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Antifaschismus und Militanz Weckruf zur Wehrhaftigkeit

Jens Uthoff

Kommentar von

Jens Uthoff

Mit „Gewaltromantik“ hat die linke Militanzdebatte wenig zu tun. Es braucht eine Zivilgesellschaft, die notfalls mit ihren Körpern Minderheiten verteidigt.

E inmal mehr wird derzeit die alte Frage diskutiert, ob und wann gewalttätiger Widerstand gegen rechts legitim ist. Als „linke Gewaltromantik“ tat Andreas Petrik, Professor für Politische Bildung an der Martin-Luther-Universität Halle, an dieser Stelle zuletzt Überlegungen zur Militanz ab und warb für eine scharfe Abgrenzung von Gewalttäter:innen, eine „linke Seite der Brandmauer“.

Entzündet hatte sich die Debatte am Song „Keine Angst“ von Danger Dan, von „Antifa-Romantik“ war dabei schon zuvor in der taz die Rede. Die Romantik-Metapher impliziert Spinnereien und Träumereien, eine Verklärung der Wirklichkeit, sie legt nahe, mit gewalttätigen Mitteln sollten revolutionäre Umsturzphantasien linker Gruppen durchgesetzt werden.

Mit Romantik aber hat all das wenig zu tun. Gegenwärtig geht es in erster Linie darum, einen rechtsradikalen Umsturz abzuwenden, nicht aktiv einen linksradikalen herbeizuführen. Mehr antifaschistische Reaktion als Aktion also.

Es geh darum, einen rechtsradikalen Umsturz abzuwenden, nicht aktiv einen linksradikalen herbeizuführen

Wenn wir uns an den Anfang der Debatte – Danger Dan – erinnern, so weist die erste Strophe des Lieds direkt darauf hin: „Wir können darauf warten, dass sie in den Parlamenten / Und auf der Straße erstarken, bevor wir sie bekämpfen / Und wir warten, warten, warten, das ist erstmal bequemer / Es geht uns trotzdem an den Kragen, nur halt etwas später.“

Die politische Gemengelage

Es ist ja eher die Ohnmacht, die einen dazu bringt, Gewalt als letztes Mittel ins Feld zu führen. Denn der Hass erreicht Höchststände dieser Tage in Deutschland, insbesondere der gegen vulnerable Gruppen, gegen Migrant:innen, Jüd:innen, Queers, Frauen.

Die Pegel kann man unter anderem an den aktuellen Zahlen des BKA ablesen: Insgesamt 42.544 rechtsextreme Straftaten, 2.070 queerfeindliche Straftaten (doppelt so viel wie vor drei Jahren) und 6.548 antisemitische Delikte (mehr als doppelt so viel wie vor drei Jahren) hat das BKA für das Jahr 2025 gezählt, die Zahl der misogynen Gewalt stieg zuletzt um 73 Prozent.

Eine Auswahl der Schlagzeilen, die in den vergangenen Tagen und Wochen durchrauschten: „AfD-Politiker soll 14-Jährigen mit Baseballschläger verfolgt haben“, „Schwimmtag für Schwarze Menschen nach Drohung abgesagt“, „Kleinkind wird im Park aus rassistischem Hass unter Wasser gedrückt“.

Das ist die gesellschaftspolitische Gemengelage, in die Andreas Petrik seinen Text platzierte. Einem seiner Hauptargumente, politischer Widerstand werde „erst dort legitimierbar, wo demokratische Strukturen systematisch beseitigt werden“, ist dabei absolut zuzustimmen – umso mehr verwundert es aber, dass der Text insgesamt suggeriert, in Deutschland seien wir von solchen Verhältnissen meilenweit entfernt oder gar vor ihnen gefeit.

„Politische Gewaltakte sind (…) stets Teil eines Interaktionsgeschehens, das einerseits durch nichtlineare und zirkuläre Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Ak­teu­r:in­nen geprägt ist“, heißt es so richtig in einer Publikation der Bundesfachstelle Linke Militanz. Die Akteur:innen, das sind hier die gewalttätigen Rechtsextremen auf der Straße; das ist die AfD und ihre perfide und leider erfolgreiche Strategie, die Hemmschwelle für verbale und physische Gewalt immer weiter herunterzuschrauben; das sind aber auch Teile der Konservativen, die beim schrittweisen Absenken jeglicher Anstandsgrenzen mitwirken.

Dazu kommt noch eine mediale Öffentlichkeit, die – siehe die Diskussion um den Spiegel-Titel —eine gewisse Angstlust bedient und so die Marke AfD stärkt. In diesem Gesamtsetting ist es wenig überraschend, dass auch linke Gewalt sprunghaft steigt. Natürlich besteht immer die Gefahr der Gewaltspirale, die Furcht davor ist berechtigt.

Wenn der Staat nicht schützt

Es gibt aber – auch angesichts der eingangs zitierten Zahlen – berechtigte Zweifel, ob der Staat seinen Schutzpflichten gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten so nachkommen kann, wie er es sollte. Kennt nicht je­de:r von uns eine marginalisierte Person, die bestimmte Landstriche in Deutschland lieber meidet?

Rassistisches Handeln wird normalisiert, bagatellisiert, geduldet. Und so wie vulnerable Gruppen in den Neunzigern froh sein konnten, dass mancherorts in (vor allem) ostdeutschen Landstrichen immerhin noch die Antifa zugegen war, so kann man auch heute in solchen Fällen auf eine wahrhaft wehrhafte Zivilgesellschaft hoffen.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Es ist deshalb auch unangebracht zu behaupten, potenzielle linke Ge­walt­tä­te­r:in­nen würden „nach alter RAF-Manier den Ausnahmezustand“ vorwegnehmen. Angesichts solcher Argumente könnte man glauben, es drohe keine AfD-geführte Landesregierung, Schwarz-Rot sei dem Rechtsruck nicht einigermaßen hilflos ausgeliefert und es hätte die autoritäre Wende (und damit die Skripts für die AfD) in anderen Ländern nicht längst gegeben. Die Gewalt ist lange schon überall.

Die Exekutive eines Bundeslands könnte bald in AfD-Hand sein. Insofern ist es zwingend, sich mit Widerstandsformen – notfalls auch gewaltförmiger Natur – auseinanderzusetzen. Denn die Szenarien in Sachsen-Anhalt (und anderswo) sind völlig ungewiss. Es ist weder gesagt, dass Po­li­zis­t:in­nen und Be­am­t:in­nen sich verfassungswidrigen Anordnungen widersetzen werden, wie Sven Hüber, Vizechef der Gewerkschaft der Polizei, es fordert. Noch ist gesagt, dass man eine eskalierende Lage in dem Bundesland von Seiten des Bundes schnell unter Kontrolle bekäme.

Weckruf nicht Aufruf

Was, wenn wie angekündigt eine ICE-mäßige „Task Force Abschiebungen“ in Sachsen-Anhalt eingeführt wird und der Landesregierung die Befugnisse nicht entzogen werden (Stichwort Bundeszwang)? Dass die AfD vor rechtswidrigen Anordnungen zurückschrecken würde, davon sollte man sicher nicht ausgehen.

Wetten, die Demokratie gewinnt?

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz be­rich­tet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.

In diesem Kontext ist die Debatte über linke Gewalt zu lesen. Danger Dans Song kann so auch als Weckruf und nicht als Aufruf zur Gewalt verstanden werden. Eine Brandmauer brauchte es zur RAF, aber nicht zu jenen, die heute versuchen, Schwächere zu schützen und dafür bereit sind, Grenzen zu überschreiten. Ab wann organisierter gewalttätiger Widerstand legitim ist, bleibt dennoch eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Doch wo fortdauernd eine neue, etwas rechtere Normalität erschaffen wird, müssen wir sie uns täglich neu stellen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Jens Uthoff

Jens Uthoff Redakteur

ist Redakteur im Ressort wochentaz. Er schreibt vor allem über Literatur-/Kulturthemen und beschäftigt sich mit der Geschichte und Politik Osteuropas.
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71 Kommentare

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  • Stechfliege

    Wie wird die Antifa reagieren, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit holen ?

    • Land of plenty

      @Stechfliege:

      Sie können ja mal selbst vorbeischauen und sie fragen.



      Also das Zentralamt für Antifaschismus gibt bekannt: "Es muss eine absolute Mehrheit für die Antifa geben."



      Die Leute diskutieren das seit langem und es geht praktisch nur um Fragen des Schutzes von vulnerablen / Angriffszielobjekten.



      Es geht um Schadensbegrenzung. Was sonst?



      Hören Sie mal rein in Radio Corax



      taz.de/Alternative...der-Wahl/!6205488/



      und siehe auch



      „Wenn die regieren, bin ich weg“



      taz.de/Moeglicher-...n-Anhalt/!6202713/

  • Meister Petz

    "Gewaltromantik" ist nicht passend, die Romantisierung der Gewalt passiert eher auf der Rechten, ob nun das "Blut vom Messer spritzt" oder "Zapp-zarapp" die Bomben fallen. Auch dass rechte Gewalt im Gegensatz zu linker häufig von Hass gegen Minderheiten motiviert ist, ist eine richtige Beobachtung.

    Der Linken dagegen ist eher die moralische Legitimation der Gewalt eigen, sozusagen die vorweggenommene Notwehr. Denn: Gewalt geht qua Definition von Rechts aus, und da ist man auch recht großzügig, was man darunter "einordnet", sei es die Ausweitung des Gewaltbegriffs ("digitale Gewalt", "Mikroagression"), oder man lackiert mal flugs die islamistische Gewalt auf "rechts" um wie ein geklautes Auto.

    Und wenn der Autor auch die "RAF-Manier" ablehnt und sogar eine retrograde "Brandmauer" fordert (die es nach den heutigen Maßstäben bei linken Aktivisti niemals gegeben hat), lässt er keinen Zweifel offen, dass der Bullerei eh nicht zu trauen ist ("Deutsche Polizisten / Schützen die Faschisten", wer erinnert sich nicht daran?) - also bleibt ja nur die Pflicht zur präventiven Selbstjustiz.

    Natürlich fürchte ich den Hass der Chauvinisten. Aber auch den Zorn der Gerechten.

  • Herbarius Zunichten

    Mich irritiert die Überheblichkeit von Menschen die meinen, so auf der guten Seite des Lebens zu stehen, dass Gewalt als legitimes Mittel gerechtfertigt scheint.

    • Georg Sonntag

      @Herbarius Zunichten:

      Zumal auch Linke wenn's gar auf hart kommt ganz anders reagieren können.



      www.morgenpost.de/...kerin-schmidt.html



      Da werden dann auch mal poc rassistisch beschimpft. Natürlich ist hinterher alles nicht wahr.



      Was gesichert ist ist das die Justiz angeblich aus Personalmangel Fristen hat verstreichen lassen und die Sache nicht weiterverfolgt.



      Von wegen ,, schützen Faschisten "

  • Gerhard Krause

    Zuerst müsste man, auch als Prof., Mund-und Gedanken-Debatte von tatsächlicher Gewalt trennen. Kurzer Exkurs: das machen die, die sich für die Mitte halten, nicht, da, dies kommt zur Kennzeichnung und Bestimmung dieser "Mitte" hinzu, sie eine noch größere Angst davor hat, das Land könnte an sog. "Linke", "Woke", eher "schwule Männer", "Behinderte" und "Kinder mit Lernschwierigkeiten" fallen, die ihnen zum Beispiel die Simson, den Trabi, laute Motorräder, sonstige "Dampfwagen" und das Warmlaufen des Motors im Winter wegnehmen wollen. Return - Wenn man jedoch Gewalt in Gedanken nicht von den Tatsachen, dem realen Erleben, trennt, bekommt man solche Debatten: "Deutschland leistet sich die dümmsten Debatten". Diese fehlende Trennung stört ferner, sich mit such selbst zu beschäftigen, mit Fehlern und Fehlstellungen, es hindert aufeinander zuzugehen und .. und natürlich macht das 24/7 keinen Spaß und erscheint abgenutzt, sich über unser Wirtschaften und Verteilen zu unterhalten und Strukturen zu durchschauen, die manche Menschen gerne weiterhin verbergen wollen. Und Hinsehen tut weh, und schmerzt, wo Menschen und Natur geopfert werden. Jedoch ist dies der Kern aller Sachen.

  • Ruhig bleiben

    Wir leben noch immer in einem demokratischen Rechtsstaat mit funktionierender,unabhangiger Justiz und Vigilantismus hat hier nichts zu suchen. Punkt.

    Sonst können wir es nämlich gleich bleiben lassen.

  • Deep South

    Ich geh mal davon aus, dass der Autor ganz genau weiß, dass es bei der Diskussion um Danger Dans Song nicht nur um den Aufruf zur Wehrhaftigkeit und um Selbstverteidigung ging, sondern dass sich die Kritik an dem Gruß an verurteilte Gewaltäter entzündete. Und nochmal die Frage. Was haben diese Leute denn gegen den erstarkenden Rechtsextremismus erreicht? Welcher zählbare Erfolg steht denn nach diesen Aktionen? Wen haben sie am Ende effektiv geschützt, welchen Kampf gewonnen?



    Es gab in den letzten Monaten mehrere Aktionen, von sehr jungen Leuten aus der Linken Szene, die bei ähnlichen Aktionen buchstäblich ins offene Messer gelaufen sind. Die haben zum Teil fast mit ihrem Leben dafür bezahlt. Maya T. und Co. sitzen jetzt im Knast, ohne Möglichkeit, sich aktv und gewinnbringend gegen rechts einzusetzen.



    Das hat durchaus etwas mit der "Romantisierung" und Relativierung von schweren Gewaltaktionen zu tun. Und diejenigen, die sich daran beteiligen, sollten mal darüber nachdenken, welche Veratwortung sie gegenüber jungen Leuten haben, die Handeln vielleicht weniger überblicken können.

    • Hugo

      @Deep South:

      Falls Du auf die Kids aus Stendal anspielst; Selbstjustiz haben die mit Schlagsportgeräten prügelnden AfD-Typen praktiziert. Bei Gesprächen mit vielen Leuten "hier im Osten" über die "Gewaltfrage" würde sich als Resümee auf die Geschichte wohl rauskristallisieren, daß die Kids besser hätten aufpassen sollen und immer den Fluchtweg im Blick haben bei der nächsten Aktion. So als kleinster gemeinsamer Nenner.

      • Deep South

        @Hugo:

        Nee, meinte ich nicht.



        Aber zum Beipiel den Fall hier:

        taz.de/Prozess-geg...n-Berlin/!6136446/

        oder den:

        taz.de/Linke-Hochb...ettingen/!6191085/

        Das waren beides Aktionen, wo Linke Rechtsextremen vor deren Haustür aufgelauert haben, um "mal eine Ansage zu machen". Dass die Rechten dann unvermittelt mit brutaler Gewalt zustechen, damit haben die "Ansager" sicher nicht gerechnet. Aber es zeigt deutlich, wohin die Reise gehen wird, wenn man offensive Gewalt als legitimes Mittel betrachtet.



        Und für mich ist der Umgang in der taz, mit diesen Fällen oft viel zu eindimensional. "Es war der Neonazi der zustach". Stimmt. Aber es waren die Verletzten, die dem Nazi in der Gruppe aufgelauert haben. Das Gericht hat Notwehr geurteilt.



        Und noch ein Fall, der zeigt was passieren kann. Der Angriff auf das heute Show Team. Das waren ebenfalls "Antifaschisten", die geglaubt haben, es den Rechten mal zeigen zu müssen. Dummerwise warens aber dann gar keine Rechten, die dann mit Eisenstangen niedergeprügelt wurden.



        Das sind die Sachen, die am Ende dabei rauskommen. Und nichts davon hatte lediglich etwas mit "Wehrhaftigkeit" zu tun.

  • Land of plenty

    In welchem Kontext findet welche Gewalt statt?



    Welche Reichweite, welche Qualität, welche Wirkung?



    defensiv abwehrend oder offensiv initiierend?



    Gegen die Kriminalisierung der Klimakleber XR / LG und ihre Verleumdung als "Klima-RAF" durch die CSU ging auch ein Harald Lesch auf die Straße.



    Wer sich mit wem solidarisiert kommt sehr auf die Aktionen und die Entwicklungen bzw. Vorgeschichte an.



    Natürlich wird sich niemand mit einer Aktion wie der Feuer-Unterbrechung der Stromversorgung ganzer Stadtteile solidarisieren Aktionen von 1-2 antimodern-insurrektionalistischen Anarchistengruppen.



    Eine ICE-Truppe der Afd werden wir aber bekämpfen müssen.



    Der Sinn von ICE ist Gewalt und Unterdrückung - also ein Verlassen des Rechtsstaats.



    Ich sehe vor allem auch die Verteidigung in der Ukraine gegen das russische Regime als unbedingt notwendige Gegenwehr.



    Entsprechend der Widerstand in Belorus und in Burma/ Myanmar. Wenn sie sich nicht wehren, werden sie nicht leben. Das hat nichts von Romantik.

  • Leo Onlin

    Eine solche Debatte über vermeintlich schützende Gewalt hat es vermutlich in rechten Kreisen bereits nach den Vorfällen in der Sylvesternacht auf der Kölner Domplatte gegeben. Hätte es auch von links erfolgen müssen? Wenn ich den Artikel weiterdenke ja. Wer Gewalt legitimiert, verteidigt am Ende KZs und Gulags, weil dort ja die Feinde drin …

    Wir war schon mal weiter.

  • Yoriko N.

    Die alte Gewaltdebatte ist zurück. Kaum ein Thema spaltet die politische Linke so zuverlässig.

    Vielleicht lohnt ein Blick auf die Anti-AKW-Bewegung. Dort haben Menschen mit sehr unterschiedlichen Aktionsformen über lange Zeit an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet, ohne sich gegenseitig die Legitimität abzusprechen. Entscheidend waren die gemeinsamen Ziele, nicht die völlige Einigkeit über die Wege dorthin.

    • Troll Eulenspiegel

      @Yoriko N.:

      Und ich erinnere an Stonewall, ohne dessen Gewalttaten gegen die Polizei und gegen Andersdenkende LGBT niemals eine so hohe Akzeptanz bekommen hat.

      Doch auch diese Akzeptanz fällt leider. Denn sogar Linksliberale fangen langsam an, Stonewall und damit LGBT zu hinterfragen.

  • Astrid Sehnefeld

    "Wenn wir uns an den Anfang der Debatte – Danger Dan – erinnern, so weist die erste Strophe des Lieds direkt darauf hin..."



    Es ging bei dem Song nicht um den Anfang, es ging darum, dass er verurteilte Gewalttäter grüßt.



    Wo wir bei einem Riesenproblem sind, dass der AfD massiv in die Hände spielt: der Umgang mit Straftätern.



    Wenn im Artikel die Frage gestellt wird: "Es ist weder gesagt, dass Po­li­zis­t:in­nen und Be­am­t:in­nen sich verfassungswidrigen Anordnungen widersetzen werden"



    Kann ich nur darauf antworten. Es warten extrem viele Kollegen darauf, endlich Werkzeuge an die Hand zu bekommen, mit denen ihr Handeln auch sichtbare Konsequenzen mit sich bringt.



    Ich kenne unzählige frustrierte Polizisten, die es leid sind, Intensivtäter, Taschendiebe oder die Bettelmafia von der Straße zu ziehen, nur damit die 3 Stunden später wieder am gleichen Platz auf der Straße stehen...



    Ich kenne unendlich viele frustrierte Kollegen in Bürgerämtern, bei der Staatsanwaltschaft, etc...



    Die lasche Auslegung und Strafverfolgung frustriert.



    Die ewige Nachsicht entnervt.



    Die Zustimmung in Beamtenkreisen zu einer wirkmächtigeren Exekutive ist riesig. Und die versprechen sich einige von der AfD...

    • Klabauta

      @Astrid Sehnefeld:

      "Wenn im Artikel die Frage gestellt wird: "Es ist weder gesagt, dass Po­li­zis­t:in­nen und Be­am­t:in­nen sich verfassungswidrigen Anordnungen widersetzen werden"

      Kann ich nur darauf antworten. Es warten extrem viele Kollegen darauf, endlich Werkzeuge an die Hand zu bekommen, mit denen ihr Handeln auch sichtbare Konsequenzen mit sich bringt."

      Was werfen Sie da durcheinander? Oder wollen Sie etwa damit sagen, dass die "unendlich viele[n] frustrierte[n] Kollegen" nur darauf warten, dass die AfD ihnen "endlich Werkzeuge an die Hand" gibt (auch wenn es verfassungswidrige sind), "mit denen ihr Handeln auch sichtbare Konsequenzen mit sich bringt."?



      Endlich mal so richtig durchgreifen? Das ist der feuchte Traum aller Autoritären.

    • Leo Onlin

      @Astrid Sehnefeld:

      Links hatte schon immer ein Herz für Straftäter , solange diese das Eigentum oder die Versehrtheit der Reichen gefährden. Nur bei politischen Parolen von der falschen Seite sind Linke unnachgiebig.

      • RenitenterBoomie

        @Leo Onlin:

        "Links hatte schon immer ein Herz für Straftäter(...)"

        Ja ist klar. Erzählung einer wühlenden jüdisch-bolschewistischen Verschwörung. Die alle sowieso am Ende natürlich einfach Verbrecher, "Straftäter" und deren Leibhaber sind.



        Kulturelle Hegemonie und so. Faschisten lassen Gramsci ja nicht nur im Knast verrecken. Sein Zeug lesen sie dann schon aufmerksam.

        Heute sagt der taktisch zweifelsfrei nicht vollkommen verblödete Rechte halt das mit dem "jüdisch" nicht mehr.



        Der Markt regelt alles. Und nun gibt es auf dem Demagogie-Markt für denselben Zweck andere Parolen

        Und natürlich die Parolen modernisieren.



        Updaten wie man heute sagt.



        Das Bolschewistische ist halt heute einfach "links" was dasselbe wie "grün" ist. "jüdisch" wäre taktisch unklug. Also ist es nun der Migrant, Ausländer, Kulturfremde, Geflüchtete,



        welcher mit der die das Linke und Grüne für alles verantwortlich ist.



        Vor allem natürlich wenns schief läuft. Oder auch nur der Wasserhahn beim reichsweissen Bevorrechtigten-Herrenmenschen tropft.



        Nie käme er auf die Idee, er selbst sei einmal für die Mehrheit ungefragt, Zufalls-Eltern-Geburtsörtig über den Uterus in die Sozialsysteme eingewandert.

        • Dr. McSchreck

          @RenitenterBoomie:

          Wollen Sie ernsthaft bestreiten, dass sehr viele Linksextreme maximales Verständnis bis Sympathie für ungefähr alle Straftäter haben, die nicht gerade Steuern hinterziehen oder Sexualdelikte begehen? Wie war der Spruch mit der "Gründung einer Bank" und viele andere ähnliche gibt es auch...

          Wieso wählen die Leute in den abgehängten Stadtteilen denn oft AfD und nicht Linkspartei? Weil die ihnen zu wenig für "Sicherheit und Ordnung" steht - was in diesen Stadteilen von den meisten Bürgern als ein zentrales Problem angesehen wird.

    • RenitenterBoomie

      @Astrid Sehnefeld:

      "Ich kenne unzählige frustrierte Polizisten, die es leid sind, Intensivtäter, Taschendiebe oder die Bettelmafia (...)"

      Ja klar kennen Sie die. Die kennt jede und jeder. Schon immer. Überall.

      Kann man schon daran sehen , dass diese Figur schon lange, vielfach popkulturell, literarisch, cineastisch präsentiert und verbreitet ist: Der Polizist der die Schnauze voll hat und nun nicht nur Exekutive sein will, sondern auch Legislative und Judikative zugleich.

      Merkwürdiger Weise steht kaum ein Polizeigewerkschaftsführer, Polizeibeamter vor den Mikros und spricht über die handwerklich-fachliche Seelenpein, dass die Benkos, Gröners, Spahns, Marsaleks, unzählige kommerziell-kriminelle in der Anlage- Immobilien- und Wohnungswirtschaft gewöhnlich so unerkannt oder glimpflich davonkommen.

      Und wer die lange Geschichte der bundesdeutschen Staatschutzjustiz gegen sogenannte "Linksextremisten" ignoriert, der glaubt halt auch das "Verurteilte Gewalttäter©" des antifaschistischen Widerstandes keine Grüße verdienen.



      Nicht einmal die.

      Wo schon nicht gewusst werden will, dass ihnen für die Verurteilung gar keine Tat belastbar, konkret, zweifelsfrei nachgewiesen werden muss.

      • Hugo

        @RenitenterBoomie:

        Die popkulturelle Verarbeitung des "unkonventionellen Bullen" ist meist auf ne moralische Überlegenheit ausgerichtet. Heißt, auch "Dirty Harry" hat sich nur die harten Brocken ordentlich vorgeknöpft, die es verdient hatten.

  • Liebknechto

    Die meisten Leute werden sich leider nicht schützend vor Minderheiten stellen.



    Das große Gewaltpotenzial ist im ländlichen Raum in erzkonservativen Kreisen, bei Schützenvereinen, Jägern und Reservisten sowie Soldaten. Da wird lieber treu dem starken Mann gefolgt als Zivilcourage zu zeigen.

    • Marcelo

      @Liebknechto:

      Lebst du in einem Dorf? Kennst du die Dörfer von Deutschland? Behaupte nicht, wovon du keine Ahnung hast

    • Georg Sonntag

      @Liebknechto:

      Und da ist es wieder, kluge alles verstehende Städter, dumme und gewaltbereiteLandbevölkerung. Diesen Kafffern muss man endlich mal beibringen wie man sich benimmt. Vergessen wird hierbei dass der NSU aus der thüringischen universitätsstadt Jena kam, also nicht wirklich Landbevölkerung also durchaus urbane Gesellschaft nicht vergessen, wie viel freiwillige sich im ländlichen Raum ehrenamtlich mit geflüchteten gearbeitet haben, wären z.b in kreuzberg eine flüchtlingsunterkunft abgelehnt wurde.



      Aber ist eigentlich normal grün und Linke haben ihren gesellschaftlichen Fokus auf die Städte gelegt. Der ländliche Raum ist nur im Fokus als Aufstellungsort für Windkraftanlagen. Dazu reicht es .

      • Dr. McSchreck

        @Georg Sonntag:

        Sehr gut gesagt - und dann wundert man sich noch, warum ausgerechnet auf dem Land, wo man doch die Natur liebt und schätzt, die Grünen so besonders unbeliebt sein können. Weil sie genau diese urbane Arroganz verkörpern vielleicht (was der Partei eigentich unrecht tut, aber ihr Image ist nun mal so und das haben sich einige Grüne selbst zuzuschreiben).

    • Querbeet

      @Liebknechto:

      Oh wie schön blüht das Vorurteil.

  • Angst Hase

    Es geht nicht drum per se AfD Wählern auf die Fresse zu hauen. Es geht nicht drum in einer Diskussion in der man nicht mehr weiter weiß, gewalttätig zu werden.



    Es geht darum Realitäten anzuerkennen und denen realistisch zu begegnen. Wenn in Deutschland queere Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, offen linke Menschen etc., von ganzen Gruppierungen oder auch nur Einzelpersonen bedroht oder sogar körperlich geschädigt werden, der Staat aber zunehmend tatenlos ist, darf schon darüber diskutiert werden, ob diese Gewalt nicht mit Gewalt verhindert werden darf. Ich freue mich über jede Person die es schafft mit gewaltbereiten Menschen in ein Gespräch zu kommen und Gewalt dadurch verhindert. Aber klappt das denn immer?



    Unabhängig davon ob es hier um politische oder andere Gewalt geht; wenn jemand einer schwächeren Person Gewalt antut, darf man das mit Gewalt verhindern. Den Schritt zur Gewalt geht doch die andere Person oder irre ich mich?

    • Metulski

      @Angst Hase:

      Sowas nennt man Selbstjustiz glaube ich. Wenn wir soweit sind dann Gute Nacht.

      • Nymona

        @Metulski:

        Es kommt natürlich immer auf den Einzelfall an, aber so wie von @Angst Hase geschildert "Gruppierungen/Einzelpersonen bedrohen oder greifen (queere/linke/migrantisierte) Menschen an, ist eine Verteidigung auch durch andere gegen diese Angriffe, sofern die gegenwärtig und rechtswidrig sind, durchaus durch die Notwehr bzw. den Notstand gerechtfertigt (§§ 32, 34 StGB) und fallen keineswegs unter "Selbstjustiz".

  • O.F.

    Auf die ethischen und rechtlichen Probleme haben bereits andere Foristen im Kontext der Gewalt-Debatte (nicht nur unter diesem Beitrag) hingewiesen, ich möchte daher auf einen anderen Schwachpunkt eingehen: die kolossale Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten und des eigenen sozialen Rückhaltes. Mit „linker Militanz“ mag man ein paar Szene-Hochburgen Nazi-frei halten, die Vorstellung, man den Kampf gegen Rechts mit Strassenschlaeger-Methoden gewinnen, halte ich aber für absurd: die extreme Recht hat die Professionalisierung von Gewalt in den letzten Jahren systematisch vorangetrieben und sie ist auch sozial keineswegs isoliert (erst recht nicht in Ostdeutschland). Wenn die Linke diesen Konflikt auf der Straße austragen will, verliert sie. Es mag frustrierend sein, gerade in Zeiten einer rechten Welle, aber um Minderheiten zu schützen, muss man Mehrheiten organisieren – und das schafft man sicher nicht mit Militanz-Debatten, die selbst innerhalb der politischen Linken meist für Augenrollen sorgen.

    • Andreas Flaig

      @O.F.:

      "die extreme Recht hat die Professionalisierung von Gewalt in den letzten Jahren systematisch vorangetrieben und sie ist auch sozial keineswegs isoliert (erst recht nicht in Ostdeutschland)."

      Genauso ist's.



      Der Verlierer auf der Straße steht fest.



      Es ist auch nicht verwunderlich daß Dobrindt nur nach links schaut. Die Regierung wird das Feld bald den Faschisten überlassen(oder eine Zusammenarbeit anstreben)- hier braucht es eine starke Hand um das linke Spektrum endgültig auszuschalten. In Sachsen-Anhalt



      wird das nach der Wahl probehalber einmal umgesetzt. Dann könnte Deutschland nicht ganz ungewollt, entgültig ins Chaos stürzen.

  • Müller Christian

    Was bedeutet denn "gegenwärtig"? Was ist den zukünftig geplant? Diese Zeile im Artikel lässt mich irgendwie... stutzen.

  • Land of plenty

    Gut, sehe ich auch so wie Jens Uthoff.



    Immer wieder kam dann die Ordnungskraft hinterher, nach der Praxis antifaschistischer Aktion. D.h. erstmal machen sich Rechtsradikale in einem Raum Stadtteil/ Dorf breit und alle schweigen. Dann wird das durch die Gegenwehr der Angegriffenen aufgebrochen, Jugendzentrum. Dann wird den Nazis eine verpasst und dann kommen die Cops und die Politiker empören sich.



    Dann wird die Öffentlichkeit auf das Geschehen aufmerksam. Nun sollen auch die Rechtsradikalen nicht mehr so alles dürfen.



    Das ist der Ablauf.



    Sich schützend vor Minderheiten stellen kommt noch hinzu.



    Sie sagen Gewaltmonopol? Wer ist der Staat? Den muss man erst mal anrufen, dass der aktiv wird.



    Der neoliberale Nachtwächter tut von alleine nämlich nichts.

    • Altbayer

      @Land of plenty:

      Wer ist denn der "Neoliberale Nachtwächter"? Wenn Sie Beamte meinen, sicherlich keiner! Aus einem ganz einfachen Grund: Alles neoliberale steht dem Grundgedanken, wie sich im Dienst zu verhalten IST, nicht wäre, absolut entgegen.

      Wenn ich den linken genauso zu behandeln habe, wie den rechten, ist dies sicherlich nicht neoliberal - sondern in erster Linie "Vorschrift" und in zweiter Linie menschlich.

      Aus genau diesen Gründen sieht immer mehr diesen Kettensägen-Populismus all überall.

      Und wenn ein Teil der Linken immer lieber erst einmal nach dem Motto vorgeht: (Liedzitat:) Haut die Bullen platt wie Stullen - darf sich dieser linke Teil nicht wundern, wenn es Ressentiments gegen "Links" gibt.

    • Leo Onlin

      @Land of plenty:

      Klingt nach Selbstgefällig- und eigener Unfehlbarkeit.

  • Lenyat

    Einen größeren Gefallen kann man den Rechten und den Faschisten wohl kaum tun, als eine linke Gewaltdebatte zu führen. Eine Debatte, die im Theoretischen auch nicht weiter führt und in der Praxis eine gewaltsame Auseinandersetzung bedeutet, die wir verlieren werden. Das wird die Baseballschläger-Jahre in den Schatten stellen, denn inzwischen haben wir es mit Nazis zu tun, die sich seit Jahren genau darauf vorbereitet haben, sich bewaffnet haben und besser organisiert sind. Davon haben sie all die Jahre geträumt. Und, wie damals, der Staat ist schlecht aufgestellt, ignoriert das Problem viel zu oft, manche sympathisieren heimlich mit den Nazis.

    Nein, der Weg kann nur sein, dass wir aufmerksam sind, friedlichen Schutz organisieren und klar machen, dass die Dobrindts verdammt nochmal endlich aufhören sollen, vom ach so gefährlichen Linksextremismus zu schwafeln und lieber mal ihren Job machen sollen. Und wenn sie das nicht können oder wollen, dann sollen sie Platz machen für die, die es wollen. Eine ziemlich große Mehrheit in diesem Land möchte die Faschisten nicht an der Regierung sehen. Dann müssen sie eben auch entsprechend wählen.

  • Ohne_Mitte_geht_nix

    Immer die gleiche Leier. Die Linken wollen unsere Demokratie und Freiheit gegen die AfD verteidigen. Auch mit Gewalt. Aber wenn unser Land von aussen angegriffen wird, dann ist plötzlich niemand von diesen Typen mehr bereit, unsere Werte zu verteidigen. Also alles nur leere Worte...

    • Astrid Sehnefeld

      @Ohne_Mitte_geht_nix:

      Also die Gewalt von Linken gegen Rechte wurde bisher immer aus dem Hinterhalt geführt - egal ob Hammerbande oder die Ungarnreisegruppe, da wurde immer nur Gewalt angewendet, wenn man sich sicher war, ohne eigene Blessuren davonzukommen.



      Ich halte diese Gewaltdebatte auch für eine Scheindebatte - man will sich selbst einreden, dass man eine theoretische Schlagkraft hätte

    • Leo Onlin

      @Ohne_Mitte_geht_nix:

      Linke verteidigen erstmal sich selbst und zeitweise auch ausgesuchte Minderheiten. Nation oder Heimat sind da keine verteidigungswürdige Kategorien.

  • Saile

    Hier wird „Gewalt“ nicht weiter definiert…denn: Wenn wirklich Gefahr für Leib und Leben von einer AfD-(Landes-)Regierung drohen sollte, dann sind Hammer und Baseballschläger ja wohl kaum das Mittel der Wahl. Das heißt, es geht dann nicht nur um hooliganmäßige Kloppereien, sondern echten Kampf mit mindestens Handfeuerwaffen und Schrotflinten, wahrscheinlich sind dann aber sogar Maschinengewehre, Granatwerfer, Panzerabwehrraketen und Kampfdrohnen notwendig…ist das auch Jens Uthoff in aller Konsequenz klar?

  • Sam Spade

    "Gegenwärtig geht es in erster Linie darum, einen rechtsradikalen Umsturz abzuwenden"

    Bei einer Partei die bundesweit bei nicht einmal 30% liegt, kann von Abwendung eines rechtsradikalen Umsturzes wohl kaum die Rede sein. Nur zur Erinnerung, die Anzahl der AfD Wähler beträgt in etwa 15 Millionen Bürger.

    Die Argumente die der Autor ins Feld führt fallen genau unter die Rubrik, welche der Professor als "linke Gewaltromantik" bezeichnet hat.

    Meine Empfehlung an den Autor daher, einmal mit der Gewaltenteilung in einem demokratischen Rechtsstaat befassen und darüber informieren was das Grundgesetz im Artikel 20 über das Widerstandsrecht aussagt.

    Dazu noch einmal Orwells "Farm der Tiere" lesen, am besten in der kritischen historischen Ausgabe "The Individual and Society" der Cambridge University Press. Vielleicht geht dem Autor dann ein Licht auf und er erkennt, das zum einen Gewalt nie eine Lösung der Zustände bringt sondern Probleme nur verlagert und das es keine gute Idee ist, wenn Individuen dazu übergehen einen eigenen inneren Gerichtshof abzuhalten und die daraus resultierenden Erkenntnisse in die Tat umsetzen. Ein Blick ins Geschichtsbuch dürfte hier schon für Klarheit sorgen.

    • Biker-Ffm

      @Sam Spade:

      👍👍👍

    • Der olle Onn

      @Sam Spade:

      "Bei einer Partei die bundesweit bei nicht einmal 30% liegt..."



      Ich fürchte diesmal sind Sie im kühlen Norwegen ein wenig zu weit entfernt von der Praxis. Noch nicht lange her, da lag diese Partei nicht einmal bei 20%. Bedauerlicherweise aber steigen ihre Zustimmungszahlen auch weiterhin an. Wir in Sachsen-Anhalt bilden nur die Vorhut.



      Natürlich ist unbedingt zu wünschen, dass es im September gelingt den Trend zu drehen. Nur leider ist die Geschichte damit ja keineswegs auserzählt. Ist ja nicht die letzte Wahl. Geht sie noch einmal "glücklich" aus, werden sich Teile der Anhänger jedenfalls weiter radikalisieren. Und die echten Hardcore-Fans bereiten sich ohnehin seit Jahren vor...



      Weshalb - wie schon andere schrieben - Gewalt von Links natürlich keine Lösung sein kann.

      • Sam Spade

        @Der olle Onn:

        Auch in westdeutschen Bundesländern liegt die AfD mittlerweile bei 20% und darüber.

        Bei steigenden Umfragewerten einer Oppositionspartei in Zeiten wie diesen auf einen rechtsradikalen Umsturz zu schließen, ist dennoch schon etwas weit hergeholt.

        Unsere einheimische rechtspopulistische Fortschrittspartei liegt auch in den Umfragen wieder bei 20%. Beunruhigt hier aber nur die wenigsten.

        Um einmal wegzukommen von den ganzen Umsturzfantasien oder NS Vergleichen die hier so angeführt werden, empfehle ich den aktuellen Beitrag von Christian Rath in der taz. Der ist geerdet und mit viel Sachverstand verfasst.

        Und die Wahrscheinlichkeit das ein wie auch immer gearteter Umsturz von Rechts nach dem im Beitrag geschilderten Schema abläuft, halte ich sehr viel wahrscheinlicher als alle Spekulationen, wie die das Beamte in Sachsen Anhalt in der Breite auf Weisung Verfassungsbruch begehen.

        Debatte zum Umgang mit der AfD von Christian Rath

        taz.de/Debatte-zum...-der-AfD/!6202593/

    • Leo Onlin

      @Sam Spade:

      Danke!!!!!

    • Nico-1

      @Sam Spade:

      👍👍👍

    • Selbstauslöser

      @Sam Spade:

      Soweit ich mich erinnere, bekam auch die NSDAP nur wenig mehr als 30% der Wählerstimmen, und bekam doch die Macht im Staat.



      Das ist der springende Punkt: antidemokratisch, elitär, rassistisch, Recht und Gesetz missachtend, ... ist nicht nur die AfD. In der Weimarer Republik nannte man den Reichstag „Schwatzbude“, weil etablierte konservative Politiker auch damals schon was anderes sagten, als sie meinten, und was anderes taten als sie sagten ... wie heute. DAS hat die NSDAP und die AfD beliebt gemacht.



      Zentrum für politische Schönheit: „Demokratien werden nicht gestürzt. Sie werden verraten. Der Weg des Faschismus an die Macht führt über die Konservativen. So war es 1933. So könnte es wieder kommen. [...] Es gibt keine Machtoption für die AfD ohne CDU.“



      Und der dominante, marktradikalen Teil der CDU/CSU steht längst bereit ...



      Die Gewaltenteilung in einem demokratischen Staat ... mit AfD-Schöffen, AfD-Anwälten, AfD-Richtern, AfD-Polizisten? Ich bitte Sie!



      In unserer deutschen „Farm der Tiere" haben längst die „Schweine" das Sagen - mittels Geld, Lobbyismus, rechten Medien, ... Wie endet die Geschichte eigentlich? Gewaltfrei?

      • Altbayer

        @Selbstauslöser:

        Warum gehen Sie eigentlich pausenlos davon aus, dass die Beamtenschaft, egal ob Kommune, Land oder Bund, schweigen würde, und dem Treiben der CDU kommentarlos zusieht?!?

        Die CDU galt früher als Partei der Beamten.

        Heutzutage weiß jeder "kleine Beamter" ( unter A 10) ganz genau: Neubesetzung einer Stelle - bedeutet 67% Arbeitsüberlastung, da aus drei Stellen plötzlich eine wurde.

        Die Beamtenschaft ist, als Beispiel, auf den Staat verschworen. Dieser Schwur ist noch einmal anders ernst zu nehmen, als wenn Frau Merkel oder Herr Merz schwören, SCHADEN vom Staat abzuwenden!!!

      • Leo Onlin

        @Selbstauslöser:

        Wenn schon immer die NSDAP als Hauptreferenz für die Gefährlichkeit einer rechten Partei herhalten muss, dann sollten wir doch gleich alle Deutschen und deren Verbündete im zweiten Weltkrieg als potentielle Quelle für Menschheitsverbrechen benennen.



        Macht das Sinn? Die Leute von damals sind lange tot. Alles 90 Jahre und länger her.

        Einen lebenden Link zur gesellschaftlichen Verbrechen gibt es tatsächlich: allerdings in der Linkspartei, die teilweise noch Personen aus der SED beherbergt, die Gewalt gegen Andersdenkende sogar staatlich legitimierten. Warum in die Ferne schweifen …

  • Max Mutzke

    Danke!

  • XXX

    "„Kleinkind wird im Park aus rassistischem Hass unter Wasser gedrückt“."



    Woher kommt denn sowas? Wenn man dem Link folgt, landet man auch nur bei dieser Aussage auf Instagram! Ohne weitere und sicherere Information würde ich das als Quatsch einordnen.

    • Leser Schreiber

      @XXX:

      Die Behauptungen finde ich alle fragwürdig.

    • Il_Leopardo

      @XXX:

      Ich habe davon aber mehrfach gelesen. Unter anderem bei Die Zeit:



      Kleinkind unverletzt:



      Kind in Brunnen unter Wasser gedrückt - Staatsschutz prüft

      • Altbayer

        @Il_Leopardo:

        Leopardo wobei wir wieder einmal beim kritisch zu prüfenden Journalismus sind und bleiben. TikTok wie auch Telegram sind seit geraumer Zeit auf DIENST-Handys nicht ohne Grund unerwünscht. Schlicht wegen dem konsequenten Ziel der "Brandstiftung" und Desinformation!

        TikTok = China - Telegram = Russland - aber hey, "Meinungsfreiheit" - nein gelenkte Meinung. Dies ist und bleibt ein Unterschied!

      • Biker-Ffm

        @Il_Leopardo:

        Die Zeit schreibt aber auch das die Polizei davon ausgeht, das der Mann psychisch verwirrt ist. Man ermittelt noch und sucht Zeugen

  • Filou

    Gewalt ist Gewalt, ob nun von Rechtsextremen, Linksextremen, Islamisten oder Sonstwem ausgeübt. Natürlich darf ich mich verteidigen wenn ich körperlich angegriffen werde, aber doch nicht andere körperlich angreifen, weil mir ihre Gesinnung oder politische Einstellung nicht passt. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat und sonst bei niemanden.

    • Okti

      @Filou:

      Und wenn der Staat von Faschisten übernommen wird, wie z.B. in Russland oder ähnlichen, dann stehen Sie stramm um imperiale Gelüste des Diktators zu befriedigen?

      Aber Sie haben natürlich Recht, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt. Nur ist der Staat nicht irgendeine Institution, sondern wir alle. Egal ob nun politisch interessiert oder nicht. Wir alle formen die Gesellschaft und sind für ihr Verhalten anteilig mitverantwortlich.

      Übrigens, die Menschheitsgeschichte zeigt, dass viele gesellschaftliche Errungenschaften blutig erkämpft werden mussten. Und ich glaube nicht, dass ich mich allzusehr aus dem Fenster lehne, wenn ich behaupte, dass auch der Fall des Kapitalismus schlussendlich blutig von statten gehen wird, da man soziale Ungerechtigkeit z.B. nur bis zu einem gewissen Punkt treiben kann bis das Pulverfass explodiert.

      • Filou

        @Okti:

        Wem würden Sie heute körperliche Gewalt antun ?

    • Selbstauslöser

      @Filou:

      Damit verengen sie den Gewalt-Begriff auf rein körperliche Gewalt. Wie wehren sie sich aber gegen jede andere Form von Gewalt?



      Das Gewaltmonopol liegt beim Staat, sagt der Staat. Laut GG geht alle Macht vom VOLK aus, nicht vom Staat. Regierende vergessen das gerne mal, und manche Foristen anscheinend auch.



      Demokratie heißt: Herrschaft des Volkes, nicht: des Staates. Ein Volk, das die Herrschaft dem Staat überläßt (und damit oft nur meint: sichere mir meinen Wohlstand), ist für eine Demokratie noch nicht reif.



      Was, wenn der Staat sein Gewaltmonopol mißbraucht? Wer nach 1938 in Europa gelebt hat, weiß was ich meine. Das offizielle Deutschland ehrt jährlich ein Grüppchen von Männern als Vorbilder, weil sie Hitler, die Verkörperung des Bösen, mit Gewalt verhindern wollten.



      Muss noch darauf hingewiesen werden, dass die deutsche Gewaltherrschaft über alles vermeintlich „Schwache, Wertlose“ nur durch massive Gewalt beendet werden konnte?



      Die kategorische Ablehnung von Gewalt ansich läßt Sie auf den ersten Blick als einen netten Menschen erscheinen, damit schmücke ich mich auch gerne, aber sie ist leider so weltfremd wie jede andere Ideologie auch.

      • O.F.

        @Selbstauslöser:

        Zwischen dem Gewaltmonopol des Staates und dem Anspruch, alle Macht ginge vom Volke aus, besteht kein Widerspruch, solange der Staat ein demokratischer ist (was man im Falle der BRD allen Defiziten zum Trotz kaum bezweifeln kann - der Vergleich mit dem Widerstand gegen den NS ist also absurd). Das staatliche Gewaltmonopol ist in diesem Fall eben nicht undemokratisch, sondern auch ein Schutzmechanismus gegen die gewaltsame Durchsetzung von Partikukarinteressen ohne demokratische Legitimierung. Mit anderen Worten: ich möchte nicht in einem Staat Leben, in dem Einzelne mittels moralischer Selbstermächtigung über die körperliche Unversehrtheit anderer entscheiden können (im Recht sehen sich Nazis oder andere Extremisten übrigens auch - Sie bemerken, wo das hinführt?).

      • Il_Leopardo

        @Selbstauslöser:

        Ich stimme Ihnen generell zu, möchte aber auf den vollständigen Text des Artikel 20 GG hinweisen:



        (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.



        (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.



        (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.



        (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

        Die Gefahr geht nämlich gerade im Osten von denen aus, die Montags immer brüllten: "Wir sind das Volk!"

  • Il_Leopardo

    Ob die Hemmschwelle für verbale und physische Gewalt gegenüber Flüchtlingen und anderen Minderheiten unter einer AfD-Exekutive weiter sinken würde? Ich wähle bewusst den Konjunktiv, also eine Verbform für nicht reale Situationen. Es kann doch nicht sein, dass die Menschen so geschichtsvergessen sind ...

  • Philippo1000

    Links sein und damit gegen Antisemitismus.



    Das war in meiner Generation normal.



    Der Autor des Artikels behauptet diesen Zusammenhang weiterhin.



    Das entspricht allerdings nicht mehr den Tatsachen.



    Es gibt nun auch selbsternannte „Linke“, die gegen Juden hetzen und Einrichtungen angreifen.



    Um dies zu erfahren reicht einfache Zeitungskektüre, z.B. der taz.

    • Altbayer

      @Philippo1000:

      Danke!

  • gyakusou

    Das ist eine ganz gefährliche Argumentation, dass "Wehrhaftigkeit" legitim ist, weil der Staat seinen Schutzpflichten gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen nicht nachkommt.

    Genauso können auch Rechtsextreme argumentieren, die dann die "einheimische Bevölkerung" gewaltsam vor kriminellen Zuwanderern schützen wollen, die überproportional häufig mit Straftaten/Gewaltdelikten auffallen.

    • Angst Hase

      @gyakusou:

      Die Verfassung schützen wir mit Worten.



      Menschen die Gewalt erfahren mit Taten.



      Mal ganz plakativ ausgedrückt

    • Il_Leopardo

      @gyakusou:

      Wenn die freiheitliche Ordnung angegriffen wird, hat man durchaus das Recht zum Widestand:



      Artikel 20 GG As. 4



      (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

      • JSch

        @Il_Leopardo:

        Wann ist aber der Punkt erreicht, dass die freiheitliche Ordnung angegriffen wird? Das definiert jeder anders. Einige Linksextreme sehen den Staat schon lange als Faschistisch und und unfrei. Reichsbürger sind von etwas ähnlichem überzeugt. Und alle sind überzeugt ander Abhilfe sei nicht mehr möglich. Ist deren gewalt also laut Artikel 20 GG As. 4 gerechtfertigt? Natürlich nicht.

        • Il_Leopardo

          @JSch:

          Ein Beispiel wäre so ein Angriff wie 2021 in Washington passiert. Sie erinnern sich: der Angriff auf das Kapitol.



          Ein anderes Beispiel wäre, wenn plötzlich Lastwagen vorführen und Migranten zu Hauf zusammengetrieben und in Lager verfrachtet würden. Da hätten Demokraten schon das Recht, dagegen vorzugehen.

          • JSch

            @Il_Leopardo:

            Wenn das in Deutschland passiert, dann kann man Artikel 20 GG As. 4 in Kraft treten lassen. Aber es passiert hier nicht.

          • gyakusou

            @Il_Leopardo:

            Den Angriff auf das Kapitol haben staatliche Sicherheitskräfte unter Kontrolle gebracht. Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit, dass da militante Zivilisten eingreifen.