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Altersarmut in HamburgSozialamt zieht Flaschenpfand von Sozialhilfe ab

Das Sozialamt Altona zog einem Rentner 58 Euro gesammeltes Pfand von der Grundsicherung ab. Dabei dürfte er selbst nach strenger Auslegung etwas behalten.

Für viele Arme ein wichtiges Nebeneinkommen: das Sammeln von Pfandflaschen Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Die Geschichte, die ein Blogger im Netz über den Altonaer Rentner Hans S. erzählt, geht zu Herzen. Im September hatte er so wenig Geld, dass es für Lebensmittel und Medikamente nicht mehr reichte. Er ging Pfand sammeln, abends, im Schutz der Dunkelheit, damit Bekannte ihn nicht sahen, durchwühlte Mülleimer und Container und sammelte schließlich Flaschen im Pfandwert von 58,25 Euro.

Er meldete dies auch dem Sozialamt Altona. Doch seine Sachbearbeiterin zog den Betrag einfach wieder von seiner Grundsicherung ab, die er ergänzend zu seiner kleinen Rente erhält.

„Wie kann das sein, dass der Staat mit den Ärmsten so umgeht?“, ärgert sich Hans S. im Gespräch mit der taz. „Und das, wo die Lebensmittel teuer und die Schlangen vor den Suppenküchen länger werden.“ Auch er könne sich nur noch zwei Mahlzeiten am Tag leisten. „Morgens Haferflocken mit warmem Wasser und abends Kartoffeln mit Tiefkühlgemüse“, so der 75-Jährige.

Sein Fall wurde nun bekannt, weil das Straßenmagazin Hinz+Kunzt in seiner Januarausgabe darüber berichtet und der Sache sozialpolitische Brisanz beimisst – fand doch das Institut Yougov vergangenes Jahr in einer Umfrage heraus, dass jeder vierte Pfandsammler ein Rentner ist. Das Magazin hatte auch den Bezirk, die Hamburger Sozialbehörde und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Berlin mit dem Vorgang konfrontiert und bekam teils unbefriedigende und widersprüchliche Antworten.

Dissens bei Kleinstbeträgen

Übrigens wurde Hans S., wie er der taz berichtet, auch im Oktober sein Pfandgeld abgezogen, obwohl es diesmal sogar nur 11,75 Euro waren. In finanzielle Not sei er zudem auch deshalb gekommen, weil das Sozialamt ihm im Frühjahr wegen fehlender Unterlagen und ohne Ankündigung die Grundsicherung im Alter gekürzt habe – ebenfalls zu Unrecht, wie er sagt.

Das Bezirksamt Altona erklärte dem Magazin Hinz+Kunzt, dass nun mal alle angegebenen Einnahmen bei der Berechnung der Leistung berücksichtigt werden müssten. Ausnahmen für Einnahmen durch das Pfandsammeln seien im Sozialgesetz nicht vorgesehen.

Das Bundessozialministerium gab dem Straßenmagazin im Oktober eine etwas andere Auskunft. Erlöse aus dem Pfandsammeln, die geeignet seien, einen erheblichen Teil zum Lebensunterhalt beizutragen, zählten zwar als anzurechnendes Einkommen, doch „Kleinstbeträge aus dem Flaschensammeln, die nicht geeignet sind, zum Lebensunterhalt beizutragen, sind nach der Rechtsprechung vollständig anrechnungsfrei“, heißt es in der Stellungnahme, die auch die taz erhielt. Hinz&Kunzt zitierte dazu ein Urteil des Sozialgerichts Düsseldorf, bei dem eine 53-jährige Wohnungslose durchgesetzt hatte, dass ihr 100 Euro Pfandgeld nicht vom Hartz-IV-Satz abgezogen werden.

Die taz fragte das Bezirksamt Altona nach diesem Widerspruch, erhielt aber keine Antwort, sondern wurde an die Hamburger Sozialbehörde verwiesen. Und die stellt sich hinter das Bezirksamt Altona. „Das in der Berichterstattung zitierte Urteil aus dem Jahr 2020 bezieht sich auf das Bürgergeld; die dort geltende 100-Euro-Freigrenze findet in der Grundsicherung im Alter keine Anwendung“, erklärt Behördensprecher Wolfgang Arnhold.

Das Bezirksamt habe auf Grundlage der geltenden Gesetze gehandelt. Und das gelte nun mal auch für Einkünfte aus dem „systematischen Sammeln und Einlösen von Pfandflaschen“, sagt Arnhold. Und dies geschehe laut Paragraf 82 des Zwölften Sozialgesetzbuchs nach folgender Formel: 3 von 10 verdienten Euros blieben anrechnungsfrei, bis zu einer Obergrenze von 281,50 Euro.

Hans S. fragte bei anderen Bezirken und Städten nach der Pfandanrechnung und erhielt vielfältige Antworten

Demnach hätte Hans S. immerhin 30 Prozent des Pfandgelds behalten dürfen. Bei 58 Euro wären das 17,40 Euro, die Hans S. nicht hätten abgezogen werden dürfen. Gefragt, ob es so ist, sagt Arnhold: „Grundsätzlich ja.“ Ob dies auch in diesem Einzelfall zutreffe, könne er aber nicht sagen. Das Bezirksamt Altona beantwortet dies ebenfalls nicht, aus Gründen des „Datenschutzes“.

Das Bundessozialministerium (BMAS) deutet gegenüber der taz an, dass es dies anders sieht. Jene 30-Prozent-Anrechungsformel gelte in der Regel für „Erwerbseinkommen“. Kleinbeträge aus dem Flaschensammeln indes seien „in der Regel nicht als Einkommen zu berücksichtigen“, teilt das BMAS mit. Es handle sich „üblicherweise nicht um Erwerbseinkommen“.

Erträge aus dem Flaschensammeln seien vor allem dann nicht als Lebensunterhalt geeignet, wenn „es sich um geringe Beträge handelt, und wenn diese Beiträge unregelmäßig fließen“. Konkrete Summen nennt das BMAS nicht. Ob das Recht im Einzelfall von den Sozialämtern richtig angewendet wurde, liege in der „Zuständigkeit der Sozialgerichtsbarkeit“.

Hans S. will jetzt vor dem Hamburger Sozialgericht klagen. Er fragte bei anderen Bezirken und Städten nach der Pfandanrechnung und erhielt vielfältige Antworten. Gut die Hälfte von zehn befragten Ämtern gab an, dass das Pfandgeld nicht auf die Grundsicherung angerechnet werde. Es sei, so antwortete ein großes Bezirksamt dem Rentner, „der Aufwand zu groß“.

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117 Kommentare

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  • Mal zu @Moon - @Janix & die übrigen die



    Lovando gestern 20:58 - sonst einfach mal das🤖 dort lesen.



    Bin sonst nicht so für - ich bild mal‘n Beispiel.



    Aber das kann mal etwas erhellen worums gehen kann.



    Vllt erinnert der einoder andere:



    Die 3 oder 2? Schlecker-Bons - 2 übrig gebliebenen Maultaschen & die FRISTLOSE KÜNDIGUNGEN bei jahrelanger Betriebszughörikeit. Na Mahlzeit



    Und Däh - Leute gibt’s wa!



    Die Frau Präsi BAG im Interview “…das ginge ja doch auch nicht einfach die Maultaschen mitzunehmen!““ (mein Husten im 🍂🍁Wald🤫)



    Aber siehe da - der Senat eines ihrer Ziehkinder



    &/oder der BE? stöberten im Schrifttum & Däh



    Mein Mitschüler Henner hatte in seiner Habilschrift dargelegt - abgeleitet aus dem Sozialstaatsprinzip - daß bei jahrelanger Betriebszughörigkeit - eine sogenannte fristlose Bagatellkündigung unverhältnismäßig und damit nichtig sei!



    So gehts doch auch! Woll

    Das mal mit der Bitte - es gibt immer wieder Situationen (Lebenssachverhalte) - die vom Regelwerk ersichtlich/offensichtlich usw nicht



    mit Recht&!Gesetz vereinbar sind.



    (Rechtstheoretisch - Regelungen sind abstrakt-generell & können a definitione das auch gar nicht leisten 🙀;)



    Unten hab ich’s angerissen…sd

  • Empörung! Skandal! Das kann doch nicht wahr sein!

    Doch. Ist es. Wir haben es mit einer über Parteigrenzen hinweg Politik, Lebenshaltung, Disposition zu tun,



    die in allen dafür relevanten Sachverhalten davon ausgeht, eine erwachsene grundsätzlich erwerbsfähige Person verfüge über 3-3500 Euro Netto /Monat.



    Diese Idee von sich selbst, Durchschnitt und Normalität funktioniert sogar dann noch bei sehr sehr vielen, wenn sie selbst das gar nicht erlösen. Sie fühlen sich dazu aber zugehörig. Sind auch davon überzeugt es einmal zu verdienen. Weil sie es im Selbstbild ja verdienen.



    Woraufhin Steuergesetzgebung, Grundsicherung, Mindestlohn, die Vorstellung einer bezahlbaren Miete undsoweiterundsofort, für Leute gemacht sind, die glauben jemand neide ihnen die Normalität von 3-3500 Netto /Monat. Obwohl sie sie selbst nicht nicht einmal haben.

    In dieser Logik muss Steueroptimierung ein Tugend, gefühlt zu viel Grund-Existenzrente ein Verbrechen sein.

    Ist doch alles wie gewollt, akzeptiert und für normal befunden. Und die Weihnachtsgeschichten sind bloß sozialromantisches Gewese.

  • es ist entwürdigend, was der staat aus den menschen macht. arme, die den müll der anderen nach brauchbarem durchsuchen müssen, um über die runden zu kommen und die auch noch die dummen sind, wenn sie ehrlich sind.

  • Der arme Rentner hat offenbar nichts dazugelernt, wenn er auch noch im Oktober angibt, wie viel er gesammelt hat. Wie ehrlich oder blöd kann man denn sein?

  • Wer meldet sowas denn dem Amt? Das ist doch ein bisschen zuviel der Ehrlichkeit. Es ist ja nicht so, dass derartige Beträge auf dem Konto auftauchen.

  • Ich arbeite selbst im ÖD... zwar an anderer Stelle, aber ich kann sagen dass die SB die kleinsten Lichter und extrem Weisungsgebunden sind. Da gibts keine "Kreativität", beziehungsweise stellt sich die erst nach vielen, vielen Jahren ein, wenn man es so lange aushält.

    Problem hier, er hat das gemeldet. Da kann ein/ e SB nicht so tun, als wäre dies nicht geschehen.

    Vielleicht, wenn es nur im pers. Gespräch erfolgte, ihn darauf hinweisen, dass man nichts gehört habe... aber das kann auch für beide nach hinten los gehen.

    Der ehrliche ist der dumme.

  • >In finanzielle Not sei er zudem auch deshalb gekommen, weil das Sozialamt ihm im Frühjahr wegen fehlender Unterlagen und ohne Ankündigung die Grundsicherung im Alter gekürzt habe – ebenfalls zu Unrecht, wie er sagt.<

    Das hört sich nach Querulantentum an. Niemand erwartet ernsthaft, dass Flaschenpfand angegeben wird. Nur wenn es angegeben wird muss es auch - entsprechend den Vorschriften - angerechnet werden.

    • @A. Müllermilch:

      Sone billige Täter/Opfer-Umkehr habe ich ja noch nie gelesen - wa!

      Halt stopp - migra & blutorange grätschen ähnlich!Woll

      • @Lowandorder:

        Wohl wahr. Legenden sind oft hartnäckiger als die Wahrheit. Meint aus der Diaspora Giwezuan aka Bartleby

        • @Bartleby der Schreiber:

          Alter Schwede - na das ist mal ein feine Überraschung im -



          Frohes neues 🎆🎈🎊 -



          &



          Für Nichtkenner der Materie



          Das Autokennzeiche. L -



          Stand mal lange for Leipsch -



          Gebietsreformt für Lahnstadt 🙀🤷‍♀️



          Für Gießen & Wetzlar - auch gern.



          GIWETZ genannt



          Als aber dämmerte daß Dutenhofen in der Prarie - ein Supermarkt & die Stadtmitte dieser Hirnlosgeburt war.



          Fand der Spuk schnell ein Ende aber Eingang in die taz-kommune & GIWEZUAN hoffentlich weiterhin

          unterm—-



          Lahn[1] war eine kurzlebige kreisfreie Stadt in Hessen, die von 1977 bis 1979 (31 Monate lang) Bestand hatte. Wichtigste Teilgemeinden der Großgemeinde waren die Städte Gießen und Wetzlar. Zur Unterscheidung vom namensgebenden Fluss, der Lahn, wurde sie auch als Stadt Lahn bezeichnet.[2] Die Stadt Lahn hatte am 1. Januar 1977 153.678 Einwohner auf 225,57 km². Flächenmäßig lag sie damit in der Größe zwischen den Städten Wiesbaden und Frankfurt am Main, hatte aber deutlich weniger Einwohner als diese beiden. Verglichen mit dem Main-Taunus-Kreis hatte dieser mit 222,52 km² fast die gleiche Fläche, war aber mit über 200.000 Einwohnern deutlich dichter besiedelt als die Stadt Lahn.

  • Alle Helden der Arbeit, die in den Kommentaren über die Behördenmitarbeiter herziehen, kämen selbstverständlich nie auf die Idee deren Job zu machen. Entweder weil er zu schlecht bezahlt wird, oder die Qualifikation fehlt.

    • @FraMa:

      und jetzt bitte: was möchte uns dieser quali- und differenzierte beitrag eigentlich sagen?

    • @FraMa:

      Grundsätzlich bin ich bei Ihnen und finde ich auch, dass man da schon von beiden Seiten schauen muss. Von Behördenmitarbeiterbashing halte auch ich nichts.

      In diesem speziellen Fall muss aber schon eine gehörige Portion Menschenverachtung in dieser Behörde mitspielen, wenn tatsächlich so entschieden wurde. Ich reibe mir immer noch ungläubig die Augen.

      Es gibt grundlegende Dinge, die in Deutschland einfach nicht passieren dürfen. Dazu gehört auch, Menschen, die aus purer Armut über ihre Ekelgrenze hinausgehen und gebrauchte Flaschen aus dem Müll holen, weil die Sozialleistung nicht ausreicht, den erzielten Betrag von genau dieser Sozialleistung wieder abzuziehen.

      Das verlangt schon ein sehr böses Herz und dieses böse Herz gehört ja vermutlich nicht dem Behördenmitarbeiter in der untersten Reihe.

      Wer so agiert, der möchte mutwillig den Unmut schüren und die Leute in die Arme der vermeintlichen "Alternative" treiben. Die reiten ja auf dem Thema Alterarmut rum und gaukeln vor, sie wären auch dort die Rettung, was sie natürlich in Wirklichkeit überhaupt nicht sind.

    • @FraMa:

      Oder weil sie einen einfach einen anderen Job machen. Nach der Logik dürfte ja jeder nur das Verhalten seiner eigenen Branche kritisieren.

    • @FraMa:

      Nach Absturz Langtext

      "Wir müssen ständig von Klippen springen und auf dem Weg nach unten unsere Flügel entwickeln." - Kurt Vonnegut.

      Dazu su Lovando gestern 20:58 how. it works!



      &



      Falls ehra von uns bezahlten via Steuern;



      Herz und damit 🧠 - Wolfgang🚬Neuss - & nen Arsch im Beinkleid haben! Woll

      ansonsten - Schaum vom🫦. besser is das



      always at your servíce

    • @FraMa:

      Die Situation ist ja komplizierter. Zuerst sind Behördenmitarbeiter in ein Regewerk eingebunden, nach dem sie handeln müssen. Es geht gar nicht anders, sonst könnten die administrativen Arbeiten nicht erledigt und ihre Zwecke nicht erfüllt werden, die notwendig sind. Zuerst wird Bürokratie in einer Gesellschaft wie unsere gebraucht. Sons läuft nichts.



      Aus der Erfahrung der Arbeitslosigkeit heraus gesagt: In der politischen Auseinandersetzung um Mißstände wie den im Artikel erläuterten, ist es "unproduktiv", Gruppen wie Verwaltungsangestellten persönliche Defizite vorzuhalten, welche die einzelnen Personen so gar nicht haben müssen. Es geht um das Rollenverständnis, dass die Menschen in den Verwaltungen haben müssen und wo da ernste Probleme wie das angeführte entstehen. Die Situation hat für den Rentner ja die ernste Konsequenz der Not. Damit keine Unmenschlichkeit sich entwickelt.

      Klar hatte ich oft Zorn über die Begegnungen mit der Jobcentermitarbeiterschaft oder einzelnen daraus. Manchmal bis zu ganz tiefer Bedückung. Es hilft aber für politische Reflexion u. Handeln, da auf das gegebene "System" zu schauen, das da Probleme erzeugt.

  • Was ich mich frage: woher hat das Amt die Info über die Höhe des gesammelten Pfands? Oder stinkt die ganze Geschichte?

    • @Querbeet:

      Steht im Text. Er den Beitrag gemeldet

    • @Querbeet:

      Es steht ja im Artikel, dass er es dem Amt gemeldet hat.

    • @Querbeet:

      Wenn ich den Artikel in der Hinz+Kunzt richtig erinnere, hat der der betroffene Rentner dieses selber angegeben

  • BRD 2025 (& sicherlich auch 2026 und weiter bis - hoffentlich schnellen Ende vom Schland).

    Die mental bösartige Mehrheit der Mitbewohner in dieser Gegend will das so. Exakt so, sonst hätten sie ja nicht so gewählt wie sie haben.

  • Ich muss immer lachen, wenn ich im Unterricht oder in anderen Zusammenhängen, Artikel 1, Absatz 1 des Grundgesetzes erwähne:



    "(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

    • @Niemals:

      Was erheitert Sie?

      • @Katharina Reichenhall:

        Anspruch und Wirklichkeit... Auch Scheitern kann erheitern. Sarkasmus als Ventil.

  • Altersarmut ist eine Demütigung.

    • @Noordwijk:

      Armut auch sonst ist wohl eine, ab einer gewissen relativen Grenze und sozialen Stigmatisierung dazu auch noch. Doei!

  • Der Ehrliche ist der Dumme. Hätte er einfach ausgegeben, hätte es keiner gemerkt. Es ehrt ihn, dass er das Geld angegeben hat. Ich habe wirklich Respekt vor einem Menschen, der in seiner Situation solche Beträge angibt! Hut ab! Ich hätte das Pfand allerdings nicht als "Einkommen" oder "Verdienst", sondern als etwas "Gefundenes" erkannt.

  • Die Menschenverachtung der Hamburger Behörde passt zur Verachtung der Politik gegenüber den Ärmsten der Armen in Hamburg: den Obdachlosen.



    Hamburgs Politik weigert sich in der reichsten Stadt Europas das Problem der immer stärker zunehmenden Obdachlosigkeit zu lösen. Immer mehr junge und alte Menschen landen auf der Straße, sammeln Flaschen, Dosen.



    Gerade berichtete der NDR mit dem Nordmagazin über die Obdachlosigkeit in Hamburg als sei sie ein Naturphänomen und nicht Ursache gewollter inkompetenter Politik innerhalb eines von SPD und auch den Grünen gestützten Neoliberalismus.

    Jedes Jahr die Klage über den Missstand, aber keine konkreten Lösungsschritte mit ausreichend finanzellen Mitteln.



    Sollen wie im letzten Jahr ruhig 45 Obdachlose auf der Straße in Hamburg sterben, aber die Olympiabewerbung von Hamburg ist ein muss!

    Jesus Christus würde angesichts dieses Zynismus in Tränen ausbrechen, nicht aber die Hamburger Politik und nicht die Hamburger Medien, die lediglich Krokodilstränen angesichts der vielen Obdachlosen und Armen beim Flaschensammeln vergießen!

  • Das tut mir körperlich weh. Damit treibt man Menschen doch nur in die Hoffnungslosigkeit. Ausserdem kostet dieser ganz "Kontrollapparat" unfassbar viel Geld. Das ist alles nur traurig.

  • Fein, wenn jetzt demnächst die Rentner bis 2.000 Euro Pfand durch Pfandflaschensammeln zur Rente dazu verdienen dürfen...



    Klapper, Schlepper, Klirr...

  • Man traut sich ja gar nicht mehr, bedürftigen Menschen was zu schenken. Die könnten ja in Teufels Küche kommen.



    [/sarkasmus off]

  • taz: *Er meldete dies auch dem Sozialamt Altona. Doch seine Sachbearbeiterin zog den Betrag einfach wieder von seiner Grundsicherung ab, die er ergänzend zu seiner kleinen Rente erhält.*

    Wir leben in einem der reichsten Länder dieser Welt, wo arme Menschen aber schon Pfandflaschen sammeln müssen, um über die Runden zu kommen. Dem Sozialamt Altona - oder was auch immer das für ein "Amt" sein soll - fällt aber nichts anderes ein, als einem armen Menschen das bisschen Pfandgeld auch noch "gegenzurechnen", weil ja Einnahmen durch das Pfandsammeln im Sozialgesetz nicht vorgesehen sind.

    Jedes Jahr (!!!) werden 125 Milliarden Euro Steuergelder in Deutschland hinterzogen - wie aus einer Untersuchung der University of London im Auftrag der sozialdemokratischen S&D-Fraktion im EU-Parlament hervorgeht - aber dafür hat man merkwürdigerweise keine 'behördliche Taskforce' ins Leben gerufen. Aber armen Menschen das Leben schwer zu machen, darin sind deutsche Behörden ja bekanntlich unübertroffen.

    Das wahre Problem ist aber die unsoziale Politik in diesem Land. Eine Politik die sich nur noch um die reichen Leute kümmert, arme Bürger aber hungernd im Dreck liegen lässt.

  • Das Eigentliche Problem sind nicht die einzelnen Entscheidungen von Behörden. Das Problem sind Politiker, die Gesetze erlassen, armen Menschen jeden bissen vorzuzählen und gleichzeitig die oberen Zehntausend Milliarde auf Milliarde stapeln zu lassen.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Richtig 👍

      In Deutschland ist das Sozialstaatsprinzip in Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes zwar verankert ("Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat"), aber wie die Realität ausschaut, dass sieht man ja an armen Rentnern die Pfandflaschen aus Mülleimern sammeln müssen; aber natürlich auch an der zunehmenden Kinderarmut in diesem Land.

      Das "merzsche Stadtbild" wird Deutschland sicherlich noch viel schöner machen, besonders wenn die Armut durch unsoziale CDU/CSU-Politik in den nächsten Jahren massiv ansteigt.

  • Bezeichnend und unwürdig.

  • Für dieses Land muss man sich nur noch schämen!



    Eat the rich!!!

    • @ Christoph:

      Also "eat the cannibals!". Was eine Gaudi. Ich würde lachen wenns nicht zum heulen wäre

  • Es gäbe die eine Lösung: Don't ask, don't tell. Nicht angeben: spart Aufwand auf allen Seiten. Dann schwebt aber das Damokles-Schwert. Und es gibt obendrein viele Menschen, die auch in Not korrekt bleiben wollen.



    Dann die Lösung einer Regelung: Bis x Euro ok (gilt das dann eigentlich nur für Flaschensammeln oder auch für Kioskhüten oder ...?)



    Oder vielleicht noch weitere Kreativität:



    Wie geht mensch die professionell drückenden Bettlerkolonnen an, ohne echte Bettlers zu stigmatisieren, schikanieren oder zu verfolgen?



    Wäre es nicht ein Zeichen vorn Fortschritt, wenn wir alle das Altglas zurückbrächten, obwohl wir es finanziell gar nicht bräuchten? Momentan stelle ich das wertvolle Glas und Plastik wohlgeordnet neben den Container. Ist das eigentlich eine grundsätzliche Lösung? Fragen. Fragen.

    • @Janix:

      " Und es gibt obendrein viele Menschen, die auch in Not korrekt bleiben wollen."



      Das mag sein, dann gibt es doch aber auch keinen Grund hier zu wehklagen, oder? Wenn das Geld ordnungsgemäß abgezogen wurde, dann sollte sich der Rentner doch freuen, weil er und das Amt alles korrekt gemacht hat. Er freut sich aber nicht über die mutmaßliche Rechtmäßigkeit, sondern will auch noch klagen, der Frechdachs.

  • Ist das nicht auch eine Form der Aktivrente - Flaschensammeln ist körperlicher und zeitlicher Aufwand.



    Natürlich ist die GruSi nur für die Grundsicherung da, trotzdem ist es gefühlt ein Unding, dass Menschen die ein klein wenig ihre Misere aufbessern wollen so hart angegangen werden.



    Rentner haben idR unseren heutigen Wohlstand erarbeitet, denen gehört Respekt statt Gängelung entgegengebracht.

    • @Saskia Brehn:

      Es geht um die AGruSi, nicht die GruSi.

      Bei der GruSi kann ein Zuverdienst bis 100€ weiterhin komplett behalten werden.

    • @Saskia Brehn:

      Es ist auch für mich eine „Art Aktivrente“. Sehe allerdings folgenden Unterschied. Ein Sozialstaatsprinzip in -D- ist die Subsidiarität. Diesem Gedanken nach setzt die Hilfe des Sozialstaates dann ein, wenn der Einzelne keine eigenständig leistbare Möglichkeit mehr hat, sich aus einer Notlage zu befreien. Kann er dafür nicht alles, sondern nur „Teilleistungen“ erbringen, werden ihm nur die (finanziellen) Hilfen gewährt, die er selbst nicht schon aufbringen kann. D. h. hier, der Rentner trägt zwar aktiv zur Verbesserung seiner Lage mit eigener Leistung bei. Der Staat hat aber vorrangig das „Zugriffsrecht“ auf das finanzielle Ergebnis. Um seine Verpflichtungen im Sinne der Steuer zahlenden Bürgerschaft auf das geboten Notwenige zu begrenzen u. z. B. steuerliche Überforderung zu vermeiden.



      Dem steht für mich aber gegenüber, dass das Leben aber nicht „null oder eins“ spielt – das Sozialamt aber schon, es rechnet exakt so, wie eben gesagt. Der Gesetzgeber u. wohl auch die Rechtsprechung sehen da flexiblere Möglichkeiten – wie sie @varadi hier anspricht. Die brauchen aber eine verbesserte politische Gestaltung!

      Ich glaube, das ist möglich!

      Was glaubt, was will die Politik?

  • Diese Entscheidung ist natürlich hahnebüchen. Andererseits besteht hier eigentlich auch kein Spielraum für Ermessen, Einkommen ist Einkommen. Daher muss, rein formal, so gehandelt werden, von etwaigen Freibeträgen mal abgesehen. Eine Sachbearbeiter:in jedoch, die halbwegs bei Verstand ist, hätte dem Herrn mitgeteilt, dass sie davon gar nichts wissen will...



    Die Kübel Mist, die hier mit der groben Kelle im Forum über "die machtgeilen Beamten" (sehr viele Angestellte in Sozialämtern übrigens) ausgeschüttet werden, ist eben das. Mist. Da hat jemand zuviel Hauptmann von Köpenick geguckt.

    • @Harmonie ist eine Strategie:

      **Da hat jemand zuviel Hauptmann von Köpenick geguckt.**

      Daran kann man aber doch gut erkennen, dass sich im 'preußischen Staat Deutschland' immer noch nichts geändert hat.

      Im Hauptmann von Köpenick (1931) hatte der Schriftsteller Carl Zuckmayer die deutschen Beamten als unbewegliche Rädchen im System dargestellt, die nicht den Menschen, sondern nur die Vorschrift und den Rang sehen. Was aus diesem deutschen "Beamtengehorsam" - was Beamte auch nie hinterfragen - dann letztendlich wurde, das kann jeder in einem Geschichtsbuch über die Jahre 1933 bis 1945 nachlesen.

    • @Harmonie ist eine Strategie:

      Andere Sozialämter und das zuständige Ministerium interpretieren das "geltende Recht" aber eben anders.



      .



      Der vollständige Abzug war sowieso in jedem Fall rechtswidrig.



      .



      Die zuständige Sachbearbeiterin und deren Vorgesetzten haben jeden verbalen Kübel Mist verdient, der sich über sie ergießt.

    • @Harmonie ist eine Strategie:

      Und Sie ihn offensichtlich nicht verstandenen!



      Kein Wunder - daß ehna das kübeln zum



      Göbeln wird! Gelle

      Na Mahlzeit

    • @Harmonie ist eine Strategie:

      Ich sag mal so, es kommt drauf an wie er das Flaschensammeln mitgeteilt hat. Wenn er das auf irgendeine Schriftliche Weise getan hat, dann kann die Sachbearbeiterin es nicht mehr ignorieren, denn dann besteht ein Nachweis über dessen Kenntnis.

    • @Harmonie ist eine Strategie:

      Mist ist, dass Menschen, die das Wort "sozial" nicht mal buchstabieren können im SOZIALamt arbeiten und die Leitlinien und Gesetze dazu schreiben. Die Frau gehört gefeuert für so einen menschenunwürdigen Dreck. Dass Rentner überhaupt Pfandflaschen sammeln müssen, während die meisten von uns noch etwas übrig haben und es Millionäre im Land gibt ist eine Schande, gegen die jeden Tag riesige Demos stattfinden sollten. Eat the rich.

      • @Residente:

        Sowohl Bezirksamt und das Sozialamt in Hamburg stehen hinter dieser Entscheidung.

        Es handelt sich somit eben nicht um den Fehler einer einzelnen Sachbearbeiterin.

  • Solche Jobs ziehen massenhaft Leute an, die sich an Macht ergötzen. Hier eben an der Macht, einen armen Rentner noch ein wenig ärmer zu machen. Diese Leute sitzen in Sozialbehörden, Jobcentern und ähnlichen Einrichtungen.



    Und berichten dann am Abend dem Partner, dass sie es einem Oldie mal wieder so richtig gezeigt haben.

    • @Kaboom:

      Nein, ich möchte sagen, da liegen Sie daneben. Ich lebe nicht in Deutschland aber habe die Bürokraten dort kennengelernt. Es sind einfach nur Angestellte, die genau das tun was ihnen vorgeschrieben ist. Das heißt, sie müssen eigentlich keinerlei Entscheidungen treffen oder Verantwortung übernehmen, weil ja alles bis ins Kleinste geregelt ist. Je penibler sie Paragraphen, Vorschriften ausführen, desto sicherer fühlen sie sich. Gefphleidwr gar Empathie werden geschluckt, weil man ja seinen Job machen muss. Diese Menschen sind nicht bösartig oder gemein, sie tun einfach ihren Job. Nur wenige haben den Mut oder vielleicht auch Charakter eigenständig und vernünftig zu agieren (in ihrem Job). Also nicht so boshaft urteilen sondern vielleicht auch etwas Menschlichkeit zeigen von Ihrwr Seite (genau das was ja in der Bürokratie fehlt)

    • @Kaboom:

      Ich finde Ihre pauschale Diffamierung von Mitarbeiter:innen in Sozialbehörden außerordentlich unangemessen.

    • @Kaboom:

      Und so suhlt sich halt jeder in seinen eigenen Vorurteilen.



      Ich kenne eine Person, die in so einem Amt mal gearbeitet hat. Die hat allerdings eher von Gewaltdrohungen, ergreifenden Schicksalen und einem Gefühl der Hilflosigkeit berichtet. Und war sehr froh, als sie den Job dann wechseln konnte. Aber ist halt auch nur eine Aussage und nicht repräsentativ.

    • @Kaboom:

      Wissen wir das?

      Verwaltung ist selbst nicht gewählt. Sie muss Regeln Gewählter erhalten und diese Regeln umsetzen. Ein wenig Spielraum ist da, doch stellen Sie sich eine Verwaltung vor, die völlig willkürlich wäre. Das kann es auch nicht sein. Also bei den Regeln ansetzen, den formalen, aber natürlich auch an der Behördenkultur.

      • @Janix:

        Erstens handelt es sich um einen Graubereich, der in anderen Ämtern bereits anders gehandhabt wird.



        .



        Zweitens widerspricht auch das Bundessozialministerium der seltsam strengen Auslegung in Hamburg.



        .



        Die 100% Anrechnung war in jedem Fall rechtswidrig.



        .



        Fazit:



        Entweder in dem Amt hat niemand Ahnung von geltendem Recht.



        Oder Mitarbeiterin und/oder Vorgesetzte sind in Hamburg einfach ******.

      • @Janix:

        Gemach Gemach - so ganz 🤷🤷‍♀️🤷‍♂️



        Is das ja auch für den einzelnen Sachbearbeiter nicht



        🤖 Abseits der Politik bezeichnet der Begriff (Normreduktion) in der Rechtswissenschaft oft die Teleologische Reduktion. Dabei wird der Anwendungsbereich einer Norm entgegen ihrem Wortlaut eingeschränkt, wenn er über den eigentlichen Sinn und Zweck der Vorschrift hinausgeht.



        Eine Methode, den Geltungsbereich einer Norm zu beschränken, wenn der Gesetzgeber zu viel geregelt hat und der Wortlaut Fälle erfasst, die nach dem eigentlichen Sinn und Zweck der Regelung ausgenommen werden müssten.



        Grundprinzip: Ungleiche Sachverhalte werden durch den zu weiten Wortlaut gleich behandelt, was dem Gleichheitssatz widerspricht. Die Reduktion stellt die sachgerechte Ungleichbehandlung her.



        Behörden können im Rahmen der Rechtsanwendung ebenfalls eine teleologische Reduktion vornehmen, wenn sie Bescheide erlassen.



        Bindung an Recht und Gesetz: Da die Verwaltung jedoch strenger an das Gesetz gebunden ist (Art. 20 Abs. 3 GG), sind Behörden hier oft zurückhaltender als Gerichte.



        In der Praxis orientiert sich die Verwaltung meist an der bestehenden höchstrichterlichen Rechtsprechung, die eine solche Reduktion …

        • @Lowandorder:

          Was dann für den juristisch Unbedarften zeigt, dass das Recht nicht als mechanisches Räderwerk läuft, das am Ende Vernunft zermahlt. Die Situation des Rentners könnte anders "bearbeitet" werden. Ich denke, hier ist zuerst mal politische Gestaltung gefragt - die dem Gesetz nach auch möglich ist. So schließe ich aus Ihrer Erläuterung.



          Wenn auch hier abgesehen davon, dass "politische Gestaltung" dahingehend notwendig wäre, Rentner überhaupt nicht erst in die Situation zu bringen, Flaschen sammeln zu müssen. Oder wenn das im Einzelfall so sein "muss", dass dann rechtliche Möglichkeiten greifen, die Menschlichkeit zulassen.

        • @Lowandorder:

          Ja, und ein Eichmann hatte auch nicht das Recht zum Gehorsam gegen die Humanität, um den Extremfall zu nennen. Auch das.

          Ich wollte v.a. jene m.E. Verkürzung und Motiv-Zuschreibung oben kurz kontern.

  • Sehr merkwürdig! Soweit ich mich erinnere, durfte ich in meiner Zeit als Hartz-4-Empfänger bis zu 100,00 Euro pro Monat zusätzlich zum Regelsatz behalten. Wieso werden dann einem Mann im Rentenalter, der dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung steht, die durch Pfandflaschensammeln erworbenen 58,25 Euro auf die Grundsicherung angerechnet? Zumal jetzt Rentner:innen bis zu 2.000,00 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen dürfen? Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

    • @Volker Scheunert:

      Die 100 EUR sind die Grundstufe des Erwerbstätigenfreibetrags, § 11b Abs. 3 SGB II. Die diesbezügliche Anrechnung im SGB XII ist wie im Artikel gesagt 1/3 zu /2/3 und beginnt nicht pauschal mit 100 EUR.

      Das wäre auch nur einschlägig, wenn Pfandammeln tatsächlich eine Erwerbstätigkeit ist. Ansonsten ist die allgemeine Grenze im SGB II 10 EUR nach der ALG II-VO bzw. Bürgergeld-VO. Im SGB XII gibt es keine Bagatellgrenze für Einnahmen, siehe § 1 der VO zu § 82 SGB XII.

      Pfandsammeln wäre rein theoretisch(!) grundsätzlich ein Gewerbe und steuerpflichtig.



      www.gegen-hartz.de...meln-gewerbeschein



      Zum Glück hat das ALG München in seiner Weisheit erkannt, dass Pfandsammeln aus dem Müll (Stichwort: Containern) wegen Geringfügigkeit nicht strafbar ist.



      Da bin ich aber sehr dankbar.



      www.lto.de/recht/k...t-geringfuegigkeit

      • @varadi:

        Vielen Dank für die Info - was die Sache an sich für mich natürlich nicht besser macht ...

      • @varadi:

        ups AG München, Az. 843 Cs 238 Js 238969/16

    • @Volker Scheunert:

      Gerechtigkeit gegenüber Armen brauchen Sie in unserer Welt nicht zu erwarten. Dass sich die Gesetzeslage ändert (Hartz 4 ungleich Bürgergeld ungleich Grundsicherung) bzw. in diesem Fall (vmtl. ganz bewusst) im Unklaren gelassen wird, hat System. Warum sollen mittellose Erwerbslose mit Rentnern gleichgestellt werden? Der eine ist aus Sicht des Kapitalismus nutzloser Abschaum, der andere Leistungsträger. Das ist die kapitalistische Logik, die in Sozialpolitik und Geopolitik gleichermaßen Einzug hält.

  • Wie verroht und kaputt müssen Sachbearbeiter*innen sein, de so etwas tun?

    • @Franny Berenfänger:

      Sie dienen dem System. Deswegen wird man Beamter.

      • @Günter Picart:

        Bei allem sicher auch wahren Kern: Lässt sich das wirklich so generell sagen?

      • @Günter Picart:

        Ich war auch mal eine Zeitlang Beamter.



        Als ich anfing, sagte mein Vater, ich solle nie vergessen, wer mich in Wirklichkeit bezahlt. Wenn man das tut, bleibt bei allen Vorschriften noch viel Platz für Vernunft und Menschlichkeit.

  • Erbärmlich.

    • @R.I.P.:

      Besser kann man es nicht formulieren.

  • Da wundert sich dann keiner mehr über Schwarzarbeit oder andere Einkünfte, die lieber geheim gehalten werden. Die Reichen machen es schliesslich genau so!

    • @TV:

      Und jeder Handwerker.

    • @TV:

      Wie man hört, der eine oder andere Beamte auch.

  • Etwas über 50 EUR hat der Mann innerhalb eines Monats gesammelt, knapp 12 EUR im nächsten Monat. Der Streit geht darum, dass vielleicht nur ein Drittel dieses Betrags angerechnet werden kann. Was mich regelmäßig erschüttert, ist die Vehemenz, mit der diese Beträge durchgesetzt werden. Ein Betrag von aufgerundet insgesamt 75 EUR ist natürlich nicht nichts, aber eine beim Amt oder Jobcenter angestellte Person kann davon maximal eine oder vielleicht zwei Arbeitsstunden bezahlt werden. Spätestens wenn sowas vor Gericht geht, ist der Aufwand im Bezug auf den Streitwert völlig unangemessen - und dabei ist die Lebenszeit der betroffenen Person noch nicht einmal eingerechnet. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte den Verwaltungsaufwand drastisch minimieren - und die Arbeitskräfte könnten in der Steuerfahndung wesentlich lohnenswerter eingesetzt werden. Change my mind...

    • @LeFix_Cycles:

      Steuerfahndung bei Reichen bzw. multinationalen Konzernen ist halt (absichtlich) viel zu kompliziert, als dass es ein normaler (sehr mittelmässig bezahlter) Sachbearbeiter verstehen könnte. Daher wird jede Mini-Eink.st.Erklärung bis zum letzten Bon auseinandergefusselt- denn damit kennen die sich aus.



      Die anderen (mit ihren spezialisierten RA-Kanzleien) sind halt "Untouchables".



      Der neue Adelsstand. 2026.



      Den auch die "spd" nie anfassen wird.



      Die Neue Soziale Frage liegt auf der Strasse. Und könnte (!) Wahlen entscheiden.

    • @LeFix_Cycles:

      Gut eine Stunde kommt vermutlich hin.



      Das Gahalt ist nicht üppig aber die Nebenkosten sind davon unabhängig.

    • @LeFix_Cycles:

      Interessant unter dem Aspekt, dass beim Bürgergeld 100 € dazuverdient werden durften.

      • @Mc Nair:

        Auch bei der Grundsicherung, aber eben nur bei Erwerbsfähigen und nicht bei der Grundsicherung im Alter.



        Interessant ist auch, dass eine zusätzliche private Rente bis 100€ ebenso nicht angerechnet wird.

        Das wirkt Alles etwas willkürlich.

  • und mit hoher wahrscheinlichkeit loggen sich die beamtInnen des Sozialamtes morgens ein und gehen dann erstmal eine rauchen. Oder einkaufen, staubsaugen und fensterputzen, wenn sie im homeoffice sind. so machen das auf jeden fall meine beamtenden freunde und bekannte… DAS IST KEIN WITZ

  • Fazit: Der/die Ehrliche ist der/die Dumme.

  • Kann denn dieser gesetzlich-bürokratisch organisierte Irrsinn denn wirklich kein Ende finden? Über die Laufzeit von Hartz IV, dem Bürgergeld, der Neuen Grundsicherung, der Grundsicherung im Alter sind diese Ereignisse mindestens dutzendfach bekannt. Jedes dieser Geschehnisse ist eines zu viel: Eine Sozialbürokratie trägt nicht zur Sicherung ohnehin prekärer Lebensverhältnisse bei, SONDERN BESCHÄDIGT SIE. Systematisch aufgrund ihrer gesetzlich-bürokratischen Konstruktion und zwingt letztendlich – aber eben nur fast – zur organisierten Verantwortungslosigkeit. Jeder außer dem Betroffenen selbst verweist auf andere und anderes. Man möchte jetzt konkrete Vorschläge hören? Kann ich gut verstehen! ABER DIE GIBT ES DOCH! Deshalb möchte ich auf ihre Wiederholung hier bitte verzichten dürfen. Stattdessen: Gerade eine Sozialbürokratie darf nicht ein „stahlhartes Gehäuse“ sein, von dem Max Weber schon sprach. Die muss von ihrer Konstruktion her so beschaffen sein, zuerst Existenz zu ermöglichen, nicht zu verunmöglichen. Bemerkt denn keiner, was für verblödete Verhältnisse entstehen, wenn Politik diesen Grundsatz u. die damit nun mal einhergehende Ambiguität nicht kapiert?

  • Oh, wir dürfen uns empören. Wie nett. Die taz hat anscheinend nicht so viel Ahnung, was Sozialbehörden so machen, alles rechtsstaatlich und demokratisch usw. Ein Blick in die ALG II-Verordnung und die Verordnung zu § 82 SGB XII hilft zur Klärung des Einkommensbegriffs.

    Das im Artikel genannte SG Düsseldorf vom 08.01.2020 – S 37 AS 3080/19 hat im Übrigen einen witzigen Kunstgriff vorgenommen, um das Pfand nicht als Einkommen zu betrachten und hat das Pfand als Zuwendung deklariert, Zitat: "Wenn man die Zurverfügungstellung von Pfandflaschen im öffentlichen Raum als „private Zuwendung“ der Spender ohne rechtliche oder sittliche Verpflichtung ansieht, so fällt zumindest die „Gerechtfertigkeitsprüfung“ nach § 11a Abs. 5 Nr. 2 SGB II zugunsten der Klägerin aus."



    Diese Vorschrift gibt es auch im SGB XII als § 84 Abs. 2 SGB XII.

    Dies ist eine allgemeine Meinungsäußerung zu dem taz-Artikel und der SG-Entscheidung und keine Beratung.

    • @varadi:

      Sorry - war für SozialR nie zuständig. But



      Was wollnse denn so Meinungsäußern? hm?

      Dem SG Düsseldorf via Zuwendung & Dereliktion & Sozialstaatsprinzip (Bagatelle vgl BAG zu Bons & Maultaschen) - kann ich mühelos folgen - Sie nicht? Mach Bosse •

      • @Lowandorder:

        Nein, kann ich nicht. Als Sozialpädagoge muss ich mich immer erst mühsam einlesen. Ja, das hätte ich weglassen können. Ursprünglich wollte ich eine einzelfallbezogene Begründung schreiben. Ihnen als Jurist kann auch niemand was, so von wegen unzulässiger Rechtsberatung usw.



        Aber das Internet weiß sowieso alles. Ich hätte nur den folgenden link angeben müssen.



        www.gegen-hartz.de...ensammeln-gekuerzt

        • @varadi:

          Das ist mal hübsch

          Unzulässige Rechtsberatung



          Mein Freund & Weggefährte Helmut Kramer



          www.humanistische-...gsgesetz-von-1935/



          & he himself



          www.kramerwf.de/re...ffl-rechtsberatung



          & im Spiegel 🪞



          www.spiegel.de/pol...-0000-000031759232

          unterm——Remember



          Volkszählungs(urteil)



          Eine besonders pfiffige Verwaltung in der Soester Börde sah in den Demo-Tischen mit Anleitung einen Verstoß.



          “Ja sollen wir trotz Meinungs & Versammlungsfreiheit ein Nazi-Gesetz anwenden?“ “Auch ein Richter muß sich an Recht&Gesetz halten!“ 🙀



          Schön auch Kuschi vom OVG Mstr



          “Ein Satz!“ 🥳



          (Hier berate ich niemanden!Woll)

    • @varadi:

      ein herzliches Danke an diese Meinungsäußerung :)

  • Warum gibt der Renter das „Einkommen“ durch das Flaschensammeln überhaupt an? Man kann — glaube ich — auch überkorrekt sein. Ebenso die Sachbearbeiterin: warum nimmt sie diesen Betrag überhaupt in ihre Berechnung auf?

    Sicherlich ist es nicht im Sinne des Erfinders (der entsprechenden Sozialgesetze), dass Flaschensammeln als Einkommen gewertet wird?!

    Gesetze und Vorschriften können nicht immer alle Situationen und jeden Kontext abdecken. Und wenn man nach etwas kritischem und eigenständigen Nachdenken zu dem Schluss kommt, dass eine strenge Auslegung eines Gesetzes moralisch keinen Sinn macht: dann sollte man doch eher seinem moralischen Kompass folgen?!

    Wenn es in dieser Geschichte einen Skandal gibt, dann sähe ich diesen eher im allzu strikten Befolgen von Gesetzen um jeden Preis und auf Kosten eigenständigen Denken und Handelns.

    • @Helge Simon:

      Naja, wenn der Sachbearbeiter davon Kenntnis erlangt und die Gesetze eben so sind wie sie sind, muss er entsprechend handeln, sonst bringt er sich selbst in die Bredouille und dass er das nicht möchte, kann man ihm nicht vorwerfen.



      Hinter vorgehaltener Hand sagen wahrscheinlich 9/10 Sachbearbeiter, dass der Rentner solche Angaben einfach nicht machen sollte.

      • @Katharina Reichenhall:

        Gerade in diesem konkreten Fall sind die Gesetze aber eben nicht so eindeutig und werden von anderen Ämtern bereits anders ausgelegt.



        .



        Die vollständige Anrechnung war auf jeden Fall falsch, egal wie das geltende Recht interpretiert wird.

      • @Katharina Reichenhall:

        Doch, das kann man ihm vorwerfen. Wenn man nicht genügend Menschlichkeit oder Mumm hat so etwas im Sinne des Rentners zu lösen soll man halt Schrauben produzieren gehen, man soll keinen Beruf ausüben, der irgendwas mit Menschen, noch dazu mit vulnerablen, zu tun hat. Und man kann und muss es denjenigen vorwerfen, die Parteien wählen, die solche menschenverachtenden Gesetze erlassen.

        • @Residente:

          Das sehe ich halt anders.



          Ohnehin wird meiner Meinung viel zu schnell die dämliche Moralkeule geschwungen.



          Einfach durch die Blume sagen: "Geben Sie doch nicht jeden Quatsch hier an" und schon sind alle fein raus.



          Ich halte es schlicht für unnötig und überflüssig, die Sachbearbeiter in diese Situation zu bringen. Aber das setzt natürlich voraus, dass man selbst Sachbearbeitern im Sozialamt für grundsätzlich anständige Menschen hält. Das kommt hier in vielen Beiträgen viel zu kurz.

    • @Helge Simon:

      Das habe ich mich auch gefragt jeder normal denkende Mensch würde solche angaben doch einfach "überhören".

      • @Blechgesicht:

        Man kann sowas nicht immer "einfach überhören".



        Was man machen kann ist, Dingen, von denen man keine Kenntnis hat, nicht nachzugehen.



        Ich vermute, dass 98 % der Sozialamtsmitarbeiter weder Zeit noch Lust haben, irgendwelchen Pfandsammlern nachzustellen. Und selbst wenn es da Pfennigfuchser gibt, so stünde der Aufwand in keinerlei Verhältnis zum Nutzen.

      • @Blechgesicht:

        Und manchmal sitzen 2 Sachbearbeiter in einen Raum. 🤔

  • Ich bin fassungslos, wie frau / man mit den Ärmsten der Armen umgeht.



    Laut Statistik bessern ca. 1 Millionen Menschen in Deutschland ihr karges Einkommen mit Flaschensammeln auf.



    1. Vorschlag:



    Alle Flaschensammlerinnen sollten ab jetzt damit anfangen, Kleinstbeträge zwischen 0,50 bis 9 Euro bei den Sozialämtern „ordnungsgemäß“ anzumelden.



    Um den „Arbeitsdruck“ für die Ämter noch weiter zu erhöhen, sollte eine Nachmeldung erfolgen nach dem Motto:



    Sehr geehrte Mitarbeiterin, sehr geehrter Mitarbeiter des Sozialamtes.



    Zu meinem Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass mein eingereichten Belege bezüglich des Flaschenpfandes nicht korrekt waren.



    Mir ist aufgefallen, dass mir beim Zusammenzählen der Leerflaschen ein Fehler unterlaufen ist, es wurden 3 Flaschen zu wenig von mir angemeldet. (Im nächsten Schreiben: -3)



    Ich bitte diesen Fehler zu entschuldigen und um Korrektur Ihrer Berechnungen.



    Mit freundlichen Grüßen xy .

    Deren "Bearbeitung" dürfte unterm Strich "teuer" sein und hoffentlich dazu führen, dass so eine menschenverachtende Praxis eingestellt wird.



    2. Vorschlag



    Petition an den Gesetzgeber starten, damit ein derart unsoziales Verhalten seitens der Behörden abgeschafft wird.

    • @Peter Schild:

      Danke! Hab mich köstlich amüsiert.



      Am besten jedes Mal bei der Abgabe immer gleich nach 1-4 Flaschen einen Kassenbon ausdrucken und dann jeden Tag mehrere E-Mails mit dem gleichen Text und jeweils 1 Bong im Anhang schicken.

  • Wer ist so naiv und gibt den Erlös aus Pfandsammeln beim Amt an?? Habe grade wieder mit jemanden geredet, der sicherlich nicht wenig Einkommen bezieht, es aber völlig O.K. findet, einen Teil davon an Finanzamt und Sozialkasse vorbei zu schummeln. Aber ein Rentner, der sonst gar nichts hat, muss Pfandflaschen angeben. Wie doof ist das denn?

    • @mwanamke:

      Wird wohl eher Angst vor einer Behörde sein.

    • @mwanamke:

      Es ist leicht etwas so zu bewerten, wenn mensch warm und trocken mit gut gefülltem Kühlschrank zu Hause sitzt.

      Vielleicht wollte er korrekt sein, um die Grundsicherung, auf die er angewiesen ist, nicht zu gefährden.

  • Da war er auch noch ehrlich und wurde nicht mal dafür belohnt.



    Rein rechtlich mag das ja in Ordnung gewesenen sein aber moralisch



    fragwürdig.



    Ich wünschte man würde auch mal gegen die ganz oben so vorgehen.

    • @Captain Hornblower:

      Das Blöde ist: Denen würde das, im Gegensatz zu diesem Rentner, noch nicht mal was ausmachen, wär halt etwas weniger auf der hohen Kante.

  • Das ist absolut pervers, grotesk und widerlich. Man könnte kotzen.

  • Was eine Frechheit. Kann man ihn irgendwie unterstuetzen ohne, dass der Staat wieder die Hand aufhaelt?

    • @elektrozwerg:

      Leider nein. Nur wenn er Milliardär wäre.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Ich bin kein Milliardär, trotzdem können sie mich gerne unterstützen und der Staat wird nichts bekommen.

  • unfassbar. verachtenswerte klassenjustiz

  • Warum um alles in der Welt sollte man Pfandbons an das Sozialamt melden??



    Per Photo oder eingescannt? Und danach werden diese "Dokumente" in Akten abgelegt??



    Der Verwaltungsaufwand wäre Wahnsinn.



    Müssen Bettler bald auch eine Einkommensteuererklärung machen? Und Spender eine Spendenbescheinigung ausgehändigt bekommen?



    Es wird immer bekloppter.

    • @So,so:

      Die Fragen sind schon länger virulent:



      Ein Fall aus 2009:



      "Bettler hat 7,40 Euro in der Blechdose: Sozialamt zieht Geld von Hartz IV ab



      In Niedersachsen sorgt eine Anordnung der Stadt Göttingen für Empörung, einem Mann wegen Bettelns die Sozialhilfe zu kürzen. Das Sozialministerium..."



      2009 bei abendblatt.de



      Später dann:



      "Sozialhilfe-Kürzung für Bettler gestoppt



      Nach bundesweiter Empörung über ihr hartes Vorgehen will die Stadt Göttingen bettelnden Sozialhilfeempfängern künftig nicht mehr die staatliche Unterstützung kürzen. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) erklärte, er lehne eine solche Praxis ab..."



      Quelle idem



      Die intensivierte Akribie, mit der bisweilen behördlicherseits vorgegangen wird, deutet gelegentlich dann auch auf ganz spezielle Motive hin.

  • Dann lasse ich die Flaschen eben liegen. Bischen mehr Müll auf der Straße, ist doch egal.

  • unglaublich

  • Warum haben Sie das in Altona bloß gemacht?



    Es gibt den Spruch, man solle schlafende Hunde nicht wecken.



    Wenn ich die rechtliche Sachlage richtig verstanden habe, dann darf der Rentner durchaus geringfügige Einnahmen haben, aber wie und wann diese nicht mehr geringfügig sind, das ist wohl das Problem.



    Ich finde es einen unglaublichen Skandal, dass der Staat hier direkt sein echtes Gesicht zeigt, nicht die Tatsache, dass dieser Mann so arm ist, stellt ein Problem dar, sondern dass er sich irgendwie zu helfen wusste. Und das musste er. Bei der Inflation ist diese Armut extrem und ein anderer Weg war wahrscheinlich nicht möglich.



    Ich glaube leider, dass dies zu einem sehr großen Thema wird und vielleicht schon ist, dass alte Menschen verarmen und die Transferleistungen den Zustand nicht ausgleichen, sondern die Armut bestehen bleibt.



    Und selbst der fleißigste Flaschensammler wird am Ende nicht reich durch den Pfand, irgendwie kommt das Amt da auf eine Schiene, die schwer zu verstehen ist.

    • @Andreas_2020:

      "Ich finde es einen unglaublichen Skandal, dass der Staat hier direkt sein echtes Gesicht zeigt"

      Nicht der Staat zeigt hier sein Gesicht, die Sachbearbeiterin zeigt ihren Charakter.

      • @Kaboom:

        Nein, es sind die Gesetze und vor allem die sozialpolitische Idee der Agenda 2010 von Gerd Schröder, die Armut in einem gewissen Umfang fordert und festschreibt. Die armen Rentner sind im doppelten Sinne betroffen Die Riester-Rentenreform und die absurd niedrigen Sätze in den SGBs. Der Sachbearbeiter hätte den Mann einfach wegschicken sollen...

        • @Andreas_2020:

          Schröder hat die fast 2000 Paragraphen im SGB nicht geschrieben. Liberale schon 2x nicht. Wer jeden Einzelfall in Gesetze gießt lässt ganz bewusst dem Beamten/Sachbearbeiter wenig Spielraum. Das ist kein Bug sondern ein Feature.

        • @Andreas_2020:

          "Der Sachbearbeiter hätte den Mann einfach wegschicken sollen..."

          Eben. Und das hat nichts mit der Gesetzeslage zu tun. Das hat damit zu tun, dass die Sachbearbeiterin dem Mann ordentlich einen "reindrücken" wollte.



          Selbst wenn sie annahm, der Mann sei vielleicht nicht die hellste Lampe am Baum, hätte sie ihm einfach sagen können, dass sie das verbucht, und den Beleg in den Shredder packen können.