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Iran-USA-Abkommen1:0 für Teheran

Judith Poppe

Kommentar von

Judith Poppe

In gewohntem Größenwahn verkündet US-Präsident Trump das Friedensabkommen mit Iran. Dabei sind die Konsequenzen des Deals eine Katastrophe.

A nd the winner is: das iranische Regime. So müsste die Botschaft aus dem Weißen Haus lauten, ginge es in der Politik – besonders in der von US-Präsident Trump – um Ehrlichkeit.

Doch er verschließt die Augen vor den Konsequenzen des Abkommens, das am kommenden Freitag in Genf von Iran und den USA unterzeichnet werden soll. Noch sind die Informationen zum Abkommen mit Vorsicht zu genießen, sie stammen von den iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr News, den Sprachrohren des iranischen Regimes. Doch die groben Linien dürften stimmen. Und nicht nur Trump, auch Kanzler Merz, die EU und die Golfstaaten feiern das Abkommen.

Das Öl wird fließen und alles ist gut? Mitnichten. Das Abkommen ist eine Katastrophe. Milliarden von Dollar, die wohl schon in der ersten Phase des Abkommens in Richtung Iran fließen werden, werden die Stellung des iranischen Regimes in der Welt stärken. Nach innen steht zu befürchten, dass das Regime mit dem neu gewonnenen Selbstbewusstsein noch härter gegen die eigene Bevölkerung und Re­gime­kri­ti­ke­r*in­nen vorgeht.

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Auch die meisten Israelis empfinden den Deal als Desaster, egal wie sie zu Netanjahu stehen (der anscheinend blind für das Leid von Zi­vi­lis­t*in­nen auf allen Seiten seine eigene Agenda verfolgt). Voraussichtlich sollen die Verhandlungen über das in Iran gelagerte angereicherte Uran überhaupt erst nach Ablauf der ersten Phase beginnen. Die militärische Unterstützung von Irans Proxys – Hisbollah im Libanon, Hamas in den palästinensischen Gebieten, Huthis im Jemen – wird ignoriert, genauso wie das Raketenprogramm Irans.

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Trump steckt in einer Sackgasse, in die er sich mit zwei fatalen Fehlern selbst manövriert hat. Der erste passierte bereits während seiner ersten Amtszeit: der Ausstieg aus der Wiener Nuklearvereinbarung (das jetzige Abkommen fällt weit dahinter zurück). Der zweite Fehler: der planlos angezettelte Krieg in Trumps aktueller Amtszeit. Nun ist die globale Wirtschaft schwer angeschlagen, selbst unter seinen treuesten Anhängern fehlt Trump der politische Rückhalt für eine Fortsetzung des Krieges. Wäre eine solche wünschenswert? Sicher nicht. Könnte damit, so wie der Krieg bislang geführt wurde, das Regime entmachtet werden? Das steht zu bezweifeln.

Was Trump bleibt, ist, sich in altbekanntem Größenwahn damit zu rühmen, die Meerenge von Hormus wieder geöffnet zu haben – die wohlgemerkt vor dem Krieg für Schiffe frei passierbar war. In letzter Sekunde hat Iran laut Medienberichten nun noch eine Klausel hinzugefügt, dass das Land für die Passage von Schiffen Gebühren verlangen kann.

Was es jetzt bräuchte, wäre kluge Diplomatie zwischen den Golfstaaten und Libanon auf der einen und Israel auf der anderen Seite, eine andere Art der Politik im Nahen Osten. Trump als selbst erklärter Beschützer des Nahen Ostens ist gefährlich – das sollten nun auch die Letzten begriffen haben.

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Judith Poppe

Judith Poppe Auslandsredakteurin

Jahrgang 1979, Auslandsredakteurin, zuvor von 2019 bis 2023 Korrespondentin für Israel und die palästinensischen Gebiete.
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8 Kommentare

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  • Das Schweizer Außenministerium bestätigt gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass das Abkommen zwischen den USA und dem Iran am Freitag im Schweizer Resort Bürgenstock unterzeichnet werden wird.



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    Der in der Zentralschweiz bei Luzern gelegene Ort ist schwer zugänglich und lässt sich daher leicht sichern. Er „wurde von den pakistanischen und katarischen Vermittlern sowie von den USA und dem Iran vorgeschlagen“, so das Schweizer Außenministerium.



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    Zitat:"" Was es jetzt bräuchte, wäre kluge Diplomatie zwischen den Golfstaaten und Libanon auf der einen und Israel auf der anderen Seite, eine andere Art der Politik im Nahen Osten""



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    Mit Sicherheit wären Gespräche unter den Staaten des Nahen Ostens ein wichtiger Schritt. Nur -- Hizbollah, die Terrorkrake Im Libanon, hat Israel gemeinsam mit dem Iran angegriffen - und der 7. Oktober war die Antwort der Terrortruppe Hamas auf die diplomatische Annäherung zwischen Israel und den Golfstaaten.



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    Wir wissen noch nicht den Inhalt des Memorandums welches am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden wird. Zu befürchten ist, das es dem Iran & Proxies wie in der Vergangenheit weiter gelingt jede Diplomatie im Keim zu ersticken.

  • Auch ich denke, dass der Iran "gewonnen" hat, was ich bedauere. Meine Hoffnung ist, dass sich der Iran durch die Entmachtung der religiösen Führung, sofern der Begriff verwendet werden kann, zu Gunsten der militärischen Führung, von einer Religions-Diktatur zu einer Militär-Diktatur wandelt. Beides ist übel, aber eine Militär-Diktatur räumt den Menschen vielleicht zumindest im privaten Bereich mehr Spielräume ein, indem Frauen keine bestimmte Bekleidung mehr aufgezwungen wird, sie dafür getötet werden können und LGBTQIA+-Menschen nicht mehr aufgehängt oder von Dächern geworfen werden. Mit einer Militär-Diktatur stände der Iran wieder da, wo er zu Schah-Zeiten stand. Für mich als Atheistin trotz allem die bessere Alternative.

  • In gewohntem Größenwahn verkündet US-Präsident Trump das Friedensabkommen mit dem Iran. Dabei sind die Konsequenzen des Deals eine Katastrophe.



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    Na ja, man(n) kann nicht alles HABEN, wenn Nr. 47 den "ganzen Ruhm" für sich haben will!



    Doch "hübsches Bild"! Ähnliches wurde in DE mal mit "aufgehobene Rechte" bezeichnet! :-)



    Ps. Wer im o.a. Text Doppeldeutigkeit findet, darf die behalten!

  • Der wie er meint beste, klügste und wunderbarste amerikanische Präsident aller Zeiten hat mit seinem Iran Krieg eines wohl erreicht nach dem Motto "Make Iran great again"

  • Das ist mit Sicherheit nicht das Ende dieses Krieges.



    Israel hat kein Interesse, auf gelegentliche Bombardierungen des Irans verzichten zu müssen, denn die jetzigen Kontrolle des Nuklearprogramms ist viel schwächer als im Wiener Abkommen.



    Zudem haben sich die Gewichte im Iran vom religiösen Führer hin zu korrupten Pashdarannetzwerken verschoben, die wie Mafiabanden wesentlich schwerer kontrollierbar sind.



    Der Iran hat sich zudem nach außen vorbehalten seine Nachbarn Katar, Irak, Kuweit, Saudi-Arabien, VAE weiter mit Mautforderungen beliebig würgen zu dürfen, um sie niederzuhalten und selbst maximale Preise kassieren zu können. Das gesamte Gewicht der OPEC hat sich damit von Saudi-Arabien zum Iran verschoben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Sunniten dieses schiitische Diktat so nicht mehr gefallen lassen.



    Gut, die USA sind dann nicht mehr dabei. Aber das ist auch alles.

    • @hedele:

      Die USA unter dem Trump-Regime (später möglicherweise dem Vance-Regime) werden sich nicht völlig zurückziehen. Dafür ist der Ölreichtum des Iran viel zu verlockend. Sie werden vielleicht etwas verborgener agieren. . .

  • Es ist die Regel, dass Kriege nicht zu guten Ergebnissen führen.



    Es war gut, dass die Alliierten das dritte Reich erfolgreich bekämpft haben.



    Aber danach?



    Trump hat einen Krieg vom Zaun gebrochen, der vieles zerstört hat .



    Im Iran, im Libanon und Israel sind ZivilistInnen gestorben.



    Die US Streitkräfte haben Milliarden verpulvert ohne irgendeine Verbesserung der Situation erreicht zu haben.



    Im Gegenteil!



    Neben der Stärkung des Regimes im Iran hat trump das Vertrauen seiner Verbündeten im nahen Osten enttäuscht.



    Die USA und somit der ganze Westen stehen als Verlierer da.



    Welche diplomatischen und ökonomischen Folgen das nach sich ziehen wird, ist noch gar nicht abzusehen.



    Der sowieso schon nachlassende Einfluss wird weiter nachlassen.



    Merz lächerliche Einlassung zum " diplomatischen Erfolg Trumps" wirkt geradezu unterwürfig.



    Natürlich ist neben trump im Porzellanladen alles Elend relativ klein, doch Merz ist stets bemüht mit mindestens 4 Füßen in den Fettnäpfchen zu stehen.



    Die einzige Hoffnung ist, dass der Krieg wirklich beendet wird und das Trauerspiel endet.



    Doch sicher ist das auch noch nicht.

    • @Philippo1000:

      Ich denke, Trump hat alles erreicht, was er wollte. Ich sehe bei ihm keine anderen Ziele als der Menschheit Not und Elend zu bringen und sich daran persönlich zu bereichern.



      Wird hier ähnlich laufen, wenn die AfD nicht bald mal verboten wird.