piwik no script img

Angriffe auf UmspannwerkePolizei findet Truck von Verdächtigen am Hambacher Forst

Die Polizei fahndet nach dem Gevelsberger Daniel V. Sein LKW wird am Hambacher Forst entdeckt. Er hatte ein Bekennerschreiben an die taz geschickt.

Die Polizei ist dem Mann, der im Verdacht steht, mehrere Anschläge auf Umspannwerke verübt zu haben, offenbar unmittelbar auf der Spur. Am Freitagsabend stürmte ein Sondereinsatzkommando einen zum Wohnmobil umgebauten LKW, der dem Mann gehören soll. Der Polizeieinsatz erfolgte in Niederzier, in unmittelbarer Nähe vom Hambacher Forst. Der Wald neben dem Braunkohletagebau Hambach in der Nähe von Aachen war ein Hotspot von Kli­ma­ak­ti­vis­t:in­nen.

Festgenommen wurde der Mann aber nicht. Er sei vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul am Abend. Zuvor hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gesagt, er gehe derzeit von einem Fall von „Klimaextremismus“ durch einen mutmaßlichen Einzeltäter aus. Er verwies zugleich auf die noch laufenden Ermittlungen und den bisher nicht abschließend geklärten Tathintergrund. Eine abschließende Beurteilung sei aktuell noch nicht möglich, betonte der Bundesinnenminister weiter.

Zuvor war die Anschlagsserie auf Umspannwerke weiter gegangen. Am Donnerstagabend, gegen 18.15 Uhr, hatte laut Polizei ein Fußgänger an einem Feldrand nahe einem Umspannwerk bei Dormagen erneut selbstgebaute Abschussvorrichtungen entdeckt, mit der offenbar ein Kurzschluss an einer Hochspannungsleitung verursacht werden sollte. Zu Beschädigungen kam es nicht. Es werde in dem Zusammenhang nach einer Person aus Gevelsberg gefahndet.

Auch in Sachsen soll am Freitag laut Medienberichten ein Polizeieinsatz stattgefunden haben, bei dem es um einen ähnlichen Vorfall gehen soll. Das bestätigte die Polizeidirektion Görlitz der dpa.

Bei der taz ging ein Bekennerschreiben ein

Nach taz-Informationen handelt es sich bei dem Gesuchten um Daniel V., einen Endvierzigjährigen und studierten Mediziner, der in Gevelsberg gemeldet ist. Die taz war am Donnerstag an seiner Meldeadresse, konnte dort aber nur eine Familienangehörige antreffen, die angab, dass Daniel V. schon mehrere Wochen nicht mehr vor Ort gewesen sei. Seinen aktuellen Aufenthaltsort kenne sie nicht.

Am Freitag sagte die Person am Telefon, dies sei weiterhin der Stand. Die Polizei sei bisher noch nicht vor Ort gewesen. Ein zweiter Familienangehöriger wollte sich nicht äußern. Am Mittag traf die Polizei nach taz-Informationen dann doch am Haus in Gevelsberg ein, konnte Daniel V. dort aber nicht vorfinden. Laut Medienberichten hatte die Polizei auch nach einem Truck gesucht, mit dem dieser unterwegs sein soll.

Ein Polizeisprecher bestätigte, dass auch ein weiterer Polizeieinsatz am Freitag nahe dem Umspannwerk Weisweiler in Nordrhein-Westfalen mit dem Fall in Verbindung stehe. Wegen Angaben in weiteren aufgetauchten Bekennerschreiben zu Dormagen und einem vorherigen Anschlag am Dienstagabend nahe dem Umspannwerk Bergheim-Rheidt bei Köln suchte die Polizei dort nach Gegenständen. Einen weiteren Polizeieinsatz gab es nahe dem Umspannwerk Ganderkesee in Niedersachsen – hier bleib ein Zusammenhang zu der Tatserie vorerst offen.

Schon nach einem ersten Anschlag auf das Umspannwerk Jänschwalde in Südbrandenburg am frühen Dienstagmorgen war ein handschriftliches Bekennerschreiben per Post bei der taz eingegangen. Abgeschickt wurde es laut Poststempel in einem Briefzentrum bei Köln. In dem Schreiben bezichtigt sich ein Daniel V. der Tat und nennt Details, wie er die Raketen und Abschussvorrichtungen zusammenbaute. Medienberichte über diese technischen Details erfolgten erst ab dem späten Dienstagabend, nachdem das Schreiben sehr wahrscheinlich schon postalisch verschickt worden war.

Bekennerschreiben kritisiert fossile Brennstoffe

„Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht“, heißt es im Schreiben. Dieses Leid wolle er „abwenden oder vermindern“. Er verübe die Taten, „weil die Medien einen Scheiß tun, die Dringlichkeit der Situation zu vermitteln, und der Staat da nicht eingreift, um dieses Leid abzuwenden“. Der Verfasser betont, er habe allein gehandelt – „ohne jemals jemandem davon erzählt zu haben“. Er schreibe dies, weil er befürchte, dass die Taten sonst der „linken Szene“ zugeschrieben würden. „Die ham da nix mit zu tun.“

Außerdem kündigte der Schreiber bereits im ersten Bekennerschreiben weitere Taten an. „Wenn hier Recht und Ordnung herrschten, dann müsste ich das Gesetz nicht brechen und einen Haufen Leid in Kauf nehmen, das ich wegen dem Stromausfall und allen Stromausfällen, die da noch kommen müssen, zu verantworten habe.“ Danach erfolgten der Anschlag in Bergheim und nun der Versuch in Dormagen.

Die Familienangehörige in Gevelsberg erkannte bei dem taz-Besuch die Handschrift von Daniel V. im Bekennerschreiben.

Mit Drahtseilen sollten Kurzschlüsse verursacht werden

Bei den Taten in Jänschwalde, Bergheim und nun Dormagen war versucht worden, mit selbstgebauten Raketen ein Drahtseil auf die Hochspannungsleitungen zu schießen, um damit eine Erdung und einen Kurzschluss zu verursachen. In Jänschwalde war dies in einem Fall erfolgreich, es kam aber zu keinen Stromausfällen. Rund 20 weitere aufgestellte Raketen hoben nicht ab.

In Bergheim sollen sechs Abschussstationen für selbstgebaute Raketen gefunden worden sein. Hier fielen durch einen Kurzschluss mehrere Leitungen aus, fünf Braunkohle-Kraftwerkblöcke mussten vom Netz gehen. Auf Handyvideos sind Blitze und Knallgeräusche an den Hochspannungsleitungen zu sehen. Die beiden Tatorte in Nordrhein-Westfalen, Bergheim und Dormagen, liegen jeweils rund eine Stunde von Gevelsberg entfernt.

Die Authentizität zumindest des ersten Bekennerschreibens, das der taz vorliegt, lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. Möglich wäre auch weiterhin, dass der Verfasser zu Unrecht für sich beansprucht, die Taten begangen zu haben, oder dass ein anderer Akteur bewusst eine falsche Fährte legt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

44 Kommentare

 / 
  • Querbeet

    So viele Artikel zu diesem Thema!

    Ein stümpernder Wirrkopf, der nicht in der Lage war, den gewünschten Schaden zu produzieren.

    • bonus bonus

      @Querbeet:

      Warum Wirrkopf? Mit seiner Begründung für seine Taten hat er ja Recht. Aber ob das die richtigen Mittel sind, weiß ich nicht.

  • Wunderwelt

    Also..ein seit Wochen verschwundener Mann läßt der taz ein handschriftliches Bekennerschreiben zukommen (Angehörige glauben die Handschrift des Mannes zu erkennen) . Erwähnt darin, daß er nicht zur linken gehört. Läßt seinen alten Dieseltruck ausgerechnet am Hambacher Forst stehen..



    Das Ganze im Kontext diverser ähnlicher Sabotageaktionen, die man einem Kriegsführenden Land mit einem sehr aktiven Auslandsgeheimdienst zuordnen kann.



    Uns das alles unmittelbar vor einer Wahl an dessen Ausgang besagtes Land ein großes Interesse hat..







    ...ne also Zufälle gibts..

    • rero

      @Wunderwelt:

      Nein, nein.

      Da ist ein feiner Unterschied.

      Er schrieb, er habe nichts mit der linken Szene zu tun.

      Dass er kein Linker sei, behauptet er nicht.

      Dann würde er vermutlich auch nicht die Rücksicht auf die Szene nehmen.

      In meinen Ohren klingt das nach einem linken Einzeltäter ohne Szenebezug.

  • Axel Berger

    Im Parallelartikel von heute:



    > Am Dienstagmorgen hatte es zunächst im Süden Brandenburgs eine Attacke auf die Stromversorgung gegeben. [...] Am selben Abend kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln.



    In anderen Texten dieser Zeitung hieß es, der Anschlag von Niederaußem sei offenbar über Tage sorgfältig vorbereitet gewesen. Ich fahre diese Strecke selbst in einem PKW nicht in so kurzer Zeit.

  • moonwatcher

    "Truck von Verdächtigen" steht in der Überschrift. Da es sich um einen Dativ handelt, muß es Plural sein, sonst hieße es Truck voM Verdächtigen. Im Text kommt aber nur einer vor. Was denn nun?

  • Yes

    Ein Umweltkämpfer, eine Art Klimanazijäger, der privat Siebeneinhalbtonner(!) fährt, ist eine schöne Rolle, vor der aber niemand wirklich Angst haben wird. Die Neugier verlangt echte Bedrohungen, die Hybris Hybrides, sonst entdramatisieren sich erstmal alle Feindverdächtigungen und die Aufregung verkommt zur reinen Information. Am Ende ist der Feind bloß ein Klimaschützer mit hohem CO2-Abdruck. Die eifrigsten Kriegsbeobachter sollte es allerdings entlarven und könnte diese auch dazu bringen, die eigene Spannungslust am Krieg noch einmal zu hinterfragen.

    • Klaus Franz

      @Yes:

      "und die Aufregung verkommt zur reinen Information" diese Umkehrung des tatsächlichen Zustands hat mir sehr gut gefallen - mit sparsamen Mitteln einen sehr guten Text geschaffen, den man notfalls auch mehr als 3 mal lesen sollte.



      Chapeau!

      • Mondschaf26

        @Klaus Franz:

        Yes!

    • Toni Höllreiser

      @Yes:

      Im Gegensatz zu anderen Leuten hat der Mann aber aufgepaßt, niemanden zu verletzen!



      Wir hatten hier nichtmal einen Stromausfall...

      Der Truck war mal seine Gitarrenbauer-Werkstatt, mit der er quer durch Deutschland gereist ist...das kann man jetzt schwerlich mit Amokläufern in einen Topf werfen.

      Im Gegensatz zu dem linken Jugendclub, die in Sachsen gerade von Neonazis abgefackelt wurde, hält uns die Presse in DIESEM Fall zumindest gerne auf dem laufenden...so ein Draht über Stromleitungen ist auch viel interessanter als dieses Liechtenhagen/Hoyerswerda-Re-Enactment, könnte man sagen.

      taz.de/Brand-in-Sa...n-Anhalt/!6209602/

      taz.de/Brand-in-Sa...n-Anhalt/!6209602/

      • Comerade Aardvark

        @Toni Höllreiser:

        Sie wissen schon, dass das Neonazis waren? Woher?

  • Desti

    Unterwegs mit einem uralten DieselStinker - genau mein Humor!

    Was mich jetzt interessieren würde:



    - Welche Medien hat konsumiert, die in dermaßen radikalisiert haben?



    - Wo ist er auf Social Media unterwegs gewesen?

  • DerLurch

    Wie kann man bitte derart radikal gegen Stromerzeugung aus fossilen Energien agieren und dann privat so ein Ungetüm an Wohnwagen fahren? Das passt doch vorne und hinten nicht zusammen.

    • Leo Onlin

      @DerLurch:

      Also vielen fliegen auch wieder mit dem Flugzeug und machen schamlos Fernreisen.

    • Machiavelli

      @DerLurch:

      Da gibt es eine Menge Leute die so drauf sind.

  • Nuklon

    Ich finde hier gut, wie die taz drüber berichtet. Sachlich und unaufgeregt.



    Ich hoffe die Ermittlungen kommen zu einem Ergebnis.

  • Astrid Sehnefeld

    Passt wie die Faust aufs Auge - der Mann der im Namen der Umwelt fossilen Strom lahmlegen will, fährt privat einen uralten Mercedes LKW, der jede Abgasnorm reißt....😂



    Wahrscheinlich auch noch ne Diesel-Standheizung in dem Ding, es würde nicht wundern...

  • Tyre Extinguisher

    Die Zerstörung kritischer Infrastruktur durch den Klimawandel (Autobahnen, Straßenbahnen, überhitzte Krankenhäuser - alles 2026) finde ich extremer als den Kurzschluss einer Hochspannungsleitung. Dobrindt verkehrt mit seiner Wortwahl "Klimaextremismus" die Realität.

    Die Klimabewegung hat jedenfalls offenbar eine Aktionsform mehr. Manche nennen so etwas "friedliche Sabotage". Ich finde das passend.

    • Deep South

      @Tyre Extinguisher:

      Die Zerstörung von Infrastruktur ist schon oper Definition nicht "friedlich". Es gibt -mal unabhängig von der Motivation- sicher immer ein paar Umnachtete, die nicht in der Lage sind, die Auswirkung ihres Handels überblicken zu können. Der Großteil der Klimabewegung ist da ganz sicher schlauer und kann auf solchen komplett nutzlosen Unfug bestens verzichten.

  • Mondschaf26

    „[....]



    Im Aufsichtsrat wird um das letzte Wort gebeten.



    Der starke Mann verkriecht sich und der schwache



    macht Krach. Es wimmelt von Propheten.



    Der Schläfer schnarcht und träumt von seiner Rache



    --



    Was denkt der Regisseur, verzieht er keine Miene?



    Nur keine Angstlust, sagt er, keine Panikmache!



    Und er stellt fest: Das alles ist Routine."



    (aus „Allerhand Ärger" von Hans-Magnus Enzensberger)

  • Unvernunft

    Das passt zur hybriden Kriegsführung Russlands und den Destabilisierungversuchen von Putins



    Freunden AfD und deren Anhängern. So ein Schreiben ist ja schnell mal geschrieben. Was wäre, wenn jmd das unter Zwang schreiben musste?

    Jedenfalls passend zum derzeitigem AfD Wahlkampf ist das schon.

  • Pico

    Na sowas ...



    Es waren wirklich nicht die Russen? Sicher?

    • Querbeet

      @Pico :

      Bei so einer stümperhaften Aktion?

  • Arne Babenhauserheide

    Ist es möglich, dass er als Wegwerfagent angeworben wurde – so wie die Leute, die Auspuffrohre verstopft hat. Auch kurz vor der Wahl?

    • Pico

      @Arne Babenhauserheide:

      Klar doch, die Russen sind schuld ... Genauso wie bei Nord Stream II ... !?

      • Barnie

        @Pico :

        Nicht nur die Russen nutzen Wegwerfagenten oder False Flag Aktionen....

      • DerLurch

        @Pico :

        Oder wir warten jetzt einfach mal ab. Ja, bei Nordstream lagen die meisten Redaktionen eben daneben, aber macht es nicht eine verlässliche Justiz aus, dass es dann eben doch final ermittelt wird? Auch wenn man eben daneben lag? Klasse Sache so ne unabhängige Justiz

        • Pico

          @DerLurch:

          Warum abwarten? Das macht noch nicht einmal mehr die derzeitige Regierung. Und selbst die taz hat kundgetan, dass ein Daniel V. sich gemeldet hätte ...



          Wozu also noch abwarten? Etwa bis sich ein Wladimir meldet ... ?

      • Ohne_Mitte_geht_nix

        @Pico :

        Die Russen sind nicht schuld? Haben Sie weiterführende Informationen?

        • Pico

          @Ohne_Mitte_geht_nix:

          Brauche ich nicht. Ein Daniel V. hat sich geoutet ....

  • Bürger L.

    Die Taz kann einem aber auch jedes schöne Vorurteil kaputt machen.



    Es wäre doch so einfach gewesen, wenn alle, die es schon immer wussten, schreiben könnten "der Russe war's, um die Landtagswahlen zu beeinflussen...!"

    Aber nee, jetzt kommt ihr mit einem Daniel V. der angeblich noch nicht mal ein "Linker" sein will. Der passt doch garnicht so richtig ins Feindbild, außer dass er wenigstens ein "Öko" zu seien scheint .... na ja, die Grünen eben, Herr Söder hat ja schon immer gemeint, dass......

    Aber noch ist ja garnichts klar und wenn wir Glück haben, findet sich ja vielleicht doch noch eine Spur, die von Gevelsberg durch Bulgarien über Pakistan und China nach Russland führt.



    Kann schon sein, dass der Vladimir P. den Daniel V. in Gevelsberg angerufen hat, um ihn für seine Zwecke einzuspannen.... oder?

    • Marcelo

      @Bürger L.:

      Ökos werden aber in der Gesellschaft links zugeordnet

    • TerryX

      @Bürger L.:

      Keine Sorge, der AFD wird das auch hier schöne Zuwächse verleihen, damit "mal ordentlich aufgeräumt wird".

    • Arne Babenhauserheide

      @Bürger L.:

      So wie bei Bauschaum in Auspuffrohren, auch kurz vor der Wahl?

    • Uwe Kulick

      @Bürger L.:

      War es in den 70ern oder den 80ern, ich weiß nicht mehr wann, aber erinnere mich, dass in etwa damals wiederholt Einzeltäter als "Mastenleger" für die Umwelt oder gegen die Konzerne Anschläge auf Strommasten verübten. "Im Westen nichts Neues" hätte Remarque angemerkt.

    • Il_Leopardo

      @Bürger L.:

      Vladimir ruft mich jede Woche von seiner Datsche auf der Krim an und will mich dazu überreden, Umspannwerke lahmzulegen. Weil ich nicht mitmachen will, droht er, mir den Gashahn zuzudrehen. Von Wärmepumpen hat der noch nie etwas gehört.

      • Axel Berger

        @Il_Leopardo:

        Meine Wärmepumpe -- ja, unser Neubau hat eine -- läuft in der Heizperiode an kalten Tagen mit Strom aus Gas und Braunkohle. Und Ihre? Tretfahrrad?

        • Il_Leopardo

          @Axel Berger:

          Deutschland bezieht sein Gas hauptsächlich aus Norwegen, den Niederlanden und Flüssigerdgas (LNG) aus verschiedenen Ländern, insbesondere den USA.

    • fourorty

      @Bürger L.:

      Das ändert nichts an der Tatsache, dass Russland für zahlreiche ähnlich geartete Aktionen verantwortlich ist.

      • Wanderin

        @fourorty:

        Putin ist nach einem Terroranschlag an die Macht gekommen. Es gab konkrete Hinweise, dass es keine Terroristen waren und die offizielle Version nicht stimmte. Die Journalisten wurden allerdings ermordet, die nachforschten.

        Man kann solche Fragen vor Wahlen als Verschwörungsgerede abtun oder es hinnehmen, dass es nicht immer Gewissheit gibt und dass manche politische Akteure keine Regeln befolgen, die man gewohnt ist und auch nicht mit offenen Karten spielen werden. Man weiß es manchmal nicht.

      • economista

        @fourorty:

        Und von der Ukraine bekanntlich noch nie Anschläge auf Energieinfrastruktur verübt wurden? Es bei Nordstream auch erst hieß, es seien die Russen gewesen? Ohne konkrete Belege sind Anschuldigungen kontraproduktiv.

      • Tiene Wiecherts

        @fourorty:

        Wofür du hoffentlich stichhaltig Beweise hast, die du dann aber auch schnellstens der Polizei übergeben solltest.

  • Stefan L.

    "„Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht“



    Das kann man so sehen aber die hirnlose Sabotage verhindert auch, dass Strom aus regenerativer Energie nicht mehr transportiert wird und ich finde, wir produzieren davon erstaunlich viel. Es kann und muss noch sehr viel mehr werden aber die Zerstörung der dafür notwendiger Infrastruktur ist dumm, realitätsfern und kontraproduktiv. Der Protest sollte sich direkt an Frau Reich richten also blockiert das Wirtschaftsministerium o.ä. Abgesehen davon dürfte selbst unter links eingestellten Menschen die Solidarität mit solchen Saboteuren eher gegen null gehen.

  • Il_Leopardo

    Ich gehe davon aus, dass nicht nur die taz bei den Familienangehörigen war, sondern auch die Polizei. Da diese nun einen Namen hat und vermutlich auch ein Bild, sollte es nicht allzu schwierig sein, diesen Mann zu finden und zu befragen.



    Ich bin wirklich gespannt, ob es sich nur um einen "irren" Alleintäter handelt oder mehr dahintersteckt.