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Soziologe über AfD-Erfolg bei Arbeitern„Die linken Arbeitenden in den Blick nehmen“

Klaus Dörre forscht zu radikalen Rechten und Arbeiterschaft. Kann die SPD bei der Arbeiterschaft wieder Gewinne einfahren, oder fehlt ihr dafür das Profil?

Dörre: „Es gibt nicht nur 37 Prozent Arbeiter, die in BaWü rechts außen wählen, sondern auch 63 Prozent, die das nicht tun“ Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Gareth Joswig

Interview von

Gareth Joswig

taz: Herr Dörre, sie haben viel zu Einstellungen in der Arbeiterschaft geforscht. Die SPD hat bei Arbeitern in Baden-Württemberg ganze 5 Prozent geholt, die AfD liegt bei 37 – wie erklären Sie das ?

Dörre: Die SPD hat ein strukturelles Problem. Es gibt gute Vorschläge dazu, wie man die radikale Rechte besiegen kann – etwa die Vorschläge von Isabella Weber zur antifaschistischen Wirtschaftspolitik oder auch den Haustürwahlkampf in New York von Zohran Mamdani. Auf dem Papier hat die SPD mit 310.000 Mitgliedern auch großes Potenzial dazu, aber praktisch ist sie völlig überaltert. Die Sozialdemokraten haben selbst in Baden-Württemberg den Kontakt zur IG Metall verloren. Die SPD hat keine zivilgesellschaftlichen Kontakte mehr, ist im produzierenden Gewerbe und selbst im Dienstleistungssektor kaum noch präsent. Es droht eine Entwicklung wie in Frankreich oder Italien, wo die Sozialdemokraten vollständig verschwunden sind.

taz: Das klingt düster, auch mit Blick auf die anstehende Wahl in Rheinland-Pfalz.

Im Interview: Klaus Dörre

Jahrgang 1957, ist Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Uni Jena. Bis 2021 leitete er zusammen mit Stephan Lessenich und Hartmut Rosa das Kolleg Postwachstum. Seit Jahren erforscht er den zunehmenden Anklang der radikalen Rechten in der Arbeiterschaft.

Dörre: Dort ist die Lage mit Spitzenkandidat Alexander Schweitzer ein bisschen anders. Er kann ähnlich die Mitte polarisieren, wie es Cem Özdemir für die Grünen sehr erfolgreich im Südwesten gemacht hat. Und er tritt selbst aus der Position des Ministerpräsidenten an. Zudem hat Malu Dreyer hier die Kontakte in den Wirtschaftsbereich und zu Gewerkschaften gehalten – es gibt einen Rat mit Gewerkschaft, Wirtschaft und Staat, wenn auch leider ohne ganze Breite der Zivilgesellschaft, um über Fragen der Transformation zu sprechen.

taz: Aber auch hier leidet die Wirtschaft unter Folgen der Energiekrise.

Dörre: BASF leidet unter einer dramatischen Strukturkrise, die Hälfte des dort verwendeten Erdgases kam ursprünglich aus Russland, und erhebliche Teile der Belegschaft könnten dazu neigen, das Kreuz bei der AfD zu machen. Aber hier hat man das Problem früher erkannt und Verbindungen zur Zivilgesellschaft in der Arbeitswelt erhalten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Schweitzer ein ähnlicher Coup gelingt wie Özdemir.

taz: Was ist denn das Grundproblem?

Dörre: Die SPD hat im berechtigten Anliegen, moderner zu werden, ihre Stammwählerschaft in der konventionellen, produzierenden Arbeiterschaft verloren. Sie ist in der permanenten Regierungsverantwortung völlig profillos geworden. Das gilt auch für das entspannungs- und friedenspolitische Profil. Die SPD hat ihren Markenkern verloren und verliert nach rechts und links.

taz: Welche Lehren sollte die SPD daraus ziehen?

Dörre: Es ist ganz schwer, da kurzfristig was zu ändern. Vor allem bei denjenigen, die glauben, dass der eigentliche soziale Konflikt nicht zwischen oben und unten läuft, sondern zwischen innen und außen oder die sozialökologische Transformation für ein ausgedachtes Elitenprojekt halten, um die deutsche Industrie zu schwächen und die Arbeitenden ärmer zu machen. Aber vielleicht kann man noch Neuwähler der AfD erreichen.

taz: Wie?

Dörre: Die Politik muss die Grundbedürfnisse absichern, ohne dabei Klimaschutz über Bord zu schmeißen: Wohnen, Mieten, Strom. Nicht nur Mindestlohn, sondern „Living Wages“, die ein einigermaßen gutes Leben ermöglichen. Genauso wichtig ist die Sicherheit von Arbeitsplätzen und Status. Das haben die Sozialdemokraten längere Zeit nicht mehr glaubwürdig vertreten können. Özdemir hat das übrigens geschickt gemacht und hat Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gekoppelt.

taz: Versucht die SPD nicht Ähnliches in der Regierung?

Dörre: Das Problem der SPD ist, dass sie als technokratische Partei erscheint ohne Zukunftsvision und Emphase, der man nicht mehr glaubt, dass es einen ökologisch-demokratischen Sozialstaat geben kann. „Cost of Living“ war auch genau das Erfolgsrezept von Mamdani, aber die Frage ist auch: Wer als Person kann das in der SPD glaubwürdig verkörpern? Wer sind Personen, denen man eine Vision glauben würde?

taz: Was treibt die Arbeiterschaft, die der SPD von der Stange gegangen ist, am meisten um?

Dörre: Aktuell haben wir Produktionsstandorte und Zuliefererbetriebe in Südwest-Sachsen und Nordhessen untersucht, aber wir haben vor einiger Zeit auch Befragungen in Baden-Württemberg gemacht. Die zeigen: Rassismus ist nicht der Hauptgrund, sondern die Angst vor Statusverlust. Das Argument ist immer: Es geht zu viel Geld ins Ausland und wird verschwendet für Radwege in Peru oder an die, die es sich in der Hängematte des Wohlfahrtsstaates bequem machen. In Sachsen gibt es zudem ein ausgesprochen ausgeprägtes betriebswirtschaftliches Bewusstsein in der Arbeiterschaft.

taz: Inwiefern?

Dörre: Viele sagen, die IG Metall hat Mitschuld an Krise, weil die Forderungen zu hoch seien. Sie halten den Mindestlohn für zu hoch. Ebenso gibt es massive Ressentiments selbst bei Gewerkschaftsmitgliedern gegen das Bürgergeld. Für nichts sei Geld da, aber dann kommen die, die wir nicht gerufen haben. Das wirkt zusammen mit Ablehnung von muslimischer Einwanderung, die natürlich mit rassistischer Konnotation als Problem für die Sicherheit dargestellt wird. Eine dritte Erzählung, die sich verfestigt: Die sozialökologische Transformation führt dazu, dass Arbeiter ärmer gemacht werden.

Als wir vor einigen Jahren bei Mercedes in Baden-Württemberg geforscht haben, war der Ehrverlust ein entscheidender Punkt: Die Arbeit als ehrwürdiges Tun – das gehört zur Industriearbeiterschaft immer ganz stark dazu. Das wird nicht mehr ausreichend gesellschaftlich, politisch respektiert – auch nicht seitens der SPD. Das führt nicht gleich nach rechts außen, aber kann von Rechtsradikalen instrumentalisiert werden, indem man es in Außenseiterstolz umwandelt.

taz: Was kann man dem entgegensetzen?

Dörre: Man muss Themen finden, die nicht polarisieren und noch Verständigung ermöglichen. Die Identifikation mit dem Unternehmen ist im Osten gleich null, aber auch im Westen und selbst bei VW rückläufig. Womit man sich aber überall identifiziert, ist etwa Heimat. Wenn du aus dem Erzgebirge kommst, bist du Erzgebirgler. Gewerkschaftler sagen, sie seien Heimscheißer und kehren extra nach Bayern zurück, auch wenn sie monatlich 1.000 Euro weniger verdienen, um ihre Kinder im Dorf aufwachsen zu lassen. Das sollte man nicht der AfD mit ihrem „Heimat, Volk und Vaterland“ überlassen. Frei nach Tucholsky: In Nationalismus und Patriotismus machen wir nicht mit, aber in Heimatliebe lassen wir uns von niemandem übertreffen.

taz: Die Rechten bei der Heimattümelei überholen – klingt erst mal widersprüchlich.

Dörre: Für Ernst Bloch ist Heimat Sehnsuchtsort und Sozialismus. Man muss die Auseinandersetzung mit radikalen Rechten auch in der Arbeiterschaft über Themen suchen, die Verständigung ermöglichen. Man muss sagen: Schnee im Erzgebirge wird dauerhaft nur noch ausreichend fallen, wenn sich Gesellschaft radikal verändert. Im Thüringer Wald werden in Zukunft nur noch gesunde Bäume stehen, wenn die Klimakrise aufgehalten wird – und deswegen kann man auch nicht prinzipiell gegen Windkraft im Wald sein.

taz: Aber gerade Windkraft ist auch ein Mobilisierungsthema für die AfD.

Dörre: Im Grunde geht es um ein Freiheitsverständnis, das nicht rein negativ ist. Das zeichnet nämlich die AfD aus: Wehe, einer will mir vorschreiben, welches Auto ich zu fahren habe. Dass Freiheit immer auch Verantwortung gegenüber anderen impliziert, wird weggewischt. Aber was ist denn mit den Kindern, wenn ich Klimaschutz hintertreibe? Darüber müssen wir eine Auseinandersetzung führen. Ebenso braucht es einen Perspektivwechsel: Statt dauernd auf die rechtsradikalen Arbeiter zu gucken, ist es sinnvoll, sich auf diejenigen zu beziehen, die sich in der Arbeitswelt bewusst dem Rechtsruck entziehen. Es gibt nicht nur 37 Prozent Arbeiter, die in BaWü rechts außen wählen, sondern auch 63 Prozent, die das nicht tun.

taz: In Baden-Württemberg haben 18 Prozent der Arbeiter Grüne und 21 Prozent CDU gewählt.

Dörre: Die müssen wir stärker in den Blick nehmen, auch die Linkspartei. Hier erwarte ich einen Perspektivwechsel auch in den Parteien: Was brauchen linke Betriebsräte zu ihrer Stärkung und was die zivilgesellschaftliche Initiative vor Ort? Denn auch die gibt es überall. Özdemir hat sich klar gegen rechts außen positioniert und auch gegen die rechtsradikale Pseudogewerkschaft Zentrum ausgeteilt. Das hat dazu beigetragen, dass er das grüne Wählerpotenzial ausgeschöpft hat. Er gilt als authentisch und jemand, der mit Rechtsradikalen keine gemeinsame Sache macht. Ich glaube, dass der Anteil der Arbeiter, die man zurückholen kann, gar nicht so klein ist. Aber man braucht einen langen Atem.

Sollte die Arbeiterschaft wieder mehr von demokratischen Parteien umworben werden?

Dörre: Sie sollten vor allem die linken Arbeitenden in den Blick nehmen. Der Cost-of-Living-Ansatz ist dabei zentral. Das erfordert einen Perspektivwechsel. Auch in ländlichen Industrieregionen gibt es überall Initiativen gegen rechts, auch in kleinen Gemeinden und Städten. Die sind nach wie vor aktiv. Wir sollten sie nicht alleinlassen.

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96 Kommentare

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  • Ich meine, dass es bei dem seit Jahren andauernden sozialpsychologischen Prozess um Ausgrenzung und Abwertung geht - gegen Andere als Objekte.



    Insofern geht es - völlig unpolitisch - gar nicht um Industriepolitik oder um gute Gestaltung der Zukunft. Dafür bräuchte es ja Immigration statt Abschiebung, radikale Emissionsminderung statt fossilokratisches Roll-back.



    Krankhafterweise streben viele aber nach Zerstörung, und Selbstzerstörung: Amlinger und Nachtwey: "Zerstörungslust."



    Weiterhin stellt sich die Frage, warum so viele Menschen gegen ihre eigenen Interessen wählen.



    Ich denke, es geht nicht um das Ankreuzen auf einem Zettel, sondern viel allgemeiner um Verrohung und Schlimmeres. Das lässt sich nicht nach der Wahl einer Partei abgrenzen.

  • Die zwei entscheidenden Punkte werden nicht angesprochen:



    - Rassismus: also Ausgrenzung mit dem Ziel der Zurückweisung, Abschiebung



    - Standortverteidigung um jeden Preis. Meine Industrie bleibt.



    Ich denke nicht, dass man so in Personengruppen aufteilen kann: die die so wählen und die anderen. Was sind allen gemeinsame Tendenzen?



    - Alle systemimmanenten Beibehaltsforderungen sind problematisch.



    Wenn so viele - über 80% der Einwohner - keine ökosoziale Umgestaltung wollen, dann ist das regressiv.

  • Etwas "grollig" aber sachlich ernsthaft gemeint: Wenn die Arbeiter, die Arbeitnehmerschaft den Eindruck hat, die SPD hätte die Anliegen ihrer eigntl. Kernklientel nicht mehr im Blick weil sie zu einer Partei für die Nicht-Arbeitenden geworden ist. Dann müsste sie in letzter Konsequenz verlangen, die Schröderschen Reformen zurück zu bauen. Rot-Grün legte die vorherige Arbeitslosenhilfe Alhi mit der damaligen Sozialhilfe zusammen. Auch mit dem Versprechen, Sozialhilfeempfängern die Arbeitsaufnahme zu erleichtern. Die Alhi war Steuerfinanziert u. mit der Vorraussetzung vorangegangener Berufsarbeit verbunden. Die Sozialhilfe war gestzl. gebotene "Grundsicherung". In einer Arbeitslosenhilfe wäre die Arbeitnehmerschaft wieder sozusagen "unter sich". Im BG heißt es, dort hätte keiner oder wenige "eingezahlt" Ja, weil Hartz IV/BG eben auch Grundsicherung waren/sind. Und die KANN vorangegangene Arbeit gar nicht zur Voraussetzung haben, weil Sicherung des Existenzminimums.



    Dann könnte die Arbeitnehmerschaft Konflikte darüber, wer wieviel Unterstützng erhält unter sich austragen, ob nun als Arbeitnehmer- bzw. Steuerzahlerschaft. Das müsste in die Gewerkschaften und Parteien getragen werden.

  • Das Interview beschäftigt sich sehr mit den Verlusten der SPD, aber sagt recht wenig dazu, warum die Wähler ausgerechnet zur AfD gegangen sind. Es gibt ja durchaus andere Altenativen.

    Da wird man 2 Punkte von der SPD erkennen müssen (wie im Ruhrgebiet endlich geschehen): es nützt nichts so zu tun, als gäbe es keine Probleme bei der Inneren Sicherheit und mit Migration, im Falle des Ruhgebietes auch mit systematischer Plünderung der Sozialkassen. So etwas mag der Einzahler nicht oder mit den Worten des Herrn Dörre der Einzahlende.

    • @Dr. McSchreck:

      Thema innnere Sicherheit:

      Man braucht ja auch nicht so tun, als ob es keine Probleme gäbe, aber: Die Zahl der Morde, Einbrüche, Diebstähle etc ist seit den 1990er Jahren zurückgegangen.



      Probleme mit der inneren Sicherheit also im Vergleich zu welcher Zeit und im Bezug auf was...?

      • @R. Mc'Novgorod:

        ein AfD-ler würde sagen im Vergleich zu 2015, ein West- oder Ostdeutscher vielleicht die Zeit vor 1989 - je nach Perspektive.

        Jedenfalls steigt die Gewaltkriminalität stark an, die Täter schwerster Taten (Mord) sind inzwischen erstaunlich oft Kinder und das sollte man schon wahrnehmen. Dazu eben solche Phänomene, die oben zum Thema Ruhrgebiet beschrieben oder die zuletzt häufigen Meldungen, dass Sanitäter, Bahnmitarbeiter und Feuerwehr angegriffen werden. Da ist bei einigen wohl das gemeinsame Wertefundament verloren gegangen oder war nie da.

  • Man muss ja nur die Homepage der SPD besuchen: Die Headline "Was sich Frauen alles anhören müssen" taucht gleich dreimal auf. Das Thema mag ja seine Berechtigung haben, für die traditionelle Arbeiterschaft ist das nicht relevant, da kommen noch mindestens 10 Themen vorweg.

    Man fragt sich ernsthaft wer bei der SPD die Themen setzt und was für ein Verständnis der eigenen Wählerschaft vorherrscht. Das ist für mich nicht mehr nachvollziehbar.

    • @Goodfella:

      Vermutlich arbeiten an der WWW-Seite halt eher so junge Menschen, deren Wahrnehmung gesellschaftlicher Probleme sich naturgemäß von derjenigen älterer Menschen unterscheidet. Das wäre ja wählerstimmenmäßig nicht mal schlimm, wenn, ja wenn die Bevölkerungspyramide eine richtige Pyramide wäre.

  • "Die SPD hat im berechtigten Anliegen, moderner zu werden, ihre Stammwählerschaft in der konventionellen, produzierenden Arbeiterschaft verloren."

    Ich glaube nicht, dass das wirklich das Grundproblem ist. Der Anteil der "konventionellen Arbeiterschaft" am Wähleraufkommen liegt nämlich nur noch bei 10 bis 15%. Und die haben früher auch nicht alle SPD gewählt.



    Das größte Problem ist, das keine Partei über so wenig Profil verfügt, wie die SPD. Egal ob GroKo unter Merkel, ob Ampel etc. Die SPD war immer dabei, hat immer irgendwie mitgewurschelt, mitausgesessen und kaum jemand kann auf Anhieb sagen, was von dem, was Positiv passiert ist, wirklich SPD Politik war. Irgendwie weder Fisch noch Fleisch.



    Dazu kaum charismatische Leute, die die Partei aus der Lethargie holen können. Und mit Typen wie Scholz entgültig von bodenständiger, nahbarer Politik verabschieded.



    Wenn sich die Partei nicht bald neu erfindet und präsentiert, geht sie den Weg der FDP.

  • "oder auch den Haustürwahlkampf in New York von Zohran Mamdani"

    Kein Arbeiter möchte, dass Abends SPD-Politiker an seiner Haustür klingeln und ihn mit Politik "vollquatschen". Die dürften da ungefähr so gern gesehen sein, wie Zeugen Jehovas.

    • @sneaker:

      Was? Natürlich könnte nichts schöner sein als nach einer Doppelschicht sich anhören zu dürfen wir hart die Politiker für uns arbeiten...*Ironie aus*



      Danke für Ihren Kommentar

  • Ich denke, dass die Krise der SPD mit der ersten Landesregierung der AfD beendet sein wird. Wenn die Arbeitnehmer, die heute AfD wählen, merken, wie unfassbar dumm sie waren.

    • @Kaboom:

      Nein, die anderen Parteien inkl. SPD kopieren dann noch mehr AfD-Parolen und das Spiel geht weiter.

  • Spricht die interview Partnerin als Wissenschaftler, spd Fan oder Oeko Aktivist?

    Das Problem der spd ist doch ganz klar, nach jeder Wahl das gleiche.



    SPD Politiker: unsere Inhalte sind toll, wir bringen sie nur nicht gut genug rüber.



    Alle Wähler (inkl. noch spd): eure Inhalte sind Mist.



    Klar wenn das einzige Konzept ist: mehr steuern die wir als Wahlgeschenke verteilen können.

    • @Notizen Nt:

      Ich würde noch nichtmal sagen, das es am Parteiprogramm liegt. Das ist zwar nicht sonderlich ambitioniert, aber wird auch nicht umgesetzt und wenn es dann auch noch einen neoliberalen Schröder mit seiner Agenda2010 innerhalb der SPD an die Macht spült, dann wird sogar genau das Gegenteil vom dem gemacht, wofür diese Partei von ihrem Klientel gewählt wurde.

      Beispiel Wohnungsbau:



      Die Auswirkungen der Agenda2010 sind unter Anderem, das Deutschland im Vergleich zu EU-Ländern wie der Niederlande und Frankreich relativ wenig staatlichen Wohnungsbau hat und vorhandene staatliche Wohnungen verkauft hat.



      Das Wahlversprechen vor der Ampel war der Bau von 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr in Deutschland- das wurde nicht nur krachend verfehlt, es wurden auch keine bürokratischen Hürden bezüglich Baugenehmigungen für private Investoren abgeschafft.

      Da wurde nicht falsch "kommuniziert ", es wurde einfach nichts umgesetzt.

      Thema Inflation:



      Am Ende ist es ganz einfach: Wenn es eine Inflation gibt, die sich massiv an der Supermarktkasse, der Stammkneipe oder dem Imbiss bemerkbar macht, dann ist es an der SPD sich etwas einfallen zu lassen, wie ihr Klientel entlastet werden kann.

  • "Die SPD hat im berechtigten Anliegen, moderner zu werden, ihre Stammwählerschaft in der konventionellen, produzierenden Arbeiterschaft verloren"

    - das glaube ich nicht so recht, zumindest nicht im großen Stil. Die SPD fährt hier eher einen Schlingerkurs und wirkt deshalb profillos und anbiedernd. Die Gesellschaft hat sich ja auch modernisiert.

    Das Problem sind realolitische Fakten. Die Spd unter Schröder regiert, hat mit Merkel regiert, dann kam die Ampel, nun Merz.



    Wenn sich die SPD auf die Fahne schreibt, die Partei der Arbeitenden zu sein, dann muss halt auch mal irgendwann, irgendwas besser werden für die Arbeiterklasse:

    -Lohnanpassung im Bezug auf die Inflation, Mieten, Arbeitnehmerrechte, günstiges Bauen und Kredite für Arbeitende, Öpnv.....



    Das Deutschlandticket war dann zwischendurch mal so eine erbrachte reale Leistung von den Grünen und der SPD. Ansonsten fällt mir nicht viel ein, sorry...



    Die SPD wird alle vier Jahre an ihren Leistungen gemessen

    • @R. Mc'Novgorod:

      Um der Legendenbildung vorzubeugen: Das Deutschlandticket kam vom damaligen Verkehrsminister, der damals in der FDP war.

      • @Bommel:

        Ich habe das gerade überprüft und Sie haben tatsächlich Recht.



        Okay....das macht es noch ein bisschen bitterer für die SPD.

  • "Eine dritte Erzählung, die sich verfestigt: Die sozialökologische Transformation führt dazu, dass Arbeiter ärmer gemacht werden."



    Naja, wenn sie E-Autos kaufen und sich Wärmepumpen einbauen lassen sollen, dann kann so ein Eindruck schon entstehen.



    "Die Arbeit als ehrwürdiges Tun..."



    Gerüchtweise habe ich gehört, dass es Menschen geben soll, die gerne von ihrer Hände und ihres Kopfes Arbeit leben wollen, und die kein Interesse daran haben, in Sozialhilfe abzurutschen. Die dieselbe aber näher kommen sehen, und zwar dadurch, dass sie sie bezahlen müssen.

    • @sollndas:

      Und was ist ihr Vorschlag? Sozialhilfe abschaffen, damit all die fleißigen schön verrecken, wenn sie von der Industrie nicht mehr gebraucht werden? 😀

  • Ich denke, die Zeit des Klassenkampfes ist schlicht vorbei, und man sagen konnte, dass Arbeiter = SPD da die Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten zwingend verbessert werden müssen.



    Letztlich geht's ums Geld und was damit gemacht wird. Die Arbeiter und Arbeitenden zahlen alle Steuern sowie Abgaben in Rente-, Pflege- und Krankenversicherung.



    Was dann für sie selbst rauskommt, das ist Quelle allen Frusts: Schlechte Straßen, unpünktliche Bahn, Selbstzahlungen beim Arzt, schlechte Rentenprognose, Pflegegeld reicht nicht.... und dann bist du eben irgendwann so angepisst, dass du die CDU, SPD oder auch Grün nicht mehr wählen willst, zumal SPD am meisten so tut als wenn sie das ändern will, aber null Idee hat. Und dann wählst du eben die Partei, welche die Vertreter der drei genannten Partein am meisten ärgert. Und das ist die AFD. Obs dann besser läuft, egal, Hauptsache den anderen Unfähigen eine reingewürgt. Totale Frustabfuhr!

  • Ehrlich wäre eher zu sagen, dass egal was wir hier machen, wir den Klimawandel nicht aufhalten können. Vielleicht wissen die Menschen im Erzgebirge das.

  • Warum sollten Arbeiter die SPD wählen? Aus der einstigen Arbeiterpartei ist doch schon lange eine Nicht-Arbeiter-Partei geworden, bestehend und geführt aus/von Akademikern, Beamten, Lehrern..., die Politik für Bürgergeldempfänger macht.



    Aber die Bürgergeldempfänger gehen erst gar nicht wählen und vielen Gutverdienern (Akademiker, Beamte, Lehrer...) geht es so gut, dass sie sich grünwählen leisten können.

  • Die SPD wird verschwinden. Die Gründe sind im Artikel aufgezählt worden. Eine SPD, die tendenziell grüne Politik macht, braucht niemand. Eine Partei, die den Wert der eigenen Hände Arbeit nicht schätzt, die wird vom Arbeitenden nicht gemocht - warum auch. Man möchte fast sagen, der Mensch lebt nicht vom Geld anderer Leute allein. Aber das verstehen Sozies heute nicht mehr.

  • "Eine dritte Erzählung, die sich verfestigt: Die sozialökologische Transformation führt dazu, dass Arbeiter ärmer gemacht werden." meint Klaus Dörre.

    Dass immer mehr Industriearbeitsplätze wegbrechen, die Preise und die Wohnkosten durch die Decke gehen, Wohnungsnot herrscht, die Infrastruktur immer mehr den Bach runtergeht, die Sozialbeiträge ständig steigen, das Niveau der gesetzlichen Renten ein Witz ist - soll das eine "sozialökologische" Transformation sein? Was ist daran sozial? Und was ist daran ökologisch? Bäume abholzen, um im Wald Platz für Windkraftanlagen mit ihren Betonfundamenten und Zubringerstraßen zu machen, was Dörre befürwortet ("deswegen kann man auch nicht prinzipiell gegen Windkraft im Wald sein")? Öffentlich zu behaupten, dass die Aussichten für die Lohnabhängigen doch ganz toll seien, wäre sicher kein Weg für die SPD, Wahlen zu gewinnen.

    Zur von Dörre propagierten "Heimatliebe" passt ein Satz von Richard Schuberth, den ich gerade in der "Jungle World" gelesen habe: "Noch ein jeder Versuch, Heimatideologie links zu kodieren, hat zu keinem einzigen sozialistischen Jodler, aber unzähligen jodelnden Sozialisten geführt." Jodeln wird der SPD aber nicht helfen.

  • "Es gibt gute Vorschläge dazu, wie man die radikale Rechte besiegen kann – etwa die Vorschläge von Isabella Weber zur antifaschistischen Wirtschaftspolitik oder auch den Haustürwahlkampf in New York von Zohran Mamdani."

    Aus diesem Satz springen einem gleich zwei große Probleme der heutigen Linken an: der geistige Amerikazentrismus und die Akademisierung der "Arbeiter"-Partei.

    Für gutsituierte und kosmopolitische Bürgertöchter haben linke Parteien einiges im Angebot. Für das klassische (zugegeben stark geschrumpfte) Arbeiterklientel dagegen immer weniger..

  • Ich hätte gerne eine Frage und Antwort dazu gelesen, ob nicht mittlerweile die Linkspartei genau die Themen bespielt, die der SPD heute fehlen und vielleicht sogar authentischer als es die SPD je getan hat. Auch hätte ich gefragt, weshalb - wenn die These denn stimmt - nicht mehr linke Arbeiter:innen auch Die Linke wählen bzw. sich trotzdem eher von der AfD angesprochen fühlen, denn diese Option hätte es ja auch in BaWü gegeben, wo die Linke mit 4,4% nicht in den Landtag gekommen ist.

    • @White_Chocobo:

      Bernie Sanders hat nach der Trump Wahl einen relativ wütenden aber passenden Kommentar dazu abgelassen.



      Er meinte dazu sinngemäß, das es nicht die Arbeiterklasse war, die der Demokratische Partei den Rücken gekehrt hätte, sondern die Demokratische Partei zuerst die Arbeiterklasse verraten hätte- und das nicht erst in den letzten Jahren, sondern ( laut Sanders im Bezug auf die USA) schon in den 1970er Jahren.

      Das Vertrauen zurückzugewinnen dauert- möglicherweise eine ganze Generation.



      Ich kenne genug Arbeiter in traditionellen Arbeiterjobs, die wirtschaftspolitisch durchaus eher links ticken.



      Es fehlt schlichtweg das Vertrauen. Im Bezug auf die SPD, das Wahlversprechen irgendwas zählen und im Bezug auf die Linkspartei wird deren Kompetenz und Professionalität angezweifelt.

      • @R. Mc'Novgorod:

        Bei allen moderat linken Organisationen im Westen passiert dasselbe. Bei der SPD, den Grünen, Labour in GB, der PvdA in NL, den Demokraten in den USA, etc. pp.



        Sie werden vom jeweils rechten Parteiflügel bestimmt.

    • @White_Chocobo:

      Oder anders gesagt, wenn die Linke die SPD Wähler abgreifen will, dann muss Sie Politik machen, welche die Wähler aus Berlin oder Leipzig Connewitz politisch heimatlos macht.

    • @White_Chocobo:

      Die Antwort kann ich ihnen liefern. Die Linke bespielt nicht die Themen der SPD und die Versuche das Gebiet klappen nicht. Die Linke wird das selber anders sehen, aber objektiv und auch aus Wählersicht ist die Linke das nicht.

      Die Linke ist kulturell genau das Gegenteil der Arbeiterschaft, welche früher von der SPD vertreten wurde. Currywurst Pommes in der Mittagspause vs. Falafel oder Bowle. Fußballstadion mit Bier vs. Kunstausstellung mit Wein und Postkolonialen Theorien.

      Die SPD hatte früher im Blick, wie verbessere ich das Leben der Arbeiter und Unterschicht direkt im Geldbeutel.



      Die Linke machts meist nicht unter Weltverbesserung und Systemsturz, der erstmal unglaublich viele Kosten verursacht und dann durch Tax the Rich abgefedert werden soll. Mehr haben die früheren SPD Wähler dadurch aber nicht in der Tasche. Und das was die Wähler wollen, das will die Linke nicht, da es meist gegen irgendein Weltverbesserungsthema steht. Bsp. Fleisch essen, Auto fahren, Urlaub, Gendern etc.

      Von Migrationspolitik fang ich nicht an.

      Nein die Linke kann das SPD Klientel nicht abgreifen! Das Klientel steht dem akademischen Klientel der Linken entgegen.

      • @Walterismus:

        Sorry aber das klingt, als wären Sie noch nie in einem Mehrfamilienhaus gewesen. Da leben viele Vegetarier, und ja man spart auch Geld wenn man auf Fleisch verzichtet, aber das ist nicht der Grund, sondern eher Tierliebe, viele haben einen Hund oder Katzen.

        Essen Muslime eher Falafel oder Currywurst? Ich ess ja am liebsten Döner.

        Bier trinken hier die meisten, manchmal. Hemmungslose Sauferei ist aber schon seit Jahren out.

        Viele mögen Fußball, andere mögen Basketball. Viele mögen auch gar keinen Sport aber die Playstation taucht bei ihnen auch nicht auf. Nachbar hat jetzt mit Online-Schach angefangen.

        Und ob man ein Arbeiter ist oder nicht, hängt davon ab ob man von Lohnarbeit abhängig ist und nicht von irgendeinem 19. Jahrhundert-Stahlwerk-Mythos.

        Viele Arbeiter sind heute Studierend, machen ja immer mehr Menschen Abitur, befreit aber trotzdem nicht vom Zwang zur Lohnarbeit.

        Lichtenberg, Neukölln, was sind das für Stadtteile? Und hat die Linke das studentisch geprägte Friedrichshain-Kreuzberg nicht mit dem Gewerkschafter Pascal Meiser gewonnen? Passt alles nicht zu ihren Beschreibungen.

        Sorry, aber ich weiß nicht, welche Realität sie hier beschreiben.

      • @Walterismus:

        Alles, was Sie beschreiben, war schon immer Teil von linken Parteien. Was sich geändert hat, ist eine erfolgreiche Desinformationskampagne von Konservativen und Rechten, die – wie Sie – behauptet, linke Parteien hätten ihren Fokus verloren. Was schlicht Quatsch ist, wie beispielsweise die Aktivitäten der Linken im BT in der letzten Legislatur beweisen.



        Niemand redet nämlich so viel von "woke" und "gendern" wie die Rechten. Reine Agitprop. Aber erfolgreich.

    • @White_Chocobo:

      Warum sollten linke Arbeiter denn Ihrer Meinung nach die Linke wählen?

      Eine Studentinnenpartei, die für eine EU-Wahl eine Spitzenjadidatin aufstellt, die von sich selbst sagt, dass sie nur Flüchtlingspolitik interessiert?

      Die sich viel für Identitäten, aber so gar nicht für die der Arbeiter interessiert?

      Die schon allein durch ihr Wording deutlich macht, dass ihre Zielgruppe Akademikerinnen sind?

      Da bietet Özdemir mehr Klassenkampf.

    • @White_Chocobo:

      Soziale Desintegration von Wilhelm Heitmeyer (passenderweise ehemaliger Sozialdemokrat) heißt die Theorie, die sie suchen.

    • @White_Chocobo:

      Sie sprechen "Authentizität" an - Volltreffer! Eine SPD, die Kevin Kühnert an die Spitze setzt, kann einfach nicht erwarten, dass ein Arbeiter sagt: "Ja, mit dieser Vita kann er nachvollziehen, was mir wichtig ist".



      Noch viel weniger darf man das von einer Linkspartei erwarten, in der Sozialismustheorie, Krawalle wegen des Palästinakonfliktes, Diskussionen über intersektionale Diskriminierung und sonstige Nabelschauen Lieblingsthemen darstellen.

    • @White_Chocobo:

      "Arbeiter:innen" - genau deshalb.

  • Nicht nur die SPD hat ihren "Markenkern" verloren.

    Und allein der Verlust des Markenkerns wäre vielleicht zu verschmerzen, wenn denn irgendwo mal Realpolitik zugunsten der eigenen WählerInnen gemacht würde.



    Im Falle der SPD hieße das eine spürbare, gute Sozialpolitik in den Bereichen Arbeit, Soziales, Wohnen.



    Das ursprünglich als Reaktion auf die arbeitnehmerfeindlichen Hartz4 und Agenda 2010 eingeführte Bürgergeld mit weniger Sanktionen und mehr Anreizen wurde eigenhändig wieder abgeschafft.



    Kein Wunder, Hr Klingbeil ist schließlich Ziehsohn von Gerd Schröder.



    Vorstösse zu einer mieterfreundlichen Republik durch Förderung des sozialen Wohnungsbaus und Verbot von renditeorieniertem Erwerb von Wohnimmobilien stehen bei der SPD bestenfalls auf dem Papier.



    Im Gegenteil: In Berlin haben rechte SPDlerInnen die dortigen überparteilichen Ansätze zur Verstaatlichung von Wohnungskonzernen schnell wieder beerdigt.

    Früher war die SPD übrigens auch mal Garantin einer diplomatisch orientierten Außenpolitik, die etwas aus der eigenen Geschichte gelernt hat.

    Seeheimer und Realos machen den gleichen Job - die Zerstörung der eigenen Partei.

    • @hsqmyp:

      Brandts Ostpolitik wäre nix gewesen ohne den amerikanischen Colt im Hintergrund.

    • @hsqmyp:

      Als Arbeitnehmer benötige ich kein Hartz4 - ich gehe zur Arbeit und habe ein eigenes Einkommen. Genau an der Stelle liegt der Denkfehler der SPD. Auch Arbeiter und Angestellte mit mittlerem Einkommen haben keine Lust mehr die hohen Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

      • @Nachtsonne:

        So ist es.

    • @hsqmyp:

      Ich frage mich, wer all die Wohnungen bauen soll, wenn er damit keinerlei Rendite erwirtschaften darf? Das Risiko beim Bauen und Vermieten tragen, aber in keinem Fall was verdienen dürfen? Super Idee. Mal abgesehen von der damit einhergehenden Einschränkung von wirtschaftlichen Freiheitsrechten.

    • @hsqmyp:

      Hartz4/Bürgergeld,... sind nicht arbeitnehmerfeindlich.



      Sie sind eine Unterstützung für Menschen, die eben gerade nicht arbeiten / sich selbst versorgen.



      Die SPD hat sich über Jahre nicht mehr mit den Bedürfnissen von Arbeitnehmern beschäftigt, sondern nur noch mit den Bedürfnissen von Leistungsbeziehern.



      Deshalb werden sie nicht mehr von Arbeitnehmern gewählt.

      • @Jens Köster:

        Transferempfänger sind Arbeiter, die gerade nicht arbeiten? Das klingt schon arg nach Habecks Insolvenztheorie.

        • @Meister Petz:

          Sind Bürgergeldempfänger Arbeitnehmer die gerade nicht arbeiten? Wohl zu einem gewissen Teil. Durch ALG 1 müssten sie schon durch sein.



          Der Großteil der Arbeitnehmer ist am Arbeiten. Und er hat noch andere Interessen, ausser der Versorgung bei Langzeitarbeitslosigkeit, auch wenn das natürlich wichtig ist. Z.B. mehr netto vom brutto, Belohnung von Leistungsbereitschaft, hochwertige Arbeitsplätze, die das gute alte Aufstiegs versprechen abbilden, gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, damit der Arbeitsplatz sicher ist, sich selbst etwas aufbauen können, ein funktionierendes Bildungssystem für die Familie...



          Und das alles ist nicht im Focus der SPD...

      • @Jens Köster:

        Die Arbeitnehmer wissen sehr wohl um die Angstkulisse und Bedrohlichkeit von Arbeitslosigkeit made bei SPD / Schröder.



        Das ist mitnichten nur ein Thema der Arbeitslosen.



        Hartz4 und die Auswirkungen der Agenda 2010 (Schaffung des größten Niedriglohnsektors in Europa) natürlich eine Bedrohung aller abhängig Beschäftigten.

      • @Jens Köster:

        Fairerweise muss man festhalten, dass die SPD die Einführung eines Mindestlohns durchgesetzt hat. Das hat sich allerdings bei Wahlen nicht besonders ausgezahlt, nachdem Merkel erkannt hatte, dass der Mindestlohn auch von den meisten CDU-Anhängern befürwortet wurde, und das Thema, bei dem die CDU nur verlieren konnte, durch Zustimmung einfach abgeräumt hat.

  • Dörre spricht zum Verhältnis der Arbeiterschaft zu den Arbeitslosen. Angesprochen wird die Behauptung der AfD, der Konflikt unserer Gesellschaft sei der zwischen Innen und Außen, nicht der zwischen Oben und Unten. Dem Interview nach hat die erste Sichtweise unter der Arbeiterschaft auch gegenüber den Arbeitslosen „gegriffen“. Sie sind „draußen“, sie gehören nicht zur Gesellschaft, z. B. weil sie Menschen wären, die nie „eingezahlt“ haben. Auch in Bezug auf die SPD gesagt, man sieht nicht mehr, dass in der soz. Marktwirtschaft als Kapitalismus, Lohnarbeit und Arbeitslosigkeit die nicht zu trennenden zwei Seiten der Medaille sind. Es ist war aber DIE Arbeiterschaft, die den Schutz in der Arbeitslosigkeit errungen hat, der die zwei Seiten bewusst sind. Arbeiterliches Selbstbewusstsein, Arbeitsidentität werden bei den Arbeitslosen „als denen da draußen“ übersehen und ihnen kollektiv und individuell aberkannt. Sanktionen. Auch um das eigene Selbstbewusstsein zu schützen. Die arbeiterliche Gesellschaft bewusster Solidarität wird zur Ego-Arbeitsgesellschaft, die Arbeitsidentität nur noch als Besitzstandrecht der Arbeitenden begreifen kann. Das aufzuheben, hat die SPD nicht geschafft.

  • Leider hat Bärbl Baas ihr anfängliches Versprechen gebrochen, dass sie authentisch und antiautoritär für die Arbeiterklasse stehen wollte. Das war fatal, dass sie so schnell eingeknickt ist, anstatt die Demokratie in die Ökonoimie einzufordern + die ökonomische Kriminalität von Oben scharf anzugreiffen, indem sie verlangt, dass die veruntreuten CUm CUm und CUm Ex Steuergelder scharf zurück geholt werden müssen, auch dass Übergewinne von grossen Unternehmen abzuschöpfen und den Interssen der Armen & finanziell unabgesicherten zugeführt werden sollte, etwa Subventionierung von E Kleinwagen und Wärmepumpen, wenn die Leute sich das sonst nicht leisten können. Hier wäre eine strategische ökologische Erb Verantwortung für das was Hermann Scheer an Ökologie für alle, statt nur Staat für Großkonzerne! aus der SPD heraus gemacht hat. Heimat ist auch der Balkon mit dem Solarpaneel als Öko Heimat, dessen Förderung nun die reaktionäre Wirtschaftsministerin abzuschaffen droht. Wo bleiben eigentlich die Debatten über das Institut soilidarische Moderne für Zukunft für Alle? Die Nuklerar Waffen abzurüsten & so Trump was entgegen zu setzen ebenso aktuell,Wehrpflicht sozial-ökologisch Altertiven

    • @R.L.:

      Ich denke gerade darüber nach, welcher Politiker seine anfänglichen Versprechen gehalten hat und dann länger im Amt geblieben ist.



      Vielleicht trüben die letzten Jahre mit den Erfahrungen die Erinnerung, aber mir fallen - vorsichtig ausgedrückt - nicht viele ein.

  • „Die linken Arbeitenden in den Blick nehmen“

    Das Problem steckt schon in der Überschrift. Die SPD spricht nicht mehr die Sprache der Arbeiter.



    Privat spricht kaum jemand so. Jedenfalls nicht in den von der SPD verlorenen Milieus.

    • @Querbeet:

      Stimmt.

  • ""Die Sozialdemokraten haben selbst in Baden-Württemberg den Kontakt zur IG Metall verloren.""



    =



    Kann das sein das der große Meister Prof. Dörre schlecht informiert ist?



    Am 16.01.2026 wurde die gemeinsame Heidenheimer Erklärung zwischen SPD-Landtagsfraktion der SPD Baden-Württemberg



    mit der IG Metall Baden-Württemberg als auch mit der IG BCE (Chemie) Baden-Württemberg veröffentlicht.



    In dieser Erklärung geht es unter anderem um den Erhalt von Arbeitsplätzen, Einrichtung eines Staatsfonds und um die Automobilindustrie als größtem Arbeitsgeber in BaWÜ



    =



    www.spd-landtag-bw...aden-wuerttemberg/



    =



    Das Problem der SPD ist das Ihr aus der Arbeiterschaft angekreidet wird zu viel für Bürgergeldempfänger/Grundsicherung zu tun -- aber die Interessen der Arbeiter nicht genug berücksichtigt.



    =



    Das ist ein kaum lösbarer Konflikt - insofern seltsam - weil erfolgreiche sozialdemokratische Arbeit im Bereich Mindestlöhne und in der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Gewerkschaften nicht anerkannt wird. (siehe Dörre dem noch nicht einmal die Zusammenarbeit SPD - Gewerkschaften in BAWÜ aufgefallen ist)

    • @zartbitter:

      Wissen Sie… die DGB-Gewerkschaften haben doch schon den Kontakt zur Basis verloren. Wenn jetzt ne SPD mit irgendwelchen SPD-nahen Sekretären irgendwas macht, übersetzt sich das eben nicht in Rückhalt bei der Wahl. Als ich bin bei der Ver.di und wenn Frank Werneke (übrigens SPD Mitglied) irgendwas faselt höre ich schon nicht mehr zu (ebenso wie meine organisierten Kolleg*innen). Wenn der jetzt irgendwas mit der SPD bespricht oder am ersten Mai irgendein SPDler auf die Bühne gezerrt wird, führt das sicher nicht automatisch zu einer Wahlentscheidung für die SPD. Und grade die SPD-Clique in den Gewerkschaften moderiert in Regelmäßigkeit jedes bisschen Kampfgeist ab. Aaaaaalso… was will ich sagen? Ihre Punkte widerlegen Dörres Aussagen nicht so wie sie denken. Ihn interessiert es nämlich auch nicht wie Gewerkschaftsfunktionäre irgendwas sehen, sondern wie es eine organisierte Belegschaft tut. Und die findet oft ihre eigenen Gewerkschaftlichen schon nicht mehr überzeugend.

    • @zartbitter:

      "Das Problem der SPD ist das Ihr aus der Arbeiterschaft angekreidet wird zu viel für Bürgergeldempfänger/Grundsicherung zu tun ..." Wenn Sie Recht hätten, dann wäre das Problem der "Arbeiterschaft", daß sie vollkommen irrational ist. Bei der Grundsicherung nämlich ist kaum Geld zu holen, bei den Steuerhinterziehern jedoch Milliarden. Das jedoch ist auch der vielgerühmten "Arbeiterschaft" bekannt und genau das kreidet sie der spd an, nämlich daß das Vorgehen gegen Steuerbetrug nur Lippenbekenntnisse sind und daß die spd aktiv den Kampf gegen Steuerbetrug verhindert.

      • @Alberta Cuon:

        Wir haben eine Staatsquote einiges über 50 Prozent. Im Gegensatz zu einigen linken Politikern und Professoren hat die überwiegende Zahl der ostdeutschen und auch westdeutschen Wähler durchaus realisiert, dass unser Staat eher ein Ausgabenproblem und weniger ein Einnahmenproblem hat. Noch mehr Staatsquote hatten wir schon einmal. War in der DDR - war Murks.

        • @NN:

          Die hohe Staatsquote hat mit der sogenannten "Grundsicherung" nicht das geringste zu tun (kann man beim Statistischen Bundesamt nachlesen). Und natürlich hat der Staat ein Einnahmeproblem wenn er seine Steuern nicht eintreibt.

      • @Alberta Cuon:

        Irrational???



        Vielleicht verstehen Sie die Arbeiter und ihre Sichtweise nur nicht?

        "Irrational" sind ja immer sie anderen. Man selbst ist immer "rational" oder " vernüftig", gerne auch "objektiv" oder "informiert".

        So lange wir die Arbeiter nicht verstehen und ihre Sprache nicht sprechen, werden wir den Faschisten nicht das Wasser reichen können.

      • @Alberta Cuon:

        Nein, denn anders als viele linke Akademiker glauben, sehen die Arbeitnehmer sehr genau, was von ihrem Brutto übrigbleibt. Der Nachbar, der z.T. noch nie gearbeitet hat, hat nicht viel weniger und fordert noch mehr!



        Das wirkt, den ursprünglich waren diese Systeme gedacht Menschen aufzufangen und nicht um sich dort dauerhaft einzurichten. Viele sehen auch ihre ehemalig angesehene Wohnumgebung sich rapide und zwar zu ihrem Nachteil verändert. Gentrifizierung und Ghettoisierung mittels Zuzug zerstören die gewohnte Umgebung. E-Autos und PV oder WP waren nie das Ziel, das ist nur in wohl situierten Milieus ein Thema!



        Die SPD wird als Partei der Leistungsempfänger gesehen, und nicht als die der Leistungserbringer qua Lohnsteuer.



        Wenn einem erzählt wird, das das 12 Jahre alte Auto, die noch laufende Heizung und der Gedanke die eigenen Kinder vorwärts zu bringen als reaktionär oder schlimmer rechts geframt wird dann entsteht Trotz und der Schritt zur AfD ist dann auch nicht mehr weit.

      • @Alberta Cuon:

        ".... daß sie vollkommen irrational ist."



        ==



        Wenn Sie geschrieben hätten, das Teile der Arbeiterschaft die früher SPD gewählt haben aber aktuell agd wählen, völlig losgelöst von der Realität irrational handeln hätte ich Ihnen zugestimmt.



        =



        2.. Arbeiterschaft unf Steuern



        Gegen Missbrauch bei Steuerbetrug wird viel zu wenig getan. Die SPD wird das ändern. Welche Gesetze hierzu bereits auf dem Weg sind, erklärt die finanzpolitische Sprecherin der SPD im Bundestag.



        =



        www.vorwaerts.de/i...gegen-steuerbetrug

  • Ich finde es immer wieder interessant, wie über die Leute aber nicht mit den Leuten gesprochen wird. BaWü ist recht wohlhabend . Viel Industrie . Gelernte Facharbeiter. Kleine traditionsreiche Familienbetrieben Unternehmen, die damit Weltspitze sind. Viel Autoindustrie, sprich gutes Gehalt.

    Das hier nicht spd gewählt wird, hat wohl eher damit zu tun sich nicht angesprochen zu fühlen und nicht damit rechts zu sein.

    Die Schuld sollte vielleicht einfach mal bei sich selbst und dem Programm und der Kommunikation gesucht werden. Es ist einfach, immer auf rechts zu schimpfen. Die verlorenen Wähler sagen dann nur zurecht: die habe immer nicht verstanden und sitzen in ihrem elfenbeinturm

    • @Lio:

      Wobei ich in der Fehleranalyse den Schwerpunkt auf die Kommunikation der SPD legen würde, nicht auf die Programmatik.



      Ich denke aber, die Antwort auf den Kollaps der SPD im Ländle ist ganz einfach (und wurde hier vielfach schon benannt): in dem Elefantenrennen zwischen Özdemir-Grünen und CDU ist die SPD (wie alle „Kleineren“) schlicht unter die Räder geraten. Den Rest hat ihr die AfD gegeben.

      • @Abdurchdiemitte:

        Das Problem der SPD ist ganz einfach. Falsche Zielgruppe. Die SPD ist eine Partei der Leistungsempfänger ohne Arbeit geworden, statt für die Menschen die arbeiten.



        Das kann man jetzt noch x-mal negieren oder die Wähler als inkompetent framen, das wird nicht helfen, denn de Facto ist das tatsächlich so.

        • @Walterismus:

          Auch an @Lio und @Querbeet.



          Das den Grünen in BaWü mit anfangs 14% Rückstand zur CDU eine bemerkenswerte Aufholjagd gelungen ist (und sie dabei sogar die zunächst zweitplatzierte AfD mit Abstand hinter sich lassen konnten), lässt sich doch nicht von der Hand weisen.



          Auch nicht, dass die kleineren Mitbewerber SPD, Die Linke und FDP (und die Sonstigen) unter dieser Zuspitzung/Polarisierung zusätzlich Federn lassen mussten. Immerhin haben Umfragen noch kurz vor der Wahl Die Linke relativ sicher und die FDP knapp im Stuttgarter Landtag gesehen.



          Dass tendenziell eher links tickende Wähler am Ende in einer Abwägung des kleineren Übels dann doch noch die Grünen gewählt haben, ist nachvollziehbar, hat aber mit Inhalten nix zu tun.



          Aus welchen Gründen die Wahlprogramme von CDU und Grünen in BaWü überzeugender sein sollen als die der politischen Konkurrenz, erschließt sich mir auch nicht unbedingt. Zumal Özdemir im Ländle doch v.a. deshalb punkten konnte, indem er sich in maximaler Distanz zu seiner Bundespartei hielt.

      • @Abdurchdiemitte:

        Genau dieses Argument führt die spd an. Für mich ist das ein Zeichen, dass die Schuld überall gesucht wird.



        Vor allem in Hinblick darauf, dass die Linke Land gewinnen konnte!

        Und auch bei der btw 2021 konnten die Grünen trotzt elefantenrennen ein gutes Ergebnis einfahren.

        Mit derartigen Aussagen wird die spd ziemlich effektiv weiter Wähler verlieren

      • @Abdurchdiemitte:

        Es ist immer die Kommunikation, nie das Programm, gel?

  • Inhaltlich stimme ich Dörre weitgehend zu.



    Allerdings stelle ich fest, dass nicht berücksichtigt wird, welche Rolle die Sprache spielt.



    Auch mir fällt es oft schwer auf Anhieb zu verstehen, welche Folgen das "Reformgeschwafel" der SPD für "Durchschnittsbürger*innen konkret hat.



    Jenseits von Populismus war die Partei früher zumindest teilweise in der Lage, die Sprache der arbeitenden Bevölkerung zu sprechen.

    Das das jetzt in der Regel jetzt nicht mehr der Fall ist, hängt sicher auch mit der unklaren politischen Haltung der SPD zusammen.



    Ohne (wenigsten vorsichtige) Kritik an den schlimmste Auswüchsen des kapitalistischen Systems, ist auch nicht zu erkennen, warum die davon am stärksten betroffenen die SPD wählen sollten.

    Die Linke hebt sich aktuell - was politische Ausrichtung und klare Sprache betrifft - in verständlich erfrischender Weise von der SPD ab und benennt auch Lösungsansätze. Dass sich die SPD stärker nach links als nach rechts abgrenzt bezahlt sie mit Verlust an Wählerstimmen.

    Apropos Sprache:



    früher verstand man unter " Cost-of-Living-Ansatz"



    die Berücksichtigung der Lebenshaltungskosten.... oder ???

  • Der "Cost-of-Living-Ansatz" sollte hier für alle Menschen gelten, auch für Bürgergeldempfänger und Migranten.



    Mit einem Arbeiter, der dies leugnet, verbindet mich wenig und gar nichts.



    Und noch ein Gedanke: Diese "Peru-Radweg-Geschichte" wurde maßlos aufgebauscht. Am Ende waren es nicht 315, sondern nur 20 Millionen Euro. Wollen die Rechten jetzt die gesamte Entwicklungshilfe in Frage stellen?



    Und mit einem Arbeiter, der auf 1000 € mehr Lohn verzichtet, nur damit er in seinem Dorf bleiben kann, verbindet mich auch wenig. Schließlich bin ich einst (mit 20) in die Stadt gezogen, damit ich mehr verdiene und mir meine wöchentlichen Konzert- und Theaterkarten leisten kann. Außerdem sind die Schulen und Krankenhäuser hier besser.



    Und bei der Idee, dass der Mindestlohn zu hoch sei, kotzen selbst Pferde - und das direkt vor der Apotheke.

    • @Il_Leopardo:

      aufgebauscht von Nius: Rechte Hetze: "die" nehmen "uns" was weg.

    • @Il_Leopardo:

      Zu dem "Radweg": www.tagesschau.de/...ungshilfe-100.html



      Schlussendlich landet die Kohle von "Zusammenarbeit und Entwicklung" mit Zinseszins wieder hier; wemmer ganz viel Zeit hat, kriegt mer bestimmt auch raus, welche deutschen Firmen davon profitieren.

      • @Hugo:

        Das ist so nicht richtig. In diesem Fall waren der größte Teil des Geldes zinslose Darlehen, welche zu einem Zinsverlust führten. Der Rest wurde schlicht verschenkt.

    • @Il_Leopardo:

      Ist ja schön, dass wir jetzt wissen wie wenig Sie mit den meisten Arbeiter*innen gemein haben. Die Frage ist nur warum sie sich bei solchen Ansichten für Ihre Meinung in irgendeiner Sache interessieren sollten? Dabei stört weniger der eigentlich Inhalt Ihrer Aussagen als die Attitüde… ich hab ja schon als Akademikerin (wahrscheinlich mit ähnlicheren Ansichten und Lebensstil) glatt weniger Bock mit Ihnen über diese Themen zu reden.

      • @Maxime Musterfrau:

        Ich habe, wenn ich mich nicht irre, über die Arbeiter geschrieben, die die AfD gewählt haben. Wenn Sie nicht mit mir "reden" wollen, warum tun Sie es dann?

    • @Il_Leopardo:

      Wo haben Sie denn die 20 Mio. herausgefunden. Ich habe mir die Finanzierung der Radwege mal angeschaut, und komme da eher, inkl. Zinsverlusten, auf einen Betrag jenseits der Hundert Mio. Und selbst wenn es nur zwanzig gewesen wären: Ich komme mir verhohnepipelt vor, wenn der Staat im Ausland Luxusradwege baut, während bei uns die Radwege eher unter der Bezeichnung "Marterstrecken mit eingepreistem Todesfallrisiko" firmieren sollten.

      • @mumba:

        "Bei dem ersten Projekt für die Radschnellwege in Lima aus dem Jahr 2020 handelt es sich laut dem BMZ um einen Zuschuss über 20 Millionen Euro. Dieses Geld wird also nicht zurückgezahlt. " (Tagesschau)

  • was noch fehlt: sozialer Aufstieg durch Bildung. Das war mal die Klientel der SPD, das Bergarbeiterkind macht Abitur und Banklehre, dem Nachwuchs soll es mal besser gehen. Eine positive Einstellung zu Wohlstand, Fleiß, Wachstum, die junge Familie im selbst erarbeiteten Einfamilienhaus. Das passt einfach überhaupt nicht zu ökolinken Degrowth-Fantasien, passiver staatszentrierter Verwaltung des Niedergangs in Massenarbeitslosigkeit, Steuererhöhungen, Identitätspolitik, usw.



    Die SPD ist momentan zu sehr ein widersprüchlicher schwammiger Mix aus Grün und Links; das macht sie überflüssig. Sie muss da wieder ein eigenes konsistentes Profil entwickeln, d.h. v.a. sich von Grünen und Linken deutlich unterscheiden.

    • @Descartes:

      Ich glaube, die SPD schafft es nicht mehr, ein Profil zu entwickeln, was attraktiv ist. Scholz war m.M. gar nicht mal so schlecht, aber er ist dann auch recht bald abgesoffen, seine Regierung hat derart viele negative Schlagzeilen angesammelt, das hat dem SPD-Profil am Ende nicht gut getan. Ich glaube, dass die SPD in vielen Gebieten zum Auslauffmodell werden wird, wenn sie es nicht schon ist.

    • @Descartes:

      „… d.h. v.a. sich von Grünen und Linken deutlich unterscheiden.“



      Leichter gesagt als getan. Also erstens sind schon Grüne und Linkspartei inhaltlich nicht über einen Kamm zu scheren, zweitens: wie soll sich die SPD im linken Spektrum da noch positionieren? Und die SPD ist nun einmal eine Partei der linken Mitte („Tradition verpflichtet“). Ein Rutschen in die bürgerliche Mitte - die ohnehin unverrückbar von der CDU besetzt ist - würde ihr wohl endgültig den Todesstoß versetzen



      Wenn die SPD wieder an Profil gewinnen wollte, müsste sie sich also komplett neu erfinden - wozu ihre Entscheidungsträger nicht mutig genug sind und ihre Basis wegen Vergreisung dazu auch nicht in der Lage ist - oder aber programmatisch zurück in die Zeit vor den 80er Jahren, bevor sie sich (unter dem Eindruck der damals noch „frischen“ Grünen) sozialökologischen Themen öffnete. Also zurück zur Schmidt-Schnauze-SPD, das halte ich auch nicht für realistisch.



      Im Grunde fängt der Niedergang der SPD schon mit dem Aufstieg der Grünen in den 80er Jahren an.

      • @Abdurchdiemitte:

        "Rutschen in die bürgerliche Mitte - die ohnehin unverrückbar von der CDU besetzt ist"



        Mal so aus Neugier: wie vereinbart sich das mit den allgemeinen Feststellungen, dass die CDU (wie alle anderen, was 'Ausländerfragen' angeht) nach rechts gerutscht sei?

        • @Encantado:

          Schließt sich doch nicht aus: die CDU ist mit der bürgerlichen Mitte nach rechts gerutscht.



          Und die SPD hechelt hinterher in dem verzweifelten Bemühen, noch irgendwie Anschluss zu finden.

    • @Descartes:

      Bildungspolitik wird überall unter dem Deckmantel eines "Schulfrieden" totgeschwiegen.

      Für die SPD war das der Genickbruch. Die Gesamtschule war das große Projekt der SPD, heute hofiert man CDU-Nasen am Gymnasium. Man möchte die eigenen Wähler auf Teufel komm raus nicht haben.

      Aber auch die Presse hat die Systemfrage im Schulwesen aufgegeben. Landtagswahlen? Kein Thema. Lass mal über Personen reden statt über Inhalte. Cem Özdemir Manuel Hagel dies das.

      Diesen Kulturkampf hat die Union gewonnen und uns alle verdammt.

  • Abgesehen von einem Nebensatz beschränken sich auch Herrn Dörres Ausführung auf Industrie und Gewerkschaften. Das ist meiner Meinung nach aber genau der Fehler, den die SPD seit langer Zeit macht: Sich, getrieben von Gewerkschaften, auf die vergleichsweise gut verdienenden Industriearbeiter zu beschränken. Die Bauarbeiter, die Paketausfahrer, die in der Gastronomie Arbeitenden fühlen sich nicht vertreten. Ebensowenig der Teil der Rentner mit Durchschnitts- oder Niedrigrente (und ohne Zubutterung durch (Großfirmen-) Betriebsrenten), der in jüngeren Jahren oft sogar SPD gewählt hat.

    Das ging lange gut, aber jetzt gibt es mit der AFD eine Partei, die vorgibt (!), die Lösung aller Probleme zu haben.

    Die Überschrift müsste nicht lauten "Die linken Arbeitenden in den Blick nehmen“, sondern "Die Arbeitenden in den Blick nehmen“. Und zwar alle. Und die ehemaligen (= Rentner) noch dazu.

    • @Josef 123:

      In meinem Umfeld habe ich nicht das Gefühl, daß sich die "vergleichsweise gut verdienenden Industriearbeiter" noch sonderlich von der SPD vertreten fühlen. Da sind genau die Sätze zu hören, die Dürre zitiert...

  • Vieles Richtig, wie ich finde was Herr Dörre sagt. Nur ich sage dazu noch, nicht nur auf die Linken Arbeiter sehen, man muss auch die mit abholen die nicht ganz rechts stehen.



    Die SPD stand mal für die Arbeiter in ganz Deutschland, nicht nur die die sich am linken Rand rumdrücken. Vielleicht eher links, aber nie weg von der Mitte.



    Das hat die SPD in den letzten Jahren aber gemacht. Dazu hat sie sich ständig noch Themen gewidmet, die nur Minderheiten interessieren, für die Gesamtbevölkerung aber meist sehr uninteressant sind.

    • @si tacuisses:

      „… nicht nur auf die Linken Arbeiter sehen, man muss auch die mit abholen die nicht ganz rechts stehen.“



      Vermutlich meint Dörre eben die. Es ist doch so, dass alles, was nicht AfD wählt, schon irgendwie links ist. Zumindest aus der AfD-Perspektive.



      Und wer verfügt hierzulande noch über ein ausgesprochenes Klassenbewusstsein (wenn man es so nennen will)? Die Facharbeiterschaft. Dieses Klassenbewusstsein würde ich nicht bloß der Partei Die Linke zuordnen, es können genau so gut gewerkschaftlich organisierte CDA‘ler sein.



      Momentan wird das Klassenbewusstsein nur leider am besten von der AfD bespielt, amalgamiert mit einem völkisch-nationalen Verständnis von Volkszugehörigkeit/Nationalität.



      Diese ideologische Kombination hat offenbar unwiderstehliche Anziehungskraft. Das haben sich schon die historischen Nazis zunutze gemacht und so ihre Wahlerfolge in der Arbeiterschaft erzielt.

  • "Die SPD hat ihren Markenkern verloren..."

    Die SPD sucht ihn aber auch nicht (mehr). Die SPD ist derart agil dabei, sich an den Zeitgeist von Unternehmern und Obeschichten anzupassen, dass sie ohne große Probleme mit Merz eine Regierung bilden kann.



    Ich sehe für die SPD keine Zukungt mehr, noch drei oder vier Legislaturen und dann wird die SPD mit fünf Prozent schon überfordert sein.



    Und es will da ja auch keiner mehr hin und mitmachen. Jusos sind ein Auslaufmodell, junge Menschen, die von der SPD überzeugt sind, die gibt es vielleicht noch in Köln, Hamburg und Dortmund, aber in Freiburg oder Stuttgart? Oder in Dresden?



    Und die SPD hat einen Siegmar Gabriel-Komplex entwickelt, verlieren schadet der Karriere nicht, im Gegenteil, es wird das Gleiche probiert, gesagt, gefordert und einfach wiederholt, bis die nächste Niederlage kommt und so geht es dann weiter. Looser kommen bei der SPD ganz nach Oben, sie sind die Spitze der Partei.

  • "...Die Arbeit als ehrwürdiges Tun..."



    Danke, danke, danke dass dieses Motiv endlich mal klar benannt wird. In meiner Zeit als Facharbeiter habe ich das als Selbstverständlichkeit kennengelernt. Auch in der Industrie, noch stärker im Handwerk, wo immer noch gilt: "Arbeit adelt!"

    Das kann man jetzt alles als naiv, reaktionär und engstirnig verlachen - jagt damit aber der AfD die Arbeiter weiterhin in die Arme.

  • Ich teile Dörres Positionen, wie die SPD in der Arbeiterschaft wieder Fuß fassen kann, fürchte aber, dafür ist es zu spät. Die SPD wird den Weg der sozialdemokratischen Parteien anderer westeuropäischer Ländern in die politische Bedeutungslosigkeit gehen (wobei man im Detail genauer hinschauen muss, siehe Dänemark).



    Und Die Linke ist programmatisch leider nicht in der Lage, die SPD beerben zu können. Zu viele Dogmatiker, zu viele Theoretiker. Das tut dafür die AfD. Nur die wird der arbeitenden Bevölkerung ordentlich das Fell über die Ohren ziehen, sollte sie an die entscheidenden Machtpositionen kommen.

  • Aus einer sächsichen Perspektive kann der Mindestlohn aber wirklich zu hoch sein. Wie bei allen Regeln wird immer der gesamt- und damit westdeutsche Durchschnitt als Maßstab herangezogen. Das ist besonders bei den aus hiesiger Sicht abstrus hohen Schonvermögen zu besichtigen. Mit den da aufgerufenen Summen spielen sie bei uns im Ort bei den 10% Reichsten mit. Das ist doch Nettozahlern nicht vermittelbar dann solchen Leuten noch ein Schonvermögen zu finanzieren.



    Bei uns in der Stadt gibt es nach den letzten Erhöhungsrunden beim Mindestlohn jedenfalls jetzt über 60% Mindestlohnempfänger unter den Beschäftigten. Die MFAs in den Praxen und Kliniken hier verdienen jetzt genau so wie jeder ungelernte Handlanger um mal ein Beispiel zu bringen. In einer Klassengesellschaft alle Unterschiede einzuebnen und Arbeitende und Transferempfänger materiell gleich zu stellen wird hier aber nicht akzeptiert werden.

    • @Šarru-kīnu:

      Können sie uns sagen, von welcher Stadt bzw. Region sie schreiben?



      Und es ist keine Entlarvungsabsicht dahinter, nur finde ich es unglaublich, dass 60% der Einkommen Mindestlohn sein sollen. Haben sie dafür eine Quelle? Ich lebe in Leipzig und hier werden von einer Lokalzeitung relativ regelmäßig Einkommensverteilungen aus Bürgerbefragungen gedruckt. Hier ist davon absolut nichts zu sehen, es gibt eine Bandbreite.

      Das Zusammenrutschen der Gehälter am unteren Ende bei verschiedener Qualifikation und Erwerbskarriere sehe ich jedoch genau wie sie als problematisch an. Doch Menschen denken - und das ist auch nachvollziehbar - eher: Bezahle mir mehr als denen; nicht: nimm denen und lasse mir.

      • @JK83:

        Landkreis Görlitz also eine der ärmsten Regionen des Landes. Wir hatten vor der letzten Erhöhungsrunde einen Anteil von 48% Mindestlohnempfängern. Nach der neuerlichen Anhebung gibt es noch keine offiziellen Zahlen. 60% sind also zugegebenermaßen eine Schätzung von mir. Wir haben hier auch die niedrigste Tarifbindung, niedrigsten Durchschnittslöhne usw. . Eigentlich sollte hier deshalb auch eine linke Hochburg sein und nicht +40% AfD.



        Grüße mal an die boomenden Metropolregion Leipzig. Euch ist oft nicht klar wie arm und abgehängt die eigene Peripherie eigentlich wirklich ist.

        • @Šarru-kīnu:

          Na ich bin auch nicht ganz ahnungslos da z.b. ab und an auf Radtouren durch wirklich randständige Regionen. Für mich hat damals Guben wohl den "Vogel abgeschossen", liegt ja ein Stück nördlich in Brandenburg von Görlitz aus. Auf der Tour habe ich mich auch gefragt, was mit randständigen - das ist ja offensichtlich wobei es in Görlitz augenscheinlich nicht so zu sein scheint (wie sie sagen auch nur scheint) - Gebieten denn getan werden kann. Das ist ja auch besonders die Sache an den Grenzen zu östlichen Nachbarländern. Und ich hatte da keine Lösungsskizze im Kopf. Es ist ein größeres "Fremdeln" als an jeder anderen Grenze der BRD würde ich sagen und ob das nun hauptsächlich Ursache oder Folge der Misere ist kann ich ja schon nicht mal sagen (zumindest nicht nur Folge würde ich sagen siehe Historie). Da hört ein Raum, eine "Zivilisation" gefühlt auf (ist ja faktisch nicht so) und so gibt es v.a. Austausch nach Innen wie fast nirgends sonst so scheint mir.



          Wenn ich es sagen sollte, was es ist, wäre es nicht originell aber doch tiefer verstanden eine Geschichte der Unfreiheit und Fremdheit, die eben bis 1990 andauerte - sehr sehr lange. Ein langer Schatten eben, kaum je verstanden.

    • @Šarru-kīnu:

      Zum Schonvermögen im BG: Es hat auch in Hartz IV ein Schonvermögen gegeben. Ansparungen zur Altersversorgung mussten nicht unter bestimmten Voraussetzungen nicht aufgelöst u. zum unmittelbaren Lebensunterhalt eingesetzt werden. Damit im Alter bei kleiner Rente nicht die Sozialhilfe in Anspruch genommen werden muss. Als rationale Lösung, leicht nachvollziehbar. Im BG gilt (noch) dass der alleinstehende BG´ler Euro 40.000,- IM ERSTEN JAHR BG BEHALTEN DARF. Nach dem Jahr muss er es auf reduzieren. 15.000,-. Also vollständig für den Lebensunterhalt einsetzten. IM ZEITRAUM DIESES VERBRAUCHS BEZIEHT ER KEINE GRUNDSICHERUNG. Die rationale Überlegung: Erstens wird ein sog. Anreiz geschaffen, bereits im ersten Jahr BG Arbeit aufzunehmen, um Erspartes zu sichern. Rational: Man geht dann nicht weitgehend mittellos wieder Arbeit, was mittelbar gegen dann auftretende Situationen sozialstaatlicher Bedürftigkeit vorbeugt.



      Man kann anderer Meinung sein. Nur hat die SPD versäumt, über ihr BG in dieser Weise aufzuklären. Andere haben Gerüchte gestreut: BG´ler sitzen auf Pfründen. Ein Arbeiter versteht, dass Arbeitslosigkeit auch ihn treffen kann. Oder er folgt (in Sachsen) „alternativen Fakten“?

      • @Moon:

        Ich bin nicht gegen die Schonvermögen sondern nur gegen die Höhe. 40000€ sind in der ärmsten Region Deutschlands schon sehr viel Geld. Hier hat man gar kein Vermögen und erbt auch keins als Einheimischer. Da wird dann anders reagiert wenn Andere aber nur ja nicht ihr Häuschen verlieren sollen und das dann noch mit unseren Beiträgen finanziert wird. Es hätte deshalb einfach regional unterschiedliche Sätze geben müssen. Das hier die Ärmsten des Landes nicht besonders viel Solidarität den Besitzenden gegenüber verspüren, sollte für jeden Linken doch einfach nachvollziehbar sein?

        • @Šarru-kīnu:

          „Mindestlöhne“ Ich sage es gewiss nicht polemisch. Wenn denn da eine regionale Differenzierung hilft, weil diese Löhne unternehmerische Aktivität erleichtern. Aber der Mindestlohn muss den Menschen ernähren können. Ist das nicht der Fall muss aufgestockt werden. Sonst entsteht unter Umständen Schwarzarbeit. Hilft die Differenzierung denn? Meine Güte – wie oft wurde die staatl. Lohnsubventionierung rauf und runter diskutiert! Und wo stehen wir? Was sagt die AfD? Weiß die wirklich was?



          Ich war ja sowohl Langzeitarbeitsloser als auch Berufstätiger. Ich hätte die Tätigkeiten, die ich Praxis erprobt wirklich ausführen konnte, zum Mindestlohn getan (als Single, da ist es leichter). Denn sehen Sie: Als zu einer geförderten Beschäftigung verpflichtet, hat man mich von Seiten der Träger – wohlgemerkt – nicht als Küchenhelfer, als Reinigungskraft mit soz. Betreuung, nicht als kaufm. Hilfskraft mit Mindestlohn genommen mit. Es ging gar nicht anders als da eingesetzt zu werden, wo ich was anzubieten hatte. Hätte auch im „richtigen“ Berufsleben so sein können. Warum streitet man Arbeitslosen die Arbeitsidentität ab, welche die Arbeiter für sich zu Recht beanspruchen?

      • @Moon:

        Wichtige Ergänzung:



        Nicht Sie verbreiten diese Gerüchte. Sie Schildern eine Situation. Auf die beziehe ich mich.