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AfD-Parteitag in Sachsen-Anhalt„Das täuscht die Wähler:innen“

In ihrem Wahlprogramm fordert die AfD viel zu Migration. Was davon ist eigentlich rechtlich machbar? Zwei Juristen haben sich das angeschaut.

Ein linker Aktivist hält ein Schild mit der Aufschrift „EKEL Hafd“; hunderte Menschen protestieren gegen den AfD-Landesparteitag Foto: Sebastian Willnow/dpa
David Muschenich

Interview von

David Muschenich

taz: Herr Bornschein, Herr Cuno, in Sachsen-Anhalt liegt die AfD in Umfragen zur Landtagswahl dieses Jahr deutlich vorne. Mal angenommen, sie gewinnt im September: Darf sie dann regieren, wie sie will?

Lukas Bornschein: Nein, sie müsste sich an diverse Vorgaben aus dem Bundesrecht, dem Verfassungsrecht und dem Europarecht halten. Eine Regierung darf nur so weit handeln, wie ihr das Recht das gestattet.

Bild: Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Stefan Schwendtner
Im Interview: Lukas Bornschein und Niklas Cuno

die beiden 27-Jährigen sind Dozenten für Migrationsrecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Doktoranden am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung. Ihre rechtliche Einordnung des AfD-Wahlprogramms haben sie beim Verfassungsblog veröffentlicht. Im Interview geben sie ausschließlich ihre persönliche Auffassung wieder.

Niklas Cuno: Genau, das ist die Kernaussage des Rechtsstaatsprinzips.

taz: Sie beide haben sich im Entwurf des AfD-Wahlprogramms die Forderungen zur Migration angeschaut und aus juristischer Perspektive geprüft, inwieweit sie „rechtlich zulässig“ sind. Was heißt das genau?

Cuno: Das bedeutet, wir haben uns angeschaut, welche Regeln im Migrationsrecht nach der Landtagswahl im Herbst gelten und dann abgeglichen, ob die Forderungen der AfD rechtlich umsetzbar wären.

Im Wahlprogramm der AfD stehen Forderungen, die rechtlich nicht zulässig sind Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Bornschein: Als Juristen haben wir uns auf diese Dimension begrenzt. Ob die Forderungen inhaltlich gut oder schlecht sind, haben wir nicht bewertet.

taz: Laut Ihrer Prüfung fallen 31 von 56 Forderungen zum Thema Migration in den Aufgabenbereich einer Landesregierung, für die übrigen wäre etwa die Bundesregierung oder die EU zuständig. Wie sieht es denn bei den AfD-Ideen aus, die eine Landesregierung angehen könnte, sind die „rechtlich zulässig“?

Bornschein: Von diesen 31 Forderungen sind 18 rechtlich nicht zulässig machbar. Die AfD postuliert zwar immer wieder, sie könne das rechtskonform durchsetzen. Aber das ist gelogen. Sie gibt an diesen Stellen vor, rechtliche Handlungsoptionen zu haben, die sie überhaupt nicht hat. Wir finden: Das täuscht die Wähler:innen.

taz: Laut dem Entwurf des Wahlprogramms möchte die AfD in Sachsen-Anhalt zum Beispiel „Sonderklassen für Flüchtlingskinder“ einrichten. Das solle den Kindern unter anderem vermitteln, „dass ihr Aufenthalt in Deutschland nur ein vorübergehender“ ist. Wie sieht es damit aus?

Cuno: Das ist aus verschiedenen Gründen rechtlich nicht zulässig. Dauerhafte Sonderklassen für Kinder mit Fluchtgeschichte sind menschenrechtswidrig, dazu gibt es eine umfassende Rechtsprechung vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte; die ist auch in Deutschland verbindlich. Demnach darf man zwar eigene Klassen für Kinder mit Fluchtgeschichte aufsetzen, aber die müssen immer darauf ausgerichtet sein, die Kinder in den regulären Schulbetrieb zu integrieren, und genau das will die AfD ja nicht.

Bornschein: Außerdem gibt es noch das Europarecht, auch das ist in Deutschland ein zwingendes Recht. Die Vorgaben der künftigen Qualifikationsverordnung besagen eindeutig: Kinder, die Schutz suchen, müssen den gleichen Zugang zu Bildung bekommen wie Staatsangehörige dieses Landes. Davon gibt es keine Ausnahme.

taz: Was ist mit der „Task Force Abschiebungen“, die auch im AfD-Entwurf steht? Wäre in Sachsen-Anhalt eine Behörde möglich, die, wie in den USA die ICE-Beamten, Menschen festnimmt und abschiebt?

Cuno: In der Forderung zur „Task Force“ steht nicht klar drin, dass die AfD damit eine ICE-Behörde meint. Rechtlich ist es so, dass ein exaktes Pendant in Sachsen-Anhalt nicht möglich wäre. ICE ist eine Bundesbehörde. Aber eine AfD-geführte Landesregierung könnte bei der Landespolizei eine eigene Einheit abstellen, die sich nur mit Abschiebungen beschäftigt und dabei ziemlich weitreichende Kompetenzen hätte. Damit ließen sich ähnlich gewaltvolle Bilder erzeugen wie derzeit in den USA.

taz: In ihrem Programmentwurf nennt die AfD Sachsen-Anhalt immer wieder den Begriff „Remigration“.

Bornschein: Ja, laut dem Programm meint „Remigration“ die Rückholung deutscher Fachkräfte, die freiwillige Ausreise sowie das konsequente Abschieben von Menschen, die ausreisepflichtig sind. Aus rechtlicher Perspektive sind die ersten beiden Punkte unbedenklich. Bei konsequenten Abschiebungen gibt es im Einzelfall viel zu beachten. Man kann eine Abschiebung aber rechtskonform umsetzen. Allerdings: Es gibt Grund zur Annahme, dass das nicht das eigentliche Verständnis der AfD von „Remigration“ ist.

taz: Inwiefern das?

Bornschein: An anderer Stelle heißt es von der AfD, sie wolle „millionenfach abschieben“. Wenn wir uns aber die Zahlen auf Bundesebene anschauen, dann gibt es deutschlandweit 40.000 ausreisepflichtige Menschen ohne Duldung. Nur sie dürfen rechtlich abgeschoben werden. Wer davon spricht, er wolle Millionen abschieben, der muss noch andere Menschen meinen. Das wäre nur möglich, wenn man sich nicht an das Recht hält.

taz: Aber selbst wenn, wie Ihr Gutachten ergibt, bestimmte Forderungen der AfD rechtlich nicht zulässig sind, könnte die AfD trotzdem probieren, sie umzusetzen?

Cuno: Ja, da gibt es ein Gefahrenpotential. Das Recht wird nicht gut genug geschützt und in der Praxis immer wieder verletzt. Auch die aktuelle Regierung in Sachsen-Anhalt macht das zum Beispiel, wenn es darum geht, die Sozialleistungen von Asyl­be­wer­be­r:in­nen komplett zu streichen. Gerichte in Deutschland entscheiden flächendeckend, dass das eindeutig verfassungswidrig ist, weil es den Asyl­be­wer­be­r:in­nen das menschenwürdige Existenzminimum entzieht. Trotzdem weist die aktuelle Landesregierung ihre Behörden an, die Leistungsstreichungen vollständig auszureizen. Für Betroffene endet das teils in der Obdachlosigkeit. Die AfD möchte sich nun in dieses gemachte Nest setzen.

taz: Was könnte die AfD dann in Sachsen-Anhalt davon abhalten, zu regieren wie sie möchte, auch ohne rechtliche Zulässigkeit?

Cuno: So ganz lässt sich das noch nicht abschätzen. Aber bei vielen Forderungen wäre der Bund involviert. Die Aufnahme von Asylsuchenden koordiniert beispielsweise das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Anm. d. Red.). Wenn Sachsen-Anhalt sagen würde, wir möchten keine einzige Person mehr aufnehmen, dann könnte der Bund das dem Land aufzwingen.

Bornschein: Dafür gibt es für den Bund rechtliche Möglichkeiten, wie beispielsweise den Erlass von Verwaltungsvorschriften oder – im Extremfall – den Bundeszwang, der aber noch nie angewandt wurde. Dann bräuchte es aber einen entsprechenden politischen Willen aus Berlin. In anderen Fällen, etwa bei den Leistungseinschränkungen für Schutzsuchende, wären Personen ganz individuell betroffen. Die könnten den Rechtsweg beschreiten. Für die Gerichte stünde dann eine unfassbare Mehrbelastung an.

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24 Kommentare

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  • "Nein, sie müsste sich an diverse Vorgaben aus dem Bundesrecht, dem Verfassungsrecht und dem Europarecht halten. Eine Regierung darf nur so weit handeln, wie ihr das Recht das gestattet." - Gesetze können geändert werden. Und wenn die AfD eine Mehrheit im Bundestag erlangt, wird dies geschehen.

  • Solange sich viele WählerInnen durch die Parolen der AfD täuschen und locken lassen, indem sie Fakten ausblenden oder gar nicht erst zur Kenntnis nehmen, wird die AfD einen gewissen Erfolg haben.



    Aber der Rattenfänger von Hameln hatte ja auch Erfolg, indem er auf einfache Weise Neugier erregte, aber nur bei den Kindern Erfolg hatte, so dass diese ihm hinterherliefen.

    • @Aurego:

      Sie scheinen nicht die ganze Geschichte des Rattenfängers zu kennen. Der hat nämlich auf Einladung des Bürgermeisters von Hameln zuerst alle Ratten die in der Stadt überhand genommen hatten gefangen. Woraufhin sich der Stadtrat geweigert hat ihn wie vereinbart zu bezahlen. Und dann hat er als Rache die Kinder entführt. Er hatte also bei den Ratten als auch bei den Kindern Erfolg und die eigentlichen Schurken hier sind die Leute von der Stadtregierung. Was will es uns also sagen wenn Gegner der AfD diese als Rattenfänger bezeichnen? Dass die AfD von der Regierung betrogen worden ist, oder was?

      • @Gerald Müller:

        Es gibt viele Versionen der Rattenfängergeschichte. Wissenschaftlich erwiesen ist wohl, dass man mit Flöten keine Ratten anlockt. Dieser Teil der Geschichte ist wohl erst später hinzugedichtet worden und hat ihr den Namen gegeben.

      • @Gerald Müller:

        Sie könnten das auch auf die Ratten beziehen, die folgen seiner Pfeife völlig willenlos.

  • Aber werden sich diese Rechtsextremen von ihren Vorhaben wirklich dadurch abbringen lassen, dass diese rechtlich nicht zulässig sind? Welche Handhabe hat man wenn die Verwaltung, Richter, Landespolizei auf ihre Linie bringen und dann Urteile von BGH, EUGH, etc. schlicht ignorieren? Will man Bundespolizei oder gar Bundeswehr schicken die dann, - ggf. gegen die Kräfte der Landespolizei - Behörden und Ministerien übernehmen und die Rechtsstaatlichkeit wieder herstellen? Auch das rechtlich unzulässig. Selbst wenn man per Bundeszwang eine treuhänderische Übernahme von Exekutive und Legislative beschließen würde, wäre damit eben immer noch nicht sichergestellt, dass man das vor Ort auch durchsetzen kann.



    Wenn schon die derzeitige CDU-Regierung Urteile ignoriert (übrigens auf Landes- wie auf Bundesebene) wird es die AfD doch erst recht tun. Wie also kann man verhindern, dass sie Menschen einfach illegal die Staatsbürgerschaft entzieht und ohne Papiere in Drittstaaten deportiert? Wer erst einmal aus sämtlichen Registern gelöscht wurde dürfte es schwer haben im Konsulat seine rechtswidrig entzogene Staatsbürgerschaft zur Wiedereinreise nachzuweisen.

  • Kanzlerkandidat Habeck, im Wahkampf am 6.1.2025

    www.tagesspiegel.d...land-12964975.html



    „Wer hier nicht arbeitet, wird zurückkehren müssen“: Habeck macht Arbeit zur Bedingung für Verbleib von Syrern

    • @Martin Sauer:

      Worauf soll sich das Zitat in diesem Kontext beziehen? Und wenn schon Zitate, dann nicht nur die Artikelüberschrift.

      Das Habeck-Zitat vollständig:



      „Diejenigen, die hier nicht arbeiten, werden - wenn das Land sicher ist - wieder in die Sicherheit zurückkehren können oder auch müssen.“ Auch im gleichen Artikel: „Diejenigen, die hier arbeiten, die können wir gut gebrauchen“

      Wenn wir bei Zitaten sind:



      Nicht Habeck, sondern Merz:



      "...aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen..."







      Habeck möchte im Unterschied zur CDU den Arbeitenden wenigstens eine Bleibeperspektive liefern. Für Merz scheint nicht einmal das eine Rolle zu spielen.

      Die CDU war schon immer tendenziell bis offen rassistisch. In der Vor-Merkel-Zeit gab es CDU-Rhetorik a´la "Kinder statt Inder". Im damaligen Sprachgebrauch waren "Asylflut" und "Das Boot-ist-voll"-Variationen ganz normaler CDU-Sprech. Wie schon Franz Joseph Strauss sagte: "Rechts der Union darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben!"







      CDU + Springer waren geistige Wegbereiter für die AFD!

      • @Sisone:

        Mach Dir nicht die Mühe, auf GRÜNE-Hasser mit logischen oder fairen Argumenten zu reagieren. Es war und ist immer noch "in" dieses Bashing zu betreiben und es wird ähnlich wie die Übernahme des Duktus der AgD gerne auch von (sich christlich nennenden) Protagonisten vorgemacht.

        • @Perkele:

          "...Mach Dir nicht die Mühe..."







          Ich kann nicht anders (und wenn ich mir Deine Kommentare ansehe, Du auch nicht wirklich :-) ).







          Wenn selbst in der taz solcher Unfug unkommentiert stehen bleibt, besteht die Gefahr, dass der nächste Leser das bewusst oder unterbewusst für bare Münze nimmt.







          Habeck weiß nicht, was Insolvenz ist; Baerbock denkt, dass Strom in Stromkabeln gespeichert wird; die CDU und nicht die Grünen haben den Atomausstieg erreicht; die Grünen wollen Fleisch, Haustiere, Eigenheime, Weihnachtsbäume, Autos in Innenstädten und was weiß ich nicht alles verbieten. Jetzt habe Habeck noch die Syrer rausschmeißen wollen.







          Wäre lustig, wenn manche Leute das nicht wirklich ernst meinen würden.

          • @Sisone:

            Ja, leider.... :-((

  • Dass das Programm der AfD in der Umsetzung zu Rechtsbrüchen führt ist ja nichts Neues.



    Wenn sich aber bereits eine Union über rechtliche Vorgaben hinwegsetzt (Leistungsstreichungen) zeigt das am Ende, das mal wieder Politik Jura schlägt.



    Man darf nicht vergessen: die Weimarer Republik ist nicht an rechtlichen Vorgaben der Verfassung, sondern an deren mangelnden Umsetzung durch die handelnden Politiker gescheitert.



    Dass Jura die AfD in Schach hält würde ich nur beim Verbotsverfahren glauben, dass aber leider durch politische Dummheit der Union so schnell nicht kommen wird.

    • @FtznFrtz:

      Wollen Sie ernsthaft die Weimarer Republik mit der Bundesrepublik Deutschland vergleichen?

      • @Wolferich:

        Natürlich, es wäre fahrlässig so zu tun als wäre der Umsturz heute nicht mehr möglich.

    • @FtznFrtz:

      Was mer ned unterschätzen sollte, daß es legitimierte Ausgrenzung und Diskriminierung gibt, was dem Pöbel gefällt, und die AfD genau den Acker bespielt. Hinzu kommt, daß "hier im Osten" vermutlich genauso wie in Ungarn der Mythos existiert, daß mer die DDR quasi alleine weggeputzt hat und wenn mer zu jung dafür ist, es theoretisch gemacht hätte. Und des kammer halt auch nochmal und nochmal, also so einen Staat umpochen.

      • @Hugo:

        Natürlich, die AfD ist ein Symptom für tief in der Bevölkerung sitzende Ressentiments.



        Die Idee einer Demokratie muss sein: mitmachen, debattieren, streiten, dicke Bretter bohren, langen Atem haben. Wenn man alles umschmeissen will muss man was Besseres in der Schublade haben. Hat das die AfD? Wohl kaum.

  • Das ganze Parteiprogramn der AgD ist ein ziemlicher Quatsch zumal sich ein Großteil ja gegen die "normalen" Bürger und gegen eine funktionierende Wirtschaft richtet und nur Superreichen und einer rechtsradikalen Klientel nützt, wobei letzteres eher fragwürdig ist, denn es würde unser Land in ein entvölkertes, rückschrittliches, klandestin beherrschtes Drecksloch unter Russlands Hegemonie verwandeln. Der "Vordenker" und Faschist Höcke faselt ja ohnehin ständig von einem Untergang Deutschlands und daran arbeitet die AgD.



    Leider scheint das die Wähler entweder nicht zu interessieren oder sie haben einfach Lust auf ein bischen Untergang und Chaos.

    • @Axel Schäfer:

      Auf Spiegel online gab es einen guten Artikel dazu.



      "Sie müssen einfach nur da stehen".



      Die Leute kommen einfach so an den Wahlstand der AfD und



      heulen sich aus. Und die AfDler müssen nur wohlwollend nicken. Kritisch nachgefragt wird da nichts.



      Ich habe eher den Eindruck das die meisten nicht wirklich begreifen was passiert wenn die AfD an die Macht kommt.

  • Gut angefangen und dann stark nachgelassen und dann wieder besser geworden.

    Gut war die Sache mit den Flüchtlingsklasse und dem Pseudo-ICE, schwach wurde es dann als Remigration interpretiert wurde und zwar wurde da der eigene Anspruch : aus juristischer Perspektive geprüft, verletzt.



    Gut waren wieder die Erklärungen über die Möglichkeiten des Bundes über das Land.



    Also alles im allem, Mittelprächtig.

    • @Donni:

      Warum war der Mittelteil entgegen der eigenen Ansprüche?



      Remigration hat nun mal zwei verschiedene Kontexte bei der AfD.



      Einmal die nach vorne gehaltene kleine Version (Nur Menschen ohne Aufenthaltstatus und Freiwillige): Freiwillige: immer legal, Abschiebungen in vielen Einzelfällen nicht legal.



      Dann gibt es noch den Kontext der Remigration, der mit der Zahl "millionenfach" mitgeliefert wird. Da wird es dann eindeutig illegal.



      Und da ist nichts reininterpretiert. Millionenfach abschieben geht einfach nicht auf legalem Weg. Freiwillige Ausreise zu fördern ginge, wäre aber eindeutig keine Abschiebung. Und legale Abschiebungen gehen eindeutig nicht in die Millionen.



      Ganz ohne die Vor- und Nachteile oder ethischen Bedenken dieser Ideen zu sinnieren kommt man hier zum Schluss: Wählerverarsche vom Feinsten.

  • Es ist absolut Usus in Deutschland dass in Landtagswahlkämpfen Parteien Positionen vertreten die außerhalb der direkten Kompetenz der Landesebene liegt.

    Sonst wäre in Landtagswahlen der exekutive Teil der Inneren Sicherheit (Polizei) und Bildungspolitik extrem prominent. Das sind die Hauptfelder der Landesebene.

    Das betrifft alle Parteien.

    Daher ist es zwar ein interessantes Gedankenexperiment was die beiden gemacht haben, aber hat auch was unehrliches inne.

    Was angemerkt werden muss ist dass mit dem Bundesrat die Landesebene ein Mitwirkungsrecht besteht und das politisch so Forderungen normalisiert werden, welche dann irgendwann auf der Ebene durchgesetzt werden.

    PS: Mein Kommentar bezieht sich wie die Interviewten nicht auf die inhaltliche Einschätzung der AfD Forderungen

  • Die AFD wird in den Graubereichen Fakten schaffen und anschließend die Gerichtsverfahren öffentlichkeitdwirksam nutzen.

  • "Wir finden: Das täuscht die Wähler:innen."



    Ich finde, dass das der Kernsatz des gesamten AfD Dilemmas ist, nur andersrum: Das nämlich viele, um nicht zu sagen, nahezu alle Wähler, genau das von den in den letzten 20 Jahren regierenden Parteien denken. Vuel versprechen, aber wenig halten. Von Sondervermögen, das keine Schulden sein sollen, inkl. damals grenzwertiger Grundgesetzänderung kurz vor der Bundestagswahl bis zu kaputter Infrastruktur, Kindergärten, Rente....



    Und alles und keinesfalls beim Namen genannt werden darf... sonst ist man der 'alles schlecht- Reder'.



    Es ist doch genau andersrum: Wir brauchen mehr thematische Widerrede, mehr Kontroverse und insbesondere auch Entscheidungen die allen wehtun müssen, um die AfD klein zu kriegen.



    Und kein wattegepacktes Weiterso und misstrauende Rot-Grün-gelbe oder unzufriedene Schwarz-rote Minimalkonsenskoalitionen die sich nix trauen.

    • @Tom Farmer:

      Da ist etwas dran. Wenn Protestwähler auf eine Sache keine Lust mehr haben, dann die Begründung, warum aus juristischen Gründen etwas nicht geht. Dann wird eben so lange Protest gewählt, bis die notwendigen Mehrheiten vorhanden sind, damit die Rechtslage geändert werden kann. In dem Sinne ist der Artikel deutlich am Thema vorbei.