Debatte um trans Schwimmerin Lia Thomas: Sportlich nicht gerecht
Die Kritik am Sieg von US-Schwimmerin Lia Thomas ist keineswegs transphob. Biologisch ist sie ein Mann, der sich selbst zur Frau erklärt hat.

D ie Kritik an den Einwänden gegen die Gültigkeit des Sieges der US-Schwimmerin Lia Thomas bei den US-Collegemeisterschaften ist keineswegs „rechts“, sie ist auch nicht „transphob“. Thomas war kürzlich noch ein Schwimmer – und hat sich per Selbsterklärung als Frau identifiziert.
Erfolge als Schwimmer hatte sie keine, als Schwimmerin jetzt ist die Athletin indes ihren Rivalinnen nachgerade haushoch überlegen. Kein Wunder: Thomas verfügt körperlich über alle Merkmale männlicher Athletik. Mehr Muskeln, ein stärkeres Lungenvolumen, entsprechend entscheidend günstigere Ausdauer in ihrem Sport schlechthin. Das biologische Sein als Frau kommt an die testosterongesättigten Potenziale von Männern in den je gleichen Disziplinen nicht heran.
Wenn das jetzt US-Republikaner zum Anlass nehmen, gegen Lia Thomas zu protestieren, ist das nicht „rechts“, sowenig es „rechts“ wäre, würden diese sagen, bei der Rechnung 2 plus 2 komme 4 heraus. An den Tatsachen des Kopfrechnens wie an biologischen Fakten kommt niemand vorbei. Transaktivisten ignorieren diese Fakten, obwohl Thomas wenig dazu beigetragen hat, mit einer Hormonbehandlung ihre männlichen Vorteile zu reduzieren. Der Jubel über Lia Thomas, ja das Zurückweisen der Kritik als „rechts“, spielt den Republikanern in die Karten: Wie Feministinnen seit Langem beklagen, unterspült die reine Selbsterklärung die Grundlagen des Frauensports.
Frauen sind im Weltsport inzwischen so gut wie gleichberechtigt, sie buhlen olympisch um fast die gleiche Anzahl von Medaillen wie Männer, auch in einst nur männlich gelesenen Sportarten, etwa Boxen, Ringen oder Gewichtheben. Lia Thomas, die weibliche Sportlerin im Körper eines Sportlers, ist das Symbol, Frauensport aus der Welt zu schaffen – wer mit einem weiblichen Körper aufwächst, hat gegen Sportlerinnen im männlichen Körper niemals auch nur den Hauch einer gleichberechtigten Chance. Für Ms. Thomas ist das tragisch, aber: Sie möge ein gutes Leben als Frau haben, als Sportlerin kann sie nicht im Frauensport sein.
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