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Niederlagenserie der AfD im OstenSie ist besiegbar

Die AfD stellt sich als unbesiegbar dar, besonders im Osten. Doch Kommunalwahlen verliert sie reihenweise. Was sich daraus lernen lässt.

Angesichts ihrer hohen Umfragewerte freute sich die AfD auf eine „blaue Welle“ bei den Kommunalwahlen – und ihre Gegner fürchten einen „braunen Domino-Effekt“. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Ein Automatismus ist der blaue Durchmarsch in den Kommunen keineswegs – im Gegenteil. In diesem Frühjahr häuften sich die Meldungen über Stichwahlen in ostdeutschen Städten und Landkreisen, bei denen die AfD am Ende keinen Sieg davontragen konnte.

Dann hagelte es Niederlagen: Wismar, Schwerin, Ueckermünde, Anklam – die rechtsextreme Partei verlor bis Juni alle Bürgermeister- und Landratswahlen in diesem Jahr in dem ostdeutschen Küstenland. Auch in den anderen Ostbundesländern, in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen, trat die AfD in diesem Jahr zu Wahlen für Bürgermeister- und Landratsposten an. Gewinnen konnten AfD-Kandidaten nur sehr selten.

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Eine taz-Recherche zeigt, warum. Wurde es bei Abstimmungen über Bürgermeister oder Landräte konkret, entschieden sich die Wählenden für Erfahrung und Kompetenz statt für die Neulinge der AfD. Gewählt wurden dann die demokratischen Amts­in­ha­be­r*in­nen oder Kandidierende, die Verwaltungserfahrung haben oder aus dem örtlichen Wirtschafts- und Vereinsleben bekannt waren. Viele der AfD-Kandidierenden waren dagegen lokal wenig vernetzt, politisch relativ unerfahren, einige mit dubioser Vergangenheit. Ein weiterer Faktor: Kam es zu Stichwahlen, unterstützten Kandidierende, die im ersten Wahlgang unterlagen, oft ihre demokratischen Konkurrenten – die AfD aber erhielt offene Wahlempfehlungen nicht.

Die kommunale Niederlagenserie der rechtsextremen Partei scheint überraschend, widerspricht sie doch einigen Trends. Bei den jüngsten Landtags- und Bundestagswahlen wurde die AfD in den meisten ostdeutschen Wahlkreisen stärkste Kraft. In vielen Gemeinde- und Stadträten im Osten stellt sie mittlerweile die größten Fraktionen. Und gerade erst erreichte die AfD in Sachsen-Anhalt in einer Umfrage einen Rekordwert, 41 Prozent.Doch die Mehrheit lehnt die AfD weiter ab.

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Eine Garantie, dass die Niederlagenserie der AfD anhält, gibt es auch nicht. Doch auch wenn die AfD gern anderes behauptet, zeigt die taz-Auswertung: Sie ist besiegbar. Diese Erkenntnis macht vor allem der Zivilgesellschaft vor Ort Hoffnung. Hört man sich um unter jenen, die sich in Ostdeutschland in den Parlamenten, Jugendklubs, auf der Straße oder in der Kulturszene für die Demokratie engagieren, dann sind es vor allem diese Kommunalwahlergebnisse, die ihnen jetzt Mut machen. Neue Bündnisse entstünden, heißt es da, um sie bei den Landtagswahlen vielleicht doch noch zu stoppen, die „blaue Welle“.

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56 Kommentare

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  • Es gibt Ergebnisse, die Hoffnung machen – wo die AfD schon im ersten Wahlgang raus war oder die Stichwahl gar nicht erst erreichte. Aber sich darüber zu freuen, dass die AfD eine Stichwahl „nur" mit 48,5 % verloren hat, hat den Touch von Realitätsverleugnung oder verzweifelter Selbstvergewisserung, weil man sonst nichts mehr hat.



    Es ist erschreckend, welchen Kurs das nimmt. Es zeigt aber auch, wie verzweifelt die Mittelschicht ist. Ich schreibe aus dem Westen, studierte Chemikerin, verheiratet mit dem Inhaber eines (noch) funktionierenden Handwerksbetriebs. Mein Umfeld: Ausser meinen Arbeitskollegen und ehemaligen Kommilitonen meist Handwerker und Angestellte, viele wie wir mit Kindern. Und man spürt, welche Wut sich über die REALEN Missstände angestaut hat – und wie das aus dem Berliner Elfenbeinturm ignoriert wird.



    Wir können froh sein, dass die AfD Höcke und Co. hat. Für viele sind diese Typen der letzte Grund, KEINESFALLS aus Protest AfD zu wählen. Auch wenn manche, die vor zwei, drei Jahren noch „niemals" sagten, heute finden: Das müsse man doch mal machen, damit Berlin endlich wach wird. Darunter auch ehemalige Grüne und WASGler (Austritt bei Fusion mit PDS damals)

    • @ChrissieS82:

      Vielleicht stehe ich mit meiner Meinung selbst hier mit einer absoluten Minderheitenposition da. Mein Post bezieht sich jedenfalls nicht bloß auf Ihren, sondern noch auf so einige andere Kommentare hier.



      Wenn Sie schreiben, viele Wähler wären von der ‚etablierten‘ Politik desillusioniert und selbst diejenigen, die noch vor einigen Jahren niemals in Erwägung gezogen hätten, AfD zu wählen, würden dies jetzt tun - und dabei schreiben Sie ja noch aus der westdeutschen Perspektive, um wieviel größer muss der Frust dann erst im Osten sitzen -, so ist das sicherlich eine realistische Zustandsbeschreibung, die ich überhaupt nicht in Frage stelle.



      Aber: dennoch halte ich solche Positionen für ein regressives und damit gefährliches Politikverständnis. Damit entmündigen sich die Wähler nur selber und das sage ich auch denjenigen, die so denken wie die in Ihrem Bekanntenkreis.



      In früheren Zeiten ‚dienten‘ Parteien einmal der politischen Willensbildung in der Bevölkerung. DAS wäre ihre Aufgabe und nicht, in populistischer Manier einer nach rechts radikalisierten Mitte hinterherzulaufen, wie dies heute Politiker vom Schlags eines Söder tun. DIE nämlich gefährden unsere Demokratie am meisten.

      • @Abdurchdiemitte:

        Wie bereits von mir angedeutet, ist zumindest ein Teil der genannten Personen in der Vergangenheit durchaus selbst parteipolitisch aktiv gewesen. Nicht so sehr meine Generation – obwohl es da auch einige gibt –, aber bei der Generation, die ein paar Jahre älter ist, ist der Anteil doch erstaunlich hoch.

        Teilweise sind sie auch noch aktiv, dann eher in SPD und CDU, wobei auch da die Beteiligung nur noch aufgrund der Regionalpolitik besteht. Mit der Bundespolitik können viele nicht mehr viel anfangen. Und das, obwohl ich aus der Heimatstadt beziehungsweise dem Wahlkreis eines ehemaligen Gesundheitsministers schreibe – dem mit den Maskendeals. Mein Mann war zu der Zeit auf derselben Schule.

        Und wer weiß, was Mitte 2024 hier los war, weiß auch, warum sich einige ehemals eher linke Eltern plötzlich politisch sehr anders orientieren.

        Das Traurige ist: Die Probleme sind real und ernst, aber es waren 20 bis 30 Personen, also eine kleine Minderheit. Aber die hat es kippen lassen.



        Nur: Wenn die eigenen Kinder und Enkel betroffen sind, ist es egal, ob es eine Minderheit ist. Man will es einfach nur zuverlässig gelöst haben.

      • @Abdurchdiemitte:

        Es gibt halt nicht "DEN" Afd Wähler. Die haben ein Kernklientel, dass die aus Überzeugung wählt und an das man auch nicht rankommen wird. Die haben früher NPD oder dergleichen gewählt, gabs schon immer. Aber 50% haben damals wo anders ihr Kreuz gemacht, oft jahrzehntelang.



        Und was den "unmündigen" Bürger angeht: Hier wird völlig überschätzt, wieviele Menschen sich tiefgründig mit Politik beschäftigen. Die allermeisten Menschen lesen keine Wahlprogramme, haben keine tiefe politische Überzeugung. Die haben ihre ureigenen Probleme und wollen schlicht, dass es für sie selbst besser wird. Und an einem Punkt, wo zig Jahre GroKo, Ampel Chaos und Jetzt wieder GroKo es nicht schaffen, das Land zu reformieren, die Wirtschaft anzukurbeln, die Preise zu senken und nebenbei das Bild einer abgehobenen, um sich selbst kreisenden Politblase abgeben, haben Populisten leichtes Spiel. Die müsen gar nicht viel mehr bieten außer Kontra.



        Und dass die Linke bei der letzten BTW erstaunlich gut abgeschnitten hat, liegt auch nicht nur daran, dass sie aus reiner Überzeugung gewählt wurde. Vor 20 Jahren war das im Osten Protestpartei Nummer 1. Warum sie das heute nicht mehr ist, hat auch Gründe.

  • So mega goil, die Schweizer scheinen sich bei der Volksabstimmung, Stand heute Sonntag 14.06.2026 - 16. 40 h , vernünftiger, humanistischer Weise, gegen eine Einwanderungsobergrenze für die Schweiz ausgesprochen zu haben.

    BRAVO IHR SCHWEIZER DEMOKRATEN !

    Tja, gibt schon gaaaaz laaange Visagen bei den AfD lern, wenn man sich die Kommentare bei Welt reinzieht- eine wahre Freude - HA HA - HI HI 😂

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ich freue mich, dass Sie in dem katastrophalen Ergebnis von fast der Hälfte der Schweizer da die Demokratie sprießen sehen können. Ihren Optimismus möchte ich gern haben

    • @Alex_der_Wunderer:

      Das sogenannte «Ständemehr» hat die Initiative aber gepackt - von daher: "Die Schweiz" hat gar nichts außer gezeigt, dass der Riß nicht mehr eindeutig durch den Röstigraben verläuft...

    • @Alex_der_Wunderer:

      Da hat man in der Schweiz wohl eher an sich selbst gedacht als an die armen Flüchtlinge. Gegebenenfalls hätte die Schweiz nämlich das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union kündigen müssen - was weitreichende Folgen gehabt hätte für die engen Beziehungen des Nicht-EU-Mitglieds Schweiz zu ihrem wichtigsten Handelspartner.

  • Union und SPD möchten dem Vertrauensverlust aus ihrer ureigenen Perspektive begegnen. Die Arroganz ist kaum zu überbieten. Statt einmal zu hinterfragen, beim Bürger, was zu diesem Verlust führte, entwickelt man Theorien, die natürlich getragen sind von den eigenen Ansichten, Bedürfnissen und Zielen.

    Vielleicht begreifen die Parteien irgendwann, dass der Vertrauensverlust beim Wähler durch den Bedeutungsverlust desselbigen beim Politiker ursächlich zu suchen ist.

    • @Bernhard Dresbach:

      „Statt einmal zu hinterfragen, beim Bürger. was zu einem Verlust führte, entwickelt man Theorien, die natürlich getragen sind von den eigenen Ansichten, Bedürfnissen und Zielen.“



      Hier liegt auch nach meiner Meinung die Crux des Problems, das ich allerdings aus einer etwas anderen Perspektive als Sie betrachte.



      Haben politische Parteien in einem demokratischen System nicht die Aufgabe, die Meinungsbildung in der Bevölkerung voranzutreiben und für ihre jeweils eigenen Überzeugungen zu werben und einzustehen? Jedenfalls entspricht das meinem Verständnis von politischem Pluralismus. Und ist nicht zu verwechseln mit dem blanken Populismus, mit dem sich zumindest einige Unionspolitiker der AfD andienen. Zur Glaubwürdigkeit gehört nämlich auch, eindeutig Farbe zu bekennen, sich scharf von verfassungsfeindlichen Positionen abzugrenzen und hinsichtlich der AfD Ross und Reiter beim Namen zu nennen. Zumindest in der CDU in Schleswig-Holstein und in NRW scheint man das erkannt zu haben. In Ostdeutschland … da bin ich mir nicht sicher.



      Dass es sich auszahlt, sich einem völkisch-rechtsextremistischen Verfassungsverständnis entgegenzustellen, haben doch jüngst die Schweizer bewiesen.

  • Natürlich ist die AfD besiegbar. Wenn sich allerdings alle etablierten Parteien - allen voran die CDU und SPD - so blöd anstellen wie momentan, dann wird das nichts.

    • @Shane:

      Ich kann es seit Jahren nicht erwarten, dass der AFD-Zuspruch geringer wird. Mir wurde ja inhaltliches Stellen, Halbieren, Verbotsverfahren etc. zugesagt. Endergebnis: von 0 auf 28 Prozent. Besiegbarkeit sieht - meines Erachtens- anders aus.

  • Je näher das Ergebnis an einem dran ist, desto eher wird auf die Kompetenz geschaut statt aufs Parteibuch. Das ist nichts neues. Mag einem egal sein, wer da im Europaparlament nix tut - wenn man im eigenen Ort den Dorftrottel zu Bürgermeister macht kann sich jeder ausrechnen was bei rauskommt.

  • Der Osten ist eine der un-religiösesten Regionen der Welt.

    Stellt der AfD die Gott-Frage. Verneint sie verliert sie MAGA Support, bejaht sie verliert sie Ihre Wähler.

    • @Sam W:

      So einfach ist das nicht. MAGA und die Wähler wollen den radikalen Kurs. Götter sind dabei egal.

  • Diese Partei ist Feind der Verfassung ! Das wird zZt zwar nicht so betont, aber daran hat sich nichts geändert. Auf lokaler Ebene fällt das nicht so schnell auf. Wo bleiben die Initiativen für ein Verbot dieser Partei?

  • Friedrich Merz fährt in der Bundespolitik einen Kurs, der sich wie ein Aufbauprogramm für die AfD anfühlt.



    Das ist in den Städten, Landkreisen und Dörfern nicht mehr konkret nachvollziehbar, wenn eine Wahl ansteht und die Wähler sich die Kandidaten anschauen.



    Dann werden viele (wieder) rational, schließlich geht es ja auch um einige Dinge, manchmal sind die Wähler sogar direkt von Entwicklungen betroffen und schauen umso genauer hin.



    Die AfD lässt sich sehr gut schlagen.



    Mal alleine das:



    - Wer will aus der EU austreten? (Siehe Brexit)



    - Wer will aus dem EURO aussteigen und in eine DM einsteigen?



    - Wer will statt der NATO einen Nicht-Angriffspakt mit Russland?



    - Wer will länger arbeiten, weil so viele Migranten aus Deutschland entfernt werden?



    - Wer will Sozialleistungen nach rassischen Definitionen haben, also Hilfe für Menschen, die Hilfe nicht benötigen und keine Hilfe für HIlfebedürftige.



    = Die AfD ist ein geradezu idiotischer Haufen, aber sie haben eine Unterwanderung durch Rechtsextremisten und Neonazis, die dort immer mehr die Macht bekommen. Diese Menschen reden vom Tag X. Wenn also auch die AfD Wahlen verliert, ist das Problem absolut nicht gelöst ...

  • Die AfD punktet selten mit ihrem Personal, wirken Figuren wie Weidel, Chrupalla oder Höcke kompetent und/oder sympathisch? Mitnichten.

    Der Bürgermeister oder Landrat auf der kommunalen Ebene ist der Schorsch oder Karl-Heinz, mit dem man schon in der Schule war und zusammen in der freiwilligen Feuerwehr ist. Da ist es fast wurscht, zu welcher Partei der- oder diejenige gehört. Zumal der politische Gestaltungsspielraum eher gering ist.

    Ab der Landesebene könnte die AfD auch Bürostühle und rostige Bolzen als Kandidaten aufstellen, wie werden trotzdem gewählt. Warum: weil leider ein gerütteltes Maß der Leute den ganzen Laden in die Luft jagen wollen, also Abschaffung der liberalen Demokratie. Die AfD verspricht Zerstörung, die lächerlichen "Lösungsvorschläge" sind nicht der Rede wert. Genau das wollen ihre Wähler, offenbar mittlerweile bis weit in die die bürgerliche Mitte hinein, bei Umfragen um die 40%.



    Dei AfD ist ein Symptom für den tiefen Vertrauensverlust in die Demokratie insgesamt, was die Sache so gefährlich macht. Da geht es nicht um Protestwahl oder Politikverdruss, es geht deutlich weiter.



    Es wird lange dauern, dass zu reparieren.

  • Um mal beim Fußball zu bleiben: Es bedeutet nichts, die AfD in einem k.o.-Spiel zu besiegen. Da hat sie ihre 40+ % und ist als zweiter Sieger draußen. Aber gut, man kann sich auch über kleine Dinge freuen.

    Aber eine Stichwahl ändert überhaupt nichts daran, daß die Partei bei allen Wahlen, in denen es nach dem Stimmenverhältnis geht, 30-42% holt. Je nach Konstellation können 42% schon für eine absolute Mehrheit reichen. Sich da zurückzulehnen und über verlorene Stichwahlen zu freuen - ernsthaft?

    • @Debaser:

      Wom Zurücklehnen hat überhaupt niemand gesprochen. Bislang wurde eher permanente die braune Apocalypse beschworen. Und das lähmt ganz offensichtlich die demokratischen Kräfte, die zum Teil wie kopflose Hühner agieren. Die AfD geht nicht weg, weil man unablässig vor ihr warnt, sich ständig an ihrer Politik orientiert oder drauf hofft, dass sie irgendwann mal jemand verbietet. Sie verliert, wenn die anderen überzeugen.



      Dass sie von einem Teil ihrer Wähler nur aus Protest gewählt wird und im Ernstfall dann doch das Kreuz wo anders gemacht wird, zeigen die Stichwahlergebnisse doch ganz deutlich.

    • @Debaser:

      Theoretischer, aber auch nicht ganz ausgeschlossener Extremfall in S.-A.: Grüne, FDP, BSW und SPD bleiben mit zusammen 19% unter der 5%-Hürde (die SPD liegt z.Z. bei 6%). Dazu 8% sonstige Parteien. Damit reichen schon weniger als 37% für eine absolute Mehrheit.



      Zur Zeit wird die AfD mit 42% taxiert. Eine blaue Landesregierung ist also gar nicht so unwahrscheinlich.

  • Im Artikel sind ja die Gründe beschrieben, die zu den AfD Niederlagen bei Kommunalwahlen geführt haben. Allerdings liegen diese in der Spezifik von Kommunalwahlen.

    So gut diese Niederlagen auch sind. Für die größeren Entscheidungen gelten die Ergebnisse von Landtags- und Bundestagswahlen. Und dort werden Parteien gewählt. Und es reichen weniger als 50% für die absolute Mehrheit.

    Wenn sich die demokratischen Parteien also nicht endlich zusammenreißen und anfangen, eine Politik zu machen, die das Leben der Bürgerinnen und Bürger des Landes nicht schlechter macht, dann nützen die begrüßenswerten Erfolge bei Kommunalwahlen nichts.

    Optimistisch bin ich nicht. Die Regierung spricht fast nur noch darüber, wie sie der Bevölkerung Dinge wegnehmen kann. Nur für Rüstung ist Geld da...

  • Wenn alle Parteien zusammengehen müssen, um die afd zu verhindern, ist das keine Lösung. Es stellt sich die Frage, wieso Linksparteiwähler dann cdu Politik (oder andersrum) mit wählen sollten und von der eigenen Politik quasi nicht in der Regierung wiederfinden werden.



    So etwas ist wirklich die letzte Patrone, aber keineswegs eine Lösung.

  • Bin vermutlich etwas naiv - aber da hilft nur eines: In Sachen-Anhalt wählen alle, die nicht wollen, dass die AfD an die Macht kommt, die CDU. Und in Mecklenburg-Vorpommern die CDU und SPD.



    Die AfD darf auf k e i n e n Fall an die Macht kommen. Deren "Führung"skräfte sind voller Hass gegen weite Teile der Bevölkerung. In diesem Land haben mehr als 20% einen Migrationshintergrund - und die gilt es zu schützen!!!

    • @Il_Leopardo:

      Wie sollte man denn die Einstellung von Merz, Reiche u. a. hinsichtlich weiter Teile der Bevölkerung bewerten? Und ich meine damit nicht, dass ich sie für Hass halte, allerdings nicht weniger schädlich.

    • @Il_Leopardo:

      Auch diese Mehr-als-20% wählen leider gern die AfD; insbesondere dann, wenn ihre Wurzeln in der UdSSR geblieben sind…



      Ihre Zahl ist groß genug, dass sie sich selbst „schützen“ könnten, nur wollen sie es offenbar nicht und wünschen sich — gemeinsam mit viel zu vielen der knapp 16 Millionen Wirtschaftsflüchtlingen von 1988/90 — ein Regime, unter dem sie sich wieder ducken können. Demokratie kann mühsam sein, Diktatur scheint einfacher.

      • @Holger Zorn:

        Nach 3 1/2 Jahrzehnten gibt es dort zwar eine neue Generation - aber die "Sehnsucht nach einer Diktatur" haben ihnen wohl die Eltern vererbt. Die russische Besetzung wird heutzutage oft genug verklärt.

    • @Il_Leopardo:

      Schaut man sich die CDU unter Merz an, so ist das AfD light. Soll man das wirklich wählen? Zumal die "bürgerlichen" schon mal Nazis an die Macht gehievt haben...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Generell teile ich Ihre Sorge. Mein Gedanke war, dass meine Lösung besser ist als ein wackeliges Bündnis aller demokratischen Parteien oder eine Minderheitsregierung.

  • Neulich hat das ein Wahlforscher, ich glaube in der 'Die Welt' erklärt: Theoretisch sind für die AfD Anteile bis knapp 40% möglich. Ca. 60% der Wähler würden niemals AfD wählen, da die deren Programm und Habitus vollständig ablehnen.



    Die Gefahr ist letztlich inhaltlich -politisch: Sollen und müssen sich immer die letzten 60% zusammentun um die AfD zu verhindern. Was bedeutet das für demokratische Meinungsfindung sich widerstrebend zusammenzuraffen. Was passiert, wenn sich Parteien weiter aufsplittern, an der 5% Hürde scheitern und dadurch doch die AfD die Regierung stellt?

    • @Tom Farmer:

      Steile These des Wahlforschers. Es gibt bei einigen nicht so etwas wie ein "nie", es gibt eine Unschärfe. Ich denke nicht, dass es bei den 60% keine Grauzone geben kann.

      Aber wichtiger ist folgender Punkt, den der Wahlforscher - oder sie bei der Bezugnahme Bezugnahme auf diesen - übersieht:



      Das mit den 60% Ablehnung, wenn dem so sein sollte (nicht klar!), sind noch nicht 60% Gegenstimmen an der Urne. Da kommt es auf die Wahlbeteiligung d.h. die Mobilisierung der beiden definierten Gruppen - AFD Gegner und AFD Wähler - an. Wenn die AFD Wähler stärker mobilisiert werden als die Gegner, sind für die AFD höhere Werte als 40% der Stimmen möglich.

      Das problem ist noch größer: Ich weiß auch überhaupt nicht, was so eine These politisch bedeutet bzw. bewirken soll. Soll die beruhigen? Soll die sogar stilllegen? Ich fürchte, dass so eine Strategie ein Erfolgsrezept ist!

    • @Tom Farmer:

      Die LINKE scheint ja in Thüringen, Sachen und Sachsen-Anhalt ziemlich sicher über die 5%-Hürde zu kommen, die FDP wohl ziemlich sicher nicht. Auf der Kippe stehen die Grünen, so dass jede Stimme für die GRÜNEN auch eine gegen die AFD ist, wenn man "taktisch" wählen will.







      Fallen neben der FDP (rund 4%), den "Sonstigen" (rund 8%) auch noch die GRÜNEN raus (rund 4%), werden nur noch 84% Prozent der Stimmen in Parlamentssitze umgewandelt und dann sind 42,1% schon die absolute Mehrheit. Und in den drei Ländern steht selbst die SPD nur bei 6% in den Umfragen.







      Ja, die AFD ist (noch) besiegbar, aber es kann auch ganz schnell in die Hose gehen.







      Und selbst wenn die AFD in den kommenden Landtagswahlen im Osten "besiegt" wird (kann man das überhaupt so sagen, wenn sie mit Abstand die meisten Stimmen erhält?) - wie soll dann eine "demokratische Koalition" aussehen, wenn die CDU ihre Brandmauer zur LINKEN aufrechthält? Minderheitsregierung aus CDU/SPD/GRÜNEN? Das wäre wohl entweder schon in der Legislaturperiode zum Scheitern verurteilt mangels Durchsetzungsfähigkeit, spätestens aber bei den nächsten Wahlen, weil die Wähler sich verarscht fühlen müssen.

      • @Sisone:

        Selbst wenn Linke und CDU bereit wären zusammenzuarbeiten, wie soll hier bitte die Politik aussehen?



        Die Linke wird trotz Koalition mit Sicherheit nicht einem CDU Projekt zustimmen, was entgegen dem Ziel der Linke steht. Umgekehrt genauso.



        Problem nur beide Parteien stehen sich in extrem vielen Punkten gegenüber.



        Die Aufhebung des Unvereinbarkeitsbeschlusses der CDU ändert doch nichts daran, dass die beiden Parteien nicht zusammen Politik machen können.

        Und wenn man alle Parteien braucht gegen die AfD, dann sind alle Parteien ohnehin eine einzige Partei. Dann heißt es AFD gegen Demokraten ähnlich Republikaner gegen Demokraten.

        CDU, FDP, Grüne, SPD, Linke wären dann nur noch Flügel einer einzelnen Partei ähnlich den Seniorengruppen, Jugendgruppen oder Realos, Fundis, Seeheimer etc..

        Das kann nicht funktionieren und gut ausgehen…

      • @Sisone:

        "wenn die CDU ihre Brandmauer zur LINKEN aufrechthält"

        Wenn die Brandmauer zur Linken fällt, muss die CDU bei den übernächsten Wahlen gar nicht mehr antreten.

        • @migra:

          Ich glaube auch, dass das nicht geht. Das widerspricht dem Selbstverständnis der CDU hierzulande.

  • Die AfD ist so lange besiegbar wie sich die etablierten Parteien um ihre Wähler:innen und Konzepte kümmern. Es braucht ein Engagement in der Breite und ein klares Programm und Profil. Sowie auch konkrete Punkte den ÖPNV zu verbessern. Des Weiteren müssen die Bürger das Gefühl haben, vor Ort gehört und gesehen zu werden, dass die Politiker im Kommunalen auch ansprechbar sind und Präsenz zeigen. Ansonsten überlässt man das Feld der AfD. Gerade da, wo progressive und geförderte Konzepte fehlen.

  • Oberbürgermeisterwahl in Görlitz:

    Wahlbeteiligung 56,8 Prozent, davon:



    CDU 55,8



    AfD 44,2

    Schade eigentlich, denn die Neue Linke hatte in den 1960ern und 70ern viele gute Ideen. Irgendwas scheint den Leuten nicht zu gefallen.

    • @Kommen Tier:

      Bei der Wahlbeteiligung sind die Leute wohl so zufrieden, dass es sich nicht lohnt, zur Wahl zu gehen.

      • @Erfahrungssammler:

        Vielen Leuten ist eben egal, wer bestenfalls Symbolpolitik für ihre Interessen macht...

      • @Erfahrungssammler:

        Hab ich auch bei uns, Leipziger Gegend, mit der „Bürgerinitiative Gegenwind" erlebt, die ja auch irgendwie von der AfD gesteuert ist.



        Beim Bürgerentscheid 47% Wahlbeteiligung von ca. 7400 Wahlberechtigten. Traurig, scheint den meisten an Allerwertesten vorbei zu gehen, genau wie die Politik, die gemacht wird.

        • @Thomas Böttcher:

          Ist das jetzt ein guten oder schlechtes Zeichen?



          Wohlstand im Überfluss oder Resignation?

          Oder kann es sein, dass EIN Symptom für ZWEI komplett gegensätzliche Kriterien steht?

  • Natürlich ist die AfD (noch) besiegbar - die Frage ist nur, zu welchem Preis.

  • Da freuen wir uns aber ganz dolle, öffnen den Schampus und lehnen uns entspannt zurück - die Blaue Gefahr ist zurückgedreht!

    Und nach den Landtagswahlen ist dann das Geschrei groß, da geht es halt nicht mehr alle gegen einen sondern jeder kämpft für sich alleine. Und wenn das BSW noch mit der Afd stimmt, wird es ganz bitter.



    Jetzt heist es nicht feiern - sondern kämpfen, an der Haustür klingeln und die Wähler zu überzeugen.



    Und wer das nicht glaubt, wird im Herbst sein blaues Wunder erleben.

    • @Bernd Simon:

      Das wird im Herbst auf jeden Fall spannend. Wenn die Ergebnisse sich nicht ganz gravierend von den Umfragen unterscheiden, hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera. Eine Zusammenarbeit mit der AfD, oder eine Koalition, die inhaltlich so verschieden ist, dass sie eigentlich keine Politik gestalten kann, weil sie sich selbst blockiert.

      • @Markus Schäfer:

        "...oder eine Koalition, die inhaltlich so verschieden ist..."

        Damit das überhaupt möglich ist, müssten sich die CDU und die LINKE zusammenraufen. Höre jetzt schon Söder reingrätschen, dass man "mit diesen linken Spinnern niemals..." usw.







        Dagegen waren die Ampel-Gegensätze zwischen gelb und grün gar nichts, das kann nicht funktionieren.







        Naja, jedes Bundesland bekommt die Regierung, die sie sich selbst gewählt hat. Und wenn die Sachsen und Co. gerne Homeschooling, Identitätskultur, Abwanderung von Fachkräften, ideologische Lehrpläne und ein "Niederreißen der Windmühlen der Schande wollen", dann müssen wir das wohl irgendwie hinnehmen.

        • @Sisone:

          „Damit das überhaupt möglich ist, müssten sich CDU und die LINKE zusammenraufen.“



          Und damit das überhaupt erst möglich ist, müssten die Umfragewerte der Union noch weiter sinken. Oder die der Linkspartei steigen.



          Am besten aber wäre, es gäbe eine Mehrheit für RGR, wovon wir momentan aber noch meilenweit entfernt sind.

        • @Sisone:

          Eben, wenn es tatsächlich nur drei Parteien ins Parlament schaffen, muss es ja irgendwie weitergehen. Eine Neuwahl würde der AfD vermutlich mehr helfen als schaden, eine Zusammenarbeit mit beiden anderen Parteien hat die CDU ausgeschlossen, bleibt eine Minserheitsregierung, die ja aber trotzdem noch von wechselnden Mehrheiten (auch mit der AfD) getragen werden muss. Zumal auch ein CDU Ministerpräsident erstmal gewählt werden muss, wenn er keine Mehrheit hat und vermutlich nicht der stärksten Partei angehört. Eine Koalition zwischen Linkspartei und CDU wird auf jeden Fall, da gehe ich absolut konform, nicht funktionieren.

    • @Bernd Simon:

      Es ist möglich die AFD auf kommunaler Ebene wenigstens auf den zweiten Platz zu drängen. Die Argumente dafür stehen im Artikel. Jetzt gilt es, die Bandbreite der AFD-Niederlagen zu erweitern, dazu können Aktionen wie Haustürbesuche sicherlich beitragen. Zeit zum Jubeln besteht nicht, aber den Kopf in den Sand stecken aufgrund der Hoffnungslosigkeit ebensowenig. Und Umfragewerte sind nicht alles, das hat sich schon oft bewiesen.

      • @Klaus Waldhans:

        Es muss allen Nicht-AfD-Wählenden jetzt klar sein, was auf dem Spiel steht, sollte dir AfD dir bevorstehenden Landtagswahlen im Osten gewinnen. Dann gibt es auch 2029 auf Bundesebene kein Halten mehr.



        Deshalb erwarte ich von allen demokratischen Parteien, ihre eigenen Agenden und Befindlichkeiten hintanzustellen, um AfD-Wahlsiege zu verhindern. Wer wie die CDU weiter auf Unvereinbarkeitsbeschluesse zur Linkspartei beharrt, der hat den Schuss einfach nicht gehört.



        Und umgekehrt - ich habe es hier öfters schon geschrieben - wer die CDU vom demokratischen Konsens grundsätzlich ausschließen und auf der anderen Seite der Brandmauer verorten will, derjenige weiß offenbar auch nicht, was diesem Land droht.

        • @Abdurchdiemitte:

          "...wer die CDU vom demokratischen Konsens grundsätzlich ausschließen und auf der anderen Seite der Brandmauer verorten will..."







          Von der CDU geht ein Unvereinbarkeitsbeschluss mit den LINKEN auf einer Stufe mit der AFD aus, ganz offiziell auf dem Parteitag 2018 beschlossen:







          "„Die CDU Deutschlands lehnt Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland ab.“







          Und die Grünen wurden von CDU/CSU mehrfach zum "politischen Hauptgegner" erklärt, eine Zusammenarbeit wird von einigen Granden wie Söder" kategorisch ausgeschlossen".







          Die CDU will offenbar nur die Trittbrettfahrer der SPD als Partner, träumt vom Wiedererstarken der FDP und stößt den "linksgrünen Spinnern" vor den Kopf (außer wenn an die Staatsverantwortung appelliert wird, wenn ein Sondervermögen unumgänglich notwendig ist).

          CDU/CSU ziehen doch die Brandmauer um sich selbst herum auf.

          • @Sisone:

            Möglicherweise alles richtig, was Sie schreiben. Aber dann müssen Sie auch benennen, welche Optionen bis 2029 bleiben, um die AfD noch zu stoppen. Sachsen-Anhalt scheint mir schon verloren zu sein, wegen der politischen Konfusion bei der Ost-CDU. Ansonsten bleibt nur die taktische Wahl, d.h. in DIESEM Fall, Grüne zu wählen (obwohl es mir, wäre ich Sachsen-Anhaltiner, ordentlich gegen den Strich gehen würde, aber der Einzug der Linken in den Landtag erscheint mir relativ safe zu sein).



            Jedenfalls entspringt es rein taktischen Überlerlegungen und keinesfalls meiner politischen Überzeugung, wenn ich postuliere, in Sachsen-Anhalt und dann wohl auch 2029 im Bund wird es NICHT ohne die CDU gehen, um eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern. Für Meck-Pom hoffe ich ja noch auf den Amtsbonus der MInisterpräsidentin.



            Über das reine Krisenmanagement hinausgehend richten sich meine Blicke längerfristig ja sowieso eher in die benachbarten Niederlande. Meine These: auch hierzulande wird es zu Fusionen im linken Spektrum kommen (müssen), um als gesellschaftliche Linke politisch überhaupt noch den Fuß in der Tür behalten zu können.

          • @Sisone:

            Und wie wollen Sie mit der Situation umgehen? Es darauf ankommen lassen, dass die AfD 2029 den Kanzler stellen wird?



            Dass ausgerechnet die Grünen der politische Hauptgegner der Unionsparteien sein sollen, ist doch reine Muskelspielerei, die sich CDU/CSU angesichts sinkender Umfragewerte überhaupt nicht mehr leisten kann. Und obendrein lachhaft, regiert die CDU nicht nur Schleswig-Holstein, sondern auch in ihrem mitgliederstärksten Landesverband NRW schließlich zusammen mit den Grünen. Dort immerhin weiß man, dass man mit der Ausschließeritis gegen links auf Dauer nicht weiterkommt (Voraussetzung ist allerdings, dass die FDP nicht wieder erstarkt). Und Söder ist doch politisch überhaupt nicht ernst zu nehmen, seine Hausmacht in Bayern bröckelt.



            Also, zumindest würde ich der Union nicht noch den Gefallen tun, dass sie sich am Ende hinstellen und behaupten kann, es bliebe ihr nichts anderes übrig, als mit der AfD zu koalieren.



            Möglicherweise spaltet sich die CDU über diese Frage selbst, aber - sorry -das sollte doch weiß Gott nicht unser Problem sein.

            • @Abdurchdiemitte:

              "Und obendrein lachhaft, regiert die CDU nicht nur Schleswig-Holstein, sondern auch in ihrem mitgliederstärksten Landesverband NRW schließlich zusammen mit den Grünen."

              Die Merz-CDU hat nur noch wenig zu tun mit der Politik der Mitte von Merkel, Wüst und Günther. Der Kulturkampf, den diese Leute über mehrere Jahre gegen die Grünen geführt haben, ist IMO keineswegs Taktik, sondern – was sich auch in der Personalie Merz ausdrückt – der Wunsch, nach Rückkehr in die alten Zeiten, als man sich nicht mit Umweltschutz, und schon gar nicht mit Klimaschutz "herumschlagen" musste. Es ist die Rückkehr zu den frühen Jahren der Kohl-Ära.

            • @Abdurchdiemitte:

              Ich glaube, wir denken eigentlich das gleiche. Ganz klar, dass es ohne die CDU nicht gehen wird. Nur was wir denken, ist so lange egal, wie die CDU sich mit Ihren Tiraden gegen jede vernünftige Zusammenarbeit sperrt. Natürlich bleibt nur die Möglichkeit einer Mehrheit gemeinsam mit GRÜN und LINKS und zumindest von grüner Seite ist schmerzlich oft genug das Angebot der Zusammenarbeit gekommen bin hin zu "offen für Koalition" auch auf Bundesebene. Alles bleibt letztlich Makulatur, wenn die GRÜNEN an der 5%-Hürde scheitern und die CDU mit LINKS partout nicht zusammenarbeiten will.











              "...Und wie wollen Sie mit der Situation umgehen? Es darauf ankommen lassen, dass die AfD 2029 den Kanzler stellen wird?..."







              Naja, ich persönlich kämpfe aus Überzeugung für die meisten grünen Positionen. Mit den LINKEN kann ich nach enttäuschten Hoffnungen und auch aktuell etwas verschrobenen Positionen nichts mehr anfangen. Ansonsten beten, dass die Vernunft siegt; was sollte ich schon groß anderes ausrichten können.

      • @Klaus Waldhans:

        nur: die wirtschaftlichen Probleme in diesem Land sind offensichtlich, so etwas ist keine Überzeugungsarbeit, man kann den Menschen nicht einreden, eigentlich sei doch alles gut und weitermachen wie bisher. Und genau darauf laufen diese Allparteienbündnisse hinaus, es muss eine Änderung geben, sonst ändert sich auch nichts, nur Überzeugungsarbeit wird da (fast) nicht helfen.

        • @nutzer:

          Es geht für dir ‚etablierten‘ Parteien ja nicht darum, einfach so weiterzumachen wie bisher, falls ein AfD-Wahlsieg doch noch verhindert werden kann. Möglicherweise letzte Gelegenheit für die Demokraten, noch einmal die Reissleine zu ziehen.



          Denn genau so wie ich erwarte, dass die Brandmauer gegen die AfD jetzt steht - und das (ich wiederhole mich) nur MIT der CDU funktionieten kann -, erwarte ich auch die notwendigen sozialpolitischen Kurskorrekturen, um unser Land wieder aus der Malaise zu führen.



          Ob DAS dann mit der CDU zu bewerkstelligen ist, dahinter muss freilich ein großes Fragezeichen gesetzt werden.