+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: USA wollen weiter vermitteln
US-Außenminister Rubio hält nach den jüngsten russischen Großangriffen an Verhandlungen fest. In der Nacht zu Dienstag kam es zu weiteren tödlichen Angriffen.
Bei schweren russischen Angriffen aus der Luft ist, ukrainischen Behördenangaben nach, im Osten des Landes mindestens ein Mensch getötet worden, 15 weitere wurden verletzt. In der Hafenstadt Odessa sei ein Infrastrukturobjekt durch Beschuss zerstört worden, teilte Gouverneur Serhij Lyssak auf Telegram mit. Von den vier Verletzten sei einer seinen Wunden erlegen, schrieb er später.
In der Stadt Kramatorsk im Gebiet Donezk wurden derweil durch den Abwurf gelenkter Gleitbomben am Abend 12 Personen verletzt. „Unter den Verletzten ist ein achtjähriger Junge“, schrieb der ukrainische Gouverneur der Region Wadym Filaschkin auf Telegram. Laut den örtlichen Behörden war es bereits der dritte schwere Angriff auf die Stadt im Tagesverlauf. (dpa)
USA wollen vermitteln
Nach den jüngsten russischen Großangriffen wollen die USA nach Angaben von Außenminister Marco Rubio weiter im Ukrainekrieg vermitteln. „Die USA stehen bereit und sind gewillt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ein Ende dieses Krieges zu erleichtern“, sagte Rubio am Dienstag in Indien. Zuvor hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow Diplomaten und Ausländer vor bevorstehenden Angriffen auf Kyjiw gewarnt. Derweil wurde bei einem Angriff in Odessa ein Mensch getötet.
„Jedes Mal, wenn man diese massiven Angriffe der einen oder anderen Seite sieht, ist dies eine mahnende Erinnerung daran, warum dies ein schrecklicher Krieg ist“, sagte Rubio nach einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Lawrow und forderte: „Er muss beendet werden.“ Die USA hofften, dass sich „zu gegebener Zeit“ die Gelegenheit bieten werde, auf ein Ende des Kriegs hinzuwirken, sagte der US-Außenminister.
Bei dem Gespräch am Montag hatte Lawrow nach Angaben Moskaus eine zuvor an Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kyjiw ausgesprochene Aufforderung, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen, wiederholt.
In dem zuvor erfolgten Aufruf forderte Russland Ausländer und Diplomaten in Kyjiw auf, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen. „Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten zielen“, teilte das Außenministerium in Moskau am Montag mit. „Ausländische Bürger, einschließlich des Personals diplomatischer Missionen und internationaler Organisationen“ würden dringend dazu aufgerufen, „die Stadt so bald wie möglich zu verlassen“.
Rubio sagte am Dienstag auf Nachfrage vor Journalisten, Russland habe „eine Mitteilung an alle Botschaften geschickt“, nicht nur an die US-Vertretung. Ein Sprecher des französischen Außenministeriums erklärte am Montag: „Wir sind an Putins Drohungen gewöhnt. Eine Evakuierung kommt nicht infrage.“ Der Botschafter der Europäischen Union in Kyjiw schrieb auf Facebook: „Wir gehen nirgendwohin.“
Die Ukraine bezeichnete die Drohungen Russlands indes als „Rhetorik“. „Wir sagen unseren Partnern, dass sie dieser russischen Erpressung nicht nachgeben sollen“, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha.(afp)
Russland wirbt für neue Rekruten mit Schuldenerlass
Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein Dekret zum Schuldenerlass für neue Rekruten im Ukrainekrieg und deren Familien unterzeichnet. Wer ab dem 1. Mai einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium geschlossen hat, wird samt Ehepartner von Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu 10 Millionen Rubel (rund 139.700 Dollar) befreit, teilte der Kreml am späten Montagabend mit. Voraussetzung sei, dass vor diesem Datum bereits ein rechtlicher Anspruch auf Eintreibung der Schulden bestand und der Vertrag für den Einsatz für mindestens ein Jahr unterzeichnet wurde. Zudem verlängerte Putin die Pachtrechte für staatliches Land für Kämpfer in der Ukraine auf unbestimmte Zeit.
Die Summe von 10 Millionen Rubel entspricht laut der Immobiliendatenbank Cian in etwa dem Preis für eine 35 Quadratmeter große Einzimmerwohnung in Moskau. Das Gesetz ergänzt eine Reihe von bereits bestehenden Unterstützungsmaßnahmen wie hohe Prämien oder eine bevorzugte Zulassung an Hochschulen. Die Regierung in Moskau versucht damit, ihre Truppen in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg aufzustocken.(rts)
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Abschuss von Raketenflugkörper
Die russische Luftabwehr schießt nach offiziellen Angaben Flugkörper ab, die auf die Region Leningrad zusteuern. Dies teilt der regionale Gouverneur Alexander Drosdenko über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Weitere Details nennt er zunächst nicht. In der Region im Nordwesten Russlands liegt unter anderem die Millionenmetropole St. Petersburg. Zudem befinden sich dort wichtige Hafenanlagen und Energieinfrastruktur wie Ölraffinerien. (rts)
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