piwik no script img

Gen-Z-Proteste Halbstarke in Turnschuhen

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Politiker von Union bis AfD betonen die Herkunft der Krawallmacher vom Wochenende. Viel wichtiger scheint das Geschlecht der Randalierer zu sein.

J ugendliche Delinquenz gab es schon immer. Wer jung ist, rebelliert gerne gegen soziale Normen und kann dabei schon mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In der Regel legt sich das mit der Zeit. Selbst ein Friedrich Merz erinnert sich wehmütig an seine Jugend, als er mit langen Haaren auf dem Mofa seine Heimatstadt, das sauerländische Brilon, unsicher gemacht haben soll, wie er einst erzählte. Man sieht ja, was aus ihm geworden ist: ein mehr oder weniger anerkanntes Mitglied dieser Gesellschaft.

Wir wissen nicht, was Alexander Dobrindt in seiner Jugend getrieben hat. Ihm sei aber der Film „Die Halbstarken“ aus dem Jahr 1956 empfohlen – mit Horst Buchholz, der dadurch zu einem Teenageridol wurde. Er handelt von einer Gang von jugendlichen Kleinkriminellen, die sich ihre Zeit mit Schlägereien, Diebstählen und provokantem Auftreten vertreiben und so „gegen ihre Integration ins bürgerliche Leben auflehnen“, wie es in Filmlexika dazu heute heißt.

Die Jugendszenen von heute sind stärker migrantisch geprägt, und in Metropolen wie Frankfurt hat die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen heute einen Migrationshintergrund, weil ihre Eltern oder Großeltern eingewandert sind. Es ist deshalb kein Wunder, dass auch unter den Jugendlichen, die dort nach den Ausschreitungen vom Wochenende festgenommen wurden, die meisten einen Migrationshintergrund haben.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Das macht diese Krawalle aber noch lange nicht zu einem „migrantischen“ Problem, wie Dobrindt und andere Politiker von Union bis AfD sowie konservative Kommentatoren von FAZ bis BILD suggerieren. Dieses Adjektiv ist stigmatisierend und führt auf die falsche Fährte. Ein paar Hundert Jugendliche haben in Frankfurt und anderen Städten am vergangenen Wochenende Scheiben eingeschlagen und vereinzelt Geschäfte geplündert. Vor allem auf Schuhgeschäfte mit Marken-Sneakern hatten sie es abgesehen.

Neu ist nicht, dass es in manchen Städten gelegentlich ein Problem mit Krawallmachern gibt. Neu ist bloß, dass viele von ihnen heute einen Migrationshintergrund haben und gerne Turnschuhe tragen. Welche Rolle die Herkunft ihrer Eltern spielt, um ihre Taten zu erklären oder zu verhindern, bleibt das Geheimnis von Dobrindt und Co. Wichtiger ist, dass es damals wie heute hauptsächlich Männer sind, die sich so verhalten. Vielleicht sollte der Innenminister da mal ansetzen.

Daniel Bax

Daniel Bax Redakteur

Daniel Bax ist Journalist und Autor und schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Er arbeitet als Themenchef im Regieressort der taz und hat mehrere Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den grassierenden Rechtspopulismus. Sein aktuelles Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist Ende 2025 im Goldmann Verlag erschienen. Impressum: Daniel Bax c/o taz, die tageszeitung. taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin
Mehr zum Thema

106 Kommentare

  • Auweiowei

    Die Debatte um den (vermeintlichen!) 'Migrationshintergrund' wird von Mal zu Mal irrwitziger. Wenn ich könnte, würde ich dieses Phantom zum Unwort des Jahres erklären.

    Wenn ich meinen eigenen Nachnamen zum Exempel nehme, so verweist er auf seine frühmittelalterliche Herkunft: im Bereich der 'Elbe-Saale-Böhmerwald-



    Linie', wo fränkische Siedler ostwärts "migrierten" und slawische westwärts, wo im heute thüringisch-sächsischen Grenzland ein fränkischer Vorname slawisiert wurde, analog zu Fritz >



    Fritsche, oder Niklas > Nietzsche.

    Viele Deutsche haben seit der "Migration" von polnischen Arbeitern und ihren Familien 'nichtdeutsche' Nachnamen, sowie durch den Zuzug von meist unvermögenden 'Ostjuden'...

    Und genau da sind wir doch mittendrin in der ganzen unseligen und für uns selber gespenstischen Geschichte der Verfolgung unserer "Migranten"!



    Können wir nicht endlich mit diesen unsinnigen Diffamierungskampagnen ein für allemal aufhören und einfach akzeptieren, dass jeder Mensch, historisch betrachtet, überall auf der Welt letztlich das Produkt von "Migration" ist?

  • Mark Tassimtee

    Die Menschen, cie ich kenne, die zur GEN Z gehören protestieren nicht.



    Es sind wahrscheinlich nur kleine Teile der Generation, die protestieren.



    Schade ist, dass solche Bewegungen immer wieder durch Radikale instrumentalisiert werden, was sie in meine AUgen noch unwichtiger macht.



    Die Medien bauschen gerne passende Bewegungen auf.

    • Janix

      @Mark Tassimtee:

      Protestieren ist jetzt nichts Ehrenrühriges aus Ihrer Sicht, oder?



      Und es gibt in allen Generationen nur wenige, die sich (aus ihrer Sicht) aktiv für die Zukunft einsetzen und auf die Straße gehen, in BRD wie DDR.

  • Duplozug

    Vieles was hier steht ist nicht falsch.



    Aber in einem Punkt möchte ich doch nochmal nachfragen.



    Ja, es gab schon früher Proteste und Ausschreitungen. Ich bin wahrscheinlich etwas zu jung, aber gab es zu Zeiten der 68er gleichzeitig auch Plünderungen von Jeans läden? Ich kann mich an nichts dergleichen erinnern.



    Und wenn man zurück zum Beginn der Weimarer Republik geht, da war es mehr Bürgerkrieg auf den Straßen als einfache "Ausschreitungen" von Halbstarken.



    So ganz finde ich die Argumentation nicht überzeugend.

    • Troll Eulenspiegel

      @Duplozug:

      Plünderungen von Jeans- oder anderen Textilläden sollte es damals nicht oder nur sehr vereinzelt gegeben haben, da damals Fast Fashion als kapitalistische Verwertung noch inexistent war und viele Textilien in landeseigenen Webereien produziert wurden, z.T. noch verstaatlicht, also nicht privatisiert.

      Plünderungen heute haben weniger damit zu tun, einfach mal was klauen oder kostenlos haben zu wollen. Das ist mittlerweile die Signatur von Rechtsaußen, die die Plünderungen als linksradikal vermarkten wollen. Für den Rest bedeutet es, dass Modekonzerne Einbußen hinnehmen müssen aufgrund der menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in der Textilbranche, sowie den Umweltbelastungen durch Fast Fashion. Es handelt sich bei den Protestierenden schließlich um politisch hoch gebildete Menschen, die eben erkannt haben, dass sie sich in einem erbärmlichen System befinden.

  • Querbeet

    Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, das es sich mehrheitlich um männlich gelesene Personen handelt. Ob es Männer sind, kann Herr Bax garnicht wissen.

    • Edda

      @Querbeet:

      Aussagen, sollte es natürlich heißen im ersten Satz

  • Westlahn

    Vieles im Text ist erfreulich nüchtern. Muss man auch mal sagen. Aber: Plädiert Herr Bax wirklich für mehr Frauen unter den Halbstarken? 50%von Allem auch beim Plündern?



    Natürlich sind das meistens junge Männer, alles andere wäre seltsam. Wenn es um das herum-marodieren in der Nachbarschaft geht ist das sogar unter Schimpansen so.



    Den banalen Grund für dieses "Ungleichgewicht" vermutet der schreibende Naseweis im Testosteron. Das sorgt für körperlichen Tatendrang und erhöhte Risikobereitschaft.



    Damit wäre DAS Thema durch.



    Das wesentliche ist damit noch ungelöst: warum und gegen was richtet sich diese Wut. Teilen die jungen Frauen sie , gehen aber nur nicht plündern. Wie kriegt man den Grund halbwegs gelöst und die Energie auf etwas Sinnvolles gelenkt.



    Die müssen ja nicht alle Bundeskanzler werden.

    • Kamamu

      @Westlahn:

      Ich denke Testosteron ist kein Problem- das ham die Frauen auch. Aber Männer wählen die Afd, Männer machen die meisten Autounfälle, Männer töten Ihre Partner. (Ich rede von % verglichen mit frauen). Männer brauchen dringend hilfe in der sozialisation..

  • mokka flo

    Endlich wird "das Kind beim Namen genannt".

    • Janix

      @mokka flo:

      "Dobrindt".



      Der die Polizei in Freilassing an der Grenze herumstehen lässt, statt sie wieder in Feldmoching auf die Straße zu bringen.

  • Ernst Lusti

    VIelleicht ist ihre Männlichkeit auch nicht das Problem.



    DIe Herkunft ist es nicht.



    Warum das Geschlecht?



    Können wir in unserer Gesellschaft nicht mehr Empathie für Gewalt von (und im) Unten haben? Mit dem FInger drauf zeigen skandaliert wieder nur Personengruppen. Was ist denn aber der Ansatz? Dämonisieren?



    Junge Männer neigen zu Gewalt, zur Körperlichen Auseinandersetzung. Vielleicht ist es ein Ausdruck hier nichts mehr mit den Händen erschaffen zu können, also muss das alte, das Alles vollstellt erstmal kaputtgemacht werden.

    • Kamamu

      @Ernst Lusti:

      Lese doch mal zahlen zu Männer und autounfälle- Statistik zu femizide- statistik wer die Afd wählt. - Männer sind ein Problem.

    • Der olle Onn

      @Ernst Lusti:

      "...also muss das alte, das Alles vollstellt erstmal kaputtgemacht werden."



      Hmmm. - Alles (fast) gut also, mit solcher Definition? Die völlig überteuerten ulkigen Plastiklatschen (richtige "Turnschuhe" sind das ja in der Regel nicht) haben sie dann versehentlich mitgenommen?



      Ich war ja auch mal ein sogenannter "junger Mann". Ist leider lange her. Damals habe ich mich immer sehr schnell vor mir selbst erschreckt, wenn mir der eigentümlich schräge Gedanke kam, etwas - nur mal so - kaputt zu machen. Und das vermutlich nicht nur aus Angst vor der Stasi.



      Heutzutage, als "Alter weißer Mann", gelte ich diversen Gruppierungen als viel gemeingefährlicher. Mache aber immer noch nichts kaputt, bloß weil es "...Alles vollstellt..."



      Insofern ist meine "Empathie für Gewalt" leider auch immer noch eher unterentwickelt...

    • Desdur Nahe

      @Ernst Lusti:

      "Können wir in unserer Gesellschaft nicht mehr Empathie für Gewalt von (und im) Unten haben?"



      Und warum nur von unten? Wenn Gewalt ein legitimes Mittel sein soll, dann steht das allen zu. Auch Fußball"fans" von Vereinen, die auf der Tabelle "unten" stehen? Und darf man die Nachbarn schlagen, weil der ein größeres Auto hat, und man "unter" ihm steht?



      "Dämonisieren?"



      Ja! Zumindest wenn man Gewalt als Mittel ablehnt. Dann ist es wichtig, klar zum Ausdruck zu bringen, dass dieses Mittel nicht akzeptiert wird. Und zwar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten, also Verurteilungen vor Gericht.



      "hier nichts mehr mit den Händen erschaffen zu können"



      Ist ja nicht so, dass gerade das Handwerk händeringend nach Azubis sucht...

      • Westlahn

        @Desdur Nahe:

        Das klingt immer so vertraut: keine Gewalt.



        Aber scannen Sie mal die Geschichtsbücher durch nach den epochalen Veränderungen die zu der Gesellschaft geführt haben, in der wir das Privileg haben zu leben.



        Ein willkürlich gewählter Startpunkt wäre zum Beispiel die französische Revolution. Begann mit dem Sturm auf die Bastille. Das war kein Spaziergang durch die Stadt mit Schildern und Transparenten. Suchen Sie nach beliebigen anderen Punkten, Sie werden fast immer Gewalt finden. Blöd, aber ist so. Das wird nicht dadurch falsch, daß sich noch weit mehr unter finden lassen, an denen Gewalt einfach nur übelste Ergebnisse hatte.

        • Desdur Nahe

          @Westlahn:

          Dazu muss man sich nur die aktuellen Kriege in der Welt anschauen.



          Es geht aber darum, Gewalt als legitimes Mittel zu verurteilen und Alternativen zu nutzen. Und im Gegensatz zu früher gibt es heute Alternativen. Zumindest bei uns.



          Wenn Gewalt legitim ist, wenn sie der "richtigen" Sache dient, werden plötzlich viele verschiedenste Gruppen für sich selbst "richtige" Sachen identifizieren.



          Ich kann mir auch keine Sneaker von Gucci leisten, warum sollten sich nur junge Männer die Sneaker kostenlos aus Läden plündern dürfen? Wenn ich genug suche, dann finde ich bestimmt auch eine benachteiligte Gruppe, der ich angehöre und die gar nicht anders kann, als ihre Rechte per Gewalt einzufordern.

  • Sole Mio

    Wir dürfen immer noch in einem Land leben, in dem jeder für seine Ansichten demonstrieren kann und darf!

    Wenn jedoch dann vermummte Menschen auftauchen, die diese Demonstrationen für Randale, Raub, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen,….missbrauchen, dann ist dies nicht zu akzeptieren!

    • Westlahn

      @Sole Mio:

      Wenn sich die Leute beim Sturm auf die Bastille an die Regel gehalten hätten, dann wüssten wir alle nicht, was ein Demonstrationsrecht überhaupt ist.

  • cazzimma

    Nein, diese Jugendliche tragen keine Turnschuhe, sondern eben "Sneaker", die zu einem Statussymbol geworden sind.

    Entsprechend der Logik des radikalen Kapitalismus, in dem wir leben, hat zumindest der ärmere Teil der Jugend Ideologie größtenteils aufgegeben und folgt dem Diktat des Mammon.

    Das sollte doch niemanden ernsthaft verwundern.

  • Ella Rausch

    Geplünderte Geschäfte und mehr als 100 verletzte Polizisten. Ich sehe tatsächlich nicht viel Positives an fieser Aktion.



    Und ja, es waren offensichtlich überwiegend Männer, Jugendliche sind zumindest auf den Kravalle-Bildern kaum zu erkennen.



    In Deutschland leben auch viele sehr unterschiedliche Migrantengruppen. Darunter Spätaussiedler, Aussiedler, Polen, Ukrainer. Die muslimischen Migranten machen zwar einen großen Teil aus aber bei weitem nicht die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland. Deshalb kann ich der Pauschalisierung auch nicht folgen. Kriminelle schaden der gesamten Bewegung und sollten auch benannt und bestraft werden.

    • Janix

      @Ella Rausch:

      Kriminelle sollten benannt und bestraft werden. Die behebbaren der Gründe für Kriminalität angegangen werden (Unfairness, Chancenlosigkeit, neoliberaler Fokus auf teures Blingbling als Statusmarkierer).

      Was aber Dobrindt macht, ist Schublade, die nicht mal richtig passt. Um abzulenken. Statt aus Analysen auch Handlung zu entwickeln. Der Sunnyboy wäre als Innenminister gerade gefragt.



      Gehören Polizisten gelangweilt an Grenzbahnhöfe lungernd oder doch wieder in die Orte und Streife laufend?

      • Desdur Nahe

        @Janix:

        "behebbaren der Gründe für Kriminalität angegangen werden"



        Dazu müsste man die Gründe erstmal erörtern. Und zwar ohne ideologische Buzzwords (Chancenlosigkeit, neoliberalbla,....) und Reflexe ("Was mir nicht passt, ist Schublade") etc.



        Wenn (je nach Quelle, die Zahlen sickern ja erst langsam durch) über Dreiviertel der Tatverdächtigen einen ausländischen Pass haben, dann ist das kein statistischer Zufall, sondern muss bei der "Behebung der Gründe" berücksichtigt werden. Zumindest, wenn man es ernst meint.



        So werden die Instrumente und Wege, um männliche Jungendliche zur Prävention zu erreichen, bei z. B. Arabern aus der unteren sozialen Schicht andere sein, als bei männlichen Jungendlichen aus Vietnam mit Elternhaus aus der Mittelschicht.

        • Janix

          @Desdur Nahe:

          Kein zwingender Widerspruch - ich plädiere ja gerade dafür, dass auch jemand namens Hamad, jemand aus dem Viertel X, jemand ohne reiche und/oder akademische Eltern eine Chance erhält. Oder wenigstens glauben kann, eine zu haben.



          Dass junge Männer Mist bauen, fürchte ich, wird bleiben. Es sollte eben dann noch sozialtauglicher Mist sein. Egal, in welche Schublade (ja, Schublade) derjenige gesteckt wird.

  • Alex_der_Wunderer

    Also Jugendliche per se als eine homogene Schnittmenge der Gesellschaft anzusehen, scheint schonmal der größte Fehler in dieser skurrilen Debatte um Politikverssgen - wobei Versargen müsste ja erst noch von den verantwortlichen Parlamentarier widerlegt werden, so sieht es doch eher so aus, als sei die Entwicklung mehr als fahrlässig beabsichtigt von den in Verantwortung stehenden Politiker gewesen zu sein.



    Mit rechtstaatlicher, demokratischer Politik hat das Resultat dieser politischen Entwicklung jedenfalls NICHTS zu tun. Unsere Augen richten sich also auf die Politiker in unserem Bundestag ❗️

  • Wanderin

    Das eigentliche Problem sind postdemokratische Zustände. Der Begriff wird in der rechten Propaganda zur Diskreditierung demokratischer Systeme missbraucht, kommt aber ursprünglich aus der akademischen linken Systemkritik von Politikwissenschaftlern wie C. Crouch. (www.bpb.de/shop/ze...1/postdemokratie/) Dieser wies in den Nullerjahren auf die Gefahr hin, dass Volksparteien immer mehr durch Lobby- Einflüsse entkernt werden und sich von den Wählern entfremden. Dadurch wächst das Risiko, dass das Vakuum, das in der pol. Landschaft entsteht, von rechtspopulistischen Parteien gefüllt wird. Zwar kann man die Wähler mit neoliberaler Ideologie eine Weile hinhalten, indem man ihnen einredet, sie hätten individuelle Probleme, an denen sie selbst Schuld seien, keine politischen. Wenn dies nicht mehr greift, muss durch das Präsentieren von Sündenböcken von den inhaltsleeren politischen Zuständen abgelenkt werden. Man kann aus jeder Gruppe ein Problem machen, wenn man die Probleme einer Gruppe hochskaliert. Der Brexit kam zustande, weil der weiße, katholische, polnische Bauarbeiter vom Boulevard zum Sündenbock/ zur Gefahr für die Sicherheit aufgebauscht wurde.

    • Sam Spade

      @Wanderin:

      "Das eigentliche Problem sind postdemokratische Zustände"

      Das Problem an dieser Theorie ist, das sie empirisch nicht messbar ist. Macht sie für die Wissenschaft ziemlich belanglos.

      Auch die Inhalte sind leicht widerlegbar. Die Kapitulation vor der Wirtschaft hat nie stattgefunden wie allein die Finanz- und Coronakrise oder die Russlandsanktionen gezeigt haben. In allen hat sich die Politik als handlungsfähig erwiesen und ihre Primärinteressen durchgesetzt, die Wirtschaft hat sich untergeordnet.

      Crouch Begründungen klingen plausibel, halten einer empirischen und historischen Überprüfung aber nicht stand. Z.B. die von Crouch als "Goldenes Zeitalter" deklarieren 50er bis 70er Jahre. Die von Crouch beschriebenen Zustände hat es so nie gegeben. Die Zeit war geprägt von patriachalen Parteiapparaten und eingeschränkten Frauen- und Minderheitenrechten. Deren gesellschaftliche Repräsentanz war zudem deutlich geringer als heute.

      Gesellschaftliche Beteiligung hat sich verlagert, von Parteien hin zu NGOs und sozialen Bewegungen. Sie sind punktueller geworden und durch die Digitalisierung heute breiter aufgestellt.

      Wahlbeteiligungen steigen übrigens wieder in Demokratien..

      • Wanderin

        @Sam Spade:

        Tja, der Suhrkamp - Verlag wartet sicher mit angehaltenem Atem darauf, dass Sie Ihr Kommentarspalten- Werk einreichen, damit sie ihre zwei Bücher von Crouch aus dem Sortiment nehmen können.



        -



        Erstens bezieht Crouch die verbesserte Lage von Frauen- u. Minderheitsrechten ein, und 2. ist die Aussage, es habe nie Kapitulation vor der Wirtschaft stattgefunden, blanker Unsinn. Insbesondere angesichts der Szenen in Berlin und seit langem in Paris.

        Die Professionalisierung der Lobbynetzwerke, Unternehmerverbände, Thinktanks, Drehtüren- Effekte, die auf die Politik einwirken, sind messbar. Lobbygruppen lassen mittlerweile Gesetzestexte von Anwaltskanzleien ausarbeiten, die der Regierung fertig vorgelegt werden.

        Die Entkernung der klassischen roten Volksparteien UK Labour, US Democrats, SPD und der Politikverdruss ist länderübergreifend feststellbar. Die Wählerbeteiligung sinkt seit Jahrzehnten in der BRD, seit 2009 ist der Anteil der Nichtwähler ca 30%. Die AfD mobilisiert sehr stark Nichtwähler- falls es zuletzt wieder einen Anstieg gab, dann wohl leider auch aufgrund rechtspopulistischer Parteien, die das Vakuum nutzen.

      • Westlahn

        @Sam Spade:

        Naja, Russlandsanktionen und Wirtschaft hat sich untergeordnet...Alles, was man nach Russland verkaufen will, geht offenbar relativ problemlos über Kasachstan. Das nur am Rande.



        Und empirisch überprüft und bestätigt wurden neoliberale Wirtschaftstheorien auch nie. Trotzdem gab's Nobelpreise und es wurde jahrzehntelang mit ihnen Wirtschaftspolitik begründet. Mit den bekannten Folgen.



        Die Plünderung kann man getrost dazu zählen.

    • Wanderin

      @Wanderin:

      Die zentrale "Stadtbild"-Boulevard-Debatte beim Brexit: polnische Facharbeiter, die in Grüppchen nach Feierabend mit einem Bier auf den Stadtbänken sassen. Alles nicht mehr wie früher im Stadtbild.. Ein Jahrzehnt später fehlen Fachkräfte und der Brexit hat keine Heilsversprechen erfüllt, darum Neuauflage der selben Rhetorik von den selben Demagogen von damals ( Nigel Farage), mit anderen "Problem-Migranten". Die Masche funktioniert immer.

  • Puky

    Ja, es sind hauptsächlich Männer…… und jung und migrantisch.



    Warum ist es so schwer, diese Fakten zu benennen ?

    • Lizu Mutzson

      @Puky:

      Weil wir hier in Deutschland sind, ein Land in dem Migration von den Medien fast flächendeckend als problematisch dargestellt und dementsprechend von der Gesellschaft aufgenommen wird und das bereits seit langer Zeit. Hier würde nie eine Statue aufgestellt werden, die die Geknechteten der Welt hierher einlädt. Ein Migrant muss und darf nur 2 Eigenschaften aufweisen, um als gut zu gelten, er muss seine Arbeitskraft vollumfänglich zum Wohle des d. Volkes einsetzen und gehorsam bis hin zur Unterwürfigkeit sein. Meinungspluralität, kulturelle Vielfalt, das alles ist nur dann in Ordnung, wenn sie dem 'urdeutschen Volkskörper" dient. So ist eine Dönerbude ok, weil auch Deutsche gerne Döner essen, eröffnet ein Migrant bspw eine Shisha-Bar in der dann vornehmlich andere Personen mit Migrationsgeschichte einkehren, wird das von der deutschen Gesellschaft direkt negativ bewertet. Werden die Randalierer also einfach nur so wie von dir beschrieben, ohne weitere Einordnung und Hintergründe wie bspw der finanzielle und soziale Status der betreffenden Personen, bleibt lediglich das Adjektiv migrantisch in einem negativen Kontext stehen und nährt damit negative Pauschalaussagen ggü Migranten.

      • Wanderin

        @Lizu Mutzson:

        Stimme vollkommen zu.

      • Thutmerwe

        @Lizu Mutzson:

        "Hier würde nie eine Statue aufgestellt werden, die die Geknechteten der Welt hierher einlädt."



        Kein sehr gelungener Vergleich. Schließlich wurde diese Statue von den Nachkommen, derer aufgestellt, die bereits uneingeladen ins Land gekommen waren.



        Die verbliebenen Indigenen müssen deren Errichtung, so sie das damals während der letzten verzweifelten Abwehrkämpfe (Wounded Knee 1890) überhaupt erfahren haben, wohl als bittere Verhöhnung empfunden haben.

      • Desti

        @Lizu Mutzson:

        Bei den Bildern der Krawalle habe ich keine "kulturelle Vielfalt" wahrnehmen können.



        Weder bei den Bildern aus Marseille, noch aus Frankfurt.

        Die Bilder waren im Grunde austauschbar.

    • Joba

      @Puky:

      Weil "migrantisch" für Menschen, von denen häufig erst die Großeltern eingewandert und oft sogar schon in Deutschland beerdigt sind (immer mehr muslimische Gräberfelder) nicht die richtige, Deutschsein zu sehr an Äußerlichkeiten festmachende, Bezeichnung ist. Die Probleme, die sie verursachen sind nicht von der in irgendeinem "fremden" Land verwurzelten Mentalität verursacht, sondern haben "deutsche" individuelle, darunter auch, aber nicht nur erfahrenes Othering wie gesellschaftliche, alle Jugendlichen betreffende, Ursachen. Wenn sie sich selbst nicht als deutsch verstehen, hat das komplexe Gründe, macht sie deshalb aber nicht zu Migranten. Sie sind und bleiben Teil dieser Gesellschaft.

      • Westlahn

        @Joba:

        Da fehlt noch etwas Wesentliches. Migrantisch i. S. v. "aus dem Ausland eingewandert" trifft's ja nicht. Denn es randalieren ja nicht eingewanderte Dänen, Schweden, Niederländer Belgier oder Franzosen, auch Italiener, Spanier,Portugiesen wohl eher nicht. Es finden sich vermutlich nur wenige Schweizer, Polen oder Österreicher.



        Da muss also noch etwas entscheidendes anders sein.

      • Desti

        @Joba:

        Ich finde es sehr interessant, dass Sie dass (unbeabsichtigt nehme ich an) auch tun:

        Die Gleichsetzung von "migrantisch" = "muslimisch"

        Es bleibt bei mir der Eindruck, dass wenn es um Migranten geht, es sich um eine klar umrissene Gruppe handelt.

        • Joba

          @Desti:

          Das war nur ein Beispiel. Genauso hätte ich anführen können, dass aufgegebene evangelische wie katholische Kirchen immer öfter in byzantinisch- (je nach Autokephalie) oder altorientalisch-orthodoxe Kirchen umgewidmet werden. Beim Islam ist es halt am auffälligsten, wobei Pierre Vogel (extremes Beispiel mit dem die Mehrheit der nicht organisierten Durchschnittsmuslime nichts zu tun haben will) gerade keine "migrantische Optik" aufweist.

        • Sam Spade

          @Desti:

          Das ist nicht nur in Deutschland der Fall.

          Wird in Norwegen über die ablehnende Haltung in der Bevölkerung gegenüber Migration gesprochen, dann ist damit immer ein ganz bestimmter Kulturkreis gemeint.

          Personen aus dem arabischen und afrikanischen Raum mit muslimischer Prägung.

          Betrifft weder Zuwanderung aus dem Kaukasus, Südosteuropa oder gar Asien. Die fallen nicht unter die norwegische Definition von Migranten.

          Ein ähnliches Bild meine ich während meiner Zeit in Deutschland auch vernommen zu haben.

  • Sam Spade

    Arg konstruiert der Kommentar. Zwischen Halbstarken, welche die Grenzen ausloten und rebellieren und gezielten Plünderungen besteht schon ein gewaltiger Unterschied.

    Wie so vieles hat dieser "Trend" seine Vorläufer in den USA. Bei den US Riots handelte es sich um organisierte Plünderungen von meist Schwarzen oder Latino Gangs. Die Begründung findet der Autor dafür bereits im US Hip Hop der 90er angelegt. Schon bei N.W.A. hieß es frei übersetzt "wir nehmen uns mit Gewalt, was sie uns verwehren".

    Damit war die weiße Bevölkerungsschicht gemeint, die vornehmlich Menschen aus der Black Community die Aufstiegschancen verwehrte, die sie ihresgleichen einräumte. Und wer aus dem Ghetto kam, hatte sowieso schlechte Karten.

    Dann nutzt man halt u.a. Riots oder Abzocken um sich mit Status auszustatten.

    In Frankreich schwappte das Prinzip bereits Anfang der 2000er in die Banlieues über. Nachzuhören bei Mafia K'1 Fry, 113 und natürlich Booba.

    Da braucht es auch keinen expliziten Verweis auf Männlichkeit um zu verstehen, warum diese Plünderungen stattfinden. Das ist Ghetto Culture, die es auch in Deutschland gibt. Diese Kultur lebt von Migration, da sie eine Antwort ist auf die Zustände.

    • cazzimma

      @Sam Spade:

      Ich gebe Ihnen größtenteils recht, und doch hat das ganze Phänomen sehr wohl etwas mit Männlichkeitsgehabe zu tun. Ghetto Culture, welcher Couleur auch immer, ist ohne massives Rumgemackere wohl kaum denkbar und junge Frauen kommen in dieser nur äußerst bedingt bzw. in entsprechend vorgeformten Rollen (chicks, bitches etc.) vor.

      • Westlahn

        @cazzimma:

        Auch das Männlichkeitsgehabe hat ja seit Ewigkeiten einen sozialen Zweck. Und lässt sich folglich nicht ersatzlos streichen.



        Wer's nicht glaubt kann ja mal zählen , wie viele Frauen den Kopfsprung vom 10m Brett machen.

      • Sam Spade

        @cazzimma:

        Geht jetzt etwas weg vom Thema Riots, aber gut.

        Selbstverständlich hat die zweite Phase des Gangsta Raps ab Mitte der 90er sämtliche Männlichkeitsklischees bedient und war in seinen Ausführungen klar Frauenfeindlich.

        Hatten die Pioniere wie Ice Cube oder Dr. Dre so nie beabsichtigt. Das Aussenimage wurde als "street credibility" angesehen und es wurde seitens der Jugend etliches hineinprojeziert. Und das Image ab der zweiten Generation der Rapper, aus rein kommerziellen Gründen, soweit auf die Spitze getrieben, bis es zur Karikatur verkamm. Leider war es dieses Bild was nach Europa exportiert wurde und welches die europäische Ghetto Culture nacheiferte. Eine Ausnahme bildete hier die Graffiti Szene, die ja auch ein Teil der Kultur ist.

        Aber gerade in Deutschland tut sich in Sachen Feminismus einiges. Dank Ikkimel. Die triggert die Szene gewaltig, da sie deren Doppelmoral entlarvt und durch ihre Kunst den Männern einen Spiegel vorhält. Durch ihren Erfolg ist der Weg vorgezeichnet. Der "Boss-Bitch“ Feminismus von Rapperinnen wie Loredana oder Schwester Eva wird langfristig vom progressiven Feminismus a la Ikkimel abgelöst werden und auch in die Ghetto Culture Einzug halten.

        • cazzimma

          @Sam Spade:

          Danke für die Info, ich kenne mich da im Einzelnen nicht so gut aus.



          Davon abgesehen finde ich Ikkimel ziemlich problematisch, da sie Ihrerseits Klischees reproduziert. Ich tue mich schwer, sie ernsthaft als Feministin sehen zu können.

    • Dr. McSchreck

      @Sam Spade:

      Und noch eine Spur krasser als plündern ist es, das vor laufender Kamera zu tun und stolz die Beute zu zeigen. Wie ja auch immer wieder Leute filmen, wie ihre Gruppe jemanden verprügelt.

      Das ist schon ziemlich weit jenseits dessen, wozu Ich erzogen wurde und alle, die ich kenne. Stärke in der Gruppe ohne jede Moral.

  • StefanMaria

    Das Augenmerk muss Dobrindt und Co auf die Schulen legen. Dort sind fast alle gewesen, die jetzt auffällig waren. Und mehr Lehrer helfen da nicht, von der KiGa und Grundschule aus muss mit Fachkräften gehandelt werden

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @StefanMaria:

      Geld für Schulen und die Ausbildung von Lehrern? Kann man doch nicht ernsthaft machen. Das gibt man lieber für Gaskraftwerke und Panzer aus.

  • Cededa Trpimirović

    Früher haben die Krawallmacher also keine Turnschuhe getragen. Was denn dann? Springerstiefel?

    Das Problem sollte hier sein, dass ein paar Idioten sich an einen berechtigten Protest anhängen, um Läden zu plündern, und der Protest damit u.U. delegitimiert wird, bzw. darüber auch gar nicht mehr gesprochen wird, weil die Krawalle alles überschatten. So bringt man junge Leute nicht dazu, sich aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft zu beteiligen.

    @fly: Gute Idee, aber Testosteronblocker sind nicht wasserlöslich. Wir könnten Chips damit anreichern, die werden auch eher von jungen Männern konsumiert.

    • cazzimma

      @Cededa Trpimirović:

      Absolut richtig, die Delegimation der Anliegen der jungen Leute, indem man diese mithilfe der krawallmachenden Minderheit diskreditiert, zeigt eine erschreckende Ignoranz auf Seiten der Politik.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Cededa Trpimirović:

      "Früher haben die Krawallmacher also keine Turnschuhe getragen. Was denn dann? Springerstiefel?"

      Oft ja.

      Mit dem Rest haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.

  • fly

    Grundsätzliche Zustimmung und Freude beim Lesen der ersten Absätze.

    Bleibt aber noch die Frage nach dem Unterschied zwischen mit Mofa cruisen und Läden plündern. Klauen von teuren Sneakern deutet mehr auf eine Verinnerlichung des Kapitalismus hin, nicht auf dessen Bekämpfung (oder gar irgendein Zusammenhang mit den Zielen der Demos).

    Und zum Schluss - wie soll Dobrinth denn Männer als solche bekämpfen? Mit Testosteronblockern im Trinkwasser?

  • Vic Merz

    Diese verbrüderung mit der AFD, Brandmauer ade', das ist das Gesicht der Union, juhee!!

  • DerZimmermann

    Wie würde dieser Kommentar wohl ausfallen, wenn die Schaufenster von mehreren Hundert jungen Männern aus einem rechtsextremen Milieu eingeschlagen und Geschäfte geplündert worden wären? Würden wir dann ebenfalls vor allem über jugendlichen Übermut, Halbstarke und die Tatsache sprechen, dass sich solches Verhalten mit zunehmendem Alter meistens legt?

    • Kamamu

      @DerZimmermann:

      danke fur das kommentar!

    • hierbamala

      @DerZimmermann:

      Rechtsextremist zu sein ist eine Entscheidung, irgendwie migrantisch zu sein oder zu scheinen (schwarze Haare, dunklere Haut und Augen als dein Lieblingsitaliener nebenan, zumindest mit der Oma vielleicht Arabisch oder Dari sprechend) ist es nicht.



      In den pädagogischen, sozialwissenschaftlichen und politischen Diskursen der 90er gab es in der Sicht auf die damaligen Neonazis übrigens durchaus den Aspekt der jugendlichen - männlichen - Devianz und Delinquenz, bei den in diesem Zeitraum einwandernden sog. russlanddeutschen Jugendlichen übrigens auch.

      Ja, man kann bei jugendlichen und heranwachsenden männlichen Personen, die sich so verhalten, oft mehr Ähnlichkeiten finden, als ihnen selbst mit ihrer eigenen subkulturellen Identitätszuschreibung lieb ist. ;)

    • Jalella

      @DerZimmermann:

      Wahrscheinlich nicht. Zu Recht, denn dann wären es vermutlich politisch motivierte Gewalttaten wenn es sich nur um Rechtsextremisten handelte. Hier handelt es sich aber zum größten Teil um Jugendliche, viele sogar noch Kinder, die keinerlei politisches Motiv hatten. Zumindest die Fälle, die ich gesehen habe. Das waren frustrierte aufgestachelte Jugendliche, die meisten mit niedrigem Bildungsniveau, die aus armen Verhältnissen kommen. Die "politische Haltung" war gewissermaßen "ihr habt uns alle gefickt, wir haben eh keine Chance, jetzt ficken wir euch halt mal". Plus Spaß an Randale und Zerstörung.

      • Dr. McSchreck

        @Jalella:

        Meinen Sie wirklich, rechtsextreme Jugendliche in einem rechten Dorf hätten politische Motive?

        • cazzimma

          @Dr. McSchreck:

          Ja, rechtsextreme.

          • Dr. McSchreck

            @cazzimma:

            Bei vielen ist es einfach mitmachen, was alle machen, um kein Außenseiter zu sein, wie man in Kreuzberg eben links ist, ohne sich für Politik wirklich zu interessieren.

  • amigo

    Es ist gelinde gesagt abenteuerlich, wie Politik und Medien nach den jüngsten Krawallen krampfhaft versuchen, das Thema Herkunft in den Mittelpunkt zu rücken. Von der Union bis zur AfD wird gebetsmühlenartig auf Migrationshintergründe verwiesen – ein durchschaubares Ablenkungsmanöver! Das eigentliche, unübersehbare Bindeglied dieser Gewalteskalationen ist ein ganz anderes: das Geschlecht. Fast ausnahmslos handelt es sich um junge Männer, die Straßen als Bühne für ihre Aggressionen missbrauchen.



    ​Wer bei Krawallen reflexhaft nur über Herkunft spricht, blendet diese toxische Dynamik gezielt aus. Interessant ist auch die Doppelmoral: Wenn Anhänger der AfD oder rechtsextreme Gruppen bei Kundgebungen randalieren und Polizisten angreifen, wird das von genau jenen Kreisen schnell als „berechtigter Bürgerprotest“ verharmlost. Gewalt ist Gewalt – ganz egal, welche Fahne geschwenkt oder welches Parteibuch vorgeschoben wird. Hört endlich auf mit der selektiven Empörung!

    • Tom Farmer

      @amigo:

      Also Ihre Brahauptung Gewalt/Krawall sei "legitimer Bürgerprotest" wenn von rechts... Beispiel mit Quelle Bitte! Ich denke so platt-allgemein können wir nicht mit derlei Themen umgehen!?

      • amigo

        @Tom Farmer:

        Hier verdrehen Sie die Tatsachen: Niemand bezeichnet rechtsextreme Gewalt oder Krawalle als „legitimen Bürgerprotest“. Das Gegenteil ist der Fall.



        ​Rechtsstaat, Gerichte und Sicherheitsbehörden stufen rechte Gewalt – von den Riots in Chemnitz 2018 über die Ausschreitungen in Hanau bis hin zu Angriffen auf Geflüchtetenunterkünfte – unmissverständlich als Straftaten und rechtsextremen Terrorismus ein. Wenn Politik oder Medien den Begriff „legitimer Protest“ nutzen, beziehen sie sich ausschließlich auf das grundgesetzlich geschützte Demonstrationsrecht friedlicher Bürger.



        ​Der entscheidende Unterschied liegt im System: Während bürgerlicher Protest auf dem Boden des Grundgesetzes Kritik übt, zielt rechtsextreme Gewalt darauf ab, Menschengruppen zu entmenschlichen und die Demokratie auszuhebeln. Straftaten bleiben Straftaten – ganz egal, aus welcher Ecke sie kommen. Gewaltausbrüche als „legitim“ zu verharmlosen, ist kein Debattenbeitrag, sondern eine Falschbehauptung.

      • Dr. McSchreck

        @Tom Farmer:

        Vor allem würde ich es genau umgekehrt sehen, allerdings lese ich auch keine rechten Zeitungen. In der taz wird zum Beispiel regelmäßig der Polizei die Schuld gegeben, auch nach dem Wochenende wieder…

  • Silberstreif2

    Es ist so ermüdend. Wann immer eine Gewalttat bekannt wird, sei es ein Terroranschlag, sexualisierte Gewalt gegen Frauen oder, wie jetzt, Krawalle und Plünderungen, wird reflexartig von rechter Seite gequakt: "Migranten!". Und genauso reflexartig blökt es von links zurück: "Männer!" Eine zugeschriebene Gruppenzugehörigkeit hilft aber nicht weiter, wenn es darum geht, die Gründe für Gewalttaten zu ermitteln oder diese sogar künftig zu verhindern. Zumal weit über 99% der Migranten nicht gewalttätig, genau so wie über 99% aller Männer.

  • Aurego

    Es ist immer einfach, solche jugendlichen Kriminellen als "Linksextremisten" zu bezeichnen, aber was ist daran links? Dass man, wenn man sich benachteiligt fühlt, einfach Geschäfte plündert, falls sich eine Gelegenheit bietet? Ist das "links" oder einfach nur kriminell?

    Ja, es handelt sich wohl i. d. R. um junge männliche Chaoten, die so etwas tun. Es mit migrantischen Familiengeschichten abzutun, ist jedoch eher eine Methode, das eigentliche Problem dahinter ignorieren zu wollen. Wie sagen uns auch Mediziner andauernd? "Vorbeugung ist besser als Heilung!" (Zitat von Christoph Wilhelm Hufeland, einem Zeitgenossen von Goethe). Es wäre also empfehlenswert, sich um diese jungen Mitbürger frühzeitig zu kümmern und ihnen die richtigen Zukunftsperspektiven zu bieten.

    Eine Frage hätte ich aber noch: Wo war die Polizei eigentlich, als die Geschäfte auf der Zeil geplündert wurden? Es wäre nicht so schwer gewesen, sie zu schützen. Die Zeil ist recht übersichtlich.

    • Kai Ayadi

      @Aurego:

      Nun wird jungen Männern (und Frauen) ja durchaus eine Zukunftsperspektive angeboten. Und von vielen auch angenommen, ob deutsch, ob migrantisch, ob männlich oder weiblich.



      Die sind nur nicht so schlagzeilentauglich.



      Ja, wo waren sie denn bei der Randale, die jungen Mädchen und Frauen migrantisch/ deutsch?

      • Der olle Onn

        @Kai Ayadi:

        Gabs vielleicht nur Herrenmode?

      • Aurego

        @Kai Ayadi:

        "Angeboten" reicht bei manchen nicht. Einige Zeitgenossen muss man an der Hand nehmen und mit sanftem Druck rechtzeitig auf die richtige Spur bringen. Und ja, das risikoreiche Verhalten ist hauptsächlich männlich. Muss wohl was evolutionsbiologisches sein ...

    • Jalella

      @Aurego:

      Von denen, die ich im Fernsehen und auf weniger einseitig berichtenden Medien gesehen habe, waren da überhaupt keine Linksextremisten und auch keine Rechtsextremisten dabei. Die Randalierer waren völlig unpolitisch. Und sie hatten auch nichts mit der Demo zu tun außer, der sie in deren Tross unterwegs waren. Die meisten waren ehrlich gesagt viel zu unterbelichtet um zu verstehen, worum es den Demonstrierenden ging.

  • Tom Farmer

    Egal was konservativ sagt: Links weiß es besser!



    Egal was Links sagt: Konservativ weiß es besser!



    Ein Prinzip! Freue mich auf die Zukunft!

  • Axotono

    Angesichts der Tatsache dass schicke Geschäfte geplündert wurden, spielt sicherlich auch Armut eine Rolle. Und die ist in unserer Gesellschaft nun mal mit Migration verknüpft. Warum sollte man das verschweigen? Die Kombination lautet wohl: junge Männer aus patriarchalen Gesellschaften plus migrantische Armut plus jugendliche Ablehnung des Bestehenden.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Axotono:

      Warum muss man arm sein, um "schicke Geschäfte" zu plündern? Auch Menschen mit gut gefülltem Portemonnaies greifen gern zu...

  • Whying_Dutchman

    Beim G20 wurden einige Kioske und kleinere Läden, aber auch ein Apple Laden geplündert.



    Mit Erschrecken musste ich feststellen, das frühere Bekannte dabei waren: 20er, sogar 30er, links "Im Herzen" (was immer das inzwischen heißt), meist relativ "gut gestellt" (also: "Wohlstandslinke") ... und überwiegend "nicht migrantisch".

    Ich fand es ziemlich daneben, den (oft migrantischen) Kiosk zu plündern, um sich Alk zu holen ... zumal diejenigen auch ne Strasse weiter einfach ne Flasche oder zwei hätten kaufen können. Geld ist vorhanden...

    Was ich sagen möchte: wer Kleinläden und Kioske plündert (wo die Besitzer zumeist auch noch kleine Mittelständler sind), KANN für mich per Definition nicht links sein oder wirklich etwas für "die da unten" bewirken wollen.

    Und: der Demo Tourismus mit Event Charakter macht jegliche wohlgemeinte Intention der demonstrierenden Mehrheit zunichte.

    Wir (Punks/Anarchisten, in den 80ern) hatten zwei Regeln: NIEMALS Gewalt! NICHTS richtet sich gegen den "kleinen Mann"...

    Das sind nach wie vor gute Regeln, denke ich!?

    • Dorothea Pauli

      @Whying_Dutchman:

      Also ich kannte auch ein paar Punks in den 80ern, aber von solchen Regeln habe ich nie gehört.

      • Whying_Dutchman

        @Dorothea Pauli:

        Zu dem Zeitpunkt war ich eher im Osnabrücker Umfeld, mit einer kleinen aber feinen Punkszene (wir waren aber gut vernetzt).

        Natürlich waren das keine EXPLIZITEN Regeln.



        Aber: es wäre uns nicht im Traum eingefallen, Gewalt anzuwenden oder zu Klauen (mit einer Ausnahme).



        Nun hatten wir alle einen bürgerlichen Hintergrund, lass uns ehrlich sein ... und ne konservative Erziehung, die man nicht leicht abschütteln konnte...

        Ich war `85 in Budapest, auch im dortigen Punk Umfeld. Da war Gewalt auch kein Thema, obwohl der Systembruch hier besonders klar war.



        Für mich waren das übrigens die "wahren" Punks, da ihr Lebensstil echte Risiken barg, nicht wie bei uns damals...



        Wir waren Wohlstandskinder!

    • Tom Farmer

      @Whying_Dutchman:

      So sieht das aus! Gut geschrieben.

  • FtznFrtz

    Es ist doch offensichtlich, was Poseck und Dobrindt mit diesen Aussagen bezwecken: die bösen (unwilligen, unintegrierbaren) Migranten sind das Problem, auf das man nur mit Polizeiknüppel und Knast, gerne auch Ausländerbehörde, einhauen muss, dann ist die Welt wieder in Ordnung, Law-And-Order-Trashtalk, immer gleich und unterkomplex. Problem abgeschoben, gerne im wahrsten Sinne des Wortes.



    Man schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: mehr Polizei, mehr Befugnisse in der Strafverfolgung, mehr Härte gegen Migranten, gleichzeitig diskreditiert man die völlig berechtigten GenZ-Proteste. Man kann nur hoffen, dass die Mehrheit auf diesen Mummenschanz nicht hereinfällt.

    • Dr. McSchreck

      @FtznFrtz:

      Mehr Härte gegen DIESE Migranten würden sehr viele begrüßen, insbesondere auch Migranten, die gut integriert sind.

      Zudem hat fast die gesamte Politik zwischen den Krawallmachern und den Demos unterschieden, am wenigsten noch einige bei der taz, die die Gewalt als berechtigte Wut deklarieren wollten, als hätte sie irgendwas mit den Demos zu tun.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Viel wichtiger, als ständig über die relativ kleine Anzahl Krawallmacher zu reden, wäre es, über die wichtigen Anliegen der sehr vielen friedlichen Demonstranten zu sprechen.

    Die Konzentration auf die Krawallmacher dient nur der Delegitimierung der Proteste.

  • Warim Wilke

    Bei "mehr oder weniger anerkanntes Mitglied der Gesellschaft" musste ich schmunzeln.

    Ansonsten: die Motivation der üblichen Hetzer ist offensichtlich. Die CDU wird davon allerdings, anders als die Faschisten und die Hetzpresse, nicht profitieren. Zwischen Konservativen und Rechten Mitgliedern hin und hergerissenen, verliert sie die Konservativen mit diesem erbärmlichen Gepöbel an das moderne Äquivalent der Merkel-Union, die Grünen. Die Inhumanen, sie wählen gleich die AfD. Hetzen ist auf die Dauer kein Ersatz für eine Identität, täuscht schon gar nicht darüber hinweg, dass diese Pfeifen außer Lobbyismus nix zu bieten haben.

  • Mr. Hello

    Für die Taten von heute (oder morgen) spielt es aber keine Rolle was gestern war. Es geht um den konkreten Fall, der möglichst genau beschrieben und analysiert werden muss.

    Was nicht hilft, ist immer wieder zu abstrahieren. Wenn junge, männliche Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund (wie u.a. in Frankfurt) Fehlverhalten an den Tag legen, sind Männer das Problem. Als es zum Anschlag auf den CSD in Berlin kam, fielen Aussagen wie „(Rechts-)Extremismus tötet“. Wie sollen so konkrete Lösungsansätze gefunden werden, wenn nicht einmal die Probleme an sich konkret beschrieben werden?

    Die Empfehlung zu geben, bei „Männern“ anzusetzen ist noch falscher als die populistische Formulierung eines „migrantischen Problems“, allein aufgrund der Größe und Heterogenität der Gruppen. Die Mehrheit der „Männer“ hat nicht randaliert. Genauso wenig die Mehrheit der „Migranten“.

  • Chaos-NRW

    "Neu ist bloß, dass viele von ihnen heute einen Migrationshintergrund haben"



    Mit diesem Zitat kommen Sie, wenn auch sicher ungewollt, also zu dem Ergebnis, dass die "migrantischen Milieus" von Herrn Dobrindt eine zutreffende Beschreibung waren.

  • StefanMaria

    Und wer glaubt, dass hartes Vorgehen und Haftstrafen alleine irgendein Problem lösen, wird nur recht bekommen am Stammtisch von heute, Instagramm und Co. Peinlich für Dobrindt, Poseck und Co, aber leider schon oft schädlich wirksam wie die Geschichte gezeigt hat.



    Fordern und Fördern hilft hier vielleicht eher, dann bekäme der dumme Spruch aus einem anderen Bereich mal Sinn.



    Vielleicht auch mal umgekehrt denken und erst mal fördern und dann fordern.

  • Bürger L.

    Noch deutlicher ist die dahinter stehende Absicht zu erkennen, wenn in die Welt hinausgeblasen wird, dass es sich um "Linksextreme Chaoten aus migrantischen Milieus " handelt, die nach den friedlichen Demos Gewalt ausgeübt und Läden geplündert haben.

    Wie praktisch - damit werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

    Soll bloß niemand behaupten, die Union und konservative Medien würden mit der AFD zusammenarbeiten.

    Sie verwenden nur "zufällig" die gleiche Sprache, verbreiten das gleiche Feindbild und bereiten so den Rechts-Nationalen den Weg zur Macht.

    Natürlich völlig unbeabsichtigt.....

    • Kawabunga

      @Bürger L.:

      Ich habe entsprechende Aussagen bisher eher nicht als Verknüpfung wahrgenommen, sondern als "linksextreme Chaoten [einerseits] und Randalierer aus migrantischen Mileus [andererseits]".

      Ich halte es da eher mit Hanlons Rasiermesser .

    • Goodfella

      @Bürger L.:

      Die Ermittlungsbehörden haben betont, dass viele der festgestellten Tatverdächtigen aus dem migrantischen Milieu stammen. Wenn dem so ist, ist das weder eine rechte, eine nationale oder linke Aussage, sondern eine Erkenntnis mit der man sich an Ursachenbekämpfung machen könnte. Dazu bedarf es allerdings einer gewissen Nüchternheit die in diesem Land anscheinend völlig verloren gegangen ist.

      • Kaboom

        @Goodfella:

        "Die Ermittlungsbehörden haben betont, dass viele der festgestellten Tatverdächtigen aus dem migrantischen Milieu stammen. "

        Wo kann ich das nachlesen?

        • Walterismus

          @Kaboom:

          Würden Sie die Quellen denn überhaupt akzeptieren?



          Egal ob Polizei, Ministerium, Presse, etc. es wird sich schon irgend ein Grund finden, warum man diese Quellen nicht ernst nehmen sollte.



          Sagen alle Quellen das gleiche, sind alle Rechts.

          Wollen Sie also wirklich eine oder mehrere Quellen?

  • c. F

    "Neu ist bloß, dass viele von ihnen heute einen Migrationshintergrund haben und gerne Turnschuhe tragen."

    Vielleicht die beste Einordnung, die ich so gelesen habe, aber man trägt Turnschuhe heute nicht mehr, sondern stellt sie, früher waren es Vitrinen, in Regalen aus, weil sie entweder einen Sammlerwert haben oder aus sazialem Status. Mit Turnschuhen kann man heute viel Geld und Ansehen verdienen. Ähnlich wie mit Schallplatten: Einige früher 3 Euro oder DM in der Plattenkiste, heute 300,-.

    Ich habe selbst einen Migrationshintergrund, aber einen coolen, der trotz Trump cool geblieben ist: US-amerikanisch. Der Migrationshintergrund, der gemeint ist, ist ein bestimmter Migrationshintergrund. Ich kenne da also so ein Problem: würde ich beim Plündern erwischt werden, würde mein Migrationshintergrund nicht erwähnt werden, jedenfalls hier in Deutschland nicht. Aus meiner Perspektive sehe da schon Rassismus.

    Ach ja, das mit der Jugend: ich mag solche Zuordnung nicht. Bei den rechten und/oder populistischen Mitbürgern hat sich doch in den letzten 10 Jahren gezeigt, dass das Alter nicht vor Weisheit schützt. Außerdem sind die meisten Jugendlichen eher harmlos und angepasst.

    • sociajizzm

      @c. F:

      Auch Trump ändert eben nicht die Hautfarbe.

      Bei mir sind es 25% Ukraine 25% Russland +-49% Deutsch +-1% Franzose.

      Weder bin ich von racial profiling betroffen, noch würde mein Migrationshintergrund je erwähnt werden.

      Das mit der Jugend ist keine Pauschalisierung in meinen Augen. So wie das Geschlecht ist es eben ein statistisch signifikanter Faktor.

  • Hans Dampf

    Soll ich jetzt als Mann ein schlechtes Gewissen bekommen, weil Gewalttäter Randale gemacht haben, Geschäfte geplündert und Polizisten verletzt haben?



    Ja, es waren vorwiegend Männer, aber die Art wie über "Männer" berichtet wird klingt für mich immer mehr wie ein Vorwurf weil man Mann ist.



    Wenn die Nationalität oder Herkunft der Täter keine Rolle spielen soll, dann darf auch das Geschlecht keine Rolle spielen.



    War das jetzt ein "typisch männlich toxischer" Kommentar von mir, würde mich auch nicht mehr wundern.

    • Andreas J

      @Hans Dampf:

      Mit reflektieren haben sie es offensichtlich nicht so, wenn sie sich angegriffen fühlen. Und nur um ihr Bild von Gewalttätern zu vervollständigen: es waren auch vorwiegend Männer, die auf die Demonstranten eingedroschen haben.

    • sociajizzm

      @Hans Dampf:

      * Alle Mörder sind Männer =/= *Alle Männer sind Mörder.

      *fast

    • dites-mois

      @Hans Dampf:

      Meine Güte, gleich persönlich beleidigt, wenn unschöne Männlichkeitsformen kritisiert werden?

      • Comerade Aardvark

        @dites-mois:

        Für mich als unschön geformten Mann irgendwie nachvollziehbar

        • Der olle Onn

          @Comerade Aardvark:

          Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen.



          Hier sind's die "jungen Männer", (zu denen ich altersmäßig leider nicht mehr zähle). Aber als "Alter weißer Mann" gehe ich schon noch durch - und damit bin ich schon fast wieder so ein Problembär wie einst Bruno. (Nur abgeschossen wird man deshalb bisher noch nicht)



          Aber dann gibt's hier in der taz auch vereinzelt Redakteure, die würden gern Männer im Auto komplett aus dem Verkehr ziehen - zumindest verfestigt sich solcher Eindruck angesichts manches Artikels. Betrifft mich zwar nicht, weil kein Autofahrer. - Aber doch - irgendwie fühlt man sich da ständig mit gemaßregelt...

    • sk_

      @Hans Dampf:

      Warum die Herkunft der Täter keine Rolle spielt, wurde ja erklärt: Weil die meisten Jugendlichen in diesen Orten einen migrantischen Hintergrund haben. Daher ist es durch die Menge erklärbar.

      Warum aber jetzt keine Mädchen dabei waren, wurde eben nicht erklärt. Die Erklärung zum migrantischem Hintergrund trifft ja auch auf sie zu. Es gibt nicht viel mehr Jungs als Mädchen.

      Warum haben sich also vornehmlich Jungs zu Randale entschieden? Warum haben sich so wenig Mädchen dazu entschieden?

      • Hans Dampf

        @sk_:

        1) Zauberwort Testosteron/Cortisol. Männer sind rein genetisch bedingt eher aggressiv und kämpferisch, wissenschaftlich erwiesen. Ist aber trotzdem keine Rechtfertigung dies auch zu tun, gehören alle verurteilt!



        2) Vielleicht weil es in vielen islamischen Familien gar nicht erlaubt ist, dass Frauen überhaupt daran teilnehmen?



        3) Vielleicht aber sind uns die Frauen was Vernunft und Gewalt betrifft hier einfach überlegen und vermeiden diese dumme und dumpfe Gewalt von vornherein.

        • Lizu Mutzson

          @Hans Dampf:

          Ich war auf einer der Demos, zwar nicht in einer Stadt in der es danach (wichtiger Punkt, alle Plünderungen fanden nach Beendigung der Demos statt, das wird oft kaum bis gar nicht kommuniziert) zu Plünderungen kam, die Teilnehmer dürften aber ähnlich gewesen sein. Und da gab es eine Menge Frauen mit sichtbarer Migrationsgeschichte, teils mit Kopftuch oder Hijab, meist aber ohne, definitiv aber aus dem islamischen Kulturkreis stammend. Es gibt sogar ein Video aus ich meine FaM in dem sich eine junge Frau Plünderern eines Sneakershops in den Weg stellt und diese versucht vom stehlen abzuhalten, Aussehen und Dialekt deuten auf eine Muslima hin. Es mag die ein oder andere muslimische Familie geben, in der weibliche Mitglieder nicht zu solchen Veranstaltungen gehen dürfen, Normalität ist das aber nicht.

  • Maira567

    Es soll vmtl. heißen "das sauerländische Brilon" statt "saarländische"... Abgesehen davon, Zustimmung.

  • Vollgut2000

    Kein sein, dass Merz sich mit seiner Mofa aufgemacht hat, um sich im Saarland daneben zu benehmen, um im heimischen Sauerland als unbescholten zu gelten. Was sollten denn die Nachbarn denken?

  • Ahnungsloser

    Brilon liegt immer noch im Sauerland.



    Und die Verharmlosung solcher "Raubzüge" werde ich wohl nie verstehen. Egal von wem sie begangen werden

    • sociajizzm

      @Ahnungsloser:

      Um die Krawalle selbst geht es in dem Kommentar von Daniel Bax nicht. Diese können daher auch nicht "verharmlost" werden.



      .



      Es geht um die Reaktion darauf und den darin enthaltenen Rassismus.



      .



      Stellen Sie sich vor, jemand behauptet, der Grund für Polizeigewalt liege am Migrationshintergrund dieser Beamten. Jemand anderes erwidert, diese Schlussfolgerung sei rassistisch. Verharmlost er/sie damit Polizeigewalt?

      • Ahnungsloser

        @sociajizzm:

        Dann habe ich den Kommentar wohl missverstanden.

      • Dr. McSchreck

        @sociajizzm:

        Es hat aber niemand behauptet, die Krawalle lägen am Migrationshintergrund der Randalierer. Er wurde nur erwähnt und dass er auffällig häufig vorhanden war. Das bedeutet nicht, dass er ursächlichlich war, zumal viele Geschädigte den gleichen Hintergrund haben.

        Sie haben nur in ihrer Jugend einen anderen Weg für sich gewählt.