      • Querbeet

        @nihilist:

        Jede Regierung tauft das Kind um. Y heisst jetzt X, sonst ändert sich nix.



        Rauschen im Blätterwald.

        • nihilist

          @Querbeet:

          Das gilt aber natürlich immer nur für Verschärfungen. Die sind stets Kosmetik. Wenn allerdings 3 Euro 50 mehr vergeben werden, dann ist das der Untergang der Staatsfinanzen.

    • Andreas_2020

      @Petzi Worpelt:

      Die Scholz-Regierung wollte Leistungen nach SGB-2 wieder bürgerfreundlicher machen, wollte die Spannungen ein wenig minimieren. Das wollte Merz nicht, der will den Knall und das musste Bas irgendwie abbilden. Dass sie den 8-Stunden-Tag mitgeschrottet hat, das zeigt, wie wenig die SPD eine Mitte-Links-Partei ist. Die SPD ist eine rechte Partei der Mitte, im Grunde genommen ist die SPD wie Siegmar Gabriel, kingt oberflächlich freundlich, bringt für Durchschnittsmenschen gar nichts. Bärbel Bas ist da nicht ein Leuchtturm der SPD, die sich noch eher Mitte-Links versteht, gewesen. Und das wäre sie auch bei Scholz nicht geworden.

  • Philippo1000

    Dass Frauen in Führungspositionen deutlich mehr Kritik ausgesetzt werden, als Männer, ist eine Tatsache.



    Dass Merz die Kritik schlicht zurück weist, spricht für seine Schlichtheit.



    Es dreht sich nicht immer Alles um Ihn.



    Zitate von Unionspolitikern wurden genannt.



    Merz muss gelegentlich auch als CDU Chef agieren.



    Doch das klappt offenbar weder in Sachsen Anhalt noch un diesem Fall.



    Die CDU hat aus der Klausur offenbar nichts gelernt und kommt mit potentiellen Steuergeschenken



    Vielleicht sollte sich Merz mal fragen, warum Merkel so lange regiert hat und er eine lame duck ist.



    Es könnte daran liegen, dass die 100% CDU, wie er die sich vorstellt, nicht dem entspricht, was die Mehrheit im Land will.



    Die Unfähigkeit der CDU wird zusätzlich deutlich, indem keine Idee präsentiert wird, woher das Geld für die Steuergeschenke kommen soll.



    Dass die Union kleine Rechenprobleme hat, wurde ja schon bei der Änderung des Bürgergelds deutlich.



    Anstatt nach den letzten Wahlen den demokratischen Zusammenhalt zu stärken will fie CDU ihr eigenes Süppchen kochen.



    Die tollen Ideen sollen Andere finanzieren.



    Mittlerweile kann ich mir Merz bis zum Ende der Legislatur auch nur noch schlecht vorstellen.

    • Land of plenty

      @Philippo1000:

      Gut und richtig, was Sie schreiben.



      Nur würde ich es noch stärker akzentuieren:



      Die CDUler sind ein auseinanderstrebender Haufen, die sich zunehmend uneinig sind. An ihnen wird rumgezerrt v.a. durch das Hetzorgan Nius und die ganzen Rechtsmedien wie Tichys Einblick.



      Das Verhältnis zu sozialdemokratischen / sozialgerechten Zielen ist antagonistisch. Und die rechten Medien bilden eine Zerstreuung, eine Welt, in der von Cicero bis Markus Krall alle in ihre eigene Richtung ziehen. Da gibt's keine "Union" mehr.



      Bisher bis 2021 war es schon so, dass die Binnendifferenzierung in allen Parlamentsparteien sehr ausgeprägt war.

      • Auweiowei

        @Land of plenty:

        "Und die rechten Medien bilden eine Zerstreuung", und die Union wird "rumgezerrt" - bis sie ganz zerstreut ist, und eh man sich's versieht: "Da gibt's keine 'Union' mehr."



        Ganz genau.



        Und dann stehen die Leute wie bescheuert herum und fragen den Wind, wo die denn bloß abgeblieben sind. Ein Ende wie im 'Lied vom Sonntag' des Karl Valentin:



        "Und ich sah keinen Sonntag mehr..."

  • Martin Rees

    "Es scheint, dass die beiden Regierungsparteien nicht nur inhaltlich, sondern auch menschlich absolut blank dastehen."



    Eigentlich wäre ein solches Fazit eine Bankrotterklärung für die Führung und die jahrzehntelang etablierte Elitenbildung in den beteiligten Parteien.



    Müßig zu betonen, was es mit Parteifreund:innen an Wortspielen alles schon gab. Vertrauensbildender Umgang und Solidarität sind offenbar keine "DNA-Bestandteile" dieser Koalitionsparteien.



    "Nicht mehr tragbar", dieser Vorwurf könnte rasch proliferieren.

  • Elite123

    Bärbel Bas hatte vieles, aber sicher keine Antworten. Sie hat jeden Reformvorschlag blockiert ohne Gegenvorschlag.

    • Axel Schäfer

      @Elite123:

      Sind ja auch sozial ganz ausgewogene Vorschläge gewesen, im Sinne der "Elite" natürlich .....

    • Janix

      @Elite123:

      Tja, Ihre persönliche Meinung. Reform ließe sich freilich auch anders sehen, es ist ein traditionell linker Begriff, etwa für soziale Gerechtigkeit, Fortschritt und so.



      Sinnlose Umverteilung zu Schwerreich und Kapital war noch nie "Reform".

    • Kohlrabi

      @Elite123:

      Gegenthese: Bärbel Bas hatte den Intellekt und das Fachwissen, um die Unvereinbarkeiten der Koalition eine Weile zuzukleistern. Es wird nach ihr keine Antworten geben. Die Koalition hat ihre fähigste Kraft verloren, die Regierung ist am Ende. Eine wie auch immer geartete Konstellation aus CDU und AfD wird übernehmen, und sie wird ihre Antworten gegen Bundesrat und BVerfG durchsetzen müssen. Oder dies zumindest versuchen.

      • Querbeet

        @Kohlrabi:

        Diese Regierung ist genauso gescheitert wie die letzte. Sie werden sich - so lang es geht -aneinanderklammern, da das Ergebnis der nächsten Wahl absehbar ist.



        Spätestens 2029 ist dann nur noch eine Allparteienkoalition gegen die Radikalen möglich.



        Auch hier wird nix rumkommen, so dass spätestens - welch böse Ironie - 2033 die Irren an die Macht gewählt werden.

        Ich hoffe, ich liege falsch.

  • Hans Dampf

    Es gibt einen Gewinner dieser Schlammschlacht - die AfD



    Wie SPD und CDU sich gerade wegen Bärbel Bas gegenseitig mit Schlamm bewerfen ist unwürdig und traurig. Viele Wähler werden sich angewidert abwenden und viele werden Alternativen suchen und finden. Auch wenn diese alles andere als eine Alternative sind. Oder noch deutlicher: AfD +3%. Wie kann man als Regierung nur so dumm sein und eine öffentliche Schlammschlacht austragen.

  • Wolfgang Kleemann

    Danke für diesen differenzierten Kommentar.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Es wird jetzt viel darüber geklagt, wie der Umgang mit Bärbel was, dass das unmenschlich, respektlos und unanständig war.

    Aber genauso wie die CDU mit Bärbel Bas umgegangen ist, geht sie auch mit den ärmeren 50-70% der Menschen in Deutschland um. Und die SPD lässt es im wesentlichen geschehen - wenn man mal von einen kleinen Protesten und Bitten, über die eine oder andere Sachen nochmal nachzudenken.

    Wenn die SPD und diese Koalition wieder auf einen grünen Zweig kommen wollen, müssen sie nicht nur lernen, miteinander wieder anständig umzugehen, sondern auch mit dem Rest der Menschen in Deutschland.

    • Jalella

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Niemand mit ein bisschen Verstand wird der sPD innerhalb der nächsten fünf Jahrzehnte noch irgendein Lippenbekenntnis in Sachen "Sozial" glauben. Das haben sie in den letzten drei Jahrzehnten verspielt.

      • PartyChampignons

        @Jalella:

        Heutzutage können Meinungen sich innerhalb von Wochen oder sogar Tagen ändern, ich glaube das unterschätzen sie. So tief wie die SPD gesunken ist, sollte sie vielleicht doch in nächster Zeit etwas richtig gut machen (was ich selber aktuell nicht sehe, aber wer weiß), kann es auch schnell wieder bergauf gehen. Wir hatten vor kurzem noch einen SPD Bundeskanzler falls sie sich erinnern.

        • EchteDemokratieWäreSoSchön

          @PartyChampignons:

          Ja, wenn die SPD eine Sache machen würde, dann könnte sie glaube ich innerhalb von wenigen Wochen wieder auf 20-25% kommen und vielleicht sogar auf 30%.

          Aber das würde nicht gehen, nur weil die SPD sich für irgendetwas ausspricht oder fordert. Mit Worten wird die SPD niemanden mehr überzeugen können.

          Aber mit Taten.

          Dazu müsste sich sie nur weigern, einem Hauszahlt zuzustimmen, in dem nicht die 5000 Superreichen (> 100 Mio. $) und Milliardäre um 1,5-3,5% ihres Vermögens höher besteuert werden. Das wären 50-100 Mrd. € und damit könnte man wieder vernünftige Politik machen. Und dann wären auch wieder 80-90% der Bevölkerung zufrieden und viel mehr würden die SPD wählen und viel weniger die AfD.

          Aber dass die SPD das macht, ist sehr unwahrscheinlich. Und unter einem Vorsitzenden Klingbeil ausgeschlossen. Mit Klingbeil wird die Politik der nächsten 1-2 Jahre aussehen wie die Politik der letzten 20. Und die Zukunft der SPD wird einstellig sein.

      • EchteDemokratieWäreSoSchön

        @Jalella:

        Nein, der SPD irgendein Lippenbekenntnis in Sachen "Sozial" glauben, wird niemand mehr. Da haben Sie recht. Das haben die in den letzten 3 Jahrzehnten verspielt.

        Die einzige Chance für die SPD ist, nicht nur etwas zu sagen, sondern etwas zu tun. Beispielsweise dafür zu sorgen, dass die 5000 Superreichen (>100 Mio. $) und Milliardäre höher besteuert werden, um 1,5-3,5 % ihres Vermögens. Das gäbe 50-100 Mrd. € pro Jahr. Und damit könnte man eine ganze Menge machen, z.B. die Rente mit 63 finanzieren, die Pflege und das Gesundheitsssystem nicht verschlechtern und nicht verteueren, ein 9€-Deutschlandticket etc.

        Wenn die Menschen es sehen und spüren würden, dann bräuchte man der SPD nichts mehr glauben.

        Denn glauben wird man der SPD gar nichts mehr.

        • nihilist

          @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Es wäre ja schon ein Fortschritt, wenn die SPD ihre Verdienste wenigstens selbst anerkennen würde, statt sie bei der nächsten Gelegenheit freudestrahlend abzusägen, weil der Vorsitzende die Verantwortlichen nicht mag und die INSM eine Umfrage macht.

          • EchteDemokratieWäreSoSchön

            @nihilist:

            Welchen Verdienst meinen Sie da?

            • Querbeet

              @EchteDemokratieWäreSoSchön:

              Die Agenda 2010.

              Und nein, das meine ich nicht ironisch.

              • EchteDemokratieWäreSoSchön

                @Querbeet:

                Die Agenda2010 war nur auf dem Papier ein Erfolg. Auf dem Papier geht es den Unternehmen natürlich besser, wenn man die ärmeren 80-90% dazu bringt, für weniger Geld mehr zu arbeiten. Die Unternehmen geben weniger aus und verdienen mehr.

                Aber das hat schon den Keim des Untergangs gesät. Denn damals haben die ärmeren 80-90% Schröder noch geglaubt, dass es dadurch allen besser gehen würde. Aber 50-70% haben inzwischen gelernt, dass es ihnen dadurch nicht besser geht. Am meisten profitiert haben dagegen Ultrareiche (>100 Mill. $ Finanzvermögen) und Milliardäre. Den anderen ging es seither viel schlechter und teilweise deshalb ist dann auch die AfD so stark geworden.



                Daher würde ich mich anstelle der SPD nicht mit der Agenda 2010 brüsten. Die, die die gut fanden, wählen zum großen Teil CDU/CSU und früher FDP, vielleicht auch teilweise die Grünen. Aber (aus anderen Gründen) nicht die SPD.

            • nihilist

              @EchteDemokratieWäreSoSchön:

              In dem Fall war das Bürgergeld gemeint. Davon hat man sich bei der ersten Gelegenheit flugs distanziert und davon fabuliert, Politik für die fleißige Mitte zu machen. Wie Merz halt.



              Den Mindestlohn würde Klingbeil aber auch sofort opfern, wenn das der CDU morgen zur Rettung der Wirtschaft einfiele.

              • EchteDemokratieWäreSoSchön

                @nihilist:

                Ja, stimmt, das Bürgergeld hätte die SPD besser verteidigen sollen. Denn die heutige Grundsicherung ist im Prinzip das Gleiche und spart maximal 100 Mio. €.

                Aber das zeigt auch, dass die SPD etwas Grundsätzliches nicht verstanden hat. Sie glaubt, dass wenn Arbeiter sich über Bürgergeld-Empfänger echauffieren, die SPD diese Arbeiter wieder zu ihren Wählern macht, indem sie den Bürgergeld-Empfängern das Geld kürzt. Aber kein Wähler wird die SPD wieder wählen, nur weil sie den Bürgergeld-Empfängern das Geld kürzt. Sie werden erst dann wieder die SPD wählen, wenn diese dafür gesorgt hat, dass es denen, die meckern, wieder besser geht - so viel besser, dass diese wieder zufrieden mit ihrer eigenen Lage sind. Dann ist es denen auch egal, ob Bürgergeld-Empfänger 10 oder 20 Euro mehr oder weniger erhalten.