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03.08.2026 , 15:33 Uhr
Ja, Geofencing wäre einfach zu implementieren – aber fast genauso einfach zu stören. Herausfinden, wo das Auto seine GPS-Antenne hat, ein Stück Alufolie drauf, fertig.
Selbst die Ausrüstung für echtes GPS-Spoofing im Nahbereich kostet heute keine 300 Euro mehr. Schon einfache akademische Lernplattformen, die auch vielfach von Hobbyelektronikern genutzt werden, können das.
Und selbst wenn man dafür einen narrensicheren Weg fände und zusätzlich in jedem Wagen die im Artikel beschriebene Software liefe – dann leiht/kauft/klaut sich der Täter eben ein 10, 20, 30 oder 40 Jahre altes Fahrzeug. Oder er fährt mit dem Fahrrad zum Veranstaltungsort, Machete im Rucksack, und nutzt nur diese.
Nein, der Weg über die Tatmittel ist ein Irrweg, solange es sich dabei nicht um Massenvernichtungswaffen handelt – einfach weil es zu viele potenzielle Varianten gibt.
Die Täter müssen von der Straße!
zum Beitrag03.08.2026 , 14:57 Uhr
Vermutlich waren es genau diese Entscheidungen, die das Ganze weitgehend gewaltfrei gehalten haben. Die massive Militärpräsenz hat Eskalation auf beiden Seiten verhindert – Übergriffe gab es leider, aber wenige und ohne Schwerverletzte. Und die fehlende Versorgung hat den schnellen freiwilligen Rückzug bewirkt, der den Ansturm gebrochen hat.
Die Alternative wäre nicht Humanität gewesen, sondern eine andere Katastrophe: Zehntausende in einer 80.000-Einwohner-Stadt ohne Kapazität, dazu Unruhen. Und hätte man begonnen, Menschen aufs Festland zu bringen, wäre auch dort die Stimmung gekippt – Sánchez wäre vermutlich schnell nicht mehr im Amt, mit deutlich mehr Toten in der Bilanz.
Einen Punkt kritisiere ich aber ausdrücklich, sofern es so war: Trinkwasser. Nach stundenlanger körperlicher Belastung, teils Schwimmen, im Hochsommer wird Dehydrierung binnen Stunden lebensbedrohlich. Wasser für die am Strand Ankommenden und eine Versorgung an der Grenze bei der Ausreise hätten sein müssen – das kostet fast nichts, ändert an der Rückkehrentscheidung nichts und hätte Tote verhindern können.
Deeskalation ja. Aber nicht auf Kosten des Lebens.
zum Beitrag02.08.2026 , 18:32 Uhr
Zu den Bildern, auf denen marokkanische Sicherheitskräfte den Strom nur noch begleiten statt ihn zu stoppen: Das muss keine Anweisung von oben sein. Wenn der Druck an einem Punkt zu groß wird, bleiben zwei Optionen. Entweder man gibt nach und hält die Folgen für die öffentliche Sicherheit möglichst klein – oder man reagiert mit maximaler Härte bis hin zum Schusswaffengebrauch gegen die eigene Bevölkerung.
Diese Weggabelung gab es am 9. November 1989 an der Bornholmer Straße. Auch dort hatte niemand die Öffnung befohlen; der Schlagbaum ging hoch, weil der Diensthabende vor Ort die Alternative nicht wollte – und für diesen Fall keine Befehle hatte.
Der Vergleich hinkt in vielem, aber der Mechanismus ist derselbe: Ab einer bestimmten Menge liegt die Entscheidung nicht mehr bei der Behördenleitung, sondern bei einzelnen Einsatzkräften, die nicht schießen wollen.
Gebrochen wurde der Zustrom dann auch nicht an der Grenze, sondern in Ceuta selbst – durch Resignation. Wer dort ankam, sah nach den ersten ruhigen Stunden, dass das für ihn kein gutes Ende nehmen kann, und meldete genau das zurück. Erst danach griff wieder Ordnung.
zum Beitrag02.08.2026 , 18:23 Uhr
Bei allen Steuerungs- und Verschwörungsthesen wird ein naheliegender Mechanismus übersehen: Es kamen nicht am Donnerstag aus dem Nichts Zehntausende, nachdem vorher niemand gekommen wäre. Die Zahlen stiegen über Tage, vermutlich über zwei, drei Wochen – nur finden sich erste warnende Meldungen eben erst seit einer Woche.
Entscheidend war das Urteil: Wer schwimmend Ceuta erreichte, wurde nicht mehr unmittelbar zurückgewiesen, sondern aufgenommen, in einer Erstaufnahme versorgt und ins Asylverfahren geschickt – ein Verfahren, das nach einigen Wochen sehr wahrscheinlich ebenfalls mit der Ausreise geendet hätte. Nur weiß das niemand, der sich gerade auf den Weg macht. Nach Hause gemeldet wird die kurze Version: „Ich bin drin.“
Jeder hat ein paar Kontakte, direkt oder über soziale Medien, die ebenfalls vom Leben im Westen träumen. Die Nächsten brechen auf, dürfen vorerst bleiben, melden es weiter. Der Rest ist keine Regie, sondern eine Exponentialfunktion – und die entfaltet sich in Tagen, nicht in Monaten.
Das schließt marokkanisches Kalkül nicht aus. Man braucht es nur nicht, um zu erklären, wie aus Hunderten Zehntausende wurden.
zum Beitrag15.06.2026 , 23:48 Uhr
Wie bereits von mir angedeutet, ist zumindest ein Teil der genannten Personen in der Vergangenheit durchaus selbst parteipolitisch aktiv gewesen. Nicht so sehr meine Generation – obwohl es da auch einige gibt –, aber bei der Generation, die ein paar Jahre älter ist, ist der Anteil doch erstaunlich hoch.
Teilweise sind sie auch noch aktiv, dann eher in SPD und CDU, wobei auch da die Beteiligung nur noch aufgrund der Regionalpolitik besteht. Mit der Bundespolitik können viele nicht mehr viel anfangen. Und das, obwohl ich aus der Heimatstadt beziehungsweise dem Wahlkreis eines ehemaligen Gesundheitsministers schreibe – dem mit den Maskendeals. Mein Mann war zu der Zeit auf derselben Schule.
Und wer weiß, was Mitte 2024 hier los war, weiß auch, warum sich einige ehemals eher linke Eltern plötzlich politisch sehr anders orientieren.
Das Traurige ist: Die Probleme sind real und ernst, aber es waren 20 bis 30 Personen, also eine kleine Minderheit. Aber die hat es kippen lassen. Nur: Wenn die eigenen Kinder und Enkel betroffen sind, ist es egal, ob es eine Minderheit ist. Man will es einfach nur zuverlässig gelöst haben.
zum Beitrag14.06.2026 , 16:57 Uhr
Es gibt Ergebnisse, die Hoffnung machen – wo die AfD schon im ersten Wahlgang raus war oder die Stichwahl gar nicht erst erreichte. Aber sich darüber zu freuen, dass die AfD eine Stichwahl „nur" mit 48,5 % verloren hat, hat den Touch von Realitätsverleugnung oder verzweifelter Selbstvergewisserung, weil man sonst nichts mehr hat. Es ist erschreckend, welchen Kurs das nimmt. Es zeigt aber auch, wie verzweifelt die Mittelschicht ist. Ich schreibe aus dem Westen, studierte Chemikerin, verheiratet mit dem Inhaber eines (noch) funktionierenden Handwerksbetriebs. Mein Umfeld: Ausser meinen Arbeitskollegen und ehemaligen Kommilitonen meist Handwerker und Angestellte, viele wie wir mit Kindern. Und man spürt, welche Wut sich über die REALEN Missstände angestaut hat – und wie das aus dem Berliner Elfenbeinturm ignoriert wird. Wir können froh sein, dass die AfD Höcke und Co. hat. Für viele sind diese Typen der letzte Grund, KEINESFALLS aus Protest AfD zu wählen. Auch wenn manche, die vor zwei, drei Jahren noch „niemals" sagten, heute finden: Das müsse man doch mal machen, damit Berlin endlich wach wird. Darunter auch ehemalige Grüne und WASGler (Austritt bei Fusion mit PDS damals)
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