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Hohe Ernteausfälle Klimawandel, wie das brutzelt

Eva Fischer

Kommentar von

Eva Fischer

Der Bauernverband rechnet mit hohen Ernteausfällen in diesem Jahr, höhere Preise für Essen inklusive. Für ihn ist das dennoch kein Grund für mehr Klimaschutz.

D as Essen hierzulande dürfte wieder teurer werden. Das machen Zahlen deutlich, die der Deutsche Bauernverband am Dienstag veröffentlichte. Aufgrund von Dürre und Hitze wird die Getreideernte in diesem Jahr unterdurchschnittlich ausfallen, so der Verband: um 3,3 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von sieben Prozent. Am stärksten betreffen die Ernteausfälle aber Winterraps mit einem Rückgang von 20 Prozent, was zusätzlich auf Schädlingsbefall zurückzuführen sei.

Auch Heu, Stroh und Futtermittel werden knapp. Demnach müsse man entweder mehr importieren oder den Tierbestand reduzieren, Ergo: Die Kosten für tierische Lebensmittel steigen.

Damit zeigt sich, worauf die Klimaforschung schon lange aufmerksam macht: Der Klimawandel bedroht unsere Ernährungssicherheit.

Hierzulande ist die Landwirtschaft laut Umweltbundesland der fünftgrößte Emittent von Klimagasen mit ungefähr 8,8 Prozent der Gesamtemissionen. Bei den Landwirtschaftsemissionen handelt es sich allerdings kaum um CO₂, sondern zu mehr als 95 Prozent um das noch klimaschädlichere Methan und Lachgas. Sie werden durch die Bearbeitung der Böden, den Einsatz von Stickstoffdüngemittel sowie Nutztiere freigesetzt. Dementsprechend gilt eine andere Ernährung als wirkungsvollste Maßnahme zur Treibhausgasreduktion des Sektors, was aber für die stark von der Viehzucht geprägten deutsche Landwirtschaft Einbußen bedeuten würde.

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So nahm auch Verbandspräsident Joachim Rukwied bei der Pressekonferenz das Wort Klimawandel nicht von selbst in den Mund. Die Bauernbranche betreibe bereits ambitionierten Klimaschutz, so seine Antwort auf Nachfrage.

Statt von der Politik mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verlangen, fordert der Bauernverband lieber ein „Sofortpaket“: mehr EU-Millionenhilfen für Düngemittel, ein früheres Auszahlen der meisten Direktzahlungen, Steuer auf Diesel runter. Ohne im Gegenzug Klimazusagen machen zu wollen. Eine Zukunft der Landwirtschaft auf einem wärmer werdenden Planeten sieht anders aus.

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Eva Fischer

Eva Fischer Themenchefin

Jahrgang 1989; seit Anfang 2025 bei der taz, derzeit als Themenchefin, Nachrichtenchefin und CvD bei taz.de. Vorherige Stationen: u.a. EU- und Nato-Korrespondentin in Brüssel beim Handelsblatt, Redakteurin für Internationale Politik beim Tagesspiegel, Redakteurin bei der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Wirtschaftspsychologie-Studium mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie und dem Nebenfach Politikwissenschaft, Besuch der Holtzbrinck-Journalistenschule, gelernte Medienkauffrau Digital und Print beim Spiegel-Verlag. Und auch ausgebildete Yogalehrerin.
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