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Aufstieg der NeofaschistenSie sind wieder da

81 Jahre ist das Ende der Nazi-Herrschaft in Deutschland her. Wie erklärt man da den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg der „gesichert Rechtsextremen“?

J a, was sage ich, Myriam. Nun sind sie also wieder da. Sie greifen nach der Macht, und das Volk, jedenfalls genug davon, jubelt ihnen zu. Sie brüllen, bedrohen, jagen, korrumpieren und verletzen. Sie sind sich ihres Sieges gewiss. Faschisten soll man nicht sagen, aus politischen und historischen Gründen. Vielleicht glaubt man bei den Liberalen, dass Faschisten weniger faschistisch sind, wenn man sie nicht Faschisten nennt. Der offizielle Name, lach nicht, Myriam, ist „gesichert Rechtsextreme“. Es sind also keine Nazis, i bewahre, es sind „Gesirems“.

Die Gesirems sind in unserer Nachbarschaft, die Gesirems sind im Fernsehen, die Gesirems beherrschen die Schlagzeilen in den noch verbliebenen Zeitungen, die Gesirems bringen es mithilfe ihrer „konservativen“ Verbündeten fertig, dass das Finanzamt der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ die Gemeinnützigkeit aberkennen will. Und wenn du ein Theaterstück besuchen möchtest, musst du vorher nachschauen, ob die Gesirems nicht die Aufführung verhindert haben.

Wetten, die Demokratie gewinnt? ​

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.

Die Gesirems sind keine Faschisten. Sie haben bloß dieselben Worte, dieselben Taktiken, dieselben Anschauungen, dieselben Symbole, dieselben Ziele und dieselbe offene Unmenschlichkeit. Du darfst die Gesirems nicht verbieten, weil das sie einerseits nur stärker macht. Denn die Gesirems zeigen sich immer zuerst als Opfer, bevor sie zu Tätern werden. Und natürlich wegen der Demokratie. Die Gesirems haben halt eine andere Meinung über Menschlichkeit, über Wahrheit, über Gewalt, über Recht und Gerechtigkeit. Das freut den amerikanischen wie den russischen Präsidenten, dass es in Deutschland noch eine Meinungsfreiheit gibt.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Oh ja, Myriam. Es gibt auch Widerstand, es gibt sie, die mutigen Menschen. Viele aber versuchen, den Gesirems nur auszuweichen, entweder nach innen, in die Städte vielleicht, wo es zwar weniger Gesirems zu geben scheint, aber die Miete nicht zu bezahlen ist. Oder nach außen, in irgendein Gesirem-freies Land. Aber wo gibt es so eines noch? Und wo würde man aufgenommen? Als Anti-Gesirem, wenn nicht gar als Antifaschist?

Keine demokratische Instanz wird sie verhindern

Aber es gibt doch eine politische, es gibt eine kulturelle „Klasse“, eine verwaltende Klasse, deren Legitimation in nichts anderem als in der Verteidigung von Humanismus, Liberalismus und Demokratie bestehen soll, oder etwa nicht? Der Mut von einzelnen, Myriam, und die opportunistische Feigheit dieser „Klassen“ stehen in scharfem Kontrast zueinander. Nein, nichts und niemand mit Prestige und Status, keine demokratische Instanz scheint in diesem Land willens oder in der Lage, die Übermacht der Gesirems zu verhindern. Keine Polizei, keine Justiz, keine Regierung, keine Verwaltung, keine Bildung und auch keine Kultur. Die, Myriam, war doch immer unsere Hoffnung.

Aber wenn du sie siehst, diese willfährigen Redaktionen, diese engärschigen Direktoren, diese Kleinkünstler auf den Gesirem-Veranstaltungen, diese Gremien, diese Verlage, die Vernissage-Besucher, diese Bayreuth-Pilger, diese Blubberer, die sich selbst genug sind, weil sie ja die Guten sind, die Sprachwarte und ewigen Besserwisser, die Opportunisten und Ignoranten … Sie würden eher (verzeih mir die Wortwahl, Myriam, aber ich bin wirklich wütend) in ihren eigenen Latte Macchiato pissen, als ihre Komfortzonen und Blasen verlassen. Die Faschisten vor hundert Jahren hatten stärkere kulturelle Gegner als die Gesirems von heute.

Den Menschen, die den Gesirems nachlaufen, geht es nicht besonders schlecht. Sie leiden keinen Hunger. Sie werden nicht verfolgt. Sie müssen nicht Tag für Tag um ihr Leben fürchten, und sie werden nicht gedemütigt wie so viele Menschen auf dieser Welt. Im deutschen Parlament schreit einer von den Gesirems, dass der Preis für Sprit an der Tankstelle schon Grund genug wäre, die Gesirems zu wählen. Wie ein Kind, das aufschreit, weil es nicht die doppelte Portion Pudding bekommt, und das dafür das andere schlagen will, das nicht einmal eine halbe Portion bekam.

Die Grenzen sollen dichtgemacht werden und endlich soll es wieder Menschenjagden geben dürfen

Sie fühlen sich nicht mitgenommen, sie fühlen sich nicht verstanden, sie fühlen sich irgendwie gekränkt. Sie neiden noch den Ärmsten die Zuwendung, sie fordern das Recht der Stärkeren, sie verlangen Härte gegen alle, denen es schlechter geht als ihnen. Die Grenzen sollen dicht gemacht werden und endlich soll es wieder Menschenjagden geben dürfen. Man wird, hat eine prominente Gesirem einmal gesagt, auch auf Kinder schießen. Wer gegen die Gesirems ist, sagt das Finanzamt, ist nicht gemeinnützig. Wie gemein muss man sein, um dieser Herrschaft noch nützlich zu sein?

Das Grauen in Deutschland

Die Gesirems bekommen nicht nur Aufmerksamkeit, sie können nicht nur die Angst genießen, die sie verbreiten, nein, es gibt auch niemanden in dieser Gesellschaft, der so viel Zuwendung, so viel Verständnis bekommt. Sie suchen ja nur nach einem Ausdruck für ihr sozialpsychologisches Leid, und sie müssen ja zu den Gesirems laufen, wenn ihnen das Fernsehprogramm nicht passt und die Smartphones teurer werden.

Das Grauen in Deutschland, Myriam, geht nicht von den Gesirems aus, sondern von denen, die sie wählen. Da hat ein alter Komiker (ich weiß, nicht deine Art von Humor) nicht zu Unrecht gesagt, dass man das russische Volk nicht mit dem Kriegsverbrecher an der Spitze seines Staates verwechseln darf. Aber was ist, wenn die Hälfte des russischen Volkes sich mit Wladimir Putin verwechselt, wenn sich die Hälfte des israelischen Volkes mit Netanjahu verwechselt, wenn sich die Hälfte des US-amerikanischen Volkes mit Donald Trump verwechselt? Was ist, wenn sich das deutsche Volk mit den Gesirems verwechselt? Wohin sollte man da mit seiner demokratischen Hoffnung?

Ich könnte deinen Rat gebrauchen, Myriam. Aber du bist schon lange tot. Ermordet von den Vorläufern der Gesirems, denen die deutschen Herzen zufliegen, je mehr sie ihnen gleichen wollen.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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27 Kommentare

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  • Land of plenty

    Guter Text - im Vergleich zu dem Ausruf "Lasst sie doch mal regieren!" von Barbara Dribbusch.

  • Wanderin

    "Denn die Gesirems zeigen sich immer zuerst als Opfer, bevor sie zu Tätern werden. "

    Sehr guter Artikel. Und ja, die Beiträge der männlichen AfD ler erkennt man oft an "Mann, hetero, sucht Opferrolle" - was natürlich im direkten Gegensatz zum maskulin traditionellen Rollenbild steht, das die vertreten wollen. Die verachten Linke, wollen aber vorher noch Mitleid als Ressource abpressen.

    Auch das passt zum Narzissmus, der alles beansprucht, was ihm dienlich ist. Und leider verhalten sich ganz viele "Linke" komplementär als ko-abhängige Wegbereiter und Beihelfer, indem sie ständig Ausreden für die Faschisten machen und alles kleinreden, um den seligen Zustand der Verdrängung zu erhalten.

    Die Geschichte vom Bauern, der eine bemitleidenswerte Schlange findet und sie bei sich aufwärmt, ging auch nicht gut aus.

    • Westlahn

      @Wanderin:

      Wenn die GesiRems vornehmlich Männer wären, dann hätten praktisch alle Männer in Sachsen-Anhalt AfD gewählt. AfD als allgemeines frauen Defizit zu übersetzen, ist aber eine Fehlwahrnehmung. Schon im Faschismus 1.0 waren wesentliche Anteile der Bewegung weiblich -nur die vornehmlich schwarz-weiß in unsere Wahrnehmung eingespeisten "Zeitzeugnisse" zeigen vornehmlich Männer. Man wird wohl auch die Wortschöpfung GesiRem irgendwie gendern müssen. Denn ausgerechnet dabei haben die Frauen geschafft, was damals auf den Pappschildern stand: "50% von allem". Wer die Wahldaten aus Sachsen-Anhalt ordentlich analysiert findet in fast allen Altersgruppen etwa 50% Frauen, in einigen sogar mehr. Nur bei Ü70 kam 1. eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung und 2. eine knappe 3viertel Mehrheit gegen die AfD. Das, immerhin, hat die absolute Mehrheit an Sitzen verhindert.



      Das wird auf Dauer nicht reichen. Denn auch Faschistinnen werden schließlich älter...

  • Benzo

    Die Forschung zeigt ziemlich klar: Einstellungen zur Migration gehören zu den stärksten Faktoren beim Aufstieg neofaschistischer Parteien. Dazu kommen wirtschaftliche Unsicherheit, Verlustängste und Krisen, die solchen Kräften zusätzliche Chancen und ein Zeitfenster eröffnen.

    Wer den Aufstieg der Neofaschisten wirklich stoppen will, muss diese Ursachen ernst nehmen und sich mit ihnen auseinandersetzen.

    Wäre das der Rat von Myriam?

    • Westlahn

      @Benzo:

      Eine Frage steht dem Konzept "Ängste wg Migration und Zukunft ernst nehmen, dann wird's schon" im Weg:



      Im Westen gab's Einwanderung von Arbeitskräften auf weit höherem Niveau als es die "Neuen Länder" je hatten. Es gab Phasen von Massenarbeitslosigkeit, Zukunftsängste unter Stichworten wie Waldsterben und Ozonloch. Das Grummeln im Wahlvolk nach rechtsaußen nahm zu blieb aber sehr überschaubar. Ergebnis der Krisen und Ängste waren letztlich die einigermaßen fest in der Demokratie verankerten Grünen.



      Die stehen als Alternative zu den SchwarzRoten ja im Regal. Aber Männer Frauen wenden sich den GesiRemierenden zu. Kleiner Versuch , das Phänomen zu gendern ...

  • test_name

    > Die Grenzen sollen dicht gemacht werden... Was ist, wenn sich das deutsche Volk mit den Gesirems verwechselt? Wohin sollte man da mit seiner demokratischen Hoffnung?<







    Als Wähler hat man halt die Wahl zwischen Gesirem und openborder. Noch kann man sich frei entscheiden, was schlimmer ist und dann das andere wählen. Ist wohl auch eine Form von Demokratie.

  • ja wirklich?

    Leute, lasst uns klar sehen: "Sie" waren nie wirklich weg. Im Westen an prominenter Stelle, in der Justiz, in der Regierung, in den Schulen, lange nochEnde der 50er habe ich noch Nazi-Lehrer und Nazi-Lehrerinnen gehabt. Auf der Volksschule und auf dem Gymnasium. Im Osten: offiziell gab es sie nicht, war dieser Bilderbuch Staat antifaschistisch, sozialistisch. Interessanterweise waren sie nach 1989 / 1990 auf dem Land, wo ich dann lebte, sofort und massenhaft da. Nicht nur alte, auch junge Männer.

  • Sam Spade

    "Sie sind wieder da"

    Dem würde ich entgegnen "Sie waren nie weg". Sie sind heute nur öffentlich sichtbarer geworden, vergleichbar in der Wahrnehmung mit der Entstehung der rechtsextremen Skinhead Jugendkultur in der BRD der 80er Jahre oder den Baseballschlägerjahren in Ostdeutschland der 90er.

    Seit den 80er Jahren versucht der Rechtsextremismus in Deutschland Anschluss an die Bevölkerung zu finden. In der AfD hat er jetzt die Struktur gefunden, die das ermöglicht. Basierend auf der offiziellen Abkehr von Militanz und psychischer Gewalt hin zur Suggestion und verschleierter verbaler Gewalt, ist das völkische Gedankengut jetzt in breiten Schichten der Bevölkerung wieder anschlussfähig. Die Leisung der AfD bestand darin das schlummernde Potenzial für rechtsradikales Gedankengut in der Bevölkerung wieder zu erwecken. Dank digitaler Multiplikatoren verbreitet es sich seitdem wie ein Virus. Die Mitte ist nach rechts gerückt, ein erklärtes Ziel der Rechtsextremen um den Platz der konservativen Parteien einzunehmen und durch das Etablieren rechten Gedankenguts Mehrheiten bei den Wählern zu generieren. Die Saat scheint in Deutschland aufzugehen.

  • Philipp Lobinger

    Was seit Jahrzehnten übertüncht, aber nun offen sichtbar: Die Gesiwoms, die gesichert Wohlstandsextremen sind nur solange demokratiegesichert, wie ihr Wohlstand gesichert ist.. Grundlagen aller etablierten Parteiprogramme waren nach dem 2. Weltkrieg und sind bis heute die Wohlstandsorientierungen, als oberste Maxime und Leitbild weit vor Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Demokratieorientierungen dienten bestenfalls Sonntagsreden und sind feigenblattbewehr. Wehrhafte Demokratie? Nein: die real existierende BRD ist primär eine Wohlokratie. Die Bückbürger:Innen sind gesichert wohlstandsextrem und sind in der Mehrheit. Was hilft? Die Fightbürgerin Scheswig und Grün:Innen wie Palmer, Özdemir, Kretschmann, Habeck und Baerbock sind Lichtblicke die ein Abgleiten von der Wohlokratie in die Faschokratie verhindern können. Und danach? Der lange Marsch von der Wohlokratie zur Demokratie. Wird gelingen: 2033 wird die AFD wieder einstellig sein.

  • Müller Christian

    Erstmal vielen Dank an die TAZ, dass auf die Gefahr der Faschos aufmerksam gemacht wird. Diesen Schwerpunkt findet sich nicht bei anderen Zeitungen bzw. Nachrichten Portalen.

    Was mich aber immer wieder verbittert zurück lässt, sind die, aus meiner Sicht, viel zu wenig Artikel, der sich mit den Antisemitismus der Linken beschäftigt.

    Ist man hier bewusst oder gezwungen auf dem linken Auge blind, was Antisemitismus betrifft?

    Gerade wenn ich Artikel in anderen Zeitungen lese, hätte ich gerne Artikel azs der Sicht der TAZ, um diese besser einordnen zu können.

  • Il_Leopardo

    Wie erklärt man da den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg der „gesichert Rechtsextremen“?



    Eine Antwort auf diese Frage gibt der Autor des Artikels aber auch nicht - er versucht es nicht einmal.



    Ich fürchte, selbst wenn die ersten Lastwagen vorführen, um missliebige Gruppen in Lager zu überführen, würde in diesem Land niemand aufmucken. Das "Nicht-Aufmucken" hat in diesem Land eine lange Tradition. Nur schade, dass die, die da abgeholt werden, wenig Besitz haben. Ansonsten könnte man sich doch noch ein wenig bereichern.

  • Desti

    Manchmal möchte man bei solchen Analysen sagen: Schauen Sie sich einfach die Startseite der Tageszeitung an, die Sie gerade lesen. Welche Themen werden dort wie gewichtet, welche gesellschaftlichen Fragen für relevant gehalten und aus welcher Perspektive werden sie bewertet? Und dann gehen Sie einmal zu Woolworth, an eine Tankstelle oder setzen sich in ein ganz normales Wartezimmer und unterhalten sich mit den Menschen dort. Das sind Orte, an denen ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen, abseits von abstrakten Kategorien die "bildungsfern" oder "Arbeiterklasse" .



    Möglicherweise fällt Ihnen eine gewisse Diskrepanz auf.

    • Altbayer

      @Desti:

      Top!

  • Elke Weyel

    Sehr bewegender Artikel. Eine Anmerkung:



    In Israel verwechselt sich die Hälfte der Bevölkerung mit Netanyahu, aber mindestens weitere 30 % für eine Politik, die sich von der Netanyahus kaum unterscheidet , bzw. in Richtung Ben Gvir und Smotrich geht. Mindestens.

  • Martin Rees

    "81 Jahre ist das Ende der Nazi-Herrschaft in Deutschland her."



    "Sie sind wieder da"



    Sie waren nie wirklich weg...



    Adenauer und sein Vertrauter im Kanzleramt:



    "Hans Globke: Des Kanzlers rechte Hand



    Obwohl Globke (1898–1973) als Beamter im Dienst des NS-Regimes antisemitische Gesetze erarbeitet hat, stufen die Alliierten den Juristen nach Kriegsende als "unbelastet" ein. 1949 holt ihn Konrad Adenauer ins Bundeskanzleramt, das er ab 1953 leitet. Als einer von Adenauers engsten Vertrauten gehört der Staatssekretär bis zu seinem Rücktritt 1963 zu den einflussreichsten Männern der Republik. Weil er vielen als Symbolfigur für die unaufgearbeitete NS-Vergangenheit der jungen BRD gilt, strengt die DDR 1963 einen Schauprozess gegen ihn an, in dem er in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt wird (Globke, r., 1963 mit Adenauer in Rom)"



    Quelle:



    www.geo.de/wissen/...esen-35092956.html



    So wie in Spitzenpositionen und an Schaltstellen war es auf den anderen Ebenen auch, nur nicht so prominent und offiziell reingewaschen.



    Das "Gedankengut" der Gesirems gedeiht wieder, gerade in Europa sehen es viele mit Sorge.

    • Wanderin

      @Martin Rees:

      Thilo Sarrazin ( Geburtsjahr 1945) ist in den 70ern ausgebildet worden.



      Die Bücher (Deutschland schafft sich ab, Europa braucht den Euro nicht, Der neue Tugendterror) bearbeiten alle Themen, aus denen die AfD bis heute schöpft.

      Wie man sieht, das Gedankengut musste gar nicht über so viele Generationen springen.

    • nihilist

      @Martin Rees:

      Hans Globke ist seit über 50 Jahren tot. An dem wird es nicht liegen.

    • Lowandorder

      @Martin Rees:

      Ol Conny zu Globke



      “Man schüttet kein dreckiges Wasser aus, wenn man kein reines hat!“



      Adenauer äußerte diesen Satz am 2. April 1952 im Rahmen eines Teegesprächs mit Journalisten. Er reagierte damit auf die massive öffentliche Kritik an der Beschäftigung von ehemals NS-belasteten Spitzenbeamten beim Aufbau der jungen Bundesrepublik.Für Adenauer stand fest: Um einen funktionierenden Staat und eine effiziente Verwaltung aufzubauen, war er auf erfahrene Fachleute und Juristen angewiesen – selbst wenn diese, wie Globke, eine tief verstrickte Vergangenheit im Dritten Reich aufwiesen. Da es in seinen Augen an unbelastetem, qualifiziertem Personal mangelte („reines Wasser“), hielt er pragmatisch und kompromisslos an den erfahrenen Kräften fest („dreckiges Wasser“). 🤖



      Vgl auch Ingo Müller Furchtbare Juristen



      www.ecchr.eu/filea...echt_subversiv.pdf

      • Martin Rees

        @Lowandorder:

        Dankeschön, es gibt immer etwas hinzuzulernen.



        Beim Aufbau der Bundeswehr waren auch nicht alle Protagonisten 'sauber' oder gar "blank":



        "Wie aus Hitlers General Adenauers Generalinspekteur wurde"



        Bei welt.de



        "General Hitlers und General Adenauers“, schreibt der Zeithistoriker Johannes Hürter, „Erfüllungsgehilfe kriegerischen Größenwahns und Gründungsvater der Bundeswehr – eine deutsche Karriere!“ Und er fügt hinzu: „In der deutschen Generalität gab es einige Wanderer zwischen den Welten der verbrecherischen Diktatur und des demokratischen Rechtsstaats. Nur ganz wenigen gelang es aber, sich hier wie dort im Zentrum der Macht zu positionieren. Der spektakulärste Fall war der Aufstieg Adolf Heusingers.“

    • Georg Sonntag

      @Martin Rees:

      Jetzt aber ruhig Blut. Auch die Guten haben ihren Globke.



      Quedlinburg in den 1990ern.



      Die Antifa warnt vor einem kahl geschorenen , der vor Heimen Gefluchteter wütet. Die Antifa als hoch seriöse Quelle.



      Der Name des Wüthrich: David Seidlitz, heute Funktionär der Grünen Sachsen Anhalt Mitte .



      Klar Herr Seidlitz ist ein paar Nummern kleiner als Globke, aber bei der ,, Entnazifizierung " der Grünen Partei ist er auch als unbelastet hervorgegangen.

  • Wunderwelt

    Alle Welt fragt sich wo plötzlich diese Welle spalterischer Menschenfeindlichkeit herkommt. Wobei ein Aspekt derzeit nur sehr wenig Aufmerksamkeit erfährt, nämlich der pädagogische.







    Der ist allerdings von maßgeblicher Bedeutung. Wer z.B. als Kind erlebt, daß seine/ihre Geschwister bevorzugt werden, wird als ErwachseneR weit eher der Lüge glauben schenken, die "Ausländer" würden gegenüber den Einheimischen bevorzugt. Wer von seinem Vater geprügelt wurde und einen Teil der Persönlichkeit abspalten mußte um das mental zu überleben, wird ein Leben lang nach anderen Opfern suchen auf die er sein/ihr Leid abwälzen (projizieren) kann.







    Die Aufarbeitung der Nazivergangenheit im Westen, war oft begleitet von Fragen nach den pädagogischen Hintergründen sowohl in den Familien wie den Bildungseinrichtungen.



    .



    Aber wie sah das im Osten aus.? Mit Prügelstrafe oder frühkindlicher Erziehung in Horten und Krippen.? Darüber würde ich wirklich gerne mehr erfahren..und auch darüber sollten wir reden.







    Denn ein besonders wichtiger Beitrag gegen spalterische Menschlichkeit, ist es den gedemütigten (inneren) Kindern einen "Anwalt" zu geben. Auch dann wenn sie schon in erwachsenen Körpern stecken..

  • Axel Schäfer

    Ist Myriam eine fiktive Figur?

  • Minderleister

    Erneut eine schöne Kolumne nach „AfD-Wählen als Triebabfuhr“.

  • dervogelmann

    ... man kriegt Gänsehaut beim Lesen dieses Textes.



    Und man schämt sich dafür, dass man nicht noch mehr dafür tut, dass die GESIREMS nicht noch weiter an Macht gewinnen. Zu Demos latschen, Händchen halten, Buttons kaufen - alles schön und gut.



    Aber reicht nicht mehr.



    Reicht nicht.

    • ja wirklich?

      @dervogelmann:

      Jap. Leier erreicht man die Neo-Nazis und die Alt-Nazis auf diese Weise nicht. Sie sind affektgetrieben, Da ist der Verstand ausgeschaltet, Ich erkenne im Vergleich zu den 70ern Deutschalnd nicht wieder.

    • Volker Scheunert

      @dervogelmann:

      Tja, sehr traurig - ich nehme an, Sie wissen auch nicht, was "reicht".



      Meine Frau und ich haben unsere Tochter (hoffen wir jedenfalls) so erzogen, dass sie gegen rechtsextreme Verlockungen immun ist. Wir hoffen, dass sie dieses Erbe an ihre eigenen Kinder weitergibt ...

    • Klabauta

      @dervogelmann:

      "... man kriegt Gänsehaut beim Lesen dieses Textes."

      Ging mir genauso.