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Tote in Stade Was wir aus Stade lernen sollten

Nadine Conti

Kommentar von

Nadine Conti

Nein, das war keine Clankriminalität und auch kein Femizid. Stade lenkt den Blick auf ein unterbelichtetes Problem: den Schutz von Sozialarbeitenden.

M an kann nach einer so brutalen, erschütternden Gewalttat wie in Stade den eigenen Reflexen bei der Arbeit zusehen. Dem geradezu übermächtigen Drang, möglichst schnell eine Erklärung, ein Muster, eine klare Gut-böse-Zuordnung zu finden, die ein solches Ereignis in die schon vorhandenen Weltbilder einfügt. Das ist menschlich, niemand kann sich davon freimachen. Trotzdem führt es nicht selten in die Irre. In diesem Fall vermuteten die einen schnell Clankriminalität (türkischstämmig! Mercedes-AMG-Fahrer!), die anderen schnell einen Femizid oder erweiterten Femizid. Durch die Ermittlungen schält sich nun immer mehr heraus: Der Hintergrund war ein lang anhaltender Sorgerechtsstreit – und zwar nicht zwischen den beiden Elternteilen, sondern den Eltern und dem Jugendamt.

Diesen hat die Patentante des drei Monate alten Babys und mutmaßliche Fluchtwagenfahrerin schon Tage vor der Tat in einer langen E-Mail an verschiedene Medien geschildert. Demnach hatte das Jugendamt das Kind aus der Familie genommen, weil bei einer Notfallbehandlung in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) der Verdacht aufgekommen war, das Baby könnte geschüttelt worden sein. Wobei nicht klar ist, von wem: Es könnten der Vater, die Mutter oder auch andere Kontaktpersonen gewesen sein. Die Familie leugnet das, spricht von einem unglücklichen Zusammenstoß, einem Unfall. Sie opponiert gegen eine Notoperation, genauso gegen die Inobhutnahme. Mitarbeitende der Medizinischen Hochschule zeigten nicht nur die mutmaßliche Kindesmisshandlung an – sondern auch den Vater, von dem sie sich bedroht fühlten.

Die Mit­ar­bei­te­r*in­nen in der Mutter-Kind-Einrichtung in Stade und im zuständigen Jugendamt der Region Hannover haben also geahnt, dass dieses Hilfeplangespräch eskalieren könnte. Das lässt sich auch am Personaleinsatz ablesen. Wer je mit diesem Bereich zu tun hatte, weiß: Man sitzt da normalerweise nicht mit sechs Personen am Tisch und noch seltener mit gleich zwei Männern. Der Bereich ist chronisch überlastet, leidet unter Personalmangel, die überwiegende Anzahl der Mitarbeitenden ist weiblich.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Aber sie haben vermutlich nicht damit gerechnet, dass der Vater, der nun wegen des begründeten Verdachts eines sechsfachen Mordes in Untersuchungshaft sitzt, eine Waffe mitbringt. Das ist nicht so unlogisch, wie es scheint: Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Hannover bezog sich auch die Anzeige aus der MHH zunächst einmal „nur“ auf verbale Bedrohungen, nicht auf einen tätlichen Angriff oder eine Körperverletzung. Zudem ist Waffenbesitz in Deutschland eben nicht so häufig wie in den USA.

Was es tatsächlich braucht, glänzt weniger und kostet Arbeit und Zeit, beispielsweise Leitlinien zur Gefährdungsabschätzung

Trotzdem lenkt dieses Geschehen den Blick auf ein Themenfeld, in dem es tatsächlich einen hohen Verbesserungsbedarf gibt: den Schutz von Sozialarbeitenden. Der läuft – trotz großer Debatten um häufiger werdende Angriffe auf Beschäftigte des öffentlichen Dienstes – chronisch unter dem Radar. Es gibt kaum Forschungsliteratur und so gut wie keine Statistiken, kaum Schutzkonzepte und Handlungsleitfäden. Das hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass Sozialarbeitende oft besser darin sind, Gewalt zu erklären als darauf zu reagieren. Oder damit, dass ihr Fokus auf den Klienten liegt und weniger beim Selbstschutz. Mancher mag auch aggressive Eskalationen als pädagogisches Versagen empfinden.

Man sollte auch sehr vorsichtig sein, an dieser Stelle nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. Im politischen Raum und auf der Führungsebene könnte die Versuchung entstehen, auf plakative Maßnahmen zu setzen, die zwar ein sichtbares Zeichen setzen, aber mehr schaden als nutzen: Sicherheitsdienste und Metalldetektoren in Bezirks- und Bürgerämtern, Jugend- und Wohneinrichtungen Schutzbefohlener. So etwas hat man ja an Schulen schon gesehen. Wirksam waren die Maßnahmen nicht unbedingt.

Supervision, die den Namen verdient

Was es aber tatsächlich braucht, glänzt weniger und kostet Arbeit und Zeit: beispielsweise Leitlinien zur Gefährdungsabschätzung – so wie sie es für den Bereich häuslicher und Partnerschaftsgewalt bereits gibt. Eine Supervision, die den Namen verdient, Eskalationsspiralen frühzeitig durchbricht und Verhärtungen verhindert. Schutzkonzepte und konkrete Verhaltenshinweise für den Ernstfall – Notfallknöpfe, Fluchtwege, klug eingerichtete Begegnungsräume. Das heißt nicht, dass solche Maßnahmen eine Katastrophe wie in Stade sicher verhindert hätten. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Aber schon die Existenz eines Plans A, B und C kann eine Situation grundsätzlich verändern. Weil sie auch das Auftreten der handelnden Personen verändert.

Wenn sich in diesem Bereich nicht in naher Zukunft etwas ändert, riskiert man, noch mehr Mitarbeitende zu verlieren – unter dem Eindruck von so singulären Ereignissen wie in Stade, aber auch, weil die zahllosen, alltäglichen Attacken unbeantwortet und unbearbeitet bleiben. Wenn das passiert, verschärft sich erst recht etwas, was hier mit ziemlicher Sicherheit auch eine Rolle gespielt hat: das Feindbild Jugendamt, das von manchen nur noch als überlastete, kalte, fahrig oder willkürlich agierende Institution wahrgenommen wird. Was wiederum in einem krassen Gegensatz zum Selbstbild der Mitarbeitenden steht, die diesen Job ja irgendwann einmal angetreten haben, weil sie helfen wollen.

Das gilt bestimmt auch für die Menschen, die in Stade ihr Leben gelassen haben. Weil sie ihren Job gemacht haben. Nichts kann das ungeschehen machen. Aber für die, die zurückbleiben und irgendwie weitermachen müssen, wäre es vielleicht ein kleiner Trost, wenn man daraus wenigstens irgendwas gelernt hätte.

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Nadine Conti

Nadine Conti

Niedersachsen-Korrespondentin der taz in Hannover seit 2020
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62 Kommentare

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  • NICHTS rechtfertigt eine solche Gewalttat. Trotzdem sollten wir im Sinne von Gewaltprävention über mögliche Auslöser und Hintergründe reden. Die Autorin schreibt: "... was hier mit ziemlicher Sicherheit auch eine Rolle gespielt hat: das Feindbild Jugendamt, das von manchen nur noch als überlastete, kalte, fahrig oder willkürlich agierende Institution wahrgenommen wird." Dass es so wahrgenommen wird, hat ja mit der Realität zu tun. Natürlich wird hier auch sehr viel gute und wichtige Arbeit gemacht. Aus meiner Erfahrung habe ich aber den Eindruck gewonnen, dass Eltern zu oft Willkür und Machtmissbrauch erleben. Oft hängt das sicherlich mit Überlastung zusammen. Es ist also die beste Gewaltprävention, das Jugendamt personell besser auszustatten.

  • Kann ein Kind tatsächlich mit gutem Gewissen in einer Familie gelassen werden, die gegen eine Notoperation opponiert? Was sind das für Menschen? Hätten sie den Tod ihres Kindes in Kauf genommen? Das ist alles sehr seltsam und die Folgen unfassbar tragisch.

    • @Radelnde:

      Ich will mal so sagen, lt. Markus Klingenberg, FOCUS online vom 28.08.2025, sind nicht "... jede der 17,6 Millionen OPs in Deutschland ... nötig - bis zu 30 Prozent gelten als überflüssig. ...".



      Vor desem Hintergrund überlegt sich ein Chirurg peinlich genau, ob, z. B. bei einem Zeugen Jehovas, eine Notoperation unbedingt nötig ist. Die haben sehr gute Anwälte.

  • Bitte die neuesten Recherchen zum Fluchtfahrzeug und der Gehilfin des Mörders nicht ausblenden.

    • @Nardo:

      Träumen Sie weiter.

    • @Nardo:

      Ich hoffe auf einen weiteren Artikel. Außer der taz und DIE ZEIT lese ich "eigentlich" keine Zeitungen, fernsehen usw. tue ich ohnehin nicht und bin auch in den sozialen Medien nicht präsent. In diesem Fall weiche ich aus verschiedenen Gründen von meinem Prinzip ab. Es gibt bei diesem Mordfall sehr viele offene Fragen und Ungereimtheiten in der Berichterstattung. Meiner Meinung nach wird "man" den Opfern in Stade nicht gerecht, wenn im Gegensatz zu der furchtbaren, monströsen Tat in Hanau, kein Recherche-Interesse an den Details zu Stade besteht.

      Ich möchte seriös informiert werden, und zwar von der taz (am liebsten) oder aus DIE ZEIT (am zweitliebsten), aber ich möchte informiert werden.

      Gerade in der heutigen Zeit wäre es meiner Meinung nach so wichtig, dass gerade linke Medien ihrem Informationsauftrag nachkommen, offene Fragen beantworten und die Deutungshoheit nicht anderen Medien überlassen.

  • Das ist die beste Stellungnahme zum Thema, die ich bisher gelesen habe, vielen Dank.

  • Soviel Staat, wie nötig - so wenig Staat wie möglich ❗️

  • Frau Conti, danke für die Einschätzung und die Klarstellung, was es alles (aus Ihrer Sicht) nicht ist. Eine Tat wird schnell politisch genutzt - vorliegend von zwei Seiten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten ("Clan" vs. "Femizid"). Daher: Danke für den sachlichen Bericht und wenn man in einer Woche oder einem Monat mehr weiß, würde ich mich freuen, ein Update im gleichen Stil zu bekommen.

  • Leider bleibt bei diesem Text außen vor, dass, selbst wenn Mensch es niht als Femizid bezeichnen möchte (über die Definition von Femizid kann man sich streiten), das hier dennoch ganz klar patriachale Gewalt war. Ein Kind als sein Eigentum zu betrachten zeigt zutiefst patriachale Denkweisen, die sehr wahrscheinlich, ganz unabhängig von seiner Herkunft, die Ursache für diese Tat sind. Und wer arbeitet am häufigsten im sozialen Bereich, ist also hauptsächlich von solcher Gewalt bedroht und betroffen? Es sind Frauen. Es mag kein Femizid in klassischer Definition gewesen sein, patriachale, tödliche Gewalt war es dennoch. Das darf man bei allen Diskussionen um diese schreckliche Tat nicht vergessen!

    • @GehtNiemandenWasAn:

      Sein eigenes Kind sollte man zwar nicht als sein Eigentum betrachten, dass man es aber trotzdem als zu einem selbst gehörend empfindet und nicht möchte, dass der Staat einem das Sorgerecht entzieht, hat mit dem Patriarchat nichts zu tun. Das empfinden Mütter genauso wie Väter.

  • 1) In dem Geschehen von Stade erleben wir das Aufeinanderprallen zweier zutiefst inkompatibler Wertesysteme, bei dem kulturelle Prägungen, persönliche Radikalisierung und ein patriarchales Rechtsverständnis ineinandergreifen.



    Die zwei kollidierenden Systeme lassen sich konkret gegenüberstellen:



    System 1: Der westlich-demokratische Rechts- und Fürsorgestaat



    Dieses System basiert auf Werten, die für den Täter inakzeptabel waren:



    •Das Kind als eigenständiges Subjekt: Im deutschen Recht (SGB VIII) hat das Kind eigene Rechte, die im Zweifel gegen die Eltern durchgesetzt werden. Das Kindeswohl steht über dem Elternrecht.



    •Staatliches Wächteramt: Wenn Ärzte den Verdacht auf ein lebensgefährliches Schütteltrauma (Hirnblutung beim drei Monate alten Baby) äußern, muss der Staat intervenieren. Das Jugendamt und die Gerichte entziehen den Eltern die Gesundheitssorge, um das Kind zu schützen



    •Institutionelle Konfliktlösung: Streitigkeiten werden gewaltfrei über Gerichte und durch Hilfeplangespräche gelöst. Der Bürger verzichtet auf das Durchsetzen seines Rechtes mit Gewalt und übergibt dem Staat das Gewaltmonopol, erhält dafür das Versprechen des staatlichen Schutzes.

    • @Klaus Martens:

      Ich finde es immer sehr lustig, was hier als vermeintlich "westliche" Werte dargestellt wird. Aus meiner beruflichen Erfahrung im sozialen Bereich und als ehemalig selbst von elterlicher Gewalt Betroffene kann ich ganz klar sagen, dass Deutsche genau so oft ihre Kinder als Erweiterung ihrer Selbst oder sogar als ihr Eigentum sehen. Als Überlebende partnerschaftlicher Gewalt kann ich hinzufügen, dass patriarchale Denkweisen keine Herkunft kennen. Und meine berufliche Laufbahn hat das nur bestätigt. Kinder haben erst seit 2001 das Recht auf gewaltfreie Erziehung und statistisch gesehen ist das bei vielen Eltern immer noch nicht angekommen. Ich kann über solche Kommentare, die irgendeine Art von "westlich-demokratischen" Werten herbeifantasieren nur herzlich lachen. Bis mir das Lachen im Halse stecken bleibt, weil mir auffällt, wie viel Leid von so vielen Kindern unsichtbar gemacht wird, weil sich auf die Herkunft des Täters und nicht das kaputte System konzentriert wird.

      • @GehtNiemandenWasAn:

        Auch wenn sich nicht alle Menschen an die Werte und Normen ihrer Gesellschaft halten, ist es keine Beleg dafür, dass es diese nicht gibt.



        "So viele Autofahrer schnallen sich während der Fahrt nicht an. Da kann man doch nur lachen, wenn jemand etwas über Gurtpflicht herbeiphantasiert." :-)

  • In der Theorie ist der Sozialarbeiter eng und gut im Kontakt mit dem Menschen, um den es geht.



    Im Jugendamt (ASD) geht das nicht (immer), weil da mehrere Dinge zusammen laufen, es kann um das Familiengericht gehen, es kann um Kompromisse, Aushandlungen in Konfliktfällen gehen.



    Und es gibt nicht ausreichend Personal in mehr oder weniger allen Ämtern im Bundesgebiet, sprich, Menschen kommen und gehen, damit wechseln die Zuständigkeiten und die Betroffenen erleben viele Sozialarbeiter.



    Daneben hat es sich (leider) eingebürgert, dass Familiengericht pro Verfahren nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung stellen und dies zu sehr kurzen Gesprächen führt.



    Ein Verfahrensbeistand orientiert sich automatisch an der Einschätzung des ASD und ein gegnerischer Anwalt wird die Gegenpartei entkräften bzw. belasten.



    Das bedeutet, diese Verfahren laden sich schnell auf und ein hohes Maß an irrationalen Sachzwängen kann regelrecht chaotische Verhältnisse hervorbringen, entschieden wird aber dennoch und das führt zu großem Frust.



    Dieser Aufbau macht das inzwischen gefährlich. Und die vielen Waffen., die inzwischen für einige Menschen gut zugänglich sind. Die Ämter müssen jetzt reagieren, aber wie?

  • "Die Unversehrtheit der Familie ist ein zentraler Aspekt des Grundgesetzes. Sie schützt die Familie und die Kinder vor Missbrauch und Gewalt." (KI)



    Versagt die Familie, greift der Staat ein. Dies scheint so in Stade gewesen zu sein. Ich glaube nicht, dass die Behörden eingegriffen hätten, wenn der Verdacht auf Kindesmisshandlung nicht begründet gewesen wäre. Es gab Hinweise von Ärzten.



    Hätte das Jugendamt nicht eingegriffen und das Kind wäre später noch schwerer geschädigt worden, wäre der Aufschrei der Gesellschaft groß gewesen.



    Der Vater war offensichtlich nicht willens oder in der Lage, sich angemessen auseinanderzusetzen. Statt sich einen Anwalt zu nehmen, hat er sich frühzeitig eine Waffe besorgt. Dies konnte niemand ahnen, zumal er früher wohl nie strafrechtlich aufgefallen war.



    Ich sehe eigentlich kaum Möglichkeiten, sich gegen solche Ausnahmetäter angemessen zu schützen. Sozialarbeiter machen tagtäglich Hausbesuche oder erhalten Besuch von Vätern und Müttern im Jugendamt. Im Amt kann man sich vielleicht noch durch Alarmknöpfe und Metalldedektoren schützen - bei Hausbesuchen geht dies aber kaum. Oder will man bei den notwendigen Hausbesuchen immer zwei Polizisten mitnehmen?

    • @Il_Leopardo:

      " Dies konnte niemand ahnen, zumal er früher wohl nie strafrechtlich aufgefallen war."

      Vielleicht wird uns die taz noch darüber informieren, ob seine strafrechtliche Vergangenheit in der Türkei der Wahrheit entspricht. Sollten die Vorwürfe stimmen, hoffe ich darauf, dass er die Strafe für seine Taten in einem türkischen Gefängnis absitzen wird.

    • @Il_Leopardo:

      Polizei-Begleitung finden Leute dann auch nicht gut, weil das "eskalierend" wirkt.

    • @Il_Leopardo:

      „Ich sehe eigentlich kaum Möglichkeiten, sich gegen solche Ausnahmetäter angemessen zu schützen.“



      Nein, es sei denn, man verzichtet auf solche Hausbesuche, bekommt dann aber auch keinen Einblick im die tatsächlichen familiären Verhältnisse, die auf eine Kindeswohlgefährdung schließen lassen. Oder man lässt diese Besuche eben generell nur noch unter Polizeischutz durchführen



      Es wird eben schwierig, wenn absolut null elterliches Einsichtsverhalten besteht, das Kind als eigenständiges Subjekt nicht akzeptiert, Gewalt und Missbrauch' vom familiären System gedeckt werden.



      Es ist leider so, wie der Forist @Klaus Martens weiter oben schreibt, dass hier zwei grundverschiedene Wertesysteme aufeinander treffen. Wobei ich Wert auf die Feststellung lege, dass dieses Problem kein ausschliesslich mugrantisches isr. In rechten/konservativen Weltbildern besteht grundsätzlich ein Problem damit, dem Kindeswohls und den Rechten der Mütter Priorität vor den familiären Zusammenhalt einzuräumen.



      Fordert nicht gerade die AfD, die ansonsten keine Gelegenheit auslässt, auf (muslimische) Migranten herum zu hacken, nicht eine Stärkung der familiären Systeme gegenüber der Schutzfunktion des Staates?

      • @Abdurchdiemitte:

        "Fordert nicht gerade die AfD, die ansonsten keine Gelegenheit auslässt, auf (muslimische) Migranten herum zu hacken, nicht eine Stärkung der familiären Systeme gegenüber der Schutzfunktion des Staates?"

        Eines scheint mir offensichtlich: Hätte die Schwiegermutter eines AFD-Landtagsabgeordneten den Fluchtwagen gefahren, würden wir vermutlich mehr Details erfahren.

      • @Abdurchdiemitte:

        Ich wiederhole nochmal mein Zitat von oben



        (""Die Unversehrtheit der Familie ist ein zentraler Aspekt des Grundgesetzes. Sie schützt die Familie und die Kinder vor Missbrauch und Gewalt." )



        und bin der Meinung, dass für nicht die Familie im Vordergrund stehen sollte, sondern immer der Schutz der Kinder.



        Alles andere ist nachrangig - Grundgesetz hin oder her!

        Was die Familienpolitik der AfD angeht, so denkt die garantiert nur an den Schutz der "deutschen Familie" - auf das Wohlergehen der migrantischen Familien sch... die. Sorry, ich wollte natürlich sagen, pfeift die.

    • @Il_Leopardo:

      Die Polizei muss den Schwarz und Graumarkt für Waffen viel härter bearbeiten. Aber vollständigen Schutz wird es nicht geben können. Außerdem sollen Gespräche ja nicht gleich abschrecken bzw. die Atmosphäre noch mehr belasten.

      • @Andreas_2020:

        Mit einem Messer hätte er vielleicht nicht sechs Personen töten können, aber zwei bis drei schon. Auch auf der Straße kann plötzlich ein Mann (meistens sind es Männer) im psychischen Ausnahmezustand über mich herfallen. Ich lebe in der Hoffnung, dass solche Vorfälle genauso selten sind wie ein Sechser im Lotto.

  • >Leitlinien zur Gefährdungsabschätzung<

    Besser nicht. racial profiling wollen wir doch alle nicht.

  • Eine seltene, nüchterne Einschätzung dessen, was passiert ist.

  • Die Vernetzung der fallbezogenen Daten, auch mit Relevanz für die persönliche Sicherheit der Mitarbeitenden, ist essentiell und nicht banal. Vielleicht braucht es hier ein spezielles Portal und eine elektronische Akte mit Supervision durch gesondert geschultes Personal und mit Warnfunktion.



    Selbst bei vielen Behörden ohne Sorgerechtsbezug ist Gewaltprävention und Prophylaxe ein Thema.



    Eine Videokonferenz wäre als Alternative möglicherweise dann auch bald vorstellbar.



    "Vorschrift neugefaßt durch das Gesetz zur Förderung des Einsatzes von Videokonferenztechnik in der Zivilgerichtsbarkeit und den Fachgerichtsbarkeiten vom 15.07.2024 (BGBl. I Nr. 237), in Kraft getreten am 19.07.2024 Gesetzesbegründung verfügbar"



    Bei dejure.org



    Analogien sind bekannt.



    "Übergriffe auf Beschäftigte kommen in nahezu jedem Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens vor. Dokumentiert sind sie unter anderem in der Krankenhausakutversorgung, der Psychiatrie, im Maßregelvollzug, im Rettungsdienst und beim Krankentransport, in Alten- und Pflegeheimen sowie in Einrichtungen der Behindertenhilfe, in der ambulanten Pflege, in der sozialen Beratung, Kinder- und Jugendhilfe..."



    bgw-online.de



    ->Broschüre zum Download!

  • Das Bedrohen des Krankenhauspersonals wird hier ja nur gestreift. Was in dem Bereich inzwischen für raue Sitten herrschen, geht auf keine Kuhhaut. Polizei rufen ist dabei völlig sinnlos. Die quittieren das als Statistik, bis dann wirklich einer durchdreht. Rufen sie uns beim nächsten Mal bitte erst wenn wirklich was passiert, ist ein O-Ton aus der Praxis. Besonders während Corona hatten die MFA hier richtig Angst. Früher brauchte es jedenfalls keine Security im Krankenhaus.

  • Ich bin wütend. Ich bin auch traurig. Ich habe Angst, dass diese Tat gedankliche Türen für andere verzweifelte Erziehungspersonen öffnet. Ich fühle mich ohnmächtig, weil dieses System und die jetzige Politik die Mittel immer weiter zurück schraubt, obwohl wir mehr Supervision, mehr Mitarbeitende und mehr Ausstattung bräuchten.



    Und ich habe Mitleid. Mit den Opfern, ihren Angehörigen und dem Kind. Und ich habe Mitleid mit dem Täter. Natürlich ist er der TÄTER. Und was er getan hat widerspricht Grundsätzen unseres Zusammenlebens so massiv, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie dieser Mensch jemals wieder frei in dieser Gesellschaft leben könnte.



    Aber ich frage mich auch, wieviel Ohnmacht ein Mensch erfahren muss, um zu solch einer Tat fähig zu sein. Wie sehr haben wir als Gesellschaft versagt, dass dieser Mensch keine andere Möglichkeit sieht, als all seine Wut und Frustration in einer solchen hasserfüllten Tat zu kanalisieren. Wir reden von unterschiedlichen Kulturen und Menschenbildern. DAFÜR ist die soziale Arbeit da. Um Menschen zu verbinden, sie zu integrieren und MIT ihnen zu arbeiten.



    Aber dafür braucht es Mittel und die werden Jahr für Jahr weiter gekürzt

    • @Angst Hase:

      "Aber ich frage mich auch, wieviel Ohnmacht ein Mensch erfahren muss, um zu solch einer Tat fähig zu sein."

      Woher wissen Sie, dass es ein Gefühl der "Ohnmacht" war und nicht ein Gefühl der Allmacht, der Überlegenheit, "mir kann keiner", er es nicht als sein "gottgegebenes" Recht angesehen hat?

      "Wie sehr haben wir als Gesellschaft versagt, dass dieser Mensch keine andere Möglichkeit sieht, als all seine Wut und Frustration in einer solchen hasserfüllten Tat zu kanalisieren."

      Da ich den Täter nicht kenne, weiß ich nicht, ob er wütend und frustriert war. Vielleicht ist er einfach nur der Meinung, es steht ihm zu, andere (auch mit dem Tod) zu bestrafen, wenn sie nicht machen, was er will.

    • @Angst Hase:

      "(...) wieviel Ohnmacht ein Mensch erfahren muss, um zu solch einer Tat fähig zu sein. Wie sehr haben wir als Gesellschaft versagt, dass dieser Mensch keine andere Möglichkeit sieht, als all seine Wut und Frustration (...)"

      Das sind alles Unterstellungen bzw. Projetionen Ihrerseits. Hätten Sie diese außerdem so formuliert, wenn der Täter ein Horst-Günther gewesen wäre? Wenn nicht, warum nicht?

    • @Angst Hase:

      Ich verstehe jetzt nicht, was Kultur damit zu tun haben soll? Oder finden Sie, dass Menschen aus bestimmten Kulturen zu Gewalt gegen Mitarbeitende der Jugendämter o.ä. neigen?

      • @DerLurch:

        Es ist die Kultur der Gewalt, die momentan ausgiebig zelebriert wird, egal welche Nation.

  • Alles schön und gut - aber wie will man tatsächlich verhindern, dass ein Irrer mit einer Waffe Menschen erschießt? Bei aller Eskalationstheorie: Damit konnte wirklich niemand rechnen.

    • @FraMa:

      Die Polizei muss hart gegen den Schwarz- und Graumarkt für Waffen vorgehen. Das ist jetzt das Gebot der Stunde. Ansonsten müssen die Ämter die Risiken neu bewerten und besser damit umgehen. Ein wirklich Verrückter wird dadurch sicherlich nicht gestoppt, aber die Schwellen wären sehr viel höhere. Hier war die Waffe ja der entscheidende Punkt. Mit reiner körperlicher Gewalt hätte der Täter eben nicht sechs Menschen erschiessen können.

      • @Andreas_2020:

        Macht die Polizei schon, es fehlt an geeignetem Personal, rechtlichen Möglichkeiten und harten Strafen. In manchen Teilen der Gesellschaft gilt illegaler Waffenbesitz als Kavaliersdelikt. Da muss härter gestraft werden. Wer einmal erwischt wurde den darf die Polizei jederzeit ohne Durchsuchungsbefehl durchsuchen. Nach drei Strikes lebenslange Internierung bei harter körperlicher Arbeit.

        • @Machiavelli:

          Das hat in den USA nicht viel gebracht, dort sind die Gefängnisse voll und es gibt immer noch Gewalt.

  • Vielleicht geht's bald oder sogar in näherer Zukunft ohne direkten physischen Kontakt.



    bei dejure.com



    "Vorschrift neugefaßt durch das Gesetz zur Förderung des Einsatzes von Videokonferenztechnik in der Zivilgerichtsbarkeit und den Fachgerichtsbarkeiten vom 15.07.2024 (BGBl. I Nr. 237), in Kraft getreten am 19.07.2024"



    /



    Mit KI könnte man in Vorgesprächen die Gefahr einer Eskalation anhand Stimmanalyse in Zukunft wahrscheinlich einzuschätzen üben.



    Die Vernetzung der Informationen und Behörden ist obligatorisch, das galt auch schon zu Zeiten des Terrors verschiedener Provenienz.

    • @Martin Rees:

      Ich nutze die Technik jeden Tag mehrfach zum Austausch und zum Verhandeln. Aber ein Gespräch, in dem es um die weitere Zukunft des Kindes geht, muss persönlich erfolgen. Es ist etwas völlig anderes im selben Raum zu sitzen.

    • @Martin Rees:

      Dir ist wohl nicht so ganz klar, was die Aufgabe des Jugendamtes und der Jugendhilfe ist - und wie diese fachlich sinnvoll zu erledigen ist.

      • @abrapalabra:

        Vielleicht gibt's Kompromisslösungen und Neuentwicklungen?



        www.digitalejugend...line-beratung.html



        /



        "Weiterhin sind Angebote dazuzuzählen, bei denen die Klient*innen sich in einem moderierten Online-Forum sowohl von professionellen Berater*innen als auch von anderen Personen in ähnlichen Lebensumständen (z.B. anderen Eltern) Rat einholen können. Nicht zuletzt umfassen digitale Beratungsformen auch Angebote, bei denen face-to-face-basierte Beratungsgespräche über Videokonferenz-Tools umgesetzt werden."



        Eine Diskussion ist offenbar noch offen...

  • In mehreren Jahrzehnten Jugendarbeit habe ich nur einmal verbale Gewalt erlebt: "Sie können mich mal am Arsch lecken." Eine halbe Stunde nach diesem Vorfall erschien mein Klient erneut, um sich zu entschuldigen.



    Was ich damit sagen will: Das, was da in Stade passiert ist, ist eine Ausnahmeerscheinung - genau wie Amokläufe, die in diesem Land auch äußerst selten passieren.

    • @Il_Leopardo:

      Nur für mein Verständnis: Sie sind Mitarbeiter in einem Jugendamt oder habe ich das falsch verstanden? Heißt dies, sie sehen keinen Bedarf für gesteigerte Sicherheit, da es so selten vorkommt? Oder sehen Sie es einfach nicht als das drängende Problem und es gibt zehn andere Probleme die Vorrang haben? Würde mich interessieren, wenn es auch Off-Topic ist.

      • @Strolch:

        Nein, ich war bei einem großen Träger, der sich u.a. Jugendlichen und jungen Erwachsenen angenommen hat. Überwiegend habe ich mit jungen Erwachsenen gearbeitet, die nicht gerade einfach im Umgang waren. Trotzdem konnte ich zu den meisten tragfähige Beziehungen aufbauen. Es war aber immer ein Balanceakt zwischen Verständnis und "deutlichen" Worten. Man muss seine Klienten schon gut kennen, um zu wissen, was man wann sagen kann und was nicht.

  • Weniger "Finstere Mittelschichtsbeamte nehmen aufrechter Unterschichtsmama grundlos Baby weg"-Artikel wären schön. Unsere Jugendämter haben gar nicht genug Personal, um übergriffig zu werden.

    • @Claude Nuage:

      Das stimmt doch nicht! Meiner indischen Mama ist gleich nach der Geburt das Kind mit einem Aufgebot von 15 Jugendamtsmitarbeitern (Personalmangel?) weggenommen worden, weil die Hebamme behauptet hatte, es wäre unterernährt und die Mutter schwänze Impftermine. Später stellte sich heraus: Die Hebamme hatte das erfunden, weil sie Angst hatte, ihren Job zu verlieren, nachdem die Kindesmutter schwere Vorwürfe gegen sie erhoben hatte ("Kind versehentlich fast im Bad ertränkt"). Aber der indischen Mama ("Unterschicht") wird natürlich trotz Impfpass und Arztbefunden bis heute nicht geglaubt.



      Meinen schwarzafrikanischen Mamas sitzt des Jugendamt regelmäßig weit über 10 Jahre im Nacken, weil immer wieder der Verdacht aufkommt, da habe es doch vor Jahren irgendwann einmal eine Maulschelle geregnet?



      Meine weißen Freunde hingehen, Lehrerin und Arzt, deren 12-jähriger seit 10 Monaten nicht mehr zur Schule geht ("kein Bock auf dieses System") haben noch nie einen Besuch vom Jugendamt bekommen.

      Soviel zur Gleichbehandlung und zum Personalmangel.

      • @hedele:

        das ist anekdotische Evidenz, das wissen Sie schon, oder?

        • @Sybille Bergi:

          Eine Widerlegung durch ein Gegenbeispiel ist keine anekdotische Evidenz. Vielmehr reicht hier ein Einzelbericht aus, um eine allgemeine Aussage argumentativ sicher zu Fall zu bringen (Wikipedia).

  • Danke für die Hintergründe.



    Danke für die fehlenden Schubladen.

  • Dass es eine richtige Entscheidung war, das Sorgerecht nicht zu gewähren, steht jetzt jedenfalls fest. Aber wie schützt man vor jemandem, der noch nicht in der Form in Erscheinung getreten ist? Ein Notfallknopf sichert bestenfalls die Versorgung, nachdem etwas passiert ist.

  • Was "wir" aus Stade lernen sollten ist dass einen ein sechsfacher, heimtückischer Mord umgehend und mit Bestimmtheit für Jahrzehnte ins Gefängnis bringt.



    Was "wir" aus Stade lernen sollten ist dass Behördenhandeln zwar keineswegs unfehlbar oder unkritisierbar ist, dass aber heimtückische Gewalt gegen die betreffenden Menschen ein absolutes No-Go ist und entsprechend geahndet wird.



    Ich brauche weder eine Erklärung, noch ein Muster, noch muss ich mein Weltbild zu Rate ziehen um zu wissen, dass es "böse", also: sowohl rechtlich als auch moralisch eindeutig zu verurteilen ist, eine solche Tat zu begehen.



    Und was ist das für eine Tat auch gegen das eigene Kind? Was für eine furchtbare Hypothek.

  • Das Sorgerecht ist schon ein sehr emotionales Thema, es gab in diesem Zusammenhang schon einige Morde und -versuche, sogar an Gerichten. Nicht nur gegen Mütter, auch gegen Richter und Sozialarbeiter.

  • Was will der Artikel nun aussagen? Es beginnt damit, dass man ja nur nicht in eine Gut-Böse Zuordnung (türkischstämmig etc.) abrutschen solle, um am Ende aber Leitlinien zur Gefährdungsabschätzung zu fordern.

    Diese erfordern aber eine ehrliche Auseinandersetzung mit hegemonialen Strukturen, deren Begründungsmuster (Stichwort: Ehre) und Skrupellosigkeit in traditionalistischen Milieus jedoch eine strukturelle Häufung aufweisen.

    Indem man aber genau diese spezifische kulturelle Nährböden leugnet, betreibt man einen links-liberalen Kulturrelativismus, der die Augen vor der Realität verschließt.

    Das Benennen dieser Fakten ist kein Rassismus, sondern die Grundvoraussetzung für zielgerichtete Prävention, um solche Taten zu verhindern.

    • @Heike 1975:

      Im Artikel wird eine besser Gefahrenanalyse gefordert. Dazu gehört auch, die Gedankenwelt möglicher Gewalttäter zu berücksichtigen. Die Herkunft ist dabei ein unzuverlässiger Faktor. Es gibt in jeder Kultur solche und solche Menschen. Oder haben Sie noch nie etwas von Gewalttaten "deutscher" Täter gehört?

    • @Heike 1975:

      Die letzte größere Bluttat in Niedersachsen mit mehreren Toten hat vor gar nicht langer Zeit nicht weit weg von Stade in Rotenburg stattgefunden. Hier war der Täter ein Bundeswehrsoldat. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass damals gefordert wurde, diese Parallelgesellschaft genauer zu betrachten. Gleiches gilt, wenn der Täter Jäger ist, Forderungen diese Milieu mit einer offensichtlichen Lust am Töten einmal unter die Lupe zu nehmen, sind mir nicht bekannt.



      Wenn hier etwas anderes gefordert wird, spielt natürlich Rassismus eine Rolle, ob nun verkappt oder offen.

    • @Heike 1975:

      Ganz am Ende streift der Artikel das Problem des “Feindbilds Jugendamt” wobei es so dargestellt wird als sei dessen Institutionscharakter im Grunde das Problem. Dabei entsteht dieses Feindbild oftmals aus der mit dem deutschen Gesetz unvereinbaren Überzeugung, Gewalt sei ein legitimes Mittel der Kindererziehung - was dann zwangsläufig zu “Unstimmigkeiten” mit jeglichen Institutionen führt, die sich für Kinderrechte und -schutz einsetzen bzw. diese durchsetzen.



      Solche Überzeugungen trifft man in autoritär und patriarchal geprägten gesellschaftlichen Strukturen häufiger an. Wo diese auch heutzutage noch zu finden sind, muss man ehrlich benennen anstatt nur mehr Schutzkonzepte für Sozialarbeitende zu fordern.

      • @Nick riviera:

        Ja, dann sach mal, wo und wer sind sie denn, diese "Patriarchal geprägten gesellschaftlichen Strukturen"? (Super Wortkonstrukt btw)

  • Danke! Sehr gute Analyse. Den Empfehlungen, Wünschen, Forderungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Sozialarbeitende schließe ich mich an.