Tödliche Folgen von Verkehrspolitik : Im Zweifel für das Auto
Die Zahl der verletzten und getöteten Kinder im Straßenverkehr steigt. Kein Wunder bei der vorherrschenden menschenverachtenden Auto-Ideologie.
D ie Prioritäten der CDU sind klar gesetzt: im Zweifel für das Auto. Zur Not werden dafür nicht nur Menschenleben, sondern gleich die ganze Zukunft von Mensch und Natur aufs Spiel gesetzt. Das zeigt sich sowohl bei der Frage Menschenleben versus Wirtschaftsverkehr als auch bei jener nach Klimaschutz versus Wirtschaftsverkehr.
So ist laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die im Straßenverkehr getötet oder verletzt wurden, im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf 29.270 gestiegen. Ein Großteil der Kinder war mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem E-Scooter unterwegs, meist auf dem Schulweg.
Im Schnitt dreimal pro Stunde wird also auf Deutschlands Straßen ein Kind getötet oder verletzt, mehrheitlich durch Autos. Obwohl nachgewiesen ist, dass die Einführung von Tempo 30 innerorts die Zahl der Verkehrstoten und Unfallverletzten um bis zu 30 bis 40 Prozent verringern kann, weigert sich die CDU strikt, diese einfache lebensrettende Maßnahme umzusetzen.
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Warum? Weil fließender Wirtschaftsverkehr wichtig, Auto gleich Freiheit und lebensrettendes Tempolimit gleich „Ideologie“ ist. Was für eine menschenverachtende Ideologie dahintersteckt, dass man ungehindert dahinbretternde (Verbrenner-)Autos wichtiger findet als Menschenleben, sei mal dahingestellt.
Dabei zeigen Studien, dass Tempo 30 neben dem Lärmschutz, der Luftreinhaltung und der Verkehrssicherheit noch einen weiteren Vorteil bietet: einen flüssigeren Verkehrsfluss als beim abrupten Wechselspiel aus Tempo 50 und Abgebremse. Doch derlei Argumente interessieren die CDU wenig, es geht ihr um Kapitalinteressen und nicht um Solidarität. Und Autos verkaufen sich nun einmal besser mit einem Freiheits- als mit einem Ökologieversprechen.
Kapital statt Klima
Dass kurzfristige Kapitalinteressen wichtiger sind als Klimaschutz, zeigt sich auch im Zuge des Niedrigwassers und der damit einhergehenden eingeschränkten Binnenschifffahrt. Statt die Güter auf die Schiene zu bringen und die Schieneninfrastruktur zu stärken, um Engpässe künftig besser aufzufangen, sprach sich der neue CDU-Verkehrsminister Steffen Bilger dafür aus, die Lkw-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen auszusetzen. Was die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland auch prompt taten.
Dass man damit „Feuer mit Benzin“ bekämpft, wie Linke-Chef Luigi Pantisano zu Recht kritisiert – geschenkt. Dass die CDU mit ihrer – nicht vorhandenen – Klimapolitik und ihrem Verbrenner-Fetisch selbst dazu beigetragen hat, dass die Flüsse infolge der Klimakrise überhaupt so niedrig sind – egal. Statt die Prioritäten zu verschieben und die Verkehrswende voranzutreiben, werden künftig einfach noch ein paar Flussbetten ausgebaggert, was soll schon passieren. Spoiler: nichts Gutes.
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