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Spannungen zwischen Warschau und Kyjiw Diplomatischer Vollversager

Bernhard Clasen

Kommentar von

Bernhard Clasen

Selenskyj will nach dem von ihm ausgelösten Eklat nicht zur Wiederaufbaukonferenz nach Polen reisen. Nur jetzt keine weitere Eskalation riskieren.

N ur gut, dass sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dazu entschieden hat, der Wiederaufbaukonferenz im polnischen Gdańsk fernzubleiben. In dem symbolträchtigen Ort gründete 1980 Lech Wałęsa die unabhängige Gewerkschaft Solidarność – eine Bewegung, ohne die der Zusammenbruch des sowjetisch dominierten Ostblocks kaum denkbar gewesen wäre. Formal ist Selenskyjs Nichtteilnahme keine große Sache. So wurde der polnische Präsident Karol Nawrocki gar nicht erst eingeladen.

Dem gastgebenden polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk wird die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko zur Seite stehen. Dass Selenskyj nicht dabei ist, muss deshalb nicht unbedingt als Affront empfunden werden, und doch ist es ein Novum. Bei allen anderen Konferenzen war der ukrainische Präsident immer dabei. Dass er diesmal nicht nach Polen kommen will, geht auf die Spannungen zwischen Warschau und Kyjiw zurück, die sich aktuell immer mehr zuzuspitzen drohen.

Es zeugt nicht gerade von diplomatischem Fingerspitzengefühl, eine ukrainische Armeeeinheit nach Kämpfern der ukrainischen Nationalisten von der UPA zu benennen. Soldaten der „Ukrainischen Aufstandsarmee“ hatten im Zweiten Weltkrieg Zehntausende Polen ermordet. Selenskyj hätte wissen müssen, dass eine solche Ehrung in Polen nicht gerade auf Gegenliebe stoßen würde. Man kann nur kopfschüttelnd fragen, was den ukrainischen Präsidenten in Zeiten wie diesen dazu treibt, die Beziehungen zum Nachbarn so schwer zu belasten.

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Selenskyj hat seinem persönlichen Ansehen geschadet. Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit in Polen die Forderung von Nawrocki unterstützt, Selenskyj den „Weißen Adler“ abzuerkennen. Der höchste Staatsorden war ihm erst vor drei Jahren für seine Verdienste um das bilaterale Verhältnis verliehen worden. Eine Reise Selenskyjs nach Polen könnte den Zwist zum aktuellen Zeitpunkt nur zusätzlich eskalieren lassen. Womöglich hätte sie die gesamte Konferenz noch zum Scheitern gebracht.

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Bernhard Clasen

Bernhard Clasen Journalist

Jahrgang 1957 Ukraine-Korrespondent von taz und nd. 1980-1986 Russisch-Studium an der Universität Heidelberg. Gute Ukrainisch-Kenntnisse. Schreibt seit 1993 für die taz.
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99 Kommentare

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  • Das sich in den Kommentaren niederschlagende Interesse an der Geschichte und den heutigen polnisch-ukrainischen Beziehungen zeigt doch v.a. die Relevanz dieser Geschichte für die Gegenwart. Und es zeigt die Achillesferse und die ganze Widersprüchlichkeit moderner autoritär-nationalistischer Bewegung überall in Europa, nicht bloß in Osteuropa.



    Was haben die diplomatischen Verstimmungen zwischen Polen und der Ukraine mit der Weigerung der rechtsautoritären (west)europäischen Parteien im EU-Parlament zu tun, die AfD in eine gemeinsame Fraktion der extremen Rechten aufzunehmen?



    Ganz einfach, es kommt bei den ‚patriotischen’ italienischen und französischen Wählern überhaupt nicht gut an, mit einer deutschen Partei verbunden zu sein, die ständig den NS relativiert oder sich sogar positiv auf ihn bezieht. Le Pen, Meloni und wie sie sonst noch heißen, können es sich bei ihren Landsleuten schlicht nicht leisten, mit deutschen Faschisten in einen Topf geworfen zu werden.



    Ebenso sind die Interessen ukrainischer und polnischer Nationalisten unvereinbar, wenn es um konkurrierende revanchistische Ansprüche geht. Oder alte Wunden aufgerissen werden, wie es Selenskyi unklugerweise getan hat.

  • Warum heißt es in der Überschrift eigentlich Warschau und Kyjiw und nicht Warschau und Kiew bzw Warszawa und Kyjiw?

    • @Blechgesicht:

      Wenn, dann Warszawa und Київ. Die taz hat sich nun mal entschlossen die ukrainische Transliteration zu nutzen. Kann man machen, ich musste auch erstmal lernen das die Namen meiner ukrainischen Kollegen komplett anders geschrieben werden, als ich es von der russischen Übertragung gewöhnt war.



      Die linke Logik bei polnischen Städtenamen zu verstehen, habe ich aufgegeben.

  • Kurze Anmerkung zu den Ortsnamen: wenn Danzig im Artikel polnisch „Gdansk“ genannt wird, müsste Warschau konsequenterweise auch als „Warszawa“ aufgeführt werden. Oder beide Orte in der deutschen Fassung. Oder schreibt ihr Venedig auch „Venezia“?

  • Was an dem Artikel und vielen der Kommentare auffällt, ist die weitgehende Unkenntnis der komplizierten ukrainisch-polnischen Beziehungsgeschichte und damit einhergehend eine Neigung zum vereinfachenden Schwarz-Weiß-Denken. Im Übrigen handeln beide direkt gewählte Präsidenten - der polnische wie der ukrainische - in erster Linie mit Rücksicht auf ihr jeweiliges einheimisches Elektorat und erst in zweiter Linie mit Rücksicht auf die beiderseitigen Beziehungen. Die ganze Affäre zeigt vor allen Dingen, dass die populären Geschichtsbilder in der Ukraine wie in Polen nach wie vor blinde Flecken aufweisen (die sich politisch ausbeuten lassen), während die Geschichtswissenschaft auf beiden Seiten längst weiter ist.

    • @Przyjaciel wolnej prasy:

      Mein Einwand von weiter unten war ja, dass das einschlägige Geschichtsbild in der Ukraine 20-30 Jahre lang überhaupt nicht "populär" gewesen ist, abgesehen von Galizien und Wolhynien. Es ist vielmehr von den Funktionseliten top-down durchgesetzt worden, bzw. es wird dies versucht. Das Argument mit Rücksichtnahme aufs Elektorat trifft hier m.E. nicht zu.

      • @Kohlrabi:

        In aller gebotenen Kürze: Historisch gesehen gilt es zwischen dem Westen und dem Osten der Ukraine zu unterscheiden - im vormals polnischen Teil der Ukraine, wo die Kämpfe und Massaker vorwiegend stattgefunden haben, ist die populäre Erinnerung eine andere, und das nicht erst seit einigen Jahren und auch nicht auf Betreiben irgendwelcher Eliten. Geschichtspolitisch wird daran erst angeknüpft, seit Russland wiederholt versucht hat, in der Ukraine zu intervenieren.

        • @Przyjaciel wolnej prasy:

          Ich nehme an, Sie kennen die Westukraine aus eigener Anschauung, was auf mich auch zutrifft. Gewiss ist die OUN in Galizien immer populär gewesen, und schon in den 90ern ist dort ein Kult gepflegt worden. Aber gemessen an der Gesamtgröße des Landes waren das kleine und eher abgehängte Landesteile. In Kiew und anderen Zentren wurde der Bandera-Kult als wirre Regionalmarotte von Ewiggestrigen angesehen, die vor allem der Kompensation sozialer und ökonomischer Rückständigkeit diente. Es gab m.E. überhaupt keinen Grund, sich ausgerechnet diese historische Episode als geschichtspolitischen Kern eines ukrainischen "Nation Building" auszusuchen. Die ukrainische Gesellschaft war mehrheitlich schon einmal weit darüber hinaus .

  • Und natürlich feiert die kaum verhohlene Verachtung für die Ukraine hier fröhlich Urständ in den Kommentaren.

    Die Nachfahren von Nazis erheben sich zur letzten Instanz in Sachen Umgang mit der Vergangenheit und nebenbei wird impliziert, dass die Ukraine unsere Hilfe nicht verdient habe und dem zutiefst rechtsextremen, faschistischen Russland zum Fraß vorgeworfen werden darf. “Wenn ihr nicht so mit der Vergangenheit umgeht wie wir Enkel deutscher Nazis, dann verdient ihr, Opfer russischer Nazis zu werden, ihr ukrainischen Nazis unter der Präsidentschaft eines jüdischen Nazi.”

    Absurd und ekelhaft.

    • @Suryo:

      Ein bisschen überzeichnet, Ihr Standpunkt. Finden Sie nicht selbst?

    • @Suryo:

      Und die verstehen sich als Linke. Es wäre wirklich zum Totlachen, wäre es nicht so traurig.

      • @nihilist:

        Ähm .. ja.

        Auf den Punkt gebracht.

      • @nihilist:

        Was ich aus einer politisch linken Perspektive zu diesem polnisch-ukrainischen Konflikt zu sagen habe?



        Da es sich um einen historischen Konflikt handelt und die territorialen Verhältnisse bzgl. der staatlichen Zugehörigkeit der Westukraine (vormals Galizien und Wolhynien) völkerrechtlich ohnehin geklärt sind, könnte man die Geister der Vergangenheit auch ruhen lassen.



        Wie das ja auch für die ehemals deutschen Ostgebiete gilt.



        Ich stelle nur fest, dass auf beiden Seiten von den politisch Verantwortlichen nationalistische Emotionenin der Bevölkerung bedient werden, um damit das jeweils eigene politische Süppchen zu kochen. Auf Sicht der polnischen Rechten kommt wohl noch ein guter Schuss Revanchismus hinzu, weil man meint, wegen der ehemals polnischen Ostgebiete mit der Ukraine eine Scharte auswetzten zu müssen..



        Mir erschließt sich nur die Logik nicht, weshalb ich angesichts dieser Konfliktlinie als Linker einseitig Partei für die Ukraine ergreifen und diese fragwürdige Bandera-Tümeiei dort noch gutheißen soll (auch ohne dabei noch die Faschismuskeule herauszuholen).



        Was diese Kritik mit der (deutschen) Nationalität des Kritikers zu tun hat,, erschließt sich mir nicht ganz.

  • Die UPA hat eigenständig am Holocaust mitgewirkt - im Buch "Ukrainian nationalists and the Holocaust : OUN and UPA’s participation in the destruction of Ukrainian jewry, 1941-1944" (swbkvk.bsz-bw.de/D...S=HOL&INDEXSET=21) ausführlich dargestellt.



    Die systematische Ermordung der ländlichen polnischen Bewohner in der Westukraine ist also nicht ihr einziges Kriegsverbrechen.



    Kriegsverbrecher ehrt man nicht. Dafür gibt es keine Entschuldigung.

    • @e2h:

      Alles, was Sie über die OUN/UPA schreiben, ist historisch korrekt. Diejenigen, die diese Ordensentziehung durch den polnischen Präsidenten als typische Nickeligkeit polnischer Nationalisten abtun wollen oder Selenskyid Fehltritt mit (verständlichem! kriegsbedingten Stress, möchte ich fragen, wessen Leid sie denn wohl höher bewerten wollen: das der Ukrainer oder das der von der UPA unter den Augen der deutschen Besatzungsmacht ermordeten Polen Galiziens und Wolhyniens?



      Hätten die Nazis und ihre ukrainischen Hilfstruppen in diesem einst multiethnischen Landstrich, der heute Westukraine genannt wird, mit der Shoa und dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion nicht vollendete Tatsachen geschafften, könnten sowohl Polen als auch Russland das Gebiet mit Fug und Recht auch für sich beanspruchen.



      Jede auf ‚Blut und Boden‘ fußende Ideologie sowie die Ehrung von ‚Helden’, die an Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt waren, kann nur Hass und Unfrieden in den Beziehungen benachbarter Staaten hervorrufen.



      Das kann sich Europa, das können sich die Ukraine und Polen nun wirklich nicht leisten angesichts der russischen Aggression.

    • @e2h:

      " Kriegsverbrecher ehrt man nicht. Dafür gibt es keine Entschuldigung."

      Gut, also alle Denkmäler für die Sowjets in Deutschland schleifen und Che Guevara-T-Shirts verbieten?

  • Das Selenskyj etwas holprig mit der ukrainischen Vergangenheit umgeht kann durch Beanspruchung mit dem Krieg passieren. Und da er nicht nach Polen gereist ist, können Politer/innen aus der zweiten Reihe in den Vordergrund treten. Ist doch gut! Im Übrigen haben die Polen auch ein Problem mit ihren extremen Nationalismus.

  • Post-koloniale Staaten wie die Ukraine, das Baltikum, Iraq, Indien, Indonesien haben andere Beziehungen zu Leuten die gegen ihre Kolonialherren gekämpft haben selbst wenn sie mit Faschistischen Regimes kollaboriert haben oder schwere Kriegsverbrechen verübt haben.

    Man kann das schlimm finden, aber die Mongolei bspw. hat eine riesige statue für jingis khan errichtet und feiert ihn im ganzen Land, und der war deutlich schlimmer als die Ukrainer um die es hier geht. So ein Nationalheld der Stärke symbolisiert hilft halt die eigene Identität stärken wenn man zuvor der kolonialisierung durch Chinesen und Russen ausgesetzt war. Das ist also global eher standard als Ausnahme.

    Als Deutsche deren vorfahren die Ukraine kolonialisieren wollten sollte man in der Debatte einen Gang runterschalten.

    Der polnische Präsident Schlachtet hier etwas aus für die Innenpolitik. UPA und AK habe gegeneinander brutal gekämpft aber auch zusammen gekämpft, Kriegsverbrechen gab es beiderseits.

    Die Ukraine kämpft derzeit ums Überleben wenn sie meint dabei Verbrecher zu Helden machen zu müssen zur Motivation dann soll sie das. Was auch immer notwendig ist für den Sieg über das faschistische Russland.

    • @Machiavelli:

      "Die Ukraine kämpft derzeit ums Überleben wenn sie meint dabei Verbrecher zu Helden machen zu müssen zur Motivation dann soll sie das. Was auch immer notwendig ist für den Sieg über das faschistische Russland."



      Wenn man auf dem Standpunkt steht, das der Zweck die Mittel heiligt - man ist ja von den Guten - dann kann man natürlich in Abwehrkampf gegen das faschistische Russland auch die Ehrung von Faschisten als "notwendig" ansehen.



      Es gibt natürlich immer ein paar Kleingeister, die das als widersprüchlich und Logik à la "Todesstrafe für Selbstmörder" ansehen. Aber darauf haben SIE hoffentlich eine gute Antwort. Denn ICH habe keine!

  • Mal eine Verständnisfrage zu den verwendeten Städtenamen. In diesem Artikel werden zwei Städte genannt: Danzig (poln. Gdansk) und Warschau (poln. Warszawa). Warum wird die eine Stadt in der polnischen Schreibweise und die andere in der deutschen Schreibweise verwendet?

    • @Gesunder Menschenverstand:

      In jedem Fall ist das inkonsistent.



      Logisch wäre entweder immer den amtlichen Namen oder immer die deutsche Namensform verwenden, wenn denn eine existiert.



      Bei der ersten Verfahrensweise müsste es also im Artikel Warszawa heißen ... und bitte dann künftig nur noch Roma, Athinai, Baile Átha Cliath ... und keine deutschen Namen für Städte im Ausland.

      • @e2h:

        Und in einem nächsten Schritt dann bitte auch mit den Schriftzeichen, die in dem betreffenden Land verwendet werden!

      • @e2h:

        Tja, die selbe Frage wie der Autor stelle ich mir allerdings auch und es ist auch für Journalisten legitim, Fragen zu stellen, ohne sie beantworten zu können.



        Können Sie denn die Frage beantworten, warum der ukrainische Präsident eine Armee-Einheit nach einer Organisation benennt. die mit der deutschen Wehrmacht kollaborierte und für zahllose Kriegsverbrechen in den eroberten sowjetischen Gebieten verantwortlich war?



        Und: hätte dieser Vorgang irgendwelche Konsequenzen für die deutsche Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen den russischen Aggressor?

  • "Man kann nur kopfschüttelnd fragen, was den ukrainischen Präsidenten ,,,,"

    Schade, dass Herr Clasen keine Antwort liefert.

    Für Fragen lese ich keine Zeitung.

    Die habe ich bereits genug.

    • @rero:

      Die Antwort könnte hier vielen missfallen: Lieber Appeasement und Anerkennung der alten bösen Geister als (auch nur halbwegs) konstruktive Realpolitik. Kann man schon bezeichnend und entlarvend finden. So, von wegen "die Faschist*innen spielen in der Ukraine doch keine Rolle" und so. Ihr kennt die Narrative.

    • @rero:

      Niemand zwingt sie zum Lesen oder Kommentieren.



      Und wie soll Herr Clasen eine Antwort liefern? Soll er in des Präsidenten Kopf reinschauen?

      • @Barnie:

        Ein Kommentierung darf auch Kritik enthalten, finde ich.

        Kommen Sie so wenig mit Kritik klar, selbst wenn die sich nicht mal an Sie richtet?

  • In der Ukraine wurden in den letzten Jahren ganz real faschistische Akteure zu „Helden“ umetikettiert – Umbettungen mit Staatsakt, Straßenumbenennungen, Denkmäler, offizielle Ehrungen. Das ist keine russische Propaganda, sondern dokumentierte Geschichtspolitik.

    Auffällig ist die Doppelspurigkeit der Debatte. In der taz wird eine rechtsextreme israelische Regierung völlig zu Recht als solche benannt – trotz Holocaust, trotz besonderer historischer Sensibilität. Bei der Ukraine hingegen scheint die Opferrolle seit 2022 als politischer Weichzeichner zu wirken: Was vorher noch klar als problematisch galt, wird plötzlich relativiert, eingeordnet, verständigt.

    Natürlich erklärt Krieg vieles. Aber er heiligt nichts. Wer Faschisten ehrt, bleibt dafür verantwortlich – unabhängig davon, wer gerade angreift oder verteidigt. Solidarität darf nicht bedeuten, den moralischen Maßstab situativ abzusenken.

    • @Zippism:

      richtig! Alles bearbeiten.

    • @Zippism:

      Das ist doch ganz einfach 🤷



      Linke Sicht: die Ukraine hält uns den bösen Russen vom Hals, die Israelis unterjochen die guten Palästinenser.



      Rechte Sicht: wegen der sturen Ukraine können wir nicht mehr billig Gas aus Russland beziehen, die guten Israelis dezimieren islamistische Terroristen in Gaza.



      Das ist jetzt beides natürlich überspitzt, aber es geht ums grundsätzliche Weltbild. Und je nachdem welchem Lager man nahe steht, desto wahrscheinlich nimmt man es so wahr und sieht dann mit dem "Weichzeichner" wie sie es nennen.



      Notwendiges Übel kann man es auch nennen. Ja die Ukrainer haben faschistische Regimenter - Stichwort Asov - aber sie verteidigen die freie Ukraine die vom Diktator Putin unterjocht werden soll...



      Beide kann man ja nicht hassen, also mag man die 'besseren' Faschisten ob der 'schlechteren'.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Wenn ich dazwischenreden darf :



        "Linke Sicht: die Ukraine hält uns den bösen Russen vom Hals, die Israelis unterjochen die guten Palästinenser.



        Rechte Sicht: wegen der sturen Ukraine können wir nicht mehr billig Gas aus Russland beziehen, die guten Israelis dezimieren islamistische Terroristen in Gaza."

        Das ist ein ganz gutes Schema.

        Sie meinen mit "Linke Sicht" nicht die deutsche politische Linke: diese findet die Russen nicht böse.



        Statt :



        "Die Ukraine hält uns den bösen Russen vom Hals,



        Linke Sicht (politisch ):



        "Die böse Ukraine verhindert den russischen Frieden,"



        Ihr Mosaik stimmt aber, da kristallisieren sich über ein kleinstes gemeinsames Vielfaches Fraktionen heraus , die man von vornherein nicht so deutlich gesehen hatte.

        Zu ASOW : Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll. Unter Denys Prokopenko wurde der Verband seit 2017 militärisch funktional = apolitisch ausgerichtet . Ob sich dieser Autostereotyp im Verband stabil halten lässt ist aber die Frage. 2024 gab´s wieder Gegenbewegungen.



        taz.de/Ukrainische...n-Berlin/!6022749/



        Das sind, wenn man es kybernetisch betrachtet, Schwingungen um einen unscharfen Sollwert, ihre Heimat.

    • @Zippism:

      "Solidarität darf nicht bedeuten, den moralischen Maßstab situativ abzusenken."

      Nun, mit diesem Anspruch sind Sie bei der deutschen Regierung leider an der ganz falschen Adresse, siehe auch Israel

      • @Edda:

        Nicht nur bei der Regierung.

        Ist doch bei allen möglichen Aktivisten nicht anders.

        • @rero:

          Schade, dass Sie den Unterschied zwischen Regierung und Aktivisten ignorieren. Aktivisten sind eine politisch selbst gewählte Interessengemeinschaft. Regierungen sind -zumindest in einer Demokratie, die sich selbst gerecht werden will- verpflichtet, Gleichheit der Gesetze für Alle, eben auch international durchzusetzen, will sie glaubwürdig bleiben. Regierungen sind zu Völkerrecht verpflichtet. Regierungen sind verpflichtet, Kriegsverbrechen zu verurteilen und zu verfolgen. Regierungen sind für das Wohl und der Gleichbehandlung aller Menschen verantwortlich. Ich könnte jetzt natürlich noch weiter aufzählen, aber ich hoffe, Sie sind in der Lage, diesen Unterschied zu lernen. All das aufgezählte müssen Aktivisten nicht erfüllen, denn sie sind wie es ja schon der Name, sagt Aktivisten und haben nicht die Verpflichtung oder den Auftrag und werden auch nicht dafür bezahlt, im Sinne und Interesse aller Bürger gleichermaßen zu handeln und einen Wertekompass entsprechend den Menschenrechten für ihre Politik als Maßstab nehmen zu müssen.

          Ich hoffe, ich konnte mich klar ausdrücken!

          • @Edda:

            Nein.

            Eine demokratisch gewählte Regierung ist in erster Linie ihrem Staatsvolk verpflichtet.

            Nur dann kann sie sich selbst gerecht werden.

            Die regelbasierte internationale Ordnung ist in weiten Teilen kongruent mit den Interessen des eigenen Staatsvolkes.

            Bei einer Kollision erwarten Wähler aber eine Priorisierung.

            "... sind für das Wohl und der Gleichbehandlung aller Menschen verantwortlich ..."

            Definitiv nicht.

            Die deutsche Regierung ist nicht für die Gleichbehandlung von Menschen z. B. in China oder dem Jemen verantwortlich.

            Gerade weil Regierungen gemäß ihrem Auftrag Kompromisse schließen müssen, sind sie gezwungen, von ihren Werten immer ein Stück weit abzurücken.

            Die Linke hatte das vor kurzem mal deutlich gesagt. Sie wolle lieber nicht regieren, bevor sie von ihren Werten abrückt.

            Aktivisten müssen das nie.

            Und trotzdem senken sie nicht selten situativ den moralischen Maßstab ab.

            Da sehen sie aus Gründen der Solidarität über Verhalten hinweg.

            " ...aber ich hoffe, Sie sind in der Lage, diesen Unterschied zu lernen."



            Mit Überheblichkeit macht man sich die beste Sachargumentation kaputt.

  • Ich kann mich an den historisch begründeten Diskussionen eigentlich nicht beteiligen.

    Es gab gestern und vorgestern noch andere Schlagzeilen:



    www.tagesschau.de/...aerreform-100.html



    www.tagesschau.de/...eit-front-100.html



    Das ist doch wichtiger.



    Vor einiger Zeit hat ein Diskussionsteilnehmer mitgeteilt , dass die Ehefrau des ukrainischen Verteidigungsministers sich für 4 Mio eine Villa in Südfrankreich gekauft hat. Ob das stimmt weiß ich nicht.



    Schon länger ist bekannt , dass die Mittel für die psychotherapeutische Behadnlung der Soldaten und Veteranen nicht reichen.



    www.bpb.de/themen/...an-innen-begegnen/

    Man sollte sich da nicht ablenken lassen.

    Es ist alles undurchsichtig.

    Den Selenskyi Lobeshymnen kann ich mich nicht anschließen. Als Präsident sollte man wissen womit man den Nachbarn kränkt, darauf Rücksicht nehmen und heikle Themen für die Zeit nach dem Krieg zurückstellen. Niemand , auch wir nicht, hat etwas von diesem Streit.

  • Ich sehe in dieser Überschrift eine unangemessene Beschuldigung, die ich nicht teile. Selenskyj ist rund um die Uhr diplomatisch in Aktion, und wird auch als Repräsentant der Ukraine ständig beschuldigt und gedisst.



    Die Bezeichnung sehe ich im Kontext von Bernhard Clasens seit vier Jahren vorgetragener Forderung, die Ukraine solle mehr verhandeln - mit Russland.



    Der Inhalt um den es geht ist die geschichtliche Erblast der Konflikte zwischen Polen und Ruthenen / Ukrainern, die nach 1917 in Galizien begannen. Es kam zum Ukrainisch-Polnischen Krieg 1918, den Polen gewann. die UPA / OUN übte ihre Vergeltung Anfang der 40er Jahre.



    Das war alles schlecht und falsch und es gibt viele Ukrainer/innen, die das auflösen möchten. Ich hoffe, dass dies gelingt und die UPA/ OUN / Banderovtsy heute von der Politik fernzuhalten.

    • @Land of plenty:

      Tja. Und ich finde es einen sehr leicht vermeidbaren Affront - also, leicht natürlich nur, wenn Selenskyj innenpolitisch nicht den Faschist*innen nachgeben MUSS. Vielleicht muss er das aber - dann sind die Geschichten der politischen Irrelevanz der Faschist*innen in der Ukraine falsch oder bestenfalls überholt; oder er will es von sich aus - dann ist er eben nur aufgrund seines Jüdischseins offenbar doch nicht automatisch immun gegen total revisionistisches, geschichtsvergessenes oder offen faschistisches Gedankengut. Regen und Traufe, würde ich sagen.

    • @Land of plenty:

      Ich fand die Überschrift auch überdeutlich .



      "Die Bezeichnung sehe ich im Kontext von Bernhard Clasens seit vier Jahren vorgetragener Forderung, die Ukraine solle mehr verhandeln - mit Russland."



      Ich habe das nicht kontinuierlich verfolgt. Wenn es so ist kann man ja die Wie ? - Frage stellen. Wer sich so lange mit einem Thema beschäftigt hat doch bestimmt mehr als einen Lösungsansatz. "Wie bringe ich Mörder an den Tisch?" Das würde mich ganz konkret interessieren.



      Meine Meinung ist, dass die ukrainische Führung mit der Entlassung von Saluschnyi und Kuleba die Ukraine geschwächt hat und in der Folge wegen aufkeimender Extremismen in eine schlechte Verhandlungsposition nach Innen und Außen gekommen ist.



      Man muss Herrn Clasen zu Gute halten , dass er eine Diskussion zu seiner Sichtweise veröffentlicht, das machen andere Autoren nicht .

  • Ein alter schwelender Konflikt, der wie ein Stachel in den polnisch-ukrainischen Beziehungen sitzt. In der jüngsten Vergangenheit nur überdeckt von der russischen Aggression gegen die Ukraine.



    Das Feindbild Russland ist das Verbindende zwischen ukrainischen und polnischen Nationalisten, die Geschichte der Westukraine (insbesondere während der deutschen Besatzung) das Trennende.



    Bei allem Verständnis angesichts der russischen Bedrohung hat die Ukraine nach wie vor kein gutes Verhältnis zu ihrer Geschichte gefunden. Die UPA wollte einen ethnisch homogenen ukrainischen Staat, Polen, Juden, Russen wurden deshalb zu ihren Opfern



    Kein Wunder, dass die PiS-Kamarilla diesen Umstand ausschlachtet, um so Zustimmung in der polnischen Bevölkerung zu generieren und die Regierung um Tusk in Bedrängnis zu bringen. Warum nur hat Selenskyi dem polnischen Präsidenten Nawrocki diese Steilvorlage gegen die polnische Pro-Ukraine-Fraktion geliefert?



    Kein gutes Omen für eine Ukraine, die sich vollständig von russischen Fesseln befreien und in die EU integrieren will.

  • Dass in der heutigen Ukraine völkische Nationalisten und Kriegsverbrecher geehrt werden, dass der Staat sich also bewusst in diese Traditionslinie stellt, ist nun mal ein schwer wegzudiskutierenden Faktum. Bis vor wenigen Jahren war das in der ukrainischen Gesellschaft außerhalb rechtsradikaler Kreise und ländlicher Gebiete der äußersten Westukraine keineswegs mehrheitsfähig (und ich habe Zweifel daran, dass es das heute wirklich ist). Die politische Klasse der Ukraine folgt mit solcher Symbolik sicherlich keinem vermeintlichen "Volkswillen", sondern sie biedert sich (aus Angst?) gezielt der militanten völkischen Rechten an, welche ja nun auch über Kriegswaffen verfügt.

    Positive Bezugspunkte auf ukrainische Eigenständigkeit in der Geschichte gäbe es ja auch andere, etwa das freie Kosakentum des 16.-18. Jahrhunderts.

  • Schön ist das natürlich nicht. Aber man sollte nicht vergessen dass die Diskurse außerhalb Deutschlands nicht nach (heutigen!) deutschen Regeln der politischen Korrektheit geführt werden. "Polens" Zorn rührt ja auch eher aus gekränktem Nationalstolz.

    Zumal Selenski natürlich auch Rücksicht auf die eigenen Rechten nehmen muss. Es ist das Militär dass die Ukraine am Leben erhält und deren Befindlichkeiten müssen berücksichtigt werden - ob das hier konkret nicht besser ging, ist natürlich die Frage.

    • @Chris McZott:

      "Zumal Selenski natürlich auch Rücksicht auf die eigenen Rechten nehmen muss. Es ist das Militär, das* die Ukraine am Leben erhält, und deren Befindlichkeiten müssen ..."

      Na, dann hoffen wir mal, dass die Rechten und deren Befindlichkeiten nicht noch öfter und am Ende mit realen, schwerwiegenden Folgen für Leib und Leben von Minderheiten oder politisch Andersdenkenden beschwichtigt werden müssen. Historische Vorbilder kann sich jede*r selbst raussuchen, fürchte ich.

    • @Chris McZott:

      Was mich an dem Kommentar irritiert, ist das große Maß an Verständnis für ausländische rechtsextreme Diskurse und nationalistische Empfindlichkeiten.



      Gerade hier wird die AfD im eigenen Land häufig als zentrale Ursache politischer und gesellschaftlicher Probleme beschrieben.



      Umso befremdlicher wirkt es, wenn vergleichbare Narrative anderswo plötzlich mit „anderen Diskursen“, militärischen Zwängen oder gekränktem Nationalstolz erklärt und relativiert werden.



      Entweder gelten Maßstäbe gegen Rechtsextremismus universell – oder man sollte zumindest offen benennen, warum man sie je nach Herkunft unterschiedlich anlegt.

      • @Zippism:

        Was mich stört, ist das große Maß an kaum verhohlener Verachtung für die Ukraine, nach dem Motto “Sie ist unserer Hilfe nicht würdig.”

        Das ist besonders widerwärtig, wenn es von Deutschen kommt, einem Volk, dass nach der selben Logik ja auch hätte komplett morgenthauisiert hätte werden können.

  • Um einen schiefen Haussegen zu befrieden, muss man seinen Zustand zuerst gemeinsam anerkennen, was hier zurzeit gerade geschieht.

  • Ja, es ist ein Affront, dass Selenski einer Armeeeinheit d.Namen einer militär. Einheit im 2. Weltkrieg gegeben hat, daran lässt sich nicht rütteln.



    Aber in dem Artikel fehlt mir der historische Kontext.



    Es war die Zeit, als Hitler und Stalin das östliche Europa untereinander aufgeteilt haben & Hiltler der Okuption der heutigen Ukraine zustimmte.



    Die Ukraine die zuvor von der Politik Stalins ausgehungert wurde, wo man das Getreide für die anderen Sovjetrepubliken gestohlen hatte und mehrere Millionen Menschen in der Ukraine "verhungert" sind.



    Es war geradezu folgerichtig, dass zunächst Teile der heutigen Ukraine nicht an der Seite von Stalin kämpfen wollten & auch in diesem Zusammenhang dieses Kriegsverbrechen begangen wurde.



    Auch wird nicht beleutet, dass "Mussolini", die Zarin "Katharina" (die Teile der Ukraine blutig eroberte) und Kanzler Schröder (Gasprom-Verwicklungen) diesen Orden Tragen.



    Es ist also nicht eine wirkliche Ehre, dass man diesen Orden tragen darf.



    Außerdem wird immer "nur" unterstellt, dass d. Ukraine glücklich sein muss, dass diese sich viele Flüchtlinge aufgenommen hat - zweifelsohne.



    Aber sehr viele arbeitende Ukrainer mehren das Volksvermögen v.Polen. Frank

    • @Frank Hagemeister:

      Ach ja, der historische Kontext: das war vor allem die Zeit, als Deutschland einen Krieg gegen die Ukraine geführt hat, dessen hauptsächliches Ziel darin bestand, die – als „rassig“ „minderwertig“ angesehenen – ukrainischen Menschen zu vernichten und zu versklaven. Die UPA hat Deutschland in diesem Krieg unterstützt und war damit nun offensichtlich keine befreundete Kraft der ukrainischen Bevölkerung. Wieso sollte man Armeen ehren, die an der Vernichtung der eigenen Bevölkerung mitgewirkt haben?

      P.S.: ausgehungert wurden Millionen Menschen dort auch durch die Deutschen. Und dabei standen wirklich explizit Vernichtungspläne im Raum, anders als bei dem Holodomor. Stichwort „Backe-Plan“.

    • @Frank Hagemeister:

      Ja, die Ukraine war Opfer imperialer Gewalt durch Adolf Hitler und Josef Stalin, inklusive Holodomor und Terror. Dass Teile der Bevölkerung nicht für Stalin kämpfen wollten, ist nachvollziehbar. Daraus folgt jedoch keine Legitimation, Täter ethnischer Gewalt oder kollaborierende Formationen heute symbolisch zu ehren.

      Der Kernpunkt bleibt: Es geht um gegenwärtige staatliche Symbolpolitik. Eine militärische Einheit im Jahr 2024 nach historisch belasteten Akteuren zu benennen, ist eine bewusste Entscheidung – keine Zwangsläufigkeit der Geschichte. Figuren wie Stepan Bandera stehen nicht abstrakt für „Freiheit“, sondern konkret für dokumentierte Gewalt und Kollaboration. Das ist historische Tatsache, keine „rechte Erzählung“.

      Der Verweis darauf, dass auch andere problematische Personen Orden trugen, entlastet nichts. Im Gegenteil: Er zeigt, wie unkritische Ehrtraditionen fortwirken – und warum sie heute korrigiert werden müssen.

  • Selenskyj leistet Übermenschliches und ist der mit Abstand größte Anführer und Diplomat unserer Zeit. Sein Volk wird angegriffen. Den Eklat hat nicht er verursacht, sondern der Scharlatan und Rechtsextremist Karol Nawrocki. Die Ukraine kämpft mit ihrem Blut für die Freiheit Europas und damit auch für die Freiheit Polens. Die vollkommen unangebrachte, infantile und populistische Kritik an den Opfern die sich selbst UND diejenigen die nun gegen sie hetzen verteidigen, ist ein Paradebeispiel für rechte Gaukelpolitik und deren morbide übelriechende Strategie der Manipulation leicht manipulierbarer ängstlicher und unsicherer Schafe. Auch Polen hat Ruzzlands Krieg mit ermöglicht und es ist ukrainisches Blut das vergossen wird - nicht polnisches. Also sollten die Rechten in Polen mal ihre populistischen Bälle ganz flach halten - alternativ dürfen die empfindlichen Großmäuligen auch gerne selbst an die Front ...

    • @Peter Blunt:

      Die Ukraine kämpft anscheinend für die Freiheit Europas, sterben tun aber nur ukrainische Soldaten. Schön praktisch, nicht wahr?

    • @Peter Blunt:

      Naja, auch eine gemäßigte Regierung in Polen hätte darauf wohl ebenfalls reagiert. Allerdings angesichts der Umstände wohl nicht so eskalierend. Es Stünde Polen in der Tat gut zu Gesicht seine Rolle zwischen den beiden Weltkriegen kritischer zu bewerten. Am Ende wird sich sich Selenskyj durchsetzten, denn der gemeinsame Gegner im hier und jetzt ist eben wichtiger als die unschöne Vergangenheit. Da ist wohl noch einiges aufzuarbeiten.

    • @Peter Blunt:

      Ich verstehe ihren Kommentar nicht.



      Wie genau hat Nawrocki den Eklat ausgelöst?



      Hat Selenski die Truppe nicht nach den Polenmördern benannt?



      Wer sind die Schafe?

      • @Ernst Lusti:

        Nawrocki will nur Tusk schaden. Das sieht doch jeder.

    • @Peter Blunt:

      Der Kommentar ignoriert weiter den eigentlichen Skandal: die bewusste Ehrung historisch belasteter Akteure durch die Benennung militärischer Einheiten. Man stelle sich ernsthaft vor, in Deutschland würde eine Brigade nach einem Kriegsverbrecher, Kollaborateur oder ideologischen Wegbereiter ethnischer Gewalt benannt – der Aufschrei wäre ohrenbetäubend, international und völlig zu Recht. Sanktionen, Empörungswellen, Talkshows im Dauerfeuer.

      Warum soll also gelten, was andernorts völlig inakzeptabel ist? Der Verweis auf den russischen Angriffskrieg rechtfertigt keine historische Amnesie. Auch im Verteidigungskrieg bleibt Symbolpolitik politisch wirksam – und politisch fatal. Figuren wie Stepan Bandera stehen nicht abstrakt für „Freiheit“, sondern konkret für Gewalt, Kollaboration und ethnische Verbrechen. Das ist keine „rechte Erzählung“, sondern historische Tatsache.

      Wer diese Kritik mit moralischer Überheblichkeit niederbrüllt, schadet der Ukraine selbst. Solidarität endet dort, wo Kriegsverbrecher zu Identifikationsfiguren verklärt werden.

      • @Zippism:

        Man stelle sich mal vor, Deutsche erhöben sich über die Ukrainer und belehrten sie, nach dem Motto “Weil unsere Großväter Nazis waren, haben wir das Recht, die letzte Instanz in Sachen Umgang mit der Vergangenheit zu sein.”

        Widerlich, nicht wahr?

      • @Zippism:

        "Man stelle sich ernsthaft vor, in Deutschland würde eine Brigade nach einem Kriegsverbrecher, Kollaborateur oder ideologischen Wegbereiter ethnischer Gewalt benannt"



        In Westdeutschland und international hat es 50 Jahre lang niemanden gestört, dass Kasernen nach Reichswehr- und Wehrmachtsoffizieren benannt waren. Die Diskussionen und Unbenennungen fingen erst in den 90ern an.



        Jozef Pilsudski hat Eroberungskriege gegen die Sowjetunion und Litauen geführt, sich gegen eine demokratisch gewählte polnische Regierung an die Macht geputscht, die belarusischen, litauschen und ukrainischen Minderheiten in Polen mit Polizeistaatsmethoden drangsaliert und davon geträumt, bei einem erneuten Krieg mit der Sowjetunion weitere Teile der Ukrainischen SSR zu annektieren.



        Polen ehrt diesen Mann mit Denkmälern und Straßen, dutzende Unis und Schulen sind nach ihm benannt.



        Soll kein Whatabouism sein, ich respektiere die Eigenheiten des polnischen Diskurses. Bei den Ukrainern halte ich es genauso. Ihr Appell gegen "moralische Überheblichkeit" gilt für uns alle.

        • @Barbara Falk:

          Also die alte Leier, dass sich die Polen mal nicht so haben sollen? Das bekommen die Polen seit Jahrzehnten aus D zu hören...

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Das kriegen Sie doch gerade von Leuten, die sich für “Diplomatie” mit dem faschistischen Russland aussprechen, implizit gesagt. Da fällt nämlich immer gerne so etwas wie “Immer, wenn es zwischen Deutschland und Russland Einvernehmen gab, ging es uns gut” oder gar das schwachsinnige Schlagwort “Unser Nachbar Russland.”

            Polen und Balten sind da immer unwichtig.

        • @Barbara Falk:

          Danke für die Aufklärung. Ich hatte schon geahnt, daß es mal wieder nach dem beliebten Motto geht: ich bin gut, weil du böse bist, deshalb nenne ich dich böse.



          Da Bandera mit Nazis kollaboriert hat, um (u.a.) russische Besatzer aus der Ukraine zu vertreiben, kann man ihm vielleicht vorwerfen, ein Nazi gewesen zu sein.



          Hat nicht auch Stalin mit Hitler paktiert, um was nochmal ... in Polen ...? Demnach war also auch Stalin ein Nazi! Und der Stalin-Verehrer Putin steht auf der selben Seite wie die Ukrainischen Verehrer Banderas.



          Na da schau an!

        • @Barbara Falk:

          Ja, es ist richtig, dass die Bundeswehr jahrzehntelang Kasernen nach Wehrmachtsoffizieren benannt hatte. Genau das gilt heute als historischer und moralischer Fehler. Dass es 50 Jahre lang „niemanden gestört“ hat, ist kein Argument für Richtigkeit, sondern ein Beleg dafür, wie lange Gesellschaften brauchen, um problematische Traditionslinien zu korrigieren. Dass diese Benennungen ab den 1990ern systematisch überprüft und geändert wurden, zeigt gerade, dass symbolische Ehrungen politisch relevant sind – auch rückwirkend.

          Der Verweis auf Józef Piłsudski ist ebenfalls kein Freibrief, sondern ein klassischer Hinweis auf nationale Ambivalenzen. Piłsudski wird in Polen primär als Staatsgründer erinnert; seine autoritären und imperialen Seiten werden im eigenen Diskurs zunehmend kritisch aufgearbeitet – wenn auch unvollständig. Aber selbst dort gibt es keine militärischen Einheiten, die nach expliziten Tätern ethnischer Massengewalt benannt sind, deren Ideologie bis heute mobilisierend wirkt.

          Der entscheidende Unterschied bleibt: Figuren wie Stepan Bandera stehen nicht nur für nationale Unabhängigkeit, sondern für dokumentierte Kollaboration, ethnische Säuberungen und politische Gewalt.

      • @Zippism:

        Danke für diese klaren Worte!

    • @Peter Blunt:

      "Selenskyj leistet Übermenschliches und ist der mit Abstand größte Anführer und Diplomat unserer Zeit."

      Die Vorgänge der letzten Wochen zeigen das Gegenteil. Wer ein Land, auf das man extrem angewiesen ist, vors Schienbein tritt, nur um dem rechten Rand im eigenen Land einen Gefallen zu tun, hat von Diplomatie keine Ahnung. Besonders, wenn man dann nach der Gegenreaktion die beleidigte Leberwurst spielt...

    • @Peter Blunt:

      Ich gebe Ihnen in weiten Teilen Recht. Allerdings haben seit 2022 vermutlich mehrere Tausend polnische Staatsbürger auf ukrainischer Seite gedient. Wie auch Amerikaner, Australier, Deutsche etc. Die Unterstützung in Polen für die Ukrainer ist groß, auch wenn die russische Propaganda dort, wie auch in Deutschland, großartige Arbeit dabei leistet diesen Zuspruch langsam ins Gegenteil zu kehren.

      Den Preis zahlt ganz Europa wenn die Ukraine verlieren sollte doppelt und dreifach. Sowohl im Geldbeutel als auch an Menschenleben.

  • Das muss man sich mal zu Gemüte führen, da ehrt der Präsident einen Haufen Kriegsverbrecher des zweiten Weltkrieges, das stelle man sich mal in D vor.



    Der Gegenwind, den er bekommt, ist absolut gerechtfertigt.

    • @nutzer:

      "Diplomatischer Vollversager"



      Das ist verbal deutliche und harsche Kritik.



      Bismarck wird als Stellungnahme zugeschrieben, dass...



      "Ein guter Diplomat" auch in den schwierigsten Situationen einen Ausweg finden kann...



      Wahrscheinlich keine unlösbare oder sogenannte 'Herkules-Aufgabe'...



      Auch früher gab es verzwickte Probleme mit der Bewältigung der gemeinsamen Vergangenheit:



      "Die Kultfigur, von der viele nicht lassen wollen"



      Bei taz.de 2024



      "Geblieben ist der Bandera-Kult. Rossoliński-Liebe zieht in seinem Buch resigniert den Schluss, „dass ukrainische Intellektuelle nicht bereit sind, sich mit diesem Thema kritisch auseinanderzusetzen“. Der soziale Druck sei zu groß. Stattdessen fänden sich auch „Feministinnen, Menschenrechtler und liberale Denker“ unter den Bandera-Fans."



      Quelle zum Nachlesen:



      taz.de/Die-Kultfig...n-wollen/!6052819/

      • @Martin Rees:

        Ergänzend: DieUkrainische Aufständische Armee[...] kurzUPA, [...] war eineukrainischePartisanenarmee und der militärische Flügel der „Organisation Ukrainischer Nationalisten“ (OUN,Bandera-Fraktion OUN-B). (Wikipedia)



        .



        Rossoliński-Liebe, auf den Sie verweisen, selbst hat sich auch hier ukraineverstehen.d...ischen-geschichte/ in der Diskussion um Bandera klar geäußert:



        .



        》Bandera berei­tete mit seiner Frak­tion der OUN 1940 und 1941 einen Plan vor, nach dem er der Führer eines ukrai­nisch-faschis­ti­schen Staates werden sollte. Dieser Staat sollte von Juden, Polen, Russen und poli­ti­schen Feinden gesäu­bert werden. Per­so­nen, die solche Pläne vor­be­rei­ten und sie zu rea­li­sie­ren ver­su­chen, sind kei­nes­wegs das, was heut­zu­tage in poli­ti­schen und teil­weise auch in geschichts­wis­sen­schaft­li­chen Dis­kur­sen über Bandera behaup­tet wird. Wenn man ukrai­ni­schen und deut­schen His­to­ri­ke­rin­nen und His­to­ri­kern zuhört, könnte man glauben, dass Bandera ein anti­so­wje­ti­scher Frei­heits­kämp­fer oder Dis­si­dent war, der von Idealen der Demo­kra­tie getra­genwurde《

        • @ke1ner:

          Danke für die Einordnung dieses Konfliktes, auch an @Martin Rees. Die Conclusio könnte wohl lauten: beide Seiten - die Ukraine und Polen - haben in ihrem Verhältnis zueinander reichlich historischen ‚Dreck am Stecken‘, niemand ist hier ausschließlich in der Opferrolle.



          Und die unheilvolle Rolle Nazi-Deutschlands und der stalinistischen Sowjetunion in diesem Konflikt sollte auch nicht vergessen werden.

    • @nutzer:

      D hat den 2. Weltkrieg angefangen. Die Ukraine war damals kein Staat.

      • @nihilist:

        Dennoch ehrt man keine Kriegsverbrecher, als Staat. Auch wenn D den Krieg zu verantworten hat, sind die Kollaborateure anders wo nicht unschuldig.



        Schuld ist keine Gruppeneigenschaft, Schuld bleibt individuell und auch institutionell.

        • @nutzer:

          Nahezu alle Staaten die älter als 50 Jahre sind ehren Kriegsverbrecher.

          • @Machiavelli:

            Uff, Sie werten Soldaten die Pogrome begangen haben genauso wie Soldaten die im Kampf Menschen getötet haben?



            Keine Frage, Töten im Krieg hat in keinem Fall positive Aspekte, die es zu ehren gälte, aber Pogrome sind noch einmal eine Etage tiefer.

            • @nutzer:

              Nein ich rede von Massaker. Die meisten Staaten ehren Leute die an Massaker beteiligt waren. Nicht Soldaten die andere Soldaten getötet haben.

      • @nihilist:

        Dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg begonnen hat, ist ein historischer Fakt – aber kein Freifahrtschein, Kriegsverbrecher zu ehren.

        Und ja, Ukraine war damals kein souveräner Staat. Trotzdem wurden Verbrechen von konkreten Organisationen und Personen begangen – und genau diese werden heute teilweise heroisiert.

        Wer das als Gegenargument bringt, weicht der eigentlichen Kritik aus.

        • @Zippism:

          Wenn die eigentliche Kritik gar nicht ist, dass ja sowas in Deutschland nicht ginge, dann formulieren Sie die doch auch so.

          Es gibt keine Freifahrtscheine, es gibt aber Gründe wieso die einen ihre Kriegsverbrecher als Freiheitskämpfer verklären und die anderen nicht.

          • @nihilist:

            Natürlich gibt es Gründe, warum in der Ukraine Figuren als Freiheitskämpfer verklärt werden – Krieg, Fremdherrschaft, nationale Traumata. Aber Gründe erklären, sie entschuldigen nicht. Wer Täter ehrt, bleibt dafür verantwortlich, egal wie komplex die Geschichte ist.

            Die eigentliche Kritik – und darum geht es auch im Artikel – ist nicht der historische Kontext, sondern der heutige politische Umgang damit. Wenn Kriegsverbrechen relativiert werden, weil sie „damals notwendig“ oder „gegen den richtigen Feind“ gerichtet gewesen seien, ist das kein Akt der Selbstverteidigung, sondern Geschichtspolitik.

            • @Zippism:

              Da kommen wir doch auf was.



              Nein, es gibt keine Entschuldigung dafür, Kriegsverbrecher zu glorifizieren. Für eine ernstzunehmende Kritik daran müssen aber eben die gewaltigen Unterschiede im historischen Kontext zumindest anerkannt werden.

            • @Zippism:

              》... wenn vergleichbare Narrative anderswo plötzlich mit „anderen Diskursen“, militärischen Zwängen oder gekränktem Nationalstolz erklärt und relativiert werden《



              .



              Außerdem stimmt "anderswo" auch nicht so wirklich: das waren NS-Kollobarateure, die sich aktiv am Holocaust beteiligt haben.



              .



              Z.B. in Lemberg:



              .



              www.juedische-allg...en-hochstilisiert/



              .



              Und: 》Auch das Son­der­kom­mando 4a, die Polizei-Batail­lone 45 und 303, Teile des Polizei-Regi­ments „Russ­land Süd“ sowie Teile der Orga­ni­sa­tion der Ukrai­ni­schen Natio­na­lis­ten (OUN) als Hilfs­po­li­zei waren an den Mas­sen­er­schie­ßun­gen in Babyn Jar – auf Deutsch “Wei­ber­schlucht” – betei­ligt《 ukraineverstehen.de/bauer-babyn-jar/



              .



              Binnen 24h wurden 》am Stadtrand vonKiewinsgesamt 33.771 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Es gilt als das größte einzelne Massaker an derjüdischen Bevölkerungwährend desHolocaust《



              .



              de.wikipedia.org/w...aker_von_Babyn_Jar



              .



              Und heute ist der große Boulevard in Kiew, keine 6 km entfernt, der zu der Gedenkstätte führt, nach - dem Anführer der OUN, Stepan Bandera benannt!

  • Tja,



    man mag Putin verteufeln,



    aber Selensky ist auch nicht engelsgleich...

    • @Philippo1000:

      Das ist ja auch nicht das Jüngste Gericht, sondern ein schnöder blutiger Eroberungsfeldzug.

    • @Philippo1000:

      Putin kann man gar nicht "verteufeln" - gegen ihn ist der Teufel ein recht sympathischer Kerl ...

    • @Philippo1000:

      Vergleichst du gerade wirklich einen Kriegstreiber Massenmörder und Kriegsverbrecher mit einem Staatschef, der sich diplomatisch ein wenig ungeschickt verhalten hat??

      • @QuantumRider:

        Na, vielleicht fehlen ihm eben aktuell einfach die Mittel? Vielleicht kommt der ukrainische Präsident ja nochmal in eine Machtposition (wie Putin), wo er dann zeigen kann, wes Geistes Kind er ist. Wenn er den russischen Aggressor heroisch niedergerungen hat und als Teil der EU und NATO sowohl finanziell als auch militärisch schalten und walten kann in den rückeroberten - pardon: befreiten - Gebieten, wie es ihm beliebt. Lackmus-Test versus Hype.

  • Dass Selenskjy diplomatisch ein Totalausfall ist, ist ja so neu auch wieder nicht. Er gibt sich halt die größte Mühe den Kreis seiner Unterstützer immer kleiner werden zu lassen.

    • @Pico :

      Welche Partei, die im Bundestag ganz, ganz Rechts sitzt, behauptet das auch immer von Selensky ??

    • @Pico :

      Welche Unterstützerstaaten der Ukraine sind denn ausgeschert?

      • @Barbara Falk:

        Die USA



        war unter Biden der größte Unterstützer der Ukraine.



        Trump hat in erster Linie versucht, mittels wirtschaftlicher Verträge, das Geld zurück zu erhalten.



        Schon zur Zeit der Biden Administration verhinderten die Republikaner weitere Unterstützung.



        Heute dürfen wir US Waffen kaufen um sie an die Ukraine weiterreichen zu können.



        Das noch als „Unsterstützung“ zu betrachten, fällt schwer.

        • @Philippo1000:

          Komisch, unter Biden war auch schon Selenskyi der ukrainische Präsident.

        • @Philippo1000:

          "Die USA



          (...)



          Das noch als „Unterstützung“ zu betrachten, fällt schwer."



          Richtig, aber Donalds erratisches und narzisstisches Verhalten auf Selenski zurückzuführen, ist dann doch recht abenteuerlich.

  • Der Kommentator vergisst zu erwähnen, dass noch dazu im Mai Andrij Melnyk, der OUN Führer, der sowohl für das Massaker von Wolhynien verantwortlich war, wie auch für die Beteiligung der OUN am Holocaust und der Beteiligung an der SS Einheit Galizien, in einem Staatsbegräbnis umgebettet wurde - in Anwesenheit Selenskys.



    Es ist also nicht ein einziges Fehlverhalten, sondern eine ganze Kette von Ereignissen, die zu dieser polnischen Reaktion geführt haben.

    • @KritikderreiunenVernunft:

      Im Guardian www.theguardian.co...nuclear-apocalypse gibt es gerade einen Artikel zu Carlo Rovelli:



      .



      》Edge of Armageddon: why does one of the world’s top thinkers believe we’re nearing nuclear apocalypse?《



      .



      dessen aktuelles Buch mit 》85 Seconds to Midnight, A Physicist’s Argument against Rearmament《 untertitelt ist.



      .



      》He cites what happened a few weeks ago in St Petersburg. “With Nato weapons, Ukrainians bombed St Petersburg and they tried to bomb Moscow. So a country with nuclear weapons is being ‘bombed’ by the British. Not the British pushing the button, but the bombs come from Britain, as well as from Germany and France, with less from the US.”《



      .



      Und wir lassen in der Ukraine Politiker, die sich positiv auf Kriegsverbrecher, Faschisten beziehen, für uns solche Entscheidungen treffen.



      .



      Konventionell kann Russland den Krieg wohl nicht gewinnen: darin liegt die Gefahr eines Nuklearkriegs, die durch solche Verehrung historischer Rechtsextremer nicht geringer wird.



      .



      Putin muss auch in einer konventionellen Niederlage besonnen bleiben - DAS ist eine Abhängigkeit, in die sich der Westen nie hätte begeben dürfen.

      • @ke1ner:

        Nuklear kann Russland den Krieg auch nicht gewinnen.

        Sie meinen, dann sollten "wir" die Entscheidungen lieber selbst treffen und in den Krieg eintreten?

        Es gibt Prognosen, die besagen, dass ihre Hoffnungen noch erfüllt werden.

        Wenn das erste NATO-Land dran ist.

        • @rero:

          Nein, das meine ich nicht. Sondern, dass der Westen ernsthaft auf Verhandlungen hinarbeiten sollte.

          • @ke1ner:

            Russland kann keine ernsthaften Verhandlung führen weil solche dem Selbstverständnis als wettmachen entgegenstehen.

          • @ke1ner:

            "...dass der Westen ernsthaft auf Verhandlungen hinarbeiten sollte."



            Super Vorschlag. Noch nie gehört.



            Und das, wo wir (der Westen) gerade so schön massiv aufrüsten, um Russland anzugreifen. Das wiederum hab ich schon gehört. Wo doch gleich? Ah ja: Lawrow. Die Speerspitze der Diplomatie.

            • @Encantado:

              Naja, man könnte im Westen ja mal über die geografischen Grenzen des Atlantiks und der danach benannten, noch (?) US-geführten Verteidigungsorganisation nachdenken. Oder auch nicht. Schließlich kann jedes Land, was ins westliche Narrativ passt, seine eigenen, ganz souveränen Entscheidungen treffen, ganz ohne Folgenabschätzung für Dritte und ganz ohne Konsequenzen für sich selbst. Das muss doch ein Menschenrecht sein! /s

    • @KritikderreiunenVernunft:

      War Melnyk nicht seit 1941 inhaftiert?



      Wie kann er da für Ereignisse im Jahr 1943 verantwortlich sein?

      • @MBG:

        Laut Wikipedia stand Melnik 1941-44 unter Hausarrest. Was bedeutet, das er in der Lage war seinen Flügel der OUN weiterzuführen. Und darüberhinaus, das Konzept der Verantwortlichkeit ist nicht zwangsläufig an die lokale Anwesenheit gebunden, andernfalls wäre Hitler wohl für so gut wie nichts verantwortlich?!

        • @Thomas Kühnelt:

          Interessant, jemand, der von der Gestapo unter Hausarrest gesetzt wurde, konnte seine Truppen weiterführen.



          Ich bezweifle, dass es sich bei dieser Inhaftierung um ein zweites Landsberg am Lech handelt.

          Aber lassen wir das.



          Mir liegt es fern einen Kollaborateur und Nationalisten, der bestimmt genug Dreck am Stecken hat, zu beschönigen.

          Allerdings sollten wir zwei „Hobbyhistoriker“ uns davor hüten, die Narrative von Putin und auch der ehemaligen Sowjetunion über die Geschichte der Ukraine zu übernehmen.

          Vielleicht täte uns ein Blick gut, wie es die Gastautorinnen im Luxemburger Wort getan haben.

          „Warum die Debatte über Andrij Melnyk mehr Nuancen braucht“ vom 17.06.2026