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Bundeswehr und Frieden Vom Nein zum Ja

Unser Autor hat als junger Mann den Kriegsdienst verweigert. Jetzt hat er sich freiwillig zur Reserve gemeldet – aus Gewissensgründen.

D as letzte Lied heißt „Was will ich mehr?“ Es ist der 20. Oktober 2022, acht Monate nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine. Ich bin auf einem Konzert in Oberhausen. Soweit ich sehen kann, ist die Arena ausverkauft. Der zweite Teil der Veranstaltung ist zu Ende, und das letzte Lied klingt nach. Was will ich mehr?

Gute Frage.

Ich bin ein großer Bewunderer von Reinhard Mey. Wann immer es möglich ist, versuche ich, Konzertkarten in meiner Nähe zu ergattern.

Der Autor

Stephan Anpalagan ist Autor, Unternehmensberater und evangelischer Theologe. Sein aktuelles Buch „Für den Frieden. Widerruf meiner Kriegsdienstverweigerung“ ist im S. Fischer Verlag erschienen

„Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“

Was will ich mehr? Das letzte Lied ist verklungen, Reinhard Mey geht von der Bühne. Das Publikum verlangt nach einer Zugabe. Es sind nicht wenige, die ein bestimmtes Lied einfordern. Als Stellungnahme zur aktuellen politischen Situation. Sie verlangen nach „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“. Reinhard Mey verwehrt ihnen diesen Wunsch. Er spielt stattdessen „Über den Wolken“ und schließt mit „Gute Nacht, Freunde“.

Es ist ein wunderschöner Abend. Aber ich verlasse das Konzert mit einer Irritation. Lange habe ich „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ als Liebeserklärung eines Vaters an seine Kinder verstanden. Als Pazifismus von Eltern, die ihre Kinder vor Krieg und Tod bewahren wollen.

„Nicht für euch hab’ ich manche Fiebernacht / Verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden / Und kühlt’ ein kleines glühendes Gesicht / Bis wir in der Erschöpfung Ruhe fanden / Nein, meine Söhne geb’ ich nicht.“

Mit der Aussage nicht mehr einverstanden

Noch vor Kurzem hätte ich den vielen Facetten über die Beziehung eines Vaters zu seinen Kindern und den politischen Bekundungen in diesem Lied zugestimmt. Ich höre das Lied immer noch gern. Aber ich bin mit seiner Aussage nicht weiter einverstanden. Es ist ein Paradoxon, über das ich mehrere Texte und ein Buch geschrieben habe.

Die Ukrainer wissen etwas, was wir in Deutschland noch lernen müssen. Wenn wir nicht kämpfen, haben wir verloren

Es tut mir in der Seele weh, anerkennen zu müssen, dass wir den Frieden in unserem Land nur mit Panzern und Soldaten aufrechterhalten können. Dass wir uns den Pazifismus, den Reinhard Mey hier besingt und dem ich auch selbst lange angehangen habe, nicht länger leisten können. Der bitteren Wahrheit ins Auge zu sehen: Wer seine eigenen Söhne nicht gibt, liefert die Kinder der anderen aus.

Dabei habe ich großes Verständnis für das, was Reinhard Mey hier beschreibt. Wer in seinem Leben das Privileg hatte, ein Kind zu bekommen, es aufzuziehen und zu behüten, der weiß, wie schwer diese Auseinandersetzung ist.

Jeder will sein Kind schützen

Einem Menschen, der nächtelang am kleinen Bett gestanden, ein glühendes Gesicht gekühlt und beim Anblick seines Kindes in einem Krankenhauszimmer leise Stoßgebete in den Himmel gesandt, der sein Kind auf seinem Schoß getröstet und kleine Pflaster auf sein Knie geklebt, der das Aufwachsen dieses Menschen begleitet und dessen Freiheitsdrang und Persönlichkeitsentwicklung gestärkt hat, dem kann man nur schwerlich vorwerfen, dass er sein Kind schützen will. Vor allen Gefahren.

Am 15. Januar 2026 ist der österreichische Militäranalyst Franz-Stefan Gady zu Gast bei dem Interviewformat „Jung & Naiv“. Er spricht viel über Militärgeschichte, auch über einen möglichen Bündnisfall der Nato und die aktuellen Gefahren, in denen wir uns in Europa befinden. Irgendwann wird er persönlich. Er erzählt, wie er regelmäßig mit einer Gruppe von Militäranalysten in der Ukraine unterwegs ist.

Wie sie mit ukrainischen Soldaten sprechen und die Lage analysieren. Wie der Gruppe eine verlassene leerstehende Wohnung vermittelt wird. Man solle dort die Nacht verbringen, sich einen Schlafplatz suchen und morgen wieder am vereinbarten Treffpunkt einfinden. Gady erzählt, wie er die Wohnungstür öffnet, versucht, sich im Dunkeln zurechtzufinden, mit der kleinen Taschenlampe am Telefon durch die Räume leuchtet, irgendwo seinen Schlafsack ausbreitet und feststellt, dass er in einem Kinderzimmer gelandet ist.

„Im Kinderzimmer von zwei Kindern. Und diese Kinder müssen irgendwie zwischen drei und sechs Jahre alt sein, weil da waren so Zeichnungen. Und links von mir ist ein Stockbett. Was mir gleich auffällt, ist Bettwäsche. Das ist eine Bettwäsche mit Herzen. Die gleiche Bettwäsche, die meine Tochter auch hat, so eine Ikea-Bettwäsche. Und da ist offensichtlich jemand überstürzt rausgegangen, aus dieser Wohnung.“

Die Front verläuft in Sichtweite

Gady leuchtet weiter, schaut aus dem Fenster und sieht in der Ferne die Leuchtstreifen der russischen Artillerie. Die Front verläuft in Sichtweite.

„Es war eine klare Nacht. Und du hast in der Distanz, ich hab rausgeschaut, so am Stadtrand von Kramatorsk die Leuchtschwungmunition der Front gesehen. Und es hat geboomt, und Einschläge hat man gehört in der Distanz. Und am Fensterbrett lag ein Stapel von Büchern. Und ich nehm das erste Buch hoch, und da ist ein Hase auf dem Cover. Ich schlag das Buch auf, und es ist ein ukrainisches Kinderbuch. Und das heißt ‚Der kleine Hase will schlafen gehen‘.

Und auf der ersten Seite sind so Instruktionen für Eltern. Und da steht, um sicherzugehen, dass ihr Kind gut und fest schläft, müssen sie zuallererst eine sichere Umgebung für das Kind erschaffen. Und ich sehe das, lese das, denke an meine eigenen Kinder, sehe die Wohnung eben, wo offensichtlich Leute haben flüchten müssen, die Front in der Nähe.“

Auch andere Menschen haben Kinder. Kinder, die im Krieg aufwachsen. Kinder, die aus dem Fenster schauen und den Beschuss ihrer Stadt erleben. Kinder, die Angst haben. Kinder, denen eine sorglose Kindheit verwehrt bleibt.

Keine sorglose Kindheit

Es gibt Eltern, die darauf hoffen, dass ihre Kinder heil aus einem Krieg wieder herauskommen. Es gibt Eltern, die mit ihren Kindern fliehen müssen. Es gibt Eltern, die bleiben und kämpfen, während sie von ihren Kindern getrennt sind. Die Deutschen können heute nur deshalb in Freiheit und Sicherheit leben, weil sowjetische, US-amerikanische, britische und französische Eltern ihre Kinder in die Befreiung Europas und in den Krieg entlassen haben.

Hätten all diese Eltern an pazifistischen Überzeugungen festgehalten, würde es unser Europa und unser Deutschland in der heutigen Form nicht geben.

„Und eher werde ich mit ihnen fliehen / Als dass ihr sie zu euren Knechten macht / Eher mit ihnen in die Fremde ziehen / In Armut und wie Diebe in der Nacht.“

Nicht alle werden fliehen können. Nicht alle Kinder. Und auch nicht alle Eltern. Darüber hinaus werden die Armen, Alten, Kranken und Schwachen zurückbleiben. Und jeder weiß, wie es mit ihnen ausgehen wird, wenn niemand mehr da ist, um sie zu verteidigen. Wenn niemand mehr da ist, um dem Rad in die Speichen zu fallen.

Das, so kann ich heute voller Überzeugung sagen, kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Dieses Land ist es wert, dass wir darum kämpfen. Dass wir seine Menschen verteidigen. Dass wir unseren europäischen Nachbarn beistehen.

In die Bundeswehr, um den Krieg zu verhindern

Ausnahmslos alle Soldaten, mit denen ich gesprochen habe, erzählen mir, dass sie den Krieg verabscheuen. Nariman Hammouti, eine muslimische Soldatin mit marokkanischen Eltern, erklärt mir, dass sie in die Bundeswehr eingetreten ist, weil sie Krieg verhindern möchte. Franz-Stefan Gady sagt über die ukrainischen Soldaten etwas Ähnliches: „Die Soldaten sind müde des Krieges. Sie wollen nicht kämpfen. Nur die Alternative ist so schrecklich, was jetzt in den besetzten Gebieten passiert oder was eben tatsächlich die Absicht des russischen Gegners ist, dass es eben keine Alternative gibt.“

Es gibt einfach keine Alternative. Die Ukrainer wissen etwas, was wir in Deutschland erst noch lernen müssen: Wenn wir nicht kämpfen, haben wir bereits verloren.

Die alles entscheidende Frage aber bleibt: Würde ich Deutschland bewaffnet verteidigen? Würde ich töten und sterben?

Man muss sich, um diese Frage in ihrer Gesamtheit zu begreifen, im Klaren darüber sein, dass Deutschland zu den sichersten Ländern der Welt zählt. Diese Frage also in diesem Land zu stellen, während anderswo Krieg herrscht und Menschen sterben, ist wohlfeil. Aber vielleicht ist sie nichtsdestotrotz wichtig. Weil der Krieg nicht immer nur die anderen trifft. Weil der Krieg auch zu uns kommen kann. Weil der Krieg auch zu uns kommen wird.

Krieg in Sri Lanka

Mir muss niemand erklären, was der Krieg mit Menschen macht. Wie er Familien auseinanderreißt, wie er Biografien und Lebenswege durchtrennt. Ich selbst wurde in einem Kriegsgebiet geboren, meine Eltern mussten als Kriegsflüchtlinge ihre Heimat verlassen und sind nach Deutschland geflohen. Ich habe Angehörige im Krieg verloren und hautnah von der Zerstörung ganzer Landstriche erfahren.

Der Krieg in Sri Lanka war durchzogen von Gräueltaten auf beiden Seiten. Die einen agierten mit Terror, die anderen mit Kriegsverbrechen. Ich weiß um die Komplexität, die Militarismus, Soldatentum und Aufrüstung mit sich bringen. Ich weiß, dass diplomatische Wege niemals außer Sicht geraten dürfen. Dass gesprochen und verhandelt werden muss, wenn es am Ende gut werden soll.

Ich weiß aber auch, dass uns in unserer Welt keine andere Wahl bleibt, als den Kampf gegen unsere Feinde aufzunehmen und uns zu verteidigen. Für unsere Werte zu kämpfen und unsere Mitmenschen zu beschützen. Aber auch unseren europäischen Nachbarn beizustehen und die tapferen ukrainischen Frauen und Männer, die gegenwärtig auch unsere Sicherheit verteidigen, zu unterstützen.

Die Befreiung vom Faschismus

Dass ich in meiner neuen Heimat überhaupt in Frieden und Freiheit aufwachsen konnte, hatte auch damit zu tun, dass vor nunmehr acht Jahrzehnten die alliierten Streitkräfte dieses Land mit militärischer Gewalt vom Faschismus befreit haben.

Wir werden, wenn wir unsere Verteidigungsfähigkeit vorantreiben, am Ende stärker und selbstbewusster aus alledem hervorgehen, weil wir auf dem Weg zum Ziel die Ressourcen und die Fähigkeiten herausbilden können, um in Zukunft für uns selbst zu sorgen. Ohne abhängig zu sein von vermeintlichen Freunden und vertrauten Feinden. Weil Deutschland ein starkes Land ist, tragen wir viel Verantwortung. In Europa, aber auch darüber hinaus. Wir werden niemals aufgeben, für Menschenwürde und Menschenrechte einzustehen.

Die Verteidigung von Heimat und Mitmenschen ist genau die staatsbürgerliche Verantwortung, die uns Deutschen aufgegeben ist. Ehrlich gesagt fällt mir eine Antwort noch immer nicht leicht. Aber es ist nicht mehr das klare Nein, das es so viele Jahre war. Es ist nunmehr ein nachdenkliches Ja.

Ich, der evangelische Theologe, der Kriegsdienstverweigerer, der ehemalige Zivildienstleistende und Pazifist, habe meine Kriegsdienstverweigerung widerrufen und mich zur Reserve bei der Bundeswehr gemeldet. Auch wenn ich nicht kämpfen will.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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149 Kommentare

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  • Metulski

    Ich denke, der Krieg spielt sich in Zukunft nicht in Schützengräben oder mit Panzern ab. Wie jeder große Konflikt hat auch der Ukrainekrieg die Technik sowie Strategie und Taktik vollkommen verändert. Ein Panzer kann sich keine 5 km mehr der Front nähern, jede Bewegung wird überwacht. Wir sollten uns auf die Überwachung und Drohnentaktik einstellen. Da könnte man von der Ukraine lernen. Die Söhne sind in Zukunft nicht mehr die Zielscheibe, sondern alle. Der Gemüsehändler, die Schulkinder, der Bus mit Zivilisten wie täglich zu beobachten. Und Drohnen kann Mann oder Frau, 30 oder 60 Jahre alt, fliegen.

    • Claude Nuage

      @Metulski:

      Ich denke, Sie haben konsequent alle Bericht aus der Ukraine ignoriert. Der Krieg dort spielt sich überwiegend in Schützengräben ab. Drohnen können Gelände weder einnehmen, noch verteidigen. Das erinnert an den ersten Weltkrieg. Die Drohnen sind lediglich eine präzisere Form von Artillerie.

      • Metulski

        @Claude Nuage:

        Die Zeiten sind seit 2025 vorbei. Jetzt versuchen die Russen, mit 3Soldaten auf Motorrädern möglichst schnell nach vorn zu kommen, in der Hoffnung, das 2 überleben und sich irgendwo in einer Stadt verstecken, bis die nächsten 2 kommen. In einem Schützengraben übersteht man wahrscheinlich keine 5 Stunden. Und das Gelände, das dabei eingenommen wird, ist genauso gering wie im ersten Weltkrieg, nur mit viel weniger Toten.

      • Alex_der_Wunderer

        @Claude Nuage:

        @ Claude Nuage



        Sehe ich auch so, zusätzlich können Drohnen natürlich auch gezieltes, " unliebsames " personifiziertes Material vernichten.



        Bei Aufenthalt in Gebäuden durch die Fenster und auf den Straßen zu Fuß und auch in KfZ"s sowieso.

    • zartbitter

      @Metulski:

      Danke für Ihren Kommentar-



      ""Die Söhne sind in Zukunft nicht mehr die Zielscheibe, sondern alle. Der Gemüsehändler, die Schulkinder, der Bus mit Zivilisten wie täglich zu beobachten. Und Drohnen kann Mann oder Frau,?? 30 oder 60 ??Jahre alt, fliegen.""



      ==



      Nur in einem Punkt weicht meine Meinung unwesentlich von der Ihrigen ab. Die alten brauchen wir zum wählen (geringe Affinität zu faschistischen Parteien) - und die Computernerds für die Aufklärung und zum Dienst an Drohne - under cover und sicher geschützt in einer von innen und von aussen zeitgemäss runderneuerten Bundeswehr.

  • Alex_der_Wunderer

    Kriegsdienst, Wehrdienst...



    Es gilt die Ursachen der Konflikte, als Herausforderungen zu sehen und anzuerkennen, hier müssen Lösungen geschaffen werden. Hier müssen Interessen von Kapital, Industrie und Wirtschaft gegen die Interessen von Menschen / Bevölkerungen und deren Leben gegeneinander gestellt und Prioritäten gesetzt werden.



    Möglichst die Ursachen von Kriegen angehen und nicht die Symptome.



    Kriegen sind, waren und werden von Idioten ausgeführt.



    Geplant werden die Kriege NICHT von Idioten, soviel sollte jedem schon mal klar und bewusst sein, der sein Leben verkaufen will.



    PS: Handelt einen guten Preis aus, ihr wisst selber am besten was ihr Wert seid.

    • zartbitter

      @Alex_der_Wunderer:

      CIA Direktor Ratcliff in Moskau - der nach vielen Berichten den russischen FSB vor einem Angriff auf das Natobündnis -- Baltikum oder ähnlichem -- gewarnt hat.



      ==



      2 Tage vorher - Offiziell hat sich die Nato nicht zu ihrer beeindruckenden Flugshow rund um Kaliningrad geäußert, doch die Aktion dürfte eine klare Warnung an Russland gewesen sein. Etwa 25 Maschinen des Militärbündnisses haben die russische Exklave am Dienstag stundenlang mit eingeschalteten Transpondern umkreist, darunter modernste US-Kampfhubschrauber vom Typ Apache, Tankflugzeuge und eine Awacs-Aufklärungsmaschine. Über der Ostsee kreiste zugleich ein britischer U-Boot-Jäger vom Typ P-8A Poseidon.



      =



      Wer war der Idiot - und wer der Nichtidiot?

      • Alex_der_Wunderer

        @zartbitter:

        @ zartbitter



        Laut Experten bei der Sendung 28 Minuten auf Arte gestern wurde berichtet, die Russen sind so mega gut in hybrider Kriegsfühtung, da hinken wir Staaten von der Europäischen Union Meilenweit hinter den Russen her. Im übrigen auch im Vergleich zu China, also ich würde mir da jetzt gar nicht mehr soviel Gedanken machen.



        Der Drops scheint gelutscht zu sein, sowohl für old Germany, wie auch für die Franzosen. Also wir haben uns schon nach ein paar ruhigeren Plätzen umgeschaut und sind soweit vorbereitet.

  • H. Wolfgang B.

    Kriege gewinnt nicht der "Gute" sondern der, der perfekter zu Töten vermag.



    Zur Zeit meiner Jugend waren noch viele der alten Nazis an Leben, auch an meiner Lehrstelle. Sie gaben den Soldaten und der Bevölkerung die Schuld am verlorenen Krieg, die sie als Feiglinge bezeichneten, die der Größe der Idee des Nationalsozialismus nicht gerecht gewesen seien. Dies bekräftigten sie mit den Erfolgen der SS, die mit ihrer Opferbereitschaft um ein Mehrfaches effizienter den Feind bekämpft hätten.



    Das ist es was im Krieg zählt, um den Preis jeder Menschlichkeit.



    Menschen die am Strick baumeln, mit Pappschildern auf denen das Wort Feigling geschrieben steht.



    Ein evangelischer Theologe - ich meine, die waren auch damals gut bei der Sache dabei.

    • Metallkopf

      @H. Wolfgang B.:

      Soldaten gewinnen Schlachten. Logistiker gewinnen den Krieg.

    • Chris McZott

      @H. Wolfgang B.:

      Nur leider ist es ein Mythos dass die Waffen-SS effektiver gekämpft hat.

  • Altbayer

    Im sogenannten Verteidigungs- und Ernstfall ( = Krieg ) habe ich persönlich gar keine andere Wahl, als hierzubleiben.

    Ich bin darauf trainiert, Panik zu vermeiden, Leute zu bergen, zu retten, einstürzende Gebäude zu betreten (mit Helm natürlich), und Verletzte versorgen zu lassen.

    Ich brauch genau: 1 "alte Pumpe" wie die TS 8/8, einen nahen Bach, (o Hydranten & Vierkantschlüssel ), einen Verbandskasten - aus dem Auto - drei, vier Rohre, die ich anschließe, zum Löschen, und 6 bis 12 Leute. ( Relativer Idealfall :) ) Improvisierte Trage aus 2 Jacken und Pullovern - zwei "Stangen". Dann kann ich "jedes Haus löschen". Und jeden Verletzten retten.

    JA, ich habe verweigert. Und nein - ich brauche kein Gewehr. Man kann auch mit einem Arm einen Angriff blocken, weil in der anderen Hand der Schlauch hängt. Nimmt man halt ne Brand-Axt...



    Die "Schnalle" des Schlauches scheppert auch ganz ordentlich!

    • ToMuch

      @Altbayer:

      Nette Idee. Aber wenn der andere auf 5 Meter Entfernung schießt, bringt einem all das Zeugs auch nichts.

      Erinnert mich an einem Film mit Bud Spencer und Terence Hill, als ein Karatekämpfer eine beeindruckende Showeinlage hingelegt hat und sie…

      … haben ihn halt einfach auf der Distanz erschossen. So einfach.

      Schöne Grüße aus unserer Feuerwehr.

      • Metallkopf

        @ToMuch:

        Sind Sie sicher, dass das bei Bud Spencer war? Ich habe da eher einen Beduinen mit Schwert in Erinnerung, in "Jäger des Verlorenen Schatzes" mit Harrison Ford als Indiana Jones.

  • Land of plenty

    Wenn Menschen aus der EU Truppenverbände bilden, um die Ukraine vor Ort zu verteidigen, dann werden sie auch ihre Länder verteidigen wollen.

  • Land of plenty

    Danke, Herr Anpalagan! Ich hatte vor einiger Zeit Ihr Buch gelesen und kenne den Film Dheepan mit dem Tamil-Eelam-Konflikt als Kontext.



    Ich möchte bei jedem bewaffneten Konflikt die Frage extra prüfen.



    Auf jeden Fall stellt sie sich zur Ukraine seit langem:



    Wer ist bereit, die gesamte Ukraine zu verteidigen? Wie viele Soldaten werden es, für die Sicherung der Grenze? Welches Gebiet?



    Friedenssicherungsmissionen der Afrikanischen Union (AU) in Afrika werden schon lange von nur afrikanischen Soldaten gestellt.

  • economista

    Ohne eigene Erfahrungen mit Militärdienst bleiben Erörterungen zum Für und Wider theorielastig. Ich war während des Kalten Krieges als Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr und kann selbst nur spekulieren, wie man sich als Soldat im Kriegseinsatz fühlen mag. Aber eine Armee in Friedenszeiten liefert zumindest einige Anhaltspunkte.

    Befehl und Gehorsam muss man, denke ich, erlebt haben. Selbst beim Gang zum Klo musste man sich mindestens während der Grundausbildung beim Vorgesetzten abmelden. Man durfte die Kaserne nur mit Ausgang verlassen. Ständig wurde einem mit dem Militärgefängnis gedroht und selbst eine falsche Frage konnte genügen, bildungsferne Unteroffiziere zu provozieren.

    Ich wurde mit 19 eingezogen, mit einem damals nicht diagnostizierten Asperger-Syndrom. Einfach, weil ich anders war, mit den typischen sozialen Besonderheiten, wurde ich zur bevorzugten Zielscheibe für Schikanen aller Art.

    Im Krieg kann man aus Schikane auf Himmelsfahrtskommandos geschickt werden und man braucht keinen Asperger, um aufzufallen. Wer sich jetzt als aus ethischen Gründen zum Militär berufen fühlt, sollte sich dessen klar sein. Ich kann nur dringend abraten.

    • Chris McZott

      @economista:

      Ich bin ganz bei Ihnen, dass nicht jeder für den Wehrdienst geeignet ist. Für Menschen mit "sozialen Besonderheiten" kann es dort sehr schwer werden...nach meiner Erfahrung jedoch weniger aufgrund des Systems, sondern aufgrund der "Kameraden" dort.

      Für mich ist das jedoch kein universelles Argument gegen einen Dienst beim Militär. Wer in diesem Milieu nicht besteht, könnte beispielsweise auch nicht im Amateurfussball bestehen...

    • migra

      @economista:

      "Im Krieg kann man aus Schikane auf Himmelsfahrtskommandos geschickt werden und man braucht keinen Asperger, um aufzufallen. Wer sich jetzt als aus ethischen Gründen zum Militär berufen fühlt, sollte sich dessen klar sein. Ich kann nur dringend abraten."

      Also was tun? Dem Gegner das Feld überlassen und das Knie beugen?

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @migra:

        Was überlebt man eher 😉

        • Machiavelli

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Das kommt ganz auf die individuellen Umstände an. Und was man als überleben definiert.

  • Terano

    Der aktuelle Staat hatte schon einmal beschlossen, dass Deutschland am Hindukusch verteidigt wird. Er hat sich dann geweigert, in Form der aktuellen Regierung die Folgen für dieses Mandat zu tragen und die Leute aufzunehmen, die von dem eigens initiierten Krieg und dann Rückzug in einer vulnerablen Situation belassen wurden. Teilweise wurden deutsche Generäle, die zumindest sehr fragwürdige Einsätze befahlen, nicht bestraft und konnte frei in der Bundeswehr weiter befehligen. Die Bundeswehr geht wenn überhaupt halbherzig in meiner Wahrnehmung gegen Rechtsextremismus und Sexismus in den eigenen Reihen vor. Das alles könnte durch eine ernsthafte Aufarbeitung und Folgen vielleicht aufgearbeitet werden, aber diese Regierung ist dazu nicht willens, da sie lieber nach Afghanistan abschieben will.

    Dieser Truppe und Regierung also soll ich mein Leben geben? Nein, danke. Andere mögen zu anderen Schlussfolgerungen kommen und das ist ihre Freiheit, aber ich bin es müde, in Artikel um Artikel bearbeitet zu werden, dass die Bundeswehr total toll sei und jetzt alle für sie kämpfen müssten, da man sonst nicht für die Werte eintrete.

    • Altbayer

      @Terano:

      Anstatt Bundeswehr habe ich, im sogenannten Verteidigungs- und Ernstfall 250 Mann zur Hand um 5.000 Kollegen zu retten, falls erforderlich. Sie glauben gar nicht, wieviele Offiziersklugscheißer damit nicht klar kamen... Offiziere der Reserve, ebenso, wie mancher Vorgesetzte, ehem. studierte Offiziere der Bundeswehr. 8 Pflichtjahre als Katastrophenschützer, wirklich "entlassen" wurde ich nie. Manche gehen zur freiwilligen Feuerwehr - ich bin/war Zivilschützer. Bevor ich ein Gewehr in die Hand nehmen würde - schnapp ich mir einen Feuerwehrschlauch, oder einen Verbandskasten. Zuhauen kann ich, im Fall des Falles, auch mit einem Verbandskasten, wenn es denn sein muß. Von wegen nicht für Werte eintreten! :D

      • ToMuch

        @Altbayer:

        Wie bereits gesagt, alles für die Katz wenn der Gegner eine Schusswaffe besitzt.

        • Metallkopf

          @ToMuch:

          Schon, wenn er sie schon schussbereit im Anschlag hat. Ansonsten sind sechs Meter verdammt wenig Abstand, wenn das Gegenüber ein Messer hat.

          Eine Faustfeuerwaffe bekommen Sie in so einer Situation regelmäßig für einen gezielten Schuss nicht rechtzeitig gezogen. Es sei denn, Sie erwarten den Angriff und heißen Lucky Luke.

  • ttronics

    Ich gehöre auch zur Gruppe der Zivildienstleistenden, aber in der jetzigen Situation würde ich anstelle der Regierung auch dringend wieder eine Wehrpflicht und einen Zivildienst einführen. Dazu ist auch immer noch wahnsinnig viel zu tun, nicht zuletzt muss man die Ukraine befähigen, den Krieg wenigstens nicht zu verlieren.

    Bis die ganzen Maßnahmen dann irgendwen irgendwie abschrecken dauert es auch noch viele Jahre, oder?

    Jetzt kommt aber eine Frage hinzu: Was ist wohl, wenn rechtspopulistische Parteien in Deutschland und Europa diese neue militärische Stärke auch noch ganz anders nutzen? Wer kann das denn noch vorhersehen, vor allem wenn die USA sich komplett raushalten? Wo sind diese Regierungen noch verlässliche Nato-Partner bzw. doch eher nicht bereit, ihre Soldaten den Partnern zur Hilfe zu schicken?

    Eine glaubhafte Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit hängt also auch in Zukunft nicht nur von den militärischen Kapazitäten ab.



    Und wenn bei uns die AfD regiert und ganz andere Pläne entwickelt? Das könnte ja sogar schon in 2-3 Jahren der Fall sein.

    • Metallkopf

      @ttronics:

      Der Angriffskrieg bleibt auch einer AfD verboten.

      Zudem: Völkerrechtswidrige Befehle und Befehle, die die Begehung von Straftaten beinhalten, _muss_ ein Soldat nicht nur nicht ausführen, sondern er _darf_ es noch nicht einmal!

      Die Ausrede "Ich habe doch nur Befehle befolgt" ist nur eingeschränkt wirksam. Lies §11 Absatz 2 Soldatengesetz:

      "(2) Ein Befehl darf nicht befolgt werden, wenn dadurch eine Straftat begangen würde. Befolgt der Untergebene den Befehl trotzdem, so trifft ihn eine Schuld nur, wenn er erkennt oder wenn es nach den ihm bekannten Umständen offensichtlich ist, dass dadurch eine Straftat begangen wird."

      Wenn nur genügend Linke drauf verzichten, in den Streitkräften zu dienen, überlassen Sie den Rechten das Feld. Wollen Sie lieber eine Bundeswehr aus lauter AfD-Gefolgsleuten, denen das Recht egal ist, oder wäre Ihnen lieber die Bundeswehr bestünde aus einem breiten Querschnitt der Bevölkerung, also auch aus Soldaten, die sich war aus Menschenrecht und Freiheit machen?

    • Claude Nuage

      @ttronics:

      Wenn die AfD drankommt, möchte ich erst Recht ein Gewehr in der Hand haben. Dafür gibt es extra einen Absatz im Grundgesetz, 20 IV.

  • T-Rom

    Der Autor setzt offenbar voraus, dass es zur Verteidigung von demokratischen Gesellschaften oder auch zur Verbreitung von Demokratie zwingend militärischer Mittel bedarf.



    Wäre das so, wäre die Argumentation schlüssig.



    Nun ist es aber so, dass der Pazifismus - gestützt von vielen historischen Beispielen - dieses aber grundlegend anders sieht. Und eben auf die Verteidigung oder auch Demokratisierung mit anderen Mitteln setzt.

    • Metallkopf

      @T-Rom:

      Ein Pazifist, der zur Ausübung von Gewalt zu seiner Verteidigung nicht nur nicht willens, sondern vollständig unfähig ist, ist nicht tugendhaft, sondern bloß harmlos.

      Mit einer solchen Einstellung schrecken Sie Aggressoren, denen militärische Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen auf fremde Kosten recht sind, in der Regel nicht ab.

      Dabei ist völlig egal, ob dieser Aggressor im Kreml sitzt und von außen kommt, oder bald vielleicht von innen aus der Staatskanzlei in Magdeburg oder Erfurt an der Demontage der FDGO werkelt.

      Letzteres wäre sicherlich erst im Rahmen des Artikel 87a Absatz 4 i.V.m. Artikel 91 Absatz 2 GG ein Fall für die Streitkräfte.

      Zuvor wären in diesem Fall eher die Landespolizeien und die Bundespolizei gefordert.

    • ToMuch

      @T-Rom:

      Jetzt bin ich aber mal gespannt auf die Beispiele? Der zweite Weltkrieg? Südstaaten gegen Nordstaaten? Irak-Krieg? Der erste Weltkrieg? Der dreissigjährige Krieg?

    • Metulski

      @T-Rom:

      Welche Mittel meinen Sie gegen einen Angriff Russlands mit dem Ziel der Vernichtung Europas? Welche Beispiele meinen Sie? Interessiert mich ernsthaft.

      • T-Rom

        @Metulski:

        wer redet denn von einem "russischen Anngriff mit dem Ziel der Vernichtung Europas"? Ein ziemlich absurdes Argument.



        Der 1. Weltkrieg ist ein deutliches Beispiel, wohin Aufrüstung führt (und alle wähnten sich da - sogar in gewissem Masse nachvollziehbar - auf der "richtigen" Seite). Die Europäische Geschichte ist voll von Beispielen, wie kluge Politik und Allianzen zielführender sind als Krieg. Man wähle nach persönlichem Geschmack (Bismarck, King Edgar, Ghandi oder auch die "singende" Revolution kennt denke ich jeder)

        • Metulski

          @T-Rom:

          Die Russen reden selbst davon. Mal wollen sie Brüssel bombardieren, dann mit dem Panzer durch Berlin fahren. So geht das seit vier Jahren. Außerdem wüsste ich nicht, wer sonst Europa gefährlich sein könnte.

        • Machiavelli

          @T-Rom:

          Allianzen helfen wenn es starke Militärs dahinter givt. Und ihre Beispiele für friedlichen Widerstand beziehen sich auf Staaten mit einem.moralischen Selbstgespräche. Den hat Putins Russland nicht. Da werden Kriegsverbrechen in den (sozialen) Medien gefeiert.

          • Machiavelli

            @Machiavelli:

            *Selbstanspruch

        • ToMuch

          @T-Rom:

          Die waren allerdings vom Ausmaß her „pillepalle“ im Vergleich zu dem, was ich aufgezählt habe.

          Bei Ihnen fehlt noch der Streik der Weber…



          Aber bei „richtigen Kriegen“ half bisher noch kein Pazifismus. Tibet gehört doch nun auch China.

        • Altbayer

          @T-Rom:

          Bismarck? Geh bitte! 1870/71 wurde der französische Krieg unter dem wunderbarsten Vorwand angezettelt, den man sich vorstellen kann:

          Der Thronstreit: Ein Streit zwischen Frankreich und Preußen um den spanischen Thron sorgte für große Spannungen.

          Die Emser Depesche: Bismarck kürzte im Juli 1870 ein Telegramm von König Wilhelm I. bewusst so, dass es Frankreich beleidigte.

        • rero

          @T-Rom:

          Die „Sindende Revolution“ waren Demonstration für die Unabhängigkeit.

          Kein Verteidigungskampf gegen eine Agressor von außen.

          20 Jahre vorher hätten die Leute nicht lange gesungen.

          Man hätte die Tian‘anmen-Lösung gewählt.

          Bismarck war nun gewiss kein Pazifist, sondern Realpolitiker.

          Sie können sich vorstellen, wie es auf mich wirkt, wenn von Ihren 4 Beispielen 3 nicht stimmen, weil sie sehr wohl mit militärischen Mitteln Politik betrieben haben?

          Nichts anderes bedeutet die heutige Position, die Bundeswehr fit zu machen.

        • rero

          @T-Rom:

          Mir sagte King Edgar ja nichts.

          Also habe ich gegoogelt.

          Wikipedia sagt mir:



          „Die Verwüstung der Isle of Thanet im Jahr 969 weist auf Edgars Befehl hin und die Unruhen nach seinem Tod weisen auch darauf hin, dass der „Frieden“ während seiner Herrschaft eher durch strikte Kontrolle und militärische Präsenz aufrechterhalten wurde als durch den „friedlichen“ Charakter Edgars. Vermutlich war die demonstrierte Gewaltbereitschaft einer der Gründe dafür, dass während seiner Herrschaft keine Wikingerüberfälle oder Invasionen stattfanden.“

          King Edgar belegt damit das Gegenteil von Pazifismus.

  • Ohne_Mitte_geht_nix

    Danke für diesen ausgewogenen und unaufgeregten Kommentar.



    Alle wollen immer die Demokratie und Freiheit unseres Landes gegen die AfD verteidigen (was ich als sehr wichtig empfinde), aber wenn es gilt, diese gleichen Werte gegen angreifende Russen zu verteidigen, dann will von denen plötzlich niemand mehr dabei sein. Dann kann man unsere Freiheit und Demokratie auch gleich gegen die AfD aufgeben, denn nur mit hohlen Phrasen lässt sich immer gut kämpfen, weil man nix riskiert. Wenn's eng wird, überlässt man aber alles "Unangenehme" lieber anderen und will diese oft nicht mal als Zivi unterstützen.

    • Carsten S.

      @Ohne_Mitte_geht_nix:

      Sehr schön auf den Punkt gebracht.



      Danke!

    • Biker-Ffm

      @Ohne_Mitte_geht_nix:

      Ich gebe ihnen vollkommen Recht . Das ist halt die Fraktion 'seid nicht früher Jungs, lässt mich hintern Baum.

  • Filou

    Der Artikel hat mich nachdenklich gestimmt.



    Was sind unsere Werte, unsere Demokratie wert, wenn man nicht bereit ist diese ,wenn es sein muss auch mit Waffengewalt gegen einen Agressor, zu verteidigen.

    • Schleicher

      @Filou:

      Ja, was ist denn etwas wert, wenn man dafür weder sterben noch töten möchte?

      • Filou

        @Schleicher:

        Also alles aufgeben was unsere Gesellschaft ausmacht, keine Gegenwehr, einfach abhauen und diejenigen die das nicht können schutzlos zurücklassen, das können Sie doch nicht wollen.

      • Altbayer

        @Schleicher:

        Schleicher, Schlauch nehmen, ausrollen, Schlauch an Maschine, 75 Grad, Wasser marsch, wenn bereit ( Löschtrupp )- Schleicher, Bergung vor! ( Bergungsstaffel ) - Schleicher, antreten! Sanitätskasten aufnehmen. Zur Versorgung der verletzten Kräfte abrücken. ( Sanitätsstaffel )

        Fürs Retten selbst würde ich Sie nicht einsetzen, aber dies sind drei der vier Befehle, die Sie im Ernstfall erhalten würden, wenn Ihre "Arbeit" brennt, und weit und breit keine Feuerwehr zu sehen ist. Punkt! Als Zivilperson - "von mir" als Zivilschützer & Katastrophenschützer.

        Glauben Sie im Ernst, dass ich mich im Ernstfall mit einem Gewehr abmühen würde, um "unser Land zu verteidigen" ?!? Oder Sie Gegenargumente hätten? Ran - mithelfen! Für alles andere würde die Zeit fehlen!

  • Joachim Petrick

    Welch Tragik Irrtum, Alliierten gegen NS Regime hätte uns der Welt 1945 das Tor zum Frieden geöffnet. Im Gegenteil mit Atombombenabwürfen auf Hiroshima, Nagasaki Sommer 1945öffneteUSA Büchse der Pandora atomaren Schreckens, was Ex US Präsident Jimmy Carter 2019 mit dem Wort quittierte, die USA hätten seit Gründung 1776 nur 16 Jahre in Frieden gelebt. Seit 1945 gab es global 240, seit KSZE Helsinki 1975 Schlussakte 170, seit 1990 deutscher Enheit 70, seit Auflösung USSR 1991 innerhalb und am Rande vormaligen UdSSR Territorium 20 Kriege, wir haben sie auf EU Schlafwandler Insel nur nicht sehen wollten. Die Welt befindet sich seit 1945 permanent im Krieg, entlang eruptiv tektonisch Verschiebungen an Bruchlinien gegenseitig unter Drück gesetzter Währungsräume asymmetrischer Paritäten konvertierbar nicht konvertierbarer Währungen, vom kalten Krieg System trügerisch atomar-konventioneller Abschreckung 1948-1989 Berliner Mauerfall noch nicht einmal gesprochen. Wer da in vernetzt hochgerüsteter Nato Sicherheit Kriegsertüchtigung das Wort gibt, statt zivile Friedensmacht wahrzunehmen, erweitert nur Kampfzonen in EKD War Poesie springendem Herzens aus Feigheit vor Freunden Innen und Außen

  • Luminezz

    "Na klar sind wir für Frieden, doch erst müssen wir gewinn'n" aus Frieden von K.I.Z. Ich finde der Autor verwechselt hier Pazifismus mit Antimilitarismus und das es hier nicht um Schutz von Menschen geht. Der Staat will mit Soldaten immer nur seine eigenen Souveränität und Interessen schützen, das hat Merz zumindest einmal ehrlich gesagt. Wenn es uns wirklich um Menschenwürde & -rechte bzw. Vökerrechte gehen würde müssten wir nicht nur auf die Ukraine schauen, sondern nach Gaza, Libanon, Iran, Ceuta und auch ein ernstes Wort mit unseren "Werte"-Partner reden. Die vom Autor beschworen Werte dürften dann etwas genauer beschrieben werden, als alleinerziehender Vater wäre ich nicht bereit für ein Land zu sterben noch meine Kinder dafür zu geben.

    • ToMuch

      @Luminezz:

      Was denkst Du denn, was mit Deinen Kindern passiert? Vor allem wenn es Töchter sind???



      Also ich habe dann meine Töchter lieber gescheit (Grund-)ausgebildet, als sie direkt als Opfer zu deklarieren.

  • Nansen

    Ich halte niemanden davon ab, in einer Armee zu "arbeiten" dann soll es aber bitteschön freiwillig sein und entsprechend gut vergütet und mit guter Ausbildung verbunden sein.



    Aber die Gesinnungswandler, die ehemals verweigerten und nun auf einmal ihre Wehrfähig- und -willigkeit entdecken und dies auch noch stolz herumposaunen, gehen mir maximal auf den Sack.



    Also entweder hatten sie vor Jahren ein Gewissen und entsprechend verweigerten sie aus Gründen oder es war einfach bequemer und opportun.



    Es ist wie mit diesen Vögeln, die so gern schwadronieren, dass man in der Jugend links gewesen sein müsse, aber im Alter und dank plötzlicher Weisheit nun nicht mehr links sein könne. Sie waren nie links und sie hatten nie ein Verweigerungsgewissen. Sie sind einfach Opportunisten. Campinos. Ende aus.

    • migra

      @Nansen:

      Manch einer dieser "Vögel" hat aber vielleicht auch im Laufe seines Lebens Erfahrungen gesammelt, dazugelernt und ist nach Abwägung zu anderen, neuen Schlüssen gekommen, die ihm in der Jugend nicht bewusst waren oder die er nicht erkennen konnte. Vielleicht sind es auch die "Nichtvögel", die einfach nur stehen geblieben sind und nichts dazulernen können oder möchten.

    • rero

      @Nansen:

      Wer bei geänderten Rahmenbedingungen seine Meinung nicht anpasst, ist erstarrt.

    • derzwerg

      @Nansen:

      Naja, manchmal ändert man auch seine Meinung/Einschätzung, wenn sich z.B. äußeren Umstände ändern

    • rosengrob

      @Nansen:

      Schön, daß das durch die Netiquette ging. Schließe mich an!

      • Nansen

        @rosengrob:

        Iwo. Stellen Sie sich nur vor, dieser läppische Post hätte gegen die Netiquette verstoßen. Welchen Grund hätte es dann für viele noch gegeben, sich dem Russen mit der Waffe in der Hand entgegen zu werfen? 😉

  • ToMuch

    Vor zwei Jahren gab es einen Stand der Linken auf unserem Markt in der Kleinstadt mit Schildern:

    Soldaten sind Mörder. Immer.

    Für mich unwählbar.

    • Claude Nuage

      @ToMuch:

      Der Satz "Soldaten sind Mörder" war in Bezug auf die Bundeswehr schon immer arg geschmeichelt.

    • Lowandorder

      @ToMuch:

      🤖 Der Satz „Soldaten sind Mörder“ stammt aus der Weltbühne-Glosse „Der bewachte Kriegsschauplatz“ von Kurt Tucholsky vom 4. August 1931. Tucholsky kritisierte darin den Krieg und das Töten auf Befehl als legalisierten Massenmord.



      Die Wikipedia bietet eine detaillierte Übersicht zu der historischen Kontroverse.Historischer Prozess (1932)Der Redakteur Carl von Ossietzky wurde wegen Beleidigung der Reichswehr angeklagt.Das Berliner Schöffengericht sprach ihn am 1. Juli 1932 frei.Die Begründung lautete, dass keine konkreten Personen gemeint waren und eine unbestimmte Gesamtheit nicht strafrechtlich beleidigt werden kann.Rechtliche Einordnung in DeutschlandDas Bundesverfassungsgericht entschied 1995 im sogenannten Tucholsky-Urteil, dass die Verwendung des Zitats von der Meinungsfreiheit gedeckt ist.



      Die Richter stellten fest, dass die pauschale Aussage als abstrakte Kritik am Kriegshandwerk zu verstehen ist und nicht zwingend eine herabsetzende persönliche Gesinnung des einzelnen Soldaten unterstellt.

      Mal zu Gemüte führen und than try it again

      • migra

        @Lowandorder:

        Zum Glück darf man auch pauschale Aussagen am Kriegshandwerk, die unter die Meinungsfreiheit fallen, blöd finden und ist auch nicht gezwungen, Parteien zu wählen, die dies auf Plakate schreiben.

      • rero

        @Lowandorder:

        ???

        Was hat das jetzt damit zu tun, dass die Linke für ToMuch unwählbar ist?

        • Lowandorder

          @rero:

          ad fontes - ist ehna doch geläufig - hm?

  • Metallkopf

    Internationale Entspannung und Frieden setzen voraus, dass man auf Augenhöhe miteinander spricht. Augenhöhe setzt aber zunächst voraus, dass man auch die Mittel hat, sich gegen einseitige Aggression effektiv zu wehren.

    Die moralische Seite kommt dabei erst in zweiter Linie zum Tragen.

    Tugendhaft ist man erst dann, wenn man zwar das Potenzial zur Gewalt hat, sich dieser aber enthält. Wer sich nicht verteidigen, oder seine Interessen durchsetzen kann, ist dadurch nicht automatisch tugendhaft, oder seine Interessen lauter. Wer sich aber nicht verteidigen kann (und sei es nötigenfalls durch starke Verbündete) ist zunächst einmal nur wehrlos und wird von einem potenziellen Aggressor schon von vornherein gar nicht ernst genommen.

    Si vis pacem para bellum.

    • EffeJoSiebenZwo

      @Metallkopf:

      ‚ Tugendhaft ist man erst dann, wenn man zwar das Potenzial zur Gewalt hat, sich dieser aber enthält.‘

      Diese Aussage ist mit zu absolut, da gehe ich nur bedingt mit: auch wenn man dieses Gewalt-Potenzial gar nicht hat oder vielleicht auch gar nicht anstrebt, kann man doch sicher auch tugendhaft sein, oder? Und vielleicht ist das Überhaupt-Nicht-Anstreben diese Potentials sogar der tugendhafteste Weg von allen?

      Ich gebe aber zu, dass das in einer multipolaren Welt, wo Ratio und damit Spieltheorie (Gefangenendilemma!) herrschen, zum Verlieren einlädt.

      • Metallkopf

        @EffeJoSiebenZwo:

        Harmlos zu sein wird allzu oft als tugendhaft dargestellt. Was aber nicht der Fall ist.

        Natürlich kann auch jemand der harmlos ist, in anderer Hinsicht tugendhaft handeln oder sein. Die Tugend gründet jedoch gerade nicht in der Harmlosigkeit.

    • zartbitter

      @Metallkopf:

      ""Wer sich nicht verteidigen, oder seine Interessen durchsetzen kann, ist dadurch nicht automatisch tugendhaft, oder seine Interessen lauter. Wer sich aber nicht verteidigen kann (und sei es nötigenfalls durch starke Verbündete) ist zunächst einmal nur wehrlos.......""



      =



      Mit Tugendhaftigkeit hat das Thema nichts zu tun - sondern einzig und allein wird durch Wehrlosigkeit eine Abspaltung von Gruppen erzeugt die sich wehren können. Durch Vereinzelung werden Zivilisten extrem gefährdet.



      ==



      Die Existenz und der systematische Einsatz russischer Folterkeller gegen ukrainische Zivilisten in den besetzten Gebieten sind durch die Vereinten Nationen (UN), Amnesty International und Human Rights Watch umfassend und unabhängig dokumentiert. Berichte von Ermittlern und Überlebenden zeigen, dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein flächendeckendes, von oberster Ebene organisiertes System des Terrors.



      =



      Die Absicht hinter dem Terror ist den Willen der Gerfangenen zu brechen und auf diese Weise gefügig -- für was auch immer -- zu machen. In der Ukraine sind Betroffene häufig Lehrer, Aktivisten, Betreiber von Suppenküchen sowie ganze Familien die verdächtigt werden.

      • Metallkopf

        @zartbitter:

        Eben. Sie belegen exakt, warum es der Wehrhaftigkeit bedarf.

  • Agarack

    Ich stimme dem Autoren in seinem nachdenklichen, gut formulierten Ansatz grundsätzlich zu. Ich habe mich persönlich allerdings anders entschieden, weil ich im Gesundheitswesen arbeite, und das Töten eines Menschen - egal, wie berechtigt - für mich eine Grenze ist, die ich nicht überschreiten und meinen Beruf danach weiter ausüben könnte. Deshalb habe ich meine Verweigerung nicht zurückgegeben. Dennoch teile ich die Schlussfolgerungen, die hier geäußert werden, im Grundsatz mit.

    • nihilist

      @Agarack:

      Eine sehr nachvollziehbare Entscheidung. Und selbst aus der zynisch-utilitaristischen Perspektive wäre es die reine Verschwendung, medizinisches Personal an die Front abzukommandieren. Sie werden auch im Ernstfall dafür gebraucht, Leben zu retten.

      • Altbayer

        @nihilist:

        Nihilist, hier muss ich Sie leider ein wenig enttäuschen. U.a. deshalb gibt es Bereiche in denen der Katastrophenschutz / Zivilschutz wieder aufgebaut worden ist. So sehr ich mir auch wünsche, zu wissen, dass Agarack "meine Verletzten" in Empfang nimmt - dann sind Sie in ausgezeichneten Händen - und eben gerade NICHT, an die Front beordert wird.

        Auch wenn mir der amerikanische Heldenepos zuwider ist, würde ich Ihnen empfehlen hier einmal über Herrn Desmond Doss nachzulesen. Es gibt also auch "friedliche Sanitäter im Krieg". Herr Doss soll zeitlebens nie eine Waffe in die Hand genommen haben!

        • Metallkopf

          @Altbayer:

          Doch, hat er. Jedenfalls nach der dramatisierten Verfilmung, die natürlich keine abschließende Autorität für die tatsächlichen Ereignisse besitzt.

          Sicherlich handelte es sich dabei aber um eine maßgebliche Erfahrung, die den späteren Pazifismus von Doss geprägt und geformt haben dürfte.

        • ToMuch

          @Altbayer:

          Ja. Allerdings wären alle Desmonds auf einer Seite gewesen, wäre der Kriegsausgang anders verlaufen... Ich verrate nur soviel, die Desmonds hätten nicht gewonnen.

  • Carolin Rudolf

    "Die Verteidigung von Heimat und Mitmenschen ist genau die staatsbürgerliche Verantwortung, die uns Deutschen aufgegeben ist"

    Ob dies so ist muß jeder Einzelne für sich selbst beantworten. Wer das wie der Verfasser sieht, dem stehen die Wege zur Bundeswehr offen. Ich habe aber auch Verständnis für gerade junge Menschen, d

  • Thomas Schnitzer

    Ich habe den Autor im Rahmen von Fun Facts persönlich gesehen. Es ist absolut authentisch was er schreibt. Pazifismus ist eine schöne Sache und erstrebenswert, aber nur möglich, wenn niemand gegen Frieden ist, wie Putin. Daher ist auch verständlich, dass er im Angesicht des Vernichtungskriegs in der Ukraine erkennt, dass im Angriffsfall nur Gegenwehr hilfreich ist. Der Rechtsgrundsatz dazu lautet, dass der Rechtschaffene einen Angriff nicht hinzunehmen hat.

    Die andere Wange hinzuhalten hingegen endet am Kreuz, wenngleich ich die Ideen von Jesus als die erste linke Protestbewegung der Menschheit sehe.

    Nur werden wir nicht auferstehen. Wir müssen am Leben bleiben, und das geht nur, wenn man sich gegen Aggressoren wehrt.

  • Sam Spade

    "Wir werden niemals aufgeben, für Menschenwürde und Menschenrechte einzustehen"

    Wenn das jetzt auf Deutschland bezogen war, halte ich das schlicht für einen schlechten Witz.

    Wie war das mit der Menschenwürde in Gaza? Wie mit den Menschenrechten in Ceuta? Deutschland hat Waffen geliefert und einen Brandbrief unterzeichnet. Beides hat nur wenig mit der Verteidigung der Menschenwürde und der Menschenrechte zu tun.

    Nur zwei Beispiele neueren Datums. Die Liste könnte ich aber noch mit etlichen Beispielen fortführen.

    Hier in Norwegen glänzen wir nicht mit Pathos sondern gehen pragmatisch vor. 9 von 10 Norwegern würden ihr Land mit der Waffe verteidigen.

    Aber nicht um sich von einem Staat in einen wie auch immer gearteten kriegerischen Konflikt verwickeln zu lassen sondern um die eigene Familie zu schützen. Dafür muss man hierzulande nicht in die Armee eintreten sondern engagiert sich in der Heimevernet.

    Der Autor sollte bedenken, das Militär auch immer von den Herrschenden für ihre Zwecke missbraucht werden kann. Auch in Demokratien, siehe Israel oder die USA aktuell. Und auch die Ukraine nährt sich in erster Linie durch Zwangsrekrutierungen. Sterben für den Donbas will da keiner.

    • Strolch

      @Sam Spade:

      Die Bundeswehr hat wenig mit Gaza oder Ceuta zu tun. Und wenn es einem genügt, ein (aus eigener Sicht) falsches Handeln eines Staates zu sehen, alles als Witz anzuschauen, dann zeigen Sie mir einen Staat, der nicht inkonsequent ist. Am bequemsten ist es meistens für Staaten "neutral" zu sein. Da kommt man in nichts rein und macht nichts falsch - außer das Menschen dann von anderer Hand sterben.

      Das Heimevernet mag nett sein, so wie Sie es beschreiben. Es dürfte aber äußerst schwer sein, ohne eine organisierte militärische Führung ein Land zu verteidigen. Allein der Umstand, dass eine militärische Einheit mit vielleicht 1000 Soldaten auf ein Ort mit 50 Einwohnern trifft, von denen 15-20 sich wehren können, zeigt das große Risikos eines solchen Vorgehens. Von der Verteidigung gegen Drohnen und sonstigen neuen Waffensystem will ich gar nicht anfangen. Wie soll das eine Bürgerwehr bewerkstelligen? Jede militärische Organisation in einem Staat bietet die Gefahr des Umsturzes und der Diktatur. Nur ohne sie besteht die Gefahr auch, wenn auch von außen.

      Zu Ihrem letzten Satz: Sterben fürs Vaterland will keiner, in keiner Armee.

      • Altbayer

        @Strolch:

        Schlicht und einfach: Funk. Wer den sogenannten "Tannenbaum" kennt - München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Großraum Leipzig/Dresden und Bremen/Hamburg - kann dies in Gedanken auf so etwas wie die Heimevernet umlegen. Sechs Dörfer, in einem Muster angeordnet, und sie haben 300 "Heimatkundige" gegen ca. 600 Soldaten, da ca. 400 echt keinen Bock haben, in Norwegen zu fallen, für - gor nix.

        • Strolch

          @Altbayer:

          Auch da braucht es eine Führung und ein strategisches Vorgehen, letztlich eine militärische Organisation.

      • Sam Spade

        @Strolch:

        Mein gesamter Kommentar baute auf der Äußerung des Autors für das Eintreten der Menschenrechte und Menschenwürde auf.

        Wer um das zu Verteidigen sich in Deutschland als Reservist meldet, hat meines Erachtens ein Wahrnehmungsproblem.

        In einem Land in denen Frauen das Recht verwehrt wird über ihren eigenen Körper zu verfügen. Ein Land welches seine Staatsbürger in einen EU Staat überstellt, welcher bekannt dafür ist Angeklagte vor Gericht wie einen Tanzbären in Ketten vorzuführen und bei Inhaftierten psychische Folter in Form von Dauerbeleuchtung und Schikanierung betreibt. Ein Land welches inoffizielle Beziehungen zu einem der schlimmsten Terrorregime der Welt aufnimmt, nur um deren Staatsbürger möglichst schnell abschieben zu können. Ein Land in dem das Recht auf Wohnen zwar auf dem Papier besteht, aber nicht einklagbar ist.

        Ein derartiges Land hat ein ziemlich gespaltenes Verhältnis zu Menschenrechten und eine sehr eigenwillige Auffassung von Menschenwürde.

        Hätte der Autor als Grund die Verteidigung der Freiheit als Lebensform genannt, ich wäre sofort mit ihm konform gegangen.

        Aber Menschenrechte und Menschenwürde anzuführen ist in Bezug auf Deutschland ein Witz.

        • Strolch

          @Sam Spade:

          Normalerweise schätze ich ja Ihre Kommentare. Aber Sie scheinen mir gestern mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein. Ich erlaube mir daher nicht zu erwidern.

    • TerryX

      @Sam Spade:

      Ich denke, dass der Autor mit dem von Ihnen zitierten Satz in erster Linie an die Folgen einer potenziellen russischen Besatzung von GER bzw. von NATO-Verbündeten gedacht hat.

    • ToMuch

      @Sam Spade:

      Ohne die Zwangsrekrutierung gäbe es bald allerdings keinen Donbas mehr, wäre das dann „besser“?

      • O.F.

        @ToMuch:

        Für den Zwangsrekrutierten, der dann noch am Leben wäre, vermutlich schon. Wieso sollte der Einzelne nicht entscheiden können, dass ihm sein eigenes Leben wichtiger ist als nationale Anliegen? Und noch wichtiger: Wieso sollten andere ein Recht haben, diese Entscheidung für ihn zu treffen?

      • Altbayer

        @ToMuch:

        Hier die Quellen sehr genau lesen. Eine reale "Zwangsrekrutierung" hat noch nicht wirklich eingesetzt, weil alleine in den letzten Monaten ca. 24.000 junge Ukrainer in Bayern eingetroffen sind. Fernerhin wird, von seiten der Propaganda, immer wieder gerne zwischen Donezk- und Donbass gewechselt. Was halt im selben Moment "wertvoller" erscheint. Die Print-Medien sind zum größten Teil immer noch eine stabilere Quelle als das Internet - in welchem "Wir" entweder gerade alle untergehen, oder sowieso gewinnen. "Click-Bait"

  • Wanderin

    "Die Deutschen können heute nur deshalb in Freiheit und Sicherheit leben, weil sowjetische, US-amerikanische, britische und französische Eltern ihre Kinder in die Befreiung Europas und in den Krieg entlassen haben."

    Ja, umso trauriger ist vor diesem Hintergrund, dass heute ein gewisser Prozentsatz aus verantwortungslosen, wohlstandsverwöhnten Wählern an der Demokratie zündeln will.

    • Karl Heinz

      @Wanderin:

      Nö! Ein Teil der Deutschen, die Polen, Tschechen, Rumänen, Bulgaren und Ungarn durften nach dem Krieg zunächst die „Freiheit“ des Stalinismus und später des Staatssozialismus genießen. Ob das ein Grund für tendenziell rechte Politik in diesen Ländern ist, kann ich nicht beurteilen.

  • Mondschaf26

    Verquer und gefühlsduselig. „Kinder" werden in DE hoffentlich nicht wieder zum Kriegsdienst gezogen. Und wenn junge Erwachsene 18+ sind, sollen sie bitte selbst entscheiden. Ansonsten s. Link von @rosengrob zu Fritz Tietz. Ich habe weiland dort meinen Dank schon platziert.



    --



    Und jetzt bitte mal zur Reserveübung - und ein Buch drüber schreiben. Verkauft sich sicherlich gut. Mit Vorwort vom Tarnfleck-Minister.

    • Lowandorder

      @Mondschaf26:

      Das „Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen“



      Geistert unausrottbar als Etappe zum



      BVM FJS durch die Lande •

  • Strenge Susanne

    Ein ausgewogener Artikel zu einer schwierigen Frage. Ich stimme mit dem Autoren überein: Auch ich, Linke, Frau, Jahrgang 1962, grundsätzlich friedlich, bin bereit, die Freiheit und die Verletzlichen mit allen Mitteln, ohne Rücksicht auf meine Person zu verteidigen. Aber meine Töchter geb ich nicht. Pazifist zu sein ist einfach in friedlichen Zeiten.

    • Metallkopf

      @Strenge Susanne:

      Ob Sie wissen, dass Sie unter Umständen auch auch Ihre Töchter im Alter zwischen 18 und 55 für verpflichteten Dienst zur Unterstützung der Streitkräfte hergeben müssen? Freilich nicht zum Dienst an der Waffe.

      Lies: Artikel 12a Abs. 4:

      "4) Kann im Verteidigungsfalle der Bedarf an zivilen Dienstleistungen im zivilen Sanitäts- und Heilwesen sowie in der ortsfesten militärischen Lazarettorganisation nicht auf freiwilliger Grundlage gedeckt werden, so können Frauen vom vollendeten achtzehnten bis zum vollendeten fünfundfünfzigsten Lebensjahr durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes zu derartigen Dienstleistungen herangezogen werden. Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden."

    • ToMuch

      @Strenge Susanne:

      Ich „gebe“ meine Töchter lieber, so bekommen sie Ausbildung und Waffe. Wie dass sie mir wehrlos „genommen“ werden.

      Beides ein schrecklicher Gedanke, aber bei dem zweiten haben sie wenigstens die Chance sich zu verteidigen und statistisch, werden sie seltener Opfer von Vergewaltigungen durch Militär als die besetzte Bevölkerung. Dann lieber das zweite.

  • Kay Brockmann

    Früher war es wohlfeil, den Kriegsdienst zu verweigern. Heute bedeutet es viel mehr.



    Wie sagte ein israelischer Aktivist und Pazifist: „ Wenn Du Frieden willst, musst du auch mit denjenigen reden, die Deinen Bruder getötet haben.“

    • Astrid Sehnefeld

      @Kay Brockmann:

      Und deshalb klares JA zur Selbstverteidigung. Ich will nicht mit Mördern reden und ich will ihnen auch nicht einen Bruder oder eine Schwester opfern.



      Deshalb ist Wehrfähigkeit das Gebot der Stunde

      • EffeJoSiebenZwo

        @Astrid Sehnefeld:

        Die Aussage von Brockmann oben ist aber etwas komplexer: es geht darum, wieder zum Frieden zu kommen, wenn es schon Gewalt gegeben hat. Das bedeutet eben, auch wenn es hart ist, mit ebendiesen Mördern zu reden (auf beiden Seiten!).

        • Altbayer

          @EffeJoSiebenZwo:

          Und wie meinen Sie, dass ein Teil des Katastrophenschutzes bzw. Zivilschutzes funktioniert im Ernst- und Verteidigungsfall? Gehe ich nach der Moral, stirbt mein verletztes Opfer - also muss ich einen "Deal" finden, wie ich in das Hospital rein kann. Frei nach dem Motto: Leben ist wichtiger - Scheiß auf die Moral.

          Eskalieren ist einfach. Deeskalieren ist in manchen Momenten die Kunst, obwohl ich meinem Gegenüber, weil ein Mörder, gerade am liebsten ### würde.

          Es wurden auch bewusst Situationen geübt, in denen der "böse Feind" vor einem liegt. In der Nothilfe unterscheidet nix zwischen Freund und Feind.

  • Martin Rees

    Wenn ich Reinhard Mey hier unterstütze, dann hat das einen guten Grund. Er wurde in Berlin in d. Nachkriegszeit sozialisiert u. war mit den Folgen der Kriegshandlungen täglich konfrontiert. Seine Schreckensvision der Eltern, die ihre Kinder verloren haben, war Jahrzehnte präsent in dieser Gesellschaft. Nicht zuletzt das Plakat v. Käthe Kollwitz hat einen tieftraurigen Hintergrund, ihr Sohn Peter verlor sein Leben in d. ersten Kampfhandlungen d. WK I.



    Der Grund meiner Unterstützung ist: Die Opfer sind stets die Jungen, die Mutigen u. die Enthusiasten genauso wie Zauderer o. Duckmäuser. Aber nicht zuvorderst die alten weißen Männer d. Regierung, im Generalstab oder in d. Etappe.



    Der Blutzoll ist der Tribut der Nachwachsenden, die Älteren sind nicht (mehr) gefragt.



    "Warum jedoch trugen die deutschen Offiziere den Wahnsinn so getreu mit? Sie waren doch so stolz auf ihren Ehrenkodex, ihre Professionalität, ihre Rolle als "Schild des Vaterlandes"? Wenn dieser Krieg, von seiner verbrecherischen Natur einmal ganz abgesehen, selbst die kalte Ratio militärischer Vernunft leugnete? Die Antwort versuchten die Handelnden nach 1945 selbst zu geben. Sie seien getäuscht worden..."



    sueddeutsche.de

    • Altbayer

      @Martin Rees:

      Es ist ein Hohn, wie heutzutage alles Preußische als rechtsradikal abgetan wird, wenn man bedenkt, dass nicht ein einziger Preußischer Offizier eher Hitler, als einen einfachen Soldaten, geopfert hätte! Ohne eine Sekunde zu zögern!

      • Martin Rees

        @Altbayer:

        "Hitler brauchte den Preußenmythos schon deshalb, weil er kein Preuße war. Als von Haus aus katholischer Österreicher schuldete er dem evangelischen Deutschland den Nachweis, dass er "dazugehörte". Die Berufung auf Friedrich den Großen (den er wirklich bewunderte) und Bismarck (bei dem er das auch, obschon mit Einschränkungen, tat) diente diesem Zweck. Die Verbeugungen vor dem alten Preußen halfen dem "Führer", sich die Loyalität derer zu sichern, denen die preußischen Werte und Tugenden etwas bedeuteten: obenan den Offizieren und Beamten, die in der Tradition des Hohenzollernstaates groß geworden waren"



        www.spiegel.de/pan...ging-a-500856.html



        Der Titel:



        "Abschied auf Raten



        Wie Preußen unterging"



        Der erste Absatz:



        "Der Anfang vom Ende Preußens begann mit dem Sturz des Königs. Die Junker bekämpften die Weimarer Republik; das "Dritte Reich" betrieb Preußenkult bis zum bitteren Ende. Erst mit dem Attentat des 20. Juli knüpften preußische Adlige an das Preußen des Rechtsstaats und der Reformen an. Zu spät.



        Von Heinrich August Winkler"

  • Il_Leopardo

    Am 1. September 1939 ließ Hitler deutsche Truppen in Polen einmarschieren. Der Angriff, als „Selbstverteidigung“ getarnt, war in Wahrheit ein kalkulierter Überfall.



    Wer sagt mir, dass sich so etwas nicht mehr wiederholen wird?

    • Ohne_Mitte_geht_nix

      @Il_Leopardo:

      Sehr richtig von Ihnen erkannt. Und wer sagt uns, dass so ein Angriff nicht von russischer Seite erfolgen könnte?

    • Il_Leopardo

      @Il_Leopardo:

      An alle, die geantwortet haben:



      Ja, ich habe ja nicht umsonst eine stabile Wohnungstür - bin ja nicht blauäugig. Und wenn jemand versuchte, mich zu überfallen, würde ich mich selbstverständlich zur Wehr setzen. Hinsichtlich der Ukraine bin ich der Auffassung, dass die Menschen bzw. ihre Vertreter dort ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen. Ich rate nicht zu und auch nicht ab. Etwas heikler wird's dann natürlich bei der Frage, wie weit die Unterstützung durch die BRD oder EU gehen sollte. Soll man im Falle eines Angriffs nur den Mitgliedstaaten der NATO Unterstützung geben oder auch anderen Ländern? Darüber wurde und wird viel diskutiert.

      Ich wollte mit meinem kurzen Einwand nur darauf hinweisen, dass ich in Regierungen kein "unbedingtes" Vertrauen habe. Ja, wir haben seit der "Großen Katastrophe" eine demokratische Verfassung. Aber auch demokratisch gewählte Vertreter können gravierende außenpolitische Fehler machen, fatale Entscheidungen treffen - mit unabsehbaren Folgen.



      Soll ich dann dafür meinen Kopf hinhalten?

      • Claude Nuage

        @Il_Leopardo:

        Für das Tun und Unterlassen Ihrer Regierung haften Sie sowieso mit Ihrem Kopf. Und mit den Köpfen Ihrer Kinder, auch wenn Sie singen können.

    • Metallkopf

      @Il_Leopardo:

      Niemand. Es sagt Ihnen aber auch keiner, dass Sie nie in der Situation Polens sein werden.

      Wenn Sie eine Situation schaffen, in der Sie sich gegen willkürliche Gewalt von außen überhaupt nicht mehr wehren können, dann sind Sie nicht friedlich, sondern schlicht wehrlos. Das ist ein Unterschied.

      Die russische Führung hat bis unmittelbar vor dem erneuten Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 vehement geleugnet, dass es derartige Pläne gebe. Einmarschiert ist Russland, wie wir ja wissen, trotzdem.

    • Agarack

      @Il_Leopardo:

      Und wenn die Alliierten sich nicht militärisch gegen ebendiesen Angriff verteidigt hätten, wie sähe die Welt - besonders unser Land - aus? Wie viele Millionen Menschen wären zusätzlich gestorben?

    • Thomas Schnitzer

      @Il_Leopardo:

      Ich kann ihnen sagen, dass sich das wiederholen wird. Aber dieses Mal werden es die Russen unter Putin die permanent von Selbstverteidigung reden sein.

    • Marius

      @Il_Leopardo:

      Diesen "Trick" haben auch andere Länder angewandt. Russland übt in der Ukraine auch eine Art "Vorwärtsverteidigung" gegen ein "faschistisches Regime".

      • Metallkopf

        @Marius:

        Nur: Außer Menschen in Russland glaubt das vermutlich kaum irgendjemand.

        In keinem Fall rechtfertigt selbst die vorhandene Geschichtsverbrämung nationalistischer Kreise der Ukraine die von Russlands Machthabern selbst (!) erklärte Zielrichtung der Vernichtung der ukrainischen Staatlichkeit und kulturellen Identität.

    • Schleicher

      @Il_Leopardo:

      Wer sagt dir, dass Deutschland nicht, wie in Deutschland Tradition, wie in nahezu allen Ländern Tradition, Soldaten für die falschen Gründe zum töten in den Tod schicken wird?



      Wer sagt mir das?

  • rosengrob

    Fritz Tietz hat in der Taz (tatsächlich!) alles dazu gesagt (danke dafür):

    taz.de/Die-Wahrheit/!6195614/

  • Georg Hajduk

    Respekt für diesen nachdenklichen Artikel und den offenen Umgang mit den Zweifeln, die sicher viele bewegen. Auch wenn ich die Argumente nachvollziehen kann, komme ich immer noch zu einem anderen Schluss.



    Z.B.: "Die Deutschen können heute nur deshalb in Freiheit und Sicherheit leben, weil sowjetische, US-amerikanische, britische und französische Eltern ihre Kinder in die Befreiung Europas und in den Krieg entlassen haben."



    -> Vor allem hätte sich die ganze Situation nicht ergeben, wenn die Deutschen in erheblich größerer Zahl den Kriegsdienst verweigert hätten.

    "Wenn wir nicht kämpfen, haben wir bereits verloren."



    -> Wenn gekämpft wird, haben bereits beide Seiten verloren.

    "Ich weiß aber auch, dass uns in unserer Welt keine andere Wahl bleibt, als den Kampf gegen unsere Feinde aufzunehmen und uns zu verteidigen."



    -> Wie im Artikel ausgeführt, bestehen Armeen aus Menschen, die eigentlich auch nicht kämpfen wollen. Sie tun es, weil sie sich einreden lassen, die Menschen mit einer anderen Nationalität wären die Feinde. Die Feinde sind jedoch eher die Regierungen, die es zum Krieg kommen lassen. Das nicht zu unterstützen ist der Kampf gegen die wirklichen Feinde.

    • Oleg Fedotov

      @Georg Hajduk:

      Ein Soldat kämpft sehr oft auch nicht, weil er sich etwas hat einreden lassen, wie Sie schreiben, sondern weil er keinen anderen Ausweg in dieser Situation mehr hat. Eine Armee, egal wo auf der Welt, funktioniert nur nach dem System Befehl und Gehorsam. Und im Kriegsfall steht auf Befehlsverweigerung in vielen Armeen die Todesstrafe. Und auch auf Meuterei gegen die Vorgesetzten/Politiker.



      Und die Soldaten in der Ukraine müssen sich nichts mehr einreden lassen. Sie sehen jeden Tag die geschändeten Menschen und die Bilder der verschleppten Kinder. Das ist Motivation genug.

    • Metallkopf

      @Georg Hajduk:

      Nein. Die Feindschaft besteht nicht aus Menschen einer bestimmten Nationalität. Es redet einem hierzulande auch niemand ein. In Russland mag das durch ständige Beregnung mit Propaganda ohne unabhängige oppositionelle Stimmen vielleicht anders sein.

      Eine Armee besteht auch nicht nur aus Menschen, die nicht kämpfen wollen. Idealerweise wäre es so. Aber es gab und gibt auch Armeen, in denen Menschen dienen, die aktiv expansionistische Aggression unterstützen. Unsere ist bewusst nicht so konzipiert, sondern als Verteidigungsarmee ausgestaltet. Was natürlich nicht heißt, dass die Bundeswehr die Operationsart "Angriff" im Gefecht nicht beherrschen darf, sondern lediglich, dass diese Armee nicht rechtmäßig für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg eingesetzt werden darf.

      • EffeJoSiebenZwo

        @Metallkopf:

        ‚ Es redet einem hierzulande auch niemand ein. In Russland mag das durch ständige Beregnung mit Propaganda ohne unabhängige oppositionelle Stimmen vielleicht anders sein.‘

        Jetzt mal ehrlich: klar sind bei uns die Verhältnisse deutlich anders (gut so!), aber wenn man von der offiziellen Linie abweicht, wird man mMn schon sehr schnell als Putin-Versteher diskreditiert (erinnert sich noch jemand an die ersten Tage nach Nordstream ?)

      • Luminezz

        @Metallkopf:

        Die Bundeswehr wurde allerdings schon in Einsätze geschickt in denen das Völkerrecht arg gebeugt wurde (Afghanistankrieg, „Unsere Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt“ von Peter Struck), ebenfalls wurden die Rechte der Bundeswehr oft im nachhinein legitimiert und weiter ausgestattet..



        www.nd-aktuell.de/...-legitimation.html

  • Troll Eulenspiegel

    Pazifismus. War einmal. Jetzt heißt Pazifismus, die Ukraine soll doch bitte untergehen, damit alle ihre Ruhe haben.

    Was wir jetzt brauchen ist einfach Militanz. Und wie wir es an den Ukrainern sehen, muss die Militanz auch vom Volke ausgehen. Immerhin kennt sich unsere Antifa schon damit aus. Sie muss so gestaltet sein, dass kein Machthaber mehr es auch nur wagt, ein anderes Land überfallen zu wollen. Gedankenverbote müssen also her. Solange wir das nicht hinkriegen, wird es immer Machthaber geben, die mit der Idee spielen, andere Länder überfallen zu wollen. Und solange wird es Militanz geben müssen.

    • TerryX

      @Troll Eulenspiegel:

      Welche 'Gedankenverbote' sollen das bitte sein?

      • Troll Eulenspiegel

        @TerryX:

        Zum Beispiel der Gedanke, die Demokratie abschaffen oder zerstören zu wollen. Putin begründet, dass die westlichen Werte sein geliebtes Russland gefährden mit den Ausreden NATO-Osterweiterung oder die Säuberung von neonazistischen Strukturen.

        • Metallkopf

          @Troll Eulenspiegel:

          Das von Putin geliebte Russland beinhaltet ja auch weder Freiheit noch Demokratie. Und die zunehmende Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaften in ehemaligen Sowjetrepubliken erschweren es Putin, seinem eigenen Volk dies weiter zu verweigern.

          Aus der Sicht eines Schulhofschlägers ist es natürlich doof, wenn seine Opfer sich zum Schutz vor ihm zusammentun und sich der Pausenaufsicht anvertrauen, die die Macht hätte, ihn vielleicht von der Schule zu werfen. Wer seinen "Freunden" mit Prügel drohen muss, oder sie gar verprügelt, damit sie ausschließlich mit ihm spielen, der hat keine Freunde.

  • Ringsle

    Respekt für die offenen und nachdenklichen Worte.

    Trotzdem: wer sagt, wer Feind ist?



    In der Ukraine erscheint es einfach und es gibt sehr gute Gründe, den Kampf der Ukraine als gerecht zu bewerten. Es gibt aber auch Menschen die es anders sehen und die auch ihre Gründe haben.

    Wer sagt in 10, 20, 50 Jahren, wer Feind ist? Alice Weidel? Björn Höcke? Lieschen Müller?

    Die Unterscheidung in Feind und Freund hat immer Defizite. Es gibt uns und die Anderen. Dabei stehen auf beiden Seiten Menschen, die gleich viel wert sind.

    Wir sollten nicht vergessen, dass es vor über 2000 Jahren schon mal einen gab, der das gepredigt hat...!

    Pazifismus löst nicht das vom Autor benannte akute Dilemma.



    Aber langfristig lassen sich Kriege nur verhindern, wenn das Freund-Feind-Schema überwunden wird. Adenauer und de Gaulle haben es vorgemacht. Israel, USA und Russland versagen aktuell. Und die Ukrainer sehen die Russen (nur zu nachvollziehbar) auch als Feinde an.

    Ich will den Pazifismus nicht aufgeben.

    • Machiavelli

      @Ringsle:

      Der Pazifismus war schon immer die falsche Herangehensweise. Man sollte für Demokratie kämpfen pfen überall. Demokratien führen so gut wie keine Kriege gegeneinander. Will man Frieden auf der Welt muss man sie Demokratisieren.

      • marilyn.hanson

        @Machiavelli:

        Also, im antiken Griechenland haben Demokratien recht häufig Kriege gegeneinander geführt. Kann es sein, dass Sie ein enges Verständnis davon haben, was "Demokratien" sind? Dass Sie meinen, liberal-westliche Marktdemokratien, die vorbehaltlos das US-Primat akzeptiert haben, führen keine Kriege gegeneinander? Da würde ich dann zustimmen. Ich erinnere mich aber an unschöne Szenen und Verläufe in mittel- und südamerikanischen Ländern seit den 1950er Jahren, wo (damalige) Demokratien wie die USA zumindest ja verdeckt (aber ziemlich massiv) gegen unliebsame, aber ja dennoch demokratisch legitimierte Regierungen gekämpft und diese auch abgesetzt haben. Der Blutzoll war erheblich, die Welt dadurch wohl eher nicht zum Besseren gewandelt.



        Vielleicht haben Sie da aufgrund Ihres Benutzer-Logos eine andere Einstellung zu. Interessant ja auch, dass enfants terribles wie Russland "wegen unserer Werte" schärfstens zu bekämpfen, Regime wie das Erdogans aber ob ihrer "geostrategischen Bedeutung" zu hofieren seien. Eine Demokratisierung der Türkei würde mindestens doppelt so viele Menschen betreffen wie in der Ukraine, eine Demokratisierung der autoritären USA sogar >8x so viele. Also zu den Waffen?

      • EffeJoSiebenZwo

        @Machiavelli:

        ‚ Demokratien führen so gut wie keine Kriege gegeneinander.‘

        Wie war das nochmal mit den USA, Sie müssen sich entscheiden: Demokratie oder nicht?

        Überhaupt: .., muss man sie [die Welt] demokratisieren‘. Mit Armeen?

      • Ringsle

        @Machiavelli:

        Und kämpfen heißt Krieg führen?



        Da steckt schon ein Widerspruch darin...

        Nicht jeder Fall, in der Demokratien Kriege führen, führt zu Demokratie und Frieden. Und jetzt sagen Sie nicht, dass das an den "Anderen" liegt.



        Die israelische Gesellschaft z.B. verliert mit zunehmend kriegerischem Handeln Demokratie und Freiheit. Abgesehen vom 2.WK fällt mir kein Beispiel ein. Demokratie und Frieden haben sich die Völker zum größten Teil selbst gegeben. Häufig im Kampf, ja. Aber nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Staaten.

        • Strolch

          @Ringsle:

          Nein. Aber es geht um den Wehrdienst. Wenn wir keine Armee haben, werden wir Krieg führen müssen, weil jemand sich denkt, das ist ein leichtes Ziel. Bloß weil ich nicht möchte, das Häuser in Feuer aufgehen, schaffe ich die Feuerwehr ab. Das Gegenteil ist der Fall. Ich will vorbereitet sein, wenn es brennt.

        • Agarack

          @Ringsle:

          "Abgesehen vom 2.WK fällt mir kein Beispiel ein."



          - Der amerikanische Bürgerkrieg: Hätte der Norden nicht gekämpft, hätte die Sklaverei überlebt und die damals einzige mächtige demokratische Republik wäre untergegangen.



          - Die französischen Revolutionskriege: Bei aller Aggressivität und Brutalität, die die erste französische Republik an den Tag legte, war es letzten Endes die Eroberung Europas durch Napoleon, die in vielen Ländern - einschließlich dem unseren - die Grundlage des modernen Rechtsstaates importierte.



          - Der Spanische Bürgerkrieg: Schwierigerer Kasus, da dieser verloren ging - aber dort kämpften republikanisch-demokratische Kämpfe gegen einen faschistischen Machthaber.

          Es gibt zahlreiche weitere Beispiele, das sind nur die ersten drei, die mir einfallen.

          • Metallkopf

            @Agarack:

            Im Spanischen Bürgerkrieg kämpften aber auch diverse kommunistische Kräfte nicht nur gegen die Falangisten, sondern vor allem auch untereinander und gegen die Republikanischen. Das war - neben der Unterstützung Francos durch Hitler und Mussolini - ein maßgeblicher Faktor, der den falangistischen Sieg begünstigte.

          • Schleicher

            @Agarack:

            Tatsächlich pro napoleonische Kriege? Wegen dem bisschen Fortschritt?



            Sorry aber kein gutes Beispiel.

          • Ringsle

            @Agarack:

            Alles Bürgerkriege, in denen aus dem Volk selbst heraus die Demokratiebewegung entstand.

            • Agarack

              @Ringsle:

              Was Sie gerade machen, nennt sich: "Moving the Goalposts". Sie sagten: "Nicht jeder Fall, in der Demokratien Kriege führen, führt zu Demokratie und Frieden." und "Abgesehen vom 2.WK fällt mir kein Beispiel ein.". Dann nenne ich Ihnen drei spontane Beispiele, die dieser Behauptung entgegenstehen, und Sie sagen: "Ja, aber BÜRGERkriege zählen nicht!!!!". Das ist eine unehrliche Debattentaktik, die sich auch quasi unbegrenzt fortsetzen lässt, weil Sie für absolut jeden Krieg irgendeinen Grund finden könnten, warum dieser auch nicht zählt

              Im Übrigen, erstens: Die Eroberung Europas durch Napoleon war kein Bürgerkrieg. Zweitens: Der Spanische Bürgerkrieg wurde - auf beiden Seiten - massiv durch internationale Unterstützung geprägt und durch die Faschisten letztlich nicht zuletzt aufgrund internationaler Unterstützung gewonnen.

              • Ringsle

                @Agarack:

                Was Sie machen, heißt jemand Anderem ein Motiv zu unterstellen, das dieser nicht hat.



                Ich wollte lediglich aufmerksam machen, dass mit Krieg für Frieden kämpfen widersprüchlich ist und nicht wirklich aufgeht.



                Sie haben einen Nebensatz von mir verwendet, um mir zu unterstellen, ich würde behaupten, dass Krieg nie Frieden bringen kann.



                Könnte mir jetzt auch nen englischen Ausdruck dafür ausdenken...

                Spaß beiseite. Die Rechnung wird immer hinterher gemacht und man weiß vor dem Krieg und während dem Krieg nie, was langfristig daraus wird. Die Völker die Napoleon erobert hat, hatten vermutlich auch gemischte Gefühle darüber.

                Der größte Fehler den man machen kann, ist zu glauben man würde historisch auf der richtigen Seite stehen und generell Recht haben. Wenn das dann als Argument für die Ausübung von Gewalt dient, ist die Rezeptur für Katastrophen perfekt.

                Krieg als Mittel für sich als Individuum grundsätzlich abzulehnen, bedeutet zumindest selbst nicht aktiv töten zu wollen - wen auch immer, es sind immer Menschen. Das ist zumindest konsequent unschädlich. Ob man, wenn man doch getötet hätte, historisch besser gehandelt hätte, wird immer vom Blickpunkt des Betrachters abhängig sein

                • Agarack

                  @Ringsle:

                  "Der größte Fehler den man machen kann, ist zu glauben man würde historisch auf der richtigen Seite stehen und generell Recht haben. "



                  Es gibt aber nun mal Fälle, in denen jemand, der Freiheit und Demokratie als Werte vertritt, sich klar für eine bestimmte Seite entscheiden kann. Im eben genannten amerikanischen Bürgerkrieg kämpfte eine Seite letztlich dafür, ihre Sklaven auf ewig behalten zu dürfen - und war auch bereit, dafür den Tod sehr vieler Menschen in Kauf zu nehmen. Das halte ich schon für ein ziemlich gutes Argument, dagegen zu kämpfen. Und das Resultat hat, bei allen Schwierigkeiten, die Lage der ehemaligen Sklaven deutlich in Richtung Freiheit verbessert.

                  Ebenso würde ich erwidern, dass es, wenn es spezifisch um Frieden geht, oft gar nicht so sehr darum geht, tatsächlich zu kämpfen - sondern darum, anderen Ländern zu zeigen, dass man dazu in der Lage ist, damit diese es nicht versuchen.

                  • Ringsle

                    @Agarack:

                    Da kommen wir zusammen.



                    Es ist halt eine Gratwanderung und zwar eine sehr enge. Ein funktionierender Rechtsstaat/Demokratie hat sicher bessere Schutzmechanismen davor in die kriegerische Gesellschaft abzudriften, aber gefeit ist er auch nicht.

        • Thomas Schnitzer

          @Ringsle:

          >> Abgesehen vom 2.WK fällt mir kein Beispiel ein.

          Aha. Also der bislang größte Krieg der für die Freiheit geführt wurde reicht nicht als Beispiel dafür, dass man faschistische Aggressoren wie Russland besser in die Schranken weist, anstatt zuzusehen?



          Da liegt der Widerspruch, nicht dort wo sie ihn sehen.

          • Schleicher

            @Thomas Schnitzer:

            Weiter gedacht dann wo überall Krieg führen?

        • Machiavelli

          @Ringsle:

          Muss nicht immer krieg sein.

  • Saschas2Cents

    »Si vis pacem, para bellum« - der Beweis dafür fehlt bis heute, aber der Glaube stirbt zuletzt… oder war das die Hoffnung?

    • Agarack

      @Saschas2Cents:

      Und die Niederlage der Sowjetunion im kalten Krieg ist für Sie kein "Beweis"?

      • Saschas2Cents

        @Agarack:

        Nein - die Auflösung der UdSSR war kein monokausales Ereignis

        • Agarack

          @Saschas2Cents:

          Es gibt in der Geschichte sehr wenige tatsächlich monokausale Ereignisse. Nichtsdestotrotz brach im gesamten kalten Krieg kein direkter Krieg zwischen USA und Sowjetunion aus, weil beide wussten, dass sie diesen nicht "gewinnen" könnten bzw. das ein Sieg derart verheerende Konsequenzen hätte, dass er sich nicht lohnt. Das ist schon ein gutes Argument für das tatsächliche Funktionieren von Abschreckung.

          • Saschas2Cents

            @Agarack:

            Das ist leider ein nicht falsifizierbares Argument, das uns in der Debatte nicht weiterbringt. Dennoch liegt die Beweislast bei denen, die meinen, dass Hochrüstung in Zukunft Kriege verhindert.

            • Agarack

              @Saschas2Cents:

              Natürlich ist das Argument falsifizierbar. Sie könnten z.B. auf Arbeiten von Historikern verweisen, die Zugang zu Dokumenten in den sowjetischen Archiven verweisen, aus denen hervorging, dass diese Art Kalkulation in den sowjetischen Überlegungen zum eigenen Vorgehen keine Rolle gespielt hat. Oder auf amerikanische Dokumente, die dasselbe für die eigene Seite belegen.

              Sie werden aber keine solchen Arbeiten finden, weil das Gegenteil der Fall war.

  • rosengrob

    "Die Verteidigung von Heimat und Mitmenschen ist genau die staatsbürgerliche Verantwortung, die uns Deutschen aufgegeben ist". Nunja. Die einen sagen so, die anderen so. Viel Spass wünsche ich beim Sterben für Volk und Vaterland und natürlich für alle anderen tollen Werte. Ich verfarz mich und kann das nur empfehlen.

    • Chris McZott

      @rosengrob:

      Solange Sie dann selbst nichts von der Verteidigung von Demokratie und Menschenrechten und der Solidarität mit den Schwachen erzählen, ist das auch ok.

    • rero

      @rosengrob:

      Kann halt nicht jeder sich „verfarzen“.

      Die, die bleiben, müssen sich dann eben umbringen lassen?

      Da ist dann schnell Schluss mit Antifaschismus und Solidarität?

  • XXX

    "Es gibt einfach keine Alternative."



    Hier unterscheiden wir uns. Es gibt praktisch immer Alternativen.



    "Die alles entscheidende Frage aber bleibt: Würde ich Deutschland bewaffnet verteidigen?"



    Ja, aber nur wenn es ein Deutschland wie früher wird, anständig, am Frieden interessiert, freiheitlich für seine Bürger. Dieses Deutschland kann ich leider nicht mehr erkennen. Zu viele Entscheidungen haben seine Politiker in den letzten 20 Jahren getroffen, welche völlig konträr zu dem waren, was ich entschieden hätte, und welche uns erst in das aktuelle Schlamassel hineingeführt haben.

    • Agarack

      @XXX:

      "Ja, aber nur wenn es ein Deutschland wie früher wird, anständig, am Frieden interessiert, freiheitlich für seine Bürger. Dieses Deutschland kann ich leider nicht mehr erkennen."

      Letzten Endes unterscheidet sich die Argumentation hier nicht groß von AfDlern, die sagen: "Deutschland verteidigen gerne, aber doch nicht dieses linksgrünversifftverschwulte Deutschland!!!!". Entweder, man hält Freiheit und Demokratie für im Grundsatz verteidigenswert, oder nicht. Dass die AfDler das nicht tun, ist wenig überraschend - Sie hingegen sollten darüber noch einmal nachdenken.

  • Axotono

    Der springende Punkt ist doch: Was genau will man eigentlich verteidigen? Für wen schickt man seine Kinder in den möglichen Tod? Sind es wirklich Werte wie Freiheit und was sonst so runtergebetet wird? Wird das nicht allen zu allen Zeiten gesagt, in denen man Füttern für die Kriegsmaschinerie bräuchte? Keine Sorge, du und deine Liebsten kämpfen für ein größeres Gut, die Demokratie, die Nation, den Sozialismus? Natürlich, es ist wahr, dass die Nazis nicht besiegt worden wären ohne das Opfer der Alliierten. Natürlich gibt es Situationen, in denen man der Gewalt nur mit Gegengewalt begegnen kann. Natürlich braucht es dafür Menschen. Aber man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass es ein besonders edles Unterfangen wäre. Man stirbt für Interessen und Führer, nicht für die Freiheit.

    • Luminezz

      @Axotono:

      Genau, Kriege werden nur für Staatsinteressen geführt. Wenn sie wirklich für Werte geführt werden, müssten sie immer gelten.