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Neuer Tankrabatt Nichts dazugelernt

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Die Bundesregierung einigt sich auf einen weiteren Tankrabatt. Aber der entlastet nicht nur Geringverdienende, sondern bedient vor allem Reiche und Mineralölkonzerne.

S elbst Veronika Grimm ist sauer – und nennt den neuen Tankrabatt der Bundesregierung „zynisch“. Da hat die Wirtschaftsweise recht. Die schnelle Entscheidung für eine Entlastung der Au­to­fah­re­r:in­nen ist weniger aus der Einsicht geboren, Menschen zu entlasten, sondern aus einer Hilflosigkeit. Wie sonst darf man verstehen, dass Union und SPD unmittelbar vor den beiden anderen wichtigen Wahlen – Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern die Abgeordnetenhauswahl in Berlin – dem Land zu suggerieren: Wir kümmern uns um Volkes Wohl.

Täte das die Bundesregierung, hätte sie nicht den Tankrabatt vom Sommer reloaded, sondern versucht, jene Menschen zu entlasten, die es wirklich nötig haben: Ge­ring­ver­die­ne­r:in­nen und Bürgergeldempfänger:innen. Ganz unabhängig davon, ob sie Auto fahren (müssen) oder nicht. Denn auch die ÖPNV-Preise sind vielerorts in schwindelerregende Höhen geschnellt, sodass Mobilität zum Kostenfaktor wird. Einer, der – neben anderen gestiegenen Lebenshaltungskosten – mit über den Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben entscheidet.

In den vergangenen Wochen kursierten diverse Vorschläge, wie man mit den hohen Spritpreisen umgehen könnte: eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne etwa oder Direkthilfen für Geringverdiener:innen. Die Bundesregierung hätte ausreichend Zeit gehabt, das alles zu prüfen – und sich für eine Entlastung zu entscheiden, die bei den Richtigen ankommt. Von Klimaschutz ist da noch gar nicht die Rede.

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Doch jetzt profitieren erneut vor allem die Mineralölkonzerne sowie Chefärzte, Bankdirektoren, Rechtsanwälte, die sich höhere Spritpreise locker leisten können und mit ihren SUV durch Städte zum Job cruisen. Und so selbst für den Stau sorgen, über den sie sich gern aufregen. Das Auto ist gerade für viele Gut- und Best­ver­die­ne­r:in­nen nach wie vor ein Statussymbol. Sollten Merz und Co. mit dieser Rabatt-Aktion die Wahlausgänge zu ihren Gunsten beeinflussen wollen, war das sehr kurz gedacht. Wieder einmal.

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Simone Schmollack

Simone Schmollack Ressortleiterin Meinung

Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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96 Kommentare

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  • derzwerg

    Ein paar Tage vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin feierte die Bundesregierung noch ihre Planlosigkeit, als ob das irgendeinen AfD-Wähler zurückgeholt hätte. Ist der Schmarrn hoffentlich zeitlich befristet?

  • celcon52

    Wer ein Eigenheim besitzt, dann noch mindestens 100000 übrig hatte, hat sich doch längst Solarzellen aufs Dach gesetzt, eine Wallbox installieren lassen und ein E-Auto gekauft, dazu noch ein Speicher und man fährt zumindestens im Sommer umsonst.

    Dann gibt es bestimmte Personen, die können nicht ohne das Geräusch ihres Sechszylinderboxers oder/und Achtzylinders leben, denen ist der Tankrabatt eh egal.

    Den größten Nutzen haben Leute. welche fahren müssen und für die aus verschiedenen Gründen ein E-Fahrzeug noch keine Option ist. Das sind z.B. Landwirte, das Transportgewerbe (bis sich E-LKW durchgesetzt haben) und wenn man schlichtweg keine 5-stellige Summe für ein neues Auto übrig hat und auch das Fahrrad oder der ÖPNV keine Alternative darstellt. Für letztere wären direkte Geldzuwendungen wahrscheinlich die bessere Lösung gewesen.

  • Zuversicht

    Tatsächlich komme ich im Monat mit einer Tankladung aus. Aber super, wenn der Preis nicht allzu hoch ist. Wer also den Preis senkt, dem bin ich zugetan. Viele Subventionen bekommt man ja nicht als Normalverdiener.

    • Janix

      @Zuversicht:

      Das Letzte stimmt, doch Sie werden das selbst bezahlen müssen. Den reicheren Vielfahrern auch noch bezahlen müssen.



      Und ungerecht fühlt es sich auch an.



      Direkte Zuschüsse oder endlich wieder gute Bahnen und Busse für alle wären doch eher etwas.

  • Filou

    Unter den hohen Spritpreisen leiden hauptsächlich Pendler und diejenigen, die beruflich viel und größere Strecken unterwegs sind. Diese Menschen zahlen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge und sind für ihren Beruf auf das Kfz angewiesen.



    Genau diesen hilft ein Tankrabatt am meisten.

    • Dasbi Nich

      @Filou:

      Fernpendler und Geschäftsreisende machen das ja nicht für Mindestlohn. Zudem lohnen sich für Vielfahrer mehr denn je wesentlich betriebskostengeringere und verschleißärmere, vollelektrische Autos und die hysterische Reichweitenangst ist ja inzwischen auch kein Thema mehr. Wer partout zigtausende Kilometer jährlich per Töfftöff brummen möchte, der darf das ja und er darf auch selbst die dafür unvermeidbar ansteigenden Kosten blechen.

      • JSch

        @Dasbi Nich:

        Sie haben recht, das tut es sich für uns, nur müssen wir uns erstmal den Umstieg auf ein vollelektrisches Auto leisten können. Viele, die ich kenne sparen dafür bereits, nur kann man halt weniger auf Seite legen, wenn alles teurer ist. Z.B. Musste sich ein Nachbar erst vor ein paar Monaten einen gebrauchten Diesel kaufen, obwohl er sich fest vorgenommen hatte mit dem nächsten Auto auf elektrisch umzusteigen. Leider hat sein alter nicht so lange durchgehalten, wie gehofft und für ein E-Auto hat es dann noch nicht gereicht. Jetzt fährt er wieder länger Verbrenner.

  • Wunderwelt

    Und..haben Sie ihre 50€ für den neuen Tankrabett schon eingezahlt.,? Denn (rechnet man mal Kinder und sehr alte Menschen heraus) ungefähr soviel wird es jeden Erwachsenen Menschen in diesem Land kosten, jetzt nochmal ordentlich Verbrennerautos zu pampern.







    Da können sich doch alle freuen. Fans von ÖPV und Fahrrad werden sicher begeistert sein, den Karren die sie immer so gerne mit Krach und Dreck bewerfen den Spaß noch weiter mitzufinanzieren.



    Und die Freunde der überdimensionierten Spritfresser erst: endlich wieder ohne schlechtes Gewissen Vollgas auf der Autobahn - Herr-lich..



    Ach und die Sache mit Umstieg auf ein E-Auto - pah das machen wir dann erst später.

    Das nun auch die Länder die Hälfte der Kosten tragen - ach was..machen wir halt noch ein paar Schwimmbäder und Bibliotheken dicht und die Schulklos - ach Sc%#@ß drauf.







    Man muß halt Prioritäten setzen - und die Autofreunde haben halt (immer noch) Vorrang vor Gerechtigkeits- und Zukunftsfragen.

    Tja..so ist das mit einer Nicht-Lernfähigen Regierung, denen die Interessen ihrer Klientel wichtiger sind, als eine sinnvolle- und Gott bewahre lösungsorientierte oder gar strukturelle Politik, für die Zukunft des Landes.

    • FriedrichHecker

      @Wunderwelt:

      "Fans von ÖPV [...] werden sicher begeistert sein, [...] den Spaß noch weiter mitzufinanzieren."

      Sie meinen Fans jenes ÖPV, der auf der Schiene zu über 40% und auf der Straße zu über 90% mit Verbrennungsmotoren betrieben wird? 🤔😎😇

  • PartyChampignons

    Ich stelle mal eine steile These auf, die auf subjektiven Beobachtungen beruht: die meisten reichen bzw. wohlhabenden Menschen sind mitlerweile auf den Trichter gekommen sich ein E-Auto inklusive Wallbox anzuschaffen, weil das einfach schlauer ist und es die mittlerweile auch in jeder erdenklichen PS-Protzvariante gibt .... die Interessiert diese ganze Diskussion hier recht wenig.....

  • Flemming

    Ja,es ist eben so! Profitieren eben alle davon, na und . Der aufgezählte Personenkreis ist deutlich in der Minderheit aber was soll das in jeder sich bietenden Gelegenheit diese Ungerechtigkeit hervorzuheben? Geschenkt!



    Problematisch ist die Unfähigkeit der Politik derartige Entwicklungen in irgendeiner Weise zu kontrollieren.



    Es sind die Geister die gerufen wurden und diese machen gerne was sie wollen.



    Ein ungeliebter Kanzler, eine immer stärker werden Partei, Klimawandel, Unzufriedenheit der Bevölkerung...........Das sind Zutaten für ein nicht so wohlschmeckendes Gericht.



    Seltsam das dieses Gericht sehr beliebt ist, es wird seit Jahrtausenden serviert. Und in der Taz-Ausgabe der Jungsteinzeit, ja die hat damals genau so getitelt.



    Naja was soll's heut zu Tage muss man kein Hellseher sein um die nahe Zukunft vorhersehen zu können.

  • FtznFrtz

    Wo stand nochmal im CDU-Grundsatzprogramm oder in den Schriften Ludwig Erhards, dass pervers hohe, auf politischen Krisen beruhende Gewinne nicht zusätzlich besteuert werden dürfen, sondern in die Taschen der Aktionäre von international agierenden Großkonzernen fließen sollen?



    Warum sind andere Länder so hirnrissig und beschließen einfach Obergrenzen bei den Preisen und Übergewinnsteuern? Belgien und Polen sind offenbar kommunistisch geworden, so der Ductus der Bundesregierung.

  • T-Rom

    Ich sehe zwei Gruppen, die von den hohen Spritpreisen wirklich betroffen sind, ohne dass sie kurzfristige Alternativen haben:



    - Pendlerinnen mit weiten Anfahrtswegen



    - Unternehmen, die auf Autos angewiesen sind (Pflegedienste, Speditionen usw.. Handwerker eher nicht - die rechnen idR ja sowieso 50€ Fahrtkosten / Anfahrpauschale ab)

    Der ersten sollte man zielgerichtet entlasten.



    Die zweiten werden durch einen Tankrabatt wohl gar nicht entlastet (Mehrwertsteuerabzug).

  • Ricky-13

    taz: *Selbst Veronika Grimm ist sauer – und nennt den neuen Tankrabatt der Bundesregierung „zynisch“.*

    Wenn sogar Veronika Grimm so etwas sagt, die ja ansonsten immer die CDU-Fahne schwingt, dann kann man wohl mit recht sagen, dass die Bundesregierung wieder mal Blödsinn macht - aber das ist man ja von Friedrich Merz und seinen Unions-/SPD-Mitstreitern schon gewöhnt.

  • Minderleister

    »Doch jetzt profitieren erneut vor allem die Mineralölkonzerne sowie Chefärzte, Bankdirektoren, Rechtsanwälte, die sich höhere Spritpreise locker leisten können und mit ihren SUV durch Städte zum Job cruisen.«



    #



    Ich wette, dass dieser Personenkreis überdurchschnittlich häufig E-Autos fährt.

    • Perkele

      @Minderleister:

      Ich wette dagegen. Die haben entweder ein E-Auto SUV oder gleich zwei Autos: Porsche und Ferrari zusätzlich zum Feigenblatt.

  • Janix

    Auch nur aus einer herkömmlich-wirtschaftswissenschaftlichen Position heraus ist ein Tankrabatt Wahnwitz.

    Es sollte weniger verbraucht werden (Geld, Umwelt, Scheichs). Dann den Preis dafür künstlich nach unten drücken???

    Der Staat muss handlungsfähig bleiben, statt das Geld ziellos und unsozial herauszuwerfen (Autos hat die reichere Hälfte deutlich mehr als die ärmere).

    Also ÖPNV wiederbeleben, Radinfrastruktur beharrlich ausbauen, Autoinfrastruktur konsequent bereits zum punktuellen Rückbau vorbereiten.

  • Ludowig

    Weitaus spannender ist die Frage, wer die Mieter entlastet, die gezwungen sind, mit Öl zu heizen und Nachzahlungen im vierstelligen Bereich zu erwarten haben. Dieses Geld muss eingespart werden, wenn es fehlt und dann fehlt es der deutschen Wirtschaft. In allen Bereichen.

    • Janix

      @Ludowig:

      Mit dem Argument können Sie ja alles verbilligt fordern, von Klopapier bis Zigaretten.



      Es ist Geld für Öl, das ans Ausland geht und da an die Falschen (Putin, Scheich & Co.).

      Wir brauchen aus ökologischen und ökonomischen Gründen weniger Ölverbrauch. Deutlich weniger Ölverbrauch. Bald kaum noch Ölverbrennung.







      Also Geld direkt den Menschen geben und Öl eher sogar noch teurer machen, damit die Umstellung rascher geht.

      Das war übrigens auch wirtschaftsliberal gesehen die pure Logik.

      • Ludowig

        @Janix:

        Auf eine Tafel Schokolade, die plötzlich doppelt so viel kostet, kann man verzichten. Auf die Art des Heizens hat man als Mieter dagegen keinen Einfluss und ich habe auch noch nicht davon gehört, dass Vermieter im großen Stil auf Wärmepumpen umrüsten. Zum langfristigen Wohl des Mieters.

        • Janix

          @Ludowig:

          Thermostate, Stoßlüftung wie Pullover existieren. "Kein Einfluss" ist jetzt schon übertrieben, oder?

          Der Vermieter, der die (bekannt obsolete) Ölheizung nicht endlich ersetzt und nicht dämmt, wird gesetzlich bald mitzahlen müssen. Und er/sie kann viel an Zuschüssen abgreifen, dabei die Immobilie belasten, wenn dennoch Geld nötig wäre.

          Nee, nee, raus aus dem Öl, das noch ärger als Gas beim CO2 ist und entsprechend dadurch auch noch teurer werden wird. Wir müssen Putin, Salman & Co. auch wirklich nicht mehr derart mästen.

          • Ludowig

            @Janix:

            Wir heizen jedes Jahr weniger und achten mehr denn je auf den Verbrauch. Abgesehen davon sehe ich es genauso. Wir müssen uns von Öl unabhängig machen. So gut es eben geht.

  • Offebacher

    Abgesehen davon, dass ich das luxemburgisch/belgische Modell eines nachvollziehbaren Höchstpreises gegenüber einer leicht gesenkter Mineralölsteuer als sinnvoller erachte, glaube ich, nicht nur Chefärzte, Bankdirektoren und Rechtsanwälte fahren Autos (und Motorräder, die werden immer vergessen). Aber vielleicht unterscheidet sich da Berlin vom Rest der Welt ...

    • FtznFrtz

      @Offebacher:

      Nicht nur die fahren, aber sie können es sich (so die Vorstellung der Autorin) locker leisten. Bei den Anwälten wäre ich mir da nicht bei jedem sicher.



      Interessant sind eher die, die nicht locker cruisen, sondern mit dem Auto auf die Arbeit und zurück fahren müssen, etwa weil sie sich eine Wohnung in der Stadt nicht mehr leisten können. Wäre dann wieder AfD-affine Wut, die da aufkommt.

      • Life is Life

        @FtznFrtz:

        Aha, aber denjenigen, die trotz hoher Mieten in der Stadt wohnen und nicht Autopendeln das Wohngeld kürzen geht?

        • FtznFrtz

          @Life is Life:

          Ist die Wohnung das goldene Kalb der Deutschen oder das Auto? Erwarten Sie da keine rationale Stringenz.

      • Janix

        @FtznFrtz:

        Denen Radwege, Busse und Bahn bereitstellen wäre öffentliche Daseinsfürsorge. Auch für die anderen.

        Unter dem Strohmann-Mantel der Auto- und Fossilindustrie noch mehr Geld zuzuschanzen, das ist aber das Gegenteil, das ist Unsinn auf Pump.



        Direkt Geld geben.

  • Christine_Winterabend

    Da die Diskussion wieder mal verlagert wurde, hier noch mal mein Kommentar dazu: Wir sollten uns nicht dauernd durch die bezahlten Besserwisser im Dienste unserer Regierung unsere Meinung kippen lassen, wie mit dem Problem umgegangen werden sollte.



    Portugal und Polen kümmern sich um die Übergewinnsteuer und stehen damit vor ihren Bürgern sofort besser da. Zu Erläuterung der Erwartung des Großteils der Bürger an den Staat empfehle ich übrigens allen, die bei solchen Themen glauben, was ihnen vorgegaukelt wird, den aktuellen Kommentar von Harald Welzer zu einem sowohl parallelen als auch assozierten ständig fehldiskutierten Thema: www.radioeins.de/p...hr-demokratie.html

  • Stinepizza

    E-Autos fahren i. A. mit Ökostrom, nicht mit aus fossilen Energien gewonnenem Strom. Das deutsche Strompreismodell allerdings macht den Strompreis ja immer am höchsten Preis fest. Das wäre mal eine sinnvolle Reform...



    Ansonsten ist in dem Artikel ja eigentlich schon alles gesagt. Statt diesem so populistischen Tankrabatt hätte man endlich die Mineralölkonzerne zur Kasse bitten müssen (das gäbe dann auch das fehlende Geld, um die Menschen gerecht zu entlasten), das Durchschlagen der Spritpreise auf die Inflation verhindern müssen, und wirklich Bedürftige vor den steigenden Preisen schützen müssen. Stattdessen wird darüber nachgedacht, ein Drittel der Bezieher aus dem Wohngeld raus zu kicken. Autofahrer braucht man i. A. nicht zu entlasten. Solange sich morgens und nachmittags vor jeder KiTa die Autos stapeln und ein Verkehrschaos verursachen, kann es nicht so schlimm sein mit den Benzinpreisen...

    • Zippism

      @Stinepizza :

      Die Logik lässt sich wunderbar übertragen: Autofahrer braucht man nicht zu entlasten, solange vor den Kitas noch Autos stehen? Dann braucht man offenbar auch keinen Mietendeckel, solange morgens noch Menschen in Wohnungen aufstehen – und keinen Mieterschutz, solange manche noch in „zu großen“ Wohnungen leben.

      Vielleicht sollte man bei Preisen generell einfach danach gehen, ob jemand trotz gestiegener Kosten noch irgendwie über die Runden kommt. Eine erstaunlich einfache Methode, soziale Härten zu ignorieren.

  • Dr. McSchreck

    Offenbar verstehen viele nicht, dass der Tankrabatt kein Geschenk ist, sondern ein Verzicht auf Mehreinnahmen. Durch den hohen Spritpreis hat der Staat deutlich höhere Einnahmen aus der Umsatzsteuer, die auf Benzin gezahlt wird. Der Preis liegt im Augenblick fast 80 Cent über dem Wert vor den Iran Krieg. Davon 20 % sind ungefähr die Entlastung, die der tankende erhält.

    Was soll daran falsch sein, diese Menschen zu entlasten, die zum Beispiel in ländlichen Gegenden kaum ÖPNV haben und damit zum Beispiel die Entlastung der Städter durch das Deutschland Ticket nicht haben, sondern mit bezahlen? Sie selbst kriegen hier eigentlich nichts, sondern müssen nicht noch mehr bezahlen, wenn sie tanken, um zum Beispiel zur Arbeit zu fahren.

    • Perkele

      @Dr. McSchreck:

      Es ist sehr wohl ein Geschenk und zwar an die Klientel der csdU, die es gar nicht brauchen: SUV und Ferrari Fahrer können ihren Sprit locker auch für €5.- pro Liter kaufen. DAS ist falsch an der "Entlastung" - die von uns allen bezahlt wird und durch andere Maßnahmen deutlich billiger sein KÖNNTE, das ist in nahezu jedem sachlichen Kommentar vernehmbar.

      • Dr. McSchreck

        @Perkele:

        Es werden die entlastet, die mit dem Benzin sehr viel Steuern zahlen, indem.Sie nicht noch mehr Steuern zahlen müssen. Dass darunter auch ein paar Millionäre sein können, macht es nicht falsch.

        Die Maßnahme ist sehr zielgenau.

    • Mondschaf26

      @Dr. McSchreck:

      „Durch den hohen Spritpreis hat der Staat deutlich höhere Einnahmen aus der Umsatzsteuer, [...] Der Preis liegt im Augenblick fast 80 Cent über dem Wert vor den Iran Krieg.



      Davon 20 % sind ungefähr die Entlastung, die der tankende erhält. [...] Was soll daran falsch sein"



      Falsch - bzw. schief daran ist, dass alle Unternehmen - und indirekt auch die Nutzer:innen des „Dienstwagenprivilegs" - die scheinbar höhere Mehrwertsteuer als Vorsteuer geltend machen und somit gar nicht bezahlen.

      • Dr. McSchreck

        @Mondschaf26:

        Den Dienstwagen muss man schon selbst auf eigene Kosten betanken. Und wer Vorsteuer abziehen kann, ist nur eine kleine Minderheit, es soll ja der Endverbraucher entlastet werden.

        • Mondschaf26

          @Dr. McSchreck:

          „Den Dienstwagen muss man schon selbst auf eigene Kosten betanken." Nein. Arbeitgeber:in trägt a l l e Kosten des Fahrzeugs. Das ist mit der Nutzungspauschale abgegolten. Das ist ja das „Privilieg". Und die „kleine Minderheit" ist recht groß.

        • Thomas Böttcher

          @Dr. McSchreck:

          Kenne ich so nicht, wenn der Dienstwagen überwiegend auch dienstlich genutzt wird - Firmentankkarte.

          • Dr. McSchreck

            @Thomas Böttcher:

            Dann spart eben der Arbeitgeber, aber auch nur das , was an Umsatzsteuer mehr bezahlt würde. Und wenn dieser Arbeitgeber Vorsteuer abziehen kann , dann ist das eine Ausnahme, die nicht die ganze Idee schlecht werden lässt, Pendler zu entlasten.

  • Tom Tailor

    "In den vergangenen Wochen kursierten diverse Vorschläge, wie man mit den hohen Spritpreisen umgehen könnte: eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne etwa oder Direkthilfen für Geringverdiener:innen. Die Bundesregierung hätte ausreichend Zeit gehabt, das alles zu prüfen – und sich für eine Entlastung zu entscheiden, die bei den Richtigen ankommt."

    Die "Richtigen" sind alle diejenigen, die unabhängig vom Einkommen gezwungen sind die hohen Spritpreise zu zahlen. Dies sind zu 65 Prozent Berufspendler. Die Bundesregierung handelt also genau richtig, wenn sie diese Gruppe entlastet.

    • Janix

      @Tom Tailor:

      Wer von der Art der Pendlerbevorteilung vor allem profitiert, sind weit autopendelnde höher verdienende Männer.



      Wir sollten Strohmanndiskussionen hier endlich also mal stoppen.

      • Hugo

        @Janix:

        Evtl. sind die paar Typen mit selbstgekauften Karren mit großem Durst, wo in den USA noch als Kompaktwagen oder Sportkarre durchgehen, die Strohmänner.



        Halte als 40km-Pendler (einfach) mit 4,5L/100km den Tankrabatt für Quatsch, irgendwie müsste mensch den richtig Betroffenen trotzdem nen Ausgleich zahlen. "Diedaoben" haben die Autofixiertheit zammgerührt, auslöffeln tut die Dreckbrühe das Volk.

      • Tom Tailor

        @Janix:

        Was nichts daran ändert, das 65 Prozent der PKW-Nutzung auf Wege von und zur der Arbeit anfällt.

        www.tagesschau.de/...dler-auto-100.html

        • Dr. McSchreck

          @Tom Tailor:

          Und außerhalb der Städte haben sie kaum eine andere Wahl.

        • Janix

          @Tom Tailor:

          Was ist daran relevant & wofür ist das die passende Kennzahl und wofür nicht?

          • Tom Tailor

            @Janix:

            Das ist insofern relevant, als dass der Tankrabatt gut 13,4 Mio Menschen zugute kommt.

            20,6 Mio Menschen pendeln zum Arbeitsplatz. 65 Prozent davon nutzen das Auto.

            www.deutschlandfun...n-pendler-100.html



            www.tagesschau.de/...dler-auto-100.html

            Das ist eine Größenordnung die das Klischee, nur Chefärzte, Bankdirektoren, Rechtsanwälte und "höher verdienende Männer" würden vom Tankrabatt profitieren, ad absurdum stellt.

    • nihilist

      @Tom Tailor:

      Gibt es irgend eine Quelle dafür, dass 65 Prozent der Pkw-Kilometer auf Berufspendeln entfallen?

      • Tom Tailor

        @nihilist:

        Ja.

        "Für die meisten Menschen in Deutschland bleibt das Auto das mit Abstand wichtigste Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit. Im vergangenen Jahr gaben 65 Prozent der Berufspendlerinnen und -pendler an, normalerweise mit dem Pkw unterwegs zu sein, teilte das Statistische Bundesamt auf Basis von ersten Ergebnissen der Bevölkerungsumfrage Mikrozensus mit."

        www.tagesschau.de/...dler-auto-100.html

        • nihilist

          @Tom Tailor:

          "65 Prozent der Pendler fahren Pkw" heißt nicht, dass 65 Prozent der Pkw-Fahrer Pendler sind und schon gar nicht, dass 65 Prozent der Fahrten auf Arbeitswege entfallen. Das ist einfache formale Logik.

          • Tom Tailor

            @nihilist:

            Heisst es nicht? Was steht denn da:

            Im vergangenen Jahr gaben 65 Prozent der Berufspendlerinnen und -pendler an, normalerweise mit dem Pkw unterwegs zu sein.

            Wie interpretieren Sie denn diesen Satz?

        • Janix

          @Tom Tailor:

          Ich versuche noch mal, hier durchzukommen: Das ist nur leider kein Datenpunkt, der die Aussage stützt oder die Frage beantwortet - so etwas passierte mir aber auch schon mal.

          • Dr. McSchreck

            @Janix:

            Doch , weiter oben war ein link, dass 65 % der privaten Fahrten mit pkw auf Pendler entfallen. Und sinkende bzw. weniger stark steigende Transportkosten bei Lkw sind gut für die Preise im Laden.

            • Janix

              @Dr. McSchreck:

              Weniger Kosten bei Milchbrötchen (oder beliebiges anderes Gut) sind gut für die Kaufkraft, also geben wir viel öffentliches Geld aus, das wir nicht dafür haben, für Milchbrötchen?



              Wobei Milchbrötchen ja sogar weder besonders umweltschädlich sind, noch das Geld dann bei Putin, Shell, und Salman landet. Wir brauchen _weniger Ölverbrennung.

              Pendler können sich nicht immer für eine nahe, vielleicht etwas kleinere Wohnung entscheiden. Besonders belohnen über billigen Sprit und Pendelabzug muss man das echt nicht, denn so mästet mensch nur den teuren Straßenbau und bläst CO2 und anderen Unfug in die Luft.

              Jetzt noch, warum die Zahl nichts taugte, da TomT sich nicht selbst dazu bereit fand: 65 % der Berufspendler sind mit dem Pkw unterwegs.



              Viele sind keine Berufspendler. Erster Datenfehler.



              Wer verbraucht besonders viel Sprit? Immer noch: die Leute mit hohem Einkommen und großem Hubraum und weiter Fahrstrecke. Zum Rewe-Job pendelt niemand Langstrecke, das macht der Vertriebsingenieur. Die Statistik ist eindeutig: Die Reicheren fahren deutlich mehr und wollen hier noch mehr Schieflage ergreinen? Das passt nicht. Und diese eine Zahl war auch daher orthogonal zum Inhaltsvektor.

              • Tom Tailor

                @Janix:

                "65 % der Berufspendler sind mit dem Pkw unterwegs.



                Viele sind keine Berufspendler. Erster Datenfehler."

                Immer wieder spannend wenn Forenteilnehmer erhobenen Statistiken Datenfehler unterstellen.

                Was treibt Sie zu der Aussage; "viele sind keine Berufspendler"? Ist das eine Vermutung oder einer eigenen Forschung geschuldet?

                Wenn ich Zahlen in meine Argumentation einbette entspringen diese validen Quellen:

                www.deutschlandfun...n-pendler-100.html

                "Zum Stichtag 30. Juni 2025 haben 20,64 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte außerhalb ihres Wohnorts gearbeitet – rund 50.000 mehr als im Vorjahr. "

                Das ist nichts anderes als berufspendelei. Es liegt an Ihnen diese Aussage zu widerlegen, demnach "viele davon keine Berufspendler seien".

                Nach Quelle der Tagesschau nutzen 65 Prozent davon überwiegend das eigene Auto. Das sind 13,4 Mio Menschen. Wie viele davon sind mit hohem Einkommen ausgestattet? Warum unterstellen Sie anhand dieser Daten eine Schieflage in der Statistik? Nehmen Sie die Fakten doch einfach mal zur Kenntnis.

                • Janix

                  @Tom Tailor:

                  Ich hatte schon geduldig gewartet, ob es selbst auffällt. In ähnlichen Fällen, die mir auch mal unterlaufen, korrigiere ich mich dann (hoffentlich) immer.







                  Ausführlicher: 45,5 Mio. Erwerbstätige der BRD, davon sind 20,64 Mio. eine Minderheit und 65 % vom Letzten sind also noch mehr eine Minderheit (wie weit mensch im eigenen Ort ein Auto nimmt, ist da nicht klar, es wird da wohl _kaum sein _müssen; die _Grundmenge Berufspendler ist also leider echt schon mal falsch als Basis). Vergleichen Sie es auch mal mit Ihrer darauf gebauten Behauptung oben und dann noch mit der Nachfrage des Kollegen.



                  Warum ist wer gezwungen, die Beträge zu zahlen? Gibt es nicht Fahrgemeinschaft, E-Bike plus ÖPNV, Umzug, Workfromhome auch noch? Oder spritsparenderes Fahren?



                  Beim Thema Pendlerbezuschussung über die Steuerkarte haben Institute (u.a. hier in der taz dokumentiert) ausgerechnet, wer davon profitiert und nebenbei herausgefunden, wer im Schnitt die langen Autostrecken fährt: Männer mit höherem Einkommen und höherer formaler Bildung, verkürzt: der Karrierewechsler zur Konkurrenz zwei Kreise weiter. Dass da auch ein größerer Hubraum drin ist und erwünscht, ist dann tatsächlich eine Konjektur.

                  • Tom Tailor

                    @Janix:

                    "(wie weit mensch im eigenen Ort ein Auto nimmt, ist da nicht klar, es wird da wohl _kaum sein _müssen; die _Grundmenge Berufspendler ist also leider echt schon mal falsch als Basis)."

                    Lesen Sie den Artikel doch noch mal aufmerksam: "Zum Stichtag 30. Juni 2025 haben 20,64 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte außerhalb ihres Wohnorts gearbeitet"

                    Betonung: außerhalb des eigenen Wohnortes. Von innerörtlicher PKW Nutzung ist gar nicht die Rede. Womit auch Ihre Vorschläge größtenteils unbrauchbar sind. Interessant ist auch Ihre Formulierung, Berufspendler seien eine "Minderheit". Also ich verstehe unter dem Begriff "Minderheit" etwas anderes als knapp die Hälfte einer definierten Gruppe, so wie es hier der Fall ist.

                    Unter dem Strich profitieren mind. 13,4 Mio Menschen vom Tankrabatt. Das mag für Sie eine zu vernachlässigende Randgruppe sein. Ich definiere sie eher als hart arbeitende Bürger, die zum Teil weite Anfahrtswege inkauf nehmen um ihren Job machen zu können.

  • PeWi

    Verehrte Frau Schmollack, zumindest in Mainz ist nach meinem persönlichen Eindruck die SUV-Dichte im Stadtverkehr nicht gerade herausragend. Ich bin auch öfter in einem Dorf an der Mosel und hier wird nach wie vor für Kurzstrecken selbstverständlich das eigene Auto benutzt, obwohl es hier ein vergleichsweise gutes Busnetz gibt, von denen viele elektrisch fahren.

    Man kann über Sinn und Unsinn der jetzt beschlossenen Maßnahmen diskutieren, wobei für mich bei Beschränkungen auf Leute mit geringem Einkommen auch die damit verbundene Bürokratie zu bedenken wäre. Und gerade diesen Leuten feht das Geld jetzt. Da nützt es wenig, wenn sie nach Wochen oder Monaten eine Erstattung bekommen.

    Und so ganz nebenbei: Diese Gesellschaft besteht nicht nur aus Ge­ring­ver­die­ne­r:in­nen und Bürgergeldempfänger:innen und SUV-fahrenden Rechtsanwälten, Chefärzten und Steuerberatern. Da gibt es noch etliche Zwischenstufen. Aber wenn man das aus politischen Gründen nicht sehen will (?), erübrigt sich eine Diskussion.

  • Tom Tailor

    "Doch jetzt profitieren erneut vor allem die Mineralölkonzerne sowie Chefärzte, Bankdirektoren, Rechtsanwälte, die sich höhere Spritpreise locker leisten können und mit ihren SUV durch Städte zum Job cruisen. "

    In D sind gegenwärtig ca. 45 Mio PKW mit Verbrennermotor zugelassen. Ob deren Besitzer wohl größtenteils aus Chefärzte, Bankdirektoren und Rechtsanwälten bestehen?

    Der Tankrabatt unterstützt jeden Haushalt der gegenwärtig gezwungen ist zu den hohen Treibstoffpreisen zu tanken, ob einkommensstark oder nicht. Insofern hilft dieser Rabatt schon genau an der richtigen Stelle.

    • Janix

      @Tom Tailor:

      Tja, nett behauptet, bleibt aber leider fragwürdig.



      a) Wir brauchen volkswirtschaftlich und ökologisch rasch _weniger Ölverbrennung. Dann macht mensch sie besser teurer, nicht sogar billiger.



      b) Sozial haben die einen den sparsamen Clio für 12 km ohne Verbindung, die anderen fahren ihren fetten großen Hubraum täglich 100 km zum gut bezahlten Ingenieurmanagersjob. Und die Armen haben kein Auto. Was siehe a) ökologisch uns hilft.

      • Tom Tailor

        @Janix:

        Was gegenwärtig gebraucht wird ist eine unmittelbare finanzielle Unterstützung aller Haushalte die unter den hohen Treibstoffpreisen leiden.

        Alles andere ist Zukunftsmusik. Hier geht es um Hilfe die sofort wirkt und diejenige gesellschaftliche Gruppe unterstützt die den größten Teil zum Steueraufkommen beiträgt.

      • Zippism

        @Janix:

        "Wir brauchen volkswirtschaftlich und ökologisch rasch _weniger Ölverbrennung. Dann macht mensch sie besser teurer, nicht sogar billiger."

        Da hilft nur eines, einfach öfter krank melden. Wer eine Woche im Monat den Gelben Schein nutzt, spart eine ganze Menge Kraftstoff.

    • Klabauta

      @Tom Tailor:

      Was denken Sie, von wem diese Wohltat der Regierung letztendlich bezahlt wird? Ich verrate es Ihnen: Nicht nur von den Autofahrer*innen, sondern genauso von Jenen, die den ÖPNV oder das Fahrrad benutzen oder zu Fuß gehen.



      Gerechter wäre deshalb ein direkt und an alle ausgezahltes Energie- bzw. Mobilitätsgeld.

      • Tom Tailor

        @Klabauta:

        Ich gehe noch einen Schritt weiter: was denken Sie denn welche gesellschaftliche Gruppe den Löwenanteil am Steueraufkommen bezahlt?

        Und ist es dann nicht gerecht, wenn ebendiese Gruppe auch am meisten vom Tankrabatt profitiert?

    • Life is Life

      @Tom Tailor:

      Und der Tankrabatt wird auch von denjenigen bezahlt, die bewusst kein Auto oder keinen Verbrenner fahren. Die ihren Wohnsitz verkehrsgünstig wählen und den ÖPNV nutzen.



      Das kann frau schon als Verarsche empfinden.

      • Dr. McSchreck

        @Life is Life:

        Nein , er ist rechnerisch nur ein verzicht auf zusätzliche Einnahmen an der zapfsäule.

        • Life is Life

          @Dr. McSchreck:

          Und mit diesem "Verzicht auf Einnahmen" wird der Steueraufkommenskuchen kleiner. Natürlich ist das eine Entscheidung darüber, wofür Steuergeld verwendet wird.



          Da muss man dann ja leider beim Wohngeld kürzen....

      • Zippism

        @Life is Life:

        "Und der Tankrabatt wird auch von denjenigen bezahlt, die bewusst kein Auto oder keinen Verbrenner fahren. Die ihren Wohnsitz verkehrsgünstig wählen und den ÖPNV nutzen."

        Der ÖPNV wird doch auf von allen bezuschusst die Ihn nicht benutzen, oder warum glauben Sie ist ein Deutschlandticket so billig?

        • Life is Life

          @Zippism:

          Vom Zuschuss für den ÖPNV profitieren alle. Jeder kann ihn Nutzen.



          Vom Tankrabatt profitieren nur Verbrennerfahrer, unabhängig davon, ob sie den ÖPNV nutzen könnten. Er mindert sogar für diejenigen, die wirklich auf individuellen Autoverkehr angewiesen sind, den Anreiz, diesen mit E-Mobilität klimafreundlicher zu gestalten.



          Und wenn wir mal dabei sind, ist auch zu berücksichtigen, dass die Subventionen des Staates für das Autofahren ein Vielfaches höher sind, als die für den ÖPNV oder den Radverkehr.



          Sowohl ökonomisch als auch ökologisch total bescheuert.

        • Janix

          @Zippism:

          Das Auto bekommt bei Vollkosten mehr zugestopft als ÖPNV - Umweltbundesamt bzw. FÖST-Studien.



          ÖPNV ist übrigens Grundversorgung für wirklich alle (auch für Sie, wenn das Gesichtsfeld und die Reflexe perdu sind), Auto ist das nicht.



          Das Geld für das Deutschlandticket bezuschusst gerade die ÖPNV-Pendler und wäre zumindest teilweise in der Ertüchtigung mindestens so gut aufgehoben.

    • Martin Rees

      @Tom Tailor:

      "Der Tankrabatt unterstützt jeden Haushalt der gegenwärtig gezwungen ist zu den hohen Treibstoffpreisen zu tanken, ob einkommensstark oder nicht"...



      Das ist wohl so; andererseits sehe ich einige Normalverdiener:innen oder Rentner:innen, die jetzt im Herbst (Fern)Reisen mit Flugzeug und / oder Kreuzfahrtschiff planen bzw jetzt schon so unterwegs sind, oft in der Kombination und Wiederholung.



      Sparen bei Fossilien ist klimarelevant und essentiell, auch für kommende Generationen.



      Das ist ein Knackpunkt bei Eingriffen in den Markt.

  • elektrozwerg

    "Wir kümmern uns um Volkes Wohl."

    Wenn man unter Volk nur Buergergeldempfaenger und Geringverdiener sieht, hat man mit solch einem Satz naturgemaess Probleme.



    Aber unter der stetigen Energieverteuerung durch Steuern und Abgaben in den letzten 10 bis 15 Jahren leiden alle, bis auf eine ueberschaubare Anzahl an Reichen.

    Beim Rekordroehlpreis von 125 Dollar pro Barrel 2012 lag der Preis fuer E10 bei 1,69 Euro. Aktuell ist der Rohoelpreis bei ca 104 Dollar und der Preis von E10 liebt bei ca 2,28 Euro. Ob nun ein Notpflaster von ca 15 Cent vor der Wahl die Erinnerung des Souveraens an jahrelange staatliche Raffgier ausradiert darf bezweifelt werden.

    • nihilist

      @elektrozwerg:

      Die Steuern sind seit 2012 aber gar nicht erhöht worden. Komisch.

      • Dr. McSchreck

        @nihilist:

        Der Steuersatz ist nicht erhöht worden , aber mit1 Euro Steigerung des Benzinpreises zahlt man 19 Cent mehr Umsatzsteuer pro Liter.

        • nihilist

          @Dr. McSchreck:

          Dafür müssen erst mal die Benzinpreise um einen Euro steigen. Wo kommt der her, wenn doch alles auf staatliche Raffgier zurückzuführen ist?

          • Dr. McSchreck

            @nihilist:

            Von dem Krieg, vorher lag der Preis bei ca 1,50, jetzt bei 2,40.

  • Martin Weiblen

    "Nichts dazugelernt" verharmlost die Situation! Es wäre die Pflicht der Regierung gewesen auf eine Wiederholung der damaligen Situation vom April vorbereitet zu sein und Lehren aus der damaligen Lösung zu ziehen. Das alles hat sie nicht gemacht obwohl es klar war dass das Risiko einer Wiederholung bei 100% liegt. Die Möchtegern Wirtschaftsregierung faselt etwas von Reformen und dieses Vorgehen zeigt dass sie vermutlich gar nicht weiß was Reformen und Management eigentlich sind.

  • meerwind7

    KLischeehaft benannte Besserverdiener (Chefärzte, Bankdirektoren, Rechtsanwälte", die "mit ihren SUV durch Städte zum Job cruisen".

    Crusing ist das Herumfahren ohne weiteren Verkehrszweck, außer um zu sehen und gesehen zu werden.

  • uwe

    Die genannten Personenkreise werden typischerweise mit recht neuen e-Kisten fahren und im EFH mit hochsubventioniertem PV-Dach wohnen. Da interssiert weder Strom noch Kraftstoffpreis.

    • behr Behr

      @uwe:

      oder im Firmen-oder DienstKFZ, und da interessiert der



      Spritpreis ohnehin nicht den Fahrer oder Berechtigten.

  • meerwind7

    Unrichtig im Artikel: "Aber der entlastet nicht nur Geringverdienende, sondern bedient vor allem Reiche und Mineralölkonzerne."

    "Reiche" fahren keine größeren Strecken mit dem Auto oder wesentlich spritschluckendere Autos als Durchschnittsverdiener.

    Nachdem Niedrigverdiener einer geringere Autobesitzquote haben, wird mehr als die Hälfte der Steuererntlastung in der besser verdienenenden Hälfte der Bevölkerung ankommen.

    Aber bei den "Reichen" entsprechend ihres geringen Anteils an der Bevölkerung nur wenig.

    Nachdem die "Reichen" entsprechend ihres höheren Einkommens und Vermögens letztlich einen größeren Anteil der durch den Tankrabatt entstehenden Schulden ausgleichen müssen, ist es per Saldo eine Mehrbelastung für diesen Bevölkerungsteil.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @meerwind7:

      ""Reiche" fahren keine größeren Strecken mit dem Auto oder wesentlich spritschluckendere Autos als Durchschnittsverdiener."

      Bemerkenswerte These. Wer kann denn die besonders großen Spritschlucker sonst bezahlen?

  • uwe

    "Doch jetzt profitieren erneut [..] Chefärzte, Bankdirektoren, Rechtsanwälte, die sich höhere Spritpreise locker leisten können und mit ihren SUV durch Städte zum Job cruisen. "

    So mancher Leser wird auch gönne könne. Vor allem bei den eher übersichtlichen Beträgen. Hier so ca. 17 EUR im Monat bei 1000 km Fahrleistung.

    Tipp: warum eigentlich "durch Städte"? Die auf dem Land profitieren noch viel mehr. Denn die haben weitere Wege und somit höhreren Spritverbrauch. Auch mit dem Kleinwagen.

  • Perkele

    Es ist nicht tragisch, wenn man mal einen Fehler macht. Es ist jedoch höchst bedenklich, den gleichen Fehler mehrmals zu machen. Das ist entweder extreme Dummheit oder Absicht. Die MWSt in der Gastronomie ging voll und ganz in die Taschen der Betriebe, kein Cent in die der Verbraucher. Im Spritgeschäft war es ähnlich, die Ermäßigung wurde ein noch höherer Profit für die Mineralölgesellschaften, nur teilweise kam es bei den Leuten an. Dieses Procedere mehr als zwei Mal zu wiederholen, das kann man nur mir absichtlichem Handeln erklären. Diese "Regierung" schützt die Wirtschaft, nicht die Verbraucher . Zudem ist dieses Gießkannenprinzip vor allem denen nützlich, die sich den Sprit locker selbst leisten können, auch dann wenn ihre Fahrzeuge 18l auf 100km verbrennen. Die Bürger die Twingo oder Polo fahren, trifft es sehr viel härter, doch das ist Merz und Reiche völlig gleichgültig. Der Steuerzahler übernimmt die Gesamtkosten für die Pflege der csdU und spD Klientel - und nur der!

    • Bernd Bergstrom

      @Perkele:

      +1

  • Juhmandra

    Zitat: "Das Auto ist gerade für viele Gut- und Best­ver­die­ne­r:in­nen nach wie vor ein Statussymbol."



    Leider aber auch für viele ein berufliches "muss", weil z.B. die Firma keine E-Autos hat.



    Wobei "nur E-Autos" auch zum gleichen Effekt führen würde; dann wäre der Strompreis ähnlich hoch und es gäbe den "Strompreisrabatt"...

    • Kahlschlagbauer

      @Juhmandra:

      Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Strompreise ansteigen wie Ölpreise, wenn elektrischer Transport vorherrscht. Strom wird lokal produziert und nicht von internationalen Konzernen kontrolliert. Die Kosten für Stromproduktion fallen strukturell und tendenziell.

    • Manzdi

      @Juhmandra:

      Beruflich notwendig mag zutreffend sein, aber die PS-Zahlen der Neuzulassungen gehen jedes Jahr weiter nach oben.



      Das ist reiner Status, der dort zelebriert wird. Fahrzeuge mit vier Auspuffrohren verbrennen einfach mehr als Fahrzeuge mit einem.



      Und wenn die Energiepreise eine Folge der knappen Kraftstofflieferungen sind, darf man sich fragen, weshalb es kein Tempolimit gibt, um die Kraftstoffreserven zu schonen. Auch völlig unverständlich ist es, warum PS und Hubraum nicht stärker besteuert werden.



      Wem der PS-Wahn heilig ist, zahlt einfach deutlich mehr, warum denn nicht.

      In der aktuellen Situation werden Wohlhabende und Vermögende für ihre statusorientierte Mobilitätsansprüche mit dem Tankrabatt subventioniert.



      Viele Menschen besitzen aber gar kein Auto, fahren Buss oder Bahn oder Fahrrad. Entweder, weil sie sich dafür aktiv entscheiden, oder, weil ihnen schlicht das Geld fehlt, um ein Auto zu besitzen.

      Unterm Strich ist der Tankrabatt also konservativ hilflos.

    • Martin Rees

      @Juhmandra:

      Leider aber auch für viele ein berufliches "muss"...



      Es gibt sehr viele "Fernpendler:innen", die sich hohe Mieten in Ballungszentren nicht leisten können oder keine adäquaten Wohnungen mit mehreren Kindern in den Großstädten bekommen. Das betrifft in NRW mehrere Städte, Köln, Düsseldorf und Essen in dieser Reihenfolge ganz oben.



      "Mit Köln (357 299), Düsseldorf (325 865) und Essen (165 852) befanden sich drei NRW-Städte unter den zehn Städten mit den höchsten Einpendelzahlen Deutschlands."



      www.it.nrw/million...-in-nrw-zur-arbeit



      Daten 2023



      Tendenz steigend...



      Viele Kundendienste (Wartung, Reparatur) operieren aus Zentralen, die nicht "um die Ecke" liegen, sondern hunderte Kilometer anreisen, wo eine Dezentralisierung vielleicht sinnvoll wäre.

    • Thomas Koll

      @Juhmandra:

      Wäre es nicht viel schöner wenn in einem Land in dem 77,5% der Menschen in urbanen Umfeld leben niemand auf ein eigenes Auto angewiesen wäre? Es werden ja auch immer jene übersehen die altersbeding kein Auto fahren dürfen oder fahren sollten aber trotzdem sicher von A nach B müssen. Abgesehen davon dass die meisten Fahrten mit dem Auto so kurz sind dass ein Fahrrad völlig ausreicht.

      Aber zurück zum Auto: Wenn Sie 2025 kein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten, dann werden Sie – so fürchte ich – im Markt scheitern“ sagte Robert Habeck 2019. BYD ist CDU und SPD sicher dankbar dass es politisch keinen Druck gab dieses 20tsd Euro Elektroauto auf den Markt zu bringen.

      • FriedrichHecker

        @Thomas Koll:

        "wenn in einem Land in dem 77,5% der Menschen in urbanen Umfeld leben"

        Diese journalistische Fehlinterpretation ist wohl nicht mehr tot zu bekommen. Die Aussage war, dass 77,5% der Menschen in Verwaltungseinheiten (politischen Gemeinden) mit mehr als 10000 Einwohnern leben. Nur weil diese Einheiten in den meisten Regionen Stadtrecht beantragen können, werden die aber nicht zu "urbanen Gebieten", wie man an Beispielen wie Gardelegen, Todtnau, Büdelsdorf oder Weißenthurm unschwer erkennen kann.

    • Axel Schäfer

      @Juhmandra:

      Die heimischen Öl- und Gasquellen tragen nur im Promillebereich zur Versorgung bei, beim Strom stellen wir einen Großteil selbst her.



      Klar statt der Mineralölsteuer wird es eine Kilometersteuer wie in Britannien geplant geben.

    • Momo33

      @Juhmandra:

      Wusste gar nicht, dass Strom auf Öl basiert.

  • Mondschaf26

    Die (vorübergehende) Senkung der Mineralölsteuer ist eine Lösung ohne großen Bürokratie, die besonders auch Speditionen, Handwerksbetriebe etc. entlastet. Alle anderen Varianten, die am Preis ansetzen, würden Bürokratie erfordern.



    --



    Und vllt. gar Tempolimits? Dadurch würde die (mengenabhängige) Energiesteuer doch glattweg und dauerhaft um ca. 10 Prozent einbrechen. Das kann doch niemand wollen [/Ironie]

  • Martin Rees

    Bereits 2022 ein Ärgernis f. einige Ökonom:innen u. Wissenschaftler:innen anderer Provenienz:



    "Derzeit wird in Deutschland hitzig über den sogenannten Tankrabatt diskutiert. Dabei wird meist vergessen: Eigentlich werden Autofahrer beständig unterstützt, auch ohne Tankrabatt oder Pendlerpauschale: weil sie die gesellschaftlichen Kosten, die sie verursachen, nicht in Gänze übernehmen. Der Ökonom und Verkehrsexperte Matthias Runkel dazu im SPIEGEL-Interview : »Kein Verkehrsmittel wird so stark subventioniert wie das Auto. Die Kosten für Infrastruktur und Folgekosten zum Beispiel durch Emissionen und Flächenverbrauch sind viel höher als die Einnahmen.«



    www.spiegel.de/wis...-9608-7e58407b458c



    "Das meistens vorgebrachte Gegenargument gegen solche ehrlichen Preise geht so: Geringverdiener könnten sich dann den teuren Sprit nicht mehr leisten, etwa die auf dem Land lebende Krankenschwester, die mit dem Auto 30 Kilometer zur Arbeit pendeln muss. Dieses Problem ist real und wichtig, und diese sprichwörtliche Krankenschwester sollten wir unterstützen. Nur ist die Lösung nicht subventioniertes Benzin..." ❗

    • Zippism

      @Martin Rees:

      Ach, die gute alte „Kostenwahrheit“. Klingt immer so wunderbar objektiv, bis man fragt, ob diese Kostenwahrheit eigentlich für alle Verkehrsträger und alle gesellschaftlichen Leistungen gelten soll – oder nur beim Autofahrer.

      Und natürlich darf die Krankenschwester auf dem Land unterstützt werden. Aber warum eigentlich nur die sprichwörtliche Krankenschwester? 2020 nutzten immerhin 13,8 Millionen Arbeitnehmer die Pendlerpauschale, 84 Prozent davon zumindest teilweise das Auto. In Landgemeinden lag der Autoanteil unter den Pendlern sogar bei 93 Prozent.

      Das sind nicht ausschließlich irgendwelche SUV-Fahrer auf dem Weg zum Golfplatz, sondern ganz normale Menschen, die zur Arbeit müssen, weil das Leben praktischerweise nicht überall fünf Minuten neben der nächsten S-Bahn-Station stattfindet.

      Und genau hier wird es unfreiwillig komisch: Erst erklärt man den Bürgern, sie müssten „ehrliche Preise“ bezahlen. Wenn diese ehrlichen Preise dann tatsächlich steigen und der Staat einen Teil der Belastung abfedern will, heißt es plötzlich: Nein, aber bitte nicht beim Autofahren!

      Das ist keine neutrale Kostenrechnung, sondern Verkehrspolitik mit moralischem Zeigefinger.

  • Diogeno

    Direkthilfen für Geringverdiener:innen wären angebracht.



    Allerdings klappt das - automatisch und flächendeckend - zurzeit technisch nur über das Finanzamt, bei der Lohnsteuererklärung, wenn ich mich nicht irre. --



    Der Staat kennt ja die Kontonummern der Bürger:innen nicht. -

    Oder die Geringverdiener stellen einen Antrag und geben ihre Einkünfte und die Kontoverbindung an.

    • Bernd Bergstrom

      @Diogeno:

      Die Meldung seines Kontos kann jeder sofort erledigen: einfach seine Bank entsprechend beauftragen. Oder per ELSTER.