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40 Jahre TschornobylAtomkraft? Immer wieder: Nein, danke

Susanne Schwarz

Kommentar von

Susanne Schwarz

Konservative Po­li­ti­ke­r*in­nen lassen die Zombie-Debatte um Atomkraft in Deutschland immer wieder aufleben – eine schlechte Idee.

Die Sperrzone mit einem Radius von 30 Kilometern um das havarierte Atomkraftwerk in Tschornoby bleibt für Jahrtausende unbewohnbar Foto: Kirill Chubotin/imago

K rass: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland fast 3.000 erlegte Wildschweine wegen überhöhter Strahlenbelastung vernichtet. Sie fressen sehr viele Waldpilze, die nach wie vor mit Cäsium-137 belastet sind. Das berichtete die Bild am Samstag unter Berufung auf das Bundesverwaltungsamt. Die Ursache: der Super-GAU von Tschornobyl (russisch Tschernobyl), der jetzt fast auf den Tag genau 40 Jahre her ist.

Grafische Darstellung eines AKW-Kühlturms, aus dem eine Wolke mit einem Radioaktivitätssymbol kommt.
40 Jahre nach dem Super-GAU in Tschornobyl

Am 26. April 1986 kam es im ukrainischen, damals sowjetischen Tschornobyl (russisch Tschernobyl) zum Super-GAU. Eine radioaktive Wolke verseuchte große Teile Europas. 40 Jahre später blickt die taz in einem Schwerpunkt zurück und nach vorn. Die taz verwendet bei ukrainischen Orten grundsätzlich die Schreibweise in Landessprache, nicht die russische – so auch bei Tschornobyl.

Am 26. April 1986 explodierte der Kernreaktor im Block 4 des Atomkraftwerks Tschornobyl auf ukrainischem Gebiet, damals in der Sowjetunion. Es ist der bisher schwerste Unfall in der Geschichte der zivilen Atomkraftnutzung. Die Folgen dauern an. Das zeigt sich vor Ort, eine Sperrzone mit einem Radius von 30 Kilometern um den havarierten Block bleibt für Jahrtausende unbewohnbar. Aber es laufen eben auch verstrahlte Wildschweine durch den Bayerischen Wald. Fast 2.000 Kilometer vom Ort des Super-GAU entfernt.

Das macht es absolut unverständlich, dass vor allem Uni­ons­po­li­ti­ke­r*in­nen zu jeder sich bietenden Gelegenheit den deutschen Atomausstieg infrage stellen. Zum Beispiel vor ein paar Tagen der Fraktionschef der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn. Er könne sich vorstellen, deutsche Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, sagte der CDU-Politiker am Rande eines sogenannten Innovationskongresses der Fraktion.

Dagegen spricht vieles: AKWs sind zwar emissionsarm (nicht emissionsfrei!), neue Anlagen sind aber extrem teuer und ihr Bau dauert lange. Nicht einmal die großen Energiekonzerne sprechen davon. Sie wollen auch nichts von der Wiederinbetriebnahme ihrer abgeschalteten AKWs wissen.

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Natürlich, anderswo stecken Staaten Unsummen an Steuergeld in die Atomkraft, auch in neue AKWs. Die weltweite Atomstromproduktion erreichte 2024 sogar den bisher höchsten Stand, allerdings nur in absoluten Zahlen. Gleichzeitig sank der Anteil der Atomkraft am globalen Strommix auf 9 Prozent – weil die erneuerbaren Energien viel schneller wachsen.

Logisch: Windräder und Solaranlagen sind in den vergangenen Jahrzehnten immer billiger geworden. Sie produzieren keinen radioaktiven Müll, um den sich nachfolgende Generationen noch Hunderttausende Jahre sorgen müssten. Und von ihnen geht im Falle von Unfällen oder auch bei kriegerischen Angriffen keine weltweite Gefahr aus. Deshalb setzte sich die wieder erstarkende Klimabewegung in Deutschland auch vor allem für Wind- und Solarkraft ein – und nur in einer kleinen Minderheit für AKWs.

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Susanne Schwarz
Leiterin wirtschaft+umwelt
Jahrgang 1991, leitet das Ressort Wirtschaft + Umwelt und schreibt dort vor allem über die Klimakrise. Hat ansonsten das Online-Magazin klimareporter° mitgegründet.
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82 Kommentare

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  • Es begann nicht mit Tschernobyl und endete auch nicht damit:



    In Vergessenheit geraten sind mehrere Ereignisse in der weiteren Vorgeschichte.



    "Der erste große Reaktorunfall ereignet sich nicht in Harrisburg, Tschernobyl oder Fukushima - sondern im britischen Windscale, heute bekannt als Sellafield. Lange versucht die britische Regierung den massiven Störfall am 10. Oktober 1957 zu vertuschen."



    Bei wdr.de



    Weiter dort:



    "Den Unfall spielt die Regierung herunter. Der amtierende Premier Harold Macmillan erklärt die Sache zum Staatsgeheimnis und lässt entsprechende Berichte bereinigen. Öffentlich verkündet er nur, dass die Mannschaft vor Ort die Lage falsch eingeschätzt habe. Dass eine radioaktive Wolke über Mittelengland bis nach Mitteleuropa zieht, bleibt 50 Jahre unter Verschluss. Noch heute sind die verstrahlten Ruinen auf der Anlage, die inzwischen Sellafield heißt, nicht restlos und sicher beseitigt."



    Eine Parallele:



    Bei planet-wissen.de



    Kyschtym/Majak, UdSSR



    "Die Explosion war hunderte Kilometer entfernt noch als leuchtender Schein zu sehen, berichteten Augenzeugen. In den Sowjet-Zeitungen las man allerdings als Erklärung dafür, es habe sich um ein Polarlicht oder Wetterleuchten"

  • Die Anti-Atom-Bewegung hat in meinen Augen zehntausende Tote zu verantworten, da sie Kohlekraft über zusätzliche Jahrzehnte am Laufen hielt. Dreckschleudern die neben all den Auswirkungen durch Ruß, Staub und Asche auch noch mehr Radioaktivität in die Luft blasen als ein AKW sauber abgepackt in Containern ausspuckt.

    Mittlerweile sind erneuerbare Energien zum Glück soweit das wir damit den überwiegenden Teil unseres Energiebedarfs decken können, aber einige Jahrzehnte wären wir mit Atomstrom deutlich besser gefahren, da Kohle die einzige realistische Alternative war. Und bei Kohle seh ich seltsamerweise äußert selten jemanden die Lebensjahre, Krankheiten und Kosten in der Gesamtheit aufrechnen, wie es bei der Kernkraft so gerne gemacht wird.

    • @Volker Racho:

      Sorry, aber was Sie über Kohlekraft schreiben, ist Unsinn. Es geht auch nicht darum, wie viel ein AKW im normalen, unfallfreien Betrieb an Strahlung emittiert, sondern es geht um Risiken. Kohlekraft kann man abschalten, Radioaktivität nicht. Da wir das für AKWs notwendige spaltbare Material schon lange nicht mehr in Deutschland fördern (wer erinnert sich noch an die Wismut?), würden wir Risiken ohne Skrupel externalisieren und unsere Hände in Unschuld waschen. Da wir außerdem eine Verantwortung für die Mitarbeiter von AKWs trügen, die erheblichen Strahlenrisiken ausgesetzt wären (ja, ich habe mir das tatsächlich mal aus der Nähe angeschaut), ist eine solche Herangehensweise abzulehnen.

    • @Volker Racho:

      "...aber einige Jahrzehnte wären wir mit Atomstrom deutlich besser gefahren, da Kohle die einzige realistische Alternative war..."







      "...zum Glück soweit das wir damit den überwiegenden Teil unseres Energiebedarfs decken können..."







      Bringen Sie Ihre eigenen Aussagen mal zusammen und denken darüber nach, wer unbedingt so lange an der Kohle festhalten wollte ("Arbeitsplätze"), obwohl die Erneuerbaren schon längst eine echte Alternative gewesen wären. Schon als Angela Merkel noch nicht Bundeskanzlerin, sondern nur Umweltministerin war (30 Jahre her!), wetterte die CDU gegen das Hirngespinst Wind- und Sonnenenergie und faselte davon, das das Netz mehr als 4% Erneuerbare Energie nicht vertrüge, absolut unmöglich. Heute sind wir bei über 50% und in Spitzenzeiten bei über 80%. Die CDU hat nicht erst mit Merz das Lügen erfunden.







      Bedanken Sie sich bei der CDU und geben Sie nicht denen die Schuld, die neben der Pest nicht auch die Cholera wollten.

    • @Volker Racho:

      Weitere Jahrzehnte wären die AKWs auch ohne Ausstieg nicht mehr gelaufen. Spätestens um 2029 wäre der letzte Reaktor nach 40 Jahren Betriebszeit auch ganz regulär und planmäßig vom Netz gegangen.



      Zudem ist es schon ein ziemlich böswilliges Zerrbild so zu tun als ob die Anti-Atom-Bewegung den Rest der Gesellschaft zur Kohle gezwungen hätte und das nicht das ganz banale Resultat gesamtgesellschaftlicher Präferenzen und Mehrheiten gewesen wäre. Nach Fukushima wollten 70% den möglichst sofortigen Ausstieg, umgesetzt dann durch eine CDU-Regierung. Ein wirklich ambitionierter und frühzeitiger Kohleausstieg wurde weder alternativ noch komplementär weder zum ersten, noch zum zweiten Atomausstieg diskutiert, sondern erst Jahre später ab 2018 mit der Kohlekommission. Dafür der Anti-Atom-Bewegung irgendeine Schuld zuzuschreiben entbehrt jeder Grundlage.

    • @Volker Racho:

      Dafür aber können wir und unsere Nachfahren (falls es denn in absehbarer Zeit noch welche gibt) den nuklearen Abfall genießen... Und noch was: gegen Kohle wird geneuso demonstriert wie gegen Nuklearkraftwerke und auf die fatalen Folgen damit ebenso.

      • @Perkele:

        So sie denn das heisse Klima überleben.

  • So genannte Renaissance neuer Macro-, Mini AKWs, verlängerten Laufzeiten alter AKWs gilt gas-, oelproduzierenden Ländern wie Russland, USA, Opec Staaten für die fossile Energieträger Nachära als das neue Gas, Oel über Kreditkarusselle die Monetarisierung politisch--wirtschaftlicher Beziehungen mit anderem Ländern in einem asymmetrischen Abhänigkeitsverältnis von Gläubiger-, Schuldnerstaaten auf weitere Generationen festzuschreiben verstärkt durch unabdinglich zwingend notwendigen Handel mit atomwaffenfähig angereichertem Uran als AKW Grundstoff für deren Brennelemente. Dabei Banken und Versicherungen auf unbefristet lange Zeit Kreditvolumenwachstum zu sichern angesichts Folgekosten für Zwischen-, Endlagerung hochradioaktiv strahlendem Atommüll soweit der nicht für Instandsetzung, Modernisierung, Neu-Installation von Atomwaffensystemverbreitung steuerfinanziert verwendet anderweitig zwischen-, endgelagert wird im Wege Aktivierung gegenseitig atomarer Abschreckungsoption Kalten Krieges 1948-1989 Einsatzes taktischer Atomwafen, intransparent über Stromgebührenzähler von Privathaushalten Unternehmen abgerechnet wird unter Hochheizen der Erdatmophäre durch aufgeheiztes AKW Kühlwasser

  • Mich interessieren nur die nackten Zahlen: Co2-Ausstoss in g pro produzierter kWh Strom in den letzten 12 Monaten:



    Deutschland: 320



    Frankreich: 23



    Ja, Tschernobil war schlimm, deshalb beziehen wir weiterhin Atomstrom aus dem viel naeheren Frankreich - ohne diesen waere unsere CO2-Bilanz noch schlechter.

    Kohlestrom aus Polen, Atomstrom auf Frankreich, Fracking-LNG aus den USA. Statt CO2-Ausstoss zu minimieren, outsourcen wir ihn. Wobei das nicht ganz stimmt, wir sparen CO2 ein, auf der Verbraucherseite. Die Folgen sind Deindustrialisierung, unbezahlbares Wohnen aufgrund von Energiestandards und hohe Strompreise, damit die, die sich das nicht leisten koennen, Strom sparen.



    Um aus der Kohle nach dem Atomaustieg rauszukommen, wurde zur Beschaffung der Uebergangstechnoligie Gas Northstream gebaut und damit Russlands Angriffskrieg mitfinanziert. Der hatte mehr Tote zur Folge als die Atomkraft weltweit verursacht hat.



    Und genau so geht es weiter. Die von Habeck geplanten Gaskraftwerke werden zumindest teilweise mit Fracking-LNG laufen, 2-3 mal so klimaschaedlich wie Kohle, um damit Kohle zu ersetzen.



    Es ist nicht so, dass die Menschen kein Klimaschutz mehr wollen, nur nicht diesen.

    • @elektrozwerg:

      Sie interessieren nur die Zahlen, was ist denn Ihre Meinung zu den nach wie vor völlig ungelösten Problemen der Kernkraft. Der Müll, die möglichen Havarien (Fukushima, Tschnernobyl, Three Mile Island waren alle noch nicht katastrophal genug). Dazu kommen die irrwitzigen Baukosten für die Meiler, die Dinger sind nur mit Subventionen halbwegs wirtschaftlich zu betreiben und wenn man das Endlagerproblem dem Staat aufbrummen kann.



      Dazu kamen Probleme in heißen Sommern, wenn das Kühlwasser ausgeht.



      Man kann über alles reden, aber ein paar gute Argumente außer dem CO2 muss man schon auch noch haben. Zumal es gute Alternativen zu den AKW gibt.

    • @elektrozwerg:

      Größter Stromlieferant war zuletzt nicht Frankreich sondern Dänemark mit 12,4 TWh die weit überwiegend aus Windenergie stammen dürften.



      Kein anderes Land hat einen so hohen Anteil an Atomenergie wie Frankreich (~70%, USA: ~19%, China: ~5%). Nirgendwo gibt es eine derart hohe Dichte an Reaktoren und die stammen zum weitaus größten Teil aus den 70er- und 80er-Jahren. Ausgelegt waren die auf 40 Jahre Laufzeit, Stahl versprödet nämlich durch ionisierende Strahlung. Verlängert wurde bereits auf 50 Jahre, 60 Jahre sind im Gespräch. Die Wahrscheinlichkeit das der nächste Super-GAU in Frankreich passiert wird durch all das kaum kleiner. Bei den typischen Windverhältnissen brauchen sie sich dann um Mietpreise und Deindustrialisierung in Deutschland auch keine Sorgen mehr zu machen.

      Greenpeace schätzt die Zahl der Toten durch die Folgen von Tschernobyl auf rund 200.000 aber es war ja schon immer Methode der Atomlobby mittelbare Tote nicht gelten zu lassen.

      • @Ingo Bernable:

        "Größter Stromlieferant war zuletzt nicht Frankreich sondern Dänemark mit 12,4 TWh die weit überwiegend aus Windenergie stammen dürften."

        Nein, in Zeiten norddeutscher Flaute liefert auch Dänemark wenig Wind. Schwedischer Atomstrom ist für Dänemark überlebenswichtig; nur dank schwedischer AKWs, norwegischer Wasserkraft, und weil das Land so klein ist dass es die Nachbarn mitziehen können, schaffen sie so einen hohen Windstromanteil im Jahresdurchschnitt.



        Schwedischer Atomstrom, der durch Dänemark an uns durchgeleitet wird, taucht in Statistiken leider meist als dänischer Strom auf und wird damit als Windstrom umdeklariert.



        www.elbe-energie.d...teigen-2023-um-53/

      • @Ingo Bernable:

        Die WHO schätzt die Zahl der direkten und indirekten Toten durch Tschernobyl auf etwa 4000. Und das bei einem Super GAU, der bei westlichen Reaktoren selbst alter Bauart so nicht möglich ist. In Fukushima ist der geschmolzene Kern im ungebrochenen Core Catcher gelandet - das waren bereits "alte" Reaktoren. Seit dem Abschalten der letzten deutschen Reaktoren ist die deutsche Strombilanz negativ. Da der Kaufstrom deutlich teurer ist als unsere Überschüsse, pumpen wir jährlich sehr viel Geld ab, das für die Energiewende dringend benötigt würde. In der realen Welt benötigen wir eine Mischung aus Gas, Sonne, Wasser, Wind, Bio und eben Kernkraft sowie eine Mischkalkulation der Kosten. Und ja, es ist idiotisch LNG in den USA zu kaufen, statt in Norddeutschland selbst zu fracken und etwa 20% des jährlichen Gasbedarfs für die nächsten 50 Jahre speichern und nutzen zu können. Wenn man sich die Kosten für die bisher vermurkste Energiewende ansieht und betrachtet wieviel CO2/Euro eingespart wurde, dann wird das Desaster offensichtlich. Das Rumgeheule derjenigen, die in Brokdorf schon dabei waren, macht eine sinnvolle Energiewende schlicht unmöglich.

        • @Nachtsonne:

          Die Annahme, dass ein Energiemix nicht ohne Atomstrom funktionieren könnte ist dann aber angesichts der Tatsache, dass gerade mal rund 30 Staaten weltweit überhaupt Reaktoren betreiben, doch eher gewagt.



          Und der Kauf von amerikanischem LNG dürfte wohl weniger mit dem sukzessiven Atomausstieg seit 2002 zu tun haben, als mit Putins Krieg gegen die Ukraine und den Abnahmegarantien gegenüber Trump um dessen Zolldrohungen abzuwenden, was ja ein Interesse ganz unabhängig von lokalem Fracking ist.

          • @Ingo Bernable:

            LNG aus den USA ist nicht nur teuer, sondern aufgrund der unvermeidbaren Verluste reichlich klimaschaedlich. Sankt-Florian-Prinzip in Reinform. Das Gas wird schlicht benötigt wenn man aus Kohle und Kernkraft abrupt aussteigt. Dazu braucht man keine Verschwörungstheorie.

      • @Ingo Bernable:

        Natuerlich hat Frankreich jahrelang zu wenig dafuer getan, seine Atommeiler zu pflegen bzw durch Neubau zu ersetzen.



        Das ist aber kein Gegenargument fuer die Atomkraft an sich, oder hoeren wir auch auf Bruecken zu bauen weil wir die bestehenden jahrelang nicht saniert haben und sie nun ueberall broeckeln?

        Um das noch mal zu betonen, ich moechte ebenfalls keine Stromversorgung aus 100% Atomstrom. Aber der Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland in Bezug auf den Ausstoss von CO2 pro produzierter kWh zeigt, dass Frankreich mit Abstand den klimaschonensten Strommix in der EU hat. Und uns geht doch ums Klima dachte ich.

        • @elektrozwerg:

          Ich bin dann und nur dann für Kernkraft, wenn wir das dafür benötigte spaltbare Material in Deutschland abbauen. So, jetzt sind Sie dran. Vorschläge? Schwarzwald? Erzgebirge?

        • @elektrozwerg:

          Keine Kernkraft ist den Foristen wichtiger als eine CO2 Reduktion. Das ist offensichtlich. Die Frage anzusprechen, wie das optimale Mischungsverhältnis verschiedener Energieträger auf der Zeitachse aussehen sollte um vernünftige CO2/KWh und Preis/KWh zu erreichen ist hier vergebliche Mühe.

          • @Nachtsonne:

            Würden wir jetzt beginnen, die Kernkraft wiederzubeleben, bekämen wir, wenn alles sehr schnell läuft, frühestens in 10 Jahren die erste neue Betriebsgenehmigung zustande. Würden wir die nächsten 10 Jahre zum Ausbau von Speichern, Wasserstoffinfrastruktur, Netzinfrastruktur, Solar und Wind nutzen, bräuchten wir eine solche Betriebsgenehmigung gar nicht mehr.

            In den USA ist übrigens gerade ein Windpark mit 3,5GW Leistung (entspricht ca. 2-3 AKWs), nämlich das SunZia Windprojekt in New Mexic, dabei, in Betrieb zu gehen. Die Kosten betrugen ca. 11 Mrd. USD, also ein Drittel von dem, was 2 AKWs ohne Betriebskosten, Versicherung und Entsorgung kosten würden.

            • @Aurego:

              Genehmigungen für Windkraftanlagen benötigen in Deutschland 5-7 Jahre. Ich bin finanziell an einer Windkraftanlage beteiligt und kann das bestätigen. Und jetzt schauen Sie bitte nach wie lange es dauert Hochspannungstrassen zu bauen - von der Idee bis zum ersten Spatenstich. Kaum jemand sagt Windkraft wäre keine gute Idee. Es geht vielmehr um die Frage wie die Mischung der Energieträger aussieht. Wenn der genannte Windpark stillsteht, dann muss auch in den USA ein konventionelles Kraftwerk einspringen. Vorzugsweise ein Gaskraftwerk. Erhöht man den Anteil der CO2-neutralen Grundlastkraftwerke ist weniger Gas notwendig. Bis zu welchem Punkt das von der Kosten her Sinn macht ist eine Optimierungsfrage. Sie sollten die Kosten für die zusätzliche Netzinfrastruktur, den Reserve-Gaskraftwerken und den Stromspeichern (die es in den notwendigen Größenordnungen leider nie vollständig geben wird) den Windrädern zuschlagen - außer sie wollen nur Strom verbrauchen wenn Wind weht und sehr weitgehend deindustrialisieren. Am Ende brauchen wir eine Mischkalkulation für die Stromkosten und einen vernuenftigen CO2/KWh-Wert.

          • @Nachtsonne:

            Ich kann damit leben. Ich bin mir aber nicht sicher ob jene damit leben koennen, wenn manche trotz ihres jaehrlichen Flugurlaubs kein bissl Flugscham empfinden und andere mit ihrem Benziner bei Tempo 200 ueber die Autobahn brettern, weil sie der Meinung sind, dass das mit dem Klima nicht so dringend ist, sonst haette man ja nicht zuerst die AKWs abgeschaltet.

          • @Nachtsonne:

            Atomstrom hat einen Energiemix nix zu suchen.

            Für flexible Stromlieferung, wenn mal der 🌬️ nicht weht und die ☀️ nicht scheint sind diese NICHT geeignet.

            Ein AKW kann bei niedrigen bis negativen Strompreisen nicht täglich ab und wieder eingeschaltet werden.

            • @sociajizzm:

              Es ist auch nicht notwendig die AKW ein und auszuschalten - das macht man mit Gaskraftwerken.

            • @sociajizzm:

              Sie moechten demnach den franzoesischen Atomstrom aus dem deuten Winterstrommix raushaben und ihn mit Strom aus Kohle oder Gas ersetzen, damit wir noch mehr CO2 ausstossen? Das waere zumindest konsequent.

              Wieso AKW abschalten? Wir schalten die Kohle/Gaskraftwerke im Winter doch auch nicht aus. Im Sommer koennte man den Atomstrom nutzen um 24h Wasserstoff bzw E-Fules zu produzieren, um mit letzteren den CO2-Ausstoss im Verkehr zu senken, noch bevor der Fahrzeugbestand gegen elektrische Versionen ersetzt ist.

        • @elektrozwerg:

          Und warum geht es ums Klima? Doch eben deshalb damit auch zukünftige Generationen noch eine Lebensgrundlage haben. Mit einem solchen Ziel ist es aber geradezu irrsinnig auf eine Technologie zu setzen die mit dem Risiko einhergeht ganze Regionen dauerhaft unbewohnbar zu machen.

      • @Ingo Bernable:

        .... und trotzdem kaufen wir Atomstrom aus Frankreich.



        Verstehen Sie das?

  • Atomkraft hat sich nie gerechnet, wird sich wohl auch nie mehr rechnen, wird aber leider gerne immer wieder schön gerechnet. Neuerdings komischerweise auch durch monothematisch fokussierte Umweltaktivisten. Über die grundsätzlichen Gefahren und die endlos ungelöste Endlagerproblematik braucht man da eigentlich schon gar nicht mehr diskutieren.

    • @vieldenker:

      Das ist alles richtig. Ich bleibe aber dabei, dass die Debatte grundsätzlich eine andere wäre, würden die Umwelt- und gesundheitschäden durch Kohle und Gas genauso so direkt sichtbare Bilder produzieren, wie es sie von Tschernobyl und Fukushima gibt. Und wenn man die Kosten, die daraus entstehen, genauso mit einpreisen würde, wäre auch die finanzielle Bilanz noch deutlich verherender.



      Man hätte schon viel früher auf die Erneuerbaren und die Entwicklung von Speichertechnologie setzen müssen, stattdessen hat man die Solar-Förderung torpediert, China den markt überlassen und auf billiges Gas aus Russland gesetzt. Seis drum, der Ausstieg bei Atom ist beschlossen und umgestzt. Ein Zurück wäre nochmal eine Dummheit oben drauf.

    • @vieldenker:

      Die Endlagerproblematik verschwindet aber nicht, indem wir keine KKWs mehr bauen. Die ist da und wird auch durch Medizin und Forschung weiter wachsen. Taugt also als Argument nicht.

      • @metalhead86:

        Medizinische Präparate sind keine langlebigen Alphastrahler. Was Medizin und Forschung produzieren, ist mengenmäßig gering.



        Ihr Argument ist also ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

      • @metalhead86:

        Wie viel im "End"lager drin ist, ist die Entscheidung. Das kann auch ein Unterschied sein.

      • @metalhead86:

        Selbstverständlich taugt dieses Argument! Medizinische Abfälle oder die aus der Forschung sind Kleinkram gegenüber den großen Mengen in AKW's. Die strahlen zwar auch, doch sind deutlich besser zu kontrollieren.

        • @Perkele:

          Der "Kleinkram" aus den Forschungsreaktoren möchte eben auch endgelagert werden. genauso wie die Mengen aus ca 60 Jahren KKW-Betrieb:



          taz.de/Wohin-mit-d...tommuell/!6172317/



          Wir müssen uns bereits mit der Endlagerproblematik befassen. ob wir nun 0 oder 10 neue KKW bauen.



          Und an den Kontrollmöglichkeiten bei kleineren Mengen habe ich so meine Zweifel:



          de.wikipedia.org/w...oi%C3%A2nia-Unfall

  • Das Geschäftsmodell der Atomindustrie ist eben einfach ein sehr attraktives, also halt für die Industrie selber. Ihr Versprechen lautete schon immer angeblich saubere und angeblich billige Energie. Damit ließ sie sich dann den Einstieg in diese Technologie subventionieren und auch den Betrieb und natürlich ließ man sich auch nur mit Subventionen zum Ausstieg bewegen, dann immerhin drohte ja der Verlust bereits sicher geglaubter Subventionen. Und auch die Entsorgung des Atommülls zu der man ja verpflichtet war konnte man sich subventionieren lassen. Man entsorgte ihn kurzerhand in eine Zweckgesellschaft, die dann kurz drauf insolvent war. War ja schließlich auch ihr Zweck.



    Bislang so erbeutetet Steuergelder: 287 Mrd. oder anders ausgedrückt 10 mal Cum-Ex. Klar wollen die weitermachen. Nun halt mit angeblich neuen SMRs, deren Konzepte meist genauso alt sind wie die exakt selben Märchen die die Atomlobby seit 70 Jahren erzählt.

    • @Ingo Bernable:

      287 Mrd an Subventionen seit 1960 fuer Atomkraft? Und dann kommen noch die aktuell jaehrlichen Kosten von 500 Millionen fuer die Zwischenlagerung hinzu.



      Unglaublich Summen, wo doch Sonne und Wind keine Rechnung schicken, oder?



      Nicht ganz. Allein im Jahr 2026 rechnet man mit 77,8 Mrd an Subventionen fuer die Erneuerbaren in Deutschland.



      Addiert man alle Subventionen fuer die Erneuerbaren, die Kosten fuer den aufgrund von Dezentralisierung und Wetterabhaengigkeit der Erneuerbaren notwendige Netzmodernisierung, die Kosten der Speicherung von erneuerbaren Strom (Akkus/Wasserstroffinfrastruktur) und die energetische Sanierung der Bestandsimmobilien (in diesem Umfang noetig aufgrund unseres Drecksstrommixes im Winter dank Atomausstieg) kommt Agora Energiewende auf Gesamtkosten von bis zu 11 Billionen Euro.

      Zum Vergleich: Fuer 11 Billionen Euro koennte man genug Atomkraftwerke bauen, um die ganze EU zu 100% mit Atomstrom zu versorgen.



      Wir geben also fuer die deutsche Energiewende soviel aus, wie man fuer die ganze EU braeuchte, dafuer haben wir aktuell nach Polen und Tschechien den klimaschaedlichsten Strommix, mit den hoechsten Strompreis, unbezahlbares Wohnen und Deindustriealisierung.

      • @elektrozwerg:

        "... unbezahlbares Wohnen..."

        Jetzt mal davon ausgehend, dass Vermieter Ihre Wohnungen zu einem Preis vermieten, dass ein Gewinn dabei abspringt:







        Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, warum nach einem Auszug der nächste Mieter heutzutage fast immer mal eben 100-200 Euro mehr Miete zahlen muss, ohne dass irgendetwas saniert wurde? Und das, obwohl der Vermieter ja bereits mit der alten Miete Gewinn erwirtschaften konnte?







        Ist es denkbar, dass "unbezahlbares Wohnen" viel mehr mit Ausnutzung der Wohnungsmangelsituation als mit Gebäudesanierung zu tun haben könnte?







        ***







        "...klimaschaedlichsten Strommix..."

        Ja, Deutschland befindet sich im unteren Drittel. Deutschland ist aber einer der schnellsten "Aufsteiger" in Sachen CO₂-Reduktion. Die Emissionen pro Kilowattstunde haben sich seit den 90ern mehr als halbiert, wir sind also auf dem richtigen Weg und der Kohleausstieg kommt noch.

      • @elektrozwerg:

        Sie lassen bei Ihren Zahlen gerne mal was weg.







        Natürlich kostet der Umbau der Energieerzeugung eines mächtigen Industrielandes wie Deutschland erst einmal Geld, nicht zu knapp. Im Gegensatz zur Kernkraft kommen die Erneuerbaren dann aber ohne Rohstoffe aus und liefern im Betrieb den Strom zu einem Bruchteil des Preises, womit sich die Kosten über die Laufzeit relativieren werden. Im Vergleich sind das 4-8 cent/ KWh (Wind und Solar) zu 15-50 cent (Atomkraft).



        Bei einer angenommenen Stromproduktion von zukünftig 600 TWH (600.000.000.000 KWH) wäre das bei rein Erneuerbaren statt rein Kernkraft eine jährliche Ersparnis (bei 10c / KWH) von rund 60 Milliarden Euro. Vollkommen emissionsfrei im Betrieb! Jedes einzelne Jahr!

        Natürlich ist das ein 100%-Vergleich, aber die Richtung sollte klar sein.







        Was Wärmeisolierung der Gebäude angeht, braucht Deutschland natürlich mehr Effizienz als Griechenland oder Italien, hat aber auch nichts mit dem Strommix an sich zu tun.







        Der pro-Kopf-CO2-Ausstoß liegt in Deutschland übrigens nur knapp über dem EU-Durchschnitt, was aufgrund der starken Industrialisierung und trotz der im Vergleich zu Südeuropa kälteren Winter schon nicht schlecht ist.

      • @elektrozwerg:

        Die Behauptung, dass Atomstrom billiger sei als die Erneuerbaren hat sich nun doch wirklich längst erledigt. Würde man alle externalisierten Kosten für Atomstrom über den Strompreis abrechnen würde die KWh über 2€ kosten.



        Zumal sie hier Kosten wie die für energetische Sanierungen anführen die völlig unabhängig von der Frage eines etwaigen Wiedereinstiegs in die Atomenergie sind.

        • @Ingo Bernable:

          Und er ignoriert, dass die Fossilen im Verbrauch wesentlich teurer sind als EE und eben NICHT abhängig sind von irgendwelchen Spinnern in Washington, Teheran oder Moskau, die auch bei Nuklearnutzung den Hahn nach Laune zudrehen können. Auch sind die Subventionen in EE einmalig.

        • @Ingo Bernable:

          Es sind nicht meine Zahlen, sondern die von Agora Energiewende.

          Und natuerlich muessen die Kosten fuer die energetischen Sanierungen mitaufgefuehrt werden. Denn nur weil wir im Winter aufgrund des Atomausstiegs so einen Drecksstrommix haben, muessen wir durch energetische Sanierungen und hohe Anforderungen beim Neubau verhindern, zuviel davon zu nutzen, weil wir sonst die Klimaziele reissen. Schaun Sie sich doch bitte mal andere Laender an, die schon lange Waermepumpen nutzen - niergends wurde und wird solch ein Aufwand fuer energetische Sanierungen betrieben. Warum auch, wenn es fuer den CO2-Ausstoss irrelevant ist, wieviel Strom Sie zum Heizen nutzen, da dieser das Klima nur minimal belastet.

          Wie ich bereits schrieb, kostet die Zwischenlagerung des Atommuells in Deutschland jaehrlich 500 Millionen Euro. Wie Sie daraus einen Strompreis von 2 Euro ableiten, wuerde mich wirklich interessieren.

          • @elektrozwerg:

            Es sind nicht meine Zahlen. Soweit ich mich entsinne stammen sie aus einer Studie des Umweltinstitut München für Greenpeace unter Berücksichtigung aller externen Kosten und Subventionen.



            Und nein, die energetischen Sanierung sind keineswegs nur eine Folge der verschleppten Energiewende sondern schlicht Voraussetzung für deren Gelingen. Energetische Standards beim Bauen gibt es durchaus auch im Ausland auch auf gleichem oder höherem Niveau als hierzulande. Die Idee man könne darauf einfach verzichten weil man ja unbegrenzt vermeintlich fast kostenlosen Atomstrom verballern kann konnte man vielleicht noch in den 70ern verargumentieren und sich dann Nachtspeicheröfen als State-of-the-Art einbauen, aber das ist halt auch schon 50 Jahre her und ganz ohne etwas an der Effizienz zu tun wird es nicht gehen.

  • Solange die Sonne-und-Wind-Fans nicht die Frage beantworten können, wie sie mit Sonne und Wind die Residuallast abdecken können (und sie mit Wärmepumpen und E-Autos noch in die Höhe treiben) - solange ist die "Zombie-Debatte" leider kein Zombie, sondern logische Konsequenz.

    • @sollndas:

      Solange Atomkraft-Fans nicht belegen können, dass Endlager überhaupt machbar sind und für 100tausende von Jahren sicher und bezahlbar sind, so lange ist Atomkraft unverantwortlich.

      • @Hans Dampf:

        Finnland hat ein Endlager. Schweden und die Schweiz bald auch.

      • @Hans Dampf:

        Anscheinend haben sie oben ein "leider" überlesen.



        Natürlich ist Atomkraft unverantwortlich. Ich habe mich Zeit meines Lebens gegen Atomkraft eingesetzt, war in Wackersdorf und Gorleben.

    • @sollndas:

      Zombie-Fragen in einer längst geklärten Zombie-Debatte. Die Antworten längst bekannt. Batteriespeicher, Pumpspeicher, bidirektionales Laden, Smart-Grid, höhere Effizienz, Im-/Export im europäischen Netz, nicht zuletzt Senkung des Verbrauchs, anstelle der Erwartung, dass Strom 24/7 immer gleich billigst und in unbegrenzter Menge aus der Steckdose kommt.



      Längere, großflächige Dunkelflauten sind derart selten, dass es völlig unverhältnismäßig wäre allein dafür wieder AKWs - zumal für den Grundlastbetrieb konzipiert - ans Netz zu nehmen.



      Zumal unbeantwortete Fragen die Anhänger dieser Zombie-Technologie doch noch nie abgehalten haben. Etwa die danach wie sich eine sichere Endlagerung realisieren oder auch nur bezahlen lässt. Oder die wie es eigentlich um die Haftpflichtversicherung für so einen Reaktor aussieht.

      • @Ingo Bernable:

        Wir hatten im Fruehjahr vor der Ampel einen klimaschonenderen Strommix als im Fruehjahr nach der Ampel. Obwohl Habeck den Turbo beim Ausbau eingelegt hat. Warum? Weil es im Fruehjahr nach der Ampel eine Hellflaute gab. Diese dauerte deutlich laenger als 2 Wochen.

        Aber es geht ja nicht nur um irgendwelche Flauten. Es geht auch darum, dass alle Pilotprojekte zur Erzeugung gruenen Wasserstoffs vorzeitig beendet wurden, weil die Wasserstoffproduktion selbst im sonnigen Sommer nicht 24h moeglich war und der Betrieb damit unwirtschaftlich wurde.

        • @elektrozwerg:

          Ja, im Augenblick scheint Wasserstoffproduktion noch unwirtschaftlich zu sein. So wie Fracking mal unwirtschaftlich war, solange man in vielen Ecken auf der Welt nur einen Strohhalm in den Sand stecken brauchte, um Öl oder Gas zu fördern. Fracking ist erst "wirtschaftlich", seit sich das leicht zugängliche Öl dem Ende zuneigt.







          Nur weil Pilotprojekte noch keinen Erfolg brachten, muss man nicht gleich aufgeben. Wirtschaftlichkeit ist immer auch eine Frage des "im Vergleich zu"; das kann sich auch ändern.







          Hätte die CDU in den Jahrzehnten ihrer Regierung bei den Erneuerbaren ein Habeck-Tempo vorgelegt, wären wir jetzt fertig und könnten den ganzen Sommer lang mit massig Überschussstrom Wasserstoff produzieren und für den Winter zurücklegen.







          Und lustig wäre es, die gleichen wirtschaftlichen Kriterien mal mit allem drum und dran auf Kernkraftwerke anzuwenden. Bitte inklusive Kraftwerksversicherung, Rückbaukosten, sichere Endlagerung über Jahrmillionen. Der Investor / Betreiber muss dabei alle Kosten selbst tragen und vorlegen, nicht die Steuerzahler! Die zurückgelegten 24 Milliarden der Kraftwerksbetreiber werden nicht ansatzweise für den bisherigen Müll reichen.

      • @Ingo Bernable:

        Zweiwöchige Dunkelflauten, noch dazu in kurzem Abstand, sind regional absolut keine Seltenheit. Für einen überregionalen Ausgleich fehlt die Infrastruktur und sie ist bis auf weiteres leider nicht in Sicht. Die Grunde dafür sind komplexe Planungs- und Zulassungsverfahren, Gegenklagen und nicht zuletzt Kosten. Sie ignorieren auch den enormen Mehrbedarf an Elektrizität zur notwendigen Ablösung der fossilen Energieträger beim Primärenergiebarf. Energiewende muss man als Transformationsprozess verstehen, der Kompromisse und ein Risikomanagement erfordert. Aber zugegeben, für Ideologen spielt das keine Rolle.

        • @Nachtsonne:

          Der Überregionale Ausgleich ist doch längst etablierte Praxis etwa über Nord-Link. Und ja, natürlich muss man Stromerzeugung und Netze weiter ausbauen, daran ändert sich aber auch nichts wenn man auf neue AKWs setzen würde, denn die würden realistisch betrachtet auch erst in etwa 20 Jahren ans Netz gehen. Und ausgerechnet mit Risikomanagement für eine extreme Hochrisikotechnologie zu werben ist dann doch einigermaßen absurd.

      • @Ingo Bernable:

        "...anstelle der Erwartung, dass Strom 24/7 immer gleich billigst und in unbegrenzter Menge aus der Steckdose kommt."



        Ich könnte mir vorstellen, dass Wärmepumpenheizer an kalten Wintertagen, wenn alle Wärmepumpen gleichzeitig rödeln, genau das erwarten :-)

        • @sollndas:

          Dann wird es wohl langsam mal Zeit sich der unbequemen Wahrheit zu stellen, dass unbegrenzte, immer verfügbare und billigste Energie in der Zukunft eher nicht mehr der übliche Standard sein wird, auch wenn der Abschied vom fossilen Schlaraffenland natürlich schwer fällt.

  • Atomkraftbefürworter gibt es in allen politischen Richtungen, außer bei den Grünen. Oder empfinden sie Greta Thunberg als "rechts"? Immerhin ist sie eher für Atomkraft als für Kohle.

    • @Hans Dampf:

      Die Atomkraft wurde mal von der SPD vorangetrieben. Und dann aus m.E. guten Gründen von der SPD mit abgeschaltet.



      Einfach zu teuer, besonders im Neubau, aber vor allem über die Jahrhunderttausende gerechnet. Und Sabotageziel. Und unflexibel-starr in einer heutigen immer flexibleren Welt, in der Erneuerbare das Ganze tragen.

      Wer eine Bombe bauen will: ok. Sonst aber ist der Käse genagt.

  • Genau einen Grund für Atomreaktoren gibt es: Material für eine Bombe erbrüten. Der haben wir entsagt.

    Ansonsten ist es dreckig, teuer, hyperzentral-starr und ein ewiges Sicherheitsrisiko durch Betrieb, Abfall mit oder ohne Terroristen. Also noch mal teurer.

    Wer das aufbringt, hat entweder Abschiedstrauerprobleme oder will seine Konzeptlosigkeit und Faulheit bei Energie bemänteln.

    • @Janix:

      Der Bombe haben wir entsagt? Im Moment schon noch, aber die Diskussion läuft bereits:



      Ich halte als Grünenwähler (seit 1994) nicht viel von Kernkraft, hätte allerdings die letzten sechs Reaktoren noch bis ca. 2035-2040 weiterlaufen lassen…plus einem kleinen (evtl. neuen) zwecks Erbrütung thermonuklearen Bombenrohstoffes, denn sind wir mal ehrlich: In Zeiten von Putin und des Ukrainekrieges wäre eine deutsche Tempelwaffe als ultimative Abschreckung so verkehrt nicht…

    • @Janix:

      Richtig. Atomkraft ist was für Ewig-Gestrige, wie der Verbrennermotor in 10 Jahren auch.

  • Atomkraftwerk ist keine gute Option, insofern ist die Frage (meine Frage) etwas am Thema vorbei. Wie schaffen wir es genug Strom aus Erneuerbaren Energien bereitzustellen? Wenn der Bedarf weiter wächst für Mobilität, Heizen, KI... KI ist ja schon viel im Einsatz, vielleicht kommt da gar nicht mehr dieser horrende Bedarf dazu, der immer prognostiziert wird...? Doch, der Bedarf steigt auch in diesem Bereich.



    Heute decken wir erst ca 60% des Bedarfs mit Erneuerbaren. Also noch viel mehr Windräder? Speicherkapazitäten für windarme Zeiten gibt es viel zu wenige, da tut sich auch gefühlt zu wenig. Gleichzeitig müssen Windräder bei Überproduktion abgeschaltet werden.



    Punkte, die den Atomkraftbefürwortenden Futter geben. Einfache Lösungen gibt es nicht.

  • Atomkraft ist neben dem Gefahrenpotenzial unrentabel. Das sagt unter Anderen der Aufsichtsratschef von Siemens Energy.

  • Klar, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht ausreicht, singen und tanzen wir und kaufen Strom aus dem Ausland. Egal wie der produziert wurde. Peinlich!

    • @FraMa:

      ... und kaufen Strom aus dem Ausland. Egal wie der produziert wurde....

      Mensch richtig, daran habe ich ja noch gar nicht gedacht?

      Nachdem wir weitgehend die anderen Primärenergien schon importiern ohne wirklich zu wissen wie ist es wichtig beim Strom das natürlich nicht zu machen



      Rohöl



      Kerosin



      Kernbrennstäbe (Uran)



      Amonjak



      blauer Wasserstoff



      LNG



      usw.

    • @FraMa:

      Oder wir erweitern die Palette nutzbarer erneuerbarer Energien wie mit Gezeitenkraftwerken und investieren in potentielle Energiespeicher. Und wenn in Frankreich wegen der niedrigen Wasserstände der Flüsse im Sommer mangels Kühlfähigkeit mal wieder die AKWs abgeschaltet werden müssen, geben wir ihnen gerne was ab von unserer peinlichen Sonnenenergie.

      • @Stechpalme:

        Danke.

    • @FraMa:

      Nicht peinlich, sondern vollkommen normal. Kein EU-Staat (von den Inseln mal abgesehen) betreibt ein autarkes, nationales Stromnetz allein schon weil das viel teurer wäre als Bedarf und Überschüsse flexibel und grenzüberschreitend aufeinander abstimmen zu können. Sollen sich nun also beispielsweise Irland, Italien, Griechenland und Österreich (alle Jahrzehnte vor DE ausgestiegen) oder Portugal und Dänemark (nie eingestiegen) auch peinlich berührt schämen nur weil sie am europäischen Strommarkt teilnehmen?

  • Sofern es sich in Deutschland ausschließlich um "konservative Politiker " handeln sollte, die die Vorteile von AKWn erfasst haben, dann haben deutsche "konservative Politiker " in diesem Punkt der Energiepolitik eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit mit praktisch allen konservativen und nicht konservativen, insbesondere grünen PolitikerInnen zahlreicher ausländischer Staaten. Die deutschen Grünen stehen mit ihrer technologisch, ökologisch und wirtschaftspolitischen irrationalen Haltung ggü. Kernkraft international betrachtet auf einer einsamen Insel.

    • @Rosa Roxanne:

      - Restrisiko eines verheerenden Reaktorunfalls



      - Stromerzeugungskosten 15-50 cent / KWh (Wind 4-8)



      - Kein Endlager in Sicht und Müll strahlt Jahrmillionen



      - Fällt aus in heißen Sommern (siehe Frankreich)



      - Potentielle Kriegs- und Terrorismusziele; Cyberangriffe denkbar



      - absolut nicht regelbar, produziert, auch wenn nicht benötigt



      - Uranimport (-> Abhängigkeiten)



      - Zentralisierte Stromerzeugung statt dezentral, lange Stromtrassen notwendig



      - Massiver Kühlwasserbedarf; Aufwärmung der Flüsse



      - Nicht regenerativ, also endlich



      - Bauzeiten von 10-20 Jahren; immer viel teurer als geplant



      - Später dann noch teurer Rückbau



      - GAU nicht versicherbar

      Was davon ist irrational? Allein der Kostenfaktor sollte ein überzeugendes Argument sein.

      Wie sehen denn dagegen Ihre wirtschaftspolitisch rationalen Argumente für Kernkraft aus? Bin gespannt.

    • @Rosa Roxanne:

      In Finnland sind auch die Grünen Politiker für AKW’s.

  • Ja es ist ne Zombiedebatte. Aber irgendwie muß man seine verblendeten Wähler, die immer noch den Blütenträumen aus den 60ern, von der sicheren und sauberen Energie nachhängen, bei Laune halten.







    Und zu den angeblich absolut sicheren SMRs, folgende interessante Meldung:







    www.heise.de/news/...erke-11218356.html







    ..in dem sich der folgende Satz findet: "Sollte zu einem Unfall kommen, dann soll die Strahlung dort unten bleiben und kann dort eingeschlossen werden".

    Das ist doch mal hübsch, wenn sogar die Startups der angeblich absolut sicheren Mini AKWs schon vorab mit Strahlungsunfällen rechnen.







    Gott sei Dank sind AKWs hier zu Lande der berühmte Totgeritten Gaul...und Spahn ist mal wieder mit billigstem Populismus aufgefallen.

    Super Hr. Spahn.

    • @Wunderwelt:

      Für eine Zombiedebatte hält man das nur, wenn man es nicht gewöhnt ist seine Meinung anzupassen, wenn die Lage sich geändert hat. Was im Falles eine Unfalls geschieht ist allgemein ein normales und wichtiges Designkriterium in der Technik. Sich darüber zu amüsieren ist für eine Diskussion mit Fachleuten eher nicht von Vorteil.

      • @Nachtsonne:

        So Fachleuten wie Jens Spahn oder den Bundeskanzler?



        Ersterer könnte mensch besser als Hellseher alimentieren. Alles wasser gutfindet, ist Quatsch. Zwoterer hat eventuell nochnen Plan von den ganzen Knöppen und Anzeigen in ner Turboprop,ansonstenwürd ich den (wenner jünger wäre*lol*) noch ned ma ein "WilloroiBosch"-Sitzmöbel installieren lassen. Der denkt bestimmt immernoch, Kernfusion gibts in seiner (hoffentlich nur) ersten Amtsperiode anner Tanke umme Ecke.

  • Konservative Po­li­ti­ke­r*in­nen lassen die Zombie-Debatte um Atomkraft in Deutschland immer wieder aufleben ...



    -----



    Lassen wir die doch mal Spielen!



    - Bauantrag



    - Entsorgungsnachweis für die Reste



    - Versicherung



    und dann Nachweis der privaten Finanzierung von Planung, Bau, Betrieb & Rückbau nach der "Laufzeit"!



    Btw. Ich schätze mal, eher erfinden wir "die Aufhebung der Gravitation", stellen "Fusionskraftwerke in Serie" her!

    • @Sikasuu:

      Nicht zu vergessen die Standortsuche. Was wird wohl in einem Land passieren dessen Bevölkerung gegen jedes geplante Windrad den Aufstand probt sobald publik wird, dass in Gemeinde XY demnächst ein Reaktor gebaut werden soll. Nur Jubel und lachende Gesichter oder doch eher die Neuauflage der "Schlacht um Brokdorf"?

      • @Ingo Bernable:

        Nicht zu vergessen die Standortsuche.



        ----



        Ach Ingo, so weit kommt es gar nicht!



        Den Bauantrag Standort NN kriegen die HIN!



        Und dann sterben solche Phantasien an Entsorgung & Versicherung! Zur privaten Finanzierung kommt es schon gar nicht mehr!

        • @Sikasuu:

          Das Schlimme ist@Finanzierung, daß die Privaten natürlich investieren werden, allerdings nur mit staatlicher Einlagengarantie und unsere verantwortungsvollsten Entscheider*innen in ihrem grenzenlosen Optimismus des genauso ausklüngeln werden.

  • Kein Energieträger ist so risikoreich, so teuer und so pseudo-nützlich wie die Kernenergie. In Wirklichkeit sollte Deutschland mit voller Kraft auf die anderen Energieträger setzen und dafür sorgen, dass Sonne, Wind und Wasser das schaffen, was die Kernenergie nur mit Not und viel Geld und vielen Risiken vermochte. Wenn man die Dämmlichkeit der politischen Elite auf einen Punkt bringen will, dann Alice Weidel von der AfD zur Kernenergie: Diese Partei will das um jeden Preis und zeigt damit, wie wenig die verstanden haben, wahrscheinlich nicht mal verstehen können. Aber das Verrückte kommt dann ja noch, die AfD will diese Wende zur Kernenergie ja nicht alleine.



    Ich kann nur sagen: Dümmer geht's nimmer.

    • @Andreas_2020:

      Risiko beinhaltet die Möglichkeit, dass ein Unfall mit katastrophalen Folgen nicht eintritt. Insofern beinhaltet die Kernenergie ein Risiko.



      Beim CO2 treten schädliche bis katastrophale Folgen mit Sicherheit ein. So gesehen ist diese Technologie u.U. katastrophal schädlich, aber risikolos.

      • @Carsten S.:

        Interessante Argumentation. Demnach müsste jeder der nicht bereit ist sich mit einer Schrotflinte das Hirn wegzublasen, mit Begeisterung Russisch Roulette spielen? Rational wäre weder die systematische Zerstörung der eigenen Lebensgrundlage per Klimakatastrophe zu betreiben, noch das Risiko eines extremen Unfalls zu riskieren der potentiell weite Teile des Landes zu einer radioaktive Sperrzone machen würde.

        • @Ingo Bernable:

          Nein, er würde sich natürlich weigerny russisch Roulette zu spielen.



          Aber wenn er dazu gezwungen würde und die Wahl zwischen einem Revolver mit nur einer Kugel und einem vollständig geladenen hätte, würde er das Risiko und den Revolver mit einer Kugel wählen, als (risikolos) den sicheren Tod in Kauf zu nehmen.

          • @Carsten S.:

            Diese Regierung wird nicht gezwungen, zwischen potentiellen Reaktorunglück und sicherem CO2-Anstieg zu wählen.







            Sie entscheidet sich freiwillig für beides.

            • @Sisone:

              Der Strom wird gebraucht.

              Importe von ausländischem fossil oder nuklear erzeugtem Strom machen's nicht besser.

              Die Berliner Variante tagelanger Stromausfälle wird aber in der Gesellschaft auch nicht akzeptiert.

              • @Carsten S.:

                Kernkraft hätte den Stromausfall in Berlin nicht verhindert. Und ohne Importe u.a. aus Deutschland, hätte Frankreich mit seinen Kernkraftwerken, als diese in Sommern runtergefahren werden mussten, ordentliche Stromausfälle erlebt.







                Wenn Sie Atomstromimporte blöd finden, warum wollen Sie dann Atomstrom das ganze Jahr?







                Und wenn der Strom gebraucht wird, wäre es doch besser, ihn zukünftig zu speichern, statt ihn bei Überfluss zu verschenken, oder?







                Warum treten Sie nicht dafür ein, dass zukünftig immer weniger Atom- und Fossilstrom notwendig ist?

  • Unfall Tschernobyl 1986:



    " In einem Interview mit der Tagesschau versicherte der damalige Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU), dass eine Gefährdung der deutschen Bevölkerung „absolut auszuschließen“ sei und es keinen Grund zum Handeln gebe. Er betonte, dass eine Gefahr nur im Umkreis von 30 bis 50 Kilometern um den Reaktor bestehe."