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Russlands Raketen auf KyjiwDäumchen drehen für den Frieden

Dominic Johnson

Kommentar von

Dominic Johnson

Ein heißer Sommer droht in der Ukraine und im Baltikum. Aber Europa findet keine angemessene Antwort auf Russlands militärische Eskalation.

Je mehr russische Raketen die ukrainische Hauptstadt Kyjiw treffen, desto schäbiger fallen die Reaktionen Europas aus Foto: Zoya Shu/dpa

R ussland bombt, Europa dreht Däumchen. Je mehr russische Raketen die ukrainische Hauptstadt Kyjiw treffen, desto schäbiger fallen die Reaktionen aus. „Deutschland steht weiter fest an der Seite der Ukraine“, sagte am Sonntag Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dem Horror der Pfingstnacht, der in Kyjiw massive Verwüstung anrichtete.

Stehen – das reicht nicht mehr. Bewegen – das sollten sich die europäischen Verbündeten der Ukraine jetzt endlich. Russlands Eskalation trifft nicht nur die Ukraine. Vergangene Woche verging kaum ein Tag ohne Drohnenalarm im Baltikum, dazu kam im UN-Sicherheitsrat eine russische Angriffsankündigung gegen Lettland. Wie reagiert der Westen? Die EU überlegt, wen sie als Unterhändler in den Kreml schicken könnte, Großbritannien lockert seine Ölsanktionen gegen Russland, die USA sind mit Iran beschäftigt.

Ein heißer Sommer 2026 droht Europa nicht nur, er hat bereits begonnen. Der Umgang Europas mit dem Krieg in der Ukraine erweist sich immer offensichtlicher als ungenügend: zu zögerlich im Erkennen des militärisch Nötigen, zu langsam in der Umsetzung finanzieller Zusagen, zu US-fixiert in der Diplomatie, selbst gegenüber Donald Trump, der eher als Vertreter russischer Interessen agiert.

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Wo Europa stillsteht, ist die Ukraine längst weiter. Aus eigener Kraft hat sie Langstreckendrohnen entwickelt, die Russlands Militärapparat schwächen und eine neuartige Kriegsführung ermöglichen, von der die Nato noch weit entfernt ist. Aus eigener Kraft hält sie im Donbass den russischen Invasoren stand und wendet allmählich an einigen Frontabschnitten das Blatt.

Dieser Krieg wird mit der Waffe entschieden und nicht an der schiefen Bahn, die Trump für einen Verhandlungstisch hält. Die Ukraine weiß das. Die Europäer werden es wohl erst merken, wenn es zu spät ist und der Krieg sie direkt erreicht. Vielleicht werden sie dann die Ukraine verzweifelt bitten, ihnen zur Seite zu stehen. Und die Ukraine wird sich erinnern, wie Europa im Frühsommer 2026 Däumchen drehte.

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Dominic Johnson
Ressortleiter Ausland
Seit 2011 Co-Leiter des taz-Auslandsressorts und seit 1990 Afrikaredakteur der taz.
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99 Kommentare

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  • Je länger wir warten desto teurer wirds.



    Wurde schon 2022 gesagt und sicherlich auch schon davor.

    Ist schon wieder Weckruf-Saison?

  • Was schon vor drei Jahren stimmte und sich allmählich bewahrheitet: dieser Krieg kann nur in Russland selbst beendet werden.



    Putin muß entweder durch natürliches Ableben, oder durch's Volk (zu angepaßt), oder durch's Militär (zu zynisch), oder durch seine Oligarchen entmachtet werden. Letztere werde erst handeln, wenn ihnen der Krieg weh tut. Das tut er immer noch nicht.



    Dazu bräuchte es WIRKSAME Wirtschaftssanktionen. Die sind von D/EU nicht zu erwarten, solange die auch unsere D/EU-Wirtschaft belasten. Und das halte ich für das eigentlich Beschämende. Sie wären ein relativ unblutiger Weg zum Kriegsende.



    Die Villen am Tegernsee, die Jachten, die Vermögen auf europäischen Banken, ... es erzähle mir bitte niemand, da stünden rechtliche Hürden im Weg. Fr. v.d. Leyen hat gerade erst mal wieder (diesmal bzgl. Google) bewiesen, wie flexibel Europäisches Recht angewandt werden kann.

    • @Selbstauslöser:

      WIRKSAME Wirtschaftssanktionen sind so ein schönes Schlagwort. Allerdings sind sie in einer Welt, in der der "Westen" nur noch ca. 1/3 der Weltwirtschaft stellt, nicht wirklich durchsetzbar. 2/3 interessieren sich nicht für unsere Sanktionen und der Versuch, sie zu zwingen, würde uns selbst ruinieren. In einer Situation, in der die Rechten immer stärker werden.

      Es wird Zeit, die Grenzen der eigenen Möglichkeiten zu erkennen. Sonst begehen wir aus Angst vor Putin Selbstmord.

    • @Selbstauslöser:

      European Citizen's Initiative (Petition auf EU-Ebene) zu Wirtschaftssanktionen: Stop Funding Russia's War: Phase Out Harmful and Useless Russian Imports into the EU citizens-initiativ...ils/2026/000002_en bzw (Hintergrund) stopfundingrussianwar.com/ , selbst wenn das eher ein Fokus hat auf Importe und weniger auf Beschlagnahmungen (was ich wie Sie auch für sinnvoll halte - dazu sind (zivile und militärische) Unterstützung für Ukraine natürlich mindestens genauso wichtig).

    • @Selbstauslöser:

      Wollen Sie wirklich in einem Staat leben, in dem das Recht zurechtgebogen wird, wie es passt? Wann hat Unrecht jemals Unrecht verhindert oder geheilt?

      • @elektrozwerg:

        Im Gegenteil! Auch Ihnen dürfte bekannt sein, daß Recht und Gerechtigkeit zwei verschiedene Sachverhalte sind. Ich will in einem Staat leben, in dem das Recht der Gerechtigkeit dient.



        Tatsächlich wird das Recht in D und EU zurechtgebogen, umgangen, ignoriert, oder es werden einfach ungerechte Rechtsvorschriften erlassen. Wenn das möglich ist, geht's auch in die andere Richtung. Das ist eine Frage von Wertung und Wollen.



        Unrecht durch Unrecht bekämpfen - Geheimdienste weltweit versuchen das ständig, nur so als Beispiel, mit legalisierten Rechtsbrüchen.



        Auch Diktatoren herrschen mit Rechtsvorschriften. Deutschland hat das mal perfektioniert. Alles entscheidend ist die Frage: WEM dient das Recht?

        • @Selbstauslöser:

          Das Recht passend zum jeweiligen und subjektiven Gerechtigkeitsempfinden zu machen ist fuer mich kein Recht, sondern Willkuer.

          • @elektrozwerg:

            Aus meiner persönlichen Sicht hat jeder das Recht auf Realitätsverweigerung. Schwierig wird's nur, wenn man versucht, sie durchzusetzen, ob nun dialogisch oder weltpolitisch ...



            Die einzigen OBJEKTIV gültigen, für alle verbindlichen und immer verlässlichen, sich sogar selbst durchsetzenden Gesetze, die ich kenne, sind die Naturgesetze. Denen kann sich nichts und niemand entziehen, selbst wenn man sie ignoriert, nicht versteht, oder sogar noch nichtmal kennt.



            Z.B. das Gesetz von Ursache und Wirkung (Sanskrit: Karma).

      • @elektrozwerg:

        Vielleicht hat sich Rechtslage inzwischen geändert, aber im 1sten Weltkrieg wurde das Eigentum von Privatleuten der kriegführenden Mächte als "Feindvermögen" beschlagnahmt. Und zwar von allen Staaten.

        Die USA haben bei ihrem Kriegseintritt 1917 dutzende in ihren Häfen liegende deutsche Handels- und Passagierschiffe beschlagnahmt und für ihre Kriegsführung eingesetzt. Manche Historiker vertreten die These, dass es ohne die großen ex-deutschen Passagierdampfer nicht möglich gewesen wäre, die US-Truppen so schnell in so großer Zahl nach Frankreich an die Front zu bringen.

        Deutschland befindet sich zwar nicht offiziell im Krieg mit Russland, aber angesichts der zahlreichen Spionage- und Sabotageangriffe von russischer Seite spricht aus meiner Sicht einiges dafür, durch Konfiszierung solcher Vermögen Druck aufzubauen.

        • @ PeWi:

          Der Vergleich scheitert schon daran, dass wir ebensowenig wie alle anderen EU-Staaten mit Russland im Krieg sind.

          • @elektrozwerg:

            Meistens ist Vorbeugung besser als Nachsorge

  • Die EU unterstützt die Ukraine fortwährend.



    Die Blockade der letzten finanziellen Unterstützung war Orban "zu verdanken".



    Nachdem schon vor Übernahme der Amtsgeschäfte durch trump die Waffenlieferungen an die Ukraine gestoppt wurden, ist Deutschland größter Unterstützer nach der EU.



    Die "Entwicklungen" , die hier stolz verkündet werden, sind auch dank der Milliarden möglich, mit der der Westen die Ukraine finanziert.



    Es ist natürlich traurig, dass Menschen in Kiew zu Schaden gekommen sind.



    Doch ohne die stetige Lieferung von Flugabwehrsystemen, insbesondere durch Deutschland, wären die Schäden und Verluste noch höher.



    Wie Militärexperten erläutern, ist militärische Entwicklung immer Schwankungen unterlegen.



    Die jüngsten Angriffe Putins zeigen jedenfalls, dass Russland weiterhin militärische Erfolge erzielt.



    Der von Vielen herbeigesehnte "Siegfrieden" durch die Ukraine ist nicht realistischer geworden.



    Durch die Aufhebung des Ölembargos durch trump ist auch wieder frisches Geld in Putins Kasse geflossen.



    Es ist sinnlos, weiter zu behaupten, der Sieg gegen Russland läge an fehlenden Entschlossenheit Europas.

    • @Philippo1000:

      Welchen militärischen Erfolg sehen Sie darin, alle drei Monate eine 25 Millionen teure Rakete blind in eine Millionenstadt zu schiessen?



      Der ukrainische Sieg im Krieg wird mit jedem Tag wahrscheinlicher. Die russischen Truppen im Süden werden mehr und mehr von jeder Versorgung abgeschnitten. Die Offensive im Osten ist zum Stillstand gekommen. Und selbst auf der Krim werden die russischen Verteidigungsanlagen derzeit Stück für Stück zerstört. Eigentlich passiert genau das Gegenteil von dem, was Sie beschreiben.

  • Offenbar üben die Oreschniks Faszination aus. Zumindest sprudelt es unten vor Whataboutismen, als hätte jemand einen Honigtopf für Putin-Apologeten hingestellt.

    • @derzwerg:

      Na ja. Die Waffe ist in allen Medien...

      Und noch eine Tatsache, die in fast allen Medien war. In D gibt es weniger als 500.000 Plätze in Schutzräumen.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das Schaffen von Schutzräumen galt und gilt vielen als kriegstreiberische Maßnahmen...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das war eher eine sanfte Einladung, nicht über jedes Stöckchen zu springen, dass von den russichen Siegfriedenspfreunden hingehalten wird.

        • @derzwerg:

          Das Stöckchen wird doch von beiden Seiten hingehalten.

          Russische Wunderwaffe gegen taugt nichts. Beides ist Quatsch. Es ist einfach eine moderne Mittelstreckenrakete. Nicht mehr und nicht weniger.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Natürlich ist das "mehr". Die Rakete ist mit rund 30 Mio US Dollar viel zu teuer für konventionelle Angriffe. Dafür könnte Russland rund 600 Shahed Drohnen einsetzen. Den Einsatz bemängeln sogar russiche Militärexperten selbst. Russland besitzt etwa 3 bis 4 Stück in einsatzbereitem Zustand. Das Ganze hat nur den Zweck, zu zeigen, dass man bereit ist atomwaffenfähige Systeme in diesem Krieg einzusetzen. Die Oreschnik dient einzig und allein der psychologischen Kriegsführung und dieser Move ist angesichts der messbaren Erfolge so durchschaubar wie offenbarend.

            • @Deep South:

              Die russischen Raketentruppen müssen so und so Testschüsse machen. Jetzt schießt man eben auf Kiew, statt nach Kamtschatka. Kostet gleich viel. Ist nur brutaler.

              PS: Kann man irgendwo nachlesen, wie viel so eine Rakete kostet und wie viel einsatzbereit sind? Also außerhalb von Ratekreisen.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        @warum_denkt_keiner_nach ?



        Schutzräume ?



        Na ja, noch hat Deutschland ja noch nicht konkret vor, ein anderes Land anzugreifen....

  • Dass die Ukraine sich nunmehr im fünften Jahr Russlands Bombenhagel erwehren muss liegt nicht zuletzt an der völlig falschen Einschätzung und Haltung der damaligen Bundesregierung. Ich darf aus einem Aufsatz der Bundeszentrale für politische Bildung zitieren:



    "Das Kalkül lautete: Ein schneller militärischer Sieg Russlands hält die eigenen Kosten gering. Deshalb durften bis zum Kriegsbeginn keine Waffen an die Ukraine geliefert werden. Noch am Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine bekräftigte Robert Habeck im Namen der Bundesregierung, dass Deutschland keine Waffen in das Kriegsgebiet liefern werde."

    • @Il_Leopardo:

      Dass die Einschätzung und Haltung völlig falsch war, ist korrekt, aber die Verbindung fehlt, wie eine andere Haltung Russland im Laufe dieser gut vier Jahre von irgendetwas abgehalten hätte.

      Die Scholz-Regierung hat sich in bester Salamitaktik unerträglich viel Zeit für jedes Scheibchen Unterstützung gelassen und dabei vielleicht im Sommer und Herbst 2022 ein günstiges Zeitfenster verpasst.



      Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es kein geheimes Lager an hübschen kriegsentscheidenden Unterstützungswürsten gibt, auf dem Deutschland bis heute sitzt.

      • @nihilist:

        Ich widerspreche: Es gab und gibt diese "Unterstützungswürste", wie Sie sie nennen und erinnere an die Taurus-Debatte. Ist irgendwie völlig untergegangen - oder haben Sie da neueres Wissen? Herr Scholz war ja strikt gegen eine Lieferung - Herr Merz war da wohl großmäulig (solange er in der Opposition war) etwas versprochen, aber nicht gehalten.

  • Guten Morgen, Frau Falk, parallel zu allem Übel schicken die Russen weiteres und tödlicheres Kriegsgerät in die Ukraine: "www.ukrinform.de/r...drohne-geran4.html". Meinen Sie nicht, wir sollten zumindest diplomatisch mehr Druck aufbauen, damit nicht noch mehr UkrainerInnen getötet oder psychisch destabilisiert werden? Und im Prinzip weiß ich als "hilfloser" Mensch auch nicht, was die Europäer hier machen könnten - aber auf JEDEN FALL endlich ihre Regeln gegen Russland verschärft einhalten. DAS machen sie nämlich nicht.... Beste Grüße von Kay Högel

  • „ Bewegen – das sollten sich die europäischen Verbündeten der Ukraine jetzt endlich. “



    Verstehe nicht, was konkret die jetzt zusätzlich tun sollten? Direkt in den Krieg eintreten?



    Klar kann man immer „to little, to late“ klagen, aber die EU hat zB gerade eine 90 MRD Finanzierung für den ukrainischen Haushalt auf den Weg gebracht (an der sich GB übrigens beteiligen will). Und militärisch ist die Ukraine schon längst vom Hilfsempfänger zum gesuchten Kooperationspartner geworden (für Europäer, USA, Israel, Golfstaaten), mit dem reichlich fließenden Geld skalieren sie die eigene Waffenproduktion. IMO sind die Ukrainer klare Profiteure von Trumps Irankrieg.



    Das, was die Ukrainer jetzt noch tun müssen, um diesen Krieg zu gewinnen, schafft ihre Armee allein: Abnutzung der Invasionsarmee, Isolierung der Krim und des Landkorridors durch Fern-Kontrolle der Logistikrouten, Angriffe auf die Ölindustrie (=russischer Staatsbankrott), weitere Ausdünnung der Luftabwehr, Zerstörung von Rüstungsbetrieben.

    • @Barbara Falk:

      "Abnutzung der Invasionsarmee" ist ein ziemlich grässliches Bild, wenn man damit die Menschen, zugegeben nicht wenige Verbrecher, und nicht das Material meint. Die Junarmija hat Stand März 2022 m.W. 1.000.000 Mitglieder, hoch gerechnet ein Wachstum von etwa 200.000 Mitgliedern / Jahr. Diese Menschen werden so erzogen , dass sie mit "Frieden" nie etwas anderes anfangen werden können als "Sieg". Die Junamija wird stellenweise ziemlich unbeholfen mit der Hitlerjugend verglichen. Das ist nur insoweit zutreffend wenn man damit die SS Panzerdivision Hitlerjugend meint. An diesem Beipiel kann man erkennen wie wenige Jahre es braucht Jugendliche zu äußerst kampfstarken Verbänden zu formieren.

      "Russischer Staatsbankrott" : Ein Staatsbankrott Russlands liegt formal jetzt schon vor, da das Land infolge westlicher Sanktionen seit 2022 seine fälligen Auslandsanleihen nicht mehr in den geforderten Währungen bedienen konnte. Für die russische Binnenwirtschaft und den Staatshaushalt hat dies aufgrund der niedrigen Staatsverschuldung (ca. 17 bis 20 Prozent des BIP) jedoch kaum unmittelbare Auswirkungen. Quelle Statista

      • @Hans - Friedrich Bär:

        Huach ja, so ein grässliches Bild. Schrecklich!



        Die Soldaten an der Front oder die Zivilisten in Kyiv, die Raketen abbekommen, wären sicher ganz entsetzt über so viel Grässlichkeit. Was wir Deutschen zugemutet bekommen!

        • @nihilist:

          Da gibt es nichts zu spotten, denn es geht um Leben und Tod.



          "Abnutzung der Invasionsarmee" ist einen grässliche Formulierung, wenn damit gemeint ist, dass eine größere Zahl Soldaten, gleich welcher Partei, ihr Leben verliert.



          "Abnutzung " ist ein Bild, mit dem technisiert wird um was es eigentlich geht : Tod und Verstümmelung. Dieses Leid bezeichnet man nicht als "Abnutzung", das wird der Würde aller Menschen und dem Ernst der Lage nicht gerecht.

          Um jedes Missverständnis auszuschließen : Ich habe mich an der ausgeprägt flapsigen Wortwahl gestört.

          Wenn Sie Interviews von Frontsoldaten lesen und ernst nehmen was sie meinen, stören sie sich genau daran: an ihrer Entmenschlichung durch Verharmlosung und Routine.

          • @Hans - Friedrich Bär:

            Es gibt immer etwas zu spotten. Insbesondere, wenn es um Leben und Tod geht, sich aber Unbeteiligte über die nicht ausreichend emotionalisierte Wortwahl bei der Beschreibung des selben Szenarios echauffieren.

            Was Sie dabei nicht verstehen: Krieg wird seinem Wesen nach der Würde aller Menschen nicht gerecht. Krieg ist der Zusammenbruch von Menschenwürde.



            Was Sie verlangen, ist seine konsequente Beschönigung, um das Grauen an der Front wieder irgendwie in Einklang mit Ihrer streng normierten und geregelten Gedankenwelt zu bringen.

            • @nihilist:

              Es gibt nicht "immer was zu spotten".



              Dass ein Mensch benutzt oder abgenutzt wird, dagegen habe ich etwas, das stimmt.



              Sie sind der Letzte, der eine Antwort bekommt. Das ist ganz besondere Ehre.

          • @Hans - Friedrich Bär:

            „Abnutzung“ ist nicht flapsig, sondern ein militärischer Fachbegriff, also im Kontext meiner Aussage völlig adäquat. Dass Putins Art der Kriegsführung ein Verbrechen auch gegen die eigenen Soldaten ist, schreibe ich hier seit Jahren.



            Aber da sie mir Entmenschlichung der russischen Soldaten vorwerfen, wie steht es da mit ihrem seltsamen Exkurs über die Junarmija? Die sie mit der Panzerdivision der Hitlerjugend vergleichen, junge Menschen zu „schlagkräftigen Verbänden“ geformt, die das Wort „Frieden“ nicht kennen, nur „Sieg“.



            Für was das ein Argument sein soll, führen Sie nicht aus, scheinbar dafür, dass Putin den Krieg gewinnen wird, weil sich seine ideologisierten jungen Anhänger entschlossen in den Kampf stürzen werden.



            Was für ein Schmarrn. Wer als Schüler in Russland nicht „patriotisch aktiv“ ist, kriegt nicht mal eine Empfehlung für eine weiterführende Schule, von einem Studienplatz ganz zu schweigen.

            • @Barbara Falk:

              "Abnutzungskrieg" hat glaube ich Clausewitz eingeführt. Der GI hat den Begriff kürzlich auch verwendet, aber nicht um die Verteidiger sondern um damit seine Missbilligung der Art des Angreifers auszudrücken. Sie schreiben selbst "Abnutzung der Invasionsarmee", damit meinen Sie, dass die Angegriffenen einen Abnutzungskrieg führen sollen.



              Ich erkläre Ihnen Junarmjia in Ihrem Zusammenhang: Wenn die reguläre Armee durch einen Abnutzungskrieg viele Soldaten verliert, muss der Aufwuchs ohne (lange) Ausbildungszeit und mit einer Einstellung, die keine Zweifel am Befehl kennt eingesetzt werden können. Das ist der Zweck der Junarmija. Dass diese jungen Menschen ja noch nicht ausreichend kampfstark sein werden ist geschichtlich durch die SS Panzerdivision Hitlerjugend widerlegt. Diese fanatisierten Jugendlichen waren z.B. in Frankreich besonders brutal. Jugendliche sind überall gleich.



              Wenn Sie zu diesem Thema schreiben, müssten Sie Wert darauf legen, nicht zu verlangen Ihnen diese bekannten Beispiele zu erklären. Ich habe es trotzdem gemacht.

              Persönlich beleidigende Äußerungen dürfen zur Veröffentlichung eigentlich nicht angenommen werden. Sie schaden dem Diskussionsklima.

              • @Hans - Friedrich Bär:

                „ Wenn die reguläre Armee durch einen Abnutzungskrieg viele Soldaten verliert, muss der Aufwuchs ohne (lange) Ausbildungszeit und mit einer Einstellung, die keine Zweifel am Befehl kennt eingesetzt werden können.



                Jetzt verraten Sie mir bitte, warum das Wort „Abnutzung“ flapsig und entmenschlichend ist, wenn ich es verwende, aber völlig okay, wenn Sie es verwenden.



                „ damit meinen Sie, dass die Angegriffenen einen Abnutzungskrieg führen sollen.“



                Ich weiß zwar nicht, wer oder was GI ist, aber genau das meine ich. Genauer gesagt, ich schreibe nicht, was die Ukrainer tun „sollen“ (wie käme ich dazu), ich beschreibe, was Sie tun.



                Zur Junarmija: Sie sind also der Meinung, der putinistische Staat zieht gerade ein Millionenheer fanatisierter, treu ergebener und militärisch gut ausgebildeter junger Männer heran, das demnächst in den Krieg geschickt werden kann.



                Das halte ich erstens für sachlich falsch, und zweitens würde es Putin nichts nützen.

                • @Barbara Falk:

                  Ich habe gestern geantwortet , das ist aber nicht veröffentlicht worden . Es ist also keine Unhöflichkeit , dass Sie keine Antwort bekommen haben.



                  Ganz kurz : Die Junarmija ist auch für weibliche Mitglieder geöffnet. Ich habe "Abnutzungskrieg" nicht in Anführungzeichen gesetzt.

          • @Hans - Friedrich Bär:

            Noch eine Ergänzung zur Quelle:



            www.tagesschau.de/...rontlinie-100.html

            Es macht den ukrainischen Soldaten etwas aus, dass sie einen russischen Soldaten erschießen, sie "beseitigen" ihn nicht und "schalten ihn nicht aus". Sie legen ihn in einen Graben, in dem schon andere Leichen unter Müll versteckt liegen.



            Wenn Sie die Sprache der Interviewpartner beachten, steht ziwschen den Zeilen : wir hatten keine andere Wahl.

            Damit ist gemeint : Im Kriegsvölkerrecht steht die Gefangennahme vor der Tötung. Sind wir jezt schuldig ?

            In einem Punkt haben Sie recht. Soll man das Kindern zeigen ?

            In dem Artikel über das Kaufhaus



            taz.de/U-Bahn-Stat...in-Kyjiw/!6181976/



            steht :



            "Doch sofort zieht die Mutter es hastig in ein Auto, damit es die Verwüstung nicht zu sehen bekommt."

            Es ist eine Verwüstung.

            "Wörterbuch des Unmenschen"



            www.deutsche-digit...EGFWRNLPOXYWB5UOKE



            hatte ich in der Schule.

            Der Verwüstung des Tatsächlichen ging die Verwüstung der Sprache voraus .

            • @Hans - Friedrich Bär:

              Sorry, aber ist eine spitzfindige Diskussion um die richtige Wortwahl hier in diesem Forum wirklich zielführend? Russland verliert jeden Tag mehr als 3000 Soldaten. Putins Kriegsführung ist darauf ausgelegt, ohne jede Rücksicht auf Verluste Hundertausende der eigenen Leute in den Tod zu schicken und über die schiere Masse an Soldaten und Material den Krieg zu gewinnen. Da werden Menschen völlig selbstverständlich, kalt und emotionslos wie billiges Material verheizt. Das ist Entmenschlichung in Reinform. Keine noch so blumige Sprache kann die brutale Realität kaschieren und sich angesichts der Gräuel dieses Krieges am Begriff Abnutzung zu stören, halte für völlig konstruiert.

              • @Deep South:

                Ich habe gestern geantwortet , das ist aber nicht veröffentlicht worden . Es ist also keine Unhöflichkeit , dass Sie keine Antwort bekommen haben.



                Ganz kurz : In einem Forum müssen wir uns genau ausdrücken, in einem Forum ist das Medium Sprache wichtig.

  • Bei allem wird wieder einmal ausgeblendet, dass ukrainische Alt-Nazis "nach Hause geholt" werden. Angefangen hat es mit Andreij Melnyk und seiner Frau. Demnächst soll Stepan Bandera "nach Hause geholt" werden. Bei der Beerdigung von Melnyk war auch Präsident Selenski zugegen. Er sagte: "Wir haben bereits begonnen, dass Jewgeni Konovalets nach Hause zurückkehrt, wie viele andere Ukrainer", sagte der Präsident während der Neubestattung von Melnik und seiner Frau.

    „Ich bin allen und allen dankbar, die daran gearbeitet haben, dass eine solche Rückkehr ukrainischer majestätischer Persönlichkeiten stattgefunden hat und dass das ukrainische Volk sein Pantheon der Helden bekommt. Im Jahr 2019 begannen wir ein solches Gespräch mit Ruslan Stefantschuk über die Rückkehr ukrainischer Helden, die Schaffung des Pantheons“, fügte Selenskyj hinzu.

    Quelle: strana.today/ukr/n...ti-v-ukrajini.html

    • @1 West-Berliner:

      Also sind die Verbrechen der Moskauer Mörderbande gerechtfertigt, weil die Ukraine menschliche Überreste zweifelhafter Personen heimholt?



      Ist das Ihr Ernst?!

    • @1 West-Berliner:

      Es ist ziemlich überheblich von Ihnen, der Ukraine Vorschriften machen zu wollen, wie diese mit ihrem historischen Erbe umzugehen hat. Das dies problematisch ist, ist auch vielen in der Ukraine bewusst. Aber es steht uns Deutschen nicht zu, anderen Ländern vorzuschreiben/Ratschläge zu geben, wer Nazis sind, und wie diese damit umzugehen haben. Am deutschen Wesen musste die Welt schon einmal genesen. Lasst uns lieber Waffen und Munition an die Ukraine liefern, als solch dumme Maßregelungen.

    • @1 West-Berliner:

      In diesem Zusammenhang ist das kein Argument für irgendwas. Die anti-ukrainische Propaganda ist albern, da Russland in Sachen Rechtsextremismus und das Abfeiern nationalistischer Helden nicht nur keinen Deut besser ist und sich vor allem durch eine tatsächliche faschistische Politik "auszeichnet".

    • @1 West-Berliner:

      Vollmundige Worte - 'Alt-Nazis'.



      Und was sollen jetzt die europäischen Konsequenzen darauf sein? Bitte konkret werden und nicht nur nicht "ausblenden".

      • @TerryX:

        Ganz einfach, bei faschistischen Tendenzen einzelner EU-Staaten z. Bsp. Ungarn hat man Hilfsgelder eingefroren um diesen Irrweg zu korrigieren.

        • @Zippism:

          Heißt also Gelder an die und Unterstützung der Ukraine einfrieren bzw. abbrechen. Und dann?



          Sie machen es sich wirklich seehr einfach.

        • @Zippism:

          Da ging es um in den EU-Verträgen verbindlich festgehaltene rechtsstaatliche Prinzipien, nicht "faschistische Tendenzen".



          Eins dieser Prinzipien ist, dass Rechtsstaaten Regeln klar formulieren, nicht in Form irgendwelcher "Tendenzen".

        • @Zippism:

          "bei faschistischen Tendenzen einzelner EU-Staaten z. Bsp. Ungarn"



          Dass sich Ungarn in der EU befindet, konstatieren Sie ja völlig korrekt. Dass damit diverse Verpflichtungen einhergehen bezüglich Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, ist Ihnen offensichtlich nicht so ganz klar.



          Sie plädieren für die Vergabe von Geldern nach Gutdünken und Tageslaune, scheint mir.



          Und dass sich die Ukraine im Gegensatz zu Ungarn im Krieg befindet, blenden Sie ebenfalls aus.

          Kann man machen. Sieht aber irgendwie eigenwillig aus.

  • Konsequente Sanktionen könnten ja erstmal helfen. Mit konsequenter Hilfe. Beides zivil, solange das möglich ist. Könnte hilfreich gegen eine weitere Eskalation sein.

    • @Nick1:

      Ich wiederhole es hier gebetsmühlenhaft:



      In meiner Nachbarschaft gibt es eine Landmaschinenfabrik, die nicht nur vollkommen legal Russland mir Landmaschinen beliefert, sondern in Russland selbst, ebenfalls vollkommen legal, Landmaschinen in mehreren Werken produziert (ist halt wichtig für die Lebensmittelversorgung der Russen).



      Derweil können dann jetzt in ehemaligen russischen Landmaschinenfabriken Panzer gebaut werden.

      Soweit zur Ernsthaftigkeit von westlichen Sanktionen. Wenn einem Kapitalisten auch nur ein Euro Profit entgehen könnte, gibt es keine Sanktionen.

      • @Tiene Wiecherts:

        Und wenn russischen Kapitalisten auch nur ein Euro Profit entgehen würde, wären insbesondere westliche Linke extrem traurig.

      • @Tiene Wiecherts:

        Wübschen Sie sich ernsthaft Sanktionen, die sich gegen die Lebensmittelversorgung der russischen Bevölkerung richten?



        Dann sind sie vielleicht auch für ein Exportverbot von Medikamenten? (auch ein Sektor, der von Sanktionen ausgenommen ist).

        • @Barbara Falk:

          Ich wünsche mir konsequente Sanktionen. Die Lebensmittel- und Medikamentenversorgung der russischen Bevölkerung ist nicht unser Problem, der Angriffskrieg schon.

        • @Barbara Falk:

          Das Beispiel von Tiene Wiechert zeigt, wie ein deutsches Unternehmen davon profitiert, daß Russland selbst lieber Panzer als Landmaschinen baut. Das kommt einer Subventionierung des Kriegstreibers gleich.



          Das russische Volk wacht erst jetzt (!) langsam auf, seit der Krieg allmählich ins eigene Land zurückschwappt, seit es also selber schonmal ein bisschen darunter leiden muss. Die Frage wird gestellt, warum der so fürsorgliche Staat sie nicht schützen kann. Das kann entscheidend für die Fortdauer des Mordens sein. Es muss dem Volk weh tun, weil der Krieg nur in Russland selbst beendet werden kann. Lehrt das nicht unsere eigene Geschichte?!

      • @Tiene Wiecherts:

        Ist ein gutes Beispiel. Wer kein so gutes Bespiel kennt rätselt ja warum die Sanktionen nach 5 Jahren immer noch nicht richtig wirken.

    • @Nick1:

      Wie man nach der Besetzung der Krim gut sehen konnte. Putin war sichtlich beeindruckt.

  • Dem widerspreche ich.



    Natürlich wird die Ukraine unterstützt. Gerade von Deutschland extrem und mit hohen, sehr hohen Summen unterstützt. Was auch dazu führt, dass jetzt bei uns die Sozialleistungen extrem gekürzt werden. Wir sollten weniger, statt mehr unterstützen.



    Natürlich gibt es die Möglichkeiten der Diplomatie, sprich Verhandlungen. Nur wird die Ukraine sich damit abfinden müssen, dass sie auf Gebiete verzichten muss. Ebenso verzichten muss, Teil der NATO zu werden. Und ebenso nicht Mitglied der EU werden kann. Ich möchte kein korruptes Land als Mitglied der EU.

    • @Pico :

      Wenn die Ukraine verliert und die Bundeswehr direkt gegen Russland kämpfen muss, dürften noch viel mehr Sozialleistungen gekürzt werden.

      Die Hilfsgelder für die Ukraine sind so betrachtet nachhaltig angelegt.

      Mit der Meinung zur NATO-Mitgliedschaft würde ich warten, bis der Krieg entschieden ist.

      Vielleicht wird die Ukraine auch noch in die NATO gebeten.

    • @Pico :

      Mit anderen Worten: Sämtliche Forderungen Russlands erfüllen? Was als Nächstes, Lettland, Litauen, Estland? Dann Finnland?

    • @Pico :

      "Nur wird die Ukraine sich damit abfinden müssen, dass sie auf Gebiete verzichten muss. Ebenso verzichten muss, Teil der NATO zu werden."



      Ebenso verzichten muss, dauerhaft unabhängig zu bleiben, unter diesen Voraussetzungen.



      "Ich möchte kein korruptes Land als Mitglied der EU."



      Zu spät.

  • Ich muss mich immer wieder über die Kriegsbegeisterung verschiedener taz-Autoren wundern. leider scheint diese Begeisterung den nüchternen Blick auf die Tatsachen etwas zu verstellen. Die Angriffe auf Kiew sind wohl eine Atwort auf die im Artikel gelobten Langstreckendrohnen der UA die wohl auch über NATO-Territorium fliegen um der russischen Abwehr zu entgehen (Estland), aber das nur nebenbei. Wir sollen also die UA weiter unterstützen? Das Hauptproblem der ukrainischen Armee ist wohl der Mangel an Soldaten, gleichzeitig leben 300 oder 400 tausend Ukrainer im wehrfähigen Alter in Deutschland. Sollten wir dann nicht erstmal zusehen dass diese Männer ihr Land verteidigen? Und, finanzielle Hilfen für ein korruptes Regime ohne irgendwelche Transparenz, das ist Veschwendung. Erst letzthin hat ein UA-Oligarch ein Haus für fast 500 Mio in Monaco gekauft, und die Frau des Verteidigungsministers eine Villa am Comer See für schlappe 4 Miio. Denen scheitn ihr Land nicht mal ihr eigenes Geld wert zu sein. Und woher das Geld stammt, das weiss leider auch keiner so genau. Da gibts eine Menge zu tun ohne mehr Geld auszugeben, aber da schaut man wohl lieber weg.

    • @Gerald Müller:

      Einmal alle wichtigen Kreml-Narrative seit 2014 im Speedrun durchgeballert. Das schaffen nur deutsche Ingenieure so effizient.

    • @Gerald Müller:

      Unterstützung bei der Verteidigung gegen einen imperialistischen Aggressor ist keine Kriegsbegeisterung. Komisch, gerade die Linke war doch früher auch antiimperialistisch eingestellt. Ach ja, das galt ja nur, wenn man es gegen die USA verwenden konnte...

    • @Gerald Müller:

      Das Problem der Korruption in der Ukraine hat nicht aufgehört, das zeigten die Demonstrationen, glaube ich im letzten Jahr. Jermak ist ja jetzt in Untersuchungshaft. Man kann denken, dass der Krieg mehrwertorientiert geführt wird. Salushnyj und Kuleba wurden mir merkwürdigen Gründen entlassen, Saluschnyi u.a. weil er eine eigene Meinung hatte.



      Angriffe auf russisches Territorium, obwohl man das eigene nicht sicher verteidigen kann ist ganz einfach ein unvorstellbar skrupelloser Fehler. Ich glaube auch nicht mehr, dass die ukrainische Regierung das Wohl der Ukrainer im Sinn hat. Kann gut sein , dass wir an der Nase herumgeführt werden.

      • @Hans - Friedrich Bär:

        Im Hinterland des Aggressors dessen militärische Infrastruktur zu zerstören ist sehr Wohl ein Beitrag zur Verteidigung des eigenen Landes. Wo sehen Sie den Fehler?

        • @Tom Tailor:

          Ich habe gestern ausführlich geantwortet, das ist nicht veröffentlicht .



          Der Fehler liegt in der Deckungslosigkeit des eigenen Territoriums. Wer sein Territorium bei einem Ausfall (mil.) nicht sicher verteidigen kann, verschleppt den Krieg auf Kosten eigener Opfer. In der Lage des Kleineren ist es besser sich einzuigeln, also perfekt defensiv zu sein um den Angreifer durch nutzlose Angriffe/Angriffsversuche zu erschöpfen. Es gibt verschiedene Beispiele in der Militärgeschichte.

  • Jeder schlechte Frieden ist besser als ein guter Krieg. Um diesen zu verstehen und zu beenden, muss man in der Geschichte ca. 35 Jahre zurück gehen, als Russland erfolglos versuchte, Teil Europas zu werden und sich auf mündliche Zusagen der NATO verließ. Aber das will heute niemand mehr wissen

    • @Roland Meyer:

      Ein schlechter Frieden ist eine Einladung zum nächsten Krieg.

    • @Roland Meyer:

      Jaja, das arme Russland. Es konnte einfach nicht anders.

    • @Roland Meyer:

      Genau das will in der linken Szene niemand wissen.



      Da gibts nur Krieg gegen Russland und sonst nicht mehr viel; schon gar keine Alternativen zum Kriegsbetreiben.

      • @Tiene Wiecherts:

        Ich halte es für selbstverständlich, dass Linke gegen Faschisten kämpfen.

    • @Roland Meyer:

      Warum so kurz in die Vergangenheit greifen? Gehen wir doch einfach mal 100 Jahre zurück und schaffen mit den politischen (Fehl)entwicklungen seit dieser Zeit die Grundlage und Rechtfertigung für jeden gegenwärtigen Kriegsschauplatz. Dann nur noch die Befindlichkeiten des Aggressors berücksichtigen und einfach nachträglich geopolitisch umsetzen bzw. korrigieren was aus seiner Sicht hätte kommen sollen, ihm aber leider versagt blieb. Voila - Frieden auf der Welt :D

    • @Roland Meyer:

      "Jeder schlechte Frieden ist besser als ein guter Krieg."

      Sehen mehrere Bundesregierungen auch so.

      Darum probieren sie nacheinander, den schlechten Frieden zu erhalten, so lange es geht.

      Nach manchen Schätzungen sind das noch 3 oder 4 Jahre. Dann wäre Russland in der Lage, ein NATO-Land anzugreifen.

      Da haben wir die Geschichte vor 35 Jahren unterschiedlich in Erinnerung.

      Ich erinnere mich, dass Clinton Jelzin sogar eine NATO-Mitgliedschaft anbot.

      Jelzin lehnte ab. Seine Armeeführung war das wohl zuviel Verbrüderung mit dem Feind.

      Russland als Teil Europas?

      Da haben ich sonst nur die Vorstellung als Hegemon in Erinnerung.

      Hatten halt sonst wenige Lust darauf.

      Russland hat mal im Budapester Memorandum die Integrität der ukrainischen Grenzen zugesichert.

      Das war sogar schriftlich, aber trotzdem nichts wert.

      Will heute niemand mehr wissen.

      Die "mündlichen Zusagen" waren wohl gar nicht so klar und dauerhaft, wie behauptet wird.

      Letztendlich hätte Russland auch seit 35 Jahren einfach mal eine Politik des Friedens und der Vertrauensbildung gegenüber den Nachbarn verfolgen können.

      Dann wäre es ein respektierter Teil Europas geworden.

      Hat es aber nicht.

      • @rero:

        "Russland als Teil Europas?



        Da haben ich sonst nur die Vorstellung als Hegemon in Erinnerung."

        War es nicht Merz, der erklärte, Deutschland müsse die größte Militärmacht Europas werden? Welcher deutsche Politiker hat sich an dieser Idee nochmal als letzter vor ihm zu schaffen gemacht?

        • @Tiene Wiecherts:

          Und das sagt jetzt genau was?

    • @Roland Meyer:

      Das will niemand wissen weil es schlicht nicht stimmt.

      "Jeder schlechte Frieden ist besser als ein guter Krieg." Warum erkennt Moskau das dann nicht?

    • @Roland Meyer:

      Welche Zusagen der NATO sollen das gewesen sein?



      Meinen Sie die Gedankengänge von Genscher und Baker zu einer Zeit als sogar noch der Warschauer Pakt und die Sowjetunion existierten?



      Vielleicht sollte man sich auch einmal die Frage stellen, warum immer mehr Länder Teil der NATO werden wollten?

    • @Roland Meyer:

      "Jeder schlechte Frieden ist besser als ein guter Krieg."? OK, besser wäre es also gewesen, Europa hätte sich Nazideutschland unterworfen und die USA wären nicht in WK2 eingetreten, verstehe ich das richtig?

  • Menschen aus ihren gewohnten Mustern herauszuziehen erfordert meist eine Krise, und sogar dann verfallen die meisten schnell wieder in alte Gepflogenheiten. Die EU ist zwar viel reicher als Russland, aber das ganze Geld ist nix wert, wenn mensch nach 4 Jahren Krieg es immer noch nicht geschafft hat, die Rüstungsproduktion europaweit hochzuskalieren.



    Naja, wir können ja hoffen, dass der Führer im Kreml bis 2029 mit seinem Angriff wartet.

  • Mir war so, als hätte die EU erst kürzlich 90 Milliarden freigegeben.



    Das ist ja nicht nichts.

  • "Die Europäer werden es wohl erst merken, wenn es zu spät ist und der Krieg sie direkt erreicht"

    Ich weiß nicht wen genau Herr Johnson damit gemeint hat. Polen, Balten und Skandinavier wissen es schon längst und tun das was verantwortungsvoll gegenüber ihrer Bevölkerung ist, sich so gut es geht gegen die russischen Aggressionen und Provokationen zu wappnen.

    Die Vorbereitungen dafür laufen nicht nur bei uns in Norwegen auf Hochtouren. Einfach einmal drei Wochen in Skandinavien intensiven Medienkonsum betreiben und auch sie werden glauben sich schon im Krieg zu befinden.

    Und was genau verstehen sie unter "Erkennen des militärisch nötigen"? Soll Europa Kriegspartei werden?

    Da wir hier bestens mit Analysen versorgt werden kurzer Auszug. Der norwegische Generalstabschef Eirik Kristoffersen beziffert die russische Überlegenheit in der Arktis Region derzeit auf 3 zu 1. Über das Verhältnis im Baltikum wollte er erst gar keine Auskunft erteilen, was ja auch eine Aussage ist. Ein Umkehrung des Kräfteverhältnisses sei zudem derzeit ohne die USA nicht zu erreichen.

    Ist daher leicht auszurechnen, das solange Trump und Co regieren ein stillhalten nicht die schlechteste Wahl ist.

  • Der Verfall l Russlands rückt näher um so mehr Putin den Krieg eskalieren muss um sich an der Macht zu halten.



    Das suf Zeit spielen Europas wird womöglich bald nicht mehr funktionieren. Das kann man dann nicht mehr aussitzen. Der Umgang mit Russland ist ein Totalverssgen der EU und insbesondere Deutschlans und dss seit mindrstens 15 Jahren. Eine Politik in der nur noch wirtschaftliche Interessen zählen führt genau dahin wo wir jetzt sind, nicht nur in Bezug auf Russland sondern auch was beisbielsweise die anstehende Klimakatastrophe betrifft. Wenn nicht bald ein Bewusstseinsveränderung auch bei den Mächtigen eintritt dann sehe ich schwarz für die menschliche Zivilisation.

  • "... zu zögerlich im Erkennen des militärisch Nötigen ...



    Dieser Krieg wird mit der Waffe entschieden"

    Manche, auch links der Mitte, werden erst zufrieden sein, wenn deutsche Soldaten wieder in Panzern Richtung Russland rollen bzw. Drohnen und Raketen dorthin lenken.



    Dabei hat doch der zuständige, 'kriegstüchtige' Minister klar gesagt, dass das vor 2029 nichts wird.



    So lange wird auch die linke wohl noch warten müssen; es sei denn, sie schaft es wesentlich früher, den Menschen in Deutschland dafür die nötigen Milliarden für die Rüstungsindustrie aus den Rippen zu schneiden.

    • @Tiene Wiecherts:

      "Manche, auch links der Mitte, werden erst zufrieden sein, wenn deutsche Soldaten wieder in Panzern Richtung Russland rollen bzw. Drohnen und Raketen dorthin lenken."

      Das ist ja so ein bisschen drumherum geredet.

      Glauben Sie, dass irgendjemand in Deutschland gerade in Russland einmarschieren will?

      Wenn ja, konkret wer?

      • @rero:

        Warum weiß man hierzulande so genau, dass Russland 2029 militärisch so weit aufgerüstet hat, dass es die NATO angreifen kann / angreifen wird?



        Niemand, weder Militärhistoriker noch Minister, legt dazu belastbares Quellenmaterial vor; alles nur Behauptungen!



        Dass man aber auf Seiten der NATO 2029 so weit sein wird, sich einer russischen Bedrohung erfolgreich widersetzen zu können, werden die genannten sicher gut einschätzen können.



        Nach einer Woche Alarmismus wegen angeblicher russischer Drohnenangriffe (DIE ZEIT konnte trotz intensiver Recherche nichts dergleichen verifizieren und fand vor allem private Hobbydrohnenpiloten!) wird man 2029 schon irgendeinen Sender Gleiwitz finden, um der unmittelbar bevorstehen russischen Invasion dann doch besser kurz zuvorzukommen.

        • @Tiene Wiecherts:

          Ist immer noch rumgeeiert.

          Nun werden Sie doch mal konkret.

    • @Tiene Wiecherts:

      Es ist keine Frage von links oder rechts, sich auf Realitäten vorzubereiten. Das ist Framing vom feinsten und untergräbt Notwendigkeiten.

      Beim Unwetter wie im Ahrtal, hat das Wasser auch nicht gefragt, ob es mal den Keller und Co. wegspülen darf. - König war am Ende der, der sich darauf vorbereitet hatte, ohne auf Warnungen zu warten und erst dann zu reagieren.

      Dieses Narrativ, "Kriegstüchtigkeit" entgleist mit Kurzsichtigkeit und serviert und und dieses Land auf dem Silbertablett.



      Nein, es ist nicht schön, aber eine Realität und leider eine Notwendigkeit, sich darauf vorzubereiten, wie auf eine Naturkatastrophe, wo man sich am Ende selbst die Schuld geben darf, wegen aktiver Unterlassung von Vorbereitungen.

      Ihre Ideologie der Kriegstüchtigkeit, umfasst im übrigen im Übrigen auch Maßnahmen die passiv defensiv gelagert sind.

      Es ist nicht zu erkennen, dass die jetzige Strategie hinter diesem Narrativ "Kriegstüchtigkeit" darauf abzielt, Gebiete zu erobern oder gar irgendwo einzumarschieren. - Davon ist man weit entfernt.

      Aber wo ich ihnen hingehen zustimme, eine Verhältnismäßigkeit im Handeln, muss überprüfbar bleiben.

    • @Tiene Wiecherts:

      Der Unterschied zwischen "die Ukraine verteidigen" und "Russland erobern" scheint irgendwie doch schwieriger zu verstehen zu sein als man vermuten würde.



      Dass Russland mittlerweile im fünften Jahr eine brutalen Krieg in der Ukraine führt, der sich von Beginn an auch mit ständigen Kriegsverbrechen insbesondere gegen die Zivilbevölkerung richtet ist ebenso wenig von angeblich kriegslüsternen deutschen Linken herbeiphantasiert wie die permanenten Drohungen des Kremls gegen den 'korrupten Westen', sondern blutige Realität. Was in großem Maßstab droht wenn mangels Unterstützung irgendwann doch die Front zusammenbrechen sollte konnte man bereits in Butscha lernen. Ist es das was sie wollen? Mit frommen Wünschen und Friedensappellen gen Moskau wird es sich nämlich nicht verhindern lassen. Sollte die Ukraine also irgendwann in die Situation kommen sich nicht mehr allen verteidigen zu können wird man sich also der Frage stellen müssen ob man auch Truppen schickt oder dem großen Schlachten tatenlos zusieht und dabei irgendwas von Diplomatie erzählt.

  • Zum vollständigen Bild gehört eben auch die unschöne Wahrheit, dass die EU-Europäer eine endgültige Niederlage Putins fast ebenso sehr fürchten wie dessen Sieg. Etwa weil er auf dem Weg dahin doch noch versucht sein könnte das Blatt mit dem Einsatz taktischer Nuklearwaffen zu wenden, oder weil eine solche durch die EU ermöglichte Niederlage die nächste Stufe des Revanchismus auslösen könnte, dann in ein paar Jahren im Baltikum, die Kriegswirtschaft läuft ja weiter, oder weil selbst seine Entmachtung deutlich weniger zu einer echten Demokratisierung der russischen Föderation führen dürfte als zu deren potentiellen Zerfall, inclusive der Möglichkeit, dass dabei Typen wie Kadyrow Zugriff auf Atomwaffen bekommen.



    Deshalb spielt man lieber auf Zeit und hofft, dass sich schon noch irgendwann irgendwas ergibt.

    • @Ingo Bernable:

      Eine Annexion war schon 2014 undenkbar und auch die "Spezialoperation" 2022.

      Ich würde gern behaupten, dass man weit weg von irgend einem Gedanken an Revanche, entfernt ist. - Sicher kann man sich nicht sein.



      Eine Kriegswirtschaft, hat in der akuten Phase sicherlich seine Berechtigung, aber schaffen es die Länder auch schnell genug, wieder in eine Handelswirtschaft umzuschwenken? Ohne lange Arbeitslosigkeit und lang anhaltenden Repressalien?



      Es wird sich zeigen, aber die Pläne dafür braucht man am besten schon heute.

      Wo ich tatsächlich große Probleme sehe, wenn man Deutschland 1. WK und nach der Niederlage politisch/wirtschaftlich betrachtet und vergleichen möchte mit Russland, dann ist vorstellbar, mit der derartigen Indoktrination von Kindern und Jugendlichen in Russland, dass eine Kriegswirtschaft in Russland, nie zu Stillstand kommen wird und eine Niederlage eher dazu führt, dass sich Russland, sich zwar erst nur die Wunden leckt, um dann nochmal und grausamer zuzuschlagen, weil das der dumme Stolz nicht zulassen wird.

      Eine Erinnerungskultur, zu eigenen Gräultaten kennt man eben nicht, weil das als schwäche gesehen wird.

      Es wird eine Herausforderung werden.

      • @Kühlbox:

        "Eine Annexion war schon 2014 undenkbar und auch die "Spezialoperation" 2022."

        Das stimmt so nicht. Erklärungen aus Moskau, dass man nicht tatenlos bleiben wird, wurden nicht ernst genommen.

    • @Ingo Bernable:

      Sehr präzise beobachtet, danke.

      Die europäische Strategie ist nicht heroisch. Die Ukraine wird trotzdem unterstützt und Europa zahlt einen Preis, zumindest wirtschaftlich.

      Hurrah-Attacken sind in einer Lage voller Unwägbarkeiten und Ambiguitäten nicht angebracht.

      Da mag es sich noch so toll anfühlen, sie zu fordern.

  • Herr Johnson, was wollen Sie denn eigentlich genau? Insbesondere würde mich interessieren: Was hätten Sie denn in der bisherigen Geschichte der Beziehungen zu Russland anders gemacht? Da lief es doch eigentlich an fast jeder Stelle im Sinne derer, die die Zwistigkeiten eskalieren wollten, oder nicht? Wo hätten Sie persönlich(!) anders gehandelt als die deutsche Regierung es getan hat?

    • @XXX:

      Aus heutiger Sicht, ist das immer leicht zu beurteilen, was man hätte machen können.



      Aber hätte, hätte, Fahrradkette. - Es bringt ja Keinen weiter in der akuten Situation.

      Ja, die Bundesregierung war naiv, die Handelsgeschäfte derart nach Russland zu öffnen, so dass Russland auch hier Einfluss auf unsere Politik nehmen konnte.



      - Das Vertrauen, ist mit dem Angriff auf einen Souveränen Staat, aufs übelste beschädigt worden. - Diplomatie hat ja nicht geholfen und hilft auch jetzt nicht. Und Verstöße gegen UN-Charta und Völkerrecht, hat nichts mehr mit unserer Vorstellung von Zivilisation gemein.

      Unter dem Aspekt ist es scheußlich, wie es immer noch Abgeordnete gibt, die mit diesem Land unter dieser Herrschaft, versuchen Kontakte aufrecht zu erhalten.

      Man hat das Gefühl, hier verkauft zu werden. So wie Trump immer meint einen Deal zu machen, - nur scheint der moralisch zweifelhaft zu sein.

      Man hätte bereits 2014, ganz anders auf die Annexion reagieren müssen. Verträge zu Nordstream und Rosneft.



      Für Russland war ab dem Zeitpunkt, schon die 1. Eskalationsstufe gezündet.

      Das größte Problem ist, wir haben andere Vorstellungen von zivilisierten Leben,als Russland,China und USA.

    • @XXX:

      Man hätte bspw direkt mehr Waffen und Munition liefern können (wie war das zu Beginn mit den lächerlichen Helmen?)



      Inklusive Taurus und Co.



      Oder auch die Sanktionen Richtung des (einzigen und allein schuldigen) Aggressors Russland komplett durchziehen.



      Jedenfalls nicht daneben stehen und in der Nase bohrend zuschauen wie ein Nachbarland von einem anderen zerstört wird

  • Irgendwelche konkrete, umsetzbare Vorschläge?

  • Es ist ja nicht so das Europa gar nichts getan hat.



    Richtig ist aber auch das noch Luft nach oben ist.



    Zu mal die Zeit auch immer knapper wird, wer weiß



    wie es demnächst politisch in Europa aussieht und



    dann geht gar nichts mehr.

    • @Captain Hornblower:

      Malen sie nicht den Teufel an die Wand, es gibt durchaus schönere Tapeten.

      Ganz aussichtslos ist die politische Lage nicht. Angesichts unserer Parteienlandschaft würde ich mir trotzdem wünschen, dass Parteien sich selbst der Prüfung auf Verfassungstreue vor dem BVG unterziehen würden, dass ist durchaus umfangreich, würde aber abklären, wo die Probleme sitzen.

      Vertrauen, ist heute die harte Währung, um die gebuhlt wird. - Und da findet man eben auch Schlangenöl-Verkäufer.

      Der Spagat, von 30 Jahre Militär schleifen lassen mit anschließender Sanierung und Maroder Infrastruktur, macht uns eher zu schaffen, weil Geld eben nicht unendlich zur Verfügung steht. - Neuverschuldung wäre möglich, würde aber künftige Haushaltspläne stark einschneiden und Reformen so verändern, dass wieder konservative Barrieren in Debatten Zuspruch finden.

      Ich sehe eher die Gefahr für die CDU/CSU die sich gerade im eigenen Lager mit ihren konservativen Maßnahmen innerhalb und bei den Wählern zerreibt.

      Auch die noch so konservativen Staaten in Europa, kommen nicht alle mit ihren Reformen durch.

      • @Kühlbox:

        "weil Geld eben nicht unendlich zur Verfügung steht"

        Für manche (natürliche wie juristische Personen) de facto schon, aber an die traut sich kein Demokrat ran, weil sie unendlich viel Geld für Kampagnen zur Verfügung haben.